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Vergangenheit ist, wenn es nicht mehr weh tut...

GeschichteDrama, Familie / P16 / MaleSlash
Marc Westerhoven Moritz Breuer OC (Own Character)
07.12.2020
14.05.2021
44
85.769
16
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Dieses Kapitel
6 Reviews
 
04.04.2021 1.631
 
Ein Piepen störte die Ruhe, erweckte seine Sinne. Sein Kopf brauchte einen Moment bevor er langsam anfing zu arbeiten. Mit jeder Sekunde fühlte er sich lebendiger, konnte seine Glieder spüren. Er schmatzte leicht, bewegte seinen Kopf als er eine Hand auf seiner Schulter bemerkte.
"Petr, slyšíš mě?" (Hörst du mich?), erklang eine leise Stimme, die ihm sehr vertraut vorkam. Vojacek gab einen leisen Laut von sich, dann öffnete er vorsichtig die Augen und musste blinzeln aufgrund der Helligkeit.
"Petr, otevři oč" (Mach die Augen auf), ertönte die Stimme erneut und mit Mühe konnte der junge Polizist die Augen offen halten, suchte nun die Quelle der Stimme. Seine Augen fixierten einen Mann rechts neben ihm. Die stechend blauen Augen funkelten ihn besorgt an und Petr brauchte einen Moment bis er die Person erkannte.
"Strýček Tomâs?" (Onkel), murmelte er. Die Person lächelte, strich ihm vorsichtig über die Haare.
"Ano, to je v pořádku. Jsi v bezpečí, Petr" (Ja, es ist alles in Ordnung. Du bist in Sicherheit), lächelte sein Onkel und Vojacek merkte wie sich ein Kloß in seinem Hals bildete. Sein Onkel war da, also war die Hölle vorbei. All die Schmerzen und die Angst waren vorbei.
"T-Tomâs", fing er an zu schluchzen und spürte wie einzelne Tränen über seine Wangen liefen. Tom lächelte, strich diese sanft weg.
"Všechno je v pořádku, chlapče. Jsem s tebou" (Es ist alles gut, mein Junge. Ich bin bei dir), sagte der Ältere leise, lächelte. Vorsichtig legte er seinem Neffen die Arme um, drückte ihn sanft an sich. Vojacek schluchzte erneut auf, krallte sich in die Kleidung seines Onkels und fing an zu weinen. Tom strich ihm über den Rücken, hielt den Jüngeren einfach fest und ließ ihm die Zeit, die er brauchte.

Ein Klopfen ertönte und eine Krankenschwester trat ein. Als sie sah, dass einer der Patienten wach war, rief sie einen Arzt. Kurz darauf kam Dr. Hoffmann in das Zimmer und stellte sich ans Bett. Vojacek hatte sich von seinem Onkel gelöst, sah nun den Arzt an, der etwas sprach. Fragend drehte der junge Polizist den Kopf zu Tom.
"Ptá se, jestli tě to někde bolí" (Er fragt, ob du irgendwo Schmerzen hast), meinte der Ältere zu ihm. Petr blinzelte, an strich er sich über den Brustkorb und legte dann die Hand an den Kopf.
"Hrudník a hlava" (Brust und Kopf), erwiderte Vojacek. Sein Onkel nickte darauf, teilte dies dem Arzt mit. Hoffmann nickte und machte dann einige Tests. Danach wurde Vojacek von seinem Onkel über die Verletzungen aufgeklärt.
Petr blinzelte ihn an, legte sich die Hand auf die Brust als ihm etwas einfiel.
"A co Marc?" (Was ist mit Marc), fragte Vojacek und sein Onkel blinzelte ungläubig. Dann lächelte er leicht und zeigte zum anderen Bett. Petr folgte seiner Geste und seufzte erleichtert aus.
"Proč jsi s ním? Řekni mi, co se stalo" (Wieso bist du bei ihm. Erzähl mir, was passiert ist), sagte Tom und hatte seine Hand auf der Schulter seines Neffens ruhen. Dieser sah ihn an, dann schluckte er und erzählte schließlich leise, was ihm widerfahren war. Linus hatte den Raum verlassen. Die Werte seines Patienten machten ihn zufrieden und er wollte bei dem familiären Moment nicht stören.

Während Petr darlegte, was ihm passiert war, legte Tom den Arm um den schmalen Körper. Er spürte das Zittern, drückte seinen Neffen an sich. Am Ende der Erzählung schluchzte Vojacek auf, presste die Augen zusammen. Tom legte ihm die Hand auf die Wange, strich ihm vorsichtig die Tränen weg, die ihm über die Wangen liefen. Er hielt den jungen Mann nah bei sich.
"Sch sch, Uklidni. Je po všem. Jsi v bezpeči" (Ganz ruhig. Es ist vorbei. Du bist in Sicherheit), sprach Mayer, strich dem Jüngeren über den Kopf. Petr schluchzte leise, drückte sich schutzsuchend an seinen Onkel.
"Uklidni. Jsem tady. Já se o tebe uju, jo?" (Ganz ruhig. Ich bin da. Ich pass auf dich auf, ja), murmelte der Beamte. Sein Neffe nickte darauf, schlief mit der Zeit ein und Tom blieb da, gab ihm die nötige Sicherheit und Zuneigung.

***

"Er lebt. Dieser Bastard hat überlebt!", knurrte Marius, krallte sich in die Wochenzeitung.
"Wer hat überlebt?", kam es fragend von John, dem es bei dem Blick seines Chefs eisig über den Rücken lief.
"Marcilein", brummte Wölfers.
"Aber… hatte das Auto nicht einen Totalschaden?", fragte sein Komplize und schaute über die Zeitung als er diese bekam.
"Hatte es. Ich hätte doch nachschauen sollen, aber jetzt ist es zu spät", brummte Wölfers als er stockte. Im nächsten Moment entriss er John das Blatt, der ihn daraufhin ausdruckslos an blickte.
"Hier muss es doch stehen", brummelte Marius. Seine Augen flogen über die Zeilen während sein Partner ihn stumm beobachtete. Mit einem Mal lachte Wölfers auf, dann grinste er den Anderen an.
"Was?", fragte John mit hochgezogener Augenbraue.
"Wir haben noch genug Zeit bis zur Abfahrt morgen. Du wirst in das Krankenhaus gehen, dich als Pfleger oder Arzt verkleiden und Marcilein einfach eine etwas hohe Dosis unserer lieben Droge spritzen. Eine Überdosis überlebt keiner vor allem nicht in dem Zustand in dem Marcilein sich befinden muss", erklärte Wölfers seinen Plan.
"Und du der Meinung, dass das klappt?", fragte John skeptisch. Würde man nicht erkennen, dass er ein Fremder war trotz der Arbeitsklamotten?
"Natürlich wird das klappen! Außer du stellst dich dumm an, aber du hast mich eigentlich nie enttäuscht", antwortete Marius.
"Und was, wenn dort die Bullen liegen, die wir auf der Wache ausgeschaltet haben?", fragte sein Komplize.
"Dann musst du eben aufpassen, ganz einfach! Sie müssen laut dem Artikel auf der Intensivstation liegen. Dort gibt es doch Fenster zu jedem Zimmer. Das wird sicher nicht schwer einige zu umgehen oder Marcilein zu finden", knurrte Wölfers. John hob die Hände.
"Na gut, wann soll ich denn hin?", fragte sein Partner.
"Heute Abend. Du gehst noch zur Besuchszeit ins Krankenhaus, ziehst dich um und dann wartest du einfach ab zum richtigen Zeitpunkt. Vielleicht wenn Übergabe der Schichten sind. Da wird doch eh keine Sau auf der Station herum laufen", kam es von Marius.
"Wenn du meinst, dann versuch ich es", entgegnete John.
"Nicht versuchen, machen! Ich mag keine Fehler, das weißt du John", meinte Wölfers drohend.
"Schon verstanden, ich bring ihn zur Strecke", erwiderte sein Komplize. Marius nickte darauf, dann gab er ihm ein Zeichen ihm zu folgen. Sie schritten zu ihrem Wagen, welcher auf dem Hof von Adrians Unterkunft stand. Eine kleine Menge hatte Wölfers sich behalten. Er suchte sich eine passende Spritze, füllte diese ab, sie verschwanden zurück im Gebäude und dann warteten sie.

Vier Stunden später

"Und dann warte einfach ab", äffte John seinen Chef nach und strich sich den Kasack glatt. Dieses dunkle Mintgrün gefiel ihm überhaupt nicht. Aber da musste er nun eben durch.
Vorsichtig öffnete er die Tür und blickte auf den Gang. Er war leer. Er trat aus dem Zimmer, dann suchte er sich seinen Weg zur Intensivstation. Er blickte auf seine Armbanduhr. Es war mittlerweile halb acht und er hatte vor einigen Minuten vom Fenster aus mehrere Leute die Klinik betreten sehen. Er ging stark davon aus, dass es die Nachtschicht war. Jetzt musste er nur hoffen, dass er kein Pflegepersonal auf seiner Zielstation antraf.
Seine Finger krümmten sich um die Spritze, die er in der Tasche versteckt hielt. Er brauchte das Zeug nur in die Vene zu spritzen. Wahrscheinlich hatte sein Opfer so einen medizinischen Zugang. Dann würde es ein leichtes sein die Dosis zu verabreichen. Schließlich müsste er dann keine Venen suchen.

Er schaute sich nochmal um bevor er die Hand um den Griff der Tür legte, die auf die Intensivstation führte. Vorsichtig drückte er sie auf und sah auf den menschenleeren Gang. Nur mit Folie bedeckte Betten sowie einige Wagen waren zu sehen. Leise trat er ein, schloss die Tür behutsam und linste in das Schwesternzimmer hinein. Dieses war leer, er konnte jedoch Stimmen wahrnehmen. Wahrscheinlich waren sie im hinteren Zimmer. Langsam tat er einen Fuß vor den anderen während er an dem Schwesternzimmer vorbei ging. Niemand fiel ihm ins Blickfeld, sie waren wohl zu fixiert bei ihrer Übergabe. Schließlich schaffte er es unbemerkt vorbei und schaute nun durch die  Fenster, welche Einblicke in die einzelnen Patientenzimmer ermöglichten. Immer wieder sah John zurück. Schließlich konnte jederzeit eine Schwester auf den Flur treten und dann wäre er dran, wenn er keine gescheite Ausrede hatte. Er schluckte schwer und schritt weiter den Gang entlang bis er sich eines der Fenster etwas mehr näherte. Er musterte die Personen, legte den Kopf schief. Dann beschloss er das Zimmer zu betreten, näherte sich langsam den Betten und fing an zu grinsen.
"Bingo", murmelte er und näherte sich dem hinteren Bett. Etliche Pflaster und Verbände zierten den Körper des Mannes. Die Augen waren geschlossen, die Atemzüge ruhig und tief.
"Tja, das war es dann mit dir Bulle", grinste John und schraubte den Zugang auf. Er holte die Spritze hervor und setzte an. Sein Blick fiel nochmal auf das schlafende Gesicht und er lachte leicht.
"Gute Nacht", grinste er als er auf einmal leicht zurück gezogen wurde. Er merkte etwas kühles an seinem Hals, ein warmer Atem strich an seiner Wange entlang. Die noch volle Spritze in seiner Hand zitterte und er musste schlucken als eine ihm bekannte Stimme ertönte.
"Verabreich ihm das und ich schlitze dir die Kehle auf"

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Endlich wieder Urlaub und was macht man da? Mit dem Hessenticket das ganze Bundesland erkunden xD morgen erstmal nach Gelnhausen

Grüße DarthSokratis
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