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Venti x Reader

von Miuna
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Gen
Venti
08.12.2020
19.12.2020
2
1.060
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08.12.2020 858
 
Woher kam dieser angenehme, frische Duft nach Gras? Hatte Vater wieder Rasen gemäht? Aber ich konnte mich nicht erinnern ihn gehört zu haben. Leise brummend drehte ich mich auf die andere Seite und wollte meine Decke ein Stück höher ziehen, doch griffen meine Finger ins Leere. Irritiert tastete ich umher und fühlte plötzlich etwas leicht feuchtes und kitzelndes unter meinen Fingern. Hm? Blinzelnd öffnete ich die Augen und wurde sofort von warmen Sonnenstrahlen geblendet. Das hier war nicht mein Bett. Es war auch ganz sicher nicht mein Zimmer. Und um so länger ich mich umsah, desto mehr bezweifelte ich, dass ich mich auch nur in meiner Nachbarschaft befand. Wo zur Hölle war ich? Und warum lag ich in meinem Schlafanzug mitten auf einer endlos erscheinenden Wiese? Panik überkam mich. Würde ich entführt? Hatte man mir was ins Essen gemischt? Ich konnte mich nicht daran erinnern feiern gewesen zu sein. Aber eigentlich konnte ich mich nicht einmal an die letzten Tage erinnern. Wer wusste schon, wie lange ich hier gelegen hatte? Ich setzte mich auf und untersuchte meinen Körper nach Verletzungen, doch außer ein paar grünen Flecken vom Gras war nichts Ungewöhnliches zu finden. Diese Erkenntnis erleichterte mich zwar aber dennoch blieb das große Problem, dass ich weder wusste wo ich war, noch wie ich hier hergekommen bin. “Du hast ja lustige Kleidung an” hörte ich eine heitere Stimme neben mir und blickte auf. Ein Junge, komplett in grün gekleidet, schaute schmunzelnd auf mich hinab. “Das kann ich nur zurückgeben” Erwiderte ich und bezog mich damit auf die seltsamen, weit geschnittenen Hosen und den Hut, den er trug. Als käme er direkt von einem Mittelalterfestival. “Was soll denn mit meiner Kleidung nicht stimmen? Ich bin ein Barde, das trägt man eben so”
“Ein Barde?” fragte ich prustend. “Ist schon wieder Fasching?”
“Was ist Fasching?” Hakte er mit ehrlicher Verwirrung nach. Für einen Moment sah ich ihn ratlos an. War die Frage ernst gemeint?
“Ach, vergiss es. Ich habe gerade ganz andere Probleme” Winkte ich ab und stand auf. “Kannst du mir vielleicht sagen wo ich hier bin?”
“Oh, hast du dich verlaufen?” Fragte er und seine Heiterkeit wandelte sich in leichte Besorgnis. “Du bist in Windstieg. Dann kommst du wohl nicht aus der Gegend, hab ich recht?” Ich runzelte die Stirn. Dieser Ort kam mir nicht mal ansatzweise bekannt vor. “Das kann doch wohl alles nicht wahr sein…” murmelte ich den Tränen nahe.
“Hey, hey, hey…” Tröstend klopfte der Fremde mir auf den Rücken. “Alles wird gut, ich kann dich sicher nach hause bringen. Wie heißt du eigentlich? Ich bin Venti” Stellte er sich lächelnd vor. Ich nannte ihm meinen Namen und versuchte die aufsteigenden Tränen weg zu blinzeln. Aber wenigstens schien der Junge nett zu sein.  “Freut mich dich kennenzulernen. Und woher kommst du?” Er neigte den Kopf und lächelte mir aufmunternd zu. Bei diesem Lächeln konnte ich gar nicht anders als meine Mundwinkel ebenfalls leicht anzuheben. Die Sorglosigkeit des Jungen war einfach ansteckend. Ich teilte ihm meinen Wohnort mit und er runzelte die Stirn. Kein gutes Zeichen, wie ich vermutete. “Das könnte sich wohl doch als etwas schwieriger erweisen. Aber keine Sorge, wir kriegen das schon irgendwie hin.” Mein Magenknurren unterbrach ihn und er kicherte. “Vielleicht sollten wir dir erstmal etwas zu Essen besorgen. Komm mit, ich kenn da einen guten Laden” Er griff nach meine Hand und zog mich sanft mit sich. Und mit einem Mal spürte ich, wie mich eine seltsame Leichtigkeit überkam. Ja, es war fast so, als würde der Wind unsere Füße tragen und die Last von meinen Schultern nehmen. Für einen Moment schloss ich die Augen und genoss die sanfte Brise auf meiner Haut. Und als ich die Lider wieder öffnete bemerkte ich, wie Venti mich mit einem fast schon schelmischen Grinsen beobachtete. “Was?” fragte ich und errötete ein wenig. “Ach, nichts. Es freut mich nur, dass ich dich aufheitern konnte.” Ich war mir nicht sicher, ob das wirklich der wahre Grund war aber ich ließ es vorerst so stehen. “Warte, warte, warte!” abrupt hielt ich an. “Wieso sind hier Burgmauern? Und was machen die Wachen da?” So langsam zweifelte ich doch an meinem Verstand. Das alles hier wirkte wie aus einem Fantasy Roman. Träumte ich etwa? Oder hatte man mich unter Drogen gesetzt? Irgendwas stimmte hier doch ganz und gar nicht. Verständnislos sah mich Venti an. “Du kommst von einem Ort ohne Wachen? Und wer beschützt euch dann vor den Monstern oder sorgt für Ordnung?” Ein hysterisches Lachen entwich meiner Kehle. “Monster...Ja, klar. Jetzt ist es offiziell, ich dreh durch” Nun selbst ein wenig hilflos sah der Junge mich an. “Vielleicht bringen wird dich erstmal zu Barbara” schlug er vor und kratze sich verlegen lächelnd am Hinterkopf. “Schön, von mir aus. Wer auch immer das sein soll…” Ich konnte diese Situation einfach nicht mehr ernst nehmen. Monster, Barden, Ritter...Als nächstes erzählte er mir noch, dass es hier Drachen gab. Schüttelte den Kopf und fuhr mir durch die Haare. Am Besten ließ ich die Sachen einfach mal auf mich zukommen. Es würde sich schon rausstellen, ob ich nur träumte oder vielleicht doch etwas an der Sache dran war.
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