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Freundschaft und Liebe

von BingoBuch
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Naruto Uzumaki Sakura Haruno Sasuke Uchiha
06.12.2020
27.02.2021
22
67.687
7
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06.12.2020 2.440
 
Ein markerschütterndes Geheule durchbrach das Gespräch zweier Erwachsener.  Das kleine Mädchen hatte begonnen zu weinen. Tränen rannen ihre Wange hinab und sie klammerte sich an ihre Mutter.

„Komm schon, Sakura, lass los. Mama muss arbeiten.“, beschwichtigte ihre Mutter das Mädchen mit einem verlegenden lächeln in Richtung der Erzieherin.
Diese lächelte zurück und begann sachte an dem kleinen Mädchen zu ziehen. Doch Sakura weinte noch mehr und klammerte sich weiter fest. Ganz langsam schafften es die Erwachsenen das Mädchen von ihrer Mutter zu lösen.

„Bis heute Nachmittag, Liebling. Sei artig.“, verabschiedete sich endlich die Mutter von ihrer Tochter und verließ hastig den Kindergarten.
Nun hatten die Erzieher das Problem. Und es blieb erstmal ein Problem. Das kleine Mädchen mit dem Namen Sakura weinte haltlos und auch ihre liebste Erzieherin konnte sie nicht beruhigen.
Inzwischen waren jedoch schon einige andere Kinder angekommen und ein reges treiben hatte sich eingestellt. Trotzdem jammerte Sakura immer noch auf dem Schoß einer Erzieherin. Auch ihre Tränen kullerten weiter.

„Sakura, ich setze dich mal kurz ab. Ich muss mal ganz kurz aufstehen.“, sagte die Erzieherin plötzlich und setzte Sakura sachte auf dem Fußboden ab.
Sie verschwand im Nebenraum und ließ die schluchzende Sakura zurück. Nun stand sie da. Die grünen Augen durch das viele Weinen gerötet und schluchzend. Sie fühlte sich so allein gelassen und nun wo auch noch die Erzieherin weg war, wollten ihre Tränen erst recht nicht versiegen.

„Warum weinst du?“
Sakura sah erschrocken auf, doch sie konnte nicht erkennen, wer mit ihr gesprochen hat. Also wischte sie mit ihrer kleinen Hand das Wasser aus den Augen und ein schwarzhaariger Junge in ihrem Alter tauchte vor ihrem Antlitz auf.
„Ich will zu Mama…“, schluchzte sie als Antwort.
„Aber deine Mama kommt doch später wieder. Da brauchst du doch nicht weinen.“, sagte der Junge und wirkte dabei nicht böse, sondern eher interessiert.

Sakura schluchzte nur, denn sie wusste keine Antwort darauf. Der Junge sah sie erst an und als sie statt zu antworten weiter weinte streckte er seine Hand aus und umfasste ihr Handgelenk. Sakura erschrak so sehr, dass ihre Tränen versiegten.
„Komm mit. Wir spielen zusammen. Dann musst du nicht mehr weinen!“
Mit diesen Worten zog der schwarzhaarige Junge Sakura mit sich und holte ein Kartenspiel aus dem Schrank. Erst fühlte Sakura sich etwas überrumpelt, doch nach einer Weile hatte sie richtig Spaß und vergaß sogar ihrer Mutter nachzuweinen.

Den ganzen Tag über spielte Sakura mit Sasuke, so hieß der Junge nämlich. Auch ein blonder Junge, der sich Naruto nannte, mischte sich im Laufe des Tages zu den beiden. Sakura lachte viel und musste nicht eine einzige Träne mehr vergießen.
„Oh man, Sasuke! Wieso gewinnst du immer, dattebayo!?“, meckerte Naruto, als er zum dritten mal im Folge bei UNO verloren hatte.
Sakura kicherte nur, während Naruto eine Schnute zog und Sasuke freudig grinste.
„Du musst besser aufpassen, Naruto, dann schaffst du das auch.“

„Hey, Sakura!“
Als die rosahaarig ihren Namen hörte wandte sie ihren Kopf zur Tür und erblickte das Gesicht ihrer Mutter durch einen Türspalt linsen. Augenblicklich zog Sakura eine Schnute. Sie wollte nicht gehen. Sie wollte viel lieber mit Sasuke und Naruto spielen.

„Ist das deine Mama?“, fragte Naruto plötzlich.
Sakura nickte und in ihren Augen sammelten sich langsam Tränen.
„Ich will nicht gehen!“
„Aber deine Mama wartet doch.“, hörte Sakura Sasuke sagen, „Bis morgen, Sakura!“
Sakura schluckte.
„Spielen wir morgen wieder?“, fragte sie mit zittriger Stimme.
Naruto und Sasuke sahen sich kurz gegenseitig an und grinsten dann beide Sakura breit an.
„Natürlich!“

Auch Sakura musste dann grinsen und stand dann ohne weiteres Gejammer auf und ging zu ihrer Mutter. Diese umarmte sie sofort und hob sie auf ihren Arm.
„Du hast ja gar nicht geweint. Was ist denn los, Sakura?“, lachte ihre Mutter und kniff ihre Tochter sachte in den kleinen Bauch.
„Ich hab Freunde gefunden!“, sagte Sakura und lachte ein strahlendes Lachen.

Ab diesem Tag waren Sakura, Naruto und Sasuke unzertrennlich. Sie machten einfach alles zusammen. Sie lernten im Kindergarten ihre eigenen Namen schreiben, Zahlen und Buchstaben erkennen, wie man am besten das Klettergerüst hoch kam und andere tolle Dinge. Auch waren Sasuke und Naruto gute Beschützer, wenn es um Sakura ging. Sie wurde öfter gehänselt wegen ihrer rosa Haarfarbe, was Naruto und Sasuke rasend machte und den Kindern kontra gab. Einmal wurden die anderen Kinder so grob, dass Naruto sie zurückschubsen musste um sie von Sakura weg zu bekommen. Dafür hat er einiges an Ärger bekommen. Doch Sakura und Sasuke standen ihm bei.

                                                                               * * *

So verging ein Jahr und die drei wurden von den Erwachsenen nur noch „Das Trio“ genannt. Inzwischen stand Weihnachten vor der Tür. Sakura war so glücklich wie noch nie. Sie wollte unbedingt etwas Glück mit ihren beiden besten Freunden teilen und fragte ihre Mutter ob sie ihr zeigen könne, wie man Schlüsselanhäger herstellt. Ihre Mutter, glücklich über das Glück ihrer Tochter, schaute sich im Internet nach einer Methode um, die auch eine fünfjährige umsetzen konnte. Einige Tage später setzte sich Sakura mit ihrer Mutter an ihren großen Esstisch im Wohnzimmer und sie erklärte ihr, wie man mit Wolle und ein paar Perlen einen Schlüsselanhänger machte. Sakura hatte zuerst einige Schwierigkeiten, sodass selbst ihre Mutter bereits die Geduld verlor.

„Vielleicht sollten wir doch etwas anderes probieren, Sakura….“, schlug sie vor, doch ihre Tochter schüttelte wehement ihren kleinen Kopf.
„Nein, ich schaffe das!“, erwiderte Sakura hastig. Allerdings hatte sie bereits wässrige Augen vor Frust. Doch sie wollte es unbedingt schaffen.
Ihre Mutter seufzte.
„Na gut, Sakura. Ich muss noch die Wäsche machen. Wenn du Hilfe brauchst, ruf mich einfach,  ok?“

Sakura nickte und wischte sich das Wasser aus ihren grünen Augen. Ihre Mutter verließ den Raum und Sakura widmete sich wieder ihrem Vorhaben.

Einige Tage später hatte es Sakura geschafft. Nun lagen drei geflochtene Schlüsselanhänger vor ihr. Einer war dunkelblau mit schwarzen Perlen, das zweite war mit gelber Wolle geflochten und hatte hellblaue Perlen. Das Letzte, was sie für sich selbst gemacht hatte, war rosa mit hellgrünen Perlen. Am Ende jedes der Anhänger befanden sich jeweils eine dunkelblaue, eine gelbe und eine rosa Perle. Für Sakura symbolisierte jedes dieser Anhänger einen von ihnen und auch ihre gesamte Freundschaft. Nun konnte sie es kaum abwarten den Jungs ihre Geschenke zu geben.
Sakura hielt sich zurück, bis zum letzten Kindergartentag vor Weihnachten. Mit geröteten Wangen und vollgesogen mit Nervosität trat Sakura an ihre beiden Freunde heran.

„Hallo, Sakura!“, grinste Naruto fröhlich.
Auch Sasuke kam direkt zu ihr gerannt zur Begrüßung.  Doch er bemerkte sofort ihre Nervosität.
„Was ist los, Sakura?“
Naruto stutzte und sah von Sasuke zu der hochroten Sakura.
„I-Ich ….“, stotterte Sakura.
Dann sah sie auf und blickte in Sasukes schwarze und in Narutos blaue Augen. Ihre vertrauten und sorgenvollen Blicke bewirkten, dass eine Welle von Mut sich in ihrem Körper ausbreitete. Schnell streckte sie jedem der beiden eine Hand hin.
„Für euch!“
Naruto riss freudig die Augen auf und nahm ihr das gelbe Schlüsselband ab.
„Wow, Sakura! Das ist voll schön! Danke schön!“
Auch Sasuke nahm, inzwischen ebenfalls mit geröteten Wangen, Sakura sein Geschenk ab und betrachtete es.
„Danke…“, flüsterte er dann ohne den Blick von seinem dunklen Schlüsselanhänger zu nehmen.
Dann fiel Sakura etwas ein und sie kramte in ihrer Jackentasche.
„Ich hab auch eins!“, sagte sie dann lächelnd und hielt ihren eigenen Anhänger in die Höhe.
„Wow! Hast du die selber gemacht, Sakura?“, fragte Naruto, wahrlich beeindruckt und betrachtete auch ihren Anhänger.
Sakura nickte grinsend, während Narutos Augen noch größer wurden.
„Jeder von uns hat eine Farbe. Es sind Freundschaftsanhänger!“
Sasuke war die meiste Zeit über still gewesen. Doch jetzt regte er sich. Ohne ein Wort trat er auf Sakura zu und umarmte sie. Sakura war völlig überrascht.
„Jaahh!! Umarmung!“, rief Naruto freudig und schmiss sich auf die beiden und drückte sie fest an sich.
Narutos Freude war einfach ansteckend. Jetzt lachten auch Sakura und Sasuke vor Freude, jeder mit seinem Anhänger in der Hand.

                                                                                                                                     * * *

Ein halbes Jahr später, während der letzten Monaten, bevor die drei in die Grundschule kommen sollten, gab es einen Schnupperkurs in Kampfsportarten im Kindergarten. Alle drei waren hin und weg. Tagelang sprachen sie von nichts anderem und spielten die Bewegungen des Trainers nach.

Das machten die drei auch, wenn sie zu Hause waren. Dies ärgerte ihre Eltern so sehr, dass ihre Mütter sich zusammen taten und sie alle drei bei einem Kinderkarate-Kurs anmeldeten. Sasuke, Naruto und Sakura waren hin und weg. Obwohl Sakura nur eine der wenigen Mädchen dort war, gab sie sich größte Mühe mit Sasuke und Naruto in ihrem Rücken. Ihr Trainer war ein sehr junger Mann mit grauen Haaren. Er sprach wenig, hatte aber dennoch die richtigen Ideen für ihr Training. Die Kinder hatten unglaublich viel Spaß. Außerdem sahen sie sich nun auch außerhalb der Kita einmal die Woche. Zudem erreichten ihre Eltern, dass sie zu Hause nicht mehr das Interieurs kleinschlugen. Das gemeinsame Hobby schweißte die drei jedoch noch einmal mehr zusammen,  wobei Sasuke und Naruto sich doch sehr ehrgeizig verbessern wollten und immer mehr, schneller oder stärker sein wollten als der jeweilige andere.
Wochen nach dem Beginn ihres Trainings spielten die Kinder im Kindergarten mal wieder auf einem nahe gelegenem Spielplatz.

„Ha!“, schrie Naruto und trat mit seinem Bein wild in die Luft. Sasuke und Sakura taten es ihm nach. Abwechselnd machten sie irre Bewegungen vor, während die anderen beide es nach machten. Noch wirkte alles ein bisschen unkoordiniert, doch umso öfter sie es machten, umso besser wurden sie. Doch das wichtigste war: Sie hatten viel Spaß dabei. Doch Sakura hatte trotzdem das Gefühl im Nachteil zu sein. Sie wusste nicht genau warum, aber zwischen den Jungs herrschte eine Harmonie, die sie niemals erreichen konnte. Also versuchte sie hin und wieder wenigstens ein bisschen mehr Aufmerksamkeit von den beiden zu erhalten. So war es auch heute.

„Schaut mal!“, sagte Sakura freudig erregt, kletterte auf das Klettergerüst, vor dem sie diese irrwitzigen Bewegungen ausgeführt haben und sprang, ohne Vorwarnung, von seiner höchsten Kante. Sakura riss im Flug ihren Arm nach oben um einen Karateschlag zu imitieren und freute sich schon auf die Begeisterung in den Gesichtern ihrer besten Freunde. Doch dann holte sie die Realität wieder ein.

„SAKURA!!!“

Und dann sah sie schwarz.

                                                                            * * *

Sakura erwachte im Krankenhaus in einem Bett. Ihre Mutter saß neben ihr und sah sehr beunruhigt aus. Dennoch sprach sie direkt beruhigende Worte auf ihre Tochter ein.

Sakura fühlte sich etwas schwach und verwirrt . Auch die Worte ihrer Mutter drangen nicht wirklich zu ihr durch. Sie blinzelte und wollte sich aufsetzen, doch ihre Mutter drückte sie wieder sanft in die Kissen zurück. Dabei merkte sie etwas schweres an ihrem linken Arm. Sie sah daran hinunter und erblickte ein dickes rosa etwas, dass ihren Arm erschwerte. In ihr stieg Panik auf und sie sah mit wässrigen Augen ihre Mutter an.

„Ganz ruhig, Sakura! Du hast dir deinen Arm gebrochen. Das ist ein Gips um deinen Arm.“
„G-Gips?“, fragte Sakura mit zittriger Stimme. Sakuras Mutter erklärte ihr ruhig was es mit dem Gips genau auf sich hatte und streichelte ihr dabei sachte über ihren rechten Handrücken. Sakura beruhigte sich dadurch wieder etwas und weinte auch nicht mehr als es an der Tür klopfte.

Eine blonde, junge Frau in einem weißen Kittel trat mit einem lächeln auf den Lippen ein.
„Guten Tag. Ich bin Doktor Tsunade und kümmere mich um ihre Tochter.“
„Danke, dass Sie so schnell kommen konnten.“, begrüßte Sakuras Mutter die Ärztin.
Nachdem die beiden Frauen kurz miteinander gesprochen hatten, kam die Ärztin zu Sakura und besah sich erst ihre Augen, dann ihren Kopf und schließlich ihren Arm.
Sakura konnte nur staunen. Diese Frau sah so schön aus und erklärte ihr alles, also musste sie auch klug sein, so dachte Sakura. Wenn sie auch so wäre, dann würden die beiden Jungs sicher neidisch auf sie werden.

„Es sieht so aus als wäre der gebrochene Arm das Schlimmste was Ihrer Tochter passiert ist. Allerdings würde ich Ihnen empfehlen sie einige Wochen zu Hause zu lassen, da ein Gips in der Kita doch gefährlich werden kann. Zudem wird er bei diesen Temperaturen häufig jucken, wogegen die pädagogischen Fachkräfte meist bei so vielen Kindern nichts tun können.“
Sakuras Mutter nickte erst und bedachte dann ihre Tochter mit einem traurigen Blick. Dann stand die Ärztin auf, schenkte Sakura ein Lächeln und zog einen Loli aus ihrem Kittel.
„Halte durch, kleine Sakura.“, sagte sie und hielt Sakura den Loli hin.
Sakura nahm ihn verlegen und die Ärztin verließ den Raum.

Schließlich durfte Sakura mit ihrer Mutter nach Hause gehen. Es war schwierig sich an und auszuziehen mit dem rosa Zeug am Arm, aber ihre Mutter sagte ihr, dass sie selber schuld wäre. Das wusste Sakura, auch wenn sie mit ihrem Arm schon genug bestraft war.

„Warum bist du überhaupt dort runter gesprungen?“, fragte ihre Mutter sie schließlich, als Sakura abends bereits zu Hause im Bett saß.
Sakura schämte sich für den Grund. Sie wusste inzwischen das es doof war und wollte ihren wahren Grund nicht preisgeben.
„I-Ich weiß nicht…“, antwortete sie zögernd und sah auf ihre Hände.
Ihre Mutter schüttelte ihren Kopf.
„Hoffentlich haben die beiden Jungen dich nicht angestiftet, sonst …“
„Hm-mh!“, verneinte Sakura sofort und schüttelte heftig ihren Kopf. „Sasuke und Naruto haben nichts getan! Sie sind beide ganz lieb!“
Ihre Mutter wirkte nicht wirklich überzeugt, beließ es aber erst einmal dabei. Sie wünschte ihr eine gute Nacht und löschte das Licht.

Nun lag Sakura da, völlig erschöpft und müde. Dennoch schweiften viele Gedanken in ihrem Kopf herum. Würden Sasuke und Naruto sie vergessen, wenn sie eine Weile nicht da war? Könnte sie mit diesem Gips überhaupt noch mit den beiden spielen? Und dann war da diese Ärztin. Würde Sakura auch mal so schön werden wie sie? Und auch so klug?
Es waren so viele Fragen. Viel zu viele Fragen für einen solchen kleinen Kopf.
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