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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
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17.12.2020 1.267
 
Doron versuchte weiterhin, wieder ein Engagement in München zu bekommen, aber die Zusammenarbeit zwischen dem Theater in Tel Aviv und dem in München gestaltete sich schwieriger als gedacht.
„Irgendwann klappt es.“, sagte er am Telefon, als ich schon wieder zwei Wochen in München war.
„Ja. Aber das dauert alles so lange.“, nölte ich.
Er lachte. „Sei nicht ungeduldig. Aber ich vermisse dich auch. Herkommen ist unmöglich oder?“
„Ich stecke mitten in einem Projekt, ich kann keinen Urlaub nehmen.“
„Natürlich, das verstehe ich. Und nur mal übers Wochenende geht nicht?“
„Ich schaue mal was sich machen lässt.“, versprach ich.

Ich hatte einen wichtigen Termin mit einem potenziellen Kunden, eine Firma für Lampen. Lars hatte mir gesagt, dass sie eher vom altmodische Schlag waren. Deswegen hatte ich mich in Business Klamotten geworfen. Ich trug einen dunkelgrauen Rock, eine weiße Bluse und einen dunkelgrauen Blazer. Meine Haare hatte ich im Nacken zusammen gesteckt. Normalerweise ging es in unserem Büro eher locker zu, und als ich die Agentur betrat, starrte Lars mich an.
„Wow.“, sagte er. „Du siehst heiß aus.“
„Was habt ihr Männer nur mit dem Sekretärinnen Look?“, fragte ich.
„Du siehst definitiv nicht nach Sekretärin aus. Eher wie die Chefin in unserem Laden.“
Ich lachte.
Wenn ich den Kunden überzeugen konnte, wäre das ein großer Erfolg für unsere Agentur.
Dementsprechend legte ich mich ordentlich ins Zeug. Am Ende meiner Präsentation bekam ich den Zuschlag.
Als die Kunden weg waren, strahlte Lars. „Darauf sollten wir anstoßen! Freitagabend oder so?“
Ich sah ihn an. „Ich kann leider. Aber wo du Freitag erwähnst, eventuell muss ich demnächst mal meine einen Freitag frei nehmen. Ich möchte zu meinem Freund nach Tel Aviv fliegen.“
Er grinste. „Okay ich habs kapiert. Du hast einen Freund.“
Ich lachte. „Ja das habe ich.“
„Aber anstoßen müssen wir trotzdem. Das ist Tradition und wenn wir es nicht tun, bringt es Unglück.“
„Das machen wir noch, garantiert.“
„Okay. Ich hab allerdings noch ein Attentat auf dich vor.“
„Schieß los.“
„Ich mache ja diese Kampagne für Deutschland liest. Du weißt schon, lest wieder mehr, legt mal eure Handys weg und so ein Quatsch.“
Ich lachte.
„Da machen jede Menge Prominente mit. Ich mache mit jedem ein kleines Filmchen. Ich stelle Fragen, die Antworten und wir schneiden das dann hinterher so zusammen, als hätten sie unglaublich viel zu diesem Thema zu sagen. Mit einem der Promis habe ich gleich einen Termin im Bayerischen Hof. Aber ich schaffe es nicht, meine Mutter hat eben angerufen, mein Vater wurde ins Krankenhaus gebracht.“
„Was? Was ist passiert und wieso bist du überhaupt noch hier?“
„Ach nichts schlimmes. Aber er wird gleich operiert, er hatte einen Unfall. Da wäre es vielleicht doch besser, wenn ich dann da wäre.“
„Natürlich. Hau ab. Ich mach das. Wo sind die Unterlagen?“
„Schicke ich dir gleich per Mail. Ist schon alles vorbereitet. Die Fragen stehen auch da. Moritz kommt mit, er macht die Kamera, Roman macht das Licht. Alles was du tun musst, sind die Fragen stellen und vielleicht noch mal ein bisschen nachhaken, falls er nicht so gesprächig ist. Wir brauchen Material zum zusammen schneiden.“
„Kriege ich hin.“
„Super Lena. Dank dir.“
Nachdem Lars weg war, öffnete ich meinen Laptop. Und hätte ihn am liebsten gleich wieder zugeklappt als ich die erste Seite dessen sah, was Lars mit geschickt hatte. Interviewpartner Florian David Fitz.
Ich seufzte.
Eine Stunde später betrat ich mit Moritz und Roman das Hotel und ließ mich zu dem Raum führen, wo das Interview statt finden sollte. Flo war noch nicht da.
Moritz sah mich an. „Soll er auf dem Sofa sitzen?“
„Würde ich sagen. Aber vielleicht können wir das ein bisschen schräg stellen, damit man noch einen Teil vom Fenster im Hintergrund hat.“
„Aber dann bekommen wir Probleme mit dem Licht.“, meinte Roman skeptisch.
