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Dämonenflüsterer

Kurzbeschreibung
GeschichteRomance, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erziraphael
06.12.2020
30.05.2022
18
26.741
14
Alle Kapitel
33 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
14.02.2021 1.596
 
Hallo ihr Lieben,
der Titel des Kapitels lässt es bereits erahnen, heute geht es weiter mit dem Ausflug nach Bath. Ich wünsche euch viel Spaß. :)
Lasst es euch gut gehen
Kitty


Kapitel 11 – Landpartie II


Noch während er sich umdrehte, öffnete Crowley die Seite mit dem Chatfenster wieder. Ein weiteres Mal überflog er die Nachricht, die der Dämonenflüsterer ihm eben erst geschickt hatte. Dieses Menschlein brach doch tatsächlich mehr als eine Lanze für den Dämon und die Art, wie seiner Meinung nach, der Engel zu selbigem stand. Auch wenn das Ganze Balsam für sein eh schon gut bestücktes Ego war, wollte er sich nicht so schnell geschlagen geben. Vielleicht wäre es an der Zeit ein wenig offensiver vorzugehen.  



***

An: Dämonenflüsterer

Von: DeinDämonischerAlptraum666

Wer wird denn gleich die Krallen ausfahren? Meine Güte, ich hatte nicht erwartet, dass das gleiche Hirn, welches so viel Schnulziges produziert im Körper einer Raubkatze steckt. ;) Du glaubst also, dass Arziraphale auf das ganze dämonische Paket abfährt? Reptilienaugen, Schlangen-Tattoo, dämonische Flügel? Wenn du meinst… meinetwegen…

Aber wie steht es um die höllischen Eigenschaften? Glaubst du, dass der Engel mit dem verschlagenen Wesen eines Dämons wirklich umgehen kann und will, wenn es denn dann mal entfesselt ist? Man sagt Dämonen nicht die größte Fähigkeit nach, wenn es um Selbstbeherrschung geht. Außerdem sollen sie sich überaus possessiv verhalten, wenn etwas ihr Interesse geweckt hat. Wie ein Raubtier, was eine potentielle Beute entdeckt hat… ;)

Diese Seite ignorierst du in deinen Geschichten recht erfolgreich. Vielleicht wäre das mein Wunsch, nach dem du zuletzt gefragt hast. Zeig’s mir, wie geht dein Engel mit den dämonischen Seiten seines Dämons um? Ich stelle es mir spaßig vor.

Also, überrasche mich! ;)

DeinDämonischerAlptraum666

***



Nun da er erledigt hatte, was er tun wollte, sah er keinen wirklichen Grund mehr, wirklich den Weg zum Bentley zurückzulegen. Natürlich war ihm absolut klar, dass das Wundern den Büchern keinen Schaden zufügte, aber es schien ihm eine willkommene Ausrede. Ein Schnipsen später waren die Bücher sicher verstaut und Crowley machte sich mit dem Gefühl, unglaublich zufrieden mit seinem verschlagenen Ich zu sein, auf den Weg zurück auf das Straßenfest.

Es war natürlich nicht schwer für ihn Arziraphale zwischen den vielen Menschen auszumachen, auch wenn sie nur einen vagen Treffpunkt ausgemacht hatten. Seine übernatürlichen Antennen waren seit sechstausend Jahren auf die Aura des Engels ausgerichtet, er hätte ihn auch über die halbe britische Insel noch zielsicher orten können.

Arziraphale stand ein wenig abseits einiger Stände, deren Düfte verschiedene internationale Gerichte versprachen und, Crowley wollte kurz seinen Augen nicht recht trauen, hielt kein kleines Schälchen mit irgendeiner Leckerei in der Hand, sondern ein Smartphone. Der Engel blickte angestrengt auf das Display, eine kleine Falte teilte die Stelle zwischen seinen Augenbrauen und verlieh diesem Gesicht ein fast ungehaltenes Aussehen. Beinahe fahrig scrollte er und las offensichtlich etwas, dass ihm die Laune gehörig verhagelte. Dann plötzlich öffnete sich auch noch der Mund und Crowley konnte ein empörtes Murmeln hören. „Dieses, dieser… ungehobelte Klotz. Was glaubt dieser Mensch denn bloß, mit wem er hier redet?“ „Engel, was ist denn los? Du siehst aus, als hätte die internationale Fischindustrie bekannt gegeben, dass sie in Zukunft auf die Produktion von Sushi verzichten würde.“, er erntete nur einen pikierten Blick und ein Schnauben. Das Smartphone wurde gesperrt und verschwand in einer der Innentaschen des beigefarbenen Gehrocks. „Ich wusste gar nicht, dass du ein Smartphone besitzt, Engel. Erst ein Laptop für deinen Buchladen und nun ein weiteres Erzeugnis des technischen Fortschritts. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich beeindruckt sein sollte oder beleidigt, dass du es bisher nicht für nötig erachtet hast, mir deine Nummer zu geben.“, grinste Crowley Arziraphale an, ein völlig natürliches Verhalten. Wenn der Engel angefressen war, übernahm der automatisch die Aufgabe dies zu ändern.

„Was ist da Problem, Crowley? Ja, ich besitze ein Smartphone.“, antwortete er reichlich spitz und schnipste, „nun hast du meinen Kontakt auf deinem Gerät gespeichert. Zufrieden?“, er schloss kurz die Augen und atmete tief durch. „Was ist passiert, Engel? Was hat dir derart die Laune verhagelt?“, fragte Crowley nun nochmal etwas ernster. „Es ist nichts, mein Lieber. Nur ein… ähm… unverlässlicher Händlerkollege, der sich nicht an Absprachen hält…“, ergänzte Arziraphale schnell. „Entschuldige, dass ich dich so angefahren habe, du kannst nichts dafür. Ich würde das gerne kurz klären, damit ich mich danach wieder auf diesen eigentlich so wundervollen Tag mit dir konzentrieren kann. Ist das in Ordnung für dich? Gehe doch schon einmal ein Stück weiter und ich kümmere mich um diesen… diesen bösen, unerzogenen Menschen und ich bin in Windeseile wieder bei dir. Da vorne ist sogar ein Stand mit Schallplatten, da gibt es doch bestimmt auch Musik, die deinem Geschmack entspricht.“, schlug der Engel vor und tätschelte ihm aufmunternd über den Rücken. „Ich könnte dieses Würstchen ein wenig heimsuchen, also natürlich nur im übertragenen Sinne. Würde dir das helfen, Engel?“, ein Wackeln der Augenbrauen unterstrich Crowleys Angebot. „Lass nur, mein Lieber. Ich regele das, wie erwachsene… ähm… Wesen das tun. Aber Danke für das Angebot. Geh‘ nur voran, ich hole dich in kürzester Zeit wieder ein.“, sprach Arziraphale und wandte sich bereits ab, um sich ein etwas ruhiges Eckchen zu suchen und ließ Crowley ein wenig unschlüssig, was er denn nun tun sollte, stehen. In Ermangelung einer adäquaten Alternative schlenderte er schließlich doch zu eben genanntem Stand mit den Schallplatten, vielleicht wäre ja tatsächlich etwas Interessantes zu finden.



*****


Das war knapp gewesen, befand Arziraphale. Er war so sehr in Gedanken gewesen, als er die Nachricht des DämonischenAlbtraums gelesen hatte, dass er kaum mitbekommen hatte, dass Crowley sich wieder näherte. Es wäre nicht sehr leicht gewesen zu erklären, wie es sein konnte, dass er sich auf dieser Plattform tummelte und wie er Zugriff auf den Account des Dämonenflüsterer hatte erlangen können. Er blickte sich noch einmal großzügig um und stellte fest, dass gerade weder unglaublich viele Menschen in seiner Nähe waren noch Crowley. Dieser verschwand gerade in sicherer Entfernung in die Gänge des Standes mit den Schallplatten. Es entlockte Arziraphale ein kleines, warmes Lächeln, dass Crowley trotz seines vordergründig störrischen Auftretens war, wie er eben war. Er nahm sein Smartphone aus der Tasche und begann sofort zu tippen. Mittlerweile war seine kurze Entgleisung ein wenig abgeklungen und er fühlte sich wieder genug, wie er selbst, um angemessen zu antworten.



***

An: DeinDämonischerAlbtraum666

Von: Dämonenflüsterer



Mein Freund,

da habe ich offensichtlich so sehr um die Gunst deiner ehrlichen Kritik gebuhlt, dass sie mich heute gleich mehrfach erwischt. Ich hoffe, dass unser Disput rein auf der Ebene meiner Geschichten von statten geht und überhöre diese Sticheleine in Bezug auf meine Person großzügig. Vertraue mir, ich habe so viel Erfahrung im Umgang mit den Menschen, dass ich sagen kann, dass es schwer ist, jemanden, besonders wenn man ihn nicht in der Realität kennt, zu beurteilen. Aber Schluss damit, es gibt interessantere Dinge, die besprochen werden möchten.

Sehe ich das richtig, dass du mir diesen kleinen Sieg dahingehend gönnst, dass Arziraphale die dämonischen Attribute, die den Körper Crowleys so besonders machen, doch zu schätzen weiß? Sehr gut, damit kann ich hervorragend leben.

Du glaubst also nicht, dass der Engel mit der dämonischen Seite Crowleys umgehen kann. Dies lässt meiner Meinung nach nur zwei Schlüsse zu: Entweder hältst du Crowley für ein unbeherrschtes Monster. Dies bin ich nicht gewillt zu akzeptieren. Oder du schätzt Arziraphale für so naiv ein, dass er trotz der langen Zeit, die Beide schon miteinander verbringen, unterschätzt, zu was Crowley, deiner Meinung nach wohlgemerkt, fähig wäre.

Sehr gerne bin ich bereit, dich in meinem nächsten Kapitel davon zu überzeugen, dass beide deiner Schlüsse absolut fehlgeleitet sind.

Trotz unserer Differenzen finde ich unseren Austausch überaus erfrischend, immerhin habe ich so einen neuen Impuls, in welche Richtung ich meine Geschichte nun lenken kann. Ich nehme deine Herausforderung also mit Freuden an.

Ich verbleibe herzlichst

Dein Dämonenflüsterer

***



„Wie kann man nur so aalglatt sein? Wie sehr kann man denn nur alles derart an sich abgleiten lassen…Was…“, hörte Arziraphale nun wiederum Crowley murmeln, als er am Stand mit den Schallplatten auf ihn stieß. „Crowley, mein Lieber, was erzürnt dich so? Es scheint nicht gerade unser beider Tag zu sein.“, begrüßte der Engel ihn. Crowley blickte ertappt vom Display seines Smartphones. „Ngk, Katzenvideos!“, Fragezeichen bildeten sich in den Augen des Engels, „Du weißt schon, diese lustigen Katzenvideos, die man aktuell überall sieht.“ „Oh ja, die sind bezaubernd. Würdest du es mich ansehen lassen? Die sind so überaus erquickend. Das würde unserer Laune bestimmt guttun.“, freute sich der Engel und ließ seine Hand in Richtung des Smartphones in Crowleys Hand gleiten. „Em, Nein! Ganz schlechte Idee. Es ist kein lustiges Video… aalglatt… em… Glatteis, meine ich natürlich. Das Kätzchen hat sich bestimmt weh getan. Das würdest du nicht sehen wollen.“, überschlug sich Crowleys Stimme.

„Hör zu, Engel. Was hältst du davon, wenn wir uns auf den Heimweg machen. Ich könnte unterwegs irgendwo anhalten, wo wir zu Abend essen könnten und danach könnten wir bei dir im Laden diesen furchtbaren Tag mit reichlich Wein schöntrinken. Oder möchtest du nach weiteren Büchern suchen?“ „Ach weißt du, mein Lieber. Irgendwie ist mir die Lust auf das Bücherkaufen ein wenig vergangen. Dein Vorschlag klingt ganz vorzüglich. Und wie wäre es, wenn wir morgen eines dieser neumodischen Bäder aufsuchen, von denen du heute Nachmittag sprachst. Du sagtest, sie wären überaus genehm, wenn man Entspannung braucht und ich habe das Gefühl, das würde uns beiden guttun.“, Crowley schaute Arziraphale ein wenig überrascht an. Ein solch verwegener Vorschlag war überaus ungewöhnlich aus dem Mund des Engels. Aber wer wäre er, diese Option auszuschlagen. Er war ein Dämon und diese nahmen eine Gelegenheit wahr, wenn sie sich bot.
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