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Taurin

KurzgeschichteAbenteuer, Familie / P16 / MaleSlash
Han / Han Jisung
06.12.2020
06.12.2020
1
2.085
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06.12.2020 2.085
 
Wie bereits in der Kurzbeschreibung vermerkt, ist das hier das erste Kapitel bzw. Intro von einer Fanfiktion. Es ist unter anderem auch das einzige Kapitel, das ich bisher von besagter Fanfiktion geschrieben habe xD Jedenfalls habe ich das hier per Zufall wiedergefunden und noch einmal durchgelesen.
Ich denke, es ist gut genug, um hier hochgeladen zuwerden. Wer weiß, ob ich diese Geschichte jemals weiterführen werde, aber ich habe bereits beim erneuten durchlesen einige Ideen für die Fortsetzung bekommen. Falls jemand an einer Fortsetzung interessiert ist; ich lasse es euch wissen, sollte eine Fortsetzung kommen.
So, viel Spaß beim lesen und ich hoffe, es gefällt euch!

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Chapter one - Goodbye, brother


"Warte, Hyung!" rief der kleine, 11 Jahre alte Jisung und rannte seinem Bruder hinterher. Sie spielten im Garten ihres Hauses, sie wurden von ihren Eltern rausgeschickt.

"Komm schon, Sungie, fang mich!" rief Minjun zurück, er lachte sorgenfrei und rannte noch ein bisschen schneller.

Minjun war eigentlich zu alt, um mit seinem Bruder solche Spiele zu spielen, doch die beiden standen sich von klein auf an nah und Jisung hatte sonst niemanden zum spielen.


"You and I, we played our game that day, without any worries."


"Uuund~ Stop!" schrie Minjun, als er den Baum in ihrer Mitte erreichte - Sie spielten ihr eigenes, ausgedachtes Spiel, eine Mischung aus Fanger und Verstecken. Der eine suchte sich ein Versteck und blieb solange da, bis der andere ihn gesehen hatte, ab da begann der Lauf. Der versteckte musste aus seinem Versteck kommen und so schnell wie möglich den Stopppunkt (in Jisungs und Minjuns Fall, der Baum) erreichen, bevor der Fanger ihn berührte.

Es war ein simples, einfaches Spiel, doch hatte es eine große Rolle im Leben der Brüder.

"Du bist dran, Squirrel!" kicherte Minjun, als sein Bruder mit einem Schmollen auf dem Gesicht ankam.
"Das ist gemein, du bist viel schneller als ich!" sagte er traurig, doch der sechzehnjährige hob ihn hoch und brachte ihn damit zum lachen.

"Nein! Aaaah, Min-Hyung, lass mich runter!!!" schrie er zappelnd und wurde schließlich auch herunter gelassen.

"Denk dran, Sungie! Immer lächeln, wenn ich da bin! Blöde Stimmung gibts hier nicht!" strahlte Minjun ihn an und Jisung nickte grinsend.


"I wish I would've known then, that we'd play our game for the last time, I truly wish I would've known."


Jisung schlich leise im Haus herum, auf der Suche nach einem Versteck. Minjun zählte draußen gerade bis 30, er hatte nur wenig Zeit!

Er schlich gerade am Arbeitszimmer seines Vaters vorbei, als er seinen Namen hörte. Neugierig, wie er war, hielt er an und trat leise zu der Tür, lauschte dem Gespräch seiner Eltern.

"...werden an Jisungs zwölftem Geburtstag kommen und mitnehmen. Vielleicht lassen sie uns dann in Ruhe."

"An seinem zwölften schon? Aber das ist schon in ein paar Tagen... Sollten wir ihn nicht darauf vorbereiten?"

"Ich weiß, ich weiß, aber nein, wir können nicht. Er ist schlau für sein Alter, es würde ihn zerstören, wenn er erfahren würde, dass er allein für diesen Kult geboren wurde und nicht mehr. Denk dran, du darfst keine ehrliche Liebe für ihn entwickeln, das würde alles nur noch schwerer machen!"

Sein Vater hatte Recht, Jisung war schlau. Er war schlau genug, um aus diesem Gespräch zu verstehen, dass er bald weggehen würde, von seinen Eltern, seinem Bruder. Und dass seine Eltern ihn nie wirklich geliebt hatten. Aber der noch kindliche Teil seines Verstandes musste das erst verarbeiten, bevor Jisung wirklich wusste, wie er fühlte.


"I remember that day, how I heard them talking, and I didn't understand that I would be away from my home, my parents and you if I didn't do something."


Er drehte sich um und erschreckte sich, als er seinen Bruder vor sich stehen sah, mit Tränen in den Augen. Minjun griff wortlos nach seiner Hand und zog ihn nach draußen, bis zu ihrem kleinen Baumhaus. Sie kletterten die Strickleiter hoch und zogen sie oben ein, damit niemand hochkam. Sie setzten sich auf die vielen Kissen, die in einer Ecke aufgetürmt waren. Dann begann Minjun, zu sprechen.

"Jisungie.. Ich hab es gewusst." sagte der sechzehnjährige und schaute schuldbewusst weg. "Ich hab gewusst, dass Mama und Papa dich an deinem zwölften Geburtstag weggeben werden!"

Jisung, dessen Verstand noch immer das eben Geschehene verarbeitete, legte den Kopf schief und sah seinen Bruder an. Minjuns Augen strahlten pure Trauer aus, während er seinen kleinen Bruder betrachtete, dann gab er ein ersticktes Geräusch von sich und drückte Jisung an sich.


"I remember how you cried. You shed your tears for both of us when I was too caught up to understand."


Dann, in der Nacht vor seinem 12. Geburtstag, verstand Jisung endlich. Es war, als er wach in seinem Bett lag, an die Decke starrend, Minjun lag in seinem eigenen Bett auf die Seite gedreht, scheinbar schlafend.

Dann, in dem Moment, fing Jisung an zu weinen, als er verstand, dass er seinen Bruder verlassen musste. Er weinte leise, war schlau genug, um kein Geräusch von sich zu geben, dass seine Eltern aufwecken könnte.

Doch Minjun hörte ihn. In der nächsten Minute saß Minjun an seinem Bett und umarmte ihn. Darauf dauerte es nicht lange, bis Jisung sich wieder beruhigte. Er zog die Nase hoch und wischte sich mit dem Arm über die Augen, während sein Bruder ihm leise etwas zuflüsterte.

"Diese Leute, die dich morgen mitnehmen werden, sie haben schlimmes vor." sagte Minjun traurig. "Sie werden dir wehtun, wenn du mit ihnen mitgehst."

"Wenn?" fragte Jisung, ebenso leise wie sein Bruder. "Du sagst das so, als hätte ich eine Wahl. Mama und Papa werden mich zwingen, mit ihnen mitzugehen."

"Ja, werden sie, aber ich hab nachgedacht." unterbrach Minjun ihn. "Und ich weiß, was wir tun werden. Du wirst nicht mit diesen Leuten mitgehen! Komm mit!" Minjun half ihm aus dem Bett und sie gingen zusammen nach draußen.

"Hyung? Was machen wir bei unserem Baumhaus?" fragte Jisung verwirrt. Minjun lächelte ihn jedoch nur an und verschwand im Baumhaus. Kurz darauf kam er wieder, mit einem großen Rucksack in der Hand.

"Das hab ich die letzten Tage und Nächte vorbereitet. Hier ist fast alles drin, was du brauchst!" lächelte Minjun, es war ein halb trauriges, halb glückliches Lächeln. "Hosen, Hemden, Unterwäsche, Pflaster, Medizin, ich hab auch all meine Ersparnisse reingetan, insgesamt ungefähr 250.000 Won, damit schaffst du es vielleicht, eine Weile durchzukommen. Wir müssen nur noch Essen und etwas zu Trinken einpacken!"


"I still know exactly how I felt that night. I didn't want to get torturted by these people, but I also didn't want to leave. I told you that but you just said..."


"Nein, Jisungie! Sie werden dir böse Dinge antun! Wenn du aber jetzt gleich gehst, weiß ich, dass du überleben wirst!" widersprach Minjun, während er zu der riesigen Dose mit Lebensmitteln noch eine 1,5 Liter Flasche Mineralwasser packte.

Sie standen an der Haustür, während Minjun noch einmal alles im Rucksack durchwühlte, schaute, ob alles da war. Dann half er Jisung dabei, Jacke, Mütze und Schuhe anzuziehen. Beim Rucksack sagte er, "Ich hab daran gedacht, den Rucksack nicht zu schwer zu machen. Er hat immer noch etwas Gewicht, aber du wirst dich schon dran gewöhnen, kleiner Bruder."


"Remember the nickname you gave me? Squirrel?”


"Hyung?" fragte Jisung, während er und sein Bruder sich zum Abschied fest umarmten. "Wieso nennst du mich Squirrel? Du hast mir das nie gesagt."

"Squirrel ist das englische Wort für Eichhörnchen. Jisungie, ich hab dich lieb, aber du siehst mit deinem Gesicht wie ein Eichhörnchen aus."

“I always asked myself, why squirrel? You told me, that night, remember?"

Jisung lachte, trotz der Tränen auf seinen Wangen. Er schluckte und sagte leise, "Ich hab dich auch lieb, Hyung."

Minjun lächelte ihn traurig an und wollte etwas sagen, doch plötzlich hörten sie eine Stimme aus der Etage über ihnen.

"Jisung! Minjun! Wo seid ihr?!" schrie ihre Mutter erschrocken.

"Oh nein, Mama ist aufgewacht!" erschrak Minjun sich. Er kniete sich hin, sodass er auf Augenhöhe mit dem kleinen Jisung war, packte ihn an den Schultern und flüsterte eindringlich.

"Jisung, hör mir jetzt genau zu! Ich werde gleich nach oben gehen und Mom ablenken. Du bleibst hier unten und sobald ich wieder da bin und es dir sage, gehst du los! Du hast deine Jacke, Schuhe, den Rucksack. Wenn du müde bist, suche dir eine Stelle, in der du dich verstecken kannst! Ich hab dir noch eine Decke eingepackt, die nimmst du zum schlafen, wenn dir kalt ist! Die Won, die ich dir mitgegeben habe, gibst du nur aus, wenn du kein Essen mehr hast und auch dann gibst du sie nur für Lebensmittel aus! Geh sparsam damit um, hast du verstanden?"

Jisung nickte heftig. Von oben hörten sie, wie ihre Mutter rumlief, in allen Räumen nach ihnen schaute, und die Brüder wussten, dass ihnen nicht mehr viel Zeit blieb.


"I wish, it didn't end like this, you know... I wish I could've said goodbye to you properly, Minjun."


Minjun wandte sich wieder zu Jisung und redete leise weiter.

"Wenn ich dir Bescheid gebe, darfst du nicht rennen, hörst du? Du musst dich ganz leise rausschleichen, bleib am besten hier neben der Tür und versteck dich hinter dem Regal! Du schleichst dich raus und vom Grundstück und sobald du auf der Straße bist, rennst du! Renn so schnell du kannst, bis du unser Haus nicht mehr siehst!

Und pass auf! Du darfst niemandem, niemandem, trauen, während du unterwegs bist! Wenn dich jemand fremdes mitnehmen will, sagst du nein! Wenn jemand dich zu Mama und Papa zurückbringen will, sagst du nein! Es gibt ein Stück von hier entfernt jemanden, der dich vielleicht aufnehmen kann! Sie nennen sich der Wasserclan, ich hatte dort mal ein paar Freunde. Du sagst ihnen, dass du der Bruder von Han Minjun bist und ein neues Zuhause brauchst! Ich zeige dir die Richtung, in die du laufen musst, um zu ihnen zu kommen!"

"Jisung! Minjun!" Jetzt hörten sie, wie die Schritte sich zur Treppe bewegten. Sie hatten nur noch ein paar Sekunden übrig. Minjun wurde leicht panisch und schob seinen Bruder in Richtung Regal. Er half ihm schnell, sich dort so zu verstecken, dass er noch schnell rauskommen konnte. Er warf seinem Bruder einen letzten Blick zu und fragte.

"Hast du alles verstanden, Jisung?"

Jisung nickte und rasselte schnell herunter. "Ja! Auf dich warten, dann rausschleichen, auf der Straße anfangen zu rennen, erst aufhören, wenn das Haus außer Sicht ist. Mit niemandem mitgehen, das Geld nur für Essen ausgeben. Und nach dem Wasserclan suchen! Ihnen sagen, dass ich dein Bruder bin und ein zuhause brauche!"

Minjun nickte lächelnd, dann kam ihre Mom herunter und Minjun richtete sich schnell auf, stellte sich dabei so hin, dass er unauffällig Jisung verdeckte.


"I still see you in my dreams, standing in front of me, shielding me from my fate."


Minjun und seine Mutter verschwanden im Wohnzimmer. Jisung konnte sie reden hören. Irgendwann kam auch Vater dazu und er und Mutter stellten Minjun allerlei Fragen, doch er gab keine Antwort, sagte nur, dass er nichts wüsste.

Dann, nach einer Weile, in der Jisung nichts tat außer komplett still dazustehen, hörte er sich entfernende Schritte und plötzlich tauchte Minjun vor ihm auf.

Er half Jisung aus dem Versteck und sagte leise.

"Ich hab Mama und Papa gesagt, dass sie im Hintergarten suchen könnten, während ich hier nach dir suche. Sie kommen sicher gleich wieder rein, du musst also jetzt los!"

Jisung nickte, öffnete die Haustür und machte schon einen Schritt nach draußen, doch dann drehte er sich nochmal um und sah seinen Bruder an.

"Ich hab dich lieb, Minjun." sagte er und eine Träne lief aus seinem Augenwinkel. Minjun schluckte geräuschvoll und erwiderte.

"Ich hab dich auch lieb, Squirrel. Ich weiß nicht, ob wir uns wiedersehen werden, aber vergiss es nicht! Dein Bruder liebt dich."


"I indeed never forgot it, hyung. And I never will.

Goodbye, brother"


"Und jetzt lauf!"

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