„Wir praktisch, dass du Lichttechniker bist. Sollte ja dann hin zu bekommen sein.“, gab ich trocken zurück.
Roman seufzte und begann, das Sofa zu verschieben.
Plötzlich tauchte ein Hund an meinen Beinen aus. Er setzte sich vor mich und wedelte mit dem Schwanz.
„Na wer bist du denn?“, fragte ich und beugte mich zu ihm, um ihn zu streicheln.
„Das ist Filou.“, hörte ich Florian sagen.
Als ich aufblickte, sah ich, wie Flo er mich ansah. Seine Augen wanderten an meinem Körper runter und wieder hoch. Als er bemerkte, dass ich ihn dabei erwischt hatte, lächelte er. Ich hasste es, dass dieses Lächeln immer noch eine Wirkung auf mich hatte.
„Du siehst anders aus heute.“, meinte er.
„Wir hatten eine wichtige Präsentation mit einem potenziellen Kunden und ich musste mich ins Kostüm zwängen.“
„Interessanter Look.“, sagte er und riss seinen Blick von meinem Rock los, den er anscheinend ganz spannend fand.
„Und wer ist Filou?“, fragte ich.
„Er gehört Becky.“
Erst jetzt bemerkte ich die Frau hinter ihm. Sie war sehr hübsch, hatte einen dunklen Pagenkopf und riesige braune  Augen. Sie lächelte mich schüchtern an. „Hallo.“
„Hi.“, sagte ich, dann sah ich Flo wieder an. „Lars hat mich geschickt, aber du siehst nicht überrascht aus, dass ich hier bin.“
„Nein. Er hat mir eine Email geschickt und mich informiert.“
„Gut.“ Ich wandte mich an Roman. „Wie siehts aus mit dem Licht?“
„Ich arbeite dran.“, meinte er.
Flo nickte anerkennend. „Wird man automatisch so bossy, wenn man solche Klamotten anhat oder passiert das, wenn man zur Managerin befördert wird?“
Ich sah ihn an, aber ich konnte nicht abschätzen, ob er es ironisch gemeint hatte. Ich beschloss, seine Frage zu ignorieren.
„Kannst du dich mal auf das Sofa setzen? Dann hat Roman einen besseren Eindruck vom Licht.“
„Klar Boss.“, grinste er.
Ich verdrehte die Augen und er lachte.
„Ähm Flori? Ich gehe dann solange raus ja?“, sagte Becky.
Flo drehte sich zu ihr um. „Alles klar. Dauert bestimmt nicht so lange.“ Er legte seine Hand an ihre Hüfte und gab ihr einen Kuss. Für einen Moment spürte ich einen Stich im Magen.
Als sie weg war, sah er mich an als erwartete er einen Kommentar. Aber ich sagte nichts und er setzte sich auf das Sofa.
Ich wandte mich an meine Kollegen. „Bereit?“
Sie hoben ihre Daumen.
Ich zog einen Stuhl heran und setzte mich vor ihn.
Kurz besprach ich noch was mit Moritz und sah dann Flo an. Er hob seinen Kopf und sah mich unschuldig an.
„Florian, das sind nur meine Beine. Könntest du dich jetzt mal konzentrieren? Du hast sie schon 1000 Mal gesehen.“
„Aber noch nie in Strumpfhosen unter einem Kostüm.“
„Hallo?“
„Jaja. Ich bin ganz bei dir. Leg los!“
Wir brauchten eine Stunde, dann hatte er alle Fragen beantwortet. Ich musste nicht nachfragen, er war bester Laune und sprach fast ohne Aufforderung.
Als Moritz und Roman ihre Sachen zusammen packten, stand er auf und kam zu mir.
„Wollen wir noch was trinken gehen? Kaffee oder so?“, fragte er.
„Ich kann nicht, ich muss zurück ins Büro. Außerdem, wartet nicht Becky auf dich?“
„Oh. Stimmt.“, sagte er und sah schuldbewusst aus.
„Dann, danke für deine Zeit.“
„Gerne. Ich hab mich gefreut dich wieder zu sehen.“, sagte er und sah mir zur Abwechslung in die Augen. Ich verpasste es, sofort wieder weg zu sehen, und so sahen wir uns einen Moment zu lange in die Augen.
„Bis dann mal Flo.“, sagte ich und drehte mich um.
„Kommst du zu Matthias Geburtstagsessen?“, fragte er dann auf einmal.
„Ich weiß es noch nicht. Kann sein, dass ich dann in Tel Aviv bin.“
„Tel Aviv?“
„Ja.“
„Und was machst du da?“
„Ich treffe einen Freund.“ Ich sah Moritz an. „Seid ihr soweit?“
Moritz nickte. „Japp.“
„Okay. Machs gut.“, sagte ich knapp zu Flo und verließ mit meinen Kollegen den Raum.
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