Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
Alle Kapitel
36 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
17.12.2020 1.410
 
Zwei Wochen später flog ich an einem Donnerstag nach der Arbeit nach Tel Aviv. Doron holte mich wie beim letzten Mal von Flughafen ab. Als er mich in den Arm nahm und sanft küsste, fühlte ich wieder diese Wärme, die er in mir auslöste. Wir standen mitten im Weg und andere Passagiere, die nach mir durch den Zoll kamen, musste einen Bogen um uns machen. Als sich immer mehr Leute beschwerten, lachte Doron, nahm meine Tasche ein eine Hand, mit der anderen hielt er mich fest und wir gingen zum Auto.
Auf dem Weg zu seiner Wohnung fragte er nach Ella und meinen Eltern und meinem Job, erzählte das neueste vom Theater und sah mich immer wieder an, als müsse er sich davon überzeugen, dass ich tatsächlich da war.
In seiner Wohnung angekommen trat ich als erstes raus an den kleinen Strand. Doron trat hinter mich und umarmte mich.
„Willkommen in deinem Zuhause.“, sagte er und küsste meinen Nacken.
Ich drehte mich zu ihm um und lächelte. „Das hier ist jetzt mein zuhause?“, fragte ich.
„Mein zuhause, dein zuhause, wo immer du bist, ist zuhause.“, sagte er und strahlte mich an.
Ich legte meine Arme um seinen Hals. „Wie wäre es, wenn du mich ins Schlafzimmer bringst und mir zeigst, wie sehr du mich vermisst hast?“
Er sah mich gespielt entsetzt an. „Aber Lena, es ist doch noch hell!“
Ich lachte. „Das hat den Vorteil, dass ich deinen schönen Körper betrachten kann.“
Er stöhnte. „Überredet!“
Er nahm meine Hand und zog mich ins Haus.

„Eigentlich wollte ich heute Abend mit dir ausgehen. Ich hatte alles geplant. Essen in meinem Lieblingsrestaurant, Drinks bei teder, ein Spaziergang an der Promenade entlang nach Hause.“, sagte er später, als wir eng aneinander gekuschelt im Bett lagen.
„Können wir das auch morgen noch machen?“, fragte ich träge.
„Können wir.“
„Gut.“
„Hast du Hunger?“, fragte er.
„Nicht wirklich. Ich möchte einfach nur hier mit dir liegen bleiben. Damit sind alle meine Bedürfnisse gestillt.“
Doron lachte. „Die perfekte Frau.“
Ich sah ihn an. „Aber morgen möchte ich das volle Programm.“
Er nickte. „Das bekommst du. Und meine Schwester hat uns am Samstag zum Essen eingeladen.“
„Wirklich?“
Er nickte. „Ja. Ich habe ihr so viel von dir erzählt, sie meinte, wir müssen vorbei kommen.“
„Werden deine Eltern auch da sein?“
„Nein.“ Sofort veränderte sich seine Stimmung.
„Wissen sie überhaupt von mir?“, fragte ich vorsichtig.
„Jedesmal, wenn ich auch nur anfange, von dir zu reden, blocken sie ab und wechseln das Thema. Um deine Frage zu beantworten: Sie wissen, dass es jemanden gibt, aber sie wollen nichts davon hören.“
Ich seufzte. „Tut mir leid für dich. Das muss schwer sein.“
Er lächelte mich traurig an und gab mir einen Kuss. „Ich arbeite weiter daran. Und es wird uns nicht davon abhalten, das beste Wochenende zu haben!“

                              31

Den nächsten Tag verbrachten wir am Strand, bis wir uns dann gegen Abend fertig zum ausgehen machten. Wir gingen wie geplant in Dorons Lieblingsrestaurant und aßen israelische Spezialitäten.
Der Chef war ein Freund von Doron, der mich direkt in sein Herz schloss. Aaron stellte mich seiner Frau Hila vor, die mich ebenfalls herzlich als Dorons Freundin annahm.
„Ihr solltet zum Essen zu uns kommen. Wie wäre es mit Sonntag, da ist der Laden hier geschlossen.“
Doron sah mich fragend an.
„Sehr gerne.“, sagte ich.
Doron lächelte. „Wir kommen.“
Als wir nach dem Essen weiter zogen, lachte Doron. „Samstag Essen bei Shira, Sonntag bei Aaron. Läuft!“
Ich grinste.
Bei teder.fm, einer Freiluftbar des örtlichen Radiosenders, war die Hölle los. In einem Innenhof unter bunten Lichterketten standen viele kleine Tische, die von den Gästen je nach Bedarf zusammen geschoben worden waren. Auf einer kleinen Bühne spielte ein Saxophon Spieler. Ich versuchte, bei den Klängen nicht an Florian zu denken, der ebenfalls Saxophon spielte.
Die Atmosphäre in diesem Innenhof war einzigartig und mit nichts zu vergleichen, was ich aus Deutschland oder Schottland kannte.
Ich hatte sowieso den Eindruck, dass alle Menschen in dieser Stadt einfach nur schön waren, und hier bestätigte sich das wieder.
Es gab Paare, kleine und größere Gruppen die zusammen saßen, tranken, redeten und lachten oder auch stritten.
Doron sah sich um. Dann winkte er einem Mann zu, der sofort zu ihm kam.
Die beiden sprachen hebräisch miteinander, bis Doron auf mich deutete. Sofort wechselte der andere Mann zu englisch.
„Hallo, ich bin David.“, stellte er sich vor. „Ich bin der Manager vom tender.fm.“
„Hi David. Ich bin Lena.“, stellte ich mich vor. „Das ist ein toller Laden hier.“
„Vielen Dank.“, freute er sich. „Kommt mit, ich habe noch einen Platz für euch.“
Ich fragte mich wo, es war wirklich voll, aber anscheinend reichte eine Geste von David und ein Angestellter zauberte einen Tisch aus dem Nichts, stellte zwei Stühle dazu und wir konnten uns setzen.
„Woher kommst du Lena?“, fragte David.
„Aus München.“
„Oh, wunderschönes München.“, schwärmte er auf deutsch. Erstaunt sah ich ihn an. „Du sprichst deutsch?“
„Meine Großeltern waren Deutsche.“, erklärte er. „Sie haben nur deutsch gesprochen und mussten hebräisch erst lernen, als sie im Krieg hier her flüchteten.“
Ich nickte. Natürlich.
David lächelte. „Was wollte ihr denn trinken?“
Wir bestellten Wein und David verschwand erstmal, um sich darum zu kümmern.
Doron sah mich an. „Du machst Eindruck auf meine Freunde.“
„Sie sind auch sehr nett. Also, die zwei die ich bisher kennen gelernt habe.“
„Das sind sie.“
Eine junge Frau blieb an unserem Tisch stehen. Schüchtern sprach sie Doron an. Ich verstand kein Wort, aber das sie kurz danach ein Selfie mit Doron machte, wusste ich, dass er als Schauspieler erkannt worden war.
Die Frau bedankte sich bei Doron, sah mich an und sagte was zu mir. Es klang freundlich. Dann ging sie wieder zu ihrem Tisch.
Er sah mich entschuldigend an. „Tut mir leid. Ab und zu erkennt mich mal jemand.“
„Kein Problem.“
„Na du kennst das ja sicher schon von Florian.“
Ich nickte nur. Ich wollte nicht über Florian reden, das Saxophon im Hintergrund erinnerte mich schon genug an ihn.
Wir blieben lange dort sitzen. Die Stimmung war so spannend, ich konnte mich nicht satt sehen. Ab und zu kam David vorbei, setzte sich ein bisschen zu uns und unterhielt sich mit uns.
Als wir uns irgendwann verabschiedeten, umarmte er mich.
„Ich habe mich sehr gefreut Lena. Ich hoffe, du kommst bald mal wieder.“
„Das hoffe ich auch.“
Er wandte sich an Doron, sagte irgendwas auf hebräisch, lachte, klopfte ihm auf Schulter und ging.
„Was hat er gesagt?“, fragte ich, als wir draussen waren.
„Er hat mir zu meiner Freundin gratuliert und sagte, ich soll dich heiraten.“
Doron sah mich kurz an, sah dann aber auf den Boden.
Ich lachte, aber weil er so ernst war, hörte ich auf. „Hey. Was ist los? Das war nur ein dummer Spruch. Keine Angst, ich erwarte nicht, dass du mich heiratest.“
Er hob den Kopf. Seine wunderschönen Augen sahen ein bisschen traurig aus. „Wenn nicht dich, wen sonst?“, sagte er.
Verstört erwiderte ich seinen Blick. „Bitte? Denkst du über heiraten nach? Ich meine, falls dem so ist, würde ich es schon gerne wissen.“
„Ich habe nicht an heiraten gedacht. Aber daran, wie es mit uns weiter geht. Alle paar Monate mal sehen ist nicht gerade die ideale Beziehung, oder?“
„Vielleicht ändert sich das ja bald wenn du in München arbeiten kannst?“
Wir schlenderten inzwischen über den Strand Boulevard Richtung Wohnung.
„Aber das ist dann auch nur temporär.“
„Und danach schauen wir weiter Doron. Ein Schritt nach dem anderen.“
Er lächelte mich an. „Auf einmal bist du diejenige, die die aufmunternden Worte hat.“
„Du steckst an.“
„Entschuldige, ich wollte den schönen Abend nicht mit meinen Grübeleien versauen.“
„Du versaust überhaupt nichts. Der Abend war perfekt. Du bist perfekt. Ich freue mich, dass du über uns nachdenkst. Das tue ich auch.“
Er legte einen Arm um meine Schultern und zog mich näher zu sich. „Ich liebe dich.“, sagte er dann. Es war das erste mal, dass er das sagte, und für den Bruchteil einer Sekunde erschrak ich. Aus irgendeinem bescheuerten Winkel meines Unterbewusstseins schrie eine Stimme, dass er das nicht sagen durfte. Das waren Flos Worte. Ich durfte sie auf keinen Fall erwidern.
Aber dann pfiff ich auf mein Unterbewusstsein.
„Ich dich auch.“, sagte ich, und ich meinte es so, egal was ich immer noch für Florian empfand.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast