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Geisterstunde

Kurzbeschreibung
OneshotMystery, Freundschaft / P6 / Gen
05.12.2020
05.12.2020
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05.12.2020 2.704
 
Vorgabe Kalenderwoche 49
Prompt 1: Jubiläum! Such dir deinen Lieblingsprompt aus der Wochen-Challenge aus und schreibe einen (weiteren) Text dazu.
Prompt 2: Geisterstunde! Ein gruseliges Hochmoor, eine Ruine. Im Dorf erzählt man sich, dass es seit Jahrhunderten dort spukt, aber noch nie hat jemand den Geist gesehen. Für diesen Prompt gibt es zwei Aufgaben:
a) Finde einen Grund, warum ausgerechnet deine Gruppe diesen Geist sieht. (zum Beispiel eine ganz bestimmte Sternenkonstellation oder weil sie über eine Geheimtür stolpern, die in die Kammer des Geists führt oder oder oder)
b) Der Geist muss nicht unbedingt ein Geist sein (vielleicht macht ja nur eine alte Flöte gruselige Geräusche, wenn der Wind in sie fährt), aber falls doch, dann einer der freundlichen Art. Casper, das kleine Schlossgespenst und ähnliche Konsorten.

Wochen-Challenge
___________________________

Wieso nur hatten sie sich beide auf diesen Unsinn eingelassen. Niemand betrat bei Nacht ein verfluchtes oder auch nicht verfluchtes Moor, denn mehr als dabei draufgehen konnte man nicht. Doch die Zwillinge hatten es sich nun mal eingebrockt. Sie hatten lautstark vor ihren Freunden und Mitschülern verkündet, wie mutig sie doch seien und auch, dass sie an so einen Blödsinn wie Geister und Co. nicht glaubten.
Aber warum, oh bitteres Schicksal, wollten ihre Freunde nun, dass sie nachts in das Hochmoor gingen?

Alles Argumentieren, wie gefährlich es schon am Tag war, brachte absolut gar nichts. Die anderen Schulkinder ließen sich nicht beirren und nun standen die Zwillinge hier, mit Taschenlampen und Rucksäcken bewaffnet, am Eingang und der Regelsführer ihrer Klasse stand vor ihnen. Der rundliche Junge, mit den strohblonden Haaren, verschränkte die Arme vor der Brust und meinte: „In diesem Moor gibt es eine Ruine, in welcher es angeblich spuken soll. Wir wollen, dass ihr dort hingeht und mit etwas aus diesem zerfallen Haus wieder herauskommt. Aber erst morgen früh um neun Uhr. Dann holen wir euch von hier ab.“

Entsetzt starrten sich die Brüder an und der erste erhob die Stimme: „Wir sollen die ganze Nacht in einer Ruine bleiben? Warum das denn? Allein der Weg dahin wird schon ein Akt, weil dieser Einfall absolut bescheuert ist und jetzt auch noch so ein Unsinn? Da mach ich nicht mit. Ich geh nach Hause. Ich riskier doch nicht Kopf und Kragen, nur, weil ihr kleine Schisser seid!“
Natürlich war er aufgebracht. Natürlich wollte er sich in der Dunkelheit nicht hier aufhalten. Doch das hatte absolut nichts mit Angst bei Adrian zu tun, sondern mit seiner Begeisterung für Archäologie und vor Kurzem hatte er eine Dokumentation über Moorleichen gesehen.

Sein Bruder Mikel hingegen begeisterte sich für alles, was mit Physik und Astrologie zu tun hatte. Dessen Blick glitt nun zum Himmel und dann zu seinem Ebenbild, bevor er die Stimme erhob: „Wir haben Vollmond und die Taschenlampen dazu. Solange wir nicht auf Schwunggras geraten oder von den Kieswegen abweichen sollte es gehen.“
>Es sollte gehen.<, sagte sich Adrian mit einem sarkastischen Unterton immer wieder im Geiste. Noch einmal seufzte er schwer auf und gab sich schließlich geschlagen, auch wenn er es nach wie vor für zu gefährlich hielt.

