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Dämonenflüsterer

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erziraphael
06.12.2020
30.05.2022
18
26.741
14
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
30.05.2022 1.437
 
Hallo ihr Lieben,
ich weiß nicht, wie das passieren konnte, aber offensichtlich habe ich nie das letzte Kapitel hochgeladen. Asche auf mein Haupt. :/
Also falls noch jemand wartet, hier ist das so lang verschollene Ende.
Viel Spaß damit. :*
Kitty


Kapitel 18 – Wiedergutmachung

Anstelle einer Antwort wurde Arziraphale mit einer plötzlichen Wucht, die er nicht hatte kommen sehen, zurück gegen die Ladentheke gepresst und durch den Körper des Dämons auf gesamter Länge dort gehalten. Die Sensation über den plötzlichen engen Körperkontakt wurde jäh unterbrochen durch die Lippen des Dämons auf den seinen. Fest, unnachgiebig, beinahe wütend nahm der Dämon den Mund des Engels vor ihm in Beschlag, während er ihn durch den eisernen Griff am Kragen des Hemdes in Position hielt. Arziraphale spürte die heiße, gespaltene Zunge, die über seine Lippen fuhr auf der Suche nach einer Stelle, an der sie sich Einlass verschaffen könnte.
Nach einer Sekunde der Irritation und der Erkenntnis, in welche überaus erfreuliche Bredouille er sich da gerade manövriert hatte, ließ sämtliche Bedenken er endlich los und tat das, was er sich so lange versagt hatte. Er küsste Crowley zurück. Öffnete leicht die Lippen, um zu kosten. Angst, Sorge oder schlechtes Gewissen schoben sich binnen Sekunden in eine sehr weit entfernte Ecke seines Verstandes. Er genoss das Gefühl der schmalen Lippen, die mittlerweile nicht mehr fest zusammengepresst waren, nicht länger gezeichnet von der Wut, die sie eben noch gezeigt hatten.
Mehr und mehr verflüchtigte sich die Raserei in den Handlungen des Dämons, sodass er schließlich die Hände vom Stoff der hellen Kleidung löste und stattdessen an alle die Stellen des himmlischen Körpers führte, die er immer hatte berühren wollen. Ergeben schloss Arziraphale die Augen, das Gefühl, welches seinen irdischen Körper bei jeder Berührung durchströmte, beinahe zu übermächtig.
Eine plötzliche ruckhafte Bewegung entlockte dem Engel ein überraschtes Stöhnen, denn plötzlich fand er sich auf der Verkaufstheke sitzend wieder, die Hände des Dämons lagen noch immer an seinem Hinterteil. Dieser trat nun noch näher an ihn heran, sodass er zwischen den Beinen Arziraphales zum Stehen kam, ein nur schwer zu deutendes Lächeln auf den Lippen.
Der Engel nahm die Situation nun selbst in die Hand und begann die dunkle Jacke von den Schultern Crowleys zu schieben. Hungrig küsste Crowley den Engel erneut. Doch als Arziraphale sich gerade daran machen wollte, die ersten Knöpfe des schwarzen Hemdes zu öffnen, stoppte Crowley kurz. Als er sprach, streifte der warme Atem über die Lippen des Engels. „Ist es das, was du willst, Engel?“, dunkel und verlangend raunte der Dämon seine verlockende Botschaft. Er presste sich ein wenig dichter an den anderen Körper und machte so mehr als deutlich, wie sehr er selbst den Engel wollte. „Dass du das noch fragst…ich dachte, dass meine Geschichten sehr deutlich gemacht hätten, dass…“, die Zustimmung verlor sich bereits in einer neuen Salve fordernder Küsse. „Glaube ja nicht, dass du einfach so davonkommst, Engel. Wir werden darüber reden. Später…“ Der unmissverständlichen Drohung, die Crowley ihm zwischen Küssen dunkel und abgehackt zuraunte, fiel es Arziraphale mehr als schwer zu folgen.

Die Raserei schien nun völlig aus dem Denken Crowleys verschwunden zu sein und auch, wenn sein Blick dunkel und verlangend war, waren seine Handlungen nun sanft und langsam. Nacheinander widmete er sich den einzelnen Kleidungsstücken, die der Engel so sorgsam in Schuss hielt, fing an die Fliege vorsichtig aus dem Kragen zu lösen und legte, sie neben dem Oberschenkel des Engels auf dem Tresen ab, schob den Gehrock und die Weste sorgsam über die Schultern nach hinten weg und ließ sie ebenfalls auf die hölzerne Oberfläche gleiten.
Plötzlich sah er sich in seinen Handlungen unterbrochen. Der Angel war ein wenig von ihm abgerückt, sodass er ihn anschauen konnte. „Komm, Crowley, ich denke, es gibt Orte in diesem Haus, die besser geeignet sind als mein Verkaufstresen.“ Und damit stieß Arziraphale sich von besagtem Tresen ab und landete mit beiden Füßen sicher auf dem Boden. Ruhig nahm er die Hand des Dämons in die eigene und führte ihn fort.  

****

„Habe ich nicht gesagt, dass es keinerlei Grund für deine Besorgnis gibt, was deine dämonische Natur angeht?“, fragte der Engel sehr viel später überaus vergnügt und rückte noch ein wenig näher an den warmen Körper neben ihm heran, auch wenn es kaum noch näher möglich war. „Hm?“, antwortete Crowley müde und matt neben ihm und legte seinerseits die Arme noch ein wenig fester um den Engel. Natürlich nur um seine Besitzansprüche deutlich zu machen und nicht, weil es ihm vielleicht gefiel. Dämonen kuscheln nicht… niemals… unter keinen Umständen…  „Nun ja, ich denke, ich habe meinen Punkt nun hinreichend bewiesen. Meinst du nicht?“, Crowley machte eine vage Handbewegung, die dem Engel wohl sein Gehör versichern sollte, denn der Engel sprach unverzüglich weiter. „Also, nicht dass es nach meinem letzten Kapitel nötig gewesen wäre, denn seien wir mal ehrlich, ich finde, ich habe dich ganz vorzüglich getroffen.“, ein leises Glucksen entkam ihm. „Was meinst du, Engel?“, wurde Crowley nun doch ein wenig wacher. „Ich meine natürlich unseren Disput in Bezug auf dein dämonisches Dasein, mein Liebster. Wir stritten recht vehement in diesem Internetz…“ „Es heißt Internet, Engel. Wie kann es sein, dass du monatelang darin abtauchst und immer noch nicht weißt, wie heißt?“, stöhnte Crowley theatralisch auf. „Wie auch immer, Liebster.  Jedenfalls stritten wir darüber, ob du deine dämonischen Triebe unter Kontrolle haben würdest, was ich permanent bejahte und du versuchtest mir einzureden, du wärest ein unbeherrschtes Monster.“ Nun wurde der Spieltrieb des Dämons doch wieder geweckt. „Sah das hier eben für dich danach aus, als hätte ich mich unter Kontrolle gehabt? Als hättest du eine Chance gehabt, als ich einer totbringenden Bestie gleich über dich hergefallen bin? Als ich deine tiefsten Wünsche, Begierden, Triebe hervorbeschwor, um dich damit dem Wahnsinn nahe zu bringen?“, seine Stimme war leise und gefährlich, während der Schalk im Blick des Engels aufblitzte. „Hm, ich verstehe, mein Liebster, du warst in der Tat ein unbeherrschbares Ungetüm. Ich kann mich sehr glücklich schätzen, dass ich dieses Beinahe-Unglück nicht mit dem Leben bezahlt habe. Stelle dir nur vor, ich hätte ein falsches Wort gesagt.“, die Ironie troff nur so aus seiner Stimme. „Ich sehe, wir sind uns einig, dass ich Recht habe, Engel.“ „Nein, mein Liebster, ich fürchte, in diesem Punkt muss ich dich enttäuschen.“ Crowley schnaufte provokant, worauf Arziraphale seine Erklärungen auszuführen begann. „Nun mein Liebster, ich möchte deine boshafte, tückische, höllische Herkunft ja keineswegs negieren, nichts liegt mir ferner. Du weißt, dass sie mir ausnehmend gut gefällt. Dennoch muss ich einwerfen, dass du um meine Zustimmung gebeten hast.“, mittlerweile lachte er recht selbstzufrieden. „Ich habe was? Das wüsste ich ja wohl, Engel. Ich bin ein Dämon, ich frage nicht um Erlaubnis! Ich schnappe mir, wonach auch immer es mir gelüstet.“, zum Beweis verteilte er kleine Bisse auf der Schulter des Blonden. „Du bist erneut einem Irrtum aufgesessen, Crowley. Ich zitiere ‚Ist es das, was du willst, Engel?‘. Dies waren deine Worte. Und ich beantwortete sie ehrlich, was uns schlussendlich dahinführte, wo wie jetzt stehen… oder wohl eher liegen.“, er kicherte schon wieder, was Crowley nur ein Augenrollen entlockte. „Ich habe dich nicht um deine Erlaubnis gefragt, Engel. Ich fragte, ob es das ist, was du willst! Das ist etwas völlig anderes!“ „Natürlich, mein geliebter Dämon. Aber bitte gestatte mir eine letzte Frage und beantworte sie wahrheitsgemäß.“ „Na dann mach schon, Engel, du gibst ja eh keine Ruhe“, atmete der Dämon künstlich genervt aus. „Wenn ich mit ‚nein‘ geantwortet hätte, hättest du deine Pläne dennoch weiterhin verfolgt?“ „Natürlich nicht!“, antwortete Crowley, bevor er sich wirklich bewusstwurde, was hier gerade passiert war, „für was hältst du mich?!?“ „Quod erat demonstrandum, mein Liebster.“ „Was???“ „Die Staatsanwaltschaft hat keine weiteren Fragen mehr.“, Arziraphale klatschte vergnügt in die Hände, „das wollte ich schon immer mal sagen.“ „Bastard!“
„Ich liebe dich auch, Crowley.“, antwortete der Engel süßlich. „Es wird mir von Tag zu Tag schleierhafter, dass die da oben einfach nicht wahrhaben wollen, wie du eigentlich tickst, Engel. Aber ich muss gestehen, dass mir diese Seite ziemlich gut gefällt.“
Plötzlich kam Bewegung in den Engel. „Was heckst du nun schon wieder aus?“, wollte Crowley wissen, als Arziraphale gerade im Begriff war sich aus dem Bett zu erheben. „Ach, ich dachte mir, ich schreibe schnell ein weiteres Kapitel. Ich sprühe förmlich vor neuen Ideen, dein Anblick in meinem Bett ist überaus inspirierend, musst du wissen. Und meiner Leserinnen und Leser brennen bestimmt…“, weiter kam er nicht mit seinen Ausführungen, denn Crowley hatte den Moment der Unachtsamkeit genutzt und sich auf seine Beute gestürzt, um sie wieder zurück ins Bett zu ziehen.
„Unterstehe dich, Engel!“ „Möglicherweise könnte ich mich noch ein wenig von der Arbeit ablenken lassen…“
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