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Leiden im Schicksal

Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Drama / P18 / Gen
Harry Potter Minerva McGonagall Poppy Pomfrey Severus Snape
06.12.2020
04.10.2022
30
371.449
37
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31.08.2022 11.736
 
Harry legte seufzend die Feder auf den Tisch vor sich und lehnte sich zurück, während er sich einmal mit der Hand durch das Gesicht fuhr. Seit Voldemorts Angriff auf Hogwarts waren mittlerweile fast 4 Wochen vergangen. Die Schäden am Schloss waren mittlerweile wieder vollständig repariert und auch die Gäste die vorübergehend im Schloss gewesen waren, waren wieder weg. Direkt nachdem er Voldemort getötet hatte, hatte er Minerva und Severus in den Krankenflügel gebracht, den Orden auf den Stand der Dinge gebracht, die Schüler wieder aus der Kammer gelassen und hatte sich zurückgezogen. Er hatte auch beim Orden nicht viel gesprochen. Nur das wichtigste kurz und knapp erklärt und erzählt und auch Umarmungen oder ähnliches hatte er abgeblockt. Besonders Molly und Ginny wollten ihm mehr als nur einmal um den Hals fallen aber das hatte er jedes Mal erfolgreich abwenden können. Poppy hatte ihn zwar schon mehrmals zu sich gerufen aber er war nie hingegangen. Auch aus seinem Büro hatte er sie einfach gesperrt. Also im Klartext kam sie nicht an ihn ran. Und das war seiner Meinung nach auch gut so. Sie würde ihn nur vom arbeiten abhalten und würde Dinge wissen wollen die er entweder nicht erklären konnte oder aber wollte. Die einzige Zeit in welcher Poppy auch nur grob etwas an Harry machen konnte war, wenn er bei Minerva und Severus im Krankenflügel war. Denn die beiden waren seitdem sie vor Voldemort zusammen gebrochen waren, nicht wieder aufgewacht und lagen seitdem in einer Art Koma. Leider sank ihre körperliche Gesundheit immer weiter. Langsam aber sicher waren sie am sterben und niemand wusste was genau sie hatten. Also lagen sie unter dauerhafter Beobachtung in einem Zimmer im Krankenflügel und wurden täglich von Harry besucht. Dieser setzte sich dann einfach still zwischen ihre Betten und war am arbeiten. Poppy versuchte da zwar auch immer etwas über seine Gesundheit rauszufinden oder mit ihm zu reden aber Harry ignorierte sie konsequent und so hatte er seit dem Kampf nicht mehr mit ihr geredet. Zwar hatte Poppy immer mal wieder hinter ihm gestanden und ihm erzählt wie es um Minerva und Severus stand aber das hatte er auch jedes mal selbst aus deren Krankenakten herausgelesen. Generell war er seit dem Kampf eher still. Er redete nur noch, wenn es nötig war und war nur in den nötigsten Fällen mal außerhalb seines Büros zu sehen. Nicht einmal mit dem Orden redete er noch, wenn es nicht gerade wirklich wichtig war. Auch von der Presse hielt er sich konsequent fern. Dadurch wusste die Öffentlichkeit bisher nur, dass Voldemort tot war, die meisten Todesser gefasst und eingesperrt waren, viele davon gestorben waren und die üblichen von den Auroren gesucht wurden. Aber das war ja auch noch etwas, die Verluste. Denn da war zumindest die Helle Seite sehr gut weggekommen. Durch die taktisch gute Aufstellung und den vorherigen Duellierunterricht, waren zwar einige auf der weißen Seite verletzt worden, aber niemand gestorben. Das sah auf der dunklen Seite schon anders aus. Nicht zuletzt weil auch Voldemort viele seiner Anhänger getötet hatte. Aber auch das war erledigt denn alle, die sich im Kampf verletzt hatten, waren damit regelmäßig bei Poppy gewesen und so waren ausnahmslos alle wieder geheilt und gesund. Nur die Todesser waren eben schlecht dran. Denn entweder sie waren tot, wurden Länderweit gesucht oder aber saßen in Askaban. Leicht grinsend sah Harry jetzt auf das Dokument welches vor ihm auf seinem Schreibtisch lag, wenn die anderen auch nur im Ansatz wüssten, was er hier tat, würden sie ihn direkt im Mungos einweisen. Aber das war ja das nächste, seine Freunde und auch alle vom Orden versuchten regelmäßig Kontakt zu ihm aufzunehmen aber wenn es nicht gerade wegen einer Ordensangelegenheit oder etwas wirklich wichtigem war, blockte Harry direkt ab. Und das hatte auch einen guten Grund. Er hatte einfach keine Zeit um sich mit irgendwelchen Duseleien rumzuplagen. Denn jetzt wo Minerva ausfiel, hatte er nicht nur den Orden zu leiten, wobei es dabei ja im Moment ruhig war, sondern ihm unterstand ganz Hogwarts und das Ministerium wollte auch dauernd irgendwas von ihm. Also musste er Morgens oft ins Ministerium, Nachmittags kümmerte er sich dann um die Bürokratie von Hogwarts und Abends ging er wieder ins Ministerium. Was er Abends da aber tat, wussten nur die wenigsten. Die meisten wussten vermutlich nicht einmal das er Abends noch einmal aus dem Schloss verschwand. Aber Abends spielte er im Ministerium Anwalt. Denn das Ministerium würde am liebsten alle, die auch nur im Ansatz mal auf Voldemorts Seite standen, lebenslang ins Gefängnis stecken. So auch zum Beispiel Draco und Narzissa, Millicent und ihre Mutter, Blaise und seinen Vater, Vincent, Greg und Pansy und ihre Schwester. Aber so leicht ließ Harry sie nicht machen und so hatte er innerhalb von zwei Tagen die Erlaubnis erlangt, Leute vor Gericht zu vertreten und war nun Abends bei allen Anhörungen dabei und verteidigte die angeblichen Todesser. Sicher es gab Todesser, wie zum Beispiel Rabastan Lestrange, da stand er nicht einmal auf wenn er reinkam. Die verteidigte er dann nicht vor Gericht aber die die auf ihrer Seite standen hatten Harrys Unterstützung. Und das war auch das woran er gerade arbeitete. Das war sein Verteidigungsschreiben für Draco. Denn dieses Grüppchen mit ihren Angehörigen hatte er fast raus. Diese saßen noch immer im Ministerium im Keller in Zellen und warteten auf ihr Urteil aber immerhin war es nicht Askaban. Allerdings kam er einfach nicht weiter. Besonders bei Narzissa und Draco wollte das Ministerium das sie ins Gefängnis gingen und langsam aber sicher gingen Harry die Möglichkeiten der Verteidigung aus. Aber auch da sah es nicht hoffnungslos aus, zumindest noch nicht. Gerade als er weiter arbeiten wollte, klopfte eine Eule an sein Bürofenster. Ein Blick zu dieser zeigte ihm Tuck, die doch noch relativ junge Eule von Tonks und Remus, welche mittlerweile wieder in einem eigenen Haus wohnten, welches Harry ihnen einfach geschenkt hatte. Da hatten die beiden zwar drüber diskutieren wollen aber Harry hatte auch das abgeblockt und so hatten die beiden es irgendwann einfach akzeptiert und waren dort eingezogen. Jetzt stand Harry auf, ging zum Fenster, öffnete dieses und hielt Tuck seinen Arm hin auf welchen sich Tuck auch direkt setzte. Leicht grinsend fing Harry an Tuck mit einem Finger zu streicheln während er diesen zu seinem Schrank trug auf welchem er immer eine Schale Wasser und Eulenkekse hatte. Genau da setzte Harry Tuck jetzt auch hin und während Tuck glücklich anfing Wasser zu trinken, hielt er Harry sein Bein hin, an welchem ein kleiner Zettel hing. Harry nahm Tuck dann den Zettel ab und rollte ihn aus.

Tonks: „Hey Harry, ich weiß du bist schwer beschäftigt und hast auch nicht wirklich großes Interesse daran mit irgendwem von uns zu reden, und auch wenn ich es nicht verstehe, akzeptiere ich es. Aber vielleicht hast du demnächst ja doch mal eine oder zwei Stunden Zeit um bei uns vorbeizuschauen. Du musst auch nicht mit Remus oder mir reden aber Teddy vermisst dich und würde sich über seinen Paten freuen. Liebe und respektvolle Grüße, Tonks.“

Harry seufzte nur, zerknüllte dann den Zettel und warf ihn in die Flamme seines Kamins. Allerdings fuhr er sich auch nachdenklich mit einer Hand durch die Haare denn egal wie viel Abstand er auch zu den Erwachsenen haben wollte und konnte, es war nicht fair, Teddy darunter leiden zu lassen.

Harry: „Warum kann ich nicht einfach keine Memme sein?“

Jetzt leicht genervt setzte Harry sich an seinen Schreibtisch und schrieb auf einen Notizzettel das er am nächsten Tag um etwa 1 Uhr Nachmittags mal vorbeikommen würde, zumindest wenn sie da nichts gegen hätten. Danach rollte er den Notizzettel ein, band ein Band um dieses und sah zu Tuck welcher interessiert zu ihm sah.

Harry: „Bringst du den zu Tonks zurück?“

Tuck piepte jetzt einmal und hielt Harry sein Bein wieder hin. Harry grinste daraufhin einmal, band Tuck den Zettel an das Bein und trug ihn wieder zum Fenster.

Harry: „Ich danke dir, pass auf dich auf Kleiner.“

Tuck piepste jetzt noch einmal bevor er wieder los flog und innerhalb kurzer Zeit in den Wolken verschwunden war. Erst als er Tuck nicht mehr sehen konnte, schloss er das Fenster wieder, setzte sich wieder an seinen Schreibtisch und arbeitete weiter. Er arbeitete noch so lange bis er wieder ins Ministerium musste. Erst da schnappte er sich seine Sachen, ging ins Ministerium und verteidigte die Malfoys ein weiteres Mal vor Gericht bevor er wieder nach Hogwarts ging, sich seine Verwaltungsakte von Hogwarts nahm und sich mit dieser wieder zu Minerva und Severus setzte. Aber bevor er anfing zu arbeiten sah er wie jedes mal einmal durch beide Krankenakten und hängte sie abermals emotionslos wieder weg. Und wie auch die letzten Male kam Poppy auch heute wieder rein, stellte sich hinter ihn und sprach ihn an.

Poppy: „Wie du vermutlich schon selbst gelesen hast, geht es weiter bergab mit ihnen. Ich weiß wirklich nicht was ich noch mit ihnen machen soll. Wenn es so weiter geht muss ich sie bald an Lebenserhaltene Maschinen anschließen.“

Poppy stoppte jetzt kurz und wartete darauf das Harry da auch nur ein Wort zu sagte aber wie auch die letzten Wochen blieb er einfach still und arbeitete weiter in seinen Papieren.

Poppy: „Harry jetzt rede doch bitte mit mir.“

Wieder machte Poppy kurz eine Pause um auf Harrys Antwort zu warten aber wieder blieb Harry still.

Poppy: „Wenn du schon nicht mit mir reden willst, kannst du ja vielleicht dieses Formular ausfüllen.“

Ohne Harry die Möglichkeit des Ablehnens zu geben, legte sie ihm eine Patientenverfügung für Minerva auf seine Papiere. Und jetzt sah Harry tatsächlich kurz zu Poppy und fing tatsächlich an zu sprechen.

Harry: „Warum ich? Du kennst sie besser und länger.“
Poppy: „Ich bin ihre behandelnde Ärztin somit darf ich das schonmal nicht und außerdem bin ich rechtlich nicht in der Position so etwas auszufüllen.“
Harry: „Was ist mit ihrer Mutter? Oder ihrem Bruder? Die hast du mittlerweile doch auch hergeholt.“
Poppy: „Das hast du mitbekommen?“
Harry: „Ich weiß von allem was in diesem Schloss passiert.“
Poppy: „Und jetzt habe ich wieder etwas Angst vor dir.“
Harry: „Also, warum soll ich das machen und nicht einer von den beiden?“
Poppy: „Weil es Minervas Wunsch war. Sie hat verfügt das wenn du noch lebst, du die Entscheidungen treffen sollst, und nicht ihre Mutter oder ihr Bruder.“

Harry sah jetzt kurz zu seiner Mutter bevor er nickte, die Verfügung auf seine anderen Papiere legte, seinen Ordner schloss und aufstand.

Harry: „Morgen früh hast du die Verfügung auf deinem Tisch. Wie ist es bei Severus? Wer kümmert sich da?“
Poppy: „Das Ministerium.“

Harry nickte und wollte jetzt aus dem Raum raus laufen, aber Poppy stellte sich in den Türrahmen und hinderte ihn so effizient daran.

Poppy: „Du rennst jetzt nicht einfach wieder weg.“
Harry: „Ich renne nicht weg ich laufe ganz normal.“
Poppy: „Du weißt was ich meine. Rede endlich mit mir.“
Harry: „Ich habe zu arbeiten.“
Poppy: „Harry ich bitte dich, jetzt lass die Arbeit doch mal ein paar Stunden außen vor und rede mit mir.“
Harry: „Danke, kein Interesse. Wenn du dann bei Seite treten würdest?“
Poppy: „Das werde ich nicht! Du verkriechst dich und schottest dich von allen ab! Du bist völlig verändert seit dem Kampf!“
Harry: „Möchtest du mir weiter Dinge erzählen die ich schon weiß oder darf ich endlich gehen?“
Poppy: „Du darfst gehen wenn du mit mir geredet hast! Früher hättest du dich wenigstens mal Isobel oder Malcom vorgestellt und dich nach ihnen erkundigt und jetzt?!“
Harry: „Jetzt nicht mehr. Wenn ich dann gehen dürfte?“
Poppy: „Nein darfst du nicht! Erst wenn du mit mir geredet hast!“

Harry nickte nur, trat dann einen Schritt zurück und disapparierte einfach. Dadurch stöhnte Poppy einmal wütend bevor sie zu Minerva sah.

Poppy: „Wenn du wieder aufwachst und mitbekommst was ich aus deinem Sohn habe werden lassen, wirst du mich umbringen. Aber ich weiß nicht was ich machen soll. Er hat einfach zu viele Trümpfe im Ärmel. Aber ich gebe nicht auf. Und ich hoffe das auch du das nicht tust. Ich will nicht bald auf deiner Beerdigung stehen müssen.“

Poppy sah jetzt noch einen kurzen Moment zu Minerva bevor sie wieder in ihr Büro ging. Harry war währenddessen wieder in sein Büro appariert, hatte einen Brief an den Minister geschrieben das er gerne die Entscheidungsrechte über Severus hätte und war jetzt dabei Minervas Patientenverfügung auszufüllen. Allerdings fiel ihm das schwerer als er gedacht hatte und so musste er das ganze drei mal unterbrechen und ein paar mal tief durchatmen um nicht von seinen Gefühlen überrollt zu werden. Aber letztendlich hatte er das ganze dann doch fertig. Gerade als er die Verfügung von Minerva zusammen rollte, tauchte der Brief vom Minister vor ihm auf, dabei direkt die Entscheidungsrechte von Severus, welche Harry nur noch unterschreiben musste. Genau das tat dieser auch direkt und schrieb dann eine weitere Patientenverfügung für Severus, welche er ebenfalls zusammen rollte und neben die von Minerva legte. Danach stand er auf und ging ins Bett. Auch wenn er die meiste Zeit der Nacht nur wach da lag und an die Decke starrte. Am nächsten Morgen kümmerte er sich dann noch ein paar Stunden um geschäftliche Dinge von Hogwarts bevor er die Verfügungen zu Poppy zauberte, aufstand und aus seinem Büro heraus direkt zu Tonks und Remus Haus apparierte an welchem er jetzt anklopfte. Es dauerte daraufhin auch nur noch etwa eine halbe Minute  bevor Tonks ihm die Tür öffnete, ihn kurz musterte, ihm danach leicht zulächelte und mit einer Handbewegung zum eintreten einlud. Genau das tat Harry auch und ging zielstrebig ins Wohnzimmer in welchem Remus auf dem Sofa saß, Harry kurz zunickte und dann weg guckte. Aber neben Remus war auch Teddy im Raum welcher, kaum das er Harry erkannt hatte, freudig zu diesem krabbelte, sich von ihm hochheben ließ und glücklich an ihn kuschelte. Das war der Moment in welchem Remus aufstand und zusammen mit Tonks aus dem Wohnzimmer ging. Und das erstaunte Harry dann doch. Denn auch wenn Tonks zwar geschrieben hatte das er nicht mit den beiden reden musste, hatte er nicht damit gerechnet das die beiden sich tatsächlich daran halten konnten. Aber er wollte sich nicht beschweren. Eher im Gegenteil. Es freute ihn. So musste er sich nichts unangenehmen stellen und konnte einfach die Zeit mit Teddy genießen. Und genau diesem wendete er jetzt seine ganze Aufmerksamkeit zu. Erst hatte er sich mit diesem auf das Sofa gesetzt und etwas mit ihm gekuschelt bevor er sich mit Teddy auf den Boden setzte und etwas mit ihm spielte. Zumindest so lange bis Teddy gähnte, zu Harry krabbelte, sich an diesen lehnte und einschlief. Daraufhin stand Harry auf, legte Teddy vorsichtig auf das Sofa und ging in die Küche in welcher Remus und Tonks saßen und stumm zu ihm sahen.

Harry: „Er schläft jetzt auf eurem Sofa.“

Tonks nickte jetzt während Remus aufstand, zu Harry ging und ihm dann einen Briefumschlag hin hielt. Harry runzelte zwar die Stirn, nahm aber den Briefumschlag und öffnete ihn. Den Brief aus dem Briefumschlag zog er dann auch raus und las ihn.

Harry, ich weiß wir haben gesagt wir werden nicht mit dir reden und du musst nicht mit uns reden, aber das hier ist kein reden sondern schreiben also hoffe ich du liest den Brief bis zum Ende, auch wenn wir dich ausgetrickst haben. Wir beide können uns vorstellen wie schwer es besonders im Moment für dich ist und wir beide haben Verständnis dafür das du dich zurück ziehst. Wir verstehen ebenfalls das du versuchst nichts an dich ranzulassen und die Arbeit vorschiebst, aber das ist weder gesund noch gut. Wir möchten dir gerne helfen. Besonders ich. Egal was bisher gewesen ist und wie viel du schon durchmachen musstest, du wirst immer mein kleiner Welpe bleiben und auf den möchte ich aufpassen. Aber du nimmst mir die Möglichkeit dafür. Ich verstehe es zwar aber bitte dich, etwas zu ändern. Du rast auf deinen Untergang zu. Wir wissen beide wie schlecht es sowohl um Minerva als auch um Severus steht und wissen ebenfalls, wie wichtig dir die beiden sind. Und was auch immer Voldemort da gezaubert oder geflucht hat, es dauert nicht mehr lange bis die beiden sterben. Ich möchte dich dann aber nicht alleine in deinem Büro wissen, mit nichts als Arbeit. Bitte gib uns die Chance dir zu helfen und für dich da zu sein. Du hast genug für uns alle getan, jetzt sind wir dran mit helfen, also bitte, gib uns die Möglichkeit dazu.

Mit ganz viel Liebe geschrieben,
Remus und Tonks

Harry las den Brief stumm zu Ende bevor er diesen einfach wieder zusammen faltete und in seine Hosentasche steckte. Er sah danach einen Moment aus dem Fenster bevor er zu den beiden sah, welche mittlerweile beide vor ihm standen.

Harry: „Danke für euer Angebot aber ihr habt genug mit euch selbst zu tun. Teddy kommt langsam in die Phase in der er immer weniger schlafen wird und euch auf Trab halten wird und in vier Tagen ist wieder Vollmond. Ich komme klar, macht euch darum keine Gedanken.“
Remus: „Wir wissen das du klar kommst.“
Tonks: „Das ist es nicht was uns die Sorgen bereitet.“
Remus: „Wir sind besorgt über die Art wie du mit allem klar kommst. Du versteckst dich hinter Arbeit und Suchereien um Minerva und Severus zu helfen aber mittlerweile hast du alle Bücher durch und immer noch nichts gefunden. Die beiden sterben und du kannst es nicht aufhalten.“
Harry: „Das ist noch nicht gesagt! Ich habe noch etwas Zeit um etwas zu finden!“
Tonks: „Du könntest Voldemort persönlich wiederbeleben und ihn fragen, er würde es dir auch nicht sagen, also worauf hoffst du eigentlich?“
Remus: „Was ist?“

Kaum hatte Tonks das eben gesagt, bekam Harry leicht größere Augen und sah unfokussiert zu ihr als würde er total in Gedanken hängen. Erst als Remus ihn ansprach fokussierte er sich wieder auf die beiden.

Harry: „Ich bin ein Vollidiot. Alleine werde ich nie rausfinden was Voldemort da angestellt hat.“
Remus: „Das wissen wir und?“
Harry: „Ist doch logisch, das ich da noch nicht eher drauf gekommen bin. Ich muss jemanden fragen der lange und viel mit IHM zu tun hatte und sein vollstes Vertrauen hatte.“
Tonks: „Du willst einen Todesser um Hilfe bitten?“
Remus: „Da kannst du den beiden auch gleich den Avada geben.“

Ohne das die beiden hätten auch nur zucken können, hatte Harry seinen Zauberstab gezogen und diesen auf Remus Kehle gerichtet, während er diesen jetzt wütend anblitzte.

Harry: „Halt die Klappe!“
Tonks: „Ok Harry, ganz ruhig. Beruhig dich.“

Während Tonks redete, griff sie langsam an Harrys Zauberstab und drückte diesen von Remus weg. Und langsam zog Harry seinen Zauberstab dann wieder zurück bevor er ihn wieder weg steckte. Er sah dann noch einen Moment zu Remus bevor er sich umdrehte.

Harry: „Ich muss los.“
Remus: „Harry bitte, du kannst doch nicht einfach los und bei einem Todesser um Hilfe betteln.“
Harry: „Und was soll ich sonst machen?! Soll ich die beiden einfach sterben lassen?!“
Remus: „Natürlich nicht aber…“
Harry: „Sei einfach leise! Ich werde alles versuchen um die beiden zu retten und wenn ich mich einem Todesser verpflichten muss! Es ist mir egal!“
Tonks: „Harry bitte, wir wissen das es schwer für dich ist aber…“
Harry: „Ihr wisst gar nichts! Ich werde sie nicht verlieren! Nicht noch einmal!“

Und noch bevor die beiden noch hätten etwas sagen können, war Harry aus dem Haus raus gelaufen und disappariert. Remus setzte sich daraufhin seufzend wieder an den Tisch.

Remus: „Er bringt sich langsam und qualvoll um.“
Tonks: „Und es ist ihm völlig egal.“
Remus: „Wir müssen doch irgendwas tun.“
Tonks: „Und was? In einem hatte er ja Recht, Teddy wird bald anstrengender und du bist ab Übermorgen auch erst einmal nicht mehr fit.“
Remus: „Ich weiß aber… ich kann ihn doch nicht schon wieder hängen lassen…“
Tonks: „Das wirst du auch nicht.“

Während Remus jetzt frustriert den Kopf auf die Hände stützte, ging Tonks zu ihm und umarmte ihn.

Tonks: „Wir werden eine Möglichkeit finden ihm zu helfen.“
Remus: „Ich hoffe so sehr das du Recht hast.“
Tonks: „Habe ich bestimmt. Und wenn nicht machen wir es wie Harry und arbeiten solange daran bis ich Recht habe.“
Remus: „Ich bin mir nicht sicher ob er das wirklich so regelt.“
Tonks: „Ist doch egal du weißt was ich meine.“
Remus: „Jetzt können wir nur hoffen das er bei wem auch immer keinen Mist baut.“

Tonks nickte jetzt einfach leicht. Und während die beiden redeten und sich so umarmten, lief Harry geradewegs zu Kingsleys Büro und klopfte an dieses. Nach einem kurzen Moment hörte er dann Kingsleys herein und trat ein, woraufhin er überrascht von Kingsley angesehen wurde.

Kingsley: „Harry? Was machst du denn hier?“
Harry: „Ich muss mit dir reden. Ich brauche eine Genehmigung um nach Askaban zu gehen und mit einigen Gefangenen zu sprechen.“
Kingsley: „Ok, sagst du mir auch warum?“
Harry: „Um zu erfahren welchen Fluch Voldemort auf Minerva und Severus angewendet hat.“
Kingsley: „Und du glaubst die werden es dir verraten?“
Harry: „Mit den richtigen Argumenten.“
Kingsley: „Du spielst aber nicht auf dieses bescheuerte Programm an oder?“
Harry: „Der Minister hat es abgenommen und es steht in den letzten Vorbereitungen, es dauert nicht mehr lange bis es starten kann also doch, genau darauf spiele ich an.“
Kingsley: „Du kannst aber nicht jeden in dieses Programm stecken.“
Harry: „Ich bin nicht hier um mit dir über das Programm zu diskutieren. Du weißt ich müsste dich im Grunde gar nicht mehr fragen. Hilfst du mir jetzt Minerva und Severus zu retten?“
Kingsley: „Du spielst mit ganz miesen Karten Mister Potter.“

Harry sah nur unverändert zu Kingsley während dieser noch kurz wütend zu Harry sah bevor er ihm eine Genehmigung schrieb, diese unterzeichnete und ihm dann hin hielt.

Kingsley: „Mach aber keinen Blödsinn. Ich weiß du willst die beiden retten aber verlier dich nicht in unmöglichen Dingen.“
Harry: „Kümmere dich einfach um deinen Job.“
Kingsley: „Du bist mein Job.“
Harry: „Schon lange nicht mehr. Ihr habt euren Job damals nämlich nicht gemacht.“
Kingsley: „Wovon redest du eigentlich?“
Harry: „Ich dachte es ist die Aufgabe der Auroren die Bürger vor Gefahren, besonders durch schwarze Magie, zu schützen. Wo wart ihr dann als James und Lily nichts hatten als ihr Vertrauen zu Dumbledore?!“
Kingsley: „Hey, jetzt fahr aber mal drei Gänge zurück! Das der so austickt und so falsch ist konnte keiner ahnen!“
Harry: „Ihr hättet es direkt wissen können aber ihr verschließt ja lieber eure Augen!“
Kingsley: „Also bitte, das er so weit geht das hätte ihm keiner zugetraut!“
Harry: „Hat ja auch genug Opfer gefordert bis ihr endlich verstanden habt das er falsch ist!“
Kingsley: „Was willst du damit jetzt wieder andeuten?!“
Harry: „Das du ebenfalls das Blut etlicher von Dumbledores Opfern an deinen Händen trägst!“
Kingsley: „Jetzt reicht es aber! Was ist denn auf einmal mit dir los?!“

Harry sah jetzt noch einen Moment zu Kingsley bevor er einfach mit dem Kopf schüttelte und sich mit einem einfachen Nichts umdrehte und aus dem Raum ging. Von Kingsleys Büro aus ging er auf direktem Wege aus dem Ministerium raus und apparierte vor Askaban. Dort zeigte er den beiden Auroren am Eingang seine Eintrittserlaubnis und ging dann durch das Gefängnis. Allerdings verzichtete er auf den Patronus, er hätte ihn eh nicht erschaffen können. Mit einem kleinen Ausrutscher als er in einen falschen Flur einbog, ging er dann zu Bellatrix Zelle und ließ sich diese von einer Wache öffnen. Er trat ein und die Wache schloss die Tür wieder hinter ihm aber das war ihm relativ gleichgültig. Er sah nur zu Bellatrix welche deutlich angeschlagen aber immer noch stolz und ungebrochen auf der Pritsche saß und leicht verrückt aber auch ein bisschen neugierig zu ihm sah.

Bellatrix: „Potter, der große Held. Was verschafft mir die Ehre?“
Harry: „Ich brauche deine Hilfe.“

Mit diesen simplen vier Worten sorgte Harry für etwas was mit Sicherheit schon lange keiner mehr geschafft hatte. Er fegte Bellatrix das Grinsen aus dem Gesicht und hinterließ offene Verblüffung.

Bellatrix: „Noch einmal, ich glaube ich habe mich verhört.“
Harry: „Du hast dich nicht verhört. Ich brauche deine Hilfe. Ich weiß das du jahrelang treu hinter deinem Lord gestanden hast und es noch immer tun würdest wenn er noch wäre. Außerdem weiß ich das er dir mehr vertraut hat als jedem anderen. Also bist du meine einzige Hoffnung.“
Bellatrix: „Ich dir helfen? Ich habe schon bessere Witze gehört.“
Harry: „Das ist kein Witz. Dein Lord hat zwei Personen verflucht die mir nicht gerade unwichtig sind und ich weiß nicht was er da angestellt hat und wie ich das beenden kann. Wenn ich aber nichts dagegen tu, sind sie in wenigen Tagen tot und das möchte ich unter jedem Umstand verhindern.“

Bellatrix musterte Harry jetzt etwas bevor sie sich etwas gerader hinsetzte.

Bellatrix: „Du weißt was du hier gerade tust oder?“
Harry: „Zu 100%.“
Bellatrix: „Der große Harry Potter macht sich offen angreifbar.“
Harry: „Und nicht nur das. Ich bin nicht dumm genug zu glauben das du mir einfach so helfen würdest. Deswegen biete ich dir etwas im Austausch zu deinem Wissen.“
Bellatrix: „Sprich weiter.“
Harry: „Deine Freiheit. Zwar noch etwas eingeschränkt weil du besonders zu Anfang stark beobachtet werden würdest aber ich biete dir deine Freiheit und einen Neuanfang.“
Bellatrix: „Jetzt hast du sie echt nicht mehr alle. Wie willst du das denn anstellen? Willst du mich töten?“
Harry: „Ich möchte dich in mein Rehabilitierungsprogramm aufnehmen.“
Bellatrix: „Dein was?“
Harry: „Das ist ein Programm welches ich gerade mit dem Ministerium auf die Beine stelle. Wir möchten einige Todesser aus dem Gefängnis holen und einen Neustart machen lassen.“
Bellatrix: „Du hast echt einige Schrauben locker. Warum solltest du so etwas machen?“
Harry: „Weil ich weiß das nur die wenigsten hinter Voldemort standen weil sie derselben Meinung wie er waren. Ich weiß das viele gezwungen wurden oder so wie du, sich selber etwas vorgemacht haben.“
Bellatrix: „Wie war das?“
Harry: „Ich weiß das du Voldemort geliebt hast. Ob es jetzt seine frühere Version war die du gehofft hast wiederzubekommen oder seine letzte Version weiß ich zwar nicht, aber ich weiß das du nur hinter ihm standest weil du ihn geliebt hast. Du hast dir vorgemacht sein feines braves Püppchen zu spielen würde ihm zeigen was er an dir hat aber er hatte schon lange den Blick für die Menschen verloren und so waren alle deine Mühen umsonst.“
Bellatrix: „Du lügst! Das ist kompletter Schwachsinn!“
Harry: „Du atmest nur noch stoßweise, zwar leise genug das man es nicht hört aber man sieht es. Du sitzt aufrechter und hast die Hände angespannt. Außerdem hast du deine Beine entkreuzt und energischer geredet.“

Bellatrix, welche tatsächlich all diese Dinge getan hatte, was ihr selber gar nicht so aufgefallen war, sah jetzt aber nur leicht verwirrt zu Harry.

Bellatrix: „Und?!“
Harry: „Ich habe einen wunden Punkt von dir getroffen und du weißt das ich dich noch viel weiter durchleuchten könnte und noch mehr offen legen könnte. Du stehst im übetragenden Sinne nackt vor mir und kannst nichts dagegen machen also gehst du in eine Verteidigungshaltung im Versuch alles zu retten was noch zu retten ist.“
Bellatrix: „Komm zum Punkt und rede verständlich!“
Harry: „Ich habe Recht und du weißt das es aussichtslos ist dagegen etwas zu sagen.“
Bellatrix: „Völliger Schwachsinn! Du spinnst einfach nur!“
Harry: „Nein tu ich nicht und das wissen wir beide. Zurück zum Thema. Ich weiß das du nicht halb so schlecht bist wie du immer getan hast und ich möchte dir einen Neuanfang bieten. Zusätzlich hoffe ich das du mir eine halbe Stunde dein Wissen zur Verfügung stellst und einmal nachsiehst ob du den Fluch identifizieren kannst.“
Bellatrix: „Was hast du von dem ganzen Programm?“
Harry: „Nichts.“
Bellatrix: „Und das Ministerium lässt dich einfach so irgendwelche Todesser aus dem Gefängnis holen? Ohne Sicherheiten oder ähnliches? Das glaube ich nicht.“
Harry: „Das habe ich auch nicht behauptet.“
Bellatrix: „Du hast doch gerade gesagt…“
Harry: „Das ich nichts von dem ganzen habe. Ich habe nie behauptet ich dürfte euch einfach so rausholen. Ich bürge für euch. Baut ihr Mist stehe ich dafür gerade, habt ihr Probleme sind das automatisch auch meine Probleme, haut ihr ab muss ich dafür gerade stehen.“
Bellatrix: „Und warum willst du dir das antun?“
Harry: „Damit wenigstens einige einen verdienten Neuanfang bekommen.“
Bellatrix: „Du bist wirklich zu gutmütig für diese Welt. Und was habe ich für eine Sicherheit das du mich nicht einfach verarscht, kurz hier rausholst, mich ausnutzt und dann einfach wieder einsperrst?“
Harry: „Die hast du nicht. Aber du hast im Moment nur zwei Möglichkeiten. Entweder du vertraust mir und gehst ohne Sicherheiten diesen Deal ein oder du bleibst von vornherein für immer hier drin.“
Bellatrix: „Erzähl mir mehr von dem Programm.“
Harry: „Da ist noch nicht viel zum erzählen. Ich werde einzelne hier aus dem Gefängnis holen, mit nach Hogwarts nehmen, da Jobs oder Bildung anbieten und euch einmal im Monat mit zum Wolfshaus nehmen.“
Bellatrix: „Zum was?“
Harry: „Zum Wolfshaus. Eine umgebaute Villa in welcher die Werwölfe in unserem Land endlich ohne Risiko und hoffentlich nur geringen Verletzungen die Nacht überstehen sollen.“
Bellatrix: „Und was sollen wir da?“
Harry: „Mit mir oder Heilern zusammen die ganzen Personen am nächsten Morgen wieder auf die Beine bringen.“
Bellatrix: „Und mehr nicht? Wir haben keine festen Pflichten und bekommen sogar Bezahlung?“
Harry: „Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Am Anfang werdet ihr keinen Zauberstab haben und eine Fußfessel von mir bekommen. Außerdem dürft ihr alleine erst einmal nirgendwo hin außer auf dem Gelände von Hogwarts, aber ansonsten ist eure einzige Pflicht der Besuch einmal im Monat im Wolfshaus.“
Bellatrix: „Und wie viele hast du bisher für dein Programm?“
Harry: „Besprochen habe ich das noch mit keinem. Ausgesucht habe ich bisher neben dir noch sieben andere. Unter anderem auch Fenrir.“
Bellatrix: „Der?“
Harry: „Ja auch der.“
Bellatrix: „Du magst es wohl wirklich zu leiden.“
Harry: „Also? Haben wir einen Deal?“

Harry trat jetzt einen Schritt näher an sie ran und hielt ihr seine Hand hin. Bellatrix sah noch kurz nachdenklich auf die Hand bevor sie innerlich seufzte, aufstand und seine Hand erwiderte.

Bellatrix: „Aber wehe du verarscht mich.“
Harry: „Werde ich nicht.“
Bellatrix: „Also, ab wann holst du mich hier raus?“
Harry: „Jetzt sofort.“
Bellatrix: „Sofort?“
Harry: „Ja, ich habe weniger Zeit als du vielleicht denken magst und meinen beiden Begleitern läuft die Zeit ebenfalls weg. Also wenn du nicht noch zufällig etwas packen musst oder hier drin Termine hast würde ich dich sofort mitnehmen.“
Bellatrix: „Du machst mir echt Spaß Potter. Na gut, nach dir.“
Harry: „Das kannst du vergessen. Ich habe den Zauberstab also mache ich die Regeln. Nach dir.“
Bellatrix: „Er weiß wie man spielt, gefällt mir.“

Leicht grinsend ging Bellatrix an Harry vorbei zur Zellentür, welche auf ein Klopfzeichen von Harry geöffnet wurde. Die Wache sah zwar überrascht zu Bellatrix als Harry einfach mit ihr ging, sagte da aber nichts zu sondern ließ die beiden einfach ziehen. Harry ging mit Bellatrix dann aus Askaban und in ein Büro vorne am Eingang, in welchem eine Kiste stand aus welcher Harry jetzt ordentliche Kleidung und eine Fußfessel holte und Bellatrix die Kleidung hin hielt.

Harry: „Ich weiß nicht ob du weiter in der Kluft bleiben willst aber du hättest auch die Möglichkeit dich umzuziehen.“
Bellatrix: „Vor dir?“
Harry: „Nicht direkt, ich drehe mich um aber ja ich bleibe im Raum.“

Bellatrix musterte Harry einen Moment bevor sie knapp nickte und die Kleidung entgegen nahm. Kaum hatte sie die Kleidung genommen, drehte Harry sich um und machte schon einmal die Fessel und den Vertrag fertig. Erst als Bellatrix die Gefängniskluft neben ihm auf den Tisch schmiss, drehte er sich wieder um.

Harry: „Darf ich dich bitten einmal hier zu unterschreiben?“

Während Harry sie das fragte, hielt er ihr eine Feder hin und zeigte auf eine Stelle auf dem Vertrag wo ihre Unterschrift fehlte. Bellatrix zögerte noch einmal einen Moment bevor sie die Feder nahm und den Vertrag durch las, erstaunt stellte sie dabei aber fest das da wirklich nichts anderes oder neues stand als das was Harry ihr vorher erzählt hatte. Also nickte sie und unterschrieb. Kaum hatte sie unterschrieben verschwand sowohl Feder als auch Pergament.

Harry: „Darf ich deinen Knöchel haben?“
Bellatrix: „Welchen? Ich habe zwei.“
Harry: „Das kannst du dir aussuchen.“

Wieder einmal überrascht zog Bellatrix eine Augenbraue in die Höhe, hielt Harry dann aber wortlos ihren linken Knöchel hin. Harry schob ihre Hose dann etwas hoch, machte ihr die Fußfessel um und schob die Hose wieder zurück und über die Fußfessel. Erst da stand er auf und nickte.

Harry: „Darf ich dann einmal deine Hand haben?“
Bellatrix: „Für was?“
Harry: „Um nach Hogwarts zu apparieren.“
Bellatrix: „Du willst mich direkt und ohne Vorwarnung vor den Orden stellen?“
Harry: „Der Orden ist nicht in Hogwarts. Zumindest der Großteil nicht. Und selbst wenn, sie hätten nichts zu sagen immerhin habe ich dich mitgebracht, also?“

Fragend hielt Harry ihr seine Hand hin und nach einem weiteren Moment zögern ergriff sie seine Hand. Kaum hatte sie seine Hand aber ergriffen, apparierte er mit ihr in den Krankenflügel, in welchem sie sich tief durchatmend an ein Bett lehnen musste und direkt besorgt von Harry gemustert wurde.

Harry: „Geht es?“

Auf diese eigentlich völlig normale Frage, bekam Harry eine total unnormale Reaktion. Denn Bellatrix sah komplett erschrocken zu ihm und ging wieder in eine leichte Verteidigungshaltung, aber Harry wusste ganz genau was es damit auf sich hatte.

Harry: „Das hat dich selten jemand gefragt oder? Du hast immer nur funktioniert und niemanden hat es gestört wenn du eigentlich nicht konntest.“
Bellatrix: „Hör auf mich zu lesen!“
Harry: „Wenn du es doch so offen präsentierst.“
Bellatrix: „Hör einfach auf damit ansonsten wird es dir leid tun!“
Harry: „Greif mich an und du sitzt wieder in Askaban.“
Bellatrix: „Du glaubst auch du wärst super schlau oder?“
Harry: „Erst einmal versuche ich nur alles ans laufen zu bekommen.“
Poppy: „Was ist denn hier für ein- HARRY! SAG MIR DAS DU NICHT DAS GETAN HAST WAS ICH GERADE VERMUTE!“

Während Bellatrix sich langsam wieder fing und das Bett loslassen konnte, war Poppy aus ihrem Büro in den Krankenflügel getreten und sah jetzt mehr als nur schockiert und wütend zu Harry, dieser stellte sich aber nur ruhig vor Bellatrix und sah neutral zu Poppy.

Harry: „Das ist meine Angelegenheit, misch dich da nicht ein.“
Poppy: „Du stehst in meinem Krankenflügel!“
Harry: „Von meiner Schule.“
Poppy: „Die Schule gehört nicht dir! Die gehört Minerva!“
Harry: „Und Minerva ist bald nichtmehr. Jetzt geh wieder in dein Büro und arbeite weiter.“
Poppy: „Wie bitte?!“
Harry: „Ich habe gesagt du sollst mich in Ruhe lassen und dich wieder an die Arbeit machen.“
Poppy: „Spinnst du jetzt komplett?! Was für einen Film fährst du denn jetzt?!“
Harry: „Ich fahre keinen Film ich bin dein Boss. Du hast dich nicht in meine Angelegenheiten einzumischen und für das rumstehen wirst du auch nicht bezahlt also geh wieder in dein Büro oder sonst wohin und arbeite.“
Poppy: „Langsam steigt dir die ganze Macht zu Kopf! Was ist? Soll ich schonmal Kingsley auf dich ansetzen bevor du auf die Idee kommst den ersten zu töten?!“

Während Poppy jetzt stinkwütend und Kopfschüttelnd aus dem Krankenflügel ging, atmete Harry einmal durch, wurde aber die ganze Zeit von Bellatrix schief angesehen. Und auch wenn er sich nicht zu ihr umdrehte oder sie einmal ansah, wusste er das sie ihn schief ansah.

Harry: „Kann ich dir helfen oder warum guckst du so?“
Bellatrix: „Hast du gerade wegen mir deine Oma weggeschickt?“
Harry: „Sie ist offiziell nur meine Patin und ja. Können wir dann?“

Bellatrix nickte nur und folgte Harry in den Nebenraum in welchem Minerva und Severus noch immer wie tot lagen. Und während Harry sich an den Türrahmen stellte, ging Bellatrix näher an die beiden ran.

Bellatrix: „Also was genau haben sie?“
Harry: „Sie wurden von deinem Lord von irgendeinem Fluch getroffen, sind daraufhin bewusstlos zusammen gebrochen und seit dem nicht mehr aufgewacht. Sie atmen zwar noch selbstständig das ist aber auch alles. Ihre Körper fahren langsam runter, wir wissen nicht wie wir das stoppen sollen und langsam helfen auch die Tränke nicht mehr.“
Bellatrix: „Sie sind wohl seit dem auch nicht noch einmal aufgewacht nehme ich an?“
Harry: „Nein sind sie nicht. Sie haben am Anfang nur hin und wieder kurz unverständliches gemurmelt.“
Bellatrix: „Hatten sie mal Krampfanfälle oder plötzliches Organversagen?“
Harry: „Nein bisher noch nicht.“

Bellatrix nickte nur erneut und nahm sich dann die Krankenakten der beiden. Beide sah sie einmal durch bevor sie die Krankenakten wieder an die Seite legte und zu Harry sah.

Bellatrix: „Es gibt eine gute und eine schlechte Nachricht.“
Harry: „Die schlechte zuerst bitte.“
Bellatrix: „Ich kann den beiden nur vielleicht und mit viel Glück helfen.“
Harry: „Und was ist die gute?“
Bellatrix: „Ich weiß was der Lord für einen Fluch benutzt hat und kenne den Gegenzauber.“
Harry: „Welchen Fluch hat er benutzt?“
Bellatrix: „Ich weiß nicht wie er heißt nur was er bewirkt. Er soll den Angehörigen der Betroffenen die Illusion geben das die Lieben noch gerettet werden können und fährt quälend langsam die Körper herunter.“
Harry: „Und wie löst man diesen Fluch?“
Bellatrix: „Mit einer Menge schwarzer Magie und einer lateinischen Formel.“
Harry: „Und wo liegt das Problem das du dir nicht sicher bist ob du den beiden helfen kannst?“
Bellatrix: „Die Lösung benötigt eine Menge Magie und ich weiß nicht ob meine ausreicht.“
Harry: „Nimm meine.“
Bellatrix: „Hä?“
Harry: „Nimm meine Magie und drück sie in die Formel.“
Bellatrix: „Das ist nicht wie ein Puzzle wo du einfach Teile zusammen steckst.“
Harry: „Doch im großen und ganzen schon. Du nimmst normalerweise deine Magie und schickst sie in deinen Zauberstab. Beim Lösen des Fluches nimmst du dann eben meine Magie und schickst sie in deinen Zauberstab und schon bist du fein raus.“
Bellatrix: „Warum sind dir die beiden so wichtig?“
Harry: „Sie ist meine Mutter und er wie mein Vater.“
Bellatrix: „Sie ist deine Mutter?“
Harry: „Ja, es gab da ein paar Intrigen vom Alten aber ja, sie ist biologisch gesehen meine Mutter.“
Bellatrix: „Du gibst ziemlich viel von dir Preis Potter.“
Harry: „Ich kann kein Vertrauen von dir erwarten wenn ich dir nicht meines gebe.“
Bellatrix: „Du bist ganz schön Blauäugig.“
Harry: „Nenn es wie du willst. Also, wann kannst du den Fluch lösen?“
Bellatrix: „Sobald ich meinen Zauberstab habe.“
Harry: „Das geht ja.“
Bellatrix: „Es ist unmöglich. Das Ministerium wird mir meinen Zauberstab niemals wiedergeben.“
Harry: „Dir vielleicht nicht aber mir.“
Bellatrix: „Wie viel hast du mittlerweile in dieser Welt eigentlich zu sagen?“
Harry: „Schon relativ viel. Ich bin immerhin der Kopf des Ordens der hauptsächlich gegen euch gekämpft hat, bin hier Schulleiter und in ständigem Kontakt mit dem Minister. Warum?“
Bellatrix: „Du scheinst irgendwie alles zu können.“
Harry: „Das ist auch übertrieben aber im Moment kann ich schon ziemlich viel. Kommst du bitte mit?“

Ohne auf eine Antwort von ihr zu warten, stieß Harry sich von der Wand ab und ging aus dem Raum raus. Bellatrix sah ihm einen Moment verwundert hinterher bevor sie den Kopf schüttelte und ihm folgte. Harry ging mit ihr dann aus dem Krankenflügel raus, durch die Flure von Hogwarts in denen die beiden immer mal wieder komisch angesehen wurden und es sofort überall Getuschel gab, bis zu Harrys Räumen in welche Harry eintrat und ihr die Tür aufhielt. Bellatrix trat daraufhin ein und sah sich doch recht interessiert um.

Bellatrix: „Und was ist das hier?“
Harry: „Das sind meine privaten Räume hier im Schloss und dein neuer Schlafplatz. Zumindest vorerst. Ich werde hier nicht groß irgendwas umräumen also wirst du so ziemlich alles sehen was ich auch nur irgendwann vor irgendwem verheimlicht habe. Du wirst vieles sehen was die Öffentlichkeit weder weiß noch erfahren soll und du wirst Dinge finden von denen niemand weiß. Tu damit was du nicht lassen kannst.“

Bellatrix sah jetzt noch einmal durch den Raum bevor sie realisierte was Harry ihr da gerade gesagt hatte und diesen überrascht ansah.

Bellatrix: „Wo ist die Falle? Sind Flüche auf den Gegenständen oder so etwas?“
Harry: „Nichts dergleichen. Den einzigen Fluch den du hier finden wirst ist manchmal die Unordnung mit der ich die Sachen in irgendwelche Schubladen geschmissen habe.“
Bellatrix: „Was wird das hier? Ich könnte dir mit den richtigen Dingen dein ganzes Leben zerstören.“
Harry: „Stimmt. Das weiß ich.“
Bellatrix: „Aber?“
Harry: „Ich brauche deine Hilfe und möchte dir wirklich einen Neuanfang und eine Zusammenarbeit bieten. Ich kann aber nichts von dir erwarten was ich dir nicht auch biete. Du warst die rechte Hand vom Lord, wenn du mit mir arbeitest überlegen es sich die anderen vielleicht einfacher oder versuchen eher auch einen Neuanfang. Außerdem finde ich hast du es mit am meisten verdient endlich mit Ehrlichkeit behandelt zu werden, und nicht nur mit falscher Hoffnung. Ich gebe dir mein ganzes Leben preis, mehr Vertrauen kann ich dir nicht bieten. Und du musst dann für dich entscheiden ob du mir vertraust, mit mir arbeitest und das ganze für dich behältst oder ob du damit an die Öffentlichkeit gehst.“
Bellatrix: „Du bist wirklich komplett bescheuert.“
Harry: „Und ich bekomme dennoch irgendwie alles geregelt. So schlimm kann es nicht sein. Du hast bis Morgen Früh Zeit dir hier alles anzusehen. Morgen Früh komme ich mit Feder und Pergament wieder. Da kannst du dann einen Brief an die Presse schreiben. Abendessen bekommst du gegen 7, Frühstück kommt um 8. Trinken kannst du da drüben über das Papier bestellen. Du schreibst einfach drauf was du haben willst und wartest eine Sekunde. Das Badezimmer ist da drüben und solltest du doch nochmal aus den Räumen hier raus wollen um einen Spaziergang zu machen oder so etwas, dann liegt auf dem Schreibtisch oben in der Ecke ein Zettel über den du mich rufen kannst. Schreib einfach drauf das ich kommen soll und ich komme so schnell ich kann. Brauchst du sonst noch etwas?“
Bellatrix: „Ein Schlafanzug wäre ganz nett.“

Harry nickte, sah zum Schlafzimmer und wischte dann einmal mit der Hand bevor er wieder zu Bellatrix sah.

Harry: „Liegt da drinnen auf dem Bett.“
Bellatrix: „Ist ja fast wie ein Hotel hier.“
Harry: „Ich nehme das dann als ein Zeichen das du sonst nichts mehr brauchst. Dann wünsche ich erst einmal eine gute Nacht.“
Bellatrix: „Mhm.“

Harry erwiderte darauf einfach nichts, er drehte sich lieber um und ging ohne ein weiteres Wort wieder aus dem Raum und hoch in Minervas Büro. Dort stockte er allerdings, denn bisher hatte er diese Räume so gut es ging gemieden. Zumindest seit dem Endkampf. Jetzt stand er allerdings hier und wusste nicht wirklich etwas mit sich anzufangen. Und nach einem weiteren Moment schüttelte er einfach wieder den Kopf und ging wieder raus. Eigentlich wollte er nur zum Astronomieturm, allerdings lief er Hermine und Ginny über den Weg welche natürlich direkt zu ihm gingen.

Hermine: „Harry!“
Ginny: „Bitte bleib mal stehen.“

Harry seufzte innerlich nur, blieb aber tatsächlich stehen und drehte sich zu den beiden.

Harry: „Warum sind Sie beide nicht im Unterricht?“
Hermine: „Weil der gerade unwichtig ist.“
Ginny: „Du bist wichtiger.“
Harry: „Seit wann sind Sie schon nicht mehr im Unterricht?“
Hermine: „Wir waren heute gar nicht da aber…“
Harry: „Sie holen die Unterrichtszeit bei euren jeweiligen Professoren nach.“
Ginny: „Kannst du jetzt einfach mal die Klappe halten?“
Hermine: „Was ist denn mit dir los?“

Sowohl Ginny als auch Hermine waren sichtlich damit überfordert wie Harry sie angesprochen hatte, aber Harry blieb mit seiner Miene neutral und ging nicht aus seiner Rolle raus.

Harry: „Für Sie immer noch Sie oder duzen Sie die anderen Professoren?“
Hermine: „Harry? Was soll das denn jetzt?“
Harry: „Ich denke ich war deutlich. Sie haben mich nicht zu duzen und jetzt sofort in Ihren Unterricht.“
Ginny: „Spinnst du jetzt?“
Harry: „Letzte Mahnung.“
Hermine: „Bei allem Respekt aber schieb sie dir sonst wohin.“
Harry: „Nachsitzen. Für Sie beide. Heute Abend um 19 Uhr bei Professor Flitwick. Und wagen Sie es gar nicht das zu schwänzen. Jetzt zügig in Ihren Unterricht.“

Sowohl Hermine als auch Ginny sahen Harry noch einen Moment verwirrt an bevor sie beide wütend wurden.

Ginny: „Natürlich Professor.“

Ginny knurrte das zwar nur und auch das Professor kam mehr sarkastisch als ernst gemeint aber das überging Harry einfach, blieb noch stehen bis Hermine und Ginny weg waren und wollte dann eigentlich weiter laufen, wurde aber abermals von hinten angesprochen.

Poppy: „Was ist plötzlich mit dir los?“
Harry: „Nichts was in deinen Aufgabenbereich fällt.“
Poppy: „Harry jetzt sei endlich wieder vernünftig.“
Harry: „Hast du nichts zu tun?“
Poppy: „Doch, auf dich aufpassen.“
Harry: „Das kannst du sein lassen auf mich muss man nicht aufpassen.“
Poppy: „Das sehe ich anders.“
Harry: „Ist mir egal wie du das siehst.“
Poppy: „Sag mal merkst du eigentlich was?!“
Harry: „Was sollte ich denn merken?“
Poppy: „Du bist ein kompletter Eisklotz und völlig verändert. Du redest nicht mehr mit uns, versteckst dich, bist durchgehend weg und redest herablassend mit deinen Freunden.“
Harry: „Und?“
Poppy: „Und?! Es gab mal eine Zeit da war es dir noch wichtig das du dich mit deinen Freunden gut verstehst und dich nicht nur versteckst.“
Harry: „Es gab auch mal eine Zeit da musste ich keine Schule leiten und mir keine Gedanken darum machen ob meine Schüler im Unterricht sitzen oder nicht.“
Poppy: „Nimm das nicht als Ausrede!“
Harry: „Es ist keine Ausrede sondern eine Tatsache. War es das dann?“
Poppy: „Noch nicht einmal im Ansatz!“
Harry: „Dein Problem. Ich muss arbeiten.“

Harry drehte sich jetzt wieder um und wollte gehen, aber Poppy packte ihn jetzt an der Schulter und drehte ihn wieder zu sich.

Poppy: „Du wirst jetzt nicht wieder verschwinden!“
Harry: „Ich habe noch einen Termin.“
Poppy: „Steck dir deinen Termin sonst wohin! Harry ich mache mir Sorgen um dich und ich bin nicht die einzige.“
Harry: „Da gibt es keinen Grund zu. Ich habe alles unter Kontrolle.“
Poppy: „Und genau das ist das Problem! Du hast das ganze so unter Kontrolle das du nur noch in der Arbeit hängst und dich und dein Umfeld komplett vernachlässigst!“
Harry: „Hast du noch etwas wichtiges mit mir zu besprechen oder ist das das einzige?“
Poppy: „Das hier ist wichtig!“
Harry: „Nicht wichtig genug um den Termin ausfallen zu lassen. Wenn du mich dann entschuldigen würdest?“
Poppy: „Nein werde ich nicht! Du rennst jetzt nicht schon wieder weg!“
Harry: „Ich renne nicht ich gehe ganz normal.“
Poppy: „Harry ich meine es Ernst!“
Harry: „Ich auch. Einen schönen Tag noch.“

Auch wenn Poppy Harry aufhalten wollte, disapparierte dieser einfach und ließ eine wütende Heilerin zurück. Den Rest des Tages sah man von Harry auch wieder nichts, war ja auch nicht anders zu erwarten. Abends allerdings saß Harry wieder einmal im Hörsaal im Ministerium und sah jetzt stumm zu Draco, seinen Freunden und deren Familienangehörige welche erstmals aus ihrer Untersuchungshaft entlassen wurden. Denn heute sollte entschieden werden ob sie verurteilt wurden oder komplett frei kamen. Die Truppe wurde von den Auroren in den Saal geführt und an deren Sitzplätze gebracht. Danach stellten die Auroren sich wieder an der Tür auf und warteten darauf das der Richter rein kam. Dieser kam auch nach ein paar Minuten und verkündete relativ unspektakulär aber verständlich und schnell das jeder einzelne der Truppe frei kam und sie am Ausgang ihre Zauberstäbe wieder bekämen. Kaum hatte der Richter fertig gesprochen, verschwand er auch wieder, auch wenn er Harry noch einen bösen Blick schickte. Diesen Blick bemerkte aber nur Narzissa, welche die ganze Zeit mit einem Auge zu Harry gesehen hatte. Jetzt aber erhob Harry sich und ging zu der Truppe welche sich gegenseitig glücklich in den Armen lagen. Allerdings sah Draco direkt eingeschüchtert und ein wenig kleinlaut zu Harry als er diesen bemerkte.

Harry: „Hallo zusammen. Meinen Glückwunsch.“
Pansy: „Danke.“
Narzissa: „Du hattest damit doch etwas zu tun oder?“
Harry: „Nur leicht.“
Blaise: „Was hast du denn gemacht?“
Auror: „Der ist Schuld daran das Sie wieder frei sind. Er hat sich in den letzten Wochen etliche Abende hier tot geschlagen und Ihre Verteidigung übernommen.“
Harry: „Haben Sie nichts zu tun?“
Auror: „Doch deshalb bin ich hier. Ihre Zauberstäbe die Herrschaften.“

Der Auror gab jetzt jedem aus der Truppe seinen jeweiligen Zauberstab und ging dann wieder. Allerdings sahen jetzt wirklich alle aus der Truppe ungläubig zu Harry.

Pansy: „Du hast uns da rausgeboxt?“
Harry: „Es war keine große Sache.“
Draco: „Jetzt schulde ich dir doppelt was.“
Harry: „Du schuldest mir gar nichts. Keiner von euch.“
Draco: „Sorry aber du hast mein Leben gerettet, dabei deines verloren und uns aus dem Gefängnis geholt. Ich schulde dir sehr wohl etwas.“
Harry: „Du schuldest mir gar nichts.“
Draco: „Ganz ehrlich nicht?“
Harry: „Ganz ehrlich nicht.“
Draco: „Darf ich dich denn um einen Gefallen bitten?“
Harry: „Der wäre?“
Draco: „Kannst du Vater auch aus dem Gefängnis holen?“
Narzissa: „Draco! Ich dachte wir hätten darüber gesprochen?!“
Draco: „Ich weiß aber er wollte das ganze doch auch nicht und hat nur so gehandelt um uns zu schützen. Er ist auch unschuldig.“
Harry: „Ich werde ihn nicht aus dem Gefängnis holen.“
Draco: „Warum nicht?! Ich meine ja ich weiß er und du könnt euch nicht leiden aber wir können uns auch noch nicht lange ab und mich hast du auch rausgeholt.“
Narzissa: „Draco! Lass es sein!“
Draco: „Nein! Bitte Potter, ich weiß ihr habt keine gute Vergangenheit miteinander aber du sollst ja auch nichts weiter machen als ihn aus dem Gefängnis holen.“
Harry: „Ich werde keinen Vergewaltiger aus dem Gefängnis holen.“
Draco: „Vergewaltiger?“

Während Narzissa jetzt bedrückt auf den Boden sah und Harry weiter neutral zu Draco sah, sah der Rest der Gruppe verwirrt zu Harry.

Draco: „Vater ist kein Vergewaltiger.“
Harry: „Doch ist er. Er ist ein Wahnsinniger und ein Vergewaltiger. So jemanden werde ich nicht aus dem Gefängnis holen.“
Draco: „Bist du jetzt komplett bescheuert?! Vater hat niemanden vergewaltigt! Das würde er niemals tun!“
Harry: „Er hat es getan und er wollte deiner Mutter dasselbe antun!“
Draco: „Was redest du da eigentlich?! Mutter, sag ihm das er spinnt!“

Draco drehte sich jetzt hilfesuchend zu Narzissa welche jetzt nur traurig zu ihrem Sohn sah.

Narzissa: „Das kann ich nicht. Harry hat Recht. Dein Vater ist ein Vergewaltiger.“
Draco: „Wen soll Vater denn bitte vergewaltigt haben?!“
Harry: „Mich.“
Draco: „Was?! Jetzt drehst du echt ab! Dich würde er nicht einmal mit der Kneifzange anpacken!“

Kaum hatte Draco das gesagt, wusste er das er damit zu weit gegangen war denn das erste mal seit Wochen brach Harrys neutrale Maske und zurück blieb blanke Wut.

Harry: „Ich sage dir jetzt mal etwas! Dein Vater ist ein verwöhnter Affe! Er wusste bei mir nicht mehr weiter und wusste nicht wie er sich davon erholen soll das ich seinen Stolz gebrochen habe als ich abermals nicht nach seinem Plan gegangen bin! Da hat er zum letzten gegriffen was er hatte, hat mich von Voldemort und den Todessern kampfunfähig machen lassen und mich vergewaltigt! Und er wollte das ich deine Mutter vergewaltige um auch ihr ihren Platz zu zeigen! Also kannst du noch so viel betteln und Argumente hervor bringen! Dieser Todesser kann von mir aus tausend Jahre im Gefängnis sitzen, ich werde ihn da nicht rausholen!“
Draco: „Ok dann hat er eben einen Fehler gemacht ab-“
Harry: „EINEN FEHLER?! Sich an jemandem zu vergreifen ist also nur ein Fehler?!“
Draco: „Also… nein aber…“
Harry: „Kein aber! Selbst wenn er mich nicht benutzt und angefasst hätte, alleine was er mit deiner Mutter vor hatte war das allerletzte und für mich ein Grund ihn im Gefängnis zu lassen! Also willst du ihn unbedingt da raus haben, mach es verdammt nochmal selber!“
Draco: „Aber ohne dich bekomme ich ihn nie da raus! Wenn du nicht positiv aussagst bleibt er auf ewig da drin!“
Harry: „Dann hast du wohl einfach mal Pech!“
Draco: „Wie kannst du so sein?! Gerade du?! Du weißt doch wie es ohne Eltern ist! Und jetzt willst du mir dasselbe antun?!“
Harry: „Du hast doch deine Mutter!“
Draco: „Die kann man doch nicht gebrauchen! Sie umpf.“

Kaum hatte Draco das letzte gesagt, hatte Harry ausgeholt und Draco gezielt mit einem Uppercut in den Magen geschlagen. Während Draco jetzt hustend auf die Knie sank, trat Harry einen Schritt von diesem weg, sah aber stinkwütend zu ihm.

Harry: „Anstatt dich zu beschweren das du diesen Dreckssack nicht erreichen kannst, solltest du vielleicht dankbar dafür sein das du deine Mutter hast! Aber so hat man nicht über seine Mutter zu reden! Und im Gegensatz zu Lucius, ist Narzissa weder verkorkst, noch krank und schon gar nicht nutzlos! Halt besser die Klappe!“

Draco hatte gerade tatsächlich etwas sagen wollen, Harry hatte das aber erkannt und das letzte noch hinterhergehängt. Jetzt sah Draco zwar wütend aber auch eingeschüchtert zu Harry während er sich wieder auf die Beine kämpfte. Harry hingegen drehte sich zum Rest der Truppe.

Harry: „Ich bin jetzt einfach dumm genug euch zu vertrauen das ihr nichts von dem eben erfahrenen irgendwem erzählt. Narzissa, ich weiß nicht wie es mit dir ist, aber wäre er mein Sohn würde ich ihm gleich ein paar Takte erzählen. Er ist einer der wenigen wo ich sage er hätte mal eine ordentliche Tracht Prügel verdient. Solltest du irgendwas vorhaben oder Hilfe brauchen, melde dich.“
Narzissa: „Ich denke das wird nicht nötig sein aber danke.“
Harry: „Wie du willst. Kurz noch etwas anderes, hast du vielleicht Interesse daran in Hogwarts zu arbeiten?“
Narzissa: „Als was denn bitte? Köchin?“
Harry: „Sehr witzig. Als Verwandlungslehrerin.“
Narzissa: „Was ist denn mit McGonagall?“
Harry: „Sie ist verhindert und wird neben ihrem Amt als Schulleiterin eh keine Zeit mehr dafür haben. Also?“
Narzissa: „Ähm… ja. Klar gerne.“
Harry: „Ab wann kannst du anfangen?“
Narzissa: „Rein theoretisch sofort.“
Harry: „Dann startest du nächste Woche. Den Vertrag mache ich fertig und wenn du möchtest kannst du direkt mitkommen, deinen Unterricht vorbereiten und dich einrichten.“

Narzissa sah jetzt einen Moment zu Draco bevor sie nickte und wieder zu Harry sah.

Narzissa: „Sehr gerne.“
Harry: „Ihr anderen, eure Anwesen werden innerhalb der nächsten 2 Stunden wieder vom Ministerium freigestellt sodass ihr da wieder hinkönnt.“

Jetzt nickten die anderen nur, allerdings sah bis auf Draco und Narzissa, jeder geschockt zu Harry.

Harry: „Was?“
Pansy: „Lucius hat dich…?“
Harry: „Vergesst es einfach.“
Millicent: „Das kann man nicht und das weißt du auch.“
Blaise: „Willst du vielleicht drüber reden?“
Pansy: „Können wir helfen?“
Harry: „Ja ihr könnt helfen, lasst das Thema einfach sein und sprecht es nicht an. Es ist vorbei und fertig.“
Blaise: „Aber…“
Harry: „Bitte. Lasst es sein. Ihr könnt nicht helfen also hört bitte auf.“

Harry sah einmal flehend über die ganze Gruppe und auch wenn keiner sonderlich begeistert aussah, nickten sie und blieben still.

Harry: „Danke, genießt einfach eure Freiheit. Narzissa, möchtest du alleine nach Hogwarts oder soll ich dich mitnehmen?“
Narzissa: „Du kannst mich auch gerne mitnehmen.“
Harry: „Wir müssen aber noch kurz einen Abstecher machen.“
Narzissa: „Wohin denn?“
Harry: „Das erzähle ich dir gleich. Euch wünsche ich einen ruhigen Resttag.“

Ohne den anderen noch die Möglichkeit zu lassen, irgendwas zu sagen, drehte Harry sich um und ging aus dem Saal. Narzissa verabschiedete sich noch schnell bevor sie Harry hinterher lief und am Ende des Flures eingeholt hatte.

Narzissa: „Also, wo müssen wir noch hin?“
Harry: „Kurz zu Kingsley und den Zauberstab von Bellatrix abholen.“
Narzissa: „Darf ich fragen was du mit ihrem Zauberstab möchtest?“
Harry: „Darfst du. Ich will ihn ihr geben.“
Narzissa: „Warum?“
Harry: „Damit sie einen Fluch für mich lösen kann.“
Narzissa: „In Askaban?“
Harry: „Nein, ich habe sie vorhin nach Hogwarts geholt.“
Narzissa: „Du hast sie aus dem Gefängnis geholt? Die ist gestört und treue Todesserin!“
Harry: „Sie ist keine treue Todesserin gewesen. Sie war nur einem treu und das aus völlig anderen Gründen wie du denkst. Ich habe meine Gründe sie raus geholt zu haben und es ist ja nicht endgültig. Benimmt sie sich daneben landet sie wieder im Gefängnis.“
Narzissa: „Und das Ministerium hat zugestimmt sie aus dem Gefängnis zu holen?“
Harry: „Mehr oder weniger. Ich habe mit dem Ministerium ein Programm auf die Beine gestellt mit dem wir Todessern eine neue Chance bieten wollen. Dabei liegt es in meiner Hand wem ich diese Chance gebe, also haben sie zwar nicht direkt zugestimmt das ich Bellatrix raushole, sie haben aber zugestimmt das ich es darf.“
Narzissa: „Hast du das gezielt so aufgesetzt?“
Harry: „Natürlich, das ist mein Programm, ich trage alle Risiken und stehe gerade wenn es schief geht dann haben die mir nicht vorzuschreiben für wen ich mich einsetze.“
Narzissa: „Langsam bekomme ich echt Angst vor dir.“
Harry: „Angst? Warum?“
Narzissa: „Du kannst wirklich jeden austricksen ohne das derjenige es wirklich mitbekommt und du kannst die großen Herren unserer Gesellschaft einfach mit wenigen Griffen komplett Handlungsunfähig machen.“
Harry: „Das ist etwas übertrieben dargestellt aber der Grundansatz stimmt wohl.“
Narzissa: „Also nur damit ich das richtig verstehe, du hast Bella aus Askaban geholt, sie nach Hogwarts gebracht und willst ihr jetzt auch einfach ihren Zauberstab wiedergeben?“
Harry: „Ja.“
Narzissa: „Und dann?“
Harry: „Wird sie morgen einen Fluch für mich lösen, danach warten bis auch die anderen aus dem Programm nach Hogwarts kommen und dann wird sie im groben machen können was sie will.“
Narzissa: „Und warum bringst du diese Idioten nach Hogwarts? Ich meine da können sie innerhalb kurzer Zeit viel Schaden anrichten.“
Harry: „Weil ich da am besten aufpassen kann. Immerhin bin ich fast durchgehend im Schloss.“
Narzissa: „Der Punkt geht wohl an dich.“
Harry: „Ich weiß.“

Während die beiden geredet hatten, waren sie nach oben zur Aurorenabteilung gelaufen. Durch diese waren sie einfach durchgelaufen auch wenn viele Auroren Harry respektvoll zugenickt hatten. Jetzt standen sie vor Kingsleys Bürotür an welche Harry auch prompt klopfte.

Kingsley: „Herein.“

Harry öffnete die Tür, ließ Narzissa zuerst eintreten, ging dann ebenfalls in das Büro und schloss die Tür bevor er sich zu Kingsley drehte.

Kingsley: „Harry, wie kann ich dir helfen?“
Harry: „Ich brauche den Zauberstab von Bellatrix Lestrange.“
Kingsley: „Ausgeschlossen.“
Harry: „Du darfst es nicht verweigern.“

Kingsley wollte gerade sagen das er es doch durfte als auch ihm das vom Minister erwähnte Programm einfiel, er Harry kurz musterte und dann leicht leidend zu ihm sah.

Kingsley: „Bitte sag mir das du nicht diese gestörte nach Hogwarts bringen willst.“
Harry: „Nein will ich nicht.“
Kingsley: „Ein Glück.“
Harry: „Ich habe es schon getan.“
Kingsley: „Bitte?! Ohne auch nur irgendeinem Bescheid zu sagen?! Spinnst du?!“
Harry: „Nein tu ich nicht und noch einmal, ich brauche keine Eskorte deiner Männer um die Herrschaften nach Hogwarts zu bringen.“
Kingsley: „Das sehe ich anders.“
Harry: „Behalt es für dich du hast mit dem ganzen nichts zu tun. Meine Leute, meine Verantwortung, meine Entscheidung. Jetzt gib mir den Zauberstab.“
Kingsley: „Aber…“
Harry: „Kein aber. Her damit.“

Harry streckte jetzt fordernd seine Hand zu Kingsley und sah diesen so kalt und doch neutral an, dass dieser sich nicht mehr dazu bringen konnte, weiter zu widersprechen. Also nickte er knapp, stand auf, ging zu einem Schrank an der Wand und schloss diesen auf. Er zog Bellatrix Zauberstab aus einer Schublade, verschloss den Schrank wieder und reichte Harry den Zauberstab. Harry nahm diesen auch einfach nur wortlos entgegen bevor er sich umdrehte und gefolgt von Narzissa ohne noch etwas zu sagen aus dem Raum ging. Gefolgt von Narzissa ging Harry dann durch die Aurorenabteilung und aus dem Ministerium raus, wobei Narzissa die ganze Zeit komisch zu ihm rüber sah. Etwas abseits von dem Ministerium drehte er sich dann neutral zu ihr.

Harry: „Kann ich dir irgendwie helfen?“
Narzissa: „Ich habe dich komplett unterschätzt.“
Harry: „Was meinst du?“
Narzissa: „Ich wusste zwar das du viel erreichen kannst aber ich wusste bisher noch nicht, mit welcher Kraft du dich durchsetzen kannst.“
Harry: „Was redest du eigentlich?“
Narzissa: „Ach… nichts wichtiges.“
Harry: „Dann wäre ja alles geklärt.“

Harry hielt Narzissa jetzt seinen Arm hin. Diese griff dann leicht zögerlich nach diesem und kaum hatte sie ihn gepackt, apparierte er mit ihr schon in Minervas Büro. Kaum dort angekommen, wand er seinen Arm aus Narzissas Griff und ging zum Schreibtisch an welchen er sich setzte und prompt Pergament und Feder rausgeholt hatte.

Harry: „Du kannst dich gerne setzen und warten oder etwas durch das Schloss wandern und wir regeln das geschäftliche später, ganz wie du möchtest.“
Narzissa: „Wie lange brauchst du ungefähr um das ganze aufzusetzen?“
Harry: „20 Minuten, maximal.“
Narzissa: „Die kann ich auch warten.“
Harry: „Wie du möchtest. Du kannst dich auch am Bücherregal bedienen in der Zeit.“
Narzissa: „Danke.“

Harry nickte einfach nur und fing dann an auf das Pergament zu schreiben. Narzissa schlenderte in der Zeit zu dem Bücherregal, nahm sich ein Buch und setzte sich mit diesem auf das Sofa und fing an zu lesen. Die nächsten Minuten hörte man dann nur noch das gelegentliche blättern von Narzissa und das kratzen von Harrys Feder auf dem Pergament. Erst nach 17 Minuten legte Harry die Feder bei Seite, stand auf und ging mit dem Pergament zu Narzissa, welcher er das Pergament hin hielt. Diese nahm es entgegen und las es einmal durch.

Harry: „Bist du damit einverstanden?“
Narzissa: „Sogar mehr als das.“
Harry: „Dann bitte einmal unterschreiben.“

Mit diesen Worten holte Harry die Feder und hielt sie Narzissa hin. Diese nahm die Feder, legte das Pergament auf das Buch in ihrem Schoß und unterschrieb einmal, bevor sie beides wieder an Harry reichte. Dieser nahm beides wieder, legte die Feder auf den Schreibtisch und räumte das Pergament in einen Ordner im Schrank.

Harry: „Dann bitte ich dich hiermit mir im Laufe der nächsten Tage deine Verließdaten zu geben. Heute Abend bekommst du von mir den Zugang zu deinem Büro und deinen privaten Räumen. Dir ist es ab da freigestellt ob du in der Halle isst oder in deinen privaten Räumen. Kollegial wäre natürlich die Halle aber es sagt auch keiner was wenn du im privaten isst. Ich bitte dich nur jegliche Speisen aus dem Lehrerzimmer fern zu halten. Wenn du im privaten mit deinen Kollegen essen möchtest, macht das im Aufenthaltsraum. Das Lehrerzimmer ist ein reiner Arbeitsraum und ein Raum zu welchem Schüler können wenn sie ein Problem oder eine Frage haben. Ansonsten darfst du neben deinem Unterricht natürlich jederzeit vom Schulgelände, da bitte ich dich dann aber die jeweiligen Zeiten im Lehrerzimmer an der Tafel anzuschreiben. Vorerst teile ich dir keine Kontrollgänge oder Aufsichten zu, komm erst einmal vernünftig in den Alltag rein. Sobald du dich eingelebt hast, werden wir darüber reden. Sowohl zwischen den Kollegen untereinander als auch im Gespräch mit der Schulleiterin oder mir ist das du erlaubt, muss aber nicht verwendet werden. Dir ist es natürlich freigestellt die Erlaubnis, dich zu duzen, zurückzuziehen. Den Umgang mit den Schülern muss ich dir denke ich nicht erklären und zum Thema Unterrichtsvorbereitung fragst du besser deine Kollegen. Ich bitte dich heute Abend um 18 Uhr herzukommen, damit wir zusammen zum essen gehen können und ich dich offiziell vorstellen kann. Was Kleidung angeht, es ist dir freigestellt ob du eine Robe trägst oder ganz schlicht ein T-Shirt und eine Jeans, es muss nur sauber, ordentlich und angemessen sein. Alles verstanden?“
Narzissa: „Ja.“
Harry: „Gut, bei Fragen kannst du dich sonst an deine Kollegen oder an mich wenden, auch wenn du die Professoren wohl einfacher erreichen wirst als mich. Es ist dir jetzt freigestellt ob du hier bleibst und wartest oder etwas anderes machst, während ich deine Räume vorbereite. Bleibst du hier, muss ich dich allerdings bitten neben dem Sofa und den Büchern im Regal nichts anderes anzufassen.“
Narzissa: „Alles klar, danke.“

Harry nickte nur und ging dann. Narzissa hingegen sah ihm seufzend hinterher bevor sie sich wieder mit dem Buch auf das Sofa setzte und las. Harry hingegen ging los, richtete Narzissa ihre Räume und ihr Büro ein und machte dann einen Abstecher aus dem Schloss raus und zu Hagrid welcher gerade in seinem Garten war und Kürbisse pflanzte.

Harry: „Hagrid? Hast du im Laufe des Tages mal eine halbe Stunde Zeit für ein Gespräch?“
Hagrid: „Für dich immer. Gerne auch direkt. Willst du einen Tee?“
Harry: „Nein danke.“

Hagrid nickte, klopfte sich die Erde an der Hose ab und ging, gefolgt von Harry in seine Hütte in welcher er einen Kessel Wasser auf den Herd stellte und sich eine Tasse Tee machte. Erst danach setzte er sich zu Harry an den Tisch.

Hagrid: „Was gibt es?“
Harry: „Ich wollte dir nur das hier geben.“

Harry schob Hagrid das Pergament zu welches er vorher auf den Tisch gelegt hatte. Hagrid nahm das Pergament dann, entfaltete es, las es durch und ließ es dann geschockt und ungläubig sinken.

Hagrid: „I-ich darf wieder zaubern?“
Harry: „Ja. Und wenn du mich fragst war das schon lange überfällig, aber auf den Alten konnte man eben nichts geben. Gib deinen Schirm zu Ollivander, der soll den wieder richten. Die Rechnung geht auf mich. Du kannst ihn natürlich auch in deinem Schirm lassen, ganz deine Sache. So oder so, muss etwas an dem Schirm oder dem Zauberstab gemacht werden, gib es an den jeweiligen Spezialisten und gib mir die Rechnung. Du kannst zwar einige Zaubersprüche aber ich möchte dir dennoch anbieten, oben im Schloss am Unterricht teilzunehmen und das zaubern von Grund auf zu lernen. Wahlweise, da ich weiß wie gerne du auch unterrichtest, kann ich dir einen Nachhilfekurs anbieten bei welchem du dann Abends nach deinem Unterricht das zaubern lernst.“

Hagrid sah einfach nur wortlos und geschockt zu Harry, dann noch einmal auf das Pergament und als er wieder zu Harry sah, glitzerten Tränen in seinen Augen.

Hagrid: „Danke Harry. Wirklich vielen vielen Dank. Das bedeutet mir wirklich viel.“
Harry: „Bedank dich bitte nicht, es war eine Frechheit das du so lange ohne musstest.“

Hagrid nickte nur und wischte sich dabei die Tränen aus den Augen.

Hagrid: „Und ich kann wirklich lernen und dennoch weiter unterrichten?“
Harry: „Wenn du das gerne möchtest dann darfst du das selbstverständlich gerne.“
Hagrid: „Und wer bringt mir dann das zaubern bei?“
Harry: „Deine Kollegen. Erst einmal nur Filius. Bei ihm wirst du die Grundlagen und das nötigste lernen und danach werden wir dann darüber reden was du darüber hinaus noch lernen möchtest und bei wem du das machen wirst.“
Hagrid: „Das würde ich sehr gerne.“
Harry: „Dann machen wir das. Möchtest du den Schirm als Zauberstab behalten?“

Hagrid sah jetzt musternd zu seinem Schirm bevor er den Kopf schüttelte.

Hagrid: „Zum verstecken hat es zwar gereicht aber zaubern ist damit doch lästig.“
Harry: „Dann bring ihn die nächsten Tage zu Ollivander und lass dir einen richtigen Zauberstab machen, gib mir danach einfach die Rechnung.“
Hagrid: „Das kann ich doch nicht.“
Harry: „Doch das kannst du. Die letzten Jahre hast du genug für mich getan, jetzt bin ich dran.“
Hagrid: „Du hast auch mehr als genug für uns alle getan, du müsstest auch nichts mehr machen.“
Harry: „Das siehst du so. Also, jegliche Materialen die du zum lernen brauchst gehen auf die Rechnung der Schule, da brauchst du dir keine Gedanken drüber machen. Du kannst den Unterricht auch jederzeit beenden wenn du meinst es reicht oder du weißt genug. Das ist ganz dir überlassen.“
Hagrid: „Danke Harry.“
Harry: „Nicht dafür. Alles weitere besprichst du bitte mit Filius. Ich muss dann wieder.“

Hagrid wollte zwar noch etwas sagen, aber Harry war so schnell aufgestanden und wieder gegangen das er diese Möglichkeit gar nicht hatte. Also seufzte er nur und sah weiter ungläubig auf das Pergament auf welchem das Ministerium offiziell seine Zaubersperre aufhob. Harry hingegen war gerade wieder auf dem Weg in Minervas Büro als Filius auftauchte.

Filius: „Harry?“
Harry: „Ja?“
Filius: „Hast du Hagrid schon Bescheid gesagt?“
Harry: „Gerade eben.“
Filius: „Dann können wir also starten?“
Harry: „Noch nicht, Ollivander muss erst seinen Zauberstab wieder richten aber danach könnt ihr starten.“
Filius: „Und wo dürfen wir das ganze machen?“
Harry: „Raum 408 steht euch jederzeit zur Verfügung. Ansonsten könnt ihr für praktische Übungen auch immer in Raum 316 gehen.“
Filius: „Alles klar, dann weiß ich Bescheid, danke.“

Harry nickte nur und ging dann weiter. Das Filius ihm besorgt hinterher sah, wusste er zwar, aber er ignorierte es. Er ging lieber in Minervas Büro in welchem Narzissa gerade am Bücherregal stand.

Harry: „Narzissa?“
Narzissa: „Ja?“
Harry: „Folgst du mir einmal? Deine Räume sind fertig.“

Narzissa nickte, stellte das Buch in ihrer Hand wieder weg und folgte Harry dann in den dritten Stock zu einer Tür an welcher schon ihr Name stand. Harry öffnete dann die Tür, ließ sie aber zuerst eintreten. Genau das tat sie dann auch und sah sich interessiert um.

Harry: „Es ist nichts allzu wildes aber ich denke hier kannst du vernünftig arbeiten. Sollte doch etwas sein, fehlen oder nicht passen, melde dich. Da drüben hinter der Tür findest du deine privaten Räume. Die Tür kannst du mit einem Zauber oder einem Passwort schützen das ist ganz dir überlassen. Das Büro muss zumindest für deine Kollegen erreichbar sein. Gegen Schüler darfst du es selbstverständlich sichern. Ich würde dich bitten morgen einmal nach Hogsmeade zu gehen und in dem Buchladen einmal deine Unterrichtswerke zusammen zu suchen. Der Kassierer weiß wo die Rechnung hingeht. Solltest du privat Bücher haben die auch gut in deinen Unterricht passen darfst du diese natürlich auch für die Unterrichtsvorbereitung nutzen. Den Stundenplan und den Lehrplan gebe ich dir morgen früh.“
Narzissa: „Ok.“
Harry: „Kommst du dann mit in die Halle oder möchtest du heute hier bleiben?“
Narzissa: „Ich würde wohl mitkommen aber… naja…“

Narzissa sah jetzt leicht verlegen an sich runter denn immerhin hatte sie immer noch die billige und abgetragene Gefangenenkluft an. Harry schlug sich jetzt innerlich an die Stirn, wischte einmal mit der Hand und schon hatte Narzissa eine blaue Jeans, ein weißes Shirt und graue Turnschuhe an. Narzissa sah daraufhin an sich runter und nickte.

Narzissa: „Das ist schon viel besser, danke.“
Harry: „Immer gerne. Oder möchtest du doch etwas anderes tragen?“
Narzissa: „Ach Quatsch, das hier ist vollkommen in Ordnung.“
Harry: „Gut, dann nach dir.“

Harry trat bei Seite, damit Narzissa an ihm vorbei aus dem Büro gehen konnte. Genau das tat sie auch und ging dann zusammen mit Harry in die Große Halle, in welcher schon alle Professoren und Schülerinnen und Schüler saßen. Genau diese sahen jetzt auch überrascht und viele wütend zu Narzissa. Diese ließ sich davon aber nicht einschüchtern und folgte Harry einfach nach vorne zum Lehrertisch. Man konnte allerdings ganz klar erkennen welches Haus wie gestimmt war. Die Ravenclaws zum Beispiel sahen Narzissa musternd und zurückhaltend an, die meisten Hufflepuffs sahen auch musternd aber eher freundlich aus. Gryffindor sah fast tötend zu Narzissa, nur Slytherin sah einheitlich freundlich aber dennoch neutral zu ihr. Aber Harry kannte mittlerweile genug dieser Blicke um aus dem neutralen der Slytherins die Nettigkeit zu lesen und aus der Wut der Gryffindors die Verteidigung.
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