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Wie lernt man Vampire kennen und lieben?

Kurzbeschreibung
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / Het
Vampire
07.12.2020
19.04.2022
8
18.964
1
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2 Reviews
Dieses Kapitel
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07.12.2020 2.450
 
Neuer Tag, neues Glück. So lautet mein Motto. Auch wenn ich nicht weiß, was kommt bleibe ich optimistisch. Ich bin Alice Brown. Ich gehe auf ein deutsches Gymnasium in Bulgarien. Ihr fragt euch jetzt sicher, warum Bulgarien? Ganz einfach! Als ich im Kindergartenalter was, fand mein Vater hier gute Arbeit und wir zogen hierher, weil meine Eltern keine Fernbeziehung  führen wollten. Ich lebe in Warna, eine Stadt in der Nähe des Meeres. Man braucht keine zwanzig Minuten zum Strand.

Kapitel 1
Es war ein schöner Tag im Juli, um genauer zu sein ein Freitag der 13. Die Temperaturen waren recht angenehm. Ich ging in die Schule. Heute hatte ich in den ersten beiden Stunden Biologie, danach die nächsten zwei, Deutsch und als letzten Englisch und Kunst, was mein Lieblingsfach ist neben Mathematik. Ich betrat den Biologieraum. Der Lehrer war noch nicht da. Meine Freundin Miranda winkte mir zu und ich ging schnell zu ihr. Mein Platz war direkt neben ihrem. Rechts der Platz war schon seit Anfang des Jahres unbelegt. Miranda hingegen hatte einen Sitznachbarn, Leo. Ein netter Junge, blaue Augen, braune Haare und immer ein Lächeln auf den Lippen. Als es das zweite Mal klingelte, betrat Herr Hoff, der Lehrer, den Raum. Er schob sich seine hässliche schwarze Brille hoch und sah in die Runde. Herr Hoff hatte längere, lockige, braune Haare und eine kleine Plunze. Seine Arme waren gezeichnet von unverständlichen Tattoos. Er klatschte in die Hände, wie er es vor jeder Stunde tat und begann zu reden. „So... heute behandeln wir das Thema Replikation...“ Ich schaltete ab. Biologie mit Herrn Hoff war das langweiligste, was es auf der Welt gibt. Seine Stimme hatte so etwas Einschlafendes. Während er über verschiedene Proteine redete, wandte ich mich einem Blatt zu und kritzelte irgendwas darauf. Aus heiterem Himmel tippte mich meine Freundin von der Seite an. Ich sah hastig auf, da ich den Lehrer vermutete, der etwas gefragt hatte, doch er redete noch. Ich sah sie fragend an, „Was ist denn?“ „Sieh mal zur Tür... vielleicht ist der neu oder so... Hab den hier noch nie gesehen...“, antwortete sie mit leuchtenden Augen. Ich wendete meinen Blick zur Tür. Dort stand ein wirklich attraktiver Junge. Er hatte honigblonde Haare, die ihm zum Kinn reichten,  grün-blaue Augen und er war ca. 1.85 m groß. Er trug ein weißes Shirt, was seinen recht muskulösen Körper betonte, eine blaue Jeans und weiße Sneaker. Auf seiner Nase saß eine bronzefarbene Metallbrille. Er sah echt attraktiv aus. „Ah da bist du ja...“, nachdem Herr Hoff den Jungen entdeckt hatte, ging mit einem Biologiebuch auf ihn zu und übergab ihm dieses. Ich wendete mich wieder meinem Blatt zu und kritzelte weiter. Währenddessen hörte ich dem Lehrer zu, „Das ist Jasper er wird neu in unsere Klasse kommen... willst du dich nicht mal vorstellen?“ Ich spürte, dass mich jemand ansah, also hob ich den Kopf. Jaspers und mein Blick trafen sich. Er musterte mich. Als er meinen fragenden Blick bemerkte, antwortete er rasch, „Ähhh... ja, klar... Hallo, erstmal. Mein Name ist Jasper Hale, ich bin Einzelkind, komme aus Irland hierher und freue mich sehr hier zu sein.“ Herr Hoff sah sich um und schob erneut seine Brille hoch. „Setzt dich doch neben Melissa in der vorletzten Reihe.“ Jasper wollte gerade losgehen, da kam ein Einwand. „Aber Herr Hoff hier sitzt doch Milan!“, rief Miranda. „Da hast du recht Melissa...“, wieder schwenkte der Blick unseres Lehrers durch den Raum, „...Ah... Dort neben Alice ist noch frei... Setz dich“ Jasper kam auf mich zu und setzte sich neben mich. Ich blätterte schnell in meinem College-Block weiter und begann das Tafelbild abzuschreiben. Jasper schrieb währenddessen einen kleinen Text auf ein Blatt, dass er von einer Mitschülerin bekommen hatte. Wie kann man so viel über ein Thema schreiben, wo man gerade erst in die Klasse gekommen ist und der Lehrer schon seit knapp 30 Minuten redet? Meine Freundin schob mir einen Zettel hin, den ich gekonnt ignorierte. Mir war egal was sie wollte. Ein einziges Mal musste ich mich auf den Unterricht konzentrieren und bei Herr Hoff war das alles andere als einfach. Miranda trat mich unter dem Tisch. „Au! Verdammt!“, fluchte ich und zog so die Aufmerksamkeit von Herrn Hoff auf mich. „Alice, was ist los?“, fragte er mich. „Jemand hat mich getreten...“, dabei sah ich zu Miranda. „Miranda?“, jetzt sah der Lehrer Miranda fragend an. „Ich habe nichts gemacht! Ich weiß gar nicht, wovon sie redet...“, antwortete diese. Das war der Dank dafür, dass ich ihr immer so viel zu Hause half. Nach dem meine Eltern verstarben, nahmen Miranda und ihre Eltern mich auf. Ich bin unendlich dankbar dafür, jetzt wo ich weiß, dass ich eine gute Kindheit ihretwegen haben konnte. Herr Hoff hatte damit das Thema beendet und redete weiter über den Unterricht. „Miranda was sollte das?“, flüsterte ich ihr zu. „Man du Idiot, ich wollte dich eigentlich nur was fragen! Aber du musst ja direkt ausflippen..!“, antwortete sie ebenso flüsternd. Ich verdrehte die Augen und schrieb weiter am Tafelbild. „Da du machst es schon wieder...“, sie verwirrte mich immer mehr. „Was genau willst du von mir, Miranda?“ „Seit wann schreibst du bei dem ein Tafelbild ab? Vor allem in Bio?“ „Darf ich nicht? Lass es einfach Miranda!“ Ich achtete nicht mehr auf sie. Manchmal wich mein Blick rüber zu Jasper. Er war so... ja was war er? Schön, attraktiv, vielleicht nett... einfach mein Typ. Ihm huschte ein Lächeln aufs Gesicht, wie als hätte er das gehört. Aber das kann ja eh nicht sein. Außer er ist ein Vampir. Ich verkniff mir ein Lachen. Auf was für Gedanken komme ich denn? „So... Wenn nehme ich denn mal..? Alice..!“, ich sah auf, „Wofür ist die Topoisomerase zuständig? Wenn du es weißt, kommst du bitte an die Tafel und schreibst es an.“ Ich sah hoffend auf mein Blatt, aber da stand nichts anderes, als eine Zeichnung ohne Beschriftung. „Sie entdreht die DNA“, flüsterte mir Jasper leise zu. Ich wollte aufstehen doch ich blieb hängen und wäre fast gefallen, wenn Jasper nicht meine Taille festgehalten hätte. „Danke...“ Die Klasse lachte. Ich war nicht gerade beliebt. Trotzdem ging ich zur Tafel und schrieb die Lösung an. „Gut Alice!“ Mit einem süßlichen Blick, gepaart aus Erfolg und Rache, ging ich zurück zu meinem Platzt und setzte mich. Ich hatte die anderen geschlagen, denn sie hätten nie für möglich gehalten, dass ich recht habe. Ich sah Jasper dankbar an. „Danke Jasper...“ „Kein Thema...“, antwortete er ebenso kurz aber freundlich. Mein Blick wanderte zu seinem Blatt. Ich war erstaunt, sein Text war die ganze Seite lang. Wow. Wie kann man nur so viel über das Thema schreiben? „Ich weiß, mein Text ist lang... aber auf der anderen Schule hatte ich das Thema schon deshalb weiß ich so viel darüber. Wenn du möchtest gebe ich dir den Text und du kannst ihn abschreiben.“ Ich sah kurz zu Herrn Hoff  und wendete mich dann wieder zu Jasper. „Schon ok... Das Thema ist im Sinne einfach und wir behandeln es heute erst das zweite Mal.“ Ich schrieb die letzten Sachen zu der Zeichnung. Als es klingelte, packte ich meine Sachen ein und wollte gehen, als ich noch mal zu Jasper sah. Er blätterte in seinem Buch und hatte anscheinend die Zeit vergessen. „Miranda ich komm gleich nach. Ich...  ich hab noch was zu erledigen.“ Miranda ging und ich huschte durch die Sitzreihen des Bioraumes zu Jasper. Ganz provokativ stellte ich mich vor ihn und sah ihn mit verschränkten Armen an. Ich hoffe er reagiert nicht zu hart. Als er mich realisierte, blickte er nur ein wenig hoch ohne mich zu erkennen „Tut mir leid ich habe nicht aufgepasst...“ Ich unterdrückte ein Lachen. Omg er denkt halt wirklich, ich bin Herr Hoff. Wir waren alleine, somit würde niemand darüber lachen können. Er behielt seinen Blick gesenkt. Ich ging zu der frisch gewischten Tafel und schrieb einen schönen Satz hin: Wenn du dich zwischen Recht haben und Freundlichkeit entscheiden musst, dann wähle die Freundlichkeit. Räuspernd und in die Hände klatschend, versuchte ich Herr Hoff zu imitieren. „So meine Schüler wir beenden nun die Stunde mit einem kleinen Satz. Ihr könnt gehen!“ Jasper klappte das Buch zu und war schon fast an mir vorbei, da konnte ich mich nicht mehr beherrschen. Lachend tauchte ich unter das Pult. Oh nein bitte hört er mich nicht. Als ich wieder hochkam, stand Jasper vor mir, nur das Pult war zwischen uns. Jasper sah mich intensiv an. Ich war verwirrt aber auch peinlich berührt durch seine Nähe. „Guter Schachzug und danke fürs Bescheid sagen...“ Er ließ mich einfach stehen und verschwand. Was sollte das denn jetzt wieder? Mal ist er nett und im anderen Moment so... hmm... Na ja egal. Es klingelte und ich machte mich auf den Weg zu meinem Deutschkurs. Miranda war schon da und sah mich  vorwurfsvoll an. „Wo warst du die ganze Zeit?“ „Miranda weißt du, es gibt Sachen, die du nicht erfahren musst...“ Der Deutschraum lag in einem der zwei Seitenarme der Schule. Ich hoffte Jasper würde wieder mit uns Unterricht haben, doch mir wurde dieser Wunsch nicht erfüllt. Der Tag schritt voran und ging vorbei. Das Wochenende war öde wie immer. Mirndas Eltern unternahmen mit uns nie etwas Interessantes. Meine Eltern gingen früher mit mir öfters mal in einen Freizeitpark oder in Zoos. Es war schön mit ihnen. Ich denke gerne an die Zeit zurück, wenn es mir schlecht geht. Wenn nur nicht dieser blöde Sturm gewesen wäre, dann wären sie noch da.

Es vergingen weitere Schultage bis zum Donnerstag der darauffolgenden Woche. Es war der 19. Juli. Der heißeste Tag der Woche bis hier hin. Ich hatte ein paar Fächer mit Jasper. Er war echt nett. Im Unterricht ignorierte er mich zwar manchmal, aber in den Pausen hatten wir nie genug Zeit um zu reden. An diesem Donnerstag stiegen die Temperaturen über 40 °C. Die Hitze war sehr drückend. In den Klassenräumen war es relativ kühl dadurch, dass wir die Fenster zuließen aber dafür die Tür offen. Die ersten Stunden waren ganz aushaltbar. Zum Nachmittag wurde es immer heißer.
Es war die sechste Stunde, kurz vor einer größeren Pause über 60 Minuten. Ich hatte Bio und saß neben Jasper. Es schien so als hätte er Kopfschmerzen, den er hatte die eine Hand an die Schläfe gelegt. „Oh man es ist so heiß“, stöhnte ich. Er warf mir einen Seitenblick zu, genau wie Miranda. „Hättest lieber das Kleid anziehen sollen. Das ist nicht so warm“, zischte sie mir zu. Ach wir hatten gerade ein wenig Zoff, weil ich ihr was Falsches zum Geburtstag geschenkt hatte. Ich verdrehte die Augen. Jasper griff in seine Tasche und fischte eine Flasche raus. Er öffnete sie zischend. Anscheinend war sie neu und er hatte noch nicht daraus getrunken. Wahrscheinlich hat er zwei mit, oder er ist bis jetzt noch nicht verdurstet. Ich für meinen Teil hatte heute eine 1,5l Flasche dabei. „Seid bitte aufmerksam, auch bei den hohen Temperaturen“, bat Herr Hoff, doch niemand achtete wirklich auf ihn. Die meisten anderen Stufen hatten schon seit der 4. Stunde Hitzefrei und durften bereits im Meer ihren Spaß haben. Wir mussten bis zur 8ten Stunde bleiben und die Lehrer ertragen. Es klingelte zur Mittagspause und wir gingen langsam raus. Ich steuerte direkt den Park an. Ein Kiesweg führte durch die kleine Parkanlage. In der Mitte gab es einen Brunnen, umringt von Blumenbeeten. Immer wenn ich herkam fühlte ich mich hier wohl. Die Bäume schützten vor der Sonne und brachten auch etwas Kühle. Ich setzte mich an eine große Eiche. Die war der Baum mit dem größten Umfang des Stammes, also einer der ältesten Bäume. Ich schloss die Augen und lehnte meinen Kopf zurück. Die Hitze war so drückend, dass man es fast nicht aushalten konnte. Ich konnte mich an keinen Tag dieses Jahres erinnern, an dem es so warm war wie jetzt. Ich nahm meine Flasche und nahm einen Schluck. Das Wasser rann mir den Hals herunter und hinterließ eine kühlende Wirkung. Mirandas Mutter sagt zwar immer, dass man warme Sachen trinken sollte aber ich fand Wasser im Sommer viel besser. Ich stellte die Flasche weg und nahm die gleiche Position ein wie vorher. „Kann ich mich zu dir setzten?“, fragte mich jemand. Ich öffnete die Augen und sah hoch. Vor mir stand Jasper. Ich nickte und er setzte sich zu meiner Rechten. „Wie geht’s dir, Jasper?“, fragte ich ihn. „Ich hab ein wenig Kopfschmerzen, aber bei der Hitze ist das wohl normal. Nicht wahr?“, antwortete er mir. „Klar... Sag mal, hast du Familie hier auf der Schule?“ Er schüttelte mit dem Kopf. „Und du Alice?“ „Ja...“ Erinnerungen an meine Eltern kamen hoch. Ich versuchte es zu verstecken, doch Jasper merkte, dass mit mir etwas nicht stimmte. „Hey, hab ich was Falsches gesagt?“ Ich schüttelte mit dem Kopf, „Nein hast du nicht...  Miranda ist meine Schwester... zwar nicht leiblich, aber das sollte egal sein und das ist es auch. Als meine Eltern verstarben, da war ich so sechs sieben Jahre alt. Ihre Eltern haben mich aufgenommen, da Miranda und ich immer beste Freundinnen waren. So sind wir dann Schwestern geworden...“ Jasper sagte nichts dazu. Ich trank noch etwas, es war einfach zu warm. „Willst du?“, Jasper hielt mir eine Dose mit Wassermelone drin hin. Ich griff zu, „Danke...“ Die Melone schmeckte süßlich, war kühl und voller Wasser. „Die schmeckt richtig gut...“, gab ich zu, denn es war auch so. „Das freut mich...“, Jasper lächelte. Hab ich das gerade wirklich gesehen? Oder habe ich Halluzinationen? Das waren doch gerade Eckzähne wie es Vampire haben. Ich sag ihn etwas näher an. Er bemerkte meinen Blick nicht. Ich habe von Vampiren gehört die kaltblütig Menschen töten, aber so war er sicher nicht. Oder vielleicht doch? Ich weiß es nicht. „Sag mal Jasper, wo wohnst du eigentlich?“, fragte ich, weil er das nie erwähnte. Er sah mich überrascht an. „Ja was schaust du denn so? Ich will es bloß wissen...“ „Ich wohne in der Nähe der Stadt auf einer Burg... lebt sich ganz gut dort mit meiner Familie“, antwortete er. „Eine Burg? Willst du mich auf den Arm nehmen, Jasper?“ Er fing an zu lachen. Ich starrte ihn verwirrt an. „Was ist denn jetzt so lustig?“, fragte ich beleidigt spielend. „Tut mir leid Alice, aber deine Reaktion ist einfach nur göttlich...“, er machte eine lustige Grimasse und brachte mich zum Lachen, „Wahrscheinlich kannst du dir das Leben in einer Burg nicht vorstellen, aber wir haben wunderschöne Räume und sogar ein selbst- gestaltetes Schwimmbecken.... ich glaube du würdest es lieben bei mir...“ „Wahrscheinlich...“ Ich will das unbedingt sehen... Aber wird er mich mitnehmen, wenn ich frage? Ich glaube unsere Freundschaft ist noch nicht so ausgereift, dass ich das sollte...
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