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⋙ Long live the Queen⋘

GeschichteDrama, Romance / P18 / Het
OC (Own Character) Puma D. Ace / Gol D. Ace
01.12.2020
02.03.2021
13
71.801
3
Alle Kapitel
3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
23.02.2021 7.839
 
Hi,
Ich wollte euch gerne mal danken für die Favoriten und Aufrufe und Empfehlungen, auch wenn ich gerne mal ein Review mit ehrlicher Meinung begrüßen würde. Vorzugsweise konstruktiv...
Aber ja. Also ich hoffe ihr mögt die Geschichte, weil ja so wirklich sehen kann ich das nicht, Aufrufzahlen können auch von Reinschnuppern kommen...
Aber nun gut, viel Spaß und bis nächste Woche

Eure Angel


⋙Kapitel 12 Der Garten der freien Gedanken⋘



Er war endlich da und sie sah ihn an. Sie war dankbar, dass ihr Vater es ihr ermöglichen konnte. Sie seufzte und wandte sich an ihre Gefährtin. „Amber?“ Die braunen Augen von Amber sahen sie an und Angel schritt auf sie zu. Die Braunhaarige begann zu Lächeln und sah dann auf den Dolch. „Was glaubst du, wird er ihn mögen?“ Sie spürte den Blick ihrer Gefährtin und diese strich dann über den Dolch. Sie schien es genau zu wissen und das hatte Angel auch auf gewisse Weise erwartet. Sie kannte die Schmiedekunst des Nordens, doch es war kein Dolch im Stil des Nordens. Er war eher im Stil des Südens geschmiedet worden.
„Er passt zu ihm. Ich denke schon.“ Die Braunhaarige nahm die Worte in sich auf und seufzte dann. Sie drehte sich um und legte den Dolch auf den Tisch. Dann nahm sie zwei Becher und goss Wein ein. Sie drehte sich wieder um und bot Amber einen Becher an. Diese nahm an. Ihre Gefährtin sah sie an und begann zu Lächeln. „Du bist sehr glücklich, oder?“ Angel hörte die Frage und begann ebenfalls zu Lächeln. Die Braunhaarige wusste, dass es im Grunde immer die Sorge von Amber war, ob Angel glücklich war oder nicht.
„Auch wenn ich nicht an erster Stelle stehe, aber ich vertraue und liebe ihn. Ich weiß, dass er mich und auch Ayron beschützen würde.“ Den Namen ihres Sohnes auszusprechen war für sie der göttliche Segen, denn all ihre Gebete wurden erhört und niemand konnte mehr an ihr zweifeln. Sie hatte nun einen Erben für die Dynastie zur Welt gebracht. Angel war klar, dass sie nun eine gewisse Position und Macht hatte und doch würde sie die Fremde bleiben.
„Ja, davon bin ich auch überzeugt. Dennoch sorgt mich Lord Sabo.“ Erneut riss die Stimme ihrer Gefährtin sie aus ihren Gedanken und sie sah sie an. Sie dachte kurz über den Blonden nach, denn er bildete auch die Grundlage all der Sorgen, die die Braunhaarige plagte. Sie begann sich zu fragen, ob es sich jemals ändern würde.
„Ich stimme dir zu, aber er ist jetzt fort. Er ist als vorerst nicht wirklich eine Bedrohung. Außerdem beschützt er Ace um jeden Preis.“ Die Braunhaarige war nicht naiv und wusste, dass er nur Ace beschützen würde. Nun vielleicht auch Ayron, wenn er ihn als Sohn von Ace akzeptieren konnte. Doch sie wusste, dass sie sich dem nicht sicher sein konnte und im Grunde wollte sie es auch nicht.
„Da gebe ich dir recht. Dennoch, was wenn er dich als Gefahr sieht?“ Amber sprach die größten Ängste der Braunhaarigen aus und machte ihr dadurch klar, wie groß die Gefahr tatsächlich war. Ihr wurde klar, dass sie es niemals soweit kommen lassen durfte und dem Blonden niemals das Gefühl geben durfte. Doch was, wenn das Schicksal sie zu Dingen zwang, bei denen sie es nicht mehr kontrollieren konnte? Welche Prüfungen würden wohl noch warten.
„Dann kann ich nur hoffen, dass Ace es dann auch sieht. Ich kann im Moment nicht mehr tun, als ihm zu vertrauen.“ Sie konnte den Blick ihrer Gefährtin noch immer spüren, doch Angel sah sie nicht länger an. Sie konnte nicht, denn auch wenn sie Ace mehr vertraute als sonst wem aus dem Süden, so waren die Ängste oft reale Monster, die in der Dunkelheit lauerten. Angel wusste, dass sie ihren Weg gehen würde und vor allem würde sie alles für Ayron tun.
