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Vergangenheit ist, wenn es nicht mehr weh tut...

GeschichteDrama, Familie / P16 Slash
Marc Westerhoven Moritz Breuer OC (Own Character)
07.12.2020
20.01.2021
20
35.454
13
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Dieses Kapitel
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13.01.2021 1.930
 
Er ächzte dumpf in den Knebel als er einfach in den Kofferraum geworfen wurde. Die Klappe wurde zugeschlagen und gegen diese knallte er als der Wagen mit Vollgas losfuhr. Mehrmals knallte er gegen irgendwas, da der Fahrer fuhr wie so ein Wahnsinniger. Schmerzen stachen ihm durch den Körper, sodass Vojacek leise wimmerte und hoffte, dass seine Kollegen diese Typen erwischten. Er hörte die vertrauten Sirenen, aber solange sich dieser Wagen bewegte, war er nicht in Sicherheit.

Seine Hoffnungen wurden zerschlagen als es irgendwann ruhig war und trotzdessem das Auto weiterfuhr, nun weitaus geschmeidiger. Petr schluckte schwer, seine Kollegen hatten wohl den Anschluss verloren. Er krümmte sich leicht, spürte wie einige Tränen über seine Wangen liefen und spürte immer noch Schmerzen überall. Der junge Polizist unterdrückte einen Schluchzer, er wollte nur noch nach Hause. Wo fuhren die Verbrecher hin? Was hatten sie mit ihm vor? Wieder schluckte er schwer und machte sich noch kleiner.

Es verging einige Zeit bis er bemerkte, dass die Männer die Hände vor dem Bauch mit Kabelbinder gefesselt hatten. Dann schoss ihm ein Gedankenblitz durch den Kopf, ein Trick aus der Akademie und im nächsten Moment war Petr sauer auf sich selbst. Anstatt wie ein Kind rumzuheulen, sollte er lieber versuchen sich zu befreien und zu entkommen, wenn seine Entführer das nächste Mal den Kofferraum öffneten.
Er setzte sich etwas auf, so gut es eben ging, dann holte Vojacek Luft und rammte seine Ellbogen nach hinten, an seinen Oberkörper vorbei. Dadurch schlug er sich die Hände gegen die Brust, wollte somit versuchen die Kabelbinder auf zu bekommen durch die Kraft, wenn die Arme auseinander gingen. Die Kabelbinder schnitten sich allerdings in die Haut. Petr zischte, wollte allerdings nicht aufgeben und versuchte es nochmal. Beim dritten Versuch bekam er die Hände frei, dann fiel er nach vorne, da der Fahrer wohl abbog oder irgendwas überholte.
Vojacek keuchte, öffnete den Knebel und schaute hoch. Der Kofferraum des Vans hatte ein Fenster, sollte er es versuchen oder würden seine Entführer ihn sehen? Es war ein hohes Risiko, dennoch nahm Petr seinen Mut zusammen und richtete sich auf die Knie.
Er richtete sich nicht ganz auf, nur soweit, dass man seine Hände durch die Scheibe sehen konnte. Falls denn Jemand hinter ihnen war, wo auch immer sie sich gerade befanden. Er winkte, wusste nicht, was er sonst machen sollte.

Paar Momente später wurde plötzlich Gas gegeben, sodass er gegen die Klappe knallte und anschließend auf den Boden. Er unterdrückte einen Schmerzenslaut und versuchte sich irgendwo festzuhalten, damit er nicht noch weiter durchgeschüttelt wurde und gegen alles krachte wie am Anfang bei der Flucht. Es klappte auch bis paar Minuten später der Wagen eine Vollbremsung hinlegte.
Vojacek krachte mit einem Schmerzenslaut gegen die Sitze, hörte die Autotüren und versuchte jegliche Schmerzen zu ignorieren. Er ging in die Hocke und atmete durch, dann wurde der Kofferraum geöffnet. Mit voller Wucht bekam der Typ seine Faust ins Gesicht. Petr sprang raus, verpasste dem nächsten Mann einen Tritt in die Eier und wollte flüchten als der Nächste vor ihm auftauchte. Etwas donnerte gegen seine Schläfe, ließ ihn Sterne sehen. Dann schlug was in seinen Magen. Der Tscheche ächzte auf, ging auf die Knie und hielt sich den Bauch. Der nächste Schlag ging in den Rücken, sodass er endgültig zu Boden knallte. Jemand stellte den Fuß auf sein Gesicht, hielt seinen Kopf somit zu Boden. Petr keuchte auf, unterdrückte ein Wimmern und die Tränen als er etwas Kaltes an seinen Handgelenken spürte. Handschellen? Aus diesen würde er nicht freikommen.
Er musste schlucken. Hatten sie geahnt, dass er sich befreit hatte? Ansonsten hätten sie nicht so reagiert oder doch?
"Jsi malá krysa. Uvidíte, co z toho dostanete!" (Du miese kleine Ratte. Du wirst sehen, was du davon hast!), raunte der Mann, der über ihm war und dann bekam er wieder einen Knebel in den Mund geschoben. Vojacek gab einen protestierenden Laut von sich, dann wurde er hochgehoben und diesmal in den Fußraum der ersten Rückbank geworfen. Er keuchte auf und ächzte als ihm jemand in die Rippen trat bzw. er dann als 'Fußmatte' genutzt wurde. Seine Peiniger lachten nur während sich der Wagen wieder in Bewegung setzte. Während der Fahrt traten sie immer wieder nach ihm und entschuldigten sich gespielt reuevoll, lachten darauf dann nur.
Petr biss in den Knebel und versuchte sich zusammenzureißen. Sein Körper schmerzte und er stöhnte als er wieder einen Tritt abbekam. Wieder lachten sie nur bis er nach gefühlten, schmerzvollen Stunden einen Tritt gegen den Kopf bekam. Sein Schädel knallte gegen den Boden und es war nur noch schwarz.

Als er das nächste Mal die Augen öffnete bemerkte er, dass er nicht mehr lag. Er saß und konnte sich natürlich nicht bewegen. Petr musste mehrere Versuche starten bis er seine Augen offen halten konnte und einen gedämpften Stöhner von sich gab. Sein kompletter Körper schmerzte, vor allem sein Brustkorb und der Bauch.
Er presste die Augen zusammen und atmete durch, was auch nicht ohne Schmerzen war. Wieder entkam ihm ein Stöhner als er eine Tür hörte und kurz darauf sein Peiniger vor ihn trat, ihn angrinste.
"Teď dostaneš trest za dřívý trest" (Jetzt bekommst du deine Strafe für vorhin), grinste dieser. Vojacek blinzelte, sah ihn finster an. Fußmatte zu spielen war wohl nicht genug gewesen? Ihn graute es schon, was ihn jetzt erwartete.
Sein Peiniger lachte bloß, dann trat er zu Seite. Der deutsche Polizist tauchte neben ihm auf, sah auf Petr hinab. Dieser veränderte seinen Blick nicht, wollte keinen Verdacht schöpfen als ihm etwas ins Auge fiel. Etwas glitzerndes an der Hand des Polizisten. Sein Herz sackte in die Hose als er erkannte, dass es sich um einen Schlagring handelte. Wollte er etwa?

Vojacek schluckte schwer und beobachtete wie Wölfers mit den Deutschen irgendwelche für ihn unverständliche Worte sprach, dann einige Schritte zu Seite ging. Der entführte Polizist stellte sich direkt vor ihn, hob die Hand mit dem Schlagring. Petr schluckte erneut schwer und spürte wie er zu zittern anfing. Er wusste schließlich, was so ein Schlagring anrichten konnte. Er atmete durch, versuchte seinen Mut zu sammeln um anschließend den Polizisten für einige Momente entschlossen anzublicken. Er sollte die Entscheidung treffen. Er wüsste, was richtig war. Schließlich wusste Vojacek, dass dessen Kollegen wohl ins Visier dieser Verbrecher landeten, wenn er ihn wohl nicht schlug.
Kurz hielt er diesen Blick stand bevor er flehende Laute von sich gab und den Kopf schüttelte, er musste mitspielen… auch wenn er nicht einschätzen konnte, ob der Polizist wirklich zuschlagen würde. Aber er hatte erzählt, dass er unter Druck stand… ihr Entführer würde sicher seine Kollegen ins Visier nehmen, wenn er nicht hörte. Eine grausame Entscheidung… und dennoch würde Vojacek jede akzeptieren. Er wusste die Gründe und er betete, falls es die schmerzhafte Entscheidung sein wird, dass er ihn nicht zu Tode prügelte…

***

Ein Klatschen gegen die Wange riss ihn aus der kalten Dunkelheit. Marc gab ein Ächzen von sich, versuchte die bleischweren Augenlider zu öffnen.
"Wach auf, verdammt!", raunte eine Stimme und erneut wurde ihm gegen die Wange geklatscht. Mit viel Mühe schaffte es Westerhoven die Augen zu öffnen und blinzelte als er eine schallende Ohrfeige bekam. Er keuchte auf, griff sich ans Gesicht und wurde im nächsten Moment am Kragen gepackt. Er sah Marius in die wütend funkelnden Augen und musste schlucken.
"Du hast doch die Bullen gerufen", zischte Wölfers ihm ins Gesicht während der Beamte sich daran erinnerte, was passiert war. Die tschechische Polizei war auf einmal aufgetaucht, sie mussten flüchten, hatten die deutsche Grenze überfahren und dann war da nichts mehr. Hatten sie ihn betäubt?
Er bekam einen erneuten Schlag und ächzte.
"Ich hab dir gesagt, dass ich deine Kollegen einen nach den Anderen umbringe werde, wenn du nicht auf mich hörst du kleiner Wixxer!", brüllte Marius ihn an und schubste ihn zu Boden. Da bekam Marc schon einen Tritt ab und den nächsten Schlag.

"I-Ich hab n-nichts gemacht! W-Wirklich!", entgegnete Westerhoven, da bekam er den nächsten Tritt ab.
"Und das soll ich dir glauben?! Verdammter Hurensohn!", brüllte Marius, trat seinem Opfer in den Magen. Marc ächzte auf, hob die Arme.
"Ich h-hab s-sie nicht g-gerufen! Wirklich! B-Bitte", keuchte Marc als Wölfers ihn an den Haaren packte, etwas hochzog. Der Beamte knirschte mit den Zähnen vor Schmerz.
"Du wirst es bitter bereuen, was du getan hast. Deine Kollegen zahlen dafür!", zischte Marius.
"B-Bitte M-Marius! I-Ich h-habe nichts g-gemacht. L-Lass meine K-K-Kollegen daraus. B-Bitte Marius, b-bitte!", flehte Marc regelrecht, hatte wieder komplett seinen Mut verloren. Es herrschte Stille, Wölfers musterte ihn und ließ ihn nach einer Weile los. Westerhoven sackte auf die Knie und blickte zu seinem Peiniger hoch. Er zuckte zusammen als Marius etwas vor ihm auf den Boden warf. Einen Schlagring.

"Ich werde dir glauben, wenn du den tschechischen Bullen damit schlägst", raunte Marius.
"W-Was?", hauchte Westerhoven als sich sein Peiniger zu ihm runter kniete.
"Du hast es schon richtig verstanden. Ich glaube dir nur, wenn du den Kleinen damit verprügelst. Ansonsten wird einer deiner Kollegen sterben oder vielleicht doch zwei", wiederholte Marius seine Worte. Marc schluckte schwer, ergriff mit zittrigen Fingern den Schlagring als er auf die Beine gezogen wurde. Wölfers zerrte ihn hinter sich her während Marc überlegte ihm einfach eine überzubraten, aber wahrscheinlich brachte es sowieso nichts. Hier waren noch drei andere skrupellose Männer, die dazu bewaffnet waren.
Nach wenigen Augenblicken standen sie schließlich vor dem gefesselten Vojacek, der Marius nur finster anblickte. Dieser sagte etwas zu ihm bevor er sich grinsend an Marc wandte.
"Du darfst ruhig feste zuschlagen. Denk an deine Kollegen Marcilein. Diesmal benutze ich nicht nur ein Messer", grinste Marius und trat einige Schritte zur Seite.

Westerhoven blickte zu Vojacek, umgriff den Schlagring unbewusst fester. Sollte er wirklich zuschlagen? Wenn nicht, dann würde sich Marius an seine Kollegen vergehen… aber würde es das rechtfertigen Jemanden zu verprügeln? Nein oder?
Er konnte den Jungen doch nicht für das Wohl seiner Kollegen verprügeln… aber er war ein Fremder, er hatte keinen Bezug zu ihm und doch wollte er den Kleinen beschützen. Aber wenn er das tat, dann würden seine Kollegen dran glauben müssen… aber Vojacek erzählte, es sei kein Polizist damals umgebracht worden. Stimmte das wirklich oder log der Tscheche ihn an? Obwohl der Junge nicht ausgesehen hatte als würde er ihn anlügen. Nicht mit so einem Thema… oder doch?

Marc blinzelte, wusste nicht wie er handeln sollte. Er war hin und her gerissen. Er wollte nicht, dass Marius sich an seine Kollegen verging… aber er wollte auch nicht diesen Jungen schlagen. Schließlich konnte ein Schlagring ziemliche Verletzungen verursachen.
Er blickte Vojacek in die Augen und stockte als dieser kurz Entschlossenheit zeigte. Wieder musste Marc blinzeln. Hieß das, egal welche Wahl er traf, der Junge würde es hinnehmen? Auch wenn er vielleicht höllische Schmerzen haben würde?
Wieder musste Westerhoven schlucken und sein Herz verkrampfte als Vojacek zu flehen anfing. Er wusste, er spielte es, damit man keinen Verdacht schöpfte, wenn er ruhig blieb.

Marc blinzelte, umgriff den Schlagring so fest, dass es schon weh tat. Sollte er wirklich zuschlagen?

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Jetzt seid ihr gefragt: Soll Marc zuschlagen? Ja oder Nein? Am Besten mit Grund, denn... ich kann mich grad net entscheiden.
Ich weiß zwar wie ich weiterschreiben will, aber hier kann ich nochmal was einbauen. Aber habe eben zwei Ideen und ja... soll Marc zuschlagen oder nicht?

Grüße DarthSokratis
P.S. Dieser Befreiungstrick soll wohl funktionieren mit viel Übung
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