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The Christmas Eve

KurzgeschichteKrimi, Tragödie / P16 / Gen
Grace Van Pelt Kimball Cho Patrick Jane Red John Teresa Lisbon Wayne Rigsby
06.12.2020
24.12.2020
4
6.166
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06.12.2020 875
 
„Schlechte Nachrichten.“ Lisbon sah von einem zum anderen. „Das war eben das Gesundheitsamt. So lange bis unsere Testergebnisse da sind, müssen wir alle in Quarantäne.“

„Och neeee“, maulte Van Pelt und warf einen verstohlenen Blick zu Rigsby hinüber, der sich einen Schokoladenkeks in den Mund stopfte.

„Wafff? Darf darf doff nicht wahr fein!“, rief er.

„Hey, lass deine Krümel bei dir. Oder muss ich einem erwachsenem Mann erklären was Manieren sind?“ Cho warf einen genervten Blick über den Schreibtisch.

„Sorry“, entgegnete Lisbon, „das hat uns Jane eingebrockt. Ich habe im tausendmal erklärt, dass er die Maske tragen muss. Aber er wollte nicht hören.“

„Das ist doch allein sein Problem. Was hat das mit uns zu tun?“

„Ich kann Ihren Unmut verstehen. Deswegen halte ich meine Erklärung kurz und knapp: Bei unserem letzten Fall hat er die Frau des Mordopfers geküsst.“

Rigsby, der gerade ausprobiert hatte, wieviele Kekse er auf einmal in den Mund bekam stieß einen überraschten Laut aus. Anscheinend hatte er noch mehr dazu auf Lager, was jedoch nicht zu verstehen war.

„Rigs, wenn Sie etwas zu sagen haben, dann spucken Sie es aus. Aber vorher runterschlucken.“

Kopfschüttelnd sah sie zu wie er knallrot anlief und zu würgen begann. Grace eilte ihm mit einem Glas Wasser zur Hilfe.

„Naja, wie auch immer, bitte behalten Sie die Info für sich. Ich habe versprochen, dass es zwischen Jane und mir bleibt.“

„Wo ist Jane eigentlich?“, warf Cho ein.

„Wahrscheinlich in der Dachkammer, von mir aus kann er da auch bleiben“, entgegnete Lisbon sauer. „Ich überlasse es Ihnen was Sie aus der Anweisung machen. Sie können entweder nach Hause gehen oder hier bleiben.“

Ihr selbst kam die Quarantäne entgegen. Sie würde sich ohnehin mit einer Flasche Rotwein und Pizza Zuhause verbarrikadieren.

„Aber untereinander dürfen wir Kontakt haben, oder?“ Rigsby war inzwischen wieder zu Atem gekommen.

„Auch hier ist Vorsicht geboten, immerhin kann es sein, dass nur Jane erkrankt ist. Solange der Körperkontakt nicht über die normalen sozialen Interaktionen hinausgeht, sehe ich kein Problem. Habe ich mich damit klar ausgedrückt?“ Sie unterstrich ihre Aussage mit einem vielsagendem Blick, der erst zu Rigsby und dann zu Van Pelt wanderte.

„Ehm, ja, natürlich, alles klar Boss. Wir, ehm, ich habe verstanden.“ Doch er konnte den sehnsüchtigen Blick zu Van Pelt nicht verbergen.

Lisbon verdrehte die Augen. „Van Pelt, auch Sie sind damit gemeint.“

Diese errötete leicht. „Hmm, ja, schon verstanden.“

„Und wer geht jetzt nach oben und überbringt Jane die Nachricht?“

Seit dem letzten Fall war sie extrem schlecht auf ihren Berater zu sprechen. Sein Benehmen schlug diesmal dem Fass den Boden aus. Er kannte einfach keine Grenzen und schaffte es wieder und wieder das Unfassbare zu toppen.

„Wenn sich keiner freiwillig dazu bereit erklärt, bestimme ich jemanden“, fuhr sie unwirsch fort.

„Na gut, ich gehe“, erklärte sich Grace bereit und machte sich auf, Richtung Dachgeschoss. Vor der großen, schweren Holztür blieb sie kurz stehen und lauschte. Nichts zu hören Ob er überhaupt da war?

„Van Pelt, kommen Sie rein. Lisbon schickt Sie. Habe ich Recht?“

„Verdammt, woher …?“ Sie schob die Tür auf und trat in den nur spärlich beleuchteten Raum. Jane lag auf seiner Pritsche und starrte an die Decke.

„Dann wissen Sie warum ich hier bin?“

„Hat es etwas mit dem letzten Fall zu tun? Wenn Sie sich die Mühe machen zu mir nach oben zu kommen, muss es ziemlich wichtig sein.“

„Wir sind alle in Quarantäne“, informierte sie ihn knapp und machte wieder kehrt. Sie wollte sich mit ihrem Wissen nicht zwischen die Fronten begeben.

„Warten Sie, Grace. Sie hat es Ihnen erzählt.“

„Ehm, was erzählt? Zögerlich wandte sie sich ihm erneut zu.

„Das mit dem Kuss“

„Wissen Sie, das geht mich nichts an. Ich habe Ihnen die Nachricht überbracht. Alles Andere sollten Sie mit Lisbon klären.“

„Schon gut. Gehen Sie nur“, seufzte er, „da habe ich wirklich Mist gebaut. Eine einfache Entschuldigung wird diesmal wohl nicht reichen.“

Irritiert sah sie ihn an. Was war los? Sonst war er doch nicht so. Sie zuckte mit den Schultern.

„Naja, das müssen Sie selber wissen. Wir überlegen gerade ob wir alle bis zum Testergebnis bleiben oder nach Hause gehen.“

„Jeder allein zu Hause? Ist es das was Sie wollen Grace?“, er grinste sie an.

„Ach, Jane. Hören sie auf zu grinsen. Sie haben uns das alles eingebrockt. Ich wollte eigentlich meine Familie sehen und die anderen haben bestimmt auch etwas Schönes vorgehabt.“

„Es tut mir leid“, entgegnete Jane kleinlaut, „Weihnachten sollte immer das Fest der Familie sein. Aber sind wir nicht auch so etwas wie eine Familie?“

Van Pelt rollte mit den Augen und verließ nun endgültig die Dachkammer.

„Und? Wie hat er darauf reagiert?“, fragte Lisbon Grace nach ihrer Rückkehr.

„Er hat ein schlechtes Gewissen.“

„Das sollte er auch haben, diesmal kommt er damit nicht so einfach davon.“

„Was machen wir jetzt?“

„Also, ich fahre nach Hause“, entgegnete Lisbon. Sie hatte bereits ihre Jacke an und war ihm Begriff zu gehen.

„Lisbon, bitte tun Sie das nicht“, hörte sie eine Stimme hinter sich.

„War da eben ein Geräusch?“ Sie tat so als ob sie lauschte. „Nein, ich muss mich geirrt haben.“

Schnellen Schrittes ging sie an Jane vorbei, auf den Aufzug zu.

„Lisbon!“, Patrick eilte hinterher und zwängte sich gerade noch zu ihr in den Aufzug.
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