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Hopelessly Devoted

von Schrotti
Kurzbeschreibung
GeschichteLiebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Florian David Fitz OC (Own Character)
08.12.2020
24.12.2020
68
74.024
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
15.12.2020 1.039
 
Flo rief in den nächsten Tagen ständig an, aber ich wollte nicht mit ihm reden. Da ich ahnte, dass er früher oder später hier auftauchen würde, fuhr ich an einem Tag, wo ich wusste, er würde in Berlin sein, mit Ella in Flos Wohnung. Ich packte alle meine Sachen zusammen und wir brachten sie in meine Wohnung. Den Schlüssel für seine Wohnung ließ ich auf dem Tisch im Flur liegen.
Danach packte ich ein paar Sachen und zog vorübergehend zu Ellas. Sie blieb ein paar Tage bei mir, heulte mit mir und verfluchte sich und Flo.
Sie war am Boden zerstört gewesen als sie hörte, was sie angerichtet hatte.
„Es war nicht deine Schuld. Dein Spruch war nur der Auslöser. Eigentlich war es sogar gut so. Wenn er mir nicht vertraut und mir sowas unterstellt, dann ist es gut, dass es jetzt geklärt ist und nicht, wenn wir schon richtig zusammen wohnen.“
Ich lachte bitter auf. „Ich wusste, dass es schief gehen würde. Ich wollte mich nicht mal verlieben, ich habe ihn sogar abblitzen lassen. Aber er hat nicht aufgegeben. Wieso hat er das gemacht wenn er doch solche Probleme damit hat, dass ich ab und zu mal One Night Stands hatte? Er wusste davon, er war selber einer.“
Ella seufzte. „Ich weiß es nicht.“
Mir kamen schon wieder die Tränen. „Er hat mir vorgeworfen, ich hätte ihm das Kind eines anderen angedreht wenn ich schwanger gewesen wäre.“
Verzweifelt krallte ich meine Hände in ein Kissen. „Genau wie ich es nicht wollte. Jetzt sitze ich wieder hier und heule. Ich habe das Gefühl, ich bin in ein tiefes Loch gefallen und ein dicker Stein liegt auf meiner Brust.“
„Ach Süße... wenn du noch mal mit ihm redest?“
„Auf keinen Fall.“ Ich schluchzte. „Er hält mich für eine Schlampe!“
„Er hat es nicht so gemeint. Er hat einfach keinen Filter wenn er sauer ist, aber das heißt nicht, dass er es wirklich so meint.“
„Das weiß ich. Macht es aber nicht besser. Jetzt ist es einmal raus, er wird es mir immer wieder vorwerfen. Bei jedem Streit.“
„Er ruft jeden Tag an. Geh einfach mal ans Telefon und rede mit ihm.“
„Und was soll ich sagen? Wir haben von Anfang an nicht wirklich zusammen gepasst. Wir kommen aus unterschiedlichen Welten und wir sind beide stur und wollen unser Ding durch ziehen. War doch klar, dass es irgendwann richtig knallt. Wenn ich seine Stimme höre, wird mir noch mehr bewusst, was ich verloren habe.“
„Vielleicht hast du ihn ja noch gar nicht verloren?“
„Doch, das habe ich. Es ist vorbei. Ich werde niemals vergessen können, was er mir an den Kopf geworfen hat. Ich kenne mich. Selbst wenn ich es verdrängen würde, es wäre immer noch da. Ich habe selbst die ganze Scheiße die Liam gesagt hat immer noch im Kopf. Und Liam habe ich nicht mal halb so sehr geliebt wie Flo.“

Trotzdem ging ich bei seinem nächsten Anruf ans Telefon.
„Lena?“, fragte er überrascht, als ich den Anruf annahm. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass er mich diesmal erreichen würde.
„Was willst du Flo?“
„Wo bist du? Wie geht’s dir?“
„Ich bin bei Ella.“
„Du bist bei Ella? In Berlin oder in München?“
„Was willst du?“, ignorierte ich seine Fragen.
„Komm nach Hause, bitte. Lass uns reden.“
„Es gibt nichts mehr zu reden Florian.“
„Es tut mir so leid Lena. Ich weiß, dass ich nicht nachdenke wenn ich sauer bin. Dann sage ich manchmal Sachen, die ich nicht so meine.“
„Was glaubst du denn, wie ich mich fühle wenn du mir sagst, dass ich nicht nur mit deinem Freund rum flirte, was nicht stimmt, und dir dann noch ein Kind noch unterjubeln würde, weil du die bessere Partie bist?“
„Du hast jedes recht, sauer zu sein Lena. Ich könnte mir Gott weiß was antun für das, was aus meinem Mund kommt, wenn ich die Kontrolle verliere. Ich glaube nichts von dem, was ich gesagt habe. Ich weiß, dass du mich nicht angelogen hast.“
„Das Problem ist, dass man es nicht mehr zurück nehmen kann. Für mich klang es, als hättest du endlich mal gesagt, was du wirklich denkst.“
„Das ist nicht wahr. Ich liebe dich Lena. Ich mache das wieder gut. Komm nach Hause.“
„Ich bin zuhause.“
„Du meinst das nicht Lena!“ Er klang verzweifelt. „Wir kriegen das wieder hin.“
„Das werden wir nicht Flo. Such dir eine Frau, die besser zu dir passt.“
Er schwieg einen Moment. „Du meinst das wirklich ernst?“
„Ja. Vielleicht tut es dir ja sogar leid, was du gesagt hast, ich weiß ja, dass du in deiner Wut Sachen sagst, die du nicht so meinst. Aber das war zu viel. Das werde ich niemals vergessen können, dafür hat es mich zu sehr verletzt. Und ich kann nicht mit einem Mann zusammen sein, der mich so verletzt, ohne dass es einen Grund dafür gibt. Sowas würde immer wieder passieren. Ich werde nicht noch mal jahrelang in einer kranken Beziehung bleiben, das hatte ich schon.“
„Wir können uns nicht trennen Lena. Ich verstehe was du sagst. Ich bin ein Arschloch manchmal. Aber...“
„Wir haben uns schon getrennt.“
„Und das war es jetzt? Wir reden nicht noch mal darüber? Wir setzen uns nicht noch mal zusammen? Du schmeißt alles hin?“
„Ja.“
„Lena!“
„Es ist alles gesagt. Akzeptiere einfach meine Entscheidung und lass mich in Ruhe.“
Ich beendete das Gespräch und fing sofort an zu heulen. Ella setzte sich neben mich und nahm mich in den Arm.

Nachdem Ella ein paar Tage später zu Matthias nach Berlin geflogen war, blieb ich noch eine Weile in ihrer Wohnung. Ich ging weiter zur Arbeit, obwohl es mich in der ersten Zeit unendlich viel Kraft kostete, während der Arbeit nicht heulend zusammen zu brechen.
Nach zwei Wochen zog ich zurück in meine Wohnung. Florian meldete sich nicht mehr.
Ab und zu erzählte Ella davon, dass sie ihn getroffen hatte, oder sie erwähnte ihn nebenbei, wenn sie von Matthias sprach. Aber ich wollte nichts von ihm hören. Ich hatte es nach ein paar Monaten geschafft, nicht mehr ununterbrochen an ihn zu denken, und ich arbeitete darauf hin, ihn völlig aus meinem Gedächtnis zu streichen. Das gelang mir am ehesten mit Arbeit und damit, seinen Namen nicht mehr zu hören.
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