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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
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Dieses Kapitel
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16.12.2020 1.806
 
Ich versuchte, mich nicht wegen der kommenden Begegnung mit Florian verrückt zu machen. Es war wirklich viel Zeit vergangen seit der Trennung, ich konnte ihm nicht ewig hinter her trauern, und ich wollte ihm auch nicht aus dem Weg gehen. So wie ich die Lage einschätzte, würden Ella und Matthias vielleicht irgendwann heiraten, und falls dem so wäre, würde ich garantiert gefragt werden, ob ich Trauzeugin werden wollte. Und eventuell würde Matthias Flo fragen. Spätestens dann würden wir uns eh begegnen.
So stand ich dann mutig und entschlossen vor Ellas Haustür, atmete tief ein und klingelte dann.
Ella öffnete die Tür und strahlte sofort, als sie mich sah.
„Du bist gekommen!“, rief sie. „Komm rein, es sind schon fast alle da.“
Sie nahm mir meine Jacke ab, hängte sie an einen Haken und führte mich ins Wohnzimmer. Ella hatte ihr Haus weihnachtlich geschmückt. Überall hingen Girlanden und Lichterketten und die Gäste hatten teilweise Weihnachtsmützen auf.
„Wow Ella, eine Weihnachtsparty im Oktober habe ich nicht erwartet. Das sieht großartig aus.“
Sie lachte. „Ich bin nun mal mit dem größten Weihnachtsfan der Welt zusammen.“
Matthias entdeckte mich und kam mit weit ausgebreiteten Armen auf mich zu.
„Lena! Wie schön dich endlich mal wieder zu sehen.“ Er nahm mich in die Arme und drückte mich fest und lange. Dann sah er mich an. „Du siehst toll aus!“
„Danke. Du auch.“
„Bleib hier stehen okay? Ich hole uns was zu trinken. Wir müssen anstossen.“
Ich lachte. „Alles klar.“
Während Matthias davon huschte, sah ich mich um und  entdeckte ein paar bekannte Gesichter.
Und dann sah ich ihn. Florian stand mit einem Mann und zwei Frauen zusammen. Er trug eine Weihnachtsmütze und sah unglaublich gut aus. Irgendjemand erzählte was und alle lachten. Beim Anblick wie er den Kopf zurück lehnte und herzhaft lachte, zog sich mein Magen schmerzhaft zusammen.
Ella war meinem Blick gefolgt. „Alles klar bei dir?“, fragte sie vorsichtig.
Ich drehte mich zu ihr um und lächelte. „Alles klar.“
Matthias kam mit 3 Gin Tonic wieder. Er reichte sie an Ella und mich und hob sein Glas. „Auf meine beiden Lieblingsfrauen!“
Lachend stießen wir an und tranken.
Kurz darauf stand Elyas neben mir. „Wenn das nicht meine allerliebste Tanzpartnerin ist.“
„Hi Elyas.“, grinste ich.
„Wie praktisch dass wir auf einer Weihnachtsparty sind. Du wirst nicht drum rum kommen, mit mir noch mal zu All I want for Christmas zu tanzen. Diesmal sogar zur fast richtigen Jahreszeit.“
Ich lachte. „Ich freu mich schon drauf.“
„Ich habe gehört, du und Flo habt euch getrennt?“
„Da hast du richtig gehört.“
„Das tut mir leid. Ihr wart so ein schönes Paar. Also nach außen. Was da so im stillen Kämmerlein los ist, weiß man als Außenstehender ja eh nie.“
„Ist schon ne Weile her.“, sagte ich nur knapp.
Er nickte und lächelte. „Aber ich freue mich, dass du hier bist.“
„Ich freue mich auch. Ist eine tolle Party.“
„Trinkst du einen Zipfelmütz mit mir?“, fragte Elyas.
„Einen was?“
„Einen Zipfelmütz. Hat Matthias erfunden. Saulecker.“
„Na dann... klar.“, lachte ich.
„Okay. Nicht weg laufen. Ich besorge uns was.“
„Okay.“
Ich beobachte ihn wie er zu Matthias lief, der kurz darauf eifrig nickte und mit Elyas zur Bar ging.
„Hey.“, hörte ich neben mir eine Stimme und ich musste mich nicht umdrehen um zu wissen wer da neben mir stand. Meine Gänsehaut beim Klang der Stimme verriet mir schon alles.
Langsam drehte ich mich um und sah genau in Flos grüne Augen.
„Hi.“, sagte ich. Aus der Nähe sah er noch viel besser aus. Ein paar Strähnen lugten unter der Weihnachtsmütze hervor und beim Lächeln zeigte er seine Grübchen. Sofort spürte ich wieder diesen Stein auf der Brust.
„Schön dass du gekommen bist. Ich dachte, du würdest vielleicht nicht auftauchen.“, sagte er.
„Wie du siehst, bin ich hier.“
Er nickte. „Wie geht’s dir?“
„Gut.“
„Hör mal Lena, können wir nicht...?“
„Was Flo? Freunde sein?“
„Ich wollte sagen, vernünftig miteinander reden.“
„Das tun wir doch gerade, oder?“
„Wir reden, ja. Vernünftig würde ich es nicht nennen.“
„Was hast du denn erwartet?“
Er seufzte. „Ich weiß es nicht. Ich dachte, wenn du hier wirklich auftauchst, hätten wir vielleicht eine Chance, nochmal  miteinander zu reden.“
„Worüber?“
„Über uns? Über das was damals passiert ist?“
Ich sah ihn fassungslos an.
„Über uns? Du willst nach einem Jahr noch mal über den ganzen Scheiß reden? Sorry Florian, ich bin froh, dass ich nicht mehr jeden Tag daran denken muss. Ich bin happy, wenn es nur noch alle zwei Tage in meinen Kopf schießt wie du mich nieder gemacht hast. Ich habe nicht das geringste Bedürfnis, irgendwas davon noch mal raus zu kramen.“
„Es war scheiße von mir. Aber ich war sauer. Du musst doch wissen, dass ich das nicht so gemeint habe.“
„Das weiß ich.“
„Aber?“
„Nichts aber. Ich weiß, dass du es nicht so gemeint hast, lassen wir es damit gut sein. Ich bin hier auf einer Party um Spaß zu haben und nicht, um meine verkorkste Beziehung mit dir aufzuarbeiten.“
„Verkorkste Beziehung? Siehst du das wirklich so?“
„Oh man Florian, lass es gut sein!“
Elyas kam auf uns zu, wurde aber langsamer als er sah, dass Flo bei mir stand.
Ich lächelte Elyas an und ging, ohne mich um Flo zu kümmern, auf ihn zu.
„Das sind die berühmten Zipfelmützen?“, fragte ich und deutete auf die Gläser in seiner Hand.
Er nickte und hielt mir eins hin. „Wir können aber auch später noch was zusammen trinken wenn du da erst was besprechen möchtest.“, meinte er und deutete Richtung Flo.
„Möchte ich nicht. Dann mal Prost!“
Ich hob mein Glas und Elyas stieß mit mir an. „Prost.“
Kurz darauf tanzten wir zu „unserem“ Lied quer durchs Wohnzimmer. Matthias ließ sich sofort anstecken und zog Ella zu sich, und bald war der ganze Raum voller hüpfender und tanzender Leute. Ich tanzte mit Matthias der mich in seine Arme zog, dann mit Ella und mit Leuten, die ich nicht kannte, und irgendwann landete ich in Florians Armen.
Das alles ging so schnell, dass ich zuerst gar nicht begriff, wer mich im Arm hielt. Ich wollte keine Szene machen und hielt so lange durch, wie das Lied dauerte. Dann drehte ich mich um und ging zur Bar.
Flo folgte mir. Ich mixte mir einen Gin Tonic. „Auch einen?“, fragte ich ihn.
Er sah mich überrascht an. „Ja.“, sagte er dann.
Ich gab ihm meinen und machte mir dann einen neuen. Dann drehte ich mich ihm zu.
„Okay Flo, ich habe keine Lust vor dir weg zu laufen, aber ich möchte auch definitiv keinen alten Kram aufwärmen. Ich akzeptiere, dass es dir leid tut, dass du es nicht so gemeint hast und alles, was du sonst noch sagen möchtest. Können wir dann diesen Schritt überspringen und einfach Spaß haben hier?“
„Ehm...“
„Oh man, sag einfach ja!“
Er musste wider Willen lächeln. „Hast du ihn eigentlich jemals gefunden?“, fragte er dann.
„Wen?“
„Den perfekten Cupcake?“
Ich musste auch grinsen. „Nein. Wie vom Erdboden verschwunden. Diese Bäckerei und damit auch der perfekte Cupcake. Ich glaube langsam, ich habe das alles nur geträumt.“
Er lachte laut auf.
Elyas, Ella und Matthias kamen zu uns. Matthias klopfte Flo auf die Schulter. „Flo mein Freund!“
„Matthias!“ Flo grinste. „Schmeckt das Zipfelmützchen?“
Matthias lachte. „Aber sowas von. Ehrlich Flo, du bist der beste Freund der Welt, du hast nur einen Makel.“
„Ich trinke nicht oft genug mit dir.“, meinte Flo.
„Du trinkst einfach nicht oft genug mit mir.“, bestätigte Matthias.
Er sah Ella, Elyas und mich an. „Ich muss euch da mal was aus Südafrika erzählen.“, begann Matthias und fing an irgendeine Anekdote zu erzählen.
Ich hörte nicht richtig zu sondern beobachtete Flo, der breit grinste, während Matthias seine Geschichte erzählte.
Wie weh es immer noch tat, ihn zu sehen. Im Kreis unserer Freunde. Und wie viel schöner wäre der Abend, wenn wir immer noch zusammen wären. Ich musste mir eingestehen, dass ich trotz der Wut und der Trauer und der Verletztheit die ich beim Gedanken an ihn hatte, ihn immer noch liebte. Jeder Blick auf ihn heute und meine Reaktion darauf bestätigte das.
Nachdem Matthias seine Story beendet hatte, beugte Flo sich zu mir. „War das dein Freund neulich?“
„Was?“
„Im Englischen Garten. Der Mann mit dem du da spazieren gegangen bist.“
Ich sah ihn an. „Ich möchte da nicht mit dir drüber reden.“
Er sah mich unschuldig an. „Ich frage doch bloß.“
„Und ich kann mit dir nicht über sowas reden okay?“
Flo seufzte. „Möchtest du mir dann vielleicht eine Liste machen mit Dingen, die ich ansprechen darf?“
„Nein. Wenn dir nichts Neutrales einfällt, sag einfach gar nichts.“
Ich wandte mich an Elyas, der auf meiner anderen Seite stand. „Sag mal, machst du bei dieser Charity Kampagne mit? Ich bin da letztens über deinen Namen gestolpert.“
Er grinste. „Ja.“
„Mist. Ich habe die Werbung für diese Kampagne geleitet. Wenn ich das früher gewusst hätte, hätte ich mir was anderes einfallen lassen können.“
„Und was hättest du dir einfallen lassen?“, meinte Elyas.
„Mir wäre bestimmt was eingefallen. Ein besonderes Interview oder sowas.“
„Ich hätte dir sofort ein besonderes Interview gegeben.“, meinte Elyas. „Was auch immer damit gemeint ist.“
„Du hast die Kampagne geleitet?“, fragte Flo.
„Ja, die lief über meine Agentur. Ich habe die Kampagne bekommen, habe aber selber nicht viel gemacht. Ich habe nur an mein Team koordiniert.“
„Bist du befördert worden?“
„Ja, ich bin jetzt Managerin meines eigenen Teams.“
„Wow. Glückwunsch. Aber du hast auch wirklich hart gearbeitet dafür.“
„Danke.“
Die Party war immer noch in vollem Gange, als ich gegen 3 Uhr morgens das Haus verließ. Ich hatte mich ausgiebig von Matthias und Ella und Elyas verabschiedet. Matthias hatte mir das Versprechen abgenommen, ihn und Ella bald mal wieder zu besuchen, und Elyas wollte mit mir Tennis spielen lernen. Keine Ahnung wie wir darauf gekommen waren, aber ich fands lustig.
Flo hatte ich nicht gesehen als ich mich verabschiedet hatte, also war gegangen.
Ich stand vor dem Haus und wartete auf mein Taxi, fahren konnte ich nicht mehr.
„Du gehst einfach ohne dich zu verabschieden?“
Ich schrak zusammen. „Man Flo, du hast heute aber echt ein Talent dich an zu schleichen.“
„Sorry. Aber ich wollte mich wenigstens noch verabschieden.“
„Ich hatte dich drinnen nicht gesehen, sonst hätte ich tschüß gesagt.“
Er nickte und sah mich an. „Fährst du alleine nach Hause?“
„Siehst du hier sonst noch jemanden?“
„Ich dachte, du nimmst Elyas mit.“
„Was? Nein. Wieso sollte ich? Oh... ich verstehe. Du dachtest ich wäre wieder zurück zu meinem alten Muster gegangen nach unserer Trennung?“
„Nein. Oh Gott ich hab jetzt bestimmt wieder was Falsches gesagt. Ich dachte nur, weil ihr euch gut versteht und ich dachte, es funkt da irgendwie zwischen euch.“
„Da funkt nichts. Wir verstehen uns einfach nur gut.“
Mein Taxi bog um die Ecke. „Das ist meins. Gute Nacht Flo.“
Er sah mich an. „Gute Nacht Lena.“
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