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Vergangenheit ist, wenn es nicht mehr weh tut...

GeschichteDrama, Familie / P16 / MaleSlash
Marc Westerhoven Moritz Breuer OC (Own Character)
07.12.2020
31.05.2021
46
89.708
17
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21.03.2021 2.160
 
Ein Hustenanfall erschütterte ihn als er erwachte, seine Augen klebten und fühlten sich wässrig an. Eine Hitze pulsierte durch seinen Körper, obwohl er zitterte. Außerdem war sein Hals so trocken, er hatte unheimlichen Durst.
Er schlug die Bettdecke zurück, fühlte eine gewaltige Schlappheit durch seinen Körper ziehen und setzte sich mit Mühe auf. Er atmete schwer, krallte sich in das Bettlaken und richtete sich langsam auf die zittrigen Beine, wankte auf die Tür zu. Alles schien sich zu drehen und sein Kopf schmerzte, fühlte sich so schwer an. Dennoch war die Gier nach Trinken größer, er brauchte Wasser.
Julian stützte sich keuchend an der Tür ab, öffnete sie und wankte auf den Flur. Er musste sich an der Wand abstützen, versuchte den Weg zur Küche zu finden, aber irgendwas schien anders zu sein. Er wusste nur nicht was.
"Momo…", keuchte er hilfesuchend nach seinem Freund als er ins Wohnzimmer kam, doch dieses war leer. Sein Blick suchte die Umgebung ab, dann wankte er auf die Küche zu. Ausversehen rempelte er eine Stehlampe an, die zu Boden knallte. Es gab ein klirrendes Geräusch.
"War eh hässlich", brummelte Julian und stützte sich auf der Arbeitsplatte ab als er endlich die Küche erreichte. Er fixierte die Flasche Wasser, dann griff er nach einer Schranktür und wollte ein Glas rausholen. Doch da waren keine Gläser, was ihn verwirrte. Er zuckte zusammen als er auf einmal an den Armen gepackt wurde.
"Julian? Mein Gott, du bist verdammt heiß", erklang eine tiefe Stimme. Verwirrt drehte Zimmling den Kopf. Das war aber nicht sein Freund. Eine Hand legte sich auf seine Stirn, die kurz darauf wieder verschwand.
"Martin?", fragte er keuchend. Wo kam denn plötzlich sein Kollege her und wie war er in seine Wohnung gekommen?

Bevor er fragen konnte, zog Martin ihn ins Wohnzimmer und legte ihn auf die Couch. Julian gab einen protestierenden Laut von sich, wollte sich wieder aufsetzen. Doch sein Kollege drückte ihn sanft zurück.
"Durst", krächzte Zimmling und bekam erneut einen Hustenanfall, ließ danach den Kopf auf das Kissen sinken, welches Martin unter ihn hingelegt hatte. Eine Decke hatte er ihm auch gegeben.
"Ich bring dir gleich was. Bleib bitte kurz liegen", sagte der Ältere und verschwand. Julian atmete schwer und zog die Decke höher, ihm war kalt trotz dieser unangenehmen Wärme in ihm. Wieder musste er husten.
"Julian, mach bitte mal den Mund auf", erklang Martins Stimme. Er öffnete den Mund und bekam etwas hineingeschoben, eine Hand am Kinn drückte seinen Mund zu. Zimmling blinzelte und bewegte sich leicht, dann piepte etwas. Das Teil verschwand aus seinem Mund.
"38,7. Das gefällt mir nicht", brummelte Martin und verschwand nochmal. Julian murmelte was als sein Kollege wiederkam und sein Oberkörper anhob. Erneut gab Zimmling einen protestierenden Laut von sich bis er etwas an seinen Lippen merkte und dann gierig das Wasser aus dem Glas trank. Die kühle Flüssigkeit tat seiner trockenen Kehle gut und das Durstgefühl verschwand. Nachdem das Glas leer war, wurde er auf das Kissen zurück gelegt. Er seufzte aus, schloss die Augen.

Besorgt sah Hintzen auf seinen Schützling herab. Er war etwas erschrocken gewesen als etwas zu Bruch gegangen war, dann hatte er Julian in diesem Zustand in der Küche entdeckt. Die Unterkühlung zeigte nun doch Nachfolgen.
Er verschwand ins Badezimmer und suchte nach Medikamenten, aber er hatte keine Mittel, die das Fieber senken könnten. Nur was gegen den Husten. Er nahm sich die Verpackung, schritt zurück ins Wohnzimmer und überredete seinen Schützling dies einzunehmen bevor er ihm die Hand auf den Hals legte.
"Ich fahr eben in die Apotheke. Kann ich dich solange alleine lassen?", fragte Martin, bekam kurz darauf ein Nicken. Der Hauptkommissar war nicht sehr überzeugt, aber die wenigen Minuten würden schon nichts passieren.
"Ich bin gleich zurück", sagte er und verschwand, schlüpfte in seine Schuhe und zog sich eine Jacke über. Er öffnete die Haustür und lief in Jemanden hinein.
"Sorry Martin!", erklang es und Hintzen blickte auf, er sah sich Patrick und Christian gegenüber.
"Warum so eilig?", fragte Dillenbach.
"Gut, dass ihr da seid. Julian hat Fieber. Könnt ihr auf ihn Acht geben? Ich will eben in die Apotheke", meinte Martin kurz angebunden, wollte keine Zeit verlieren.
"Wir haben ein Auge auf ihn", meinte Patrick. Hintzen lächelte, da verschwand er schon die Treppen nach unten. Stiller und Dillenbach betraten dessen Wohnung, zogen brav die Schuhe aus und hängten ihre Jacken an die Garderobe. Dann schritten sie ins Wohnzimmer, fanden Zimmling dösend auf der Couch. Patrick legte ihm die Hand auf die Stirn.
"Oh je", murmelte er nur und schritt in das Badezimmer. Christian sah ihm kurz nach, sah dann auf ihr Nesthäkchen. Die Wangen waren gerötet, er keuchte und zitterte. Hatte die Decke bis zur Nase hochgezogen.
Stiller kam mit einem nassen Lappen zurück, legte diesen Julian auf die Stirn. Dieser seufzte aus, nuschelte etwas, was sich wie ein Danke anhörte.
"Keine Ursache", murmelte Patrick während der Jüngere wieder eindöste.

Nach ca. fünfzehn Minuten kam Martin zurück, hatte ein Schächtelchen in der Hand. Er füllte das Glas auf dem Tisch mit Wasser, dann weckte er den Erdbeerblonden vorsichtig.
"Julian, nimm bitte mal eine Tablette", sagte er und hob den Oberkörper des Jüngeren an, der einen leisen Protestlaut von sich gab. Er nahm seine Hand und legte die Tablette drauf ab.
"Nimm sie bitte, mein Junge. Danach geht es dir besser", sprach Martin. Julian nahm die Tablette ein, trank danach das Glas Wasser aus und döste erneut weg als er zurückgelegt wurde. Hintzen strich ihm nochmal über die Stirn, sie schien wärmer zu sein. Patrick hielt ihm einen neuen nassen Lappen hin, den Martin auf die Stirn ihres Nesthäkchens legte.
"Wie hoch?", fragte Christian.
"Eben waren es 38,7. Ich befürchte jedoch, dass es gestiegen ist", erwiderte Hintzen und seufzte.
"Das Mittel sollte jetzt helfen", brummelte Stiller.
"Hoffentlich. Ansonsten nehme ich mir frei, kümmere mich etwas um ihn", meinte Martin. Schließlich waren sie auch in seiner Wohnung und er hatte nichts dagegen, wenn er sich etwas um seinen Kollegen kümmerte, der ihm sowieso wie ein Sohn war.
"Ist wohl am Besten", brummelte Chris und besorgt musterten sie ihren jüngsten Kollegen, der leise murmelnd vor sich hin döste.

***

Es waren einige Stunden vergangen und Klaus beobachtete wie immer mehr Beamte den Konferenzraum betraten. Er wollte sie jetzt in Kenntnis setzen. Über Marc und dazu über die Dinge, die die Kollegen in diesem verlassenen Gebäude gefunden hatten. Es war nämlich noch ein Video aufgetaucht, was Fragen aufschlug.
Sein Blick fiel auf Ben, welcher im Türrahmen neben Jule stehen blieb und nickte. Der Blonde hatte den Tresen im Blick während Polanski ein Ohr am Funk hatte.

"Wieso ich euch alle hierher gerufen habe, ist, weil wir neue Erkenntnisse zu dem Fall unseres vermissten Kollegen und Marius Wölfers haben", fing Klaus an und schaute seine Beamten an. Es war Übergabezeit zwischen Früh- und Spätschicht. Die Nachtschicht würde er heute Abend in Kenntnis setzen.
"Wie ihr wisst steckt Marius Wölfers hinter dem Überfall auf unsere Wache. Auf den Kameras wurde er identifiziert und einer der Männer hatte gesprochen. Zwar nur wenig, aber besser als gar nicht. Wölfers steckt ebenfalls hinter dem Verhalten von Moritz. Ich hab mit Moritz vorhin im Krankenhaus gesprochen. Er und sein Freund sind nachts überfallen worden. Sein Freund war an einen Stuhl gefesselt worden, hatte einen Sprengsatz umgebunden bekommen, welcher jederzeit hochgehen konnte durch einen Fernauslöser. Mit dieser Situation hat Wölfers Moritz unter Druck gesetzt. Der Kleine war von ihm mit Kamera und Mikro überwacht worden, konnte sich somit an niemanden wenden. Er erzählte mir, dass Wölfers ihn nochmal aufgesucht hatte. Versucht hatte ihn umzubringen, was er zum Glück nicht geschafft hatte. Moritz war für eine kurze Zeit ohnmächtig und hat in seiner Nähe Muris Wagen erkannt. Er fand Toms Wohnung. Anschließend haben die Beiden sich um ihn gekümmert. Sein Freund konnte in der Zwischenzeit gerettet werden, da eine Streife der Wache, wo er arbeitet, zur Wohnung geschickt worden war. Ein Großaufgebot wurde hingeschickt und ein Entschärfer konnte den Sprengsatz entfernen", erklärte Klaus und ließ die Informationen erstmal sacken.

"Die Kripo wird sich wegen der Sache nochmal melden. Moritz liegt bei Jonas im Zimmer. Besuch würde dem Kleinen gut tun genauso wie Peter, denn dieser ist nun aufgewacht", sprach Wiebel weiter und eine Welle der Erleichterung ging über seine Kollegen. Dann räusperte sich der DGL und holte einen Zeitungsartikel aus der Mappe, die er dabei hatte.
"Nun zu unserem aktuellen Vermisstenfall: Marc. Zwei Männer, die mit Wölfers arbeiten, wurden geschnappt. In einem verlassenen Gebäude in den Villewäldern. Die Kripo konnte sie ausfindig machen durch die Mailadresse, die die Daten von Moritz bekommen hat. Man war zwar unsicher, ob es richtig war. Aber im Endeffekt hat es doch gestimmt. Kollegen einer anderen Wache nehmen dieses Gebäude auseinander. Neben Drogenfund hat man Blutspuren in drei Räumen des Kellers gefunden sowie auch in einem Saal. Das Blut wird nun von der Spusi untersucht. Dazu hat man einen Zeitungsartikel gefunden, der nicht der Wahrheit entspricht. In diesem Artikel geht es darum, dass die Leiche eines 23-Jährigen Moritz B. hier in Köln gefunden wurde. Wir gehen stark davon aus, dass sie unseren Moritz meinen. Deswegen kann dieser Artikel nicht stimmen. Vor allem, da es keine Leichenfunde gab die letzten zwei Jahre. Zudem steht da auch, dass unser Kollege Marc Westerhoven ihn ermordet haben soll. Was auch immer der Zeitungsartikel für einen Grund hat, hoffentlich werden wir diesen bald herausfinden", erklärte Klaus und gab die Zeitung herum. Mit Entsetzen sahen seine Kollegen ihn an. Aber bei solchen Neuigkeiten nicht verwunderlich.
"Kaum zu fassen", brummelte Stephan, der den Zeitungsartikel zuerst las und dann an Paul weitergab, der nur ungläubig den Kopf schüttelte.
"Neben dem Zeitungsartikel gibt es noch ein Video, worauf Moritz zu sehen ist. Er ist aggressiv, allerdings sind das nicht seine Worte, die er da spricht. Ihr kennt unseren Kleinen gut und ihr werdet erkennen, dass das nicht Moritz ist, der da spricht", sagte Klaus und holte einen USB-Stick raus, steckte ihn an den Laptop. Er schaltete den Beamer an und ließ das Video laufen.

Auf diesem Video saß Breuer gefesselt auf einem Stuhl und beschimpfte augenscheinlich Marc. Dass er enttäuscht von dem Hauptkommissar wäre, dass er das Letzte wäre.
"Das ist definitiv nicht die Stimme von Moritz", kam es von Michael. Er bekam einige Zustimmungen.
"Erinnert ihr euch an das Paket vor einem halben Jahr? Mit dem Videoausschnitt von Moritz, wo Wölfers unseren Kollegen schlecht geredet hat? Ich gehe stark davon aus, dass dies hier auch ein Ausschnitt von dem ganzen Video ist. Denn ich meine, wenn dies hier wirklich Moritz' Worte wären, wieso hat er unseren Kollegen die letzten Monate in Schutz genommen und mehrmals älteren Kollegen widersprochen? Stephan, Gino und Ben… ihr hattet unter anderem etwas Misstrauen und Moritz hatte keine Scheu euch ins Gesicht zu sagen, was er dachte. Das ist einer der Punkte, der mir weiß macht, dass dieses Video irgendeine Bedeutung hat von der wir noch nichts wissen. Und die Worte sind eine Fälschung! Niemand hier würde sowas über einen Kollegen behaupten, da bin ich mir sicher!", erklärte Klaus und sah über seine Mannschaft. Klar gab es Stress in letzter Zeit, dennoch hielten sie weiterhin zusammen. Würden ihr Leben ohne zu Fragen für einen anderen Kollegen geben.

Getuschel gab es unter den Polizisten. Der Zeitungsartikel war schon bei mehr als der Hälfte gewesen. Es warf viele Fragen auf. Fragen, wo sie Antworten haben wollten. Klaus atmete durch, jetzt musste er noch eine Sache loswerden.
"Die Kollegen informieren uns, wenn sie weiteres finden. Bis dahin können wir nicht viel machen. Ich werde euch in Kenntnis setzen bei neuen Sachen, schließlich verfolgt uns der Fall schon eine ganze Weile. Allerdings habe ich noch etwas zu sagen, also hört zu!", sagte der DGL und blickte kurz jeden einzelnen Beamten an.
"Tom und Muri sind ins Krankenhaus gefahren, weil sich dort ein tschechischer Polizist befindet, der als vermisst gilt. Bei ihm wurde ein Ausweis gefunden. Der behandelnde Arzt hat sich an mich gewendet, da er weiß, dass hier ein Tscheche arbeitet. Es stellte sich heraus, dass der tschechische Polizist Toms Neffe ist. Dazu liegt eine zweite Person in dessen Zimmer, die mit dem Tschechen eingeliefert wurde", erklärte Klaus und musste einmal tief durchatmen bevor er mit klarer Stimme weitersprach.

"Bei der zweiten Person handelt es sich um Marc Westerhoven. Unser Kollege ist wieder aufgetaucht"

Entsetzen und Schock machte sich unter den Polizisten breit. Sie mussten erstmal die Worte verarbeiten, die sie gerade gehört hatten. Aber nur wenige Sekunden später schlich sich ein Lächeln auf jeden Mund. Tränen waren zu sehen und freudige Worte. Ein Freund war zurückgekehrt.
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