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GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Harry Styles Louis Tomlinson
06.12.2020
18.04.2021
30
71.724
33
Alle Kapitel
206 Reviews
Dieses Kapitel
6 Reviews
 
04.04.2021 2.169
 
I recently saw, that the story has exactly 69 hearts now. Y'all are just as dirty as I am ;P No more hearts from now on please xD
Just kidding :D
Viel Spaß beim nächsten Kapitel und frohe Ostern<3
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9. März

„Hey mein Schatz, wie geht es dir?“, fragte meine Mum sobald ich in die Küche kam.
Meine Unterlippe begann zu beben und nur wenige Sekunden später brach in Tränen aus. Zum hundertsten Mal diese Woche...
„Oh baby“, meine Mum schloss mich in die Arme und zog mich fest an sich. „Es tut mir so leid“, flüsterte sie.
„Magst du etwas frühstücken?“
Ich schüttelte den Kopf. „Können wir gleich zum Friedhof?“, bat ich.
Mum nickte. „Natürlich, wie du magst.“
Heute war er. Heute war Suzannes Todestag. Ich war sowas von gar nicht bereit mich diesem Fakt zu stellen. Es war bereits ein ganzes Jahr gewesen, dass ich ohne diesen wunderbaren Menschen hatte verbringen müssen...
Ich schluchzte heftig auf und Mum nahm mich erneut in die Arme, bevor wir uns auf den Weg zum Friedhof machten.
Auf dem Weg holten wir Blumen. Lilien waren Suzannes Lieblingsblumen gewesen... Traurig blickte ich auf den weißen Blumenstrauß hinab und fuhr mit dem Zeigefinger über die zarten Blütenblätter.

„Weiße Lilien? Sind das nicht Grabblumen?“, lachte ich, als Suzanne mir im Gehen den Strauß überreichte.
„Nein sind es nicht! Es sind fröhliche Blumen!“, beharrte die Schwarzhaarige, während wir über den Schulhof liefen.
„Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie für Begräbnisse verwendet werden“, entgegnete ich skeptisch.
Sie verdrehte nur die Augen. „Meinetwegen. Aber es sind trotzdem meine Lieblingsblumen. Riech mal“, forderte sie mich auf.
Okay die Blumen rochen echt gut, wobei ihr Geruch auch ziemlich intensiv war.
„Warum sind es deine Lieblingsblumen?“, hakte ich nach.
Suzanne errötete und mir wurde klar, was Sache war.
„Oh Shane hat dir also Lilien geschenkt“, stellte ich fest.
„Er hat mir welche letzte Woche zum Valentinstag geschenkt. Ist das nicht süß? Du weißt wie sehr ich diesen ganzen Kitsch hasse, ich kann die Farben Rosa und Rot echt nicht mehr sehen. Und da hat mir Shane einfach blaue Lilien geschenkt. Blau! Es war perfekt!“, schwärmte sie. Ich hatte Shane nie für den romantischen Typen gehalten, aber ich musste zugeben, dass das echt verdammt süß gewesen war. Die beiden waren mittlerweile bereits sieben Monate zusammen und Shane schien Suzanne echt gut zu tun.
„Es ist schön dich so glücklich zu sehen“, lächelte ich, legte einen Arm um ihre Schultern und drückte sie im Gehen an mich.
„Und was ist mit dir? Bist du glücklich?“, fragte sie.
„Meine wunderschöne beste Freundin hat mir gerade Blumen geschenkt, die nur vielleicht etwas mit dem Tod zu tun haben... Ich kann mich verdammt glücklich schätzen“, stichelte ich grinsend.
„Hey wenn du sie nicht willst, behalte ich sie“, sie schnappte lachend nach dem Strauß, doch ich hielt ihn außerhalb ihrer Reichweite, weil ich viel größer war als sie.
„Auf keinen Fall! Wer weiß, vielleicht bringen sie ja Unglück. Ich behalte sie lieber“, neckte ich.
„Du bist ein Spinner“, lachte sie, gab mir einen Kuss auf die Wange und lief dann zu ihrem Schulbus.

Bis heute konnte ich nicht glauben, dass dieses Gespräch tatsächlich so statt gefunden hatte... Kaum drei Wochen vor ihrem Tod...
„Schatz? Wir sind da“, sagte meine Mutter und sah mich besorgt an.
Ich hob den Kopf und erblickte durch die Windschutzscheibe den Friedhof.
„Wir hätten keine Lilien holen sollen...“, flüsterte ich.
„Was wieso?“, Mum klang extrem besorgt und beunruhigt, so als würde ihr mein Zustand Angst machen.
„Sie bringen wirklich Unglück...“
Meine Mum schwieg und sah mich einfach nur mit den großen grünen Augen an, die ich von ihr geerbt hatte.
„Komm, wir sollten sie besuchen“, lächelte Mum sanft, stieg aus und nahm meine Hand, sobald wir über den Friedhof gingen.
Als wir an Suzannes Grab ankamen, bekam ich einen Heulkrampf und meine Mum hielt mich einfach nur, während ich alles heraus ließ. Andere Verwandte und Freunde hatten bereits Blumen abgelegt und Kerzen links und rechts von ihrem Grabstein entzündet.
Mum legte unseren Strauß dazu und streichelte mir eine Weile lang beruhigend über den Rücken, bis meine Tränen schließlich versiegten.
'Falls du mich hören kannst Su, ich liebe dich und ich werde dich niemals vergessen', dachte ich und blickte gen Himmel.
Eigentlich glaubte ich nicht an Gott oder den biblischen Himmel, aber der Gedanke, dass Suzanne immer noch irgendwo existierte und ab und zu ein Auge auf mich hatte, war einfach beruhigend.
Mum und ich wollten uns gerade zum gehen wenden, da kam der Mensch, den ich jetzt am allerwenigsten sehen wollte... Shane.
„Was machst du hier Styles?“, fragte er abfällig.
„Ich besuche das Grab meiner Freundin“, erwiderte ich ruhig. Wollte er jetzt wirklich hier und heute einen Streit anfangen? Das konnte nicht sein Ernst sein.
„Nein sie war nicht deine Freundin. Sie war meine Freundin!“ Okay doch, es schien sein Ernst zu sein.
„Hör auf Shane, Suzanne würde das nicht wollen“, sagte ich.
„Du hast keine Ahnung was sie wollen würde! Und jetzt verpiss dich, du beschmutzt ihr Grab!“ Und mit diesen Worten trat er den Strauß weiße Lilien weg, den Mum kurz zuvor abgelegt hatte.
„Was fällt dir ein?“, rief meine Mutter empört.
„Verpiss dich Styles, bevor ich dich dazu zwinge!“, knurrte Shane und meine Mutter schnappte nach Luft. Ich hatte ihr nie erzählt, wer mich immer verprügelt hatte, doch ich konnte an ihrem Gesicht sehen, dass sie es gerade realisierte. Sie warf mir einen ungläubigen Blick zu und ich bestätigte ihre Vermutung indem ich bedrückt den Kopf senkte.
Sie stellte sich schützend vor mich und funkelte Shane in den Boden: „Halt dich gefälligst von Harry fern, oder ich werde Anzeige erstatten, ist das klar?“
Shane schnaubte nur.
„Du würdest für derartige Körperverletzung in den Knast kommen“, fuhr meine Mutter unbeirrt fort, „Ist es das was du willst?“
Shane lachte bitter. „Das ist mir sowas von egal. Die Person, die mir einen Grund zum Leben gegeben hat ist tot. Und das ist seine Schuld!“, Shane deutete auf mich.
Tränen sammelten sich in meinen Augen.
„Klar und du hattest natürlich keinerlei Schuld an dieser Situation getragen“, erwiderte Mum wütend.
Shanes Kiefer verkrampfte sich.
Mum lächelte bitter. „Denk mal darüber nach.“ Und mit diesen Worten drehte sie sich um und ging in Richtung Auto davon.
„Du weißt schon, das ich sie geliebt habe oder? Denkst du wirklich ich habe sie absichtlich sterben lassen??“, flüsterte ich und blickte Shane an.
„Wenn du nicht sofort verschwindest, bring ich dich um“, fauchte er.
Ich hätte gerne 'Try me, bitch' entgegnet, aber ich ließ es bleiben. Ich würde bestimmt keine Prügelei an Suzannes Grab anfangen. Also legte ich einfach den Strauß Lilien wieder zu den anderen Blumen und verließ den Friedhof.

„War es Shane? War er es, der dir all diese schrecklichen Dinge angetan hat?“, fragte Mum, sobald ich wieder zu ihr ins Auto stieg.
Ich nickte stumm.
„Aber ihr wart doch einmal Freunde!“
„Das war vor Suzannes Tod“, flüsterte ich.
„Wir sollten ihn wirklich anzeigen“, sagte Mum wütend.
„Lass es gut sein“, seufzte ich, „Mittlerweile kann ich mich wehren. Er kann mir nichts mehr anhaben.“
„Okay. Aber falls ich auch nur noch von einem Kratzer erfahre, den er dir zufügt, zeige ich ihn an!“
Ich sagte nichts mehr und blickte einfach nur noch stumm aus dem Fenster, während ich darüber nachdachte, dass es tatsächlich einmal eine Zeit gegeben hatte, in der ich und Shane befreundet gewesen waren. Die Freundschaft war zwar nie so eng gewesen, wie die zu Niall oder Ashe, aber wir hatten uns trotzdem gut verstanden.
Ich konnte das selbst nicht glauben, wenn ich uns jetzt betrachtete...

Kaum als wir wieder unser Haus betreten hatten, klingelte mein Handy. Es war Louis.
„Willst du nicht rangehen?“, fragte Mum, die neugierig auf das Display blickte.
Ich schüttelte nur den Kopf und drückte Louis weg.
„Habt ihr Streit?“
„Nein“, murmelte ich, „Aber ich will ihn heute einfach nicht sehen, Mum. Er weiß nicht was mit Suzanne passiert ist.“
„Du hast es ihm nicht erzählt?“
„Hätte ich es ihm erzählen sollen?“, erwiderte ich fragend.
„Das musst du selbst wissen Harry“, seufzte Mum, „Aber du wirst es nicht ewig verheimlichen können.“
Ich biss mir auf die Unterlippe. Mir war klar, dass sie recht hatte. Aber ich wusste nicht, wie ich es ihm erzählen sollte. Es ihr und Niall zu erzählen war eines der schwersten Dinge, die ich je getan hatte. Und die letzte Person der ich es erzählt hatte, hasste mich jetzt abgrundtief. Und das, obwohl er und ich vorher Freunde gewesen waren... Was ist, wenn Louis nach meiner Beichte anders von mir denken würde? Wenn er Schluss machen wollen würde, weil er mich ebenso wie Shane für Suzannes Tod verantwortlich machte?
Klar, Louis hatte Suzanne nicht gekannt, aber machte das einen Unterschied?
Anstatt Louis zurückzurufen oder zu antworten, schrieb ich Liam eine Nachricht, dass ich heute nicht telefonieren wollte. Merkwürdigerweise hatten wir die ganze letzte Woche lang jeden Tag telefoniert. Ich hatte keine Ahnung, wie wir so viel Gesprächsstoff fanden, über den wir sprechen konnten, aber es passierte einfach und mittlerweile genoss ich unsere Gespräche sehr.
Ich sprach mit Liam viel über Louis, sogar mehr als mit Ashe oder Niall. Ich hatte ihm auch von dem Date erzählt, dass Louis und ich eigentlich für heute Abend geplant hatten. Wir wollten ins Kino und anschließend Essen gehen und den Abend dann einfach mit einem netten Spaziergang ausklingen lassen, aber jetzt gerade wollte ich keines dieser Dinge tun. Ich hatte an diesem Tag überhaupt kein Date gewollt, aber Mum hatte mich überredet, weil sie gedacht hatte, es sei eine gute Idee. Und nun ignorierte ich Louis' Anrufe und Nachrichten seit beinahe 48 Stunden...

Ich saß auf meinem Bett und spielte Take Me To Church auf meiner Gitarre, als es plötzlich an meiner Zimmertür klopfte.
„Ja?“
Louis trat ein. Ich ließ beinahe meine Gitarre fallen.
„Lou, was...?“, stotterte ich und erhob mich.
„Was ich hier mache? Oh hmm ich weiß nicht, ich hab mir einfach nur Sorgen gemacht, weil du mich seit zwei Tagen ignorierst, das Training abgesagt hast und dann unser Date sausen lässt“, unterbrach er mich. Er war offensichtlich angepisst.
Ich biss mir zerknirscht auf die Lippe.
„Kannst du mir mal erklären, was das soll Harry?“, fragte Louis wütend, doch ich konnte sehen, dass er total gekränkt war, „Ist es weil ich dein Liebesgeständnis nicht erwidert habe? Bist du sauer? Es tut mir Leid okay? Ich bin einfach noch nicht so weit! Aber du bedeutest mir wirklich viel, das muss dir doch klar sein!“
„Das weiß ich“, flüsterte ich und ich spürte erneut diesen riesigen Kloß in meinem Hals. Ich lief auf Louis zu und schlang die Arme um ihn. Einen Moment zögerte er, dann erwiderte er die Umarmung und hielt mich fest, während meine Tränen den Stoff seines Shirts tränkten.
Nach einigen Minuten führte er mich zum Bett und zog mich auf seinen Schoß, wo er mich dann erneut fest umarmte.
„Willst du mir endlich mal erzählen was los ist? Seit dem Tag der Party verhältst du dich so merkwürdig. Du bist die ganze Zeit traurig oder durch den Wind und scheinst ständig in Erinnerungen gefangen zu sein. Was ist los Hazza?“
„Ich kann nicht...“, wisperte ich verzweifelt. „Ich kann es dir nicht erzählen.“
„Doch das kannst du. Erinnerst du dich, wie ich mich überwunden habe und dir von meiner Vergangenheit erzählt habe? Das war auch nicht leicht für mich...“, sagte Louis ruhig während er mir mit einer Hand durch meine Locken fuhr.
„Du verstehst nicht...“, schluchzte ich, „... die letzten Person der ich erzählt habe, was letztes Jahr passiert ist, war Shane. Und der will mich jetzt umbringen!“
„Was zur Hölle hat das mit Shane zu tun?!“, Louis war nun gänzlich verwirrt.
„Alles! Es hat alles mit ihm zu tun“, weinte ich. „Weißt du noch als du mich gefragt hast, warum Shane mich so sehr hasst? Er ist eigentlich nicht homophob. Er hat nichts gegen die LGBTQ+ Community. Er hasst mich, wegen dem, was vor exakt einem Jahr passiert ist. Und das obwohl wir damals Freunde waren... Du hast gesehen, was er mir alles angetan hat. Du weißt wie abgrundtief er mich verachtet. Ich will nicht, dass auch du mich hasst Louis. Ich will nicht, dass du mich verlässt...“ Meine Stimme brach und ich wurde von so heftigen Schluchzern geschüttelt, dass die ganze Erde zu beben schien.
„Heyy, schsch, beruhig dich Haz. Ich werde dich nicht hassen! Herr Gott nochmal, ich habe dir erzählt, dass ich jemanden umbringen wollte! Kann deine Geschichte wirklich schlimmer sein als das?!“
„Ja, ist sie!“, schluchzte ich.
Louis zwang mich ihn anzusehen und blickte mir tief in die Augen.
„Ich werde dich nicht hassen okay? Und ich würde dir niemals so etwas schreckliches antun wie Shane. Es ist okay, dass in deiner Vergangenheit Dinge passiert sind. Ich mag dich so wie ich dich kennengelernt habe und nichts wird an diesem Bild von dir rütteln“, besänftigte er mich, „Und jetzt erzähl mir was passiert ist. Du wirst dich danach besser fühlen, versprochen.“
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