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Slices of Life

GeschichteRomance / P16 / MaleSlash
Ingo "Easy" Winter Richard "Ringo" Beckmann
08.12.2020
30.01.2021
4
2.223
6
Alle Kapitel
11 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
22.12.2020 563
 
Ringo steht wie angewurzelt und beobachtet die Szenerie. Einige Meter von ihm entfernt erhellt der beleuchtete Verkaufsraum des Büdchens seine unmittelbare Umgebung. Hinter dem Tresen zeichnet sich Easys Silhouette ab; er kehrt die Überbleibsel des Tages zusammen, räumt auf.

Ringo verharrt im Dunkeln. Sein Blick ruht auf dem Mann, der an einem der Stehtische lehnt, obwohl das Büdchen eigentlich schon geschlossen hat.

„Hab‘ dich nicht so.“  Der Mann ist freundlich, aber seine Stimme trieft vor Unberechenbarkeit. „Wir trinken ein Bier, und wenn du mich dann immer noch nicht magst, lass ich dich in Ruhe.“

Ringo ballt die Hände in seinen Manteltaschen zu Fäusten. Den kalten Abendwind bemerkt er nicht – er kocht innerlich.

„Is´ doch ´n fairer Deal, oder?“

Easy hievt eine Getränkekiste auf den Tresen, die leeren Flaschen klirren schrill. „Nein“, sagt er bestimmt, eindeutig nicht zum ersten Mal.

Der Fremde wirft den Kopf in den Nacken und lacht. „Wenn du angeblich verheiratet bist, wo ist dann dein Mann jetzt? Lässt dich allein, eh?“

Erneutes Gelächter. Das Geräusch hallt durch die Straße, und Ringo schält sich lautlos aus den Schatten. „Hallo“, sagt er in fröhlichem Singsang, die Erleichterung auf Easys Gesicht eine Löschdecke für die Wut in ihm, „hier bin ich schon.“

Der Mann zuckt erschrocken zusammen, fährt herum, mustert Ringo von oben bis unten, klappt den Mund auf. Ringo hebt mahnend die Hand.

„Ich stelle dir eine Frage, okay? Okay. Also, mein Bruder hat einen Hund. Er schreddert gern Sofakissen und klaut einem die Wurst vom Brot, sobald man nicht hinsieht. Er hat den Intellekt einer Tüte Kartoffelchips, und trotzdem versteht er, was ‚nein‘ bedeutet.“ Ringo macht einen Schritt nach vorn, steht jetzt direkt vor dem Fremden. „Heißt das, du bist dümmer als eine strubbelige Promenadenmischung?“

Stirnrunzeln, sichtbares Schlucken, Kopfschütteln.

„Sag es.“

Der Fremde scheint abzuwägen, ob eine Prügelei eine sinnvolle Option darstellen könnte, zischt dann: „Bin ich nicht.“

Ringo lächelt sein furchteinflößendstes Lächeln – die Zähne gebleckt, seine Augen eiskalt. „Gut.“ Er klopft dem Fremden auf die Schulter, zieht ihn kurz näher heran. „Damit das klar ist: Wenn ich dich hier noch einmal erwische, breche ich dir die Beine. Ist doch ein fairer Deal, oder?“

Der Mann sieht hektisch von Ringo zu Easy, der hinter dem Verkaufstresen demonstrativ Kaffeebecher abtrocknet und breit grinst. „Dein Macker is´n Psycho!“, ruft er und versetzt einer Preistafel einen Tritt, der rein gar nichts bewirkt.

Easy knallt den soeben polierten Becher nachdrücklich auf den Tresen. „Also erstens“, erklärt er voller gespielter Empörung, „ist das mein Mann, und zweitens ist er eigentlich gar nicht so irre, wenn man ihn näher kennenlernt.“

Ringo schnaubt belustigt. Zufrieden wartet er, bis der Fremde laut fluchend um die Straßenecke verschwunden ist.

„Ich wusste, dass du kommst.“ Easy streckt sich weit über den Tresen, zieht Ringo an der Krawatte zu sich und presst einen zuckersüßen Kuss auf seinen Mund. „Danke“, fügt er sanft hinzu, amüsiert über Ringos perplexes Blinzeln.

Ringo überlegt kurz, sagt dann voller Aufrichtigkeit: „Ich lass dich nie allein.“

Easy strahlt, und in Ringo geht die Sonne auf.

* * * * * * *

Author’s notes:

* Ringos ausgeprägter Beschützerinstinkt gegenüber Easy ist einer seiner besten Charakterzüge und dürfte in der Serie gern häufiger in Erscheinung treten.

* Stinker hat natürlich nicht wirklich den Intellekt einer Tüte Kartoffelchips. ;)

* Kommt es mir nur so vor, oder hat sich das Ringsy-Fandom in alle Himmelsrichtungen verstreut? Es bleibt das Gefühl, in den luftleeren Raum zu schreiben. Extrem schade. :/
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