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GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Harry Styles Louis Tomlinson
06.12.2020
18.04.2021
30
71.724
26
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205 Reviews
Dieses Kapitel
7 Reviews
 
08.04.2021 2.958
 
Oh man, ihr glaubt gar nicht, was ich für eine stressige Woche hatte :\ Umso glücklicher bin ich, das Kapitel doch noch hochladen zu können :) We're close to the End guys :D
In diesem Kapitel werden immer wieder die Zeiten gewechselt. Kursiv = Vergangenheit, Normal = Gegenwart
Viel Spaß beim Lesen <3
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__9. März vor einem Jahr:__

„... und Shane hat dir wirklich angeboten hier zu übernachten?“, rief Suzanne über die Musik hinweg und nahm einen Schluck ihrer Cola.
„Ja, wieso?“, fragte ich. Wir standen nebeneinander an einem der Fenster und blickten nach draußen. Shanes Eltern hatte dieses wirklich coole Wochenendhaus hier außerhalb von London an einem kleinen See. Heute war sein Geburtstag und er hatte alle hier her eingeladen. Der Vollmond spiegelte sich auf dem dunklen Wasser und erleuchtete den Kiefernwald um uns herum.
„Ach... nur so“, murmelte sie schulterzuckend.
„Su, was ist?“, hakte ich nach.
Sie seufzte und kaute auf ihrer Unterlippe herum. „Ich weiß nicht... er war in letzter Zeit nur ein wenig eifersüchtig, weil wir so viel Zeit miteinander verbringen...“
„Hmm“, machte ich. Shane war nicht klar, dass er keinen Grund hatte eifersüchtig zu sein. Suzanne war die einzige Person der ich mich gegenüber geoutet hatte. Nicht mal meine Mutter wusste, dass ich schwul war. Und Shane ging wohl davon aus, dass ich hetero war.
„Ich hab ihm schon hundert mal gesagt, dass wir einfach nur Freunde sind, aber naja... er kann manchmal etwas besitzergreifend sein“, seufzte sie.
„Wenn du willst, könnten wir ein bisschen mehr Abstand halten“, schlug ich vorsichtig vor, „Sogar meine Mum dachte schon, dass wir ein Paar sind, weil wir praktisch aneinander kleben.“
„Denk nicht mal dran H! Ich werde bestimmt nicht aufhören an dir zu kleben!“, lachte sie und schloss mich in die Arme.
Ich grinste und zog sie fest an mich. „Du bist echt die beste Freundin, die man sich wünschen könnte.“
„Ich weiß“, kicherte sie gegen meine Schulter.
„Styles“, hörte ich da plötzlich Shanes Stimme. Ich löste mich langsam aus Suzannes Umarmung und sah Shane an. Ich konnte seinen Gesichtsausdruck nicht so ganz deuten, aber in seinen Augen stand definitiv ein wenig Eifersucht. „Was willst du trinken?“
„Ich nehme einfach Cola“, lächelte ich.
„Ach komm schon, es ist mein Geburtstag, trink Einen mit mir.“
„Dräng ihn nicht, wenn er nicht möchte“, mischte sich Suzanne ein.
„Schön“, Shane lächelte zurück, wobei das Lächeln seine Augen nicht so ganz erreichte.
„Cola, kommt sofort!“

__Heute:__
„Ich hatte es zu diesem Zeitpunkt noch nicht gewusst, aber Shane hat mir etwas in die Cola reingetan“, erzählte ich Louis, „Ich weiß nicht, was er damit beabsichtigt hat, aber er hat mir LSD in Ethanol Lösung unter die Cola gemischt.“
Louis klappte der Unterkiefer herunter. „Wo zur Hölle hatte er das Zeug her?“
„Ich hab keine Ahnung. Ich habe es auch nicht geschmeckt, da es hoch dosiert war und er nicht viel davon reinmachen musste... Er hat mich den ganzen Abend mit Getränken versorgt Lou... Mit jedem Drink hat er die Dosis erhöht.“
Louis sah so aus, als würde er Shane jetzt sofort umbringen wollen. Er hatte die Hände zu Fäusten geballt und schien nicht glauben zu können, dass Shane mir das angetan hatte.
„Zunächst war ich einfach nur gut drauf, aber umso später der Abend wurde, desto stärker wurde die Wirkung. Meine Wahrnehmung hat sich verzerrt und ich hab total mein Schamgefühl verloren... Ich schätze das ist Shanes Ziel gewesen... Er wollte vermutlich, dass ich mich blamiere oder so...“
„Dieser verdammte Wichser!“


„Lass uns tanzen!“, rief ich lachend und zog Suzanne auf die Tanzfläche. Die Party war mittlerweile in vollem Gange und meine Laune wurde immer besser.
„Wow, du bist ja gut drauf“, bemerkte sie verblüfft, tanzte aber mit mir. „Hast du doch Alkohol getrunken?“
„Nein“, grinste ich, „Aber ich fühle mich einfach fantastisch!“
Die Schwarzhaarige runzelte die Stirn.
„Guck nicht so Su!“, ich schloss meine Arme um ihre Taille und wirbelte sie herum.
„Ahh“, sie lachte und legte ihre um meine Schultern, um sich festzuhalten.
„Ich liebe dich Suzanne, ich liebe dich so sehr!“
„Ich dich auch H“, lachte sie und zwickte mir in die Seite.
Ich kicherte und drückte ihr einen Kuss auf die Stirn, was sie mit einem humorvollen Augenrollen quittierte.
Dann konnte ich jedoch regelrecht sehen, wie ihr das Lachen verging, als sie zu jemanden hinter mir guckte. Ich drehte mich um und ahnte bereits was los war.
„Wollt ihr mich verarschen??!“, brüllte Shane, und ehe ich mich versehen hatte, traf mich eine Faust im Gesicht. Ich ging zu Boden und hielt mir stöhnend die blutende Nase.
„Stopp, hör auf! Spinnst du?!“, rief Suzanne und kniete sich direkt neben mich.
„Du bist so eine Schlampe! Wie kannst du es wagen, mich an meinem Geburtstag so zu betrügen?!“, schrie Shane sie an. Abgesehen von der dröhnenden Musik, war es vollkommen Stumm im Raum geworden. Alle Augen waren auf uns gerichtet.
„Ich habe dich nicht betrogen“, antwortete Suzanne während sie mir aufhalf.
„Ich bin weder blind noch taub! Du betrügst mich mit diesem Loser!“
„Du liegst falsch“, entgegnete Suzanne ruhig.
„Wie kann ich da falsch liegen?! Er hat gesagt, er liebt dich. Ich habe es gehört! Erklär mir, wie man das missverstehen kann!“
Suzanne schüttelte einfach nur den Kopf. Sie hätte es ihm sagen können. Sie hätte Shane erklären können, dass ich schwul war. Aber das tat sie nicht. Sie würde mich nicht vor all diesen Leuten Outen. Das würde sie mir niemals wegnehmen.

„Sie hätte schlimmeres verhindern können, wenn sie einfach mich einfach geoutet hätte“, schluchzte ich. „Oder wenn ich mich geoutet hätte. Ich hätte einfach sagen sollen, dass ich schwul bin. Das hätte alles geändert...“
„Nein Haz, das konntest du nicht wissen. Sie war eine verdammt gute Freundin und hat dich nicht geoutet! Es wäre das Letzte gewesen, dich ohne dein Einverständnis zu outen. Deswegen bist du noch lange nicht Schuld an ihrem Tod Harry“, sagte Louis mit Überzeugung.
„Die Geschichte ist noch nicht zu Ende Lou.“

„Was hast du mit Harry gemacht?“, fauchte Suzanne Shane an.
„Ich hab ihn geschlagen, siehst du doch.“
Die Schwarzhaarige funkelte Shane in Grund und Boden.
„Ja das sehe ich. Aber das hab ich nicht gemeint. Was hast du ihm gegeben? Warum ist er so komisch drauf?!“
„Ich weiß nicht, wovon du redest“, entgegnete Shane glatt.
Suzanne sah ihn einfach nur fassungslos an. Sie hatte geglaubt Shane zu kennen und wurde gerade eines besseren belehrt.
„Ich werde Harry jetzt nach Hause fahren“, sagte sie.
„Was? Nein!“, Shane packte sie am Handgelenk.
„Fass mich nicht an! Du hast genug angerichtet! Ich werde jetzt deine Fehler wieder gut machen. Schöne Party noch.“
„Suzanne! Warte, es tut mir Leid okay?“, rief Shane.
„Wir reden später darüber.“ Suzanne stützte mich auf dem Weg nach draußen zum Wagen.


„Aber es gab kein Später“, von heftigen Schluchzern geschüttelt weinte ich an Louis Brust gedrückt.
„Was ist passiert?“, fragte Lou sanft, während er meinen Rücken streichelte.
„Wir sind losgefahren... es war dunkel und es hat geregnet und ich war völlig am Ende. Ich hab keine Ahnung, wie viel LSD Shane mir verabreicht hatte, aber es ging mir immer schlechter... Suzanne ist gefahren, und ich saß auf dem Beifahrersitz...“


„Ich kann nicht glauben, was er getan hat. Wie kann er es wagen, dich einfach so zu schlagen?!“, rief Suzanne aufgebracht, während wir den Highway entlang fuhren.
„So hätte ich ihn nicht eingeschätzt... Wenn ich heraus finde, dass er dich auch noch irgendwie abgefüllt hat, bringe ich ihn um!“
„Wie soll er mich denn abgefüllt haben?“, wand ich ein, „Ich hätte den Alkohol doch geschmeckt.“
„Schon... aber irgendwas ist doch mit dir, oder nicht?“
Ich schwieg, während sich meine Welt erneut begann zu drehen. Mein Kopf pochte und der Schwindel wurde immer stärker.
Ich versuchte ruhig zu atmen, aber mein Zustand versetzte mich in Panik. Ich hyperventilierte und Flecken begannen vor meinen Augen zu tanzen.
„Harry?! Harry, was ist los?“, sie blickte besorgt zu mir herrüber.
„M-mir ist... ist schlecht. Ich glaub ich muss... muss mich übergeben.“
„Was?“ Suzanne sah mich panisch an. „Okay, warte, fuck ich-...“


„Alles an das ich mich erinnere ist ein lauter Knall, quietschende Reifen und grelles Licht... Wir waren an einer Kreuzung gewesen, an der Suzanne hätte Vorfahrt gewähren müssen... Es ist eine gemeine Stelle, weil sie unbeleuchtet mitten im Wald liegt... Ein anderes Auto ist mit 70 Meilen pro Stunde in uns gekracht. Auf der Fahrerseite...“
Louis schlang seine Arme fester um mich.
„Der Fahrer des anderen Autos ist sofort tot gewesen. Es war ein Mann, der gerade mal 49 gewesen war. Auch sein Tod geht auf mein Konto...“


Ein scharfer Schmerz durchzuckte mich, als ich wieder zu Bewusstsein kam und den Kopf hob. Mir war schwindlig und unheimlich schlecht. Ich sah jede Menge Weiß und brauchte einen Moment um zu realisieren, dass es der Airbag war, der bei dem Aufprall ausgelöst worden war. Die Windschutzscheibe war überall eingerissen und leicht nach drinnen gewöblt.
„Su“, rief ich panisch und blickte zu ihr hinüber. Ihre Seite des Autos war völlig eingedrückt. Sie blutete am Kopf und der Anschnallgurt hatte ihr leicht in die Haut geschnitten, aber das Schlimmste war, dass ihr Körper beinahe von dem eingedrückten Metall zerquetscht wurde.
„Suzanne!“
Die Schwarzhaarige stöhnte Leise. „Harry?“, ihre Stimme war leise und rau.
Ich könnte weinen vor Glück, als ich sie meinen Namen sagen hörte. „Suzanne bist du okay?“
Sie drehte den Kopf zu mir. „Ich... ich weiß nicht“, sie hustete und geschockt sah ich, wie Blut aus ihrem Mund rann.
„Kannst du dich bewegen?“
„Ich b-bin eingeklemmt“, röchelte sie. Sie sah mich mit ihren großen Augen an und ich konnte die Angst darin erkennen.
„Wir müssen Hilfe holen“, panisch sah ich mich nach meinem Handy um.
„Kofferraum“, hauchte Suzanne. Ich erinnerte mich, dass sie ihre Tasche in den Kofferraum gelegt hatte, in der sich dummerweise auch meine Sachen befanden.
Ich drehte mich um, aber in Suzannes Auto war der Kofferraum separat. Ich musste aussteigen und ihn von außen öffnen.
„Fuck“, ich brauchte mehrere Versuche um mich abzuschnallen. Mein rechter Arm tat unfassbar weh. War er gebrochen? Ich versuchte die Tür mit meiner linken Hand zu öffnen, doch sie blockierte. Die Karosserie hatte sich zu sehr verbogen.
„Scheiße“, ich rüttelte an dem Griff, doch die Tür bewegte sich keinen Zentimeter.
„Harry“, flüsterte Suzanne und ihre Stimme klang immer schwächer.
Ich drehte mich zu ihr um. Sie lächelte mich schwach an.
„Du w-weißt, dass... ich dich liebe oder?“
„Nein, fang jetzt nicht so an. Bleib bei mir okay! Sieh mich an!“ Panik stieg in mir auf.
„Sag meiner Mum, dass sie die Beste ist.“
„Nein, das wirst du ihr selbst sagen! Du wirst nicht sterben!“
Suzanne lächelte nur schmerzerfüllt und hustete dann erneut Blut.
Panisch rüttelte ich wiederholt an der Tür, doch was ich auch tat, sie rührte sich einfach nicht.
Schwer atmend ließ ich mich zurück in meinen Sitz sinken und starrte einige Minuten einfach nur um Fassung ringend nach draußen auf die Straße. Mir war extrem schwindlig und schlecht und die Zeit schien still zu stehen.
Tränen liefen mir die Wangen hinab, während ich wieder zu Suzanne blickte.
„Harry, du musst mir etwas versprechen“, wisperte die Schwarzhaarige mit versagender Stimme. „Werd glücklich für uns beide okay? Lass das hier nicht unser beider Ende sein. Du musst weitermachen. Für mich.“
„Nein“, schluchzte ich verzweifelt.
„Versprich es“, bat sie.
Ich schüttelte heftig weinend den Kopf.
„Bitte“, hauchte sie.
„Okay“, sagte ich unter Tränen und ertrug es kaum ihr schmerzerfülltes Gesicht anzusehen, also blickte ich wieder nach draußen.
Da kam mir eine Idee, wie ich hier raus kommen könnte. Ich begann gegen die sowieso schon angeschlagene Windschutzscheibe zu treten. Es kostete mich unfassbar viel meiner schwindenden Kraft, doch ich gab nicht auf. Ich musste Suzanne hier raus holen! Ich musste Hilfe holen! Immer wieder trat ich gegen die Scheibe. Mein ganzer Körper brannte und schmerzte, aber ich gönnte mir nur wenig Pausen. Nach etwa zehn Minuten des Treten und Schlagens fiel die Scheibe endlich aus ihrem Rahmen.
„Aber das hier ist nicht das Ende okay? Für keinen von uns! Ich werd dich hier raus holen Su! Ich werde dich nicht sterben lassen!“
Sie lächelte unter Tränen und nickte.
Ich begann aus dem Auto zu klettern, was sich mit einem gebrochenen rechten Arm als gar nicht so leicht herausstellte.
Schließlich schaffte ich es und schrie vor Schmerz auf, als ich auf dem Asphalt landete. Ich beeilte mich zum Kofferraum zu gelangen und fand mein Handy.
Ich wählte 112 und beinahe augenblicklich meldete sich eine weibliche Stimme.
„Notrufzentrale, wie kann ich ihnen helfen?“
„Hier ist Harry Styles. Ich und meine Freundin hatten einen Autounfall“, erklärte ich und versuchte ruhig zu sprechen, doch meine Panik wurde immer schlimmer. „Wir sind Coppermill Road Ecke Stanwell Road. Bitte sie müssen sich beeilen, meine Freundin braucht Hilfe!“
„Okay, ganz ruhig, Hilfe kommt sofort. Wie viele Verletzte sind es?“
Ich ging langsam um unseren Wagen herum und erkannte eine zusammengesunkene Gestalt am Steuer des anderen Wagens.
„Mit mir drei.“
„Okay gut. Hilfe ist auf dem Weg. Bleiben sie dran okay, schildern sie mir die-...“, die Verbindung brach ab. Mein Handyakku hatte sich verabschiedet.
Ich warf es zurück in den Kofferraum und lief wieder zu Suzanne. Jeder Schritt war Schmerzhaft, aber ich musste ihr irgendwie helfen. Wieder an der Autofront angekommen, sah ich erschrocken, dass Suzannes Oberkörper sich viel zu langsam hob und senkte. Ihre Augen waren geschlossen.
„Su! Su sieh mich an! Bleib bei mir!“, rief ich verzweifelt.
Sie hustete. Und öffnete flatternd die Lider.
Sie öffnete den Mund.
„Nein, nicht sprechen. Bleib einfach nur wach, okay?!“
„Keep your promise...“, röchelte sie, „Live a life for the two of us.“
Sie atmete noch einmal ein und ein letztes Mal aus.
„Nein!“, schrie ich und kletterte ungeachtet meiner Schmerzen wieder zu ihr in den Wagen. In der Ferne hörte ich die Sirenen.
„Nein. Suzanne! Bitte, nein, nein, nein. Verlass mich nicht“, schluchzte ich, doch sie reagierte nicht mehr...

„In ihrer Autopsie fand man heraus, dass sie auch LSD im Blut hatte. Lange nicht so viel wie ich, aber ausreichend, um ihre Wahrnehmung zu beeinträchtigen. Wir haben auf der Party beide Cola getrunken... Vermutlich haben wir einmal aus versehen unsere Getränke vertauscht...
Du wolltest jemanden umbringen, der es verdient hatte Lou. Aber ich habe den besten Menschen getötet, den es auf dieser Welt gab...
Wenn ich mich geoutet hätte, wäre die Situation nicht so eskaliert. Wenn ich von Anfang an einfach nur mehr Abstand zu ihr gehalten hätte, wäre Shane nicht so eifersüchtig gewesen und das alles wäre nie passiert. Wenn ich Suzanne beim Fahren nicht abgelenkt hätte... wenn ich besser darauf aufgepasst hätte, welche meine Cola war... wenn ich schneller den Notruf gerufen hätte...“
Ich weinte bitterlich und Louis hielt mich einfach nur fest.
„Es ist meine Schuld, dass sie tot ist. Ich hätte es verhindern können!“
„Nein, es ist nicht deine Schuld Harry. Wenn es die Schuld von jemandem ist, dann ist es Shane!“, argumentierte Louis.
Ich schüttelte den Kopf. „Ich habe ihm gesagt, dass ich sie hätte retten können, wenn ich den Notruf schneller gerufen hätte... Seit dem macht er mich verantwortlich für ihren Tod.“
„Wenn er diesen ganzen scheiß mit dem LSD nicht abgezogen hätte, würde seine Freundin noch leben und das weiß er auch. Er schiebt die Schuld nur auf dich, weil es leichter für ihn ist“, wand Louis ein.
„Aber ich hätte es verhindern können Louis! Es lag in meiner Hand. Ich hatte so viele Möglichkeiten es zu verhindern. Das LSD hat mein Zeitgefühl vollkommen zerstört. Weißt du wie viel Zeit zwischen dem Unfall und dem Notruf vergangen sind?! 37 Minuten! Wäre ich auch nur 10 Minuten schneller gewesen, hätte ich sie retten können! Ich war nicht schnell genug.“
„Ja, aber das lag an den Drogen, die Shane dir verabreicht hat! Es ist nicht deine Schuld Harry!“
Ich blickte Louis in die Augen. Ich wollte ihm glauben. Aber meine Schuldgefühle würden niemals vergehen...

„Ich weiß, dass du vermutlich keine Lust darauf hast, aber vielleicht wäre es gut, wenn ich dich ein bisschen ablenke, und wir doch noch auf unser Date gehen“, meinte Louis schließlich und reichte mir ein Taschentuch, „Den Film schaffen wir zwar nicht mehr, aber wir könnten immer noch Essen und anschließend Spazieren gehen. Wir können währenddessen weiter über letztes Jahr sprechen, oder auch über etwas anderes, wie du magst.“
„Klingt gut“, ich zwang mich zu einem Lächeln.
„Hey“, Louis zwang mich ihn anzusehen, „Du bist nicht an ihrem Tod Schuld. Und auch nicht an dem des anderen Fahrers.“ Ich nickte.
Er küsste mich liebevoll und nahm mir damit für einige Sekunden den Schmerz.


Also gingen wir essen und ich erzählte Louis währenddessen von Suzanne und unserer Freundschaft. Ich schwankte immer wieder zwischen Lachen und Weinen, aber Louis schaffte es stets, mich zu trösten.
Anschließend gingen Louis und ich Hand in Hand durch den Hyde Park. Der Ort an dem wir zum ersten Mal gemeinsam Joggen gewesen waren. Es war bereits dunkel und fast Menschenleer. Das hatte Lou offenbar auch beabsichtigt, als er das Date geplant hatte. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass er irgendetwas vorhatte. Wollte er mir etwa hier sagen, dass er mich liebte? Es wäre durchaus sehr romantisch. Aber als Louis das hier geplant hatte, hatte er nichts von Suzannes Todestag gewusst... Also entschied er sich vielleicht um.
Wir gelangten an einen Teich und setzten uns auf eine Bank. Louis' Griff um meine Hand wurde fester.
„Haz?“
„Ja?“
„Ich...“, mein Handy begann zu klingeln und Louis verstummte.
Ich verdrehte entnervt die Augen und holte es hervor. Es war Liam.
„Hi, ich hab doch gesagt, heute passt es nicht mit dem Telefonieren“, sagte ich sofort, nachdem ich ran ging.
„Harry, es tut mir so Leid!“, erklang Liams panische Stimme.
„Was? Was tut dir Leid?“
Er antwortete mit nur einem angsterfüllten Wort: „Run!“
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