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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
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17.12.2020 1.098
 
Ein paar Tage nach der Pre-Weihnachtsparty flog ich in  München bei Schneeregen los und landete bei strahlendem Sonnenschein in Tel Aviv.
Doron wartete auf mich hinter dem Zoll. Er lehnte an einem Pfeiler, und als er mich entdeckte sah, grinste er von einem Ohr zum anderen. Mein Herz machte einen Hüpfer vor Freude. Er kam auf mich zu und nahm mich sofort in den Arm. Er drückte mich fest und gab mir einen Kuss auf die Wange.
„Willkommen in Tel Aviv!“, strahlte er.
Er nahm meinen Koffer und meine Tasche. „Wollen wir?“, fragte er.
Wir gingen zum Auto und waren kurz darauf schon mitten im Verkehr.
Doron hatte mir erzählt, dass er eine neue Wohnung hatte, die direkt am Strand lag. Als ich seine Wohnung betrat, staunte ich nicht schlecht. Vom Wohnzimmerfenster aus sah es so aus, als wäre das Meer nur 2 Meter entfernt. Es war nur ein ganz kleiner Sandstrand zwischen dem Haus und dem Meer.
„Wow.“, sagte ich.
Er trat neben mich. „Schön oder?“
„Wunderschön. Hier kann man bestimmt schlafen wie ein Baby mit den Wellen direkt vor der Tür.“
„Ich habe noch nie so gut geschlafen wie hier.“, sagte er. „Komm ich zeig dir den Garten.“
Wir gingen durch die Terrassentür raus in den Sand. Ich blieb einen Moment stehen und sah auf das Meer.
„Wow.“, sagte ich noch mal.
Doron ging um das Haus und ich folgte ihm. Er öffnete ein kleines Törchen. Unter Palmen und Orangenbäumen stand eine Hollywoodschaukel, ein Tisch und 2 Liegestühle.
„Das ist wirklich paradiesisch hier.“, sagte ich.
„Ist es.“
Ich setzte mich in die Hollywood Schaukel, Doron setzte sich neben mich.
„Ich glaube im Sommer würde ich einfach hier den ganzen Tag im Schatten sitzen und lesen und schaukeln.“
„Genau das ist der Plan, sollte ich im Sommer hier sein.“, meinte Doron.
Wir gingen wieder ins Haus. Vom Wohnzimmer aus ging es auf der einen Seite in Dorons Schlafzimmer, auf der anderen Seite in ein Gästezimmer.
„Hier ist dein Reich. Es ist noch ein bisschen spartanisch eingerichtet, aber das Bett ist ganz bequem.“
„Perfekt Doron, danke.“
Während ich auspackte, hörte ich Doron draussen mit einem Kind reden.
Neugierig sah ich nach. Er saß mit einem kleinen Mädchen im Sand und zeigte ihr, wie man das Förmchen richtig umdrehte, damit man den perfekten Sandkuchen hinbekam.
Ich musste lachen und er sah auf. „Das ist die Nachbarstochter. Sie kommt ab und zu mal vorbei.“
„Wieso kannst du so gut mit Kindern umgehen?“, fragte ich, als der Vater der Kleinen sie abgeholt hatte. „Wegen deiner Nichten und Neffen?“
„Auch.“, sagte er und sah mich an. Seine blauen Augen sahen traurig aus. „Ich habe eine Tochter, Lia.“
„Was? Das hast du mir nie erzählt.“
„Ich rede nicht gerne darüber.“
„Was ist mit ihr? Siehst du sie?“
„Nein. Ihre Mutter und ich sind geschieden und sie ist mit ihrem neuen Mann nach New York gezogen. Sie wird nie wieder zurück kommen.“
„Aber... du bist ihr Vater. Warum ist sie so herzlos?“
„Das jüdische Recht ist sehr kompliziert. Ich könnte ihr das Kind weg nehmen wenn sie zurück kommen würde. Das weiß sie natürlich. Deswegen bleibt sie weg.“
„Kannst du deine Tochter wenigstens in New York besuchen?“
Er beobachtete, wie Sand durch seine Finger rieselte. „Nein.“
„Doron? Warum hat sie Angst, dass du ihr das Kind weg nehmen würdest?“
Er sah auf. „Fragst du, ob ich es tun würde?“
Ich überlegte kurz. „Würdest du?“
„Lia kennt mich nicht mal mehr. Sie ist 4 und hat mich seit 3 Jahren nicht mehr gesehen. Was für ein Vater wäre ich, wenn ich sie aus ihrem Leben und allem was sie kennt, raus reißen würde? Um deine Frage zu beantworten, nein, ich würde ihr das Kind nicht weg nehmen. Ich habe akzeptiert, dass ich Lia nicht aufwachsen sehen werde. Aber ich hoffe, dass sie irgendwann in ihr Heimatland zurück kommt und mich und den Rest der Familie kennen lernen möchte.“
Ich legte eine Hand auf seinen Arm. „Das wird sie bestimmt.“
Er lächelte mich an, stand auf und klopfte sich den Sand von der Hose.
„Okay, hast du Hunger?“, sagte er dann betont fröhlich.
Wir verbrachten den Tag in der Altstadt von Tel Aviv. Es war eine bunte, aufregende Stadt. Ich konnte mich nicht sattsehen an der Schönheit und dem bunten Treiben. Wir aßen an einem Straßenstand Falafel und Salat, tranken Tee und ließen uns treiben.
Wir kamen erst am späten Abend wieder zurück in seine Wohnung.
Während ich duschte und mir was bequemes anzog, hatte Doron draussen am Strand ein paar Kerzen angezündet und wartete  mit einem Glas Wein auf mich, dass er mir entgegen hielt, sobald ich raus trat.
„Danke.“, sagte ich und nahm das Glas entgegen.
Wir stießen an und ich nahm einen Schluck, dann stellte ich das Glas auf die Fensterbank. Etwas weiter weg konnte man die Lichter der Altstadt sehen.
„Es ist wunderschön hier.“, sagte ich.
Er lächelte und sah mich an. „Das ist es.“
„Wie schön muss es sein, sowas jeden Tag zu haben? Ich liebe Bayern, aber wenn eins fehlt, dann ein Meer vor der Tür.“
Er lächelte und stellte sein Glas ebenfalls auf die Fensterbank. Er nahm meine Hand und zog mich leicht zu sich. „Kann ich dich jetzt endlich so willkommen heißen, wie ich es schon die ganze Zeit möchte?“, fragte er leise und sah mir in die Augen. Mein Herz schlug schneller.
Als ich nichts sagte, kam er langsam näher. Sein Gesicht war meinem jetzt sehr nahe.
„Ich dachte, das macht es zu kompliziert?“, fragte ich leise, ohne den Augenkontakt zu unterbrechen.
„Nicht zu kompliziert. Nur komplizierter.“, sagte er lächelnd. Seine Lippen berührten meine, und ich schloss die Augen. Er legte seinen Arm um mich und zog mich ganz nah an sich. Automatisch legte ich meine Hände um seinen Nacken. Wir standen lange da und küssten uns. Seine Hände strichen über meinen Rücken. Er war so zärtlich und vorsichtig als hätte er alle Zeit der Welt.
Erst nach einem fast nicht endenden Kuss löste er sich langsam von mir.
„Ich möchte mit dir schlafen.“, sagte er und sah mir dabei fest in die Augen.
Ich war immer noch so benebelt von dem Kuss, dass mein Hirn bei seinen Worten kaum mitkam.
„Lena?“, fragte er, als ich nichts sagte. „Zu früh? Falscher Mann? Sag was bitte.“
Ich atmete tief ein. „Lass uns ins Schlafzimmer gehen.“, sagte ich endlich.
„Wenn du das nur sagst, weil ich das möchte dann...“
„Spinnst du?“ Ich küsste ihn wieder. „Ich wollte das schon in München.“
Er lächelte. „Ich auch.“
Er nahm meine Hand und führte mich in sein Schlafzimmer.
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