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Leiden im Schicksal

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Harry Potter Minerva McGonagall Poppy Pomfrey Severus Snape
06.12.2020
04.10.2022
30
371.449
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02.10.2022 12.584
 
Hagrid war gerade im Wald unterwegs. Bis vor einer Dreiviertelstunde hatte er noch ein paar junge Porlocks durch den Wald gebracht und war jetzt auf dem Rückweg zu seiner Hütte als er einen lauten Knall hören konnte. Ein schneller Blick durch die Umgebung und er erkannte in einiger Entfernung links zu sich eine kleine Rauchwolke die aufstieg. So schnell der Riese zwischen den Bäumen lang kam, ging dieser Richtung Rauchwolke nur um dort erschrocken stehen zu bleiben. Denn vor ihm tat sich ein ganzes Feld an Zerstörung auf. Im Boden war ein nicht unbeachtlicher Krater, offenbar ausgelöst durch eine Explosion oder einen großen Feuerball, weshalb die Erde auch noch rauchte. Ringsherum waren einige Bäume gesplittert oder gar halb weggesprengt und auch die Sträucher waren großteils nicht mehr als diese zu erkennen. Was ihn aber am meisten überraschte und schon fast schockte war Harry, welcher mitten in dem Krater kniete, schwer atmete und den Kopf hängen ließ. Sicher, er war äußerlich nicht verletzt aber in Anbetracht der Tatsache das man in letzter Zeit bei Harry nie irgendwas in Richtung Emotionen gesehen hatte, war es doch ein komisches Bild dieses ungehaltene von ihm mitzubekommen.

Hagrid: „Harry? Sag mal was machst du denn hier?“

Harry drehte kurz seinen Kopf Richtung Hagrid und sah diesen kurz an bevor er wieder vor sich auf den Boden sah.

Harry: „Geh weg.“
Hagrid: „Das werde ich nicht tun.“
Harry: „Hagrid bitte, ich will wirklich nicht mit dir streiten also verschwinde.“
Hagrid: „Harry, selbst wenn ich deinen Zustand einfach ignorieren würde, du sitzt mitten in meinem Wald und machst meine Natur kaputt. Das kann ich nicht einfach ignorieren.“
Harry: „Es ist nicht dein Wald sondern der des Ministeriums und dessen Überwachung liegt genau genommen in meiner Hand nicht in deiner also geh einfach weiter.“
Hagrid: „Und dich einfach hier lassen? Das wird nicht passieren.“
Harry: „Hagrid, bei allem Respekt und aller Freundschaft aber verschwinde endlich.“
Hagrid: „Sonst was?“
Harry: „Sonst…“

Harry wollte Hagrid eigentlich etwas androhen, aber er konnte es Hagrid einfach nicht antun. Also stand er nur kopfschüttelnd auf.

Harry: „Sonst nichts, pass auf dich auf.“

Damit disapparierte Harry und hinterließ ein zweites Mal an diesem Tage eine besorgte Person. Und die dritte sollte nicht lange auf sich warten denn ohne es wirklich zu wollen apparierte Harry direkt in den Vorgarten von Tonks und Remus Haus, genau so das Tonks ihn sofort entdeckte. Tonks war gerade in der Küche und wollte sich einen Kaffee machen als Harry in ihren Vorgarten apparierte und sie direkt zur Haustür ging und diese öffnete. Harry hatte wohl gerade verschwinden wollen denn er sah etwas gequält zu Tonks.

Harry: „Entschuldige bitte, falsches Ziel.“
Tonks: „Du triffst nie ein falsches Ziel und so wie du aussiehst möchte ich dich ungerne wieder gehen lassen.“

Damit spielte Tonks darauf an das Harrys Knie leicht zitterten und Harry irgendwie blass war. Er machte definitiv immer noch einen gefassten Eindruck aber gesund war sicherlich etwas anderes.

Tonks: „Komm doch bitte rein. Nur ein paar Minuten. Teddy schläft zwar gerade aber Remus würde sich sicher freuen.“

Seufzend nickte Harry und folgte Tonks dann langsam ins Haus. Innerlich verfluchte er sich aber. Das war ihm schon ewig nicht mehr passiert, also warum gerade jetzt? Warum musste er jetzt an einem Ziel rauskommen wo er einfach nicht hin wollte. Eigentlich hatte er doch bloß zum Quidditchfeld gewollt also wie konnte er so weit davon abkommen? Na jetzt war es auch egal und so folgte er Tonks ins Wohnzimmer in welchem Remus auf dem Sofa saß und gerade Zeitung las, welche er aber direkt weglegte und aufstand als er Harry sah.

Remus: „Hallo Harry, was ist denn mit dir? Geht es dir nicht gut?“

Harry sah kurz zu Remus bevor er kurz zu Tonks sah und dann auf den Boden sah. Remus sah Tonks dann bittend an und diese verstand natürlich und verließ den Raum. Remus wusste ganz genau das sie sich jetzt auch um Teddy kümmern würde wenn dieser aufwachen sollte sodass er selber sich komplett auf Harry konzentrieren konnte. Genau diesen sah er jetzt auch wieder an.

Remus: „Harry?“
Harry: „I-ich glaube es geht mir nicht gut…“

Harry hatte es nur leise gesprochen aber alleine die Tatsache das er es gesagt hatte, zeigte Remus das es etwas ernsteres sein musste. Denn es gab sehr viel was Harry alleine regeln konnte ohne Hilfe zu benötigen. Wenn er aber tatsächlich so weit war, zuzugeben das er Hilfe brauchte, musste irgendwas ganz und gar nicht stimmen.

Remus: „Möchtest du drüber reden?“

Harry zögerte einen Moment bevor er leicht den Kopf schüttelte. Auch wenn Remus genau damit gerechnet hatte, seufzte er dennoch innerlich. Es würde wohl noch ewig dauern bis Harry verstand das er keine Last dar stellte.

Remus: „Möchtest du einfach etwas Gesellschaft? Wir müssen auch nicht reden. Wir können einfach still beisammen sein.“

Wieder zögerte Harry kurz bevor er langsam den Kopf hob und Remus leicht flehend ansah.

Harry: „Wenn das für dich in Ordnung ist?“
Remus: „Natürlich ist es das. Setz dich. Möchtest du was trinken? Einen Tee? Oder Kaffee? Oder vielleicht etwas Cola für deinen Kreislauf damit du wieder Farbe ins Gesicht bekommst?“
Harry: „E-eine Cola bitte.“
Remus: „Kommt sofort. Setz dich schon mal.“

Mit diesen Worten ging Remus aus dem Raum und in die Küche in welcher Tonks jetzt mit einem Kaffee saß und fragend zu Remus sah.

Tonks: „Und?“
Remus: „Er hat zugegeben Hilfe zu brauchen, will aber nicht drüber reden.“
Tonks: „Der Kleine tut mir wirklich Leid. Endlich Ruhe und doch nur Stress.“
Remus: „Das kannst du laut sagen. Auf jeden Fall werde ich mich jetzt einfach zu ihm setzen und ihm Gesellschaft leisten so lange er es braucht und will. Keine Ahnung wie lange das dauern wird.“
Tonks: „Nimm dir alle Zeit die du brauchst, ich kümmere mich um Ted. Und solltest du Hilfe mit ihm brauchen, ruf mich.“
Remus: „Werde ich, dank dir Liebling.“
Tonks: „Immer wieder gerne.“

Remus grinste, nahm sich jetzt das Glas Cola welches er während dem Gespräch gemacht hatte und ging wieder zu Harry aber nicht ohne Tonks im vorbeigehen einen Kuss zu geben. Bei Harry angekommen stellte er das Glas vor Harry auf den Tisch und setzte sich neben diesen auf das Sofa auf welchem auch Harry endlich saß. Und wie nicht anders erwartet sah Harry einfach nur gerade nach vorne aus dem Fenster. Remus wusste er brauchte viel Geduld mit dem Jungen neben sich und er würde sie niemandem lieber gewähren als Harry. Er verdankte dem Jungen immerhin so viel, das er es niemals wieder zurückgeben könnte. Auch wenn Harry das anders sah aber Remus würde nie vergessen was er alles nur wegen Harry hatte, ganz vorne natürlich einen gesunden Sohn und eine gesunde Frau. Und er wusste ganz genau das Harry es in der Vergangenheit nie leicht hatte also hatte der junge Mann auch jegliches Recht kaputt zu sein und schwierig zu sein. Er würde der letzte sein der Harry jemals weg schicken würde oder diesem Hilfe verwehren würde, selbst wenn das hieß er müsste stundenlang still neben diesem sitzen. So in Gedanken versunken merkte Remus gar nicht wie die Zeit vorbeiflog. Er reagierte erst wieder als Harry sich nach vorne lehnte, die Ellenbogen auf die Oberschenkel lehnte und das Gesicht in die Hände legte. Eigentlich wollte Remus den Jungen neben sich in seine Arme ziehen, ihn halten und ihm mit seinen Problemen helfen aber er wusste das das alles andere als das war, was Harry gebrauchen konnte. Also blieb er weiterhin still sitzen, sah aber immer mit halben Auge zu Harry. Dieser veränderte an seiner Position zwar gar nichts, aber für Remus überraschend fing er an zu reden.

Harry: „Es geht um die Dursleys. Alles was sie mir angetan haben… war nur wegen mir. Nur weil ich ein Horcrux war, wurden sie von schwarzer Magie angegriffen und konnten nichts dagegen tun. Sie waren nur so böse weil ich bei ihnen war… Alles nur weil… ich lebe…“

Remus hatte zwar nur die Hälfte verstanden und den Sinn dahinter nicht einmal zum viertel verstanden, aber das musste er seiner Meinung nach auch nicht. Das einzige was wichtig war, war für Harry da zu sein.

Remus: „Sie waren dennoch böse Menschen die dich nicht leiden konnten.“
Harry: „Aber nicht so böse. Sie haben das alles nur gemacht weil sie unter dem Einfluss der schwarzen Magie standen… Und ich musste das ganze nur ertragen weil ich damals nicht einfach gestorben bin…“
Remus: „So darfst du gar nicht denken. Es war gut das du überlebt hast und das ganze ist nicht deine Schuld. Du hast keinem Wahnsinnigen gesagt er solle versuchen dich zu töten und du hast niemandem gesagt er solle dich zu einem Horcrux machen. Du bist nur leider der der alles abbekommen hat und hast dementsprechend gelitten. Aber du hast keine Schuld daran.“
Harry: „Remus all die Jahre… habe ich überlegt zu allen Abstand zu bilden und sie nicht mehr zu nah an mich heran zu lassen. Hätte ich das getan wäre vieles bestimmt nicht passiert.“
Remus: „Noch einmal, wir lebten in einem Krieg. Da passieren schlimme Dinge. Dafür kannst du aber nichts. Du hast doch wirklich alles erdenklich mögliche getan um alle zu schützen.“
Harry: „Außer sie vor der schwarzen Magie zu schützen.“
Remus: „Du meinst der von der du nicht einmal wusstest das du sie in dir hast?“
Harry: „Aber spätestens als Dumbledore mir davon erzählt hatte hätte ich doch eins und eins zusammen zählen müssen und das verstehen müssen.“
Remus: „Wie solltest du denn an so etwas denken? Da kommt man doch nicht einfach so drauf und du hattest ja wohl genug über das du nachdenken musstest. Harry sieh mich bitte an.“

Es dauerte einen kurzen Moment bevor Harry sich aufrichtete und sich zu Remus drehte. Diesen sah er mit einem Blick an, welcher Trauer, Selbsthass und Enttäuschung vereinte.

Remus: „Du bist an dem ganzen nicht Schuld. Du hast dem Irren nicht gesagt er solle einen Krieg anfangen oder einen Teil seiner Seele in dich setzen. Du hast ihm auch nicht gesagt das er versuchen soll dich zu töten. Den Dursleys hast du auch nicht gesagt sie sollen sich so benehmen. Du hast keinerlei Schuld an dem was passiert ist. Du bist das Opfer bei dem ganzen und musstest dennoch alle anderen retten. Ich kann mir vorstellen das es nicht schön ist so etwas rauszufinden aber du kannst dir doch keine Schuld zusprechen die du niemals haben wirst. Bitte mach das nicht. Du hast genug was dich belastet, da solltest du dir wirklich nichts mehr aufbürden was nicht deine Last ist.“

Harry sah noch einen Moment zu Remus und wollte wohl etwas sagen als ein freudig quietschender Teddy in den Raum gekrabbelt kam. Dabei steuerte er, wie sollte es auch anders sein, direkt Harry an. Teddy erreichte Harrys Bein auch, noch bevor Tonks in den Raum konnte und Teddy wieder rausholen konnte. Als Tonks endlich eintrat, hatte Harry Teddy schon auf seinem Schoß sitzen.

Tonks: „Bitte entschuldigt. Er war gerade noch mit mir in der Küche.“
Harry: „Schon in Ordnung, wir waren sowieso fertig.“

Stumm seufzend sah Remus noch einen Moment zu Harry bevor er aufstand, zu Tonks ging und diese aus dem Raum zog.

Tonks: „Wart ihr wirklich fertig?“
Remus: „Natürlich nicht aber das würde Harry nie zugeben.“
Tonks: „Hast du denn wenigstens irgendwas erreicht?“
Remus: „Naja er hat kurz gesprochen ich schätze das ist schon einmal eine Steigerung zu vorher. Aber wirklich viel ist nicht dabei rum gekommen.“
Tonks: „Nicht viel für dich oder nicht viel für ihn?“
Remus: „Für mich. Für ihn war es wohl schon ein riesiger Schritt alleine das eben zu mir zu sagen.“
Tonks: „Es wird wohl einiges an Geduld brauchen was?“
Remus: „Oh ja. Aber das bin ich ihm schuldig.“
Tonks: „Das sind wir ihm alle schuldig.“

Während Remus zustimmend nickte, war Teddy gerade dabei auf Harrys Schoß aufzustehen, im Versuch diesem ins Gesicht zu greifen. Besonders angestrengt versuchte Teddy das, als er eine Träne auf Harrys Wange bemerkte. Harry aber grinste nur, wischte sich die Träne weg und knuddelte Teddy dann, welcher nur zu gerne darauf einging. Die beiden saßen dann eine Weile kuschelnd auf dem Sofa bevor Teddy glücklich an Harry gelehnt einschlief, aber nicht so aussah als hätte er vor diesen in naher Zukunft loszulassen. Aber es interessierte Harry auch nicht. Er blieb einfach sitzen und strich Teddy weiter über das kleine Ärmchen. Nach einer kleinen Weile kam Remus dann wieder rein, sah grinsend zu seinem Sohn und setzte sich wieder neben Harry auf das Sofa.

Harry: „Ich muss dir noch ein Angebot machen.“
Remus: „Du mir?“
Harry: „Ja richtig. Du weißt das morgen wieder Vollmond ist. Wo willst du hin?“
Remus: „Mein Plan war es in einen abgelegenen und nicht besuchten Wald zu apparieren.“
Harry: „Und da dann zu bleiben ohne das dich hinterher einer versorgen kann?“
Remus: „Hat schon oft genug so funktioniert.“
Harry: „Aber es muss nicht jedes mal wieder funktionieren. Komm zu mir.“
Remus: „Und dann? Setzt du dich auf einen Baum und sieht belustigt runter?“
Harry: „Also erstens müsstest du wissen das ich mich nie über dich lustig machen würde deswegen und zweitens meine ich nicht nach Hogwarts sondern in mein Werwolfshaus. Ich weiß klingt abwertend ich wusste nur keinen besseren Namen.“
Remus: „Was soll das denn überhaupt sein?“
Harry: „Eine Art Villa welche ich umgebaut habe. In die Villa können Werwölfe während der Vollmondnacht kommen. Ihr bekommt dann jeder ein eigenes Zimmer in welchem ihr euch verwandeln könnt und austoben könnt ohne Gefahr zu laufen auf andere zu stoßen oder jemanden zu verletzen. Außer euch selber natürlich. Ihr habt aber die Möglichkeit die ganze Nacht dort zu bleiben, von mir aus auch den ganzen Monat wenn ihr sonst keine Bleibe habt. Ihr bekommt dort Essen und medizinische Versorgung. Besonders nach der Vollmondnacht. Ihr bekommt dann ein Bett und was ihr eben noch haben wollt.“
Remus: „Also hast du quasi ein Hotel für Werwölfe gebaut?“
Harry: „So kann man das auch nennen ja.“
Remus: „Und das Ministerium lässt dir das durchgehen?“
Harry: „Das Ministerium ist froh wenn sie sich nicht vor Werwölfen auf der Straße fürchten müssen und freuen sich das sie in mir den Depp gefunden haben der sich um sie kümmert.“
Remus: „Hast du schon andere für diese Idee begeistert?“
Harry: „Schon etliche. Morgen sind schon 27 Werwölfe eingeplant.“
Remus: „Und du hast so viele Zimmer?“
Harry: „Ja habe ich darum brauchst du dir keine Gedanken machen.“
Remus: „Wie sieht das denn nachts aus? Bist du vor Ort?“
Harry: „Selbstverständlich bin ich vor Ort.“
Remus: „Könntest du also im Notfall reagieren und einen von uns bekämpfen oder so?“
Harry: „Wenn es zu gefährlich werden sollte werde ich eingreifen ja.“

Remus nickte und sah nachdenklich zu Harry. Es stimmt wohl, das war eine deutlich bessere Möglichkeit als einen verlassenen Wald zu besuchen aber wollte er Harry wieder solche Arbeit machen? Andererseits, Harry hätte nicht gefragt wenn er das nicht meistern würde. Aber Harry würde eben auch viel machen selbst wenn er es eigentlich nicht mehr könnte. Aber ein Werwolf mehr oder weniger würde bei der Anzahl wohl auch nicht mehr auffallen. Also was hatte er schon zu verlieren?

Remus: „Gut wenn es für dich wirklich kein Problem ist würde ich dein Angebot gerne annehmen.“
Harry: „Das freut mich. Aber einen Haken gibt es. Ich werde an dem Morgen mit einigen Leuten zu euch gehen und euch mit ihnen behandeln. Egal auf wen du da triffst, du darfst kein Theater machen. Sonst müssen wir Gewalt anwenden um dich zu behandeln.“
Remus: „Wie schlimm können die Personen schon sein? Das ist denke ich wirklich das kleinste übel.“
Harry: „Alles klar, dann komm jederzeit ab 21 Uhr zu dieser Adresse.“

Harry zog nun einen kleinen Zettel aus seiner Hosentasche und reichte ihn Remus, welcher diesen entgegen nahm und einsteckte.

Remus: „Harry ich danke dir.“
Harry: „Nicht danken ich habe noch nichts gemacht.“
Remus: „Doch alleine das du an uns denkst ist schon ein Danke wert.“
Harry: „Lass es dennoch stecken. Ich weiß noch nicht wie erfolgreich ich sein werde. Vielleicht wird das ja ein kompletter Reinfall.“
Remus: „Glaube ich nicht immerhin hast du das ganze geplant.“
Harry: „Ihr immer und euer Glauben alles was ich machen würde wäre perfekt.“
Remus: „Ist es ja auch.“
Harry: „Glaub mir, ist es nicht einmal im Ansatz.“
Tonks: „Harry?“
Harry: „Ja?“
Tonks: „Kannst du den kleinen bitte ins Bett bringen?“
Harry: „Selbstverständlich.“
Tonks: „Danke. Einfach die Treppe rauf und dann erstes Zimmer links.“

Harry nickte, stand dann vorsichtig auf um Teddy nicht zu wecken und ging dann ins angegebene Zimmer. Dort legte er Teddy dann vorsichtig in sein Kinderbettchen, konnte sich dann aber doch nicht richtig von ihm lösen und so blieb er an dem Bettchen stehen und strich Teddy mit seinem Zeigefinger sanft über die Wange. Scheinbar blieb er aber etwas zu lange weg, denn nach einer Weile kam auch Tonks nach oben und wollte zu Harry laufen. Da es in dem Zimmer aber relativ dunkel war, trat sie auf ein Spielzeug welches auf dem Boden lag und war im Begriff hinzufallen. Das wurde nur durch Harry verhindert welcher sich schnell umgedreht hatte und sie aufgefangen hatte. Er hielt sie kurz bis sie sich wieder gerade hingestellt hatte und drehte sich dann wieder zu Teddy und strich diesem wieder über die Wange.

Tonks: „Danke.“
Harry: „Nicht dafür.“
Tonks: „Doch genau dafür.“

Harry sagte dazu einfach nichts, konnte ein kleines grinsen aber nicht verhindern.

Tonks: „Möchtest du Teddy mal ein paar Tage mitnehmen?“
Harry: „Wie kommst du denn jetzt darauf?“
Tonks: „Naja, du siehst so ruhig und glücklich aus wenn du bei ihm bist.“
Harry: „Tatsächlich?“
Tonks: „Ja. Du tust ihm gut und er dir. Also kann man das auch fördern. Natürlich nur wenn du willst.“
Harry: „Würde ich tatsächlich sehr gerne aber es geht nicht.“
Tonks: „Zu viel zu tun?“
Harry: „Leider schon.“
Tonks: „Hast du denn schon was neues zu Minerva und Severus?“
Harry: „Ja, der Fluch ist gelöst. Minerva ist wieder wach und bei ihrer Mutter und Severus sollte morgen aufwachen.“
Tonks: „Ehrlich? Das sing ja großartige Neuigkeiten. Und wie geht es Minerva?“
Harry: „Keine Ahnung. Als ich sie das letzte mal gesehen habe lag sie noch bewusstlos im Bett.“
Tonks: „Warte mal, deine Mutter erwacht endlich und du siehst nicht einmal nach ihr?“
Harry: „Exakt.“
Tonks: „Warum nicht? Das wäre das erste was ich getan hätte.“
Harry: „Ihre Mutter und ihr Bruder hatten Vorrang und ich hatte zu tun.“
Tonks: „Du redest als wärst du nur irgendein Kollege von ihr. Du bist ihr Kind, wenn dann hast du Vorrang.“
Harry: „Ich bin mehr Problem als Kind.“
Tonks: „Ach Harry, Kinder sind nicht dafür da Problemlos zu sein oder nie Arbeit zu machen. Und wir sind nicht dafür da nur lustige Zeit mit euch zu verbringen. Eltern sind dafür da den Kindern bei ihren Problemen zu helfen und ihnen den Weg zum Erwachensein zu weisen. Diese Chance hatte Minerva zwar bei dir noch nicht und du bist wohl mehr Erwachsener als Kind aber das heißt doch nicht das du nicht dennoch ihr Kind sein kannst und deine Maske nicht bei ihr fallen lassen kannst. Das ist Schwachsinn.“

Harry hörte nur still zu und strich Teddy weiter über die Wange. Im Grunde hatte Tonks ja Recht aber es traf eben nicht bei ihm zu.

Tonks: „Außerdem, selbst wenn du meinst du kannst all deine Probleme alleine lösen und du brauchst tatsächlich keine Hilfe, wird sie dir dennoch immer gerne helfen. Nur weil du es alleine kannst heißt es doch nicht das du es musst. Und Minerva würde sich mit Sicherheit sehr freuen wenn ihr zumindest ein wenig ein normales Mutter-Kind-Verhalten hättet.“
Harry: „Aber… all meine Probleme sind etwas extremer. Dabei geht es nicht darum das ich eine Arbeit verhauen habe oder Nachsitzen bekommen habe.“
Tonks: „Das weiß ich und das weiß auch Minerva. Das ändert nichts daran das sie dir gerne helfen würde.“
Harry: „Woher willst du das denn wissen?“
Tonks: „Weil ich auch eine Mutter bin. Sie hat dich Neun Monate mit sich rumgetragen und schon damals geschworen dich zu beschützen. Sie konnte es die letzten Jahre nicht aber sie könnte es jetzt und du nimmst ihr die Möglichkeit dazu. Sie wird es dir nicht sagen aber so etwas lässt sie denken sie hätte als Mutter versagt.“
Harry: „Aber das hat sie doch nicht. Sie kann doch nichts dafür das ich so… schwierig bin.“
Tonks: „Dann beweise es ihr. Lass sie endlich deine Mutter sein.“

Harry nickte nur und nahm endlich den Finger von Teddys Wange.

Harry: „Werde ich. Danke Tonks.“
Tonks: „Nicht dafür, wie gesagt, Mütter passen auf ihre Kinder auf.“
Harry: „Aber ich bin nicht dein Kind.“
Tonks: „Vielleicht biologisch nicht.“

Grinsend legte Tonks Harry eine Hand auf die Schulter und drückte diese aufmunternd.

Harry: „Dann pass noch gut auf deine beiden auf. Wir sehen uns.“
Tonks: „Pass du auch auf dich auf.“

Während Tonks noch bei Teddy blieb, ging Harry wieder runter, verabschiedete sich von Remus und apparierte dann wieder nach Hogwarts, direkt vor seine eigentlichen Räume, an welche er nun auch klopfte. Es dauerte dann kurz bevor Bellatrix die Tür öffnete und ihn grinsend herein ließ.

Bellatrix: „Hallo Harry, wie kann ich dir helfen?“
Harry: „Hallo Bella. Ich wollte einmal nachfragen ob vorhin noch alles geklappt hat oder ob es Probleme gab?“
Bellatrix: „Nein es war alles ruhig. Greyback war zwar noch immer nicht ganz begeistert aber auch er hat zugesagt sich ruhig zu halten.“
Harry: „Das ist gut. Hör mal ich will wirklich nicht unhöflich sein oder so aber ab wann darf ich dir ein Zimmer bei den anderen fertig machen und mein Büro wieder haben?“
Bellatrix: „Du Spinner. Du hast oben schon ein Zimmer fertig gemacht und ich habe meine Sachen schon hochgebracht. Ich war nur noch hier um auf dich zu warten.“

Grinsend stand Bella nun wieder vom Sofa auf, griff sich ein Buch und ging zur Tür.

Bellatrix: „Das Buch hier leihe ich mir bis morgen aus.“
Harry: „Du kannst es von mir aus behalten. Ich brauche es nicht mehr.“
Bellatrix: „Noch besser.“
Harry: „Bella, wenn man etwas bekommen hat macht man was?“
Bellatrix: „Du nimmst das ganze echt ernst oder?“
Harry: „Ich habe mit dem Ministerium vereinbart euch für die Gesellschaft tauglich zu machen dazu gehören auch eure Manieren.“
Bellatrix: „Na schön, man bedankt sich. Also, danke für das Buch und die Bleibe Harry. Eine angenehme Nacht wünsche ich dir.“
Harry: „Ebenfalls Bella. Schlaf gut.“
Bellatrix: „Du auch.“

Mit diesen Worten zog Bellatrix die Tür zu und ließ Harry in seinen Räumen alleine. Dieser sah sich einmal um und wunderte sich. Er hatte erwartet das er ein Chaos zurück bekam aber alles war ordentlich und nichts lag irgendwo rum.

Harry: „Nicht schlecht Lestrange. Aus dir kann man mit Sicherheit noch was machen.“

Kurz den Kopf schüttelnd, apparierte Harry in den Krankenflügel und ging dort zu Poppys Büro, vor welchem er einmal durchatmete und dann klopfte. Eintreten tat er als er von Poppy das Signal bekommen hatte.

Poppy: „Hallo Harry, wie kann ich dir helfen?“
Harry: „Du hattest gestern das Angebot gemacht mich eine Nacht aus den Latschen zu hauen… Steht das noch?“

Harry sah leicht unsicher zu Poppy welche ihn kurz musterte und dann leicht lächelnd nickte.

Poppy: „Zieh dich schonmal um und leg dich ins Bett, ich komme sofort.“
Harry: „Danke.“

Damit drehte Harry sich um und wischte auf dem Weg zum Bett einmal mit seiner Hand woraufhin er eine Jogginghose und ein einfaches, schwarzes T-Shirt trug. Damit legte er sich in das Bett und sah nur stumm an die Decke, zumindest bis Poppy mit einer Spritze an ihn heran trat.

Poppy: „Ich bin stolz auf dich.“

Harry nickte nur leicht, immerhin wusste er ganz genau das sie meinte das er selbstständig zu ihr gegangen war und nachgefragt hatte. Poppy sagte auch nichts weiter, sie spritzte Harry einfach den Traumlostrank und blieb noch an dessen Bett stehen bis dieser durch den Trank eingeschlafen war. Da nahm sie ihm die Brille ab, legte sie auf das Nachtschränkchen und ging wieder in ihr Büro. Die Dosis des Trankes reichte auch aus, Harry bis zum nächsten Mittag am schlafen zu halten. Als er erwachte, setzte er sich auf und setzte sich die Brille wieder auf. Seufzend nahm er auch das Tablett mit Frühstück welches neben seiner Brille stand und aß das Frühstück bevor er aufstand und mit einer Handbewegung das Bett machte und das Tablett verschwinden ließ. Danach zog er sich mit einer weiteren Handbewegung eine Jeans, ein Hemd und einen Umhang an und rief sich Unterlagen in die Hand mit welchen er sich an Severus Bett setzte. Dort fing er dann an an seinen Unterlagen zu arbeiten und Unterricht vorzubereiten. Zumindest bis Severus sich mit einem leichten stöhnen die Hand auf die Augen legte. Da legte Harry die Unterlagen bei Seite und stand auf. Es dauerte auch nur kurz bevor auch Poppy in den Raum kam, Harry kurz zulächelte und sich dann an Severus wandte, welcher langsam dabei war die Augen zu öffnen.

Poppy: „Mach langsam Severus. Lass dir Zeit.“

Severus nickte nur leicht, wischte sich noch einmal über die Augen und sah endlich müde zu Poppy.

Poppy: „Wie geht es dir?“
Severus: „Kommt darauf an was du mir jetzt gleich sagst. Wie sieht es mit dem Krieg aus?“
Poppy: „Den gibt es nicht mehr. Voldemort ist tot, die Todesser eingesperrt oder ebenfalls tot.“
Severus: „Wie geht es Minerva?“
Poppy: „Besser als dir. Sie ist gestern schon aufgewacht und wurde von Isobell und Malcolm mitgenommen.“
Severus: „Aber ihr geht es gut? Sie hat keine Schäden oder so?“
Poppy: „Bis auf Erschöpftheit und gestern Kopfschmerzen geht es ihr gut ja. Und wie geht es dir?“
Severus: „Die Erschöpftheit und die Kopfschmerzen kann ich nur bestätigen. Womit hat uns der Lord getroffen?“
Poppy: „Mit einem Fluch der euch langsam von innen töten sollte. Glücklicherweise konnte der noch rechtzeitig gelöst werden, bevor ihr tatsächlich daran gestorben wärt.“

Severus nickte. Das war schon einmal mehr als er erwartet hatte. Dann aber kam er nicht mehr drum herum diese eine Frage zu stellen.

Severus: „Wo habt ihr Harry gelassen?“

Severus sah mit neutraler Miene zu Poppy, so wie er es jedes mal tat wenn er über etwas reden musste was ihm schwer fiel. Bevor Poppy aber antworten konnte, trat Harry näher und damit endlich in Severus Blickfeld und schon war seine neutrale Maske dahin und machte Überraschung Platz.

Harry: „Ich bin hier.“
Severus: „Aber ich dachte du wärst tot?“
Harry: „Lange Geschichte. Aber nein, auch dieses mal hat der Typ mich nicht klein bekommen. Freut mich dich endlich wieder wach zu sehen, hat auch lange genug gedauert.“
Severus: „Warum? Wie lange lagen wir denn hier?“
Harry: „Ihr seid jetzt in der vierten Woche.“
Severus: „Vier Wochen?!“
Harry: „Ja, es hat etwas gedauert bis wir etwas finden konnten was euch hilft.“
Severus: „Und bleiben irgendwelche Schäden?“
Poppy: „Bis jetzt ist uns in der Richtung noch nichts bekannt. Offen gesagt seid ihr beiden aber auch die ersten die mit so etwas bei mir waren, also habe ich keine Erfahrungswerte und auch das Mungos hat so etwas noch nie gesehen. Also können wir das auch nur an euch sehen aber bisher sieht es nicht danach aus.“

Severus nickte kurz und sah dann wieder zu Harry.

Severus: „Du wolltest uns den Nasenlosen also nicht überlassen?“
Harry: „Das wollte ich nie, aber ich wusste nicht ob mein Plan funktioniert also habe ich direkt gar nichts davon gesagt.“
Severus: „Welcher Plan?“
Harry: „Einen eigenen Stein der Weisen herzustellen und diesen zu benutzen.“
Severus: „Du hast bitte was hergestellt?“

Harry fasste nun in seine Tasche und zog einen kleinen, roten Stein heraus, welcher nicht größer als die Hälfte des Schnatzes war und hielt ihn Severus hin, welcher den Stein nahm und interessiert betrachtete.

Severus: „Wie hast du das geschafft?“
Harry: „Einige Recherchen und eine Menge missglückter Versuche. Den habe ich schon vor Ewigkeiten gemacht, Anfang letzten Jahres. Aber ich wusste eben nicht ob er funktioniert und das gewünschte Ergebnis bringt also habe ich nie ein Wort darüber verloren.“
Severus: „Du… hast du eigentlich eine Ahnung was das für Möglichkeiten und Gefahren birgt?“
Harry: „Ja habe ich, genau deswegen werde ich diesen Stein auch wieder zerstören. Das Rezept habe ich schon vernichtet.“
Severus: „Warum hast du ihn überhaupt behalten?“
Harry: „Um ihn dir zu zeigen. Ich dachte du wolltest ihn vielleicht auch mal sehen.“

Severus nickte bevor er Harry den Stein wieder gab und ihn leicht anlächelte.

Severus: „Ich bin froh das du mehr kannst als du im Unterricht immer gezeigt hast. Ein Glück das der Stein funktioniert hat.“
Harry: „Ich freue mich auch.“

Während Harry den Stein wieder in seine Tasche packte, sprach Poppy einmal einen Diagnosezauber über Severus.

Poppy: „Gut, auch bei dir sieht es nicht danach aus als hättest du mit Nachwirkungen zu rechnen.“
Severus: „Na wenigstens etwas.“
Poppy: „Aber auch dich würde ich bitten zumindest noch heute und morgen alles ruhig zu machen und im besten Fall nur zu sitzen oder zu liegen.“
Severus: „Wie ich das hasse.“
Poppy: „Aber es muss sein. Nachher brichst du mir noch zusammen. Und dann bist du wieder hier.“
Severus: „Du hast vor mich zu entlassen?“
Poppy: „Vorläufig. Machst du Mist bist du wieder hier.“
Severus: „Glaub mir, habe ich nicht vor.“
Poppy: „Und es gibt noch eine weitere Bedingung.“
Severus: „Die da wäre?“
Poppy: „Du nimmst Harry mit und er passt auf dich auf.“
Harry: „Geht klar.“
Severus: „Das kann ich nicht von dir Verlangen du hast ja wohl besseres zu tun…“
Harry: „Ich habe höchstens Bürokram zu erledigen, das kann ich auch während ich auf dich aufpasse.“
Poppy: „Entweder er geht mit oder du bleibst hier.“

Poppy sah undiskutierbar zu Severus und dieser erkannte ebenfalls das er nichts mit diskutieren erreichen würde, also seufzte er und sah dann zu Harry.

Severus: „Dir macht das wirklich nichts aus?“
Harry: „Nein kein bisschen.“
Severus: „Schön, dann nehme ich ihn mit.“
Poppy: „Na geht doch. Sollten widererwarten doch Probleme auftauchen, meldet euch.“
Harry: „Werden wir, danke Poppy.“

Poppy nickte nur bevor sie nach einem letzten Blick auf Severus verschwand. Severus quälte sich dann mit Harrys Hilfe aus dem Bett und wurde von diesem bis in seine Räume begleitet. Auch wenn Harry Severus mehr stützte als das Severus selber lief und sie für diesen Weg gefühlte Ewigkeiten brauchten. Aber Harry hatte nicht vor deswegen zu meckern und Severus hatte nicht vor irgendwas dazu zu sagen. In Severus Räumen angekommen ließ dieser sich dann erleichtert auf das Sofa fallen während Harry sich einfach auf einen Sessel setzte und besorgt zu Severus sah.

Harry: „Geht es?“
Severus: „Was? Ja, alles gut. Aber kommen wir mal zu dir.“
Harry: „Zu mir?“
Severus: „Ja zu dir. Sowohl Minerva als auch ich waren die letzten vier Wochen aus dem Weg und ich bin nicht dumm genug zu glauben das du den ganzen Tag untätig rumgesessen hast. Also was hast du in der ganzen Zeit auf die Beine gestellt?“
Harry: „Du kennst mich zu gut.“
Severus: „Das war nicht die Frage.“

Harry musste leider, leicht grinsend nicken. In den folgenden Minuten erzählte Harry Severus was er in den letzten Wochen so gemacht hatte also unter anderem auch vom Aufbau des Werwolfshauses, dem Wiederaufbau von Hogwarts, dem vertreten der Todesser vor Gericht aber auch von dem Programm für Bella und die anderen sechs. Das er für das ganze seine eigene Gesundheit wieder einmal missachtet hatte, ließ Harry wohlweislich unerwähnt. Nach 20 Minuten endete er mit seinen Erzählungen und sah stumm zu Severus der dem ganzen ruhig zugehört hatte und nun neutral zu Harry sah.

Severus: „Du bist also im Grunde immer noch dabei Menschen zu retten?“
Harry: „Eher deren Leben etwas aufzuwerten.“
Severus: „Leute aus Askaban rausholen ist kein aufwerten. Das ist retten.“
Harry: „Das klingt wieder so…“
Severus: „Heldenmäßig?“
Harry: „Ja. Das bin ich aber nicht.“
Severus: „Aber selbstverständlich nicht. Beendet einen Jahrzehntelangen Krieg, rettet etliche vor Askaban, bietet Werwölfen nach Jahrzehnten endlich den verdienten Schutz und rettet Minerva und mich aber nein, du bist kein Held.“
Harry: „Hör einfach auf damit. Hätte ich es nicht getan hätte sich ein anderer darum gekümmert.“
Severus: „Aber nur vielleicht und wenn dann wäre der auch als Held gefeiert worden.“
Harry: „Kannst du es jetzt bitte einfach sein lassen? Ich bin kein Held und möchte auch gar nicht als einer gesehen werden und fertig.“
Severus: „Du bist dennoch einer auch wenn du es nicht wahrhaben willst aber bitte. Was hast du als nächstes vor?“
Harry: „Nur heute Abend auf die Werwölfe aufpassen, morgen mal nach Minerva sehen und ab übermorgen unterrichten.“
Severus: „Du willst unterrichten?“
Harry: „Ja. Ich denke Verteidigung bekomme auch ich unterrichtet.“
Severus: „Ok… wen hast du denn im Moment am unterrichten?“
Harry: „Du wirst gerade von Professor Slughorn ersetzt, in Verteidigung haben wir noch immer Professor Vanity und Verwandlung wird ab jetzt von Narzissa unterrichtet.“
Severus: „Du hast Minervas Job vergeben?“
Harry: „Ja habe ich. Sollte sie der Meinung sein sie möchte und kann noch immer unterrichten kann sie Narzissa ja ein paar Klassen abnehmen aber all ihre Klassen kann sie nicht mehr unterrichten.“
Severus: „Du scheinst die Schule wirklich unter Kontrolle zu haben was?“
Harry: „Ich versuche es zumindest. Aber warte mal bis Minerva erfährt das ich Hagrid als Hauslehrer von Gryffindor eingesetzt habe.“
Severus: „Warum denn gerade Hagrid?“
Harry: „Der ist nett und versteht sich eigentlich mit allen Schülern. Außerdem wird er jetzt immer öfter hier im Schloss sein.“
Severus: „Wird er?“
Harry: „Ja wird er. Ich habe beim Ministerium durchbekommen das Hagrid endlich wieder zaubern darf und jetzt hat er regelmäßig bei Filius Unterricht.“
Severus: „Willst du mir jetzt gleich auch erzählen du hast den Welthunger aus der Welt geschafft oder so? Das wäre das letzte was jetzt noch fehlen würde.“
Harry: „Spinn nicht rum.“
Severus: „Ich spinne nicht. Du holst Todesser aus Askaban. Eigentlich unmöglich. Du sorgst dafür das Todesser freigesprochen werden. Eigentlich unmöglich. Du sorgst dafür das Todesser mit Erlaubnis vom Ministerium hier nach Hogwarts dürfen. Mehr als unmöglich. Du sorgst dafür das die Werwölfe einen sicheren Ort haben. Jahrelang unmöglich. Du sorgst dafür das Hagrid wieder zaubern darf, absolut unmöglich und dennoch hast du das ganze geschafft.“
Harry: „Jetzt fängt das wieder an.“
Severus: „Das hat nie aufgehört. Weißt du eigentlich was du für einen Einfluss hast? Und was du damit noch alles auf die Beine stellen könntest?“
Harry: „Nein weiß ich nicht.“
Severus: „Ich aktuell auch noch nicht aber du hast das Ministerium fest in der Hand. Das solltest du nicht einfach liegen lassen.“
Harry: „Ich habe nicht vor das Ministerium in der Hand zu haben oder sie irgendwie zu benutzen.“
Severus: „Weil du dafür zu ehrlich und gewissenhaft bist ich weiß.“
Harry: „Wie auch immer. Du solltest dich noch eine Runde hinlegen und schlafen.“
Severus: „Und was machst du?“
Harry: „Unterricht vorbereiten.“
Severus: „Unglaublich. Du solltest auch nicht die ganze Zeit arbeiten.“
Harry: „Ja Papa und jetzt leg dich endlich hin.“
Severus: „Danke aber ich gehe dafür lieber ins Bett. Das Sofa ist mir eindeutig zu hart.“
Harry: „Soll mir egal sein, Hauptsache du legst dich hin und schläfst etwas.“
Severus: „Wer ist jetzt der Papa?“
Harry: „Such es dir aus alter Mann.“
Severus: „Wie hast du mich gerade genannt?“
Harry: „Alter Mann und das ist ziemlich treffend wenn man deinen Stand mal bedenkt.“

Severus sah einmal an sich runter und musste leider zugeben, Harry hatte mal wieder Recht. Er war während ihres Gespräches gerade aufgestanden, stand jetzt aber nach vorne gebeugt da und im Grunde fehlte nur noch ein Gehstock um das Bild zu vervollständigen.

Severus: „Das bekommst du irgendwann noch wieder.“
Harry: „Ich freue mich schon drauf und jetzt ab ins Bett.“

Grinsend stützte Harry Severus wieder und brachte ihn ins Bett. Kaum lag Severus in eben diesem, war er auch schon eingeschlafen. Sein Körper war einfach noch zu erschöpft für solche Anstrengungen. Kopfschüttelnd deckte Harry Severus zu und ging wieder aus dem Schlafzimmer raus. Er setzte sich in den Sessel und rief sich wieder seine Unterlagen herbei an welchen er jetzt weiter arbeitete. So verstrich die Zeit bis zum Abend. Um 20 vor 21 Uhr schickte Harry Poppy dann eine Nachricht über ihr Armband das er weg musste und sie ab jetzt auf Severus achten musste, auch wenn es da nicht viel gab, immerhin lag er noch immer tief schlafend im Bett. Danach zauberte er sich seine Unterlagen auf den Schreibtisch und apparierte vor die Villa welche einst Dumbledore gehört hatte und nun ein sicherer Ort für Werwölfe sein sollte. Vor der Villa standen auch schon etliche Werwölfe, aber natürlich in ihrer menschlichen Form, und sahen dann erwartend aber freundlich zu ihm. Er stellte sich dann auf die Treppe welche nach oben zur Haustür führte und drehte sich zu der Masse.

Harry: „Guten Abend zusammen. Es freut mich das ihr alle so zahlreich hier erschienen seid und hoffe natürlich das wir das heute souverän genug meistern das ihr auch in der Zukunft wieder kommt. Ich habe euch ja bereits mitgeteilt welche Zimmer ihr beziehen könnt. Die Flure sind ausgeschildert sodass ihr die Zimmer relativ schnell finden solltet. Bei Problemen dürft ihr mich dennoch gerne Fragen. Aber noch einmal vorab, auch wenn ich es euch allen schon gesagt habe. Ich werde morgen früh mit sechs Herrschaften durch die einzelnen Zimmer gehen und mit ihnen eure Verletzungen behandeln. Ich möchte von keinem Gemeinheiten oder respektloses Verhalten gegenüber den Herrschaften hören. Aber ihr könnt euch sicher sein das ich niemanden in eure Nähe lassen werde, der euch schaden möchte. So, wenn jemand eine Frage hat kann er sie gerne jetzt stellen, ansonsten dürft ihr gerne eure Zimmer beziehen und euch einrichten.“

Damit stellte Harry sich an das Treppengeländer und als scheinbar wirklich niemand eine Frage hatte, gingen die Werwölfe alle in das Gebäude und in ihre jeweiligen Zimmer. Um kurz vor 21 Uhr tauchte dann auch Remus auf, begrüßte Harry kurz und bekam von diesem dann auch ein Zimmer zugewiesen in welches dieser auch direkt verschwand. Danach dauerte es noch etwa 10 Minuten bevor Bellatrix mit Fenrir vor die Treppe apparierte.

Harry: „Ich danke dir Bella, kommst du mit den anderen dann morgen früh um 2 Uhr vorbei?“
Bellatrix: „Ja, werde ich. Einigermaßen ruhige Nacht euch.“

Und mit diesen Worten war Bellatrix auch schon wieder verschwunden. Harry führte den etwas grimmig schauenden Fenrir ebenfalls in ein Zimmer, schloss dieses aber im Vergleich zu den anderen ab. Danach ging er immer im Rundgang durch die Flure bis die Werwölfe alle nach der Reihe anfingen sich zu verwandeln. Ab da schloss er alle Zimmer, welche von einem Werwolf belegt waren, ab und legte bestimmte Zauber über diese. Nicht weil er scharf darauf war, diese Personen einzusperren sondern einfach weil es ein Blutbad geben würde, würden diese gegenseitig aufeinander treffen. Als er alle Zimmer abgeschlossen hatte, machte er sich wieder daran, Kontrollrundgänge zu machen und überall nach dem rechten zu sehen. Denn auch wenn er wusste er konnte sich mit einem Werwolf anlegen, wollte er dieses gerne vermeiden wenn es sich vermeiden ließ. Er lief auch nur durch die Flure um jegliche Personen aufzuhalten, welche vor hatten sich selber schwer zu verletzen. Auch wenn er wusste das es in der Vollmondnacht immer ein Drang der Personen war, ihre Werwolfsform anzugreifen, musste das ja noch lange nicht heißen das er jeden einfach machen lassen musste. Und bis auf einen jüngeren Werwolf, welcher wohl durch mangelnde Erfahrungen versuchte seinen Hals zu zerkratzen, bei welchem Harry dann einfach eine abgeänderte Form von Boxhandschuhen an die Pfoten zauberte, sodass dessen Krallen ihn nicht mehr verletzen konnten, musste Harry sich auch nirgendwo einmischen. Um kurz vor zwei ging er dann nach draußen zur Treppe und sah zu seiner Truppe von sechs ehemaligen Todessern, vorne weg natürlich Bellatrix.

Harry: „Gut, da seid ihr ja. Also, wir haben viele Schnitt- und Kratzwunden und einige Bisse. Vereinzelte haben sich auch Knochen gebrochen aber schlimmeres sollte es nicht sein. Ihr folgt mir einfach und geht nur in die Zimmer in die ich euch schicke. Dort behandelt ihr die Herrschaften, repariert den Raum, helft ihnen ins Bett und geht wieder raus. Draußen werdet ihr dann ein kleines, orangenes Lichtzeichen an die Tür zaubern, damit wir den Überblick behalten und dann kommt ihr wieder zu mir. Verstanden?“

Harry sah einmal über seine kleine Truppe und als alle genickt hatten, nickte auch er und ging gefolgt von den sechs zurück nach drinnen. Lange mussten sie dann auch nicht warten bis die ersten anfingen zu jaulen als sie sich zurück verwandelten. Erst als das jaulen aufhörte, fing Harry an seine Schützlinge in Zimmer zu schicken. Und am Anfang beobachtete er sie noch immer mit einem halben Auge und achtete darauf das sie auch wirklich halfen und nichts verschlimmerten. Denn auch wenn sie eingewilligt hatten bei dem Programm mitzumachen, hatten sie eben Fußfesseln an und dennoch jetzt einen Zauberstab in der Hand. Denn Harry hatte Bellatrix befohlen ihnen ihre Zauberstäbe wieder zu geben. Anders hätten sie hier ja nicht helfen können. Aber jetzt wäre es eben ein leichtes scheiße zu bauen oder gar abzuhauen. Aber scheinbar hatte Harry sich genau die richtigen gesucht, denn niemand machte den Eindruck Mist bauen zu wollen, sondern alle kümmerten sich gewissenhaft um ihre Patienten, richteten die Zimmer wieder her und verfrachteten ihre Patienten in die Betten. So ging es die nächste Stunde weiter und mit fortschreitender Zeit leuchteten immer mehr orangene Lichter an den Türen. Vereinzelt fand man aber auch grüne Lichter, das waren die Zimmer welche Harry schon kontrolliert hatte. Denn auch wenn er seinen Schützlingen vertraute, war er es den Werwölfen schuldig dennoch einmal die Arbeit zu überprüfen. Und bis auf vereinzelt einige Schienen, welche er entfernen und den Bruch heilen konnte, konnte er tatsächlich nichts finden was zu beanstanden wäre. So arbeitete er sich ebenfalls durch alle Zimmer bevor er wieder zu seinen Schützlingen ging, welche müde und erschöpft draußen auf der Treppe saßen.

Harry: „Gut, die erste Schicht ist rum. Das habt ihr alle gut gemacht. Sobald ihr Bellatrix eure Zauberstäbe gegeben habt, bringt sie euch wieder nach Hogwarts. Legt euch hin und schlaft euch aus. Morgen steht für euch nichts an. Ich danke euch für eure Hilfe. Angenehme Nacht zusammen.“

Mit diesen Worten drehte Harry sich wieder um und ging wieder rein. Seine Schützlinge standen einfach auf, gaben Bellatrix ihre Zauberstäbe und stellten sich dann wieder in einem Kreis auf, wo jeder seine Partner an den Händen hielt. So konnte Bellatrix direkt mit allen gleichzeitig disapparieren, welches sie jetzt auch tat. Währenddessen ging Harry zu den letzten beiden Zimmern welche heute noch auf der Liste standen. Seufzend sah er durch das Fenster welches in Remus Zimmer zeigte und sah traurig zu dem Werwolf welcher erschöpft in dem Haufen Trümmer lag. Die Trümmer hatten noch vor 2 Stunden ein Bett dargestellt, aber jetzt waren sie aller höchstens noch Kaminholz. Es tat Harry leid, viele Werwölfe hatten die Nacht nach 3-5 Stunden überstanden aber sowohl Fenrir als auch Remus waren da eine Ausnahme. Denn Fenrirs Werwolfsgene hatten sich so ausgeprägt das dieser sich meist erst nach 8-9 Stunden zurück verwandelte und da es Fenrir war der Remus verwandelt hatte, traf dieses Pech auch auf Remus zu. Das bedeutete, Remus musste noch mindestens 4 Stunden in seiner Form bleiben, bevor er sich zurück verwandelte und Harry ihm helfen konnte. Ein Blick zum Zimmer daneben zeigte ihm, das auch Fenrir sein Zimmer auseinander genommen hatte, aber noch reichlich Energie hatte. Also zog Harry seinen Zauberstab und ließ die Zauber über die Fensterscheibe neben Fenrirs Zimmertür verschwinden. Dadurch konnte er nun durch die Fensterscheibe die Möbel in dem Zimmer wieder heile zaubern und während Fenrir nun anfing sie ein weiteres Mal auseinander zu nehmen, belegte Harry die Fensterscheibe wieder mit den Zaubern welche unter anderem dafür sorgten das diese nicht kaputt ging wenn ein Werwolf sie mal angriff. Danach setzte er sich seufzend unter der Scheibe an die Wand und sah nachdenklich an die Wand sich gegenüber. Er wusste das er noch etwas Geduld brauchte, wollte im Grunde aber gar keine Zeit zum überlegen haben. Das würde ihn nur wieder viel zu weit in Gedankengänge lassen in welche er gar nicht rein wollte, aber er konnte auch nicht ohne Gedanken einfach an die Ziegelsteine starren. Also entscheid er sich selber für einen Kompromiss und dachte über die Beziehung zwischen sich und Ginny nach. Wenn man sie überhaupt noch Beziehung nennen konnte. Natürlich war sein Schluss machen ziemlich über das Knie gebrochen gewesen und Ginny gegenüber nicht wirklich fair gewesen aber nüchtern betrachtet hatte Ginny einfach einen besseren verdient als ihn. Er würde ihr nie das bieten können was sie verdient hatte und sich auch wünschte. Und etwas weiter gedacht, wäre eine Beziehung mit Ginny auch noch unprofessionell, wenn er jetzt anfangen wollte zu unterrichten. Immerhin war eine Beziehung zwischen Schüler und Lehrer verboten. Natürlich könnte er bestimmt wieder eine Ausnahme aushandeln aber das wollte er gar nicht. Warum sollte er auch? Ja, er liebte Ginny aber es war ihr gegenüber nicht fair sie bei sich zu halten. Denn sie würde auch in der Zukunft nicht ohne Rückschläge leben können und würde wohl an mehr als nur einer Stelle zurückstecken müssen. Und das konnte er ihr nicht antun. Er wusste sie würde sich zwar jederzeit trotz all dieser Dinge auf ihn einlassen und mit ihm eine Beziehung führen aber er war sich sicher spätestens in 5 Jahren wäre sie damit nicht mehr glücklich, aber dann hätte sie vielleicht schon mehrere Chancen für einen wirklichen Lebenspartner verspielt. Also fasste er, still an die Wand gelehnt, für sich die Entscheidung, die Beziehung zwischen ihm und Ginny nicht mehr wieder herzustellen und sie offiziell frei zu lassen. Das bedeutete zwar das das nächste Gespräch mit ihr und auch die Zeit danach wohl nicht so lustig werden würde, aber das war er bereit einzugehen um Ginny in die richtige Richtung zu weisen. Auch wenn er ganz genau wusste das sie es wohl nicht verstehen würde. Aber es war das einzig richtige und irgendwann würde auch sie das einsehen. So in Gedanken merkte Harry gar nicht wie die Zeit verging. Er kam erst aus seinen Gedanken raus als er in dem Zimmer hinter sich Gejaule hören konnte. Da er wusste das es nur Fenrir sein konnte, stand er auf und stellte sich an die Scheibe. Stumm sah er zu wie der riesige Werwolf sich wieder in den großen und muskulösen Mann verwandelte. Kaum stand Fenrir aber wieder in seiner menschlichen Form im Raum, sank er auch schon bewusstlos auf den Boden. Wundern tat es Harry aber nicht, immerhin hatte er viel Kraft verbraucht und auch viel Energie benutzt. Dazu kamen noch die Wunden welche sich dieser selber zugefügt hatte, es war völlig logisch das Fenrirs Körper streikte. Also schloss Harry die Tür auf, ging in den Raum und kniete sich neben Fenrir. Er fühlte dessen Puls und als er diesen als etwas flacher aber dennoch kräftig wahrnehmen konnte, machte er sich daran die Verletzungen von Fenrir zu heilen. Als das erledigt war, wollte er gerade die Möbel in dem Zimmer wieder reparieren als er nebenan Remus jaulen hören konnte. Seufzend reparierte er die Möbel in dem Raum, legte Fenrir in das wieder heile Bett, ging aus dem Raum und schloss diesen wieder ab. Danach stellte er sich an die Scheibe zu Remus Zimmer und sah traurig dabei zu wie auch dieser sich wieder verwandelte. Allerdings war dieser lange nicht mehr so stark wie noch am Abend vorher und so fand die ganze Rückverwandlung schon auf dem Boden statt. Aber auch er wurde scheinbar von der Verwandlung dazu gezwungen bei Bewusstsein zu bleiben bis er wieder vollständig Mensch war, denn erst an der Stelle brach auch er bewusstlos zusammen. Wie auch vorher bei Fenrir ging Harry dann in das Zimmer, behandelte seinen Freund, reparierte die Möbel in dem Zimmer und legte Remus in das Bett bevor er auch aus dem Raum ging. Da aber nur Fenrir unter Aufsicht stand, war Fenrirs Zimmer auch das einzige welches abgeschlossen wurde. Alle anderen Türen waren einfach geschlossen. Als das erledigt war, zauberte Harry in jeden Raum ein Tablett mit einem Schmerztrank und Frühstück und setzte sich unten im Flur vor der Haustür an die Wand und rief sich wieder einige Unterlagen herbei, welche er bearbeitete. Ein paar Stunden später kamen dann nach und nach die ganzen Herrschaften aus ihren Zimmern und verschwanden nach einigen Dankesworten in Harrys Richtung. Harry saß einfach weiter da, arbeitete an seiner Unterrichtsvorbereitung und unterhielt sich immer mal wieder mit den Herrschaften welche wieder gingen. Erst als auch Remus auftauchte, welcher neben Fenrir der letzte in dem Haus war, legte er die Unterlagen bei Seite und stand auf.

Harry: „Guten Morgen Remus, wie geht es dir?“
Remus: „So gut wie noch nie beim aufwachen. Du bist wirklich ein Wunder.“
Harry: „Freut mich wenn ich euch helfen konnte. Du bist für jeden weiteren Monat herzlich eingeladen.“
Remus: „Das Angebot nehme ich gerne an. Ich glaube ich war noch nie so sicher und dennoch so ausgelassen wie dieses mal.“
Harry: „Solltest du dennoch Verbesserungsvorschläge haben, immer raus damit.“
Remus: „So ein Glas Wasser neben dem Bett beim aufwachen wäre das nächste mal ganz schön. Der Hals ist nach dem jaulen immer so kratzig aber sonst war alles super.“
Harry: „Ich werde es mir merken. Beim nächsten Mal hast du ein Glas Wasser. Jetzt geh mal nach Hause. Tonks macht sich bestimmt schon Sorgen.“
Remus: „Mache ich. Danke für das ganze hier Harry.“
Harry: „Bedank dich nicht. Das war lange überfällig.“
Remus: „Aber nur du hast dich endlich drum gekümmert, also werde ich mich bei dir bedanken.“
Harry: „Hast du ja hiermit. Jetzt ab nach Hause aufs Sofa mit dir.“
Remus: „Ist ja schon gut. Ich gehe ja schon Papa.“
Harry: „Pass bloß auf was du sagst du Spinner.“
Remus: „Ja werde ich.“

Grinsend ging Remus am ebenfalls grinsenden Harry vorbei und zur Haustür um zu verschwinden, drehte sich aber noch einmal um.

Remus: „Ich bin weder dumm genug um zu glauben das du diese Nacht auch nur eine Minute geschlafen hast, noch zu glauben das du dich von mir ins Bett schicken lassen wirst aber ich sage es dir dennoch. Du solltest nicht mehr so lange machen und dich auch mal hinlegen.“
Harry: „Wer spielt jetzt den Papa?“
Remus: „Ich und ich mache es jederzeit wieder wenn du danach fragst. Also mach nicht mehr so lange, wir sehen uns.“
Harry: „Allerdings. Erholsamen Schlaf.“

Remus schüttelte nun grinsend den Kopf und ging dann. Erst als Harry das vertraute Geräusch der Apparation hörte, welches ihm signalisierte das Remus tatsächlich gegangen war, ging er zu Fenrirs Zimmer und sah dort durch das Fenster. Und tatsächlich lag Fenrir friedlich in seinem Bett und sah stumm an die Decke, also schloss Harry die Tür auf und trat in den Raum. Kaum hatte er die Tür geöffnet, lag Fenrirs Blick auf ihm und Fenrir setzte sich aufrecht hin.

Harry: „Guten Morgen.“
Fenrir: „Morgen? Mittag trifft es eher. Wenn nicht sogar schon Nachmittag.“
Harry: „Dann eben guten Nachmittag. Wie geht es dir?“

Auf diese von Harry normale Frage musterte Fenrir den Gryffindor vor sich und schwang die Beine aus dem Bett.

Fenrir: „Erstaunlich gut dafür das wieder Vollmond war. Ich weiß nicht wie du das gemacht hast und ich will es auch nicht wissen aber das hätte ich gerne öfter.“
Harry: „Das lässt sich einrichten. Benimm dich dann musst du nicht wieder nach Askaban und dann kannst du jeden Monat hier hin.“
Fenrir: „Das ist die Überlegung ja sogar wert.“
Harry: „Dann überleg du mal. Aber später. Komm mit, ich bringe dich wieder nach Hogwarts, dann kannst du dich wieder hinlegen. Was?“

Harry hatte, während er gesprochen hatte, den irritierten Blick von Fenrir bemerkt. Dieser sah tatsächlich irritiert zu Harry und schüttelte dann kurz den Kopf.

Fenrir: „Nur damit ich das richtig verstehe. Ich durfte nicht nur meine Nacht hier verbringen sondern darf mich jetzt gleich einfach wieder hinlegen?“
Harry: „Ganz genau. Du musst natürlich nicht du kannst dich meinetwegen auch in die Bibliothek setzen oder was auch immer.“
Fenrir: „Ich muss nicht arbeiten oder werde eingesperrt oder so etwas?“
Harry: „Hast du mir in Askaban nicht zugehört? Ich möchte keine Sklaven aus euch machen. Ihr sollt einen Neuanfang haben.“
Fenrir: „Deswegen auch das Zauberverbot und die Fußfesseln.“
Harry: „Ohne das hätte das Ministerium nicht zugestimmt.“
Fenrir: „Also verarscht du uns echt nicht? Es ist wirklich nur das Benehmen welches wir machen müssen?“
Harry: „Ganz recht. Das solltet ihr ja wohl hinbekommen.“
Fenrir: „Und was ist wenn wir doch mal austicken?“

Fenrir hatte diese Frage für ihn untypisch zurückhaltend gestellt und wenn Harry sich nicht komplett täuschte, sah Fenrir leicht unsicher aus. Aber Harry wusste natürlich genau was er damit fragte. Denn es war allgemein bekannt das Werwölfe keinen guten Stand hatten und eigentlich überall nieder gemacht und verscheucht wurden. Deshalb kam es nicht selten vor das diese Werwölfe Aggressionsprobleme hatten, denn sie wurden nicht immer nur mit Worten verscheucht. Und generell konnten sie im Grunde nirgendwo normal sein ohne angegiftet zu werden, daher fuhren viele Werwölfe hin und wieder mal aus der Haut und griffen ihre Gegenüber an, ohne es wirklich zu wollen. Es war nur eine Verteidigung welches sich der Wolf in ihnen aufgebaut hatte und welche sie nicht immer kontrollieren konnten.

Harry: „Keine Sorge, du wirst nicht wieder nach Askaban gehen nur weil dein Wolf gehandelt hat.“
Fenrir: „Woher weißt du davon? Das habe ich immerhin nicht gefragt.“
Harry: „Zumindest nicht direkt angesprochen aber ich kann zwischen den Zeilen lesen und weiß relativ viel über euch Werwölfe. Mein Freund ist immerhin einer und um dieses Haus hier als offizielle Werwolfauffangstation betreiben zu dürfen, musste ich dem Ministerium ebenfalls beweisen das ich weiß was ich hier tu. Ich weiß das ihr euren Wolf nicht immer kontrollieren könnt und es dann auch mal hässlich werden kann aber ich werde nicht zulassen das du deswegen nach Askaban kommst.“
Fenrir: „Du wirst es nicht verhindern können. Das Ministerium hat uns mit Haut und Haaren gefressen.“
Harry: „Und ich bin gerade dabei sie zu überzeugen euch nicht mehr so zu hassen.“
Fenrir: „Du sagtest wir können mit Sorgen und Problemen zu dir kommen. War das ernst gemeint?“
Harry: „Ja war es. Jederzeit.“
Fenrir: „Sobald der Wolf übernimmt, kann ich nichts mehr verhindern. Aber ich will nicht mehr töten oder jemanden verletzen. Ich wollte es eigentlich nie aber ich konnte es nicht verhindern. Und ich kann es immer noch nicht.“

Fenrir sah traurig auf seine Hände welche er in seinen Schoß gelegt hatte. Harry sah nur neutral zu ihm, war sich aber sicher das Fenrir selten bis noch nie jemals so offen über eines seiner Probleme gesprochen hatte. Einerseits freute es Harry natürlich das er es bei ihm tat, denn das zeigte schon einmal das er zumindest zum Teil Fenrirs Vertrauen hatte, allerdings war es eben auch ein nicht gerade kleines Problem.

Harry: „Es ist schön zu hören das du das ganze nie wolltest. Das bestätigt nur meine Vermutung. Und ich kann dir nicht versprechen das du nie wieder jemanden verletzen wirst aber ich kann dir versprechen das du nie wieder jemanden töten wirst.“
Fenrir: „Und wie willst du das anstellen?“
Harry: „Ich habe eure Fußfesseln mit meinem Armband verbunden. Ich bekomme jederzeit euren Standort heraus wenn ich es möchte, aber in deine Fußfessel habe ich einen Alarm mit rein gearbeitet. Dieser Alarm wird anschlagen sobald du dabei bist eine Person körperlich anzugreifen.  Dadurch werde ich auch auf meinem Armband einen Alarm bekommen und werde sofort zu dir kommen.“
Fenrir: „Und dann? Willst du mich verletzen und mit Gewalt stoppen?“
Harry: „Ich werde beides nicht direkt tun und werde beides auch nicht gerne tun aber wenn es nicht anders geht auch das. Dennoch, ich versuche gerade herauszufinden in wie weit der Wolf in euch wirklich Einfluss hat und was nur Nachgabe ist. Nicht das ich sagen möchte ihr würdet nicht versuchen euren Wolf zurück zu halten.“
Fenrir: „Du willst herausfinden wie unser Wolf arbeitet?“
Harry: „Zumindest im Groben ja.“
Fenrir: „Na dabei viel Spaß.“
Harry: „Danke, vielleicht stellst du ja irgendwann mal deine Hilfe zur Verfügung. Aber bevor ich das nicht herausgefunden habe kann ich dich nur stoppen wenn du wieder angreifen willst und wenn es sein muss eben auch mit Gewalt.“

Fenrir sah nun kurz überlegend zu Harry bevor er ihn komplett ernst ansah.

Fenrir: „Ich werfe jetzt einfach mal meine Vorsicht über Bord und vertraue dir. Bitte halt mich unter allen Umständen auf jemanden zu verletzen oder zu töten. Und wenn du mich dafür verstümmeln musst.“
Harry: „So weit wird es hoffentlich nie kommen aber ja, ich verspreche dir, ich werde dich stoppen sollte es zu so einer Situation kommen.“
Fenrir: „Und wie schnell kannst du da sein wenn der Alarm los geht?“
Harry: „Bis jetzt innerhalb von drei Sekunden.“
Fenrir: „In denen kann ich aber schon viel Schaden anrichten.“
Harry: „Stimmt aber der Alarm schlägt schon an wenn er merkt du neigst stark dazu die Person vor dir gleich zu verletzen und nicht erst wenn du schon im Angriff bist.“
Fenrir: „Also so eine Art Frühwarnung?“
Harry: „Ganz genau. Die sollte es mir ermöglichen dich frühzeitig zu stoppen bevor Blut fließt.“
Fenrir: „Ich hoffe es.“
Harry: „Solltest du übrigens noch andere Probleme haben oder vielleicht einfach mal Redebedarf, über deine Vergangenheit oder ähnliches, sag Bescheid. Ich bin jederzeit bereit dir zuzuhören oder dir eine Person herzuholen welche du da haben willst.“
Fenrir: „Vertrauen hin oder her aber ich werde mit dir garantiert nicht über meine Vergangenheit sprechen. Nachher muss ich doch noch nach Askaban.“
Harry: „Fenrir ich glaube du hast meine Intention hinter dem ganzen hier noch nicht verstanden. Ich will euch nicht schaden sondern euch helfen ein neues Leben aufzubauen. Für mich seid ihr keine Todesser sondern Personen mit einer schwierigen Vergangenheit, die aber eben auch genau das ist, eine Vergangenheit. Ihr mögt viel Scheiße gebaut haben aber ich werde euch das weder vorhalten noch jemals zum Verhängnis machen. Für mich beginnt euer Leben da wo ich euch aus Askaban geholt habe, alles davor ist mir egal und werde ich auch nicht vorbringen. Solltet ihr mit mir über etwas aus der Vergangenheit reden werde ich als euer Helfer zuhören und nicht als Rechtsanwalt oder Ministeriumsspion. Alles was ihr mir erzählt, wird bei mir bleiben. Ich werde nichts weiter erzählen oder euch damit aufziehen, bedrohen oder ähnliches. Ihr könnt gerne mit mir über eure Vergangenheit sprechen. Ihr müsst auch irgendwann über eure Vergangenheit sprechen um sie endlich zu verarbeiten und endlich unbelastet zu sein aber das muss nicht zwingend mit mir sein. Dennoch dürft ihr es gerne. Und sobald wir zusammen sitzen, stehen oder wie auch immer ihr das Gespräch haben wollt, sind wir zwei private Personen die einfach nur ein Gespräch im geheimen führen. Niemand erfährt was davon und alles bleibt hinter verschlossenen Türen. Ihr braucht wirklich keine Angst haben das ich euch schade. Das ist absolut nicht meine Intention. Und wie schon gesagt, sollte euch jemand anderes schaden, sagt mir Bescheid und ich kümmere mich drum.“
Fenrir: „Du wirst nichts von dem was wir dir erzählen weiter erzählen? Nicht einmal wenn wir dir einen Mord beichten oder so?“
Harry: „Nein werde ich nicht. Das ist nicht meine Sache. Das so etwas nicht die feine Art ist muss ich euch nicht sagen aber bei euch bin ich mir sicher das ihr nie freiwillig so eine Scheiße gemacht habt, nur deswegen habe ich euch raus geholt. Also dürft ihr mir auch von so etwas erzählen. Ich sage es niemandem.“
Fenrir: „Warum eigentlich wir? Besonders Bella und ich waren immer ganz weit oben beim Lord? Warum bist du nicht wie die anderen und steckst uns in den Topf der treuen Todesser?“
Harry: „Weil ich, offen gesprochen, nicht so blind bin wie der meiste Rest der Gesellschaft. Jeder der drauf geachtet hätte, hätte gesehen das Bella nie etwas gemacht hat was ihrem Lord nicht gefallen hat und nur das gemacht hat was ihrem Lord wirklich weiter hilft. Und die Blicke die sie ihm zugeworfen hat waren auch eindeutig. Soll ich jemanden dafür verurteilen das er mit all seinen Möglichkeiten versucht hat Liebe zu bekommen? Oder bei dir. Warum sollte ich dich dafür verurteilen das du zu dem gehalten hast der als erster offen zu dir gestanden hat und dich nicht für dein Wesen verurteilt hat und weggeschickt hat? Ihr 7 hattet alle, meiner Meinung nach, vernünftige und verständliche Gründe warum ihr zu Voldemort gegangen seid und ich weiß das keiner von euch gerne getötet oder gefoltert hat oder was ihr noch alles machen musstet. Und ich habe aus sicherer Quelle eure Verhalten bei manchen Todessertreffen mitbekommen. Ihr wart nicht freiwillig so lange an seiner Seite. Ihr hattet nur schlichtweg keine andere Wahl mehr als bei ihm zu bleiben. Und das nehme ich euch nicht übel. Ich habe keinen Grund euch zu hassen und zu verurteilen denn ich bin mir sicher viele hätten in euren Situationen ähnlich wenn nicht sogar genauso gehandelt, euch nur deswegen aber ewig wegsperren halte ich für falsch. Also tu ich etwas dagegen und möchte mit euch gemeinsam endlich friedliche, ruhige und glückliche Leben für euch aufbauen.“
Fenrir: „Du bist ganz schön weich Potter.“
Harry: „Und du bist weicher als du immer tust, das wissen wir beide.“
Fenrir: „Würdest du auch Verschwiegenheitszauber über dich legen lassen?“
Harry: „Wenn es eine Bedingung von euch ist um euch eure Sorgen oder Probleme von der Seele zu reden oder wenn ihr findet es muss sein, selbstverständlich.“
Fenrir: „Tatsächlich? Obwohl du weißt was passieren kann wenn du versuchst den Zauber zu brechen?“
Harry: „Ja auch obwohl ich das weiß, denn wie gesagt, ich hätte keinerlei Gründe irgendwas von euren Geheimnissen weiter zu erzählen.“
Fenrir: „Was hast du denn von dem ganzen?“
Harry: „Im Grunde nichts.“
Fenrir: „Warum machst du das ganze dann?“
Harry: „Weil es nötig ist und sich sonst keiner drum kümmert.“
Fenrir: „Du klingst auch nicht so als hättest du die lustigste Vergangenheit.“
Harry: „Ich hatte Voldemort im Nacken, wie soll man da eine lustige Vergangenheit haben?“

Fenrir musterte Harry nun stumm einen Moment bevor er leicht verschmitzt grinste.

Fenrir: „Du bist wie wir. Verdrängung ist die beste Arbeitsweise.“
Harry: „Ja und ebenso wie ihr weiß ich das es falsch ist.“
Fenrir: „Hast du jemand mit dem du reden kannst?“
Harry: „Mittlerweile ja.“
Fenrir: „Und tust du es auch?“
Harry: „Ich fange langsam damit an.“
Fenrir: „So viel Offenheit?“
Harry: „Ich habe es Bella schon gesagt und ich sage es auch dir. Ich kann nichts von euch erwarten was ich nicht auch bereit bin euch zu geben. Ich möchte das ihr mir vertraut? Dann muss ich euch auch vertrauen. Ich will das ihr offen und ehrlich mir gegenüber seid? Dann muss ich das im Gegenzug auch zu euch sein.“
Fenrir: „Du meinst das ganze ernst? Wenn ich offen mit dir reden würde, würdest du auch offen mit mir reden?“
Harry: „Wenn du das möchtest schon.“
Fenrir: „Also, du würdest auch aus deiner Vergangenheit erzählen wenn ich dich fragen würde?“
Harry: „Zum Großteil. So viel Offenheit ich euch auch erweisen möchte aber es gibt kleine Abschnitte in meinem Leben bei denen bin ich nicht einmal bereit darüber nachzudenken, über die werde ich mit euch auch noch nicht reden können aber ansonsten schon ja.“
Fenrir: „Entweder bist du viel zu naiv oder extrem schlau.“
Harry: „Das kann ich dir auch nicht sagen. Trotzdem, ich bleibe dabei. Bei Redebedarf, melde dich. Und wenn es nachts um 2 Uhr ist.“
Fenrir: „Da bekommt man sogar fast Lust zu dir zu gehen, einfach nur um dich aus dem Bett zu werfen.“
Harry: „Man merkt eindeutig den Slytherin in dir.“
Fenrir: „Sagt gerade der wandelnde Löwe schlechthin.“
Harry: „Gute Verteidigung aber ich habe nie gesagt das das was schlechtes ist. Aber jetzt komm, du solltest wirklich was essen und ins Bett.“
Fenrir: „Mir ist erst so einen Vortrag an den Kopf schmettern und jetzt einen auf fürsorglich machen?“
Harry: „Ganz Recht.“
Fenrir: „Gut aber eins noch.“
Harry: „Ja bitte?“
Fenrir: „Ich kann wirklich nicht glauben das ich das jetzt tue aber ich würde mich gerne mal mit dir zusammen setzen und reden.“
Harry: „Weil du mehr über mich wissen willst oder weil du wirklich über etwas reden möchtest?“
Fenrir: „Beides, irgendwie.“
Harry: „Gut, damit kann ich leben. Heute schon?“
Fenrir: „Auf keinen Fall. Dafür bin ich viel zu müde, da werde ich meine Zunge nie kontrollieren können.“
Harry: „Gut, dann machen wir morgen mal einen Termin aus und setzen uns zusammen.“
Fenrir: „Und jetzt habe ich Hunger.“
Harry: „Dein Essen wartet schon in deinem Zimmer auf dich.“
Fenrir: „Sag das doch gleich.“

Sofort stand Fenrir auf und ging an Harry vorbei zur Haustür. Harry folgte ihm grinsend und apparierte mit ihm nach Hogwarts direkt vor sein Zimmer.

Harry: „Dann wünsche ich guten Appetit und einen ruhigen Schlaf. Sollte etwas sein, kannst du jederzeit Dobby oder Winky rufen, oder den Rufknopf an der Fußfessel betätigen.“
Fenrir: „Gut, weiß ich Bescheid.“

Damit ging Fenrir ohne eine Verabschiedung oder ähnliches in sein Zimmer und schloss die Tür. Harry schüttelte daraufhin nur grinsend seinen Kopf.

Harry: „Das mit den Manieren müssen wir wirklich üben die Herrschaften.“

Grinsend apparierte Harry wieder in sein Büro und setzte sich an seinen Schreibtisch. Er wusste er sollte in den nächsten Tagen mal nach Minerva sehen aber diese war immerhin bei ihrer Mutter und da konnte er nicht einfach auftauchen. Minerva nach Hogwarts holen wollte er aber auch nicht, sie hatte es verdient sich von ihrer Mutter und ihrem Bruder verwöhnen zu lassen. Also überlegte er kurz und entschied sich dann, einfach einen Brief an Isobell zu schreiben und sie einfach zu fragen ob er mal vorbei schauen durfte. Gedacht, getan. Harry zog seine Schublade auf, holte ein Briefpapier aus der Schublade, nahm sich seine Feder und fing an den Brief für Isobell zu schreiben. Selbstverständlich sprach er sie in dem Brief mit ihrem Nachnamen an, immerhin hatte sie noch nie ein Wort mit ihm gesprochen und so war das persönliche Ansprechen, zumindest in Harrys Augen tabu. Als er den Brief fertig hatte, faltete er diesen zusammen und packte ihn ordentlich in einen Briefumschlag. Danach apparierte er in die Eulerei und band einer der Schuleulen den Brief ans Bein bevor er die Eule noch etwas streichelte und sie danach losschickte. Erst als er die Eule am Himmel nicht mehr sehen konnte, sprach er einen Zeitzauber und ließ sich die Uhrzeit anzeigen. Diese sagte ihm das es mittlerweile kurz nach 20 Uhr war. Also würde Ginny wohl im Gemeinschaftsraum sein. Eigentlich wollte er das Gespräch ja nicht führen aber es musste sein, also apparierte er vor das Gemälde der fetten Dame, welche ihn einmal musterte.

Fette Dame: „Guten Abend Herr Schulleiter.“
Harry: „Nur Stellvertretend. Aber ebenfalls guten Abend. Können Sie mir sagen ob Ginny Weasley im Turm ist?“
Fette Dame: „Ja kann ich und ja ist sie. Ich nehme an Sie wollen rein?“
Harry: „Wenn es keine Umstände macht?“
Fette Dame: „So förmlich kenne ich Sie gar nicht. Haben Sie ein Passwort?“
Harry: „Schnatz.“
Fette Dame: „Höflich und informiert? Daran könnte ich mich gewöhnen.“

Mit diesen Worten klappte das Gemälde zur Seite und ließ Harry eintreten. Genau das tat dieser auch und wurde im Gemeinschaftsraum direkt von Neville entdeckt, welcher mit Hermine, Ginny und Dean am Tisch saß und offenbar Hausaufgaben machte.

Neville: „Hey Harry Kumpel, setz dich doch.“

Kaum hatte Neville ihn angesprochen, drehten sich auch die anderen zu Harry, aber die restlichen Gryffindors schienen sich nicht richtig ihn anzusprechen. Leicht belustigt bemerkte Harry das Logan praktisch fluchtartig aus dem Gemeinschaftsraum ging. Aber Harry hatte nicht vor ihm hinterher zu gehen, sollte dabei nochmal Redebedarf bestehen, würde es auch zu einem späteren Zeitpunkt reichen, jetzt setzte er sich lieber neben Dean an den Tisch und erkannte das die vier tatsächlich Hausaufgaben machten.

Harry: „Hallo Leute, was geht?“
Dean: „Zaubertränke schon mal nicht.“
Neville: „Nicht einmal Hermine kann uns dabei helfen.“
Hermine: „Und Slughorn kannst du echt vergessen.“
Harry: „Ist er so schlimm?“
Dean: „Er unterrichtet besser als Snape, aber weniger informativ. Im Grunde bringen wir uns alles selber bei.“
Hermine: „Das ist einfache ein Witz.“
Neville: „Und dieser Trank macht keinen Sinn.“
Harry: „Was habt ihr denn für ein Problem?“
Dean: „Wir sollen den Amortentia theoretisch brauen.“
Neville: „Aber egal was wir hinschreiben, es ergibt keinen Sinn.“
Hermine: „Wir haben den Trank bestimmt schon 10 mal versucht aber egal was wir machen, er kann nicht funktionieren.“
Dean: „Und das Buch welches Slughorn uns angedreht hat kann man auch nicht gebrauchen.“
Harry: „Darf ich mal sehen?“
Hermine: „Niemand lieber als du vielleicht kannst du uns retten.“

Angefressen reichte Hermine Harry ihr Rezept welches sie aufgeschrieben hatte. Harry besah sich das Rezept dann einmal und ging den Trank im Kopf einmal durch bevor er Hermine ihr Rezept wieder gab.

Harry: „Habt ihr das alle so?“
Dean: „Ja.“
Neville: „Und sag uns jetzt nicht so wird das nichts denn darauf sind wir auch schon gekommen.“
Harry: „Ihr versteift euch ziemlich auf eure Grundzutaten.“
Hermine: „Natürlich, die müssen ja auch da rein.“
Harry: „Ich weiß das sie da rein müssen aber ihr versucht sie unter allen Umständen als erstes in den Trank zu tun. So wird das auch nichts.“
Neville: „Du meinst wir sollen sie als letztes rein packen?“
Harry: „Ich meine ihr sollt mal logisch überlegen wann es Sinn macht welche Zutat in den Trank zu tun.“
Dean: „Warum? Bis jetzt waren die Grundzutaten immer das erste was in den Trank kommt.“
Harry: „Das stimmt aber ihr kommt langsam in das Stadium der schwierigen Tränke und da sind die Grundzutaten nicht immer das wichtigste.“
Hermine: „Also müssen wir im Grunde alles was wir bisher über Tränke gelernt haben über Bord werfen und neu anfangen?“
Harry: „Nein aber ab jetzt sind die Grundzutaten nicht mehr unbedingt das erste was in den Trank kommt. Ihr kommt jetzt zu den Tränken bei welchen ihr zeigen müsst das ihr die Zusammenarbeit verscheidener Zutaten verstanden habt. Ihr müsst logisch nachdenken welche Zutat als nächstes passen kann und Sinn macht. Das Buch ist nicht das Problem, eure Denkweise steht euch im Weg.“
Neville: „Kannst du uns das Rezept nicht einfach sagen?“
Hermine: „Neville! Frag ihn das nicht! Das hilft dir auch nicht!“
Neville: „Doch das würde mir den restlichen Abend retten.“

Hermine rollte auf diese Aussage nur mit den Augen, zerknüllte ihr derzeitiges Rezept und warf es hinter sich in den Kamin. Neville und Dean hingegen sahen errwartend zu Harry, da beide eben fest damit rechneten das Harry ihnen das Rezept sagen würde. Aber damit lagen sie falsch.

Harry: „Seht mich nicht so an. Ich werde euch das Rezept nicht sagen denn wenn ihr nicht jetzt schon anfangt diese Denkweise zu lernen, werdet ihr das nie hinbekommen.“

Während Neville und Dean nun flehend und leidend zu Harry sahen, sahen sowohl Ginny als auch Hermine überrascht zu ihm.

Hermine: „Das hätte ich jetzt nicht gedacht.“
Harry: „Ich bin Lehrer und kein Vorsager.“
Ginny: „Das hat dich früher auch nicht gestört wenn du Hermine um Lösungen angebettelt hast.“
Harry: „Das war nur bis Jahr drei.“
Hermine: „Stimmt, ab da hast du nur noch um Lösungsansätze gebettelt.“
Harry: „Und? Ich wollte immerhin selber arbeiten.“
Hermine: „Das stimmt allerdings.“
Harry: „Also, ihr wisst jetzt was ihr machen müsst. Ginny, darf ich dich einmal entführen oder brauchst du die Zeit für die Hausaufgaben?“
Ginny: „Nein bin fertig, ich komme gerne mit.“
Harry: „Gut, euch noch viel Spaß.“
Neville: „Wir hassen dich auch.“
Harry: „Ich weiß.“

Grinsend stand Harry auf und ging gefolgt von Ginny wieder aus dem Gemeinschaftsraum. Er schlenderte stumm ein paar Minuten mit ihr durch die Gänge bevor er endlich genug Mut hatte um das eigentliche Thema anzusprechen.

Harry: „Ginny ich muss etwas klarstellen. Ich weiß die Beendung unserer Beziehung war nicht gerade die feine Art, besonders vor der ganzen Schule und ich hätte es definitiv besser machen können, aber scheinbar hast du eine Sache nicht ganz verstanden. Ich habe offiziell mit dir Schluss gemacht und das war, trotz der Provokation von Logan, genau so gemeint. Ich habe es nicht nur getan um Logan zu geben was er wollte oder um endlich Ruhe zu haben, sondern weil ich denke es ist das richtige.“
Ginny: „Es ist aber nicht das richtige. Es ist totaler Blödsinn.“
Harry: „Nein ist es nicht. Diese Beziehung zwischen uns beiden ist ungesund und falsch.“
Ginny: „Falsch?!“
Harry: „Ja Ginny, sie ist falsch. Und genau deswegen wird es sie auch nicht mehr geben.“
Ginny: „Und das entscheidest du einfach?! Ohne das ich da ein Wort mitreden darf?!“
Harry: „Ganz richtig.“
Ginny: „Aus welchem Grund denn bitte?! Ich meine wir lieben uns, kennen uns seit Jahren und verstehen einander.“
Harry: „Weil ich dir nicht gerecht werden kann. Du hast besseres verdient als einmal in der Woche vielleicht mal eine Stunde mit deinem Partner. Du hast jede Minute deines Lebens mit deinem Partner verdient. Du hast Kinder verdient und da hast jemanden verdient der seine Arbeit und seine Aufgaben nicht seiner Liebe vorzieht. Ich werde dir niemals so gerecht werden können wie du es verdient hast. Du würdest immer hinten anstehen und immer zurückstecken müssen. Und irgendwann würdest du alleine da stehen. Das kann und möchte ich dir nicht antun. Ich weiß du wirst das ganze nicht verstehen wollen, aber noch hast du die Chance dir jemanden zu suchen der dich durch dein Leben begleitet und dich wirklich glücklich machen kann. Der dir Kinder schenken kann und alles was du jemals haben wolltest. Ich kann das nicht und deshalb ist diese Beziehung falsch.“
Ginny: „Das ganze ist doch totaler Blödsinn! Ich bin gerne bereit zurückzustecken und…“
Harry: „Genau da ist das Problem. Du bist eine wunderbare und liebenswerte junge Frau und hast es nicht verdient dich zu verstecken und immer den Kopf einzuziehen nur um deinen Partner glücklich zu machen. Ginny ich rede nicht von zwei oder drei Jahren in denen du zurückstecken müsstest, sondern von den nächsten dreißig bis vierzig. Und ab da wärst du kinderlose Witwe. Die Chance das du dann noch einen guten Partner findest mit dem du den Rest deines Lebens verbringen möchtest ist schon relativ gering. Die Chance das du dann noch Kinder bekommen kannst noch kleiner. Das hast du alles nicht verdient. Und ich weiß das es dauern wird bis du das verstehst, vielleicht verstehst du es auch nie so ganz, aber das ändert nichts daran das das zwischen uns nichts mehr wird. Such dir jemanden der dir wirklich gut tut und bleib nicht an mir hängen als wäre ich dein Rettungsanker.“
Ginny: „A-aber… du bist mein Rettungsanker… ohne dich wäre ich nicht mehr am Leben…“
Harry: „Es war eine Situation und die hat keinen Vertrag zwischen uns ausgemacht das du unbedingt bei mir bleiben musst.“
Ginny: „Und wenn ich bei dir bleiben will?“
Harry: „Können wir gerne befreundet bleiben, aber mehr wird es nicht mehr.“

Ginny und Harry waren während des Gespräches stehen geblieben und sahen sich jetzt gegenseitig an. Ginny hatte mittlerweile Tränen in den Augen aber dennoch stand ihr mittlerweile die blanke Wut ins Gesicht geschrieben. Ginny sah ihn noch einen Moment an bevor sie ihm einfach eine saftige Ohrfeige verpasste.

Ginny: „Du bist ein arroganter Arsch! Bleib doch wo der Pfeffer wächst! Dann verkriech dich eben in deiner Arbeit und geh daran kaputt! Hoffentlich hattest du Spaß daran mir mein Herz zu brechen! Lass mich ab jetzt bloß in Ruhe!“

Damit drehte Ginny sich auf dem Absatz um und stürmte aus dem Flur. Harry hielt seine neutrale Maske noch, bis sie weg war, bevor er traurig auf den leeren Flur sah. Er war zwar immer noch davon überzeugt das es das richtige gewesen war, aber es tat ihm dennoch leid das er Ginny so verletzen musste.
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