„Trotz der Gefahr, die von Sabo ausgeht?“ Die Braunhaarige sah einfach zu Boden und ein Schweigen legte sich über beide. Sie schienen in ihren eigenen Gedanken zu sein und dann erklang nach wenigen Minuten ein Seufzen. Die Braunhaarige spürte eine Hand auf ihrem Arm und sah in die braunen Augen von Amber. „Verstehe. Also. Was machen wir jetzt?“ Auch Angel konnte wieder aus vollem Herzen lächeln und reichte ihrer Gefährtin die Hand.
„Lass uns spazieren gehen.“ So gingen beide in den Garten und spazierten etwas durch den Garten. Angel atmete die Luft ein und schloss eine Sekunde die Augen. „Weißt du noch, wie du Tante Rayla das Leben schwer gemacht hast?“ Die Braunhaarige begann zu grinsen und wusste, dass sie so ihre Gefährtin etwas aufziehen konnte. Sie mochte diese lockeren Gespräche, sie gaben ihr in gewisser Form das Gefühl, dass ihre Vergangenheit noch immer am Leben war. Sie wusste, dass ihre Erinnerungen das Tor in die Vergangenheit war, doch liebte sie ebenso die Gespräche mit ihrer Gefährtin darüber.
„Das war doch deinetwegen. Ich habe dich nur immer in Schutz genommen.“ Amber sprach die Wahrheit und obwohl auch die Braunhaarige das sehr wohl wusste, so konnte sie nicht anders. In der Hinsicht würde sie immer das kleine Mädchen bleiben. Doch es störte sie nicht im Geringsten, eher im Gegenteil, sie war unfassbar froh, dass es so war.
„Ich weiß, aber dennoch hat sie es dir übel genommen.“ Angel sah zu ihrer Gefährtin, die sich das Grinsen nur schwer verkneifen konnte und doch auf beleidigt tat. Sie verschränkte die Arme und tat so, als würde sie sich abwenden.
„Das ist nicht gerecht.“ Die Stimme von Amber ertönte und Angel kniff ihr in die Seite und sie quiekte kurz auf, bevor sie wieder zu Angel sah. Diese lachte kurz und hakte sich dann noch immer lachend bei ihrer Gefährtin ein. Die Braunhaarige zog sie dann weiter durch den Garten und hörte auch sie leise lachen. Sie verlor sich in dem Gedanken, dass sie es liebte, diese kleinen Momente machte für sie die Welt, in der sie lebte.
„Danke, für alles.“ Angel spürte, wie Amber stoppte und sie wandte sich zu ihrer Gefährtin. Sie sah sie an und nahm sie in dem Arm. Die Braunhaarige schloss die Augen und dachte an die perfekten Worte für Amber. „Du bist, wie eine Schwester für mich. Ich werde es niemals vergessen. Ich werde bei dir sein, jeden Tag und zu jeder Zeit. Wenn du mich brauchst, ob zum Lachen oder Weinen, es ist nicht wichtig. Ich werde da sein. Nicht als deine Königin, sondern als deine Freundin.“ Die Braunhaarige spürte, wie ihre Gefährtin die Umarmung erwiderte und dann lösten sie sich wieder. Sie musste diese Worte ihr immer wieder sagen, denn Angel wusste, dass sie sonst sich nur als Dienerin sehen würde, dass würde sie niemals zulassen. Niemals würde sie Amber unter sich stellen. Angel neigte den Kopf und zollte so ihrer Gefährtin einen Respekt, den normalerweise nur andere Könige bekommen würden.
„Du bist auch meine Königin, sag mir ehrlich wofür entscheidest du dich?“ Angel sah sie an und dachte nach, wie sie die Frage meinen könnte, doch sie begriff es schnell. Sie wusste, dass sie Ehrlichkeit verlangte und darüber konnte Angel nur voller Glück lächeln, denn diese würde sie ihr immer schenken. Ganz gleich was auch geschehen würde.
„Dafür ihn zu lieben und seine stolze Königin zu sein. Ein Stützpfeiler für dieses Königreich und eine Kämpferin für meine Kinder, denn Ayron wird nicht der Einzige bleiben.“ Die Braunhaarige streckte den Rücken durch und sah das Lächeln ihrer Gefährtin. Sie kannte sie so lange und wusste, was dieses Lächeln hieß. Sie wusste in diesem Punkt, dass sie alles tun würde, um ihre Gefährtin zu beschützen. Ihr würde niemand jemals Schaden zufügen.
„Dann werde ich an deiner Seite bleiben und dich in diesem Punkt unterstützen.“ Die Worte erklangen und störten so den Gedankenfluss der Braunhaarigen. Die seufzte und hakte sich wieder bei ihrer Gefährtin ein. Sie gingen weiter durch den Garten und redeten und lachten. Die Braunhaarige konnte ihre Sorgen ein wenig vergessen. Sie fühlte sich auf einer Ebene frei.



