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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
Alle Kapitel
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17.12.2020 807
 
Nach Flo hatte ich geglaubt, ich würde mich nie wieder verlieben können.
Ich liebte Flo immer noch, egal wie sehr ich mich dagegen sträubte und versuchte es zu verdrängen.
Mit Doron war es anders. Ich hatte schon in München angefangen, ihn mehr zu mögen als einen Freund. Er war auch attraktiv, keine Frage. Er hatte wunderschöne Augen, sinnliche Lippen und Hände.
Aber dass ich mich in ihn verliebte, war eher seiner Art zuzuschreiben. Er behandelte mich mit soviel Respekt und Liebe, so etwas hatte ich bisher noch nicht erfahren. Er verstand es irgendwie, mich zu unterstützen und an mich selber glauben zu lassen, er tat mir einfach nur gut.
Er war zärtlich, aufmerksam, fürsorglich.
Dabei war er keineswegs langweilig, er hatte so viele Facetten. Aber er sagte nie etwas unüberlegtes, er reagierte nicht über und es war unmöglich, mit ihm zu streiten. Wenn wir anderer Meinung waren, hörte er sich meine Argumente an, ich mir seine, und am Ende fanden wir immer einen Kompromiss. Etwas, dass ich bis dahin noch nicht erlebt hatte mit einem Mann.
Ich blieb zwei Wochen in Israel. Wir machten einige Ausflüge, fuhren ans Tote Meer und auch nach Jerusalem. Wir besuchten den En Gedi Nationalpark mit seinen Wasserfällen, aber die meiste Zeit blieben wir in Tel Aviv. Wir verbrachten die Tage am Strand, bummelten durch die Stadt, über die Märkte und setzten uns an den Hafen.
Einmal fuhren wir mit einem Boot raus und schnorchelten im Meer.
Abends gingen wir Essen oder kochten in seiner Wohnung. Dann saßen wir am Strand vor seiner Wohnung, aßen, tranken Wein und redeten. Oder er holte seine Gitarre raus und wir sangen leise alte Hits bis wir lachen mussten.
Die Nächte verbrachten wir zusammen. Der ganze Urlaub kam mir vor wie eine einzige rosa Wolke.

Am Abend vor unserer Abreise lagen wir im Bett. Doron hatte mich in seine Arme gezogen und seufzte. „Kannst du nicht noch ein bisschen länger bleiben?“
„Ich würde so gerne.“, gab ich zu. „Aber ich muss wieder zurück.“
„Musst du wirklich schon wieder arbeiten?“
„Ja. Leider. Jetzt im Moment kann ich mir das auch noch nicht vorstellen.“
„Ich werde dich vermissen.“
„Ich dich auch.“ Ich kuschelte mich noch näher an ihn. „Ich hoffe, du kommst bald wieder nach München.“
„Das hoffe ich auch. Ich weiß sonst gar nicht, was ich ohne dich hier so anfangen soll.“, lachte er.
„Ich wette, wenn ich morgen weg bin, fährst du als erstes zu deinen Eltern.“
„Du kennst mich schon zu gut.“
„Erzählst du ihnen von mir?“, fragte ich.
Er versteifte sich ein wenig. „Das ist ein schwieriges Thema Lena.“
„Ich weiß.“
„Ich weiß nicht, wie ich ihnen sagen soll, dass ich eine deutsche Freundin habe.“
„Haben sie solch einen Groll auf die Deutschen?“
„Sie hätten nichts gegen dich persönlich. Es ist vielmehr... ich glaube es würde viele alte Ängste wieder aufkommen lassen. Manche Sachen sind so tief in einem verwurzelt, die wird man nicht los, egal wie sehr man sich bemüht. Sie hätten vielleicht Angst, dass ich ganz nach Deutschland ziehen würde, oder eine Nicht-Jüdin heiraten würde. Oder, der Super - Gau, meine Kinder nicht jüdisch erzogen werden würden.“
„Wow. Aber Sex vor der Ehe ist okay?“
„Eigentlich nicht.“ Er lachte. „Aber so streng sind sie dann doch nicht.“
„Na da hab ich ja Glück gehabt.“
Er drehte sich auf die Seite und sah mich an. „Es war ein Glück, dass ich dich getroffen habe.“, sagte er und lächelte.
„Ist es egoistisch, wenn ich mir wünschte, du würdest in München wohnen?“, fragte ich. „Ich weiß, deine Eltern wären traurig und besorgt, aber man, du wirst mir so fehlen.“
Lächelnd hob er eine Hand und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. „Du solltest viel öfter egoistisch sein. Du denkst viel zu wenig an dich.“
„Das sagst gerade du?“ Ich lachte. „Es gibt keinen Menschen der so um seine Mitmenschen besorgt ist wie du, und auch keinen, der so nach Harmonie strebt.“
„Eigentlich tue ich das gar nicht.“, sagte er. „Ich glaube, es liegt daran, dass ich an dir noch nichts gefunden habe, was mich irgendwie zu einer Gegenreaktion animieren würde. Genau das ist das Problem Lena. Das ist das, was es so kompliziert macht.“ Er seufzte. „Wir sind zu gut miteinander. Wenn es nur um uns beide ging, würde es keinen Grund geben, warum wir nicht eine gemeinsame Zukunft planen sollten.“ Er seufzte. „Aber es geht nicht nur um dich und mich. Es geht um unsere Familien und darum, dass wir nicht im selben Land leben.“
Ich nickte traurig. „Ich hatte befürchtet, dass du das sagst.“
„Ich sage nicht, dass es unmöglich ist. Aber wir müssen sehr vorsichtig sein. Lass es uns langsam angehen okay? Vielleicht kannst du beim nächsten Mal wenn du hier bist meine Eltern kennen lernen. Ich werde mal vorfühlen. Aber erstmal komme ich so schnell wie möglich nach München.“
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