Die beiden Jungen irrten nun schon eine kleine Weile über die festen Wege. Damit Mikel das Gejammer seines Bruders nicht länger ertragen musste, hatte sich dieser einen Stock geschnappt und tastete damit den Weg vor sich vorher ab. Sie kamen ziemlich gut voran und auch die Ruine tauchte nach gut einer halben Stunde vorsichtigen Vorantastens vor ihnen auf.
Sie wirkte weder bedrohlich, noch besonders schauerlich. Keiner der Zwillinge konnte den Trubel um dieses Gebäude verstehen. Angeblich lebe hier ein zorniger Geist, weshalb niemand diesen Ort aufsuchte. Andere wiederum behaupteten, dass sich in dieses Moor und dieses alte Haus eine Banshee verirrt hatte und niemand ihr helfen konnte, zurück nach Irland zu finden.

„Warum haben wir uns auf diesen Quatsch eingelassen? Ich könnte jetzt meine Dokumentation über das alte Ägypten gucken.“, regte sich Adrian erneut auf. Mikel seufzte betont genervt. Er würde seinen Bruder nun einfach ignorieren, während sie dem zerfallenen Gebäude immer näherkamen.

Auf den ersten Blick wirkte der alte Stein wirklich unheimlich. Eine dunkle Silhouette vor dem kalten, silbernen Licht des Vollmondes. In diesem Moor war nichts weiter zu hören, als der leichte Wind, welcher sich im Schilf und trockenem Gras verfing und dieses leicht bewegte.
Auch wenn die Brüder keine Angst hatten, so schluckten sie nun doch merklich und ihre Herzen begangen Adrenalin durch ihre Adern zu pumpen. Unheimlich sah die ganze Szenerie nun doch aus, je dichter sie der Ruine kamen. Fehlten eigentlich nur noch die schreienden Raben oder quietschende Fledermäuse, welche über ihre Köpfe hinweg flogen.

Aber je intensiver Adrian und Mikel die Hausruine betrachteten, umso größer wurde ihre Faszination für diesen Ort. Auch wenn es gefährlich war, nachts allein in ein Hochmoor zu gehen, so konnten die beiden Jungen nicht leugnen, dass ihnen diese Ruhe gefiel und der Astronom hatte sich ganz und gar in diesen Platz verliebt. „Weißt du“, begann jener nun auch zu sprechen, „So übel ist es doch gar nicht. Ich wette, auf der anderen Seite der Ruine hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Vollmond und man kann den Himmel super mit dem Fernrohr beobachten.“
Adrian nickte seinem Zwilling nur zu und sagte: „Du hast recht und für diese Ruhe hier draußen lasse ich auch gerne mal eine meiner Dokumentationen sausen.“

Schnell waren sie um die Ruine herum gelaufen und hatten es sich auf der Rückseite bequem gemacht. Adrian hatte in seinem Rucksack ein Miniteleskop dabei und die ein oder andere Sternkarte ebenfalls. Gemeinsam saßen sie einige Stunden einfach nur da, beobachteten die Sterne, tauschten sich über neuste Informationen innerhalb ihrer Lieblingsbeschäftigungen aus und wickelten sich jeweils in eine Decke ein und tranken heißen Tee. Man könnte behaupten, dass sie sich in dieser Zeit wie große und bedeutsame Wissenschaftler und Entdecker fühlten.

Plötzlich hörten sie ein Scheppern in der Ruine. Die Zwillinge zuckten heftig zusammen und sprangen sogar auf. Was war das denn für ein Geräusch gewesen? Lebte in dem verwitterten Haus etwa ein wildes Tier, welches nun aufgewacht war oder hauste hier vielleicht sogar ein Obdachloser? Ein wenig kroch diese miese, eiskalte Angst nun doch ihre Wirbelsäulen hinauf. Doch Mikel fasste am schnellsten wieder Mut, nahm sich seine Taschenlampe und ging in das Innere der Ruine.

Zuerst sah er gar nichts. Doch dann huschte plötzlich etwas kurz außerhalb des Lichtkegels an jenem vorbei. Natürlich zuckte der Junge zurück, fiel dabei sogar über einen alten Holzbalken, welcher von der Decke herabgefallen sein musste. Aber seine Neugierde war geweckt. Auch sein Bruder Adrian trat dicht an den anderen Zwilling heran und starrte angestrengt in die Dunkelheit. „Hast du etwas gesehen?“, fragte der neu Hinzugetretene den am Boden Liegenden. Mikel rappelte sich gerade wieder auf und nickte seinem Ebenbild einfach zu und leuchtete mit der Taschenlampe an die Stelle, wo dieses durchscheinende Etwas gerade noch entlang gehuscht war. Zu sehen war jedoch nichts mehr. Vielleicht hatte der Junge sich das doch nur eingebildet?

Aber da erklang plötzlich wieder ein Scheppern, begleitet von einer Flasche, welche auf die beiden Menschen zurollte. Nun stand für die Brüder fest, dass da definitiv etwas war und sie tippten immer mehr auf ein verschrecktes Tier. Langsam schlichen sie sich an den vermeidlichen Ort heran, von wo der Gegenstand angerollt kam, fanden allerdings nichts. Adrian runzelte die Stirn: „Das kann doch gar nicht sein. Flaschen rollen nicht einfach los und das Scheppern und Knarzen kam auch nicht einfach von morschen Dielen. Zumal der Fußboden aus Stein besteht.“ Mikel stimmte seinem Bruder zu.

Schwungvoll drehten sich beide Jungen wieder um und genauso schnell, wie ihre Drehungen von Statten gingen, erstarrten sie in ihren Bewegungen. Für ein paar Sekunden starrten sie das da vor sich an, ehe sie kreischend hinter das Erstbeste sprangen, was sie finden konnten. In ihrem Fall war es eine alte, moorig riechende Truhe. Doch mit ihrem Schrei ertönte auch noch ein anderer und sie hörten Flaschen klirren und einen ordentlichen Rumps, als sei ein Stuhl mit einer Person umgefallen.
„Was zum…“, setzte Adrian an und schüttelte direkt den Kopf. Warum zum Geier versteckten sie sich denn? Laut den Geräuschen war es ein Mensch und dieser hatte sich gerade genauso erschreckt wie sie selbst.

Direkt ergriff der zukünftige Archäologe seine Taschenlampe am Gürtel und schaltete diese ein. Aufmerksam durchsuchte er den Raum und trat schließlich hinter das einzige Regal, welches hier stand. Was er da sah, brachte ihn nun doch aus der Fassung und er rief seinen Bruder direkt zu sich.
Denn hinter dem Regal saß tatsächlich ein zitterndes Mädchen, etwa im selben Alter wie die Jungen. Aber es war seltsam, denn sie wirkte wirklich sehr durscheinend und war mindestens so weiß wie das Mondlicht.

Kaum stand der zweite Zwilling am selben Platz wie sein Bruder, da konnten sie beide die Unbekannte schon meckern hören: „Was wollt ihr? Ich habe nichts getan! Ich suche nicht einmal die Nähe von Menschen! Was habt ihr jetzt vor? Wollt ihr mir auch Lavendel unter die Nase halten, damit mir die Atmenwege zu schwellen? Oder mich mit Salz bewerfen? Habt ihr eigentlich eine Ahnung wie sehr das in den Augen brennt, wenn man den Mist abbekommt? Das tut weh, verdammt! Wie würde es euch denn gefallen, wenn ich mit Steinen nach euch werfen oder mit einem Knüppel verprügeln würde? Euer Glück ist, dass ich im Moment noch nichts Materielles anfassen kann.“
Beschwichtigend hob Mikel die Hände: „Langsam, langsam, langsam. Warum sollten wir das tun? Wir sind nur wegen einer dummen Mutprobe hier, weil es hier angeblich spuken soll und mein Bruder und ich nicht an Geister und diesen Blödsinn glauben.“

„Ach und was bin ich danm? Ein Gürteltier oder was?“, fragte die am Boden Hockende nun eingeschnappt und verschränkte die Arme vor der Brust. Perplex starrten die Zwillinge sie an, ehe Adrian misstrauisch meinte: „Beweise es. Beweise, dass du ein Geist bist.“ Dieser missbilligende Blick, welcher ihn traf, ließ den Burschen tatsächlich minimal zurückweichen. Doch kurz darauf erhob sich das Mädchen und stemmte die Hände in die Hüften, ehe sie säuerlich meinte: „Dir reicht also das plötzliche Auftauchen, die durchscheinende Gestalt und eine unnatürlich weiße Haut nicht aus, ja?“ Da streckte sie auf einmal den Arm zur Seite und ihre Hand glitt einfach mal so durch das Regal, wo definitiv morsches Holz war. Selbst für einen Zaubertrick war das unmöglich und für einen Streich hatte sie sich zu ehrlich erschreckt, dennoch konnten die Jungen es nicht so wirklich glauben.
Plötzlich hörten sie die Fremde fluchen und sahen, wie die Fremde verzweifelt an ihrem Arm zog. Dieser steckte mitten im Holz und sie meckerte: „Verdammte Manifestation! Kommt zu Beginn der Nacht immer dann vor, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann.“ Nur aus diesem Grund konnte sie vorhin auch kurzzeitig Gegenstände bewegen oder über sie fallen.

Nachdem sie sich aber nun alle nach draußen gesetzt hatten, das Mädchen, welches auf den Namen Linn hörte, ihren Tee einfrieren lies und mit voranschreitender Zeit immer mehr an Struktur gewann, waren selbst Adrian und Mikel von der Existenz von Geistern überzeugt. Dennoch hatten die Brüder viele Fragen und aufgrund ihrer Offenheit hatte das Geistermädchen auch relativ schnell ihre Abwehrhaltung den Zwillingen gegenüber abgelegt.

Mittlerweile hatten sie erfahren, dass es wohl viele Menschen gab, die schon einmal einen Geist gesehen und so viel Angst vor ihm hatten, dass sie diesen loswerden wollten. Natürlich unterhielten sich auch diese untereinander und somit kam es dazu, dass Menschen sich vor Geistern und Geister sich vor Menschen fürchteten und sich gegenseitig, so gut es ihnen möglich war, aus dem Weg gingen.
Auch erfuhren sie, dass Linn nicht nur auf Lavendel allergisch reagierte, sondern so ziemlich auf jeden starken Geruch, da sich ihr Körper dann an etwas erinnern könnte, was im Fluss des Vergessens verbleiben sollte. Aber was Vergangen war, sollte auch vergangen bleiben. Dies war das oberste Gebot bei den Geistern. Bezüglich des Salzes erzählte das Mädchen ihren neuen Bekanntschaften, dass es eigentlich keine Wirkung hatte. Es brannte einfach nur, wenn man es in die Augen bekam, genauso wie bei herkömmlichen Menschen.

„Okay, zwei Fragen habe ich noch an dich.“, Adrians Blick glitt zu seiner Armbanduhr, welche Punkt Mitternacht anzeigte, „Wir haben jetzt genau 24:00 Uhr. Du scheinst jetzt voll materialisiert zu sein. Was passiert, wenn ich dich berühren würde?“
Da erklang das glockenhelle Lachen von Linn und glucksend meinte sie zu dem Jungen: „Ich würde dir niemals raten einen Geist berühren zu wollen. Von Beginn der Dunkelheit an bis genau jetzt, kann ein Mensch eine Lebensform wie mich bedenkenlos berühren. Ihr greift einfach durch uns hindurch. Aber von jetzt an, bis etwa 3:00 Uhr morgens kannst du uns zwar anfassen, aber du holtst dir nichts weiter als schlimmen Gefrierbrand und das innerhalb von Sekunden. Vergiss nicht, dass ich aus einer vollkommen anderen Welt stamme. Wenn ich euch berühren würde, dann würde ich mir heftige Verbrennungen zuziehen. Ihr seid wie eine heiße Herdplatte und ich bin wie flüssiger Stickstoff. Also behalte deine Griffel bei dir.“

Sofort zog Adrian seine Hand zurück. Auf diese Art von Verletzung konnte er gut und gerne verzichten. Diese Reaktion entlockte Mikel und Linn jedoch ein leises Lachen und nach einem kurzen Räuspern sprach der Hobbyarchäologe weiter: „Und Frage zwei lautet wie folgt. Was machst du eigentlich in der Menschenwelt? Ich mein, dich hat hier seit Jahrhunderten niemand mehr gesehen. Was hält dich bei uns? Ein Versprechen, etwas Unerledigtes oder musst du rausfinden, wie du gestorben bist?“
Verwirrt blinzelte der Geist einige Male, ehe sie ihn naiv fragte: „Ist es nicht offensichtlich, was ich hier mache?“ Doch da die beiden Jungen sie nur verständnislos und neugierig betrachteten, seufzte sie und fuhr dann mit einem breiten Grinsen fort: „Ich mache hier Urlaub von der Geisterwelt und diese Ruine habe ich mir als Ferienwohnung gegönnt. Ich mag den Platz hier. Für gewöhnlich kommt hier nämlich kein Mensch vorbei und ich habe meine Ruhe. Wisst ihr, ihr Menschen seid am Tag unterwegs, die Nacht gehört aber uns Geistern. Wenn ihr schlaft, fängt unser Leben erst an. Aus diesem Grund seht ihr uns tagsüber nicht. Da haben wir so wenig Energie, dass wir schlafen. Aber wenn man genau hinsieht, dann kann man uns manchmal auch zu den Tagstunden als Schemen sehen. Wisst ihr eigentlich, was das unschöne an der Geisterwelt ist? Man sieht dort alles als Negativ. Was bei euch schwarz ist, ist bei uns weiß und umgekehrt. Da ist es wirklich schön dem Ganzen zwischendurch mal für ein paar Tage zu entfliehen. Deswegen bin ich auch nicht ständig hier anzutreffen. Ihr zwei seid hier genau in meinem Urlaub aufgetaucht.“

Die Unterhaltung ging noch lange. Es wurde viel gelacht und Linn lauschte nur zu gern, was die Menschen schon alles in Erfahrung gebracht und gebaut hatten. Die Jungen konnten alle Fragen zur Geisterwelt stellen, die sie wollten und als das Mädchen langsam begann sich aufzulösen, fiel Mikel wieder ein, dass sie noch etwas aus der Ruine mitnehmen sollten, als Beweis. Da sie nun wussten, dass dieses zerfallene Gebäude Linn gehörte, fragten sie nach etwas, dass sie mitnehmen durften.

Freundlich lächelte der Geist die Zwillinge an und zog dann eine kleine Flöte aus dem Nichts hervor. Behutsam legte sie diese vor die Brüder und sprach dann wieder: „Wartet mit dem Anfassen, bis sie Sonne abbekommen hat. Dann ist sie für euch nicht mehr gefährlich. Das ist eine Geisterflöte. Wenn ihr quatschen wollt, dann lasst irgendeinen Ton von ihr erklingen. Entweder kann ich euch direkt einen Besuch abstatten oder ich lasse euch wissen, wann ich wieder hier Urlaub mache.“ Während sie sprach, erhob sich Linn wieder, streckte sich einmal und gähnte. Mittlerweile war sie wieder deutlich durchsichtig. Mit einem letzten Wink und einem: „Gute Nacht ihr beiden und behaltet unser Aufeinandertreffen bitte für euch.“, verschwand sie wieder in der Ruine. Adrian und Mikel wünschten ihr ebenfalls eine gute Nacht und sprachen noch etwas länger über dieses Erlebnis.

Kaum eine Stunde später beobachteten die Zwillinge einen herrlichen Sonnenaufgang und als die ersten Strahlen auf die Geisterflöte trafen, schmolz das Eis um sie herum und zum Vorschein kam ein Musikinstrument aus dunklem Holz mit kunstvollen Schnitzereien.

Ein Geist zum Freund, gefunden in einem verfluchten oder auch nicht verfluchten Hochmoor. Das konnte auch nicht jeder von sich behaupten und dieses kleine Geheimnis ließ die Jungen bis heute grinsen, wenn jemand fragte, was sie nachts dort erlebt hatten.
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