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Leiden im Schicksal

Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P18 / Gen
Harry Potter Minerva McGonagall Poppy Pomfrey Severus Snape
06.12.2020
04.10.2022
30
371.449
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22.09.2022 11.507
 
Kaum hatte Harry sich vorne am Lehrertisch zu den Schülerinnen und Schülern gedreht, hörte abrupt jegliches Getuschel auf, und zeigte Narzissa erneut wie viel Respekt Harry eigentlich von anderen bekam. Dieser sah jetzt einmal über die Schülerschar.

Harry: „Ich denke die Dame neben mir ist jedem ein Begriff. Für diejenigen die sie tatsächlich noch nicht kennen, das neben mir ist Madam Malfoy. Sie ist ab jetzt für das Fach Verwandlung zuständig. Ich möchte nicht hören das Sie sich ihr gegenüber anders verhalten als den anderen Professoren gegenüber. Sie wird ab nächste Woche mit dem Unterricht anfangen und Ihnen ab da mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

Nachdem Harry geendet hatte, war es noch einen Moment leise bevor der erste Gryffindor sich zu Wort meldete.

Gryffindor: „Sie ist eine Todesserin. Die gehört nach Askaban und nicht nach hier!“
Harry: „Sie liegen falsch. Madam Malfoy ist offiziell vom Ministerium freigesprochen worden. Sie hat nie jemandem etwas angetan und hatte auch mit den Machenschaften von Voldemort nichts zu tun. Sie hatte nur das große Pech, Lucius geheiratet zu haben. Glauben Sie mir, Madam Malfoy ist genauso wenig eine Todesserin wie Sie es sind.“
Ravenclawschüler: „Sie war trotzdem auf der falschen Seite!“
Gryffindorschülerin: „Sie gehört hier nicht hin! Gezwungen hin oder her sie ist böse und wird uns nur was antun!“

Kaum hatte die Schülerin diesen Vorwurf geäußert, fingen so ziemlich alle in der Halle an zustimmend zu murmeln oder irgendwelche gemeinen Dinge zu Narzissa zu rufen. Einige riefen auch Vorwürfe zu Harry oder Andeutungen in Richtung Verrücktheit zu ihm. Aber anders als Narzissa, welche es zwar nicht offen zeigte, sich aber dennoch unwohl fühlte und das ganze nicht so gut wegsteckte wie sie selber gedacht hatte, war es Harry relativ gleich. Er ließ die Schülerschar einfach ein paar Minuten tuscheln bevor er einmal schnippte und damit über jede Person in der Halle einen Schweigezauber legte. Und das gab seine gewünschte Wirkung denn nicht nur das es in der Halle sofort still war, jeder sah auch wieder zu ihm.

Harry: „Ich habe mich wohl nicht klar genug ausgedrückt. Ich werde Sie nicht fragen was Sie von der Idee halten und ich bin auch nicht hier um mit Ihnen zu diskutieren von wem Sie unterrichtet werden möchten. Sie haben da kein Mitspracherecht. Sollte Madam Malfoy Ihnen widererwarten doch etwas antun oder Ihnen gegenüber komisch sein, dürfen Sie sich selbstverständlich an mich oder die anderen Professoren wenden. Aber erst einmal ist Madam Malfoy keine Todesserin oder böse Frau der schwarzen Seite. Sie ist eine ganz normale Frau welche ab nächster Woche Ihre Lehrerin sein wird und genau so haben Sie sie zu behandeln. Ich möchte keinerlei Gerede mehr von schwarzer oder weißer Seite hören. Der Krieg ist vorbei und die Schuldigen entweder Tod oder in Askaban. Und eines garantiere ich jedem von Ihnen. Bekomme ich mit, das Sie sich auch nur einen Moment falsch gegenüber Madam Malfoy verhalten, werden Sie und ich ein nettes kleines Gespräch führen. Ich empfehle nur jedem von Ihnen, zwingen Sie mich nicht Sie für so ein Gespräch zu mir zu rufen.Ist das angekommen?“

Harry sah einmal durch die Halle und als er das Gefühl hatte, der Großteil der Schüler hätte genickt, nahm er den Schweigezauber wieder von der Halle und sah zum Slytherintisch.

Harry: „Ich weiß Sie haben im Moment keinen Hauslehrer und ich kann Ihnen leider immer noch nichts zu Professor Snape sagen, aber neben dem Angebot mit Ihren Problemen zu mir zu kommen, bin ich mir sicher steht Ihnen auch Madam Malfoy jederzeit zur Seite. Vielleicht fühlen Sie sich zu ihr verbundener.“

Während Narzissa leicht überrascht zu Harry sah, denn sie fand das war doch schon ein großes Zeichen wie viel er ihr eigentlich zutraute und er ihr vertraute, sah Harry jetzt zu den Gryffindors.

Harry: „Auch Ihnen kann ich noch nichts zu Professor McGonagall sagen, aber auch bei Ihnen bleibt es dabei. Sollten Sie etwas haben, meine Tür steht Ihnen offen.“
Gryffindorschüler: „Nur sind Sie nicht erreichbar!“
Harry: „Das stimmt aber ich weiß wenn jemand von Ihnen versucht hat mich zu erreichen und melde mich dann bei Ihnen.“
Gryffindorschüler: „Das bringt uns nur nichts wenn wir Sie in der Situation brauchen! Vielleicht sollten Sie endlich aufhören Autogrammkarten zu unterschreiben und endlich da arbeiten wo Sie tatsächlich gebraucht werden!“
Filius: „Mr. Grolin. Das reicht.“
Harry: „Lassen Sie ihn.“

Für diese Worte hatte Harry sich zu Filius gedreht und nach einem kurzen Blickaustausch blieb Filius dann auch leise. Harry hingegen drehte sich jetzt wieder zu Logan.

Harry: „Reden Sie ruhig weiter.“
Logan: „Sie reden immer so groß das Sie für uns da sind und wir Sie immer erreichen können aber jedes mal wenn man versucht Sie zu finden sind Sie nicht da! Sie kommen ja nicht einmal zum essen! Man kann Sie einfach nicht erreichen also hören Sie endlich auf Ihre Zeit woanders zu verschwenden! Arbeiten Sie endlich da wo Sie gebraucht werden!“
Hermine: „Logan!“
Logan: „Nein! Deine Freundschaft zu ihm hin oder her aber langsam reicht es! Entweder Sie halten sich an Ihre Worte oder Sie halten endlich den Mund und reden nicht mehr so groß von sich!“
Hermine: „Logan hör endlich auf!“
Logan: „Nein das muss endlich mal gesagt werden! Und euch beiden hört er ja nicht mehr zu! Er behandelt seine Freundin wie Dreck! Ist es nicht so Herr Schulleiter?!“
Ginny: „Logan! Lass es endlich sein!“
Logan: „Was ist?! Hat es Ihnen die Sprache verschlagen?! Warum erzählen Sie uns nicht warum Sie Ihre Freundinnen wie Dreck behandeln?!Mit der einen haben Sie um Ihrer beider Leben gekämpft und mit der anderen sind Sie sogar zusammen und dennoch bekommt Sie gerade so viel Ihrer Zeit das sie nachsitzen von Ihnen bekommen kann! Warum?! Wenn Sie doch so ein toller Kerl sind sollte das doch gar nicht möglich sein!“

Logan war mittlerweile aufgestanden und sah nur noch zu Harry, so wie auch viele andere aus der Halle. Nur Hermine und Ginny sahen lieber nach unten und vermieden den Blick zu Harry, denn auch wenn sie der Meinung waren, Logan hätte das nicht sagen müssen, hatte er ja irgendwo Recht. Nur Harry sah, anders als alle es erwarteten, weiter komplett neutral zu Logan. Allerdings brachte dieses Schweigen Logan nur noch mehr auf die Palme.

Logan: „Was?! Können Sie plötzlich nicht mehr antworten?! Oder ist es Ihnen etwa unangenehm?! Oh das tut mir sogar fast Leid! Sie sind ein Heuchler mehr nicht! Sie haben den Posten den Sie haben nicht verdient und die beiden da auch nicht!“

Bei dem letzten zeigte Logan auf Hermine und Ginny. Harry folgte seiner Hand einmal, sah kurz zu Ginny und Hermine und sah dann wieder zu Logan, bevor er sich zum Lehrertisch umdrehte, an welchem seine Kollegen nur betroffen aber stumm zu ihm sahen.

Harry: „Mr. Grolin hat Recht. Wer von Ihnen wäre bereit die vorübergehende Hausleitung von Gryffindor zu übernehmen?“

Während jetzt ausnahmslos alle Schüler komplett überrascht zu Harry sahen, hatten sie einfach nicht damit gerechnet das er Logan einfach Recht geben würde, sahen die Lehrer erst einander an und dann wieder zu Harry.

Harry: „Hagrid? Würdest du diese Aufgabe übernehmen?“
Hagrid: „Ähm… klar aber…“
Harry: „Wunderbar, Dankeschön.“

Ohne Hagrid die Möglichkeit zu lassen noch ein Wort zu sagen, drehte Harry sich wieder zum Gryffindortisch.

Harry: „Dann ziehe ich mich aus dem ganzen jetzt zurück. Sollten Sie Probleme oder Sorgen haben, wenden Sie sich bitte an Hagrid oder die anderen Professoren, je nachdem bei wem Sie sich sicher fühlen. Kommen wir zum nächsten Punkt. Madam Malfoy, nehmen Sie doch Platz.“

Ohne sich zu dem Tisch zu drehen, ließ Harry am Ende des Tisches neben Hagrid noch einen Platz und einen Stuhl für Narzissa erscheinen. Narzissa nickte nur kurz und setzte sich dann auf den Platz. Erst als sie saß, ging Harry von dem Lehrertisch weg und ging geradewegs zu Hermine und Ginny.

Harry: „Darf ich bitte einmal Ihre Handgelenke haben?“

Hermine und Ginny sahen sich gegenseitig fragend an, hielten Harry dann aber ihre Handgelenke hin. Harry machte ihnen dann die Armbänder ab und ließ sie einfach in Flammen aufgehen bevor er zur Hallentür ging. Die beiden schockierten Blicke von Hermine und Ginny und die verwirrten Blicke der anderen komplett ignorierend. Denn sicher, er hatte die Armbänder von Hermine und Ginny schon nach dem Endkampf so eingerichtet das sie den beiden nur noch als Kommunikationsmittel dienen und sie nicht mehr auf dem Gelände fest hielten, aber soeben hatte er ihnen auch das genommen. An der Hallentür angekommen drehte er sich aber noch einmal um.

Harry: „Miss Weasley, ich danke Ihnen für Ihre Zeit, Ihre Mühen und Ihre Unterstützung, aber die Beziehung ist offiziell beendet.“
Ginny: „W-wie bitte?“
Harry: „Sie haben mich schon verstanden. Mr. Grolin, danke für Ihre offenen Worte. 20 Punkte für Gryffindor.“

Kaum hatte Harry zu Ende gesprochen, ging er und hinterließ eine verblüffte und stille Halle. Nach kurzer Zeit konnte man nur ein leises schluchzen hören und dieses kam selbstverständlich von Ginny welche leise weinend auf die Hallentür sah, aufstand und sich wütend an Logan richtete.

Ginny: „Bist du jetzt zufrieden?! Du musstest ja unbedingt dein Maul aufreißen!“
Logan: „I-ich wusste ja nicht das er direkt Schluss macht i-ich wollte doch nur…“
Ginny: „Ist mir scheiß egal! Misch dich doch nicht in meine Beziehung ein!“
Logan: „Da war doch gar keine Beziehung mehr!“
Ginny: „Du hast doch auch keine Ahnung! Nur weil es im Moment schwierig ist…“
Logan: „Dieser Moment dauert aber auch schon Monate lang!“
Ginny: „Wir lebten ja auch in einem Krieg und-“
Logan: „Und der ist mittlerweile vorbei!“
Ginny: „Für uns vielleicht! Aber Harry muss sich doch mit dem Ministerium um alle Nachkriegsdinge kümmern! Für ihn ist der Krieg noch lange nicht vorbei also hat er jedes erdenkliche Recht sich zurückzuziehen und sich scheiße zu verhalten! Also misch dich da verdammt nochmal nicht ein!“
Logan: „Ich wollte doch nur helfen.“
Ginny: „Super geholfen hast du! Danke du hast gerade meine mühsam aufgebaute Beziehung beendet!“
Logan: „Wenn sie so mühsam aufgebaut wurde ist sie es vielleicht gar nicht wert!“

Logan wusste das er etwas falsches gesagt hatte, als Ginny auf ihn zu ging und ihm ohne ein Wort zu sagen mit voller Kraft, welche durch ihr Quidditchtraining nicht gerade wenig war, eine Backpfeife der Extraklasse verpasste.

Ginny: „Harry ist es absolut wert! Und Harry hat auch jedes Recht sich zurückzuziehen, sich zu verstecken und schwierig zu sein! Also bevor du wieder dein Vorlautes, dummes Maul aufreißt, überleg erst einmal ob du dir ein Urteil über die jeweilige Person überhaupt erlauben kannst!“
Logan: „Ist ja gut du verrückte!“
Ginny: „Wehe nicht! Beim nächsten Mal treffe ich nicht nur die Wange!“

Mit diesen Worten drehte Ginny sich um und ging, selbstverständlich gefolgt von Hermine, aus der Halle raus und auf etwas Abstand zu dieser.

Hermine: „Guter Schlag.“
Ginny: „Danke, also wo finden wir ihn jetzt?“
Hermine: „Wo? Vermutlich in seinem Büro, nur kommen wir da nicht rein. Wir werden nicht an ihn ran kommen und das weißt du auch.“
Ginny: „Aber wir können ihn doch nicht alleine lassen. Nicht jetzt.“
Hermine: „Er will es doch nicht anders.“
Ginny: „Dann muss man ihn eben dazu zwingen das er es anders will.“
Hermine: „Und wie willst du das anstellen bitte? Ist ja nicht so als könntest du einfach zu ihm und ihm eine Leine umlegen.“
Ginny: „Ich weiß…“
Hermine: „Na komm, wir setzen uns einfach oben auf den Astronomieturm und überlegen uns etwas wie wir an Harry rankommen. Vielleicht haben wir ja auch Glück und er ist da.“
Ginny: „Nein wir machen was anderes, komm mit.“

Während Ginny Hermine jetzt mit sich zog, stürmte Harry einfach in Minervas Büro, knallte dort die Tür zu und lief in dem Büro auf und ab. Ja er hatte die letzten Wochen immer eine neutrale Maske getragen aber auch die war nicht unendlich. Es war im Moment einfach zu viel auf einmal. Er wusste, wollte er seine Maske am nächsten Tag wieder tragen, musste er irgendwie Ballast los werden. Nur wie? Am liebsten würde er einfach in die Hütte oder in den Raum der Wünsche und einfach einiges sprengen aber so geladen wie er war würde er bei Gegenständen, trotz Magiebegrenzungskette, nur irgendwas schlimmes anstellen. Also brauchte er eigentlich menschliche Unterstützung aber genau das wollte er nicht. Er wollte einfach keinen Kontakt zu anderen. Im Grunde wollte er einfach nur noch stumm arbeiten. Aber nein, sie mussten sich ja alle in seine Angelegenheiten einmischen. Und jetzt stand er hier und wusste nicht wohin mit sich. Überlegend sah er aus dem Fenster, zumindest bis das Quidditchfeld in seinen Blick kam. Klar, das er da auch nicht eher drauf gekommen war. Sicher, der Besen den er von Sirius bekommen hatte, hatte er nicht mehr, der war noch immer in dem dummen See, aber er konnte sich einfach einen der Schulbesen nehmen. Die waren zwar nicht so schnell, dafür erforderten sie viel Konzentration und teilweise auch Kraft, also quasi perfekt um Dampf abzulassen. Gedacht, getan. Kaum den Entschluss gefasst, apparierte Harry auf das Trainingsfeld, holte sich einen Schulbesen aus dem Schrank und apparierte zum Feld. Kaum stand er dort mit den Füßen auf dem Boden hatte er sich auch schon auf den Besen gesetzt und fing an rasant über das Feld zu fliegen. Auf Dauer wurde er immer schneller und immer waghalsiger, was er allerdings auch bemerkte war das irgendwann Hermine und ginny zu dem Feld gingen und sich neben die Gryffindorumkleide stellten. Und er hätte schreien können. Sie sollten ihn einfach in Ruhe lassen aber nein, sie mussten ihn ja alle bedrängen. Er versuchte zwar noch in ein paar Runden seine immer weiter aufbauende Wut wieder loszuwerden aber es wollte einfach nicht klappen. Irgendwann stellte er sich dann seinem Schicksal, steuerte den Besen zu den beiden und landete einen Meter von ihnen entfernt.

Harry: „Was wollt ihr jetzt wieder?!“
Hermine: „Mit dir reden.“
Harry: „Worüber?!“
Ginny: „Dich. Wir machen uns Sorgen um dich.“
Harry: „Da gibt es keinen Grund zu!“
Hermine: „Doch gibt es und das weißt du selber! Du verkriechst dich und versuchst wieder nichts an dich ranzulassen aber das wird dein Problem nicht lösen!“
Harry: „Ich habe kein Problem!“
Ginny: „Doch hast du und wenn ich tippen müsste nicht nur eins.“
Hermine: „Harry bitte, wir wollen dir helfen.“
Harry: „Es gibt aber nichts bei dem ihr mir helfen müsstet!“
Ginny: „Das denkst auch nur du!“
Harry: „Lasst mich einfach in Ruhe!“
Ginny: „Warum gehst du allen aus dem Weg?“
Harry: „Ich gehe euch nicht aus dem Weg ich arbeite.“
Hermine: „Du tust aber nichts anderes mehr und schickst alle weg die mit dir reden wollen.“
Harry: „Ich habe im Moment eben viel zu tun.“
Ginny: „Oder du suchst dir viel zu tun um dich uns nicht stellen zu müssen.“
Hermine: „Aber das ist der falsche Weg.“
Harry: „Was? Meinen Job erledigen? Ja ich bin mir sicher das die Schule läuft ist super schade.“
Ginny: „Du hörst auf einen kompletten Vollidioten, lässt dich einfach niedermachen und gehst allen aus dem Weg! Das bist doch nicht mehr du!“
Harry: „Ein Klon ist es aber auch nicht!“
Hermine: „Du aber auch nicht! Du hast alles was du dir erarbeitet hast einfach wieder kaputt gemacht! Du stehst wieder ganz am Anfang! Und soll ich dir was sagen?!“
Harry: „Na jetzt bin ich ja mal gespannt.“
Hermine: „Das ist schwach und erbärmlich! Du beschmutzt damit das Haus Gryffindor denn das was du hier machst ist einfach feige!“

Harry sah jetzt kurz zu Hermine bevor er einfach nur nickte.

Harry: „Und wenn schon. Dann ist es eben feige. Das ändert auch nichts mehr. Und jetzt lasst mich endlich in Ruhe!“

Harry ging an den beiden vorbei und wieder Richtung Schloss, allerdings griff Hermine jetzt zu der letzten Idee die sie hatte, von der sie zwar wusste das sie riskant war aber dementsprechend sollte sie auch effektiv sein.

Hermine: „Glaubst du deine Mutter wäre stolz darauf zu sehen, was für ein Feigling aus ihrem Sohn geworden ist?“

Harry blieb auf Hermines Worte abrupt stehen, spannte seine Fäuste aber sichtlich an bevor er sich langsam zu ihr drehte.

Harry: „Meinst du das interessiert mich noch?! Ich habe noch nie etwas gemacht damit jemand anderes stolz auf mich ist! Und wenn es scheiße läuft wird Minerva ja noch nicht einmal wieder aufwachen um… das ganze zu sehen…“
Ginny: „Wie bitte?“
Harry: „Sie wacht vielleicht gar nicht mehr auf! Voldemort hat sie und Severus verflucht und es ist nicht sicher das wir den Fluch lösen können also vielleicht war es das auch mit ihnen! Also rede nicht von meiner Mutter!“
Hermine: „D-das wusste ich doch nicht…“
Harry: „Ist mir egal!“
Ginny: „Harry bitte beruhige dich!“
Harry: „Vielleicht will ich mich aber nicht beruhigen!“
Hermine: „Das hier bringt dir aber auch nichts!“
Harry: „Mir vielleicht nicht! Anderen aber schon und das reicht mir!“
Ginny: „Du kannst doch nicht immer nur für andere arbeiten und auf dich pfeifen!“
Harry: „Ging doch bis jetzt ganz gut!“
Molly: „Aber ab jetzt geht das nicht mehr.“

Erschrocken drehte Harry sich zu Molly um, welche sich in der Umkleide versteckt hatte und jetzt rausgetreten war. Allerdings sah sie Harry so sanft und auch mitleidig aber dennoch aufbauend an, das sie direkt durch Harrys Maske sehen konnte. Harry hingegen merkte das auch und wurde innerhalb von Sekunden unsicher und weniger autoritär.

Molly: „Harry, wir alle haben Verständnis dafür das es im Moment schwer für dich ist und wir alle wissen das du dich jetzt um die Schule kümmern musst. Aber du versteckst dich und behandelst alle irgendwie wie Dreck. Wir wollen gar nicht das du die Arbeit einfach liegen lässt aber du bist dabei dich selber zu zerstören und das wollen und werden wir nicht weiter mit ansehen.“

Während Molly redete, ging sie langsam auf Harry zu und als sie direkt vor ihm stand, nahm sie ihn einfach in den Arm. Sie machte es so langsam das er es jederzeit unterbrechen könnte, da er sich aber nicht einen Millimeter bewegte, umarmte sie ihn einfach. Harry stand dann kurz da und versuchte sichtlich, seine schwache aber immer noch stehende Selbstbeherrschung irgendwie aufrecht zu erhalten, aber nach Mollys nächsten Worten war es ihm einfach unmöglich.

Molly: „Wir danken dir alle für die Opfer die du in deinem Leben schon gebracht hast aber das ganze ist jetzt vorbei. Wir wollen dir helfen und nicht weiter zusehen wie du dich zerstörst. Ganz besonders ich nicht, du bist doch mein Kind.“

Molly wusste es war gewagt Harry jetzt so anzusprechen, immerhin könnte er jederzeit explodieren und dann konnte ihn wohl keiner aufhalten, aber sie wusste eben auch das sie langsam was an seinem Zustand ändern mussten. Und es war ja nicht so als würde sie ihn anlügen. Für sie war Harry schon seit seinem ersten Jahr ihr Sohn. Aber ihre Worte sorgten dafür das auch Harrys letztes Stück Selbstbeherrschung flöten ging. Er legte seine Arme um sie und ließ den Kopf auf ihre Schulter sinken und das war der Moment in welchem Molly ihn etwas enger umarmte und anfing ihm über den Rücken zu streicheln.

Molly: „Es ist in Ordnung. Du bist nicht alleine. Du musst nicht durchgehend stark sein oder arbeiten. Du darfst deine ganzen Sorgen und Probleme auch einfach rauslassen. Wir fangen dich auf. Lass dich einfach fallen. Es ist wirklich in Ordnung.“

Molly streichelte Harry weiter über den Rücken während dieser wirklich versuchte sich zusammen zu reißen aber er schaffte es einfach nicht und so fing er kurz darauf doch an zu weinen. Zwar nur still und man bemerkte es auch nur am gelegentlichen Beben seiner Schultern. Aber es war etwas worüber sich Molly, Hermine und Ginny im Grunde nur freuten. Denn das bedeutete das Harry ihnen wieder entgegen ging und ihnen nicht weiter weg lief. Genau deswegen ging Ginny jetzt auch langsam zu Harry und umarmte diesen langsam von der Seite. Aber auch das schien Harry nicht wirklich etwas auszumachen, er veränderte seine Position aber auch nicht. Er blieb einfach so an Molly gelehnt da und weinte stumm weiter. Weder Molly, noch Ginny noch Hermine sagten da aber etwas zu, sie ließen Harry einfach machen. Dieser löste sich auch erst nach etwa 20 Minuten wieder von Molly und Ginny und wischte sich mit seiner Hand durch das Gesicht im Versuch die Tränen wegzuwischen. Molly sah Harry dabei nur sanft an und als er wieder zu ihr sah, fing sie leicht an zu lächeln.

Molly: „Wir haben dich alle lieb und du bist uns allen wichtig also hör bitte auf uns alle wegzuschieben. Wir respektieren das du manchmal einfach Raum und Ruhe brauchst aber du übertreibst. Es gibt nichts mehr was du befürchten müsstest oder auf das du aufpassen müsstest. Du kannst ab jetzt ganz offiziell auch ein ganz normaler junger Mann sein.“

Harry wollte gerade etwas dazu sagen als sein Armband vibrierte und er auf dieses sah.

Poppy: „Komm sofort in den Krankenflügel! Minerva stirbt!“

Kaum hatte Harry die Nachricht gelesen, hatte er innerhalb von einer Sekunde wieder seine Maske aus Unantastbarkeit an. Das ließ bei allen aber die Alarmglocken schrillen.

Ginny: „Was ist los?“
Harry: „Ich muss los!“

Ohne den dreien die Möglichkeit zu lassen noch etwas zu fragen, oder Ihnen noch etwas zu sagen, disapparierte Harry und ließ drei alarmierte Frauen zurück.

Molly: „Was war das jetzt wieder?“
Hermine: „Irgendwas was dringend ist.“
Ginny: „Bei ihm ist immer alles dringend.“
Molly: „Aber sonst hat er keine sterbenden Menschen im Krankenflügel liegen. Meint ihr es hat etwas damit zu tun.“
Hermine: „Gut möglich.“
Ginny: „Können wir dahin? Er sollte echt nicht alleine sein.“
Hermine: „Sehe ich auch so.“
Molly: „Dann kommt endlich.“

Ginny und Hermine nickten nur und folgten Molly dann zum Schloss und in den Krankenflügel in welchem sie allerdings von einer ungewohnten Stille begrüßt wurden. Allerdings hielt die Stille nicht lange denn kaum waren sie ganz in den Krankenflügel eingetreten, konnten sie eine ihnen nur zu bekannte Stimme hören welche einen lateinischen Singsang startete. Sofort sahen sie sich erschrocken an und zogen ihre Zauberstäbe.

Ginny: „Das ist ja wohl jetzt nicht wahr.“
Hermine: „Was will Bellatrix denn hier?“
Molly: „Bessere Frage, weiß Harry das sie hier ist?“
Hermine: „Der würde die doch niemals hier hin lassen.“
Poppy: „Doch würde er.“

Als die drei gesprochen hatten, war Poppy aus dem Nebenraum in welchem Severus und Minerva lagen gekommen und sah jetzt niedergeschlagen zu den dreien.

Molly: „Bitte?“
Poppy: „Bellatrix ist nur wegen Harry hier.“
Hermine: „Die würde er niemals her holen.“
Poppy: „Hat er aber und er benutzt sie gerade um Minerva und Severus zu retten. Wenn da überhaupt noch was zu retten ist.“
Molly: „Was meinst du damit?“
Poppy: „Seht es euch doch an.“

Auf Poppys Worte hin, gingen die drei zu dem Raum und sahen etwas was sie so definitiv nicht erwartet hatten. Bellatrix stand neben den beiden Betten von Minerva und Severus, zeigte auf die beiden mit ihrem Zauberstab und machte weiter mit ihrem lateinischen Singsang. Mit ihrer freien Hand hielt sie Harrys Schulter fest und Harry kniete auf Minervas Bett, sah wieder komplett gefühllos und steinmäßig aus und war gerade dabei eine Herzdruckmassage bei Minerva zu machen während diese durch einen verzauberten Atembeutel künstlich beatmet wurde. Kaum die Situation erkannt schlug sich Molly die Hand vor den Mund und drehte sich um. Auch Ginny und Hermine drehten sich um und sahen erschrocken zu Poppy welche niedergeschlagen an einem Bett stand und sichtlich mit den Tränen kämpfte.

Hermine: „Was zum Hippogreif passiert da?!“
Poppy: „Sie versuchen Minerva zu retten. Vol… Voldemort hat Minerva und Severus einen Fluch aufgehalst der die beiden langsam sterben lässt. Nur wenn der Fluch gelöst wird, haben die beiden eine Chance lebend aus dem ganzen raus zu kommen. Aber Minervas Körper will nicht mehr und ihr Herz hat den Dienst eingestellt. Also hält Harry sie jetzt am Leben während Bellatrix den Fluch löst.“
Ginny: „Wir müssen ihm helfen.“
Poppy: „Wir können ihm nicht helfen. Er lässt nicht mit sich reden und wir können ihn jetzt nicht stören um mit ihm zu diskutieren denn er hält nicht nur Minerva am Leben sondern mit seiner Magie auch Bellatrixs Fluchlösung aufrecht. Wenn wir ihn stören kann beides zusammen brechen und das dürfen wir nicht riskieren.“
Ginny: „Also liegen im Grunde wieder zwei Leben komplett in seinen Händen und wir können ihm wieder nicht helfen diese zu retten?“
Poppy: „So kann man es auch sagen ja.“
Hermine: „Ist doch scheiße.“
Molly: „Also wie immer…“

Die anderen drei nickten auf Mollys Worte nur und setzten sich dann auf die Betten. Auch Poppy setzte sich irgendwann hin, auch wenn sie immer noch mit Tränen in den Augen zur Tür zum Nebenraum sah. Erst nach etwa 20 Minuten hörte der Singsang von Bellatrix auf und erst da erhob Poppy sich wieder und ging in den Nebenraum. In diesem lehnte Bellatrix erschöpft an der Wand und Harry kniete noch immer auf Minervas Bett und machte die Herzdruckmassage. Allerdings sah man auch diesem an das er wieder nah an seinen Kraftreserven war.

Poppy: „Harry?“
Harry: „Gib ihr etwas von dem Trank H-70.“
Poppy: „Aber der…“
Harry: „Das weiß ich! Mach es einfach!“

Poppy wollte zwar eigentlich nicht, denn der Trank griff die Gesundheit schon ganz schön an um einzelne Organe zu stärken, und wenn Minerva schon schwach war war das eigentlich keine gute Idee, aber sie wollte auch nicht mit Harry diskutieren und letztendlich hatte er im Moment die Entscheidungsgewalt über Minerva und er wusste eben auch was er Minerva mit dem Trank antat. Also hatte er wieder irgendeinen Plan und so ging Poppy los und holte eine Spritze und den Trank. Mit den beiden Dingen ging sie dann wieder in den Nebenraum.

Harry: „Direkt 15ml.“

Poppy nickte nur, zog 15ml auf und spritzte diese in Minervas Schulter. Danach legte sie beides bei Seite und sprach einen Diagnosezauber über Minerva, wobei sie nur kurz auf die Ergebnisse sah und sie dann Harry hin hielt. Denn was auch immer er vor hatte, er brauchte die Ergebnisse im Moment dringender als sie. Harry sah genau deshalb auch auf und besah sich Minervas Ergebnisse während er die Herzdruckmassage weiter führte. Danach nickte er und überlegte dann einen Moment.

Harry: „Defibriellier sie. Stärke 200.“
Poppy: „Dann weg.“

Harry nickte nur und ließ das erste mal seit mittlerweile fast eine halbe Stunde von Minerva ab. Poppy zog währenddessen ihren Zauberstab und schickte dann einen Stromschlag an das Herz ihrer Freundin.

Harry: „Noch einmal. Selbe Stärke.“

Poppy nickte nur und wiederholte es. Direkt danach stand Harry wieder bei Minerva und führte die Herzdruckmassage fort. Poppy die sich mittlerweile dachte was Harry da versuchte, sprach erneut einen Diagnosezauber und hielt Harry die Ergebnisse hin. Der sah erneut darauf und nickte dann.

Harry: „Entfern das Beatmungsgerät.“
Poppy: „Aber…“
Harry: „Mach es einfach!“

Poppy sah kurz auf die Ergebnisse und sah wieder zweifelnd zu Harry denn die Ergebnisse waren eigentlich nicht gut genug um die Beatmung zu stoppen, aber Harry sah so überzeugt aus das sie es letztendlich doch tat. Kaum hatte sie den Beatmungsbeutel entfernt, kniete Harry sich komplett über Minerva.

Harry: „Komm schon Mum, jetzt mach nicht schlapp.“

Ohne das Poppy ihn fragen konnte, was dieser jetzt vor hatte, schickte Harry eine Art Energiewelle durch Minervas Körper und diese schien genau das zu tun was Harry wollte denn direkt danach stoppte Harry die Herzdruckmassage und ging von Minerva runter. Poppy wollte erst etwas sagen aber ihr blieben die Worte im Hals stecken als sie bemerkte das Minerva wieder selbstständig atmete und ihr ein Test zeigte das alle Organe von Minerva wieder selbstständig arbeiteten. Jetzt erstaunt sah Poppy zu Harry welcher sich aber schon wieder zu Bellatrix gedreht hatte.

Harry: „Bei dir alles klar?“
Bellatrix: „Du meinst bis auf das ausgelaugt sein?“
Harry: „Schön das du das bissige nicht verloren hast. Ich denke du solltest jetzt ins Bett.“
Bellatrix: „Das wäre wünschenswert.“
Harry: „Soll ich dich hinbringen? Dann brauchst du nicht laufen.“
Bellatrix: „Sehr gerne.“
Harry: „Darf ich dann einmal nach deiner Hand bitten?“
Bellatrix: „Ausnahmsweise.“
Harry: „Zu freundlich.“

Bellatrix musste jetzt tatsächlich leicht grinsen und reichte Harry dann ihre Hand welche dieser nahm und mit ihr in seine Räume apparierte. Dort ließ er ihre Hand wieder los, allerdings sah sie ihn komisch an.

Harry: „Kann ich dir helfen?“
Bellatrix: „Ich habe nie wirklich verstanden warum der Lord doch noch so Hemmungen hatte dich anzugreifen, bis jetzt. Du bist furchteinflößend organisiert und stark.“
Harry: „Findest du?“
Bellatrix: „Ja. Du behältst wirklich einen verdammt klaren Kopf dafür das die Welt um dich herum zusammen bricht.“
Harry: „Noch einer der durchdreht kann man eben nicht gebrauchen. Und mittlerweile bin ich es gewohnt der einzige zu sein der sagt wo es lang geht.“
Bellatrix: „Das glaube ich gerne. Und wegen deiner Vergangenheit…“
Harry: „Kürzen wir das ab. Willst du damit an die Öffentlichkeit?“
Bellatrix: „Nein aber…“
Harry: „Dann können wir vernünftig und ohne Feindschaft dafür mit Vertrauen zusammen arbeiten?“
Bellatrix: „Noch nicht. Erst habe ich ein paar Fragen an dich.“
Harry: „Also wird das noch ein längeres Gespräch?“
Bellatrix: „Oh ja.“
Harry: „Dann führen wir das morgen. Du hast eben harte Arbeit geleistet und solltest dich ausruhen. Ich danke dir für deine Hilfe und bitte entschuldige das ich dich so überfallen habe. Den Zauberstab lasse ich einfach mal bei dir und vertraue darauf das du keinen Mist anstellst. Auch die Fußfessel lasse ich vertrauensvoll ab. Denn egal was du machst und wo du hingehst, du kannst darauf vertrauen das ich dich finde.“
Bellatrix: „Da bin ich mir sicher.“
Harry: „Dann wünsche ich eine gute Nacht. Schlaf gut.“
Bellatrix: „Du gleich auch.“

Harry schenkte Bellatrix jetzt tatsächlich ein kleines Lächeln bevor er aus seinen Räumen disapparierte und direkt in Minervas Büro apparierte. Kaum dort angekommen fiel aber seine Maske welche er bisher aufrecht gehalten hatte. Erschöpft lehnte er sich an den Schreibtisch und versuchte wieder klar zu sehen aber sein Sichtfeld blieb verschwommen und das Gefühl weiterhin schlecht.

Harry: „So eine Scheiße.“

Benebelt überlegte Harry was er jetzt tun sollte denn er hatte wenig Lust zu Poppy zu kriechen und sie um Hilfe zu bitten. Immerhin hatte diese mit Garantie mit Severus und Minerva genug zu tun aber leider war ihm auch nur mehr als bewusst das der Zustand in dem er sich gerade befand nicht zu unterschätzen war. Als ihm dann auch noch die Beine wegknickten und er auf den Boden fiel, wusste er er hatte keine andere Wahl als wieder zu Poppy zu gehen. Auch wenn das mit dem gehen nichts wurde, aber glücklicherweise konnte er ja apparieren. Genau das tat er auch und so tauchte er auf dem Boden sitzend mitten im Krankenflügel auf. Daraufhin dauerte es keine Sekunde bevor drei Frauen seinen Namen riefen und an seine Seite eilten, wobei Ginny sich direkt vor ihn kniete und wie ein fürsorgliches Omachen sein Gesicht in ihre Hände nahm.

Ginny: „Hey, was ist los?“
Harry: „Ich habe es wieder übertrieben…“
Hermine: „Poppy?!“
Poppy: „Bin doch schon hier. Helft ihm mal auf ein Bett.“

Das ließen sich Hermine und Ginny natürlich nicht zweimal sagen und so zogen sie Harry prompt zu zweit auf die Beine und hieften ihn auf ein Bett, auch wenn sie dabei nicht wirklich angestrengt waren, denn trotz seiner Muskeln war Harry doch recht leicht. Kaum lag Harry auf dem Bett, ging Hermine bei Seite und ließ Poppy an ihren Patienten welche diesem direkt einen Zugang legte und ihm drei Tränke verpasste. Ginny hingegen stand eisern neben ihrer Mutter auf der anderen Seite des Bettes und hielt Harrys Hand fest.

Poppy: „Ich muss dir ja wohl nicht erklären wie dämlich das wieder war?“
Harry: „Das war nicht dämlich das war nötig.“
Poppy: „Du hättest uns auch helfen lassen können.“
Harry: „Ich hätte so viel machen können. Spar dir diesen Vortrag einfach.“
Poppy: „Aber auch nur weil ich dich kenne du und weißt das du eh alles weißt was ich dir sagen würde.“
Harry: „Aber nur um sicher zu gehen, habe ich Recht damit das du mich die nächsten 8 Stunden hier behalten wirst?“
Poppy: „Mindestens. Wobei ich mit Garantie nicht gerne sehen würde wie du morgen früh wieder gehst.“
Harry: „Du siehst vieles nicht gerne was mit mir zu tun hat.“
Molly: „Das sollte dir vielleicht mal langsam zu denken geben.“
Harry: „Ja später.“
Hermine: „Ich bleibe dabei, viele Probleme machst du dir einfach selbst.“
Ginny: „Seid ihr dann mal fertig?!“

Ginny sah mit einem wahren Killerblick zu allen dreien und diese nickten einfach nur und blieben jetzt tatsächlich still. Zumindest kurzzeitig denn da sprach Poppy dann doch wieder.

Poppy: „So nett ihr da auch zusammen steht, aber der werte Herr braucht Ruhe und vor allem Schlaf, also bitte ich euch zu gehen.“
Harry: „Poppy…“
Poppy: „Du bist ruhig. Du konntest mir vielleicht die letzten Wochen entwischen aber jetzt bist du offiziell mein Patient also hast du nichts zu melden.“

Harry rollte nur mit den Augen und legte sich etwas bequemer hin während Molly, Hermine und Ginny sich verabschiedeten und gingen. Poppy wartete dann noch bis sie sicher war das die drei auch wirklich weg waren bevor sie sich neben Harrys Bett hinsetzte und zu diesem sah.

Poppy: „Ich weiß es sind im Grunde deine Eltern und ich weiß du hättest es auch für viele andere getan aber ich möchte dir dennoch danken das du das Leben meiner besten Freundin gerettet hast. Auch wenn ich dir sicher nicht sagen muss das es mal wieder auf falschem Wege war.“
Harry: „Was auch immer.“
Poppy: „Harry hör mir zu. Ich weiß du steckst schon wieder in einer Situation in welcher du so gar nicht sitzen solltest aber du bist nicht alleine. Nicht mehr und nie wieder. Wir sind alle jederzeit für dich da und egal ob du reden willst, irgendwas unternehmen willst oder nur stumm mit einem von uns rumsitzen möchtest, niemand und ich meine wirklich niemand von uns wird dir das verwehren. Und ich weiß dieses verstecken und in Arbeit stürzen ist das was sie dir alle beigebracht haben aber ich bitte dich, lass das. Du musst dich vor niemandem verstecken. Du musst auch keine Arbeiten mehr erledigen oder sonst etwas. Du schuldest niemandem etwas und bist zu keiner Aufgabe mehr gezwungen also hör bitte endlich auf dich so zu benehmen. Keiner von uns kann es ertragen dich weiter so zu sehen und je länger du das noch machst, desto schwieriger wird es dich da wieder raus zu bekommen. Bitte du hast jetzt lange genug den Erwachsenen gespielt, und ich sage ja nicht du sollst aufhören zu arbeiten, aber bitte, schränk es ein und lass uns wieder an deinem Leben teil haben.“

Harry sah zweifelnd zu Poppy bevor er seufzend an die Decke sah.

Harry: „Ich kann nicht.“
Poppy: „Warum nicht?“
Harry: „Es… geht einfach nicht.“

Harry vermied es bewusst, Blickkontakt mit Poppy aufzubauen, aber scheinbar kannte sie ihn mittlerweile doch besser als gedacht denn sie verstand sein Problem dennoch.

Poppy: „Du weißt nicht weiter. Du bist überfordert.“
Harry: „Wie hast du das jetzt erraten?!“
Poppy: „Irgendwann lernt man auch dich zu lesen auch wenn es schwierig ist, aber viel wichtiger, was bitte überfordert dich?“
Harry: „Einfach… alles. Ich habe nie damit gerechnet den Krieg zu überleben. Ich habe mir nie Gedanken über ein danach gemacht…“
Poppy: „Und jetzt bist du im danach und fühlst dich fehl am Platz?“
Harry: „…Ja…“
Poppy: „Ok… das ist ein Problem das ist mir wirklich neu… Ok rein logisch gesehen könntest du dich wirklich überall niederlassen oder alles was du möchtest machen ohne das einer von uns etwas dagegen sagt. Du bist komplett frei zu tun und zu lassen was du willst.“
Harry: „Und genau da ist das Problem. Mein Leben lang hatte ich eine Aufgabe und dementsprechend auch immer irgendwie einen Plan was der nächste Schritt sein muss und jetzt… ist da nichts…“
Poppy: „Du kannst gar nicht ohne Aufgabe?“
Harry: „Offenbar nicht. Ich habe versucht mir immer selber Aufgaben zu geben aber die hatte ich so schnell erledigt das ich wieder komplett überfordert war.“

Poppy sah erstaunt zu Harry welcher noch immer an die Decke sah. Sie hatte zwar schon von vielen die verschiedensten Probleme gehört und hatte schon viele Gespräche mit ihren Patienten geführt um diesen bei ihren Problemen zu helfen aber wie häufig war Harry wieder eine neue Stufe. Es war nicht so als wenn sie ihn nicht verstehen konnte. Sein ganzes Leben hatte er sich im Grunde darauf vorbereitet, in den Krieg zu ziehen und jetzt hatte er eben nichts mehr auf das er sich vorbereiten musste oder das er erledigen musste. Und sie konnte sich denken das es schwierig war zu akzeptieren nichts mehr machen zu müssen wenn man vorher nie sorglos oder Aufgabenlos gewesen war, aber genau jetzt war sie überfragt und wusste offen gesagt nicht wie sie Harry dabei helfen sollte.

Harry: „Ich habe versucht mich in Pflichten zurückzuziehen aber das ist…“
Poppy: „Nicht das selbe.“

Harry sah jetzt überrascht zu Poppy denn sie hatte in einem verständnisvollen Ton gesprochen und keine Frage gestellt sondern eine Aussage getätigt. Poppy hingegen sah zwar weiter zu Harry, war mit ihren Gedanken aber völlig wo anders.

Poppy: „Du hast zwar ein paar Aufgaben die wichtig sind aber keine ist groß genug um dich komplett auszulasten?“
Harry: „Exakt.“
Poppy: „Und was meinst du wie wir dir helfen können? Denn dich einfach mit Aufgaben vollknallen finde ich weder als deine Patin noch als deine Heilerin lustig.“
Harry: „Ich weiß es nicht.“
Poppy: „Ok es ist nur eine Idee und ich hasse mich jetzt schon für den Vorschlag aber warum fängst du nicht an zu unterrichten? In deiner freien Zeit hast du dann Hausaufgaben zu kontrollieren oder Papierkram der Schule zu erledigen.“

Harry sah weiter zu Poppy, dieses mal war es aber an ihm gedankenverloren zu starren und sie nicht wirklich anzusehen.

Harry: „Darauf hätte ich auch kommen können.“
Poppy: „Du bist erschöpft und vermutlich schon seit Wochen nicht mehr wirklich zur Ruhe gekommen wie ich dich kenne.“
Harry: „Doch.“
Poppy: „Wie lange? 2 Stunden?“
Harry: „Vielleicht.“
Poppy: „Du kannst mich dafür hassen oder dich beschweren aber ich gebe dir gleich einen Traumlostrank und dann ruhst du dich aus.“
Harry: „Das geht nicht ich habe morgen früh ein Gespräch mit Bellatrix.“
Poppy: „Entweder ich lege dich heute länger schlafen oder morgen, das kannst du dir aussuchen.“
Harry: „Wenn überhaupt dann erst morgen.“
Poppy: „Eine kleine Dosis bekommst du trotzdem heute schon.“
Harry: „Komm ich da drum herum?“
Poppy: „Nicht mal im Ansatz.“
Harry: „Du weißt das du mich nicht bemuttern musst?“
Poppy: „Davon bin ich nicht überzeugt. Und außerdem tut es ja sonst keiner.“
Harry: „Das würden vermutlich etliche machen, wenn ich es zulassen würde.“
Poppy: „Vermutlich. Aber du willst ja nicht.“
Harry: „Exakt.“

Harry nickte nur und bekam kurz darauf von Poppy etwas Traumlostrank gespritzt woraufhin er das erste mal seit Wochen, länger als 2 Stunden durch schlief. Am nächsten Morgen schlich er sich aber aus dem Krankenflügel noch bevor Poppy verstanden hatte das er wach war. Er ging dann in Minervas Büro, arbeitete noch etwas an Verteidigungsreden und machte sich dann um kurz vor 10 auf den Weg zu Bellatrix. Er hatte mit ihr zwar keine Zeit ausgemacht aber er dachte das wäre eine annehmbare Zeit zu der man auftauchen konnte. Also klopfte er, an der Tür zu seinen Räumen angekommen, an die Tür und bekam nach einem kurzen Moment von Bellatrix die Erlaubnis einzutreten. Genau das tat er auch und sah dann zu Bellatrix welche mit einem ihm nur zu bekannten Ordner auf dem Sofa saß und geschockt zu ihm sah. Seufzend schloss er die Tür hinter sich und setzte sich auf den Sessel welcher dem Sofa gegenüber stand. Bellatrix hingegen sah noch kurz in den Ordner bevor er diesen sinken ließ und zu Harry sah.

Bellatrix: „Bis vor kurzem warst du einfach nur ein Hindernis in unserem Weg. Dann habe ich dich gehasst weil du deutlich stärker warst als mein Lord und ich ernsthafte Zweifel daran hatte das er gegen dich gewinnen kann aber jetzt… tust du mir einfach nur noch leid.“
Harry: „Bitte nicht.“
Bellatrix: „Mal ganz ehrlich, warum bist du nicht von Hass zerfressen? Bei allem was dir angetan wurde und das nicht nur von deinen Gegnern sondern auch von deinen eigentlichen Verbündeten.“
Harry: „Hass hat noch nie jemanden weiter gebracht.“
Bellatrix: „Aber selbst wenn du sie nicht hassen würdest, spätestens beim beschützen wäre ich weg gewesen. Wenn mir das ganze angetan worden wäre hätten die mich mal kreuzweise am Arsch lecken können. Ich hätte die niemals beschützt und schon gar nicht gegen den Lord also warum hast du das gemacht?“
Harry: „Zwangsweise. Sie waren eben auf unserer Seite und auf dieser waren genug die es verdient hatten das ich mich schützend vor sie stelle.“
Bellatrix: „Du bist zu gutmütig.“
Harry: „Das habe ich schon häufiger gehört aber nicht ganz so wie du vielleicht denkst.“
Bellatrix: „Warum?“
Harry: „Ich bin nicht viel besser als ihr. Auch ich habe getötet und auch ich habe schon andere verletzt und gefoltert. Ich meine ich habe dem Gichtsack seinen Arm unwiderruflich abgetrennt.“

Jetzt riss Bellatrix trotz ihrer Selbstbeherrschung erschrocken die Augen auf. Der Junge vor ihr, das Symbol der weißen Seite und eigentlicher Schutzheld sollte gerade dem großen Dumbledore den Arm abgeschnitten haben?

Bellatrix: „Du hast Dumbledore den Arm genommen? Und lebst noch?“
Harry: „Ja, in Askaban kann selbst der nicht mehr viel machen.“
Bellatrix: „Wie hast du den eigentlich dahin gebracht?“
Harry: „Durch eine einfache Anzeige und ein ausgiebiges Geständnis vor Gericht.“
Bellatrix: „Und danach?“
Harry: „Habe ich trainiert und gelernt, meinen Schulabschluss gemacht, den Professorentitel erworben und wurde Stellvertretender Schulleiter.“
Bellatrix: „Danach haben wir das Schloss angegriffen und du hast den Lord getötet.“
Harry: „Mehr oder weniger, der hat sich mehr selbst geschwächt als das ich noch viel hätte machen müssen aber ja, dann kam der Kampf und die Tötung von Voldemort.“
Bellatrix: „Und danach?“
Harry: „Habe ich Tagsüber die Schule geleitet und Stück für Stück mit den anderen wieder aufgebaut und Abends habe ich mich für viele Todesser eingesetzt welche meiner Meinung nach fälschlicherweise gefangen genommen wurden.“
Bellatrix: „Du hast bitte was gemacht?“
Harry: „Du hast mich schon verstanden. Was glaubst du warum so viele wieder frei sind und keine Zelle in Askaban haben? Garantiert nicht weil das Ministerium kein Interesse daran hat sie einzusperren.“
Bellatrix: „Gibt es eigentlich etwas was du nicht hinbekommst?“
Harry: „Selten.“
Bellatrix: „Ich glaube der Lord hat sich wirklich den falschen als Gegner ausgesucht.“
Harry: „Allerdings.“
Bellatrix: „Du bist auch nicht der Typ der großen Worte oder?“
Harry: „Nicht mehr nein.“
Bellatrix: „Nicht mehr?“
Harry: „Ich habe mal mehr geredet und mehr preis gegeben und das wurde schamlos ausgenutzt und gegen mich verwendet. Jetzt bin ich vorsichtig.“
Bellatrix: „Verständlich. Gut dann was anderes. Ich habe mich hier einmal umgesehen und mir alles angesehen und auch wenn ich es nicht gerne mache muss ich leider zugeben ich habe Respekt vor dir und schäme mich auch dich so angegriffen zu haben. Deshalb, auch wenn es nichts ändern wird, wollte ich mich vorab einmal bei dir entschuldigen. Wir haben dich nie als Kind gesehen sondern nur als Hindernis und ohne nachzudenken wollten wir dich einfach nur loswerden. Das war mehr als falsch aber das weißt du sicher auch. Aber du hattest Recht. Ich war nur auf der falschen Seite weil ich den Lord geliebt habe und auch das er das nie erwidert hat hast du richtig erkannt. Ich bin eigentlich nicht so böse und verrückt aber ich wollte alles machen um dem Lord zu gefallen. Das das nicht geklappt hat muss ich denke ich nicht erwähnen. Und ich würde gerne neu anfangen. Ich bin nicht halb so schlecht wie alle das denken und ich möchte gerne besser werden.“
Harry: „Das freut mich zu hören. Dann habe ich mich ja doch nicht getäuscht. Dann können wir ja zusammen starten. Hättest du vielleicht Interesse daran die Ko-Leitung des ganzen Projektes zu übernehmen?“
Bellatrix: „Ich?“
Harry: „Ja du. Auch wenn ich Menschen oft einfach lesen kann, wirst nur du sie richtig verstehen können und ich finde das ist ebenfalls enorm wichtig. Fühlen sie sich nicht verstanden werden sie auch nicht richtig mit machen und sich eventuell doch noch mal alles selber verbauen. Das möchte ich verhindern.“
Bellatrix: „Ich meine ich danke für das Angebot aber hast du niemand anderen dem du das anvertrauen möchtest?“
Harry: „Warum sollte ich? Du bist vernünftig genug um den Ernst dahinter zu erkennen und ich denke du wirst das ganze nicht in den Sand setzen.“
Bellatrix: „Du vertraust mir aber ganz schön viel an.“
Harry: „Darf ich das etwa nicht?“

Harry musterte Bellatrix einmal und diese überlegte kurz bevor sie nickte.

Bellatrix: „Doch darfst du, ich würde mich freuen dir dabei an der Seite stehen zu dürfen.“
Harry: „Na dann wäre das ja geklärt. Wir gehen um 15 Uhr los und holen die anderen 6.“

Mit diesen Worten stand Harry auf und ging zur Tür, aber eines ließ Bellatrix dann doch nicht los.

Bellatrix: „Potter…“
Harry: „Harry reicht komplett.“
Bellatrix: „Eins noch. Wegen der Sache mit Lucius…“
Harry: „Sprich einfach nicht drüber.“
Bellatrix: „Hast du da jemals mit jemandem drüber geredet?“
Harry: „Nein und das habe ich auch nicht vor. Reicht das ihr das alle wisst.“
Bellatrix: „Harry das ist nicht gesund.“
Harry: „Das ist vieles nicht. Ich habe alles unter Kontrolle also vergiss das einfach. Wir treffen uns um kurz vor drei unten vor der Großen Halle.“

Damit ging Harry aus den Räumen und geradewegs in den siebten Stock in welchem er in einem normalerweise nicht benutzten Flur mehrere Gemächer einrichtete und diese mit mehreren Schutzzaubern versah. Danach ging er in Minervas Büro und arbeitete noch etwas an der Bürokratie der Schule bevor er um kurz vor drei vor die Große Halle apparierte an welcher schon Bellatrix wartete.

Harry: „Können wir?“
Bellatrix: „Ja.“
Harry: „Gut. Bevor wir da aber auftauchen, du hast nichts zu befürchten denn du bist offiziell mir unterstellt. Du darfst auch jederzeit mit den Personen gleich reden ich würde dich nur bitten mich nur im äußersten zu unterbrechen.“
Bellatrix: „Natürlich.“
Harry: „Dann wäre das ja geklärt. Darf ich?“

Fragend hielt Harry ihr seine Hand hin und als Bellatrix diese ergriffen hatte, apparierte Harry mit ihr vor das Ministerium. Dort ging er ohne Umschweife mit ihr zu Kingsleys Büro und trat wieder nach einem kurzen Klopfen ein. Direkt stand Kingsley aber auf und bedrohte Bellatrix mit seinem Zauberstab was nicht gerade gerne gesehen wurde, zumindest von Harry nicht. Genau deswegen stellte er sich auch zwischen Kingsleys Zauberstab und Bellatrix und blitzte Kingsley wütend an.

Harry: „Begrüßt man so seine Gäste?!“
Kingsley: „Sie ist kein Gast sie ist eine gestörte Todesserin!“
Harry: „Sie war eine Todesserin und gehört jetzt zu mir also nimm den Zauberstab runter bevor du gleich an der Wand liegst!“

Kingsley zögerte noch einen Moment, da er letztendlich aber wusste das er gegen Harry verlieren würde, nahm er tatsächlich den Zauberstab wieder runter.

Harry: „Geht doch. Was auch immer im Moment mit dir los ist bekomm das unter Kontrolle ich will nicht jedes Mal wütend werden müssen wenn ich her komme.“
Kingsley: „Was willst du überhaupt von mir?“
Harry: „Die Papiere von Greyback, Macnair, Pyrites, Jugson, Wilkes und Selwyn.“
Kingsley: „Jetzt schon?“
Harry: „Ja jetzt schon.“
Kingsley: „Ich weiß nicht ob das so gut ist.“
Harry: „Gut das das nicht in deinem Befehlsbereich liegt. Papiere her.“

Wieder sah Harry befehlend zu Kingsley und dieser konnte dann kaum anders als in seine Schublade zu greifen, die Papiere hervorzuholen und sie Harry hin zu halten. Dieser nahm sie auch direkt entgegen und drehte sich wieder um.

Kingsley: „Harry ich bitte dich, das ganze was du vorhast ist reiner Wahnsinn und wird dir nur Probleme bringen.“

Harry stoppte jetzt und drehte seinen Kopf leicht zu Kingsley.

Harry: „Dann freu dich schon mal auf den Tag wo du mir sagen kannst ich habe es dir ja gesagt und ich bereite mich schon mal darauf vor diese Probleme wieder zu beheben.“
Kingsley: „Harry das ist bescheuert. Lass sie einfach da wo sie sind und gut ist.“
Harry: „Gut ist?! Sie hatten nie eine Wahl ein gutes Leben zu führen und wurden nur hängen gelassen. Warum sind sie denn erst auf die dunkle Seite gewechselt?! Garantiert nicht weil die helle ihnen eine Hand gereicht hat! Nur deswegen hatten wir so einen Krieg und ich werde nicht zusehen wie sich alles einfach weiter so bewegt nur weil es das einfachste und risikoloseste ist. Und höre ich noch einmal Widerworte von dir haben wir beide mal ein ganz nettes Gespräch zusammen!“

Kingsley schluckte auf diese Drohung einmal und sah leicht unsicher Harry hinterher welcher jetzt mit Bellatrix aus dem Ministerium ging.

Bellatrix: „Lässt du dir eigentlich noch von irgendwem was sagen?“
Harry: „Nur noch selten und nur noch von den richtigen Leuten.“
Bellatrix: „Glaube ich sofort. Darf ich fragen wer diese Leute sind?“
Harry: „Darfst du. Hauptsächlich Minerva McGonagall, Severus Snape und Molly Weasley.“
Bellatrix: „Warum gerade die?“
Harry: „Sie sind irgendwie meine Eltern. Minerva ist meine biologische Mutter und Severus und Molly haben die letzten Jahre so auf mich aufgepasst wie es Eltern tun würden. Und gegen Eltern war ich schon immer machtlos.“
Bellatrix: „Weil du keine hattest oder weswegen?“
Harry: „Wahrscheinlich. Und als ich dann die Weasleys hatte wusste ich damit nicht wirklich umzugehen. Alles etwas schwierig und vermutlich mache ich es mir auch schwerer als es hätte sein müssen aber egal.“
Bellatrix: „Du klingst so abgeschlossen dafür das du dein ganzes Leben lang nur verarscht und hängen gelassen wurdest.“
Harry: „Ich habe ehrliche Menschen hinter mir und die anderen als Gegner vor mir. Da ist nichts wofür ich großes Drama machen müsste also ist es im Grunde abgeschlossen. So, deine Hand bitte.“

Wieder hielt Harry Bellatrix seine Hand hin und wieder ergriff sie seine Hand. Zusammen apparierte er sie beide vor das Aurorenbüro vor Askaban, trat ein und gab dem Auroren die Pergamente welche er vorher bei Kingsley abgeholt hatte bevor sowohl er als auch Bellatrix in das Gefängnis gelassen wurden und sich dort die Todesser zusammen suchten.

Poppy saß gerade in ihrem Büro und trank eine Tasse Kaffee während sie ein paar Akten ordnete als es an ihre Tür klopfte und sowohl Isobell als auch Malcolm McGonagall eintraten.

Poppy: „Hallo Isobell, hallo Malcolm. Schön das ihr da seid.“
Isobell: „Ist es wahr? Du konntest sie retten? Sie wacht wieder auf?“
Poppy: „Ich war es nicht der…“
Malcolm: „Das ist uns egal wer es war. Wird sie wieder aufwachen?“

Poppy, die zwar Minerva und ihren Dickkopf und manchmal zu vorschnelle Zunge kannte, musste sich dennoch auf die Zunge beißen um die beiden vor sich nicht anzugehen. Sie wusste die beiden waren nur in Sorge um ihre Tochter und Schwester aber so allmählich gingen ihr alle Mitglieder der Familie McGonagall in der einen oder anderen Art auf die Nerven.

Poppy: „Wenn sie entsprechend ihrer Werte handelt sollte sie in den… nächsten 2 Stunden aufwachen. Ihr dürft euch gerne zu ihr setzen aber bitte leise und gesittet.“
Isobell: „Machen wir, danke.“

Noch bevor Poppy hätte ein Wort sagen können, waren die beiden wieder aus Poppys Büro gelaufen und hatten sich an Minervas Bett gesetzt. Poppy wusste zwar das die McGonagalls ein schwieriges Pflaster waren und man mit ihnen eine doch schon dickere Haut brauchte, aber besonders Malcolm gepaart mit Isobell fand sie manchmal unerträglich. Malcolm war nach dem ersten Krieg einfach so unruhig geworden. Manchmal brachten ihn die kleinsten Dinge extrem auf die Palme und dann bekam man ihn teilweise gar nicht mehr beruhigt. Oft wurde er dabei auch mal aggressiver und nicht selten litten etwaige Möbelstücke unter seinen Aggressionen. Isobell hingegen war noch nie die große Rednerin und eine liebende Mutter war sie definitiv aber sie war eine Frau mit schnellen aber festen Urteilen. Sie machte sich oft ein Urteil nachdem sie eine Person teilweise nur gesehen hatte und aus diesem Urteil kam man nur schwer wenn überhaupt aber oft gar nicht mehr raus. Genau deswegen verstand Poppy auch warum Harry sich ihnen noch nicht gestellt hatte. Würde er sich im Moment bei Isobell blicken lassen hatte er wohl für immer bei ihr versagt denn er war im Moment nicht er selbst. Wie sollte er auch? Er musste sich mit Problemen rumschlagen die ihn niemals hätten treffen sollen und so etwas griff eine Person eben an. Dennoch wusste Poppy nur zu gut das die drei irgendwann aufeinander treffen mussten und zumindest die nächsten Tage würde Minerva nicht in der Lage sein schlichtend dazwischen zu gehen. Aber die Entscheidung wann Harry sich den beiden stellte, wollte sie ihm überlassen. So oder so sie wäre auf seiner Seite. Sich wieder auf ihre Pergamente konzentrierend arbeitete Poppy weiter bis der Alarm für Minerva anging. Sofort stand Poppy auf und ging in den Nebenraum in welchem Isobell und Malcolm jeweils auf einer Bettseite von Minerva standen und diese ansprachen. Kopfschüttelnd ging Poppy neben Isobell und sah zu den beiden.

Poppy: „Raus.“
Isobell: „Wir gehen doch jetzt nicht!“
Malcolm: „Sie wacht doch gerade auf!“
Poppy: „Ganz genau. Sie braucht jetzt Ruhe und keine anhänglichen Personen die sie anreden. Außerdem muss ich sie erst noch untersuchen. Das nächste ist auch keine Bitte oder eine Aussage zum Diskutieren sondern ein Befehl. Geht raus. Ihr könnt zu ihr wenn ich sie untersucht habe.“
Malcolm: „Aber…“
Poppy: „Stottere ich? Raus!“

Sowohl Malcolm als auch Isobell sahen wütend zu Poppy da sie aber die Sorge hatten, Minerva möglicherweise gar nicht mehr sehen zu dürfen, gingen sie letztendlich doch raus. Poppy schloss daraufhin die Tür und zauberte diese Schalldicht bevor sie sich wieder zu Minerva drehte welche mittlerweile wach in dem Bett lag, sich aber eine Hand an den Kopf gelegt hatte.

Minerva: „Danke…“
Poppy: „Immer wieder gerne. Du weißt gar nicht wie froh ich bin das du mich wieder anguckst. Wie geht es dir?“
Minerva: „Mir dröhnt der Schädel und ich fühle mich tausend Jahre älter.“
Poppy: „Ganz so lange ist es dann doch noch nicht. Du bist nur knappe 4 Wochen älter.“

Minerva nickte nur leicht bevor sie die Hand vom Kopf nahm und traurig zu Poppy sah.

Minerva: „Ist Voldemort wenigstens tot?“

Poppy zögerte. Sie wusste sie konnte diesem Gespräch nicht davon laufen aber eigentlich wollte sie dieses Gespräch mit Minerva nicht führen und vor allem nicht jetzt, aber sie wusste auch das sie da wohl nicht drum herum kommen würde. Also setzte sie sich auf den Stuhl auf welchem vorher Isobell gesessen hatte und sah zu Minerva.

Poppy: „Ja, Voldemort ist tot. Der Krieg ist beendet und die Schäden an dem Schloss sind wieder behoben. Alle Verletzten, bis auf euch beide, sind wieder genesen und die meisten Todesser wurden eingesperrt. Die wenigen die noch auf freiem Fuß sind, werden von den Auroren gesucht und es herrscht endlich Frieden.“

Minerva nickte und schluckte einmal trocken. Sie wollte die nächste Frage eigentlich nicht stellen aber sie musste es einfach wissen.

Minerva: „Wo habt ihr… Harry… beerdigt?“
Poppy: „Nirgendwo, wir…“
Minerva: „Bitte?!“

Poppy wollte Minerva eigentlich gerade erklären das Harry noch lebte als sie auch schon von Minerva unterbrochen wurde welche jetzt fassungslos und geschockt zu Poppy sah.

Minerva: „Habt ihr sie noch alle?! Ihr könnt ihn doch nicht einfach irgendwo zum warten abstellen! Er hat ja wohl eine Beerdigung verdient! Wie konntest du das zulassen?!“
Poppy: „Weil ich keinen lebendigen Menschen beerdige.“

Poppy wusste es war provokant und wenig informativ gesprochen aber es brachte die erwünschte Wirkung. Minerva hörte abrupt auf sich aufzuplustern und wütend zu meckern sondern sah sie verwirrt an sodass Poppy endlich die nötige Zeit und Aufmerksamkeit hatte um das ganze zu erklären. Auch wenn sie kaum etwas erklären konnte.

Poppy: „Ich weiß nicht wie das überhaupt möglich ist aber nachdem ich Harry bei euch abgeholt hatte, habe ich ihn hergebracht und in diesem Raum abgelegt. Hier hätte ihn dann keiner gesehen während ich mich mit Ginny und Hermine um die anderen Verletzten gekümmert hätte. Als wir aber gerade dabei waren Verletzte zu behandeln, ging hinter uns die Tür auf und Harry trat aus dem Raum. Er hat kaum gesprochen und sah meiner Meinung nach auch nicht so aus als sollte er wieder in den Kampf aber wie Harry eben ist hat er sich nicht aufhalten lassen und hat sich auch nicht erklärt. Ich weiß nicht wie er es gemacht hat aber er ist von den Toten auferstanden und hat Voldemort besiegt. Voldemort hatte gerade dich und Severus verflucht als Harry dazu kam, sich mit diesem duelliert hat und am Ende gewonnen hatte.“

Minerva brauchte einen Moment bevor sie verstand was ihre beste Freundin ihr da gerade mitteilte bevor sie mit einem großen Hoffnungsschimmer in den Augen zu Poppy sah.

Minerva: „Er lebt? Er lebt und ihm geht es gut?“
Poppy: „Mehr oder weniger gut ja, aber ja er lebt.“
Minerva: „Was meinst du mit mehr oder weniger gut?“
Poppy: „Er… hat sich komplett abgeschottet und in Arbeit versteckt. Er hat niemanden an sich ran gelassen und ja er hat hier alles am laufen gehalten aber ich denke ihm selber geht es nicht gerade gut.“
Minerva: „Wo ist er?“
Poppy: „Ich weiß es nicht. Er kann im Grunde überall sein.“
Minerva: „So eine… ich muss…“
Poppy: „Liegen bleiben ganz genau.“
Minerva: „Poppy ich kann hier nicht ruhigen Gewissens liegen bleiben wenn es Harry so schlecht geht.“
Poppy: „Und ich sage dir es ging ihm schon einmal schlechter und solange er zu tun hat kommst du eh nicht an ihn ran. Mal ganz abgesehen davon das du gesundheitlich nicht in der Lage bist dich da jetzt drum zu kümmern.“
Minerva: „Aber…“
Poppy: „Kein aber. Du kannst deinem Sohn den Kopf zurecht rücken aber erst wenn du wieder fit bist, solange wird Harry es auch wohl noch aushalten.“
Minerva: „Das ganze gefällt mir nicht.“
Poppy: „Es soll dir auch nicht gefallen, es soll dir helfen.“

Minerva nickte nur leicht bevor sie zur Seite zu Severus sah und wie aus einem Instinkt dessen Hand ergriff.

Minerva: „Wie geht es ihm?“
Poppy: „Ähnlich wie dir nur das er erst morgen irgendwann aufwacht. Die dunkle Magie hat bei ihm zwar nicht ganz so schnell wie bei dir gearbeitet aber scheinbar hatte er mit der großen Welle an Magie dennoch zu kämpfen. Aber neben Kopfschmerzen und Erschöpfung sollte auch er dann nichts mehr haben.“
Minerva: „Weißt du welcher Fluch uns getroffen hat?“
Poppy: „Nein, leider habe ich keine Ahnung. Ich weiß nur das die Lösung für dich in aller letzter Minute kam. Während der Fluch gelöst wurde, mussten wir dich schon mit künstlicher Beatmung und Herzdruckmassage am leben halten. Auch nur fünf Minuten später und wir hätten dich wohl nicht mehr retten können.“

Poppy hatte das ganze trocken gesagt und versuchte ihre schlechten Gefühle bei dem Gedanken daran aus ihrer Stimme heraus zu halten aber es gelang ihr nicht und das zeigte Minerva das es wirklich mehr als nur knapp gewesen war, also schluckte sie einmal trocken bevor sie nickte.

Minerva: „Wer hat den Fluch gelöst?“
Poppy: „Ich möchte wirklich nicht unhöflich sein aber das ist eines der Dinge die du mit Harry besprechen solltest. Generell, stell dich schon einmal darauf ein das dein nächstes Gespräch mit ihm länger dauert und dich an mehr als nur einer Stelle erschüttert. Genau deswegen möchte ich auch sichergehen das du komplett fit bist bevor du zu ihm gehst.“
Minerva: „Toll, danke, jetzt bin ich mir nicht mehr sicher ob ich das überhaupt will.“
Poppy: „Ob du willst oder nicht ist mir egal, du musst.“
Minerva: „Ich weiß…“
Poppy: „Und wenn wir gerade bei Gesprächen sind, da warten noch zwei besorgte Familienmitglieder auf dich.“
Minerva: „Bevor du die beiden rein holst, hast du etwas gegen Kopfschmerzen?“

Poppy grinste kurz bevor sie Minerva etwas gegen die Kopfschmerzen gab und dann Malcolm und Isobell zu ihr ließ. Diese stürzten sich natürlich direkt auf Minerva und fingen an diese zu bemuttern wo es nur ging. Das war der Moment in welchem Poppy sich auch zurück zog. In der Zwischenzeit hatten Harry und Bellatrix alle ihre 6 Kandidaten aufgeklärt, auch wenn es einiges an Argumenten und Geduld benötigte, aus Askaban rausgeholt und Bellatrix wies diese gerade in die Regeln ein und zeigte ihnen ihre Quartiere. Währenddessen war Harry wieder in Minervas Büro gegangen und war gerade dabei alle übrigen Unterlagen für die 6 fertig zu machen. Danach machte er sich daran seinen Unterricht vorzubereiten und war darin so vertieft das Poppy 4 mal an die Bürotür klopfen musste bevor er sie öffnete und neugierig zu Poppy sah. Das war für Poppy aber immerhin schon einmal eine Besserung zu den letzten 4 Wochen.

Poppy: „Kollege, hast du jetzt zu viel an einem Kessel geschnüffelt?!“
Harry: „Warum?“
Poppy: „Kingsley war gerade bei mir und hat mir erzählt was du da veranstaltet hast! Todesser?! In Hogwarts?! Und dann gerade die?! Ich meine Lestrange ist schon schlimm aber Greyback?! Willst du so unbedingt Probleme?!“

Harry hörte seiner Patin ruhig zu, hatte auch nicht vor sie zu unterbrechen oder gar irgendwas dazu zu sagen. Genau so sah er auch aus und das brachte Poppy nur noch viel mehr auf die Palme.

Poppy: „Kannst du vielleicht endlich mal was dazu sagen?! All die Jahre haben wir versucht dich vor den Todessern zu schützen und dich von ihnen fern zu halten und du schleppst sie noch hier an?!“
Harry: „Bist du dann fertig?“
Poppy: „Womit?!“
Harry: „Unnötig meckern.“
Poppy: „Unnötig?! Sag mal hast du sie noch alle?!“
Harry: „Ja unnötig. Das die Herrschaften hier sind ist alles mit dem Ministerium abgesprochen. Sie haben keine Zauberstäbe und die Fußfesseln unterdrücken ihre Magie.“
Poppy: „Das hindert sie doch nicht daran Scheiße zu bauen! Es sind Todesser!“
Harry: „Es sind immer noch Menschen und auch sie haben eine zweite Chance verdient.“
Poppy: „Nicht nach dem was sie getan haben!“
Harry: „Jetzt halt doch mal die Luft an. Ich habe das schon ein paar mal zu Kingsley gesagt und ich werde es dir sagen. Das ist nicht euer Problem. Ihr habt euch da nicht einzumischen. Ich weiß was ich tue, ich stehe dahinter und ich stehe dafür gerade wenn etwas passiert. Euch betrifft es nicht also meckert über etwas anderes.“
Poppy: „Aber sie…“
Harry: „Sind ebenfalls in einem Krieg gewesen. Und nur weil sie auf der Verliererseite standen heißt es doch nicht das sie nicht auch das Recht auf ein normales Leben haben. Außerdem, benehmen sie sich daneben landen sie wieder in Askaban also kein Grund zur Sorge. Bellatrix und ich haben die schon unter Kontrolle.“
Poppy: „Bellatrix soll mit aufpassen?!“
Harry: „Das sagte ich doch gerade.“
Poppy: „Bist du von allen guten Geistern verlassen?! Das kann einfach nicht dein Ernst sein!“
Harry: „Ist es aber und bleibt es auch, besser du gewöhnst dich dran. Bellatrix und auch die anderen werden im Schloss bleiben und regelmäßig bei mir sein. Und jetzt will ich kein weiteres Wort darüber hören.“

Wie um seine Worte zu unterstreichen, sah Harry wieder auf die Papiere die vor ihm lagen. Poppy hingegen musterte ihn noch einen Moment bevor sie seufzte und das erkannte was sie schon vermutet hatte. Er hatte alles durchgeplant und vermutlich auch schon alle Eventualitäten vorbereitet und entsprechende Lösungen vorbereitet. Also würde er sich da absolut nicht reinreden lassen und man konnte nur verlieren wenn man versuchte mit ihm zu diskutieren. Also entschied sie sich dafür, nicht mit ihm zu diskutieren und einfach zu hoffen das alles gut ging, denn nichts wünschte sie Harry mehr als mal keine Probleme.

Poppy: „Solltest du mal Hilfe mit den sieben brauchen, sag Bescheid.“

Jetzt sah Harry auf und auch wenn er es gut versteckte, erkannte Poppy alleine an der Geste des hochsehens das er mit dieser Aussage nicht gerechnet hatte. Er sagte da aber auch nichts zu sondern nickte nur knapp.

Poppy: „Bevor ich jetzt wieder verschwinde, finde ich solltest du wissen das Isobell und Malcolm Minerva mit nach Hause genommen haben.“
Harry: „Ich weiß.“
Poppy: „Woher?“
Harry: „Noch einmal, es gibt einen guten Grund warum der Gichtsack damals gesagt hat in diesem Schloss passiert nichts ohne das er es weiß. Als Schulleiter hat man so seine Möglichkeiten alles im und um das Schloss im Auge zu behalten. Ich weiß über alles Bescheid.“
Poppy: „Dann weißt du auch das…“
Harry: „Severus erst morgen im Laufe des Tages aufwachen wird? Ja das ist mir bekannt.“
Poppy: „Dann kann ich dir ja wirklich nichts neues mehr erzählen.“
Harry: „Das würde ich so nicht sagen. Ich habe tatsächlich eine Frage die mich schon länger beschäftigt, die ich aber nicht selber beantwortet bekomme.“
Poppy: „Und die wäre?“
Harry: „Jetzt wo du dich beruhigt hast darfst du dich auch gerne setzen.“

Poppy nickte und setzte sich auf den Stuhl vor dem Schreibtisch bevor sie neugierig zu Harry sah, welcher jetzt die Pergamente zur Seite schob und zu Poppy sah.

Harry: „Ein Horcrux ist ein starker schwarzmagischer Gegenstand. Er kann nur mit starker schwarzer Magie hergestellt werden und nur von viel Magie wieder zerstört werden. Und die meisten Horcruxe, versuchen sich und ihre Magie zu verstecken also können sie Einfluss auf ihre Umgebung nehmen, so weit richtig?“
Poppy: „Bis hier hin schon.“
Harry: „Gut. Ginny hatte das Tagebuch ewig bei sich und wurde immer unfreundlicher und selbst ihre Freunde haben sie und ihre schlechte Laune irgendwann nicht mehr ausgehalten. Bedeutet, so ein Horcrux kann auch Einfluss auf seinen Träger nehmen und diesen abschotten um weniger in Gefahr zu sein.“
Poppy: „Immer noch richtig aber das war noch keine Frage.“
Harry: „Stimmt. Die kommt jetzt. Über all die Jahre war auch ich ein Horcrux und die schwarze Magie hat nicht nur einmal gearbeitet. Meinst du das sich die Menschen mir gegenüber vielleicht anders verhalten hätten wenn das Seelenstück nicht dagewesen wäre?“
Poppy: „Wen genau meinst du?“
Harry: „Naja… irgendwie alle. Jeder hatte mal seine Einbrüche und war mal mehr mal weniger gegen mich. Was ist wenn Ron nur so gegen mich war weil die Seele ihn manipuliert hat? Und was wenn Albus vielleicht nur so schrecklich war, weil er von der schwarzen Magie beeinflusst wurde?“

Harry sah zwar weiter neutral zu Poppy und zeigte nicht eine Regung in seinem Gesicht aber Poppy war sich sicher das er darüber aufgewühlter war als er sich zeigte. Es war kein großes Geheimnis das er seine Gefühle lieber versteckte als sie offen zu zeigen, aber das was er da gerade offen legte, war etwas über das sie selber noch nie nachgedacht hatte, was aber durchaus im Bereich des logischen lag. Also brach sie den Blickkontakt zu Harry ab und sah nachdenklich links aus dem Fenster. Nach einer kleinen Weile drehte sie den Kopf wieder zu Harry und erkannte das er noch immer zu ihr sah und nichts an seiner Position oder seinem Blick verändert hatte.

Poppy: „Leider muss ich zugeben das das plausibel klingen würde und manche Ausbrüche erklären würde.“
Harry: „Aber eine Sache passt da nicht rein. Warum wurde Ron dann so stark beeinflusst während Hermine so gut wie nichts hatte? Sie waren doch beide gleich nah an mir dran.“
Poppy: „Vielleicht hängt das mit dem Magielevel zusammen? Je höher der liegt desto leichter kann eine Person gegen schwarze Magie ankämpfen. Und so weit ich weiß, ohne ihnen zu nahe treten zu wollen, liegt das Magielevel der Familie Weasley gerade so über dem Durchschnitt.“
Harry: „Dann wird Dumbledore mich wohl wirklich so stark gehasst haben.“
Poppy: „Leider schon.“
Harry: „Und du meinst es hängt am Magielevel wie stark die Magie arbeiten kann?“
Poppy: „Ja, genauso funktioniert es ja auch in allen anderen Bereichen.“

Harry nickte, sah noch kurz zu Poppy bevor er seinen Blick abwandte und aus dem Fenster sah, aber Poppy konnte dennoch erkennen das seine neutrale Maske einen Riss bekam und er die Fäuste anspannte.

Poppy: „Woran denkst du?“
Harry: „Wenn es vom Magielevel abhängt, wie stark jemand gegen die Macht des Seelenstückes ankommt, bedeutet das, dass die Dursleys nie einen Hauch einer Chance hatten dagegen anzukommen.“

Poppy brauchte peinlicherweise einen kleinen Moment bevor sie verstand auf was Harry hinaus wollte und leider hatte er auch damit wieder Recht.  Wenn alles stimmte was sie hier gerade sagten, hatten die Dursleys, als Muggels, nie den Hauch einer Chance gegen die schwarze Magie anzukommen und das würde erklären warum sie Harry so mies behandelt hatten. Das würde aber auch bedeuten das Harry keine Grundlage hatte um sie zu hassen oder sie schuldig zu sprechen. Denn sie wusste das er das dann nicht mehr konnte beziehungsweise mit seinem Gewissen vereinbaren könnte. Scheinbar hatte Harry auch etwas mit sich ausgemacht denn er ließ seinen Blick vom Fenster ab und legte einfach den Kopf auf die Tischplatte vor sich.

Harry: „Ich hasse es. Ich hasse ihn. Warum muss er…?“

Harry brach das sprechen ab und knallte seine Faust auf die Tischplatte neben sich. Poppy sah nur mitleidig zu ihm denn sie konnte sich vorstellen was gerade in ihm vorgehen musste, auch wenn sie natürlich keinerlei Verstand für die Tragweite hatte. Konnte sie auch nicht immerhin war sie nicht in seiner Position, aber für sie stand fest, egal was noch passieren sollte, sie stand ohne Bedenken und mit allem was sie hatte hinter Harry. Dieser blieb noch einige Momente still mit dem Kopf auf der Tischplatte liegen bevor er abrupt aufstand.

Harry: „Ich danke dir für deinen Rat und dein Wissen, du hast mir sehr geholfen. Wenn du mich jetzt entschuldigst, ich brauche etwas frische Luft.“

Und mit diesen Worten disapparierte Harry und hinterließ eine besorgte Heilerin.
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