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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
6
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16.12.2020 808
 
Ich traf ihn eine Woche später wieder beim Bäcker. Er saß an einem der Tische vor dem Laden und las in einem Buch. Als ich auf den Tisch zuging, sah er auf.
„Lena.“, sagte er und lächelte. „Ich hatte gehofft, dass ich dich heute hier treffe.“
„Tatsächlich? Warum?“
„Ich wollte wissen, wie es deinem Rücken geht. Warst du beim Arzt?“
„Nein. Es war nicht so schlimm und tat nur an diesem einen Tag weh. Danach ging es wieder.“
„Na Gott sei Dank.“
„Sitzt du schon lange hier?“
Er sah auf die Uhr. „3 Stunden.“
„Bitte sag mir, dass du seit 3 Stunden hier sitzt weil der Tee so gut ist, und nicht, weil du darauf gewartet hast, mich fragen zu können, wie es mir geht.“
„Klar könnte ich dir das sagen, aber dann hätte ich halt gelogen.“
Er grinste. „Möchtest du einen Tee? Oder was anderes? Das letzte mal mussten wir ja so schnell abbrechen.“
Ich setzte mich zu ihm.
In der darauffolgenden Woche saß er wieder da, und nach weiteren zwei Malen, bei denen wir uns gut unterhalten und viel gelacht hatten, verabredeten wir uns für den nächsten Tag zu einem Spaziergang im englischen Garten.

Doron wurde, nachdem Ella kaum noch in München war, meine wichtigste Bezugsperson.
Ich hatte kein Interesse an einer neuen Beziehung, ich hatte seit der Trennung von Flo überhaupt kein Interesse an Männern.  Obwohl wir uns vor über sechs Monaten getrennt hatten und sowohl Ella als auch Doron meinten, ich könnte langsam mal wieder offen an die Sache ran gehen, blockte ich ab, sobald mir jemand zu nahe kam.
Ein Kunde, mit dem ich wirklich eine gute Connection hatte, lud mich mehrmals zum Essen ein, aber ich lehnte ab. Lars versuchte immer wieder mal, mich wenigstens auf einen Drink einzuladen, aber auch das konnte ich nicht, obwohl ich ihn wirklich mochte.
Irgendwie hatten sich Florians Worte in meinem Kopf fest gesetzt und ich hatte keine Energie und Kraft, etwas dagegen zu tun.
Mir war klar, dass ich erstmal mit mir selber zurecht kommen musste, bevor ich auch nur an eine neue Beziehung denken konnte.
Doron war in dieser Zeit der einzige Mann, den ich wirklich in mein Leben ließ. Das auch nur, weil wir Freunde waren. Manchmal schlief er auf meinem Sofa, wenn wir am Abend davor zu lange zusammen gesessen hatten. Aber wir kamen nie in eine verfängliche Situation.
Wir saßen oft bis spät in die Nacht zusammen, redeten über alles Mögliche. Er erzählte mir von seinem Leben in Israel und seiner Karriere als Schauspieler, seiner Familie und seinen Freunden.
Er wollte alles wissen über meine Kindheit auf dem Land und meinem Studium in Edinburgh.
Irgendwann, wir waren seit etwa drei Monate befreundet und hatten das Thema Beziehungen bisher noch nicht wirklich angesprochen, sah er mich an. „Willst du mir jetzt mal erzählen, wer dir dein Herz gebrochen hat?“
„Wie kommst du darauf, dass mir jemand das Herz gebrochen hat?“
„Ach komm Lena, das ist doch offensichtlich. Du hast mir in den letzten drei Monaten bestimmt hundert mal erzählt, dass du kein Interesse an Männern hast, dass eine Beziehung das letzte wäre, was du im Moment vorstellen könntest und mir ziemlich deutlich gemacht, dass, sollte ich auch nur den kleinsten Schritt in diese Richtung wagen, unsere Freundschaft beendet wäre.“
„Habe ich das wirklich so deutlich gemacht?“
Er lachte. „Ja hast du. Vor allem am Anfang.“
„Kann sein. Zum Glück hast du nie was versucht!“
Er lächelte. „Weich nicht aus. Du könntest es mir ruhig langsam mal erzählen.“
Ich seufzte. „Ich habe schon lange nicht mehr darüber gesprochen.“
„Na dann leg mal los.“
Ich erzählte ihm die ganze Florian Geschichte. Dass ich zuerst überhaupt nicht wollte, dass ich mich aber dann in ihn verliebt hatte und wir dann doch richtig zusammen gekommen waren. Auch von unseren Streits erzählte ich ihm, wie sehr wir uns angegiftet hatten, aber dass wir uns immer wieder vertragen hatten. Bis es dann zum großen Knall gekommen war.
Doron hatte schweigend zugehört.
„Wow. Das war echt mies von ihm. Aber so wie du ihn beschreibst, hat er es wahrscheinlich seitdem schon hundertfach bereut.“
„Kann sein.“
„Und du hast ihn nie wieder gesehen? Obwohl deine beste Freundin mit seinem besten Freund zusammen ist?“
„Sie lebt halt jetzt meistens in Berlin und ich sehe sie kaum noch. Obwohl sie mir neulich gesagt hat, dass sie demnächst für ein paar Monate in München sein werden.“
„Also es ist nicht ausgeschlossen, dass du ihn wieder siehst?“
„Nein, überhaupt nicht. Irgendwann wird es sicher so weit sein.“
„Und dann? Was machst du wenn er dann vor dir steht?“
„Was soll ich machen? Ich werde ihm nicht ins Gesicht spucken, falls du das meinst.“
„Wirst du mit ihm reden können?“
„Weiß ich nicht.“ Ich dachte kurz nach. Der Gedanke an Florian tat immer noch weh, aber meine Wut auf ihn war verraucht. „Vielleicht.“
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