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Rache

von Ethuiliel
GeschichteAllgemein / P12 / Het
Captain Jack Sparrow OC (Own Character)
05.12.2020
05.12.2020
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1.972
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05.12.2020 1.972
 
Die Sonnenstrahlen kitzelten mich an der Nase und weckten mich. Schläfrig öffnete ich ein Auge. Irgendetwas war anders, doch ich war noch zu müde, um sagen zu können, was es war. Müde gähnte ich und öffnete beide Augen.
Die Sonne lachte mir ins Gesicht und wärmte meine Nasenspitze. Es schien ein wunderschöner Tag zu werden. Entspannt richtete ich mich auf und setzte mich hin.
Mit einem Schlag fiel mir ein, was mir so falsch vorgekommen war. Mir fiel ein, was gestern Nacht geschehen war. Nein, das konnte nicht sein. Das war sicherlich ein Traum, oder? Ungläubig wendete ich meinen Blick in tiefere Regionen. Ja, ich war nackt, zweifellos, und die paar Tröpfchen rote Flüssigkeit auf der Decke... waren es Blut? Verdammt, es war geschehen. Verzweifelt vergrub ich das Gesicht in meinen Händen. Was hatte ich getan?
Doch ich sollte von Anfang an erzählen, wie es zu dem Ereignis gestern Abend kam.

Ich wuchs behütet – na ja, so behütet, wie man in Tortuga sein kann – bei meinen Eltern auf. Mein Vater betrieb eines der best besuchtesten Gasthäuser hier auf Tortuga. Wir waren nicht reich, aber es mangelte uns an nichts.
Meine Eltern liebten mich, so wie ich war, und für mich war immer klar gewesen, dass ich eines Tages die Schänke übernehmen würde. Ich hatte schon im frühen Alter mit Piraten zu tun gehabt und wusste, wie ich mit ihnen umgehen musste. Ich wusste mich zu wehren und kam gut klar.
Als ich das erste Mal wirklich bewusst auf ihn aufmerksam wurde, war ich gerade mal neun Jahre alt. Ich wusste nicht, was es war, doch irgendetwas schien meinen Blick auf ihn zu lenken. Er war anders, so anders als die anderen Piraten. Er war ein Pirat, doch... anders. Er war mir direkt sympathisch. Er benahm sich ebenfalls rüpelhaft, machte allen Frauen Avancen, nahm sich oft die Dirnen vom Hafen mit ins Zimmer und trotzdem... war da etwas an ihm, dass ihn von den anderen Piraten unterschied.
Den ganzen Abend lang hatte ich ihn von der Theke aus beobachtet und fast meine Arbeit darüber vergessen. Als er unsere Taverne verließ, gab er uns gutes Trinkgeld. Ich war traurig, dass ich noch nicht einmal gefragt hatte, wer er war, denn so würde ich ihn nicht wiederfinden können, doch nach einiger Zeit vergaß ich ihn.
Aber als er nach einem Jahr wiederkam, kein Stück gealtert, kamen sofort die Bilder vom letzten Jahr in mir hoch und ich erinnerte mich wieder. Auch an diesem Abend hatte ich nicht den Mut, ihn anzusprechen und zu fragen, wer er ist, doch er kam wieder. Immer öfter kehrte er über die Jahre bei uns ein und ich begnügte mich damit, ihn still und heimlich zu mustern. Dann verging eine lange Zeit, ohne dass er wiederkam. Er war mir über die Jahre ans Herz gewachsen und obwohl er mich wahrscheinlich noch nie gesehen und ich kein einziges Wort je mit ihm gewechselt hatte, machte ich mir Sorgen um ihn. Endlich kehrte er zwei oder drei Jahre später wieder zu uns zurück. Ich war gerade siebzehn geworden und sehr erleichtert, ihn lebendig vorzufinden.
An diesem Abend traute ich mich endlich, meine Eltern zu fragen, wer er ist.
„Das, liebe Ruby, ist Jack Sparrow. Captain Jack Sparrow. Halte dich lieber von ihm fern. Dort, wo er auftaucht, verursacht er nichts als Ärger.“
Meine Mutter hat mir geraten, mich von ihm fernzuhalten, doch ich konnte ihn nicht einfach ignorieren oder vergessen. Etwas zog mich zu ihm hin.
Ich wurde älter und es verging wieder einige Zeit, ohne dass er kam. Das nächste Mal, als er erschien, war ich neunzehn. Dies war der Tag, an dem wir zum ersten Mal miteinander sprachen.
Je älter ich wurde, desto mehr wurde ich von Piraten begehrt. Ich war durchaus ansehlich, doch selbst wenn ich es nicht gewesen wäre, so wäre sicher dasselbe geschehen. An diesem Abend ging einer der Piraten zu weit.
Als ich an ihm vorbeilief, zog er mich zu sich, auf seinen Schoß und begann, mich ungeachtet meines Willens wild zu küssen. Ich konnte mich wehren und wollte es auch gerade tun, doch da ertönte eine Stimme hinter mir.
„Lass die Dame los.“
Zuerst war mir nicht bewusst, wer mich gerettet hatte, doch als ich von dem Piraten auf den Boden geschubst wurde und aufblickte, erkannte ich meinen Retter.
Mein Herz begann zu rasen, als ich zu Captain Jack Sparrow aufsah. Grinsend streckte er mir seine Hand hin und zog mich hoch. Schmetterlinge machten Saltos in meinem Bauch, als meine Finger seine berührten. Es lag nicht an dem Piraten von vorher, dass ich mich kaum auf den Beinen halten konnte und an Jacks Brust fiel.
Ich weiß noch genau, was er damals sagte. Die ersten Worte, die er mit mir wechselte.
„Na, so stürmisch? Eigentlich wollte ich heute Abend aber nur etwas trinken, aber da mir ohne mein Zutun eine Frau in die Arme fällt...“
Obwohl ich sonst nicht so schüchtern war, errötete ich, stammelte irgendetwas unverständliches und verschwand so schnell ich konnte auf mein Zimmer. Es war... es war wie Liebe auf den ersten, wahrhaftigen Blick. In der nächsten Zeit kehrte er immer öfter in unser Wirtsthaus ein. Immer war ich es, die er bediente und er sparte nicht an anzüglichen Bemerkungen. Mein Herz schlug schneller, wenn ich ihn sah oder auch nur an ihn dachte, und wenn er nach seinem Besuch das Gasthaus verließ, fühlte es sich so an, als würde ich in zwei Teile gerissen.
Ich hatte einige Verehrer, doch ich würdigte keinen auch nur eines Blickes. Ich wollte nur ihn, ich wollte nur Captain Jack Sparrow. Wir kamen uns immer näher, er sorgte dafür, dass ich mich immer mehr in ihn verliebte und ihm selbst blieb es ebenfalls nicht verborgen.

So ging es mehrere Jahre, bis ich zweiundzwanzig war.
Meine Eltern sahen mich nur ungern bei Jack, doch solange ich glücklich war, erlaubten sie es mir. Und ich konnte mich Jacks Charisma einfach nicht entziehen.
Und gestern geschah es schließlich.

Die Tür öffnete sich. Ich sah vom Gläser spülen auf. Mein Herz begann zu rasen, als ich Jack erkannte. Unsere Blicke trafen sich und er grinste breit.
Mit wenigen Schritten kam er zu mir an die Theke.
„Eine Flasche Rum, wenn Ihr es mir gestatten würdet. Ich würde Euch später sehr an meinem Tische begrüßen.“
Ich gab ihm, was er verlangte. Der Abend schien sich endlos hinzuziehen. Nervös wartete ich und fragte mich immer wieder, was er bloß von mir wollen konnte. Endlich traute ich mich und setzte mich zu Jack, der mich sogleich auf seinen Schoß setzte. Ich wehrte mich nicht. Meine nackte Haut brannte an den Stellen, wo sie die seine berührte.
Zögerlich lehnte ich mich zurück und schloss die Augen. Jacks Atem strich mir heiß über die Haut, als er nahe an meinem Ohr flüsterte: „Na, na, wir sollten lieber verschwinden und so etwas nicht in der Öffentlichkeit tun.“
Ich wusste, was er vorhatte. So lange hatte ich auf diesen Augenblick gewartet, so lange hatte ich mich nach ihm gesehnt, nach ihm verzehrt. Und er hatte sich endlich auch für mich entschieden. Ich war anders als seine Huren. Ich war etwas besonderes. Er mochte mich, nein, er liebte mich wirklich, wollte ich mir einreden.
Ich ergriff seine Hand und zog ihn mit mir die Holztreppe nach oben in mein Zimmer. Sobald sich die Tür hinter mir schloss, packte er mich, drückte mich gegen die Tür und küsste mich, als gäbe es kein Morgen mehr. Ich war eingesperrt zwischen ihm und der Tür, seinen Körper auf meinem und in meinem Rücken das raue Holz. Ich schloss die Augen, küsste ihn zurück. Ich vergrub meine Hände in seinen Haaren spürte, wie seine Zunge meine Lippen auseinander drückte.
Nur am Rande bekam ich mit, wie er mich umdrehte und zu meinem Bett drängte, bis ich auf dem Rücken lag und sein Körper meinen schwer in die Matratze drückte.
Ich wusste, was mich erwartete, ich hatte viele schon darüber sprechen gehört, doch ich hatte nicht gedacht, dass es so sein würde. Man merkte Jack deutlich an, dass er es nicht zum ersten Mal tat. Schon nach wenigen Augenblicken verging ich fast vor Leidenschaft.


In der letzten Nacht hatte ich ihm das Wertvollste geschenkt, was ich besaß. Er hatte mir meine Unschuld genommen.
Jack war ein guter Liebhaber und endlich erfuhr ich das, wovon alle immer sprachen. So lange hatte ich auf diesen Augenblick, auf diesen Mann gewartet und war froh, dass es endlich geschah. Ich dachte nicht an die Folgen oder Konsequenzen, in diesem Augenblick existierten nur noch Jack und ich und meine Liebe für ihn. Ich dachte, ich wäre anders. Ich dachte, Jack würde mich tatsächlich lieben.
Doch ich hatte mich in ihm getäuscht. Ich war erwacht und er war nicht mehr hier. Verzweifelt schaute ich auf die zerwühlte Decke, die mir so vertraut war. Ich... ich hatte mich in Jack getäuscht. Ich hatte ihm alles von mir gegeben und er hatte mich alleine gelassen. Er war ohne ein Wort verschwunden. Der Mann, den ich seit Jahren liebte, … es war das geschehen, was ich mir lange gewünscht hatte und jetzt … war ich alleine. Etwas in mir zerbrach.
Ich spürte, wie eine Träne meine Wange hinunter rann und sogleich ballte ich meine Hände zu Fäusten. Sparrow hatte keine einzige Träne verdient, von niemandem. Ich war keine der Hafenhuren, mit denen er anstellen konnte, was er wollte! Er würde es büßen, was er mir angetan hat. Ich wollte Rache dafür, dass er mein Herz gebrochen hat. Und ich würde sie bekommen! Noch konnte er nicht aus der Stadt sein.

Ich sprang auf, zog mich an so schnell ich konnte. Ich hatte einen Plan gefasst. Ich würde mich rächen. Ja, ich liebte ihn noch, doch er hatte mein Herz gebrochen. Ich hatte ihm vertraut und er hatte das Vertrauen und meine Liebe für körperliche Bedürfnisse missbraucht.
Rasch lief ich nach unten, huschte an der geöffneten Küchentür vorbei und rannte hinaus auf die Straße. Wo war der Hafen gleich?
Kurz orientierte ich mich, bevor ich losrannte.
Nach wenigen Minuten hatte ich den Hafen erreicht. Dreihundert Meter von mir stand Sparrow und unterhielt sich gerade mit jemandem. Ungläubig musterte ich sie. Eine Frau? Es schmerzte in meinem Herzen, doch die Wut verdrängte den Schmerz.
„Sparrow!“, brüllte ich und rannte los. Überrascht schaute Jack sich um. Sein Blick fiel auf mich. Mit Genugtuung registrierte ich den kurzen Augenblick der Erschrockenheit, ehe er die Frau am Arm packte und mit sich auf das Schiff zog. Er hatte vor, abzuhauen. Nein, das würde ich nicht zulassen!
Ich rannte, so schnell ich konnte. Jetzt zahlte es sich aus, dass ich oft im Wirtshaus bedienen musste, was durchaus anstrengend war. Doch ich schaffte es nicht, ich erreichte ihn nicht rechtzeitig. Nur noch knapp hundert Meter vom Schiff entfernt sah ich, wie Jacks Schiff langsam ablegte und aus dem Hafen schipperte, Fahrt aufnahm!
Außer Atem blieb ich stehen.
Wütend schaute ich dem Schiff nach. Nein, Sparrow, so einfach kommst du mir nicht davon. Ich werde meine Rache bekommen, egal, was es koste. Ich werde dich finden und dafür sorgen, dass du echte Gefühle für mich entwickelst. Und dann werde ich dir dein Herz brechen, so wie du meines gebrochen hast.
Vertrau mir, Jack Sparrow, ich werde meine Rache bekommen.


...

So, ich habe mich mal in diesem Fandom versucht^^ Es mag sein, dass das Ende nicht wie ein Ende erscheint, zuerst war es nur eine einzige Idee und es hat sich so entwickelt, dass es doch eine Idee wäre. Es ist allerdings als OneShot entstanden und erstmal werde ich es auch so behandeln, da ich im Moment genug zu tun und genug Projekte habe, doch wenn Interesse bestehen sollte, könnt ihr gerne Bescheid geben :)
(Übrigens, Reviews sind immer gern gesehene Gäste, ihr dürft auch ruhig Kritik geben und wenn ich es dann genauso sehe, werde ich es auch überarbeiten^^)
Schönen Abend noch!
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