†—†꧁꧂†—†




Der Sommersprossige verlor sich in seinen Gedanken, vor allem an jenen, die ihn noch immer nicht als König akzeptieren konnten. Seine Gedanken gingen zu Braunhaarigen und er wusste, dass sie alles für den Frieden tat. Sie gab selten auf und auch sonst war sie nahezu unbesiegbar. Doch das war auch genau ihr Ruf, sie war die Wölfin aus dem Norden und viele aus dem Volk liebten ihre Königin bereits. Sie bewies es eben vielen, dass sie zu ihm stand. Dennoch waren die Probleme für den Sommersprossigen viel zu real und groß. Wie sollte er die nur jemals besiegen? Er war stur und gab nie auf, aber wie sollte ihm das helfen? Er hörte ein Klopfen und bat herein. „Angel?“ Er sah in seine geliebten blauen Augen und begann zu grinsen. Er streckte die Hand nach ihr aus und sie kam auf ihn zu. Sie stellte ein Kästchen auf dem Tisch ab, doch das würde sie schon noch erklären, da war er sich sehr sicher.
„Was sorgt dich?“ Ihre Stimme zerriss die kurze Stille und er lachte auf. Er fragte sich, wann er ein offenes Buch für die Braunhaarige geworden war. Doch war er auf gewisse Weise sehr froh darüber. Er brauchte bei ihr selten viele Worte und doch wollte er sie nicht ständig belästigen. Er musste es im Grunde auch als König drauf haben, doch er hatte sich dafür schon viel zu lange geschworen, mit ihr gemeinsam zu regieren. Doch so recht wollte er keinen Anfang finden.
„Du siehst mir auch alles an, oder?“ Er versuchte abzulenken, doch sah er, wie sie den Kopf schief legte. Sie schien genau zu wissen, was er versuchte und doch lachte er kurz auf. Es war das, was er auch so an ihr liebte, dass sie ihm gegenüber deutlich zeigte, wer sie war und sie schritt auf ihn zu. Sie ging hinter ihn und legte die Arm um seine Schulter und lehnte ihren Kopf an seinen. Er schloss die Augen und genoss einfach ihre Nähe.
„Ja, das tue ich. Also, was ist es?“ Erneut erklang ihre Stimme und der Sommersprossige seufzte. Sie musste es wissen, denn nicht nur, dass er ihren Rat brauchte, Ace wollte ihr die versprochene Ehrlichkeit entgegenbringen. Er griff nach ihrer Hand und strich darüber. Er hörte sie leise aufstöhnen und wusste, dass sie die Berührung genoss.
„Die Grenzgebiete machen mir Sorgen, sie wollen sich einfach nicht beruhigen.“ Die Braunhaarige hörte seine Worte und begann nachzudenken. Die Grenzgebiete. Sie wusste, dass auch Sam ihre Familie an der Grenze wohnte. Sie begann sich zu fragen, ob sie etwas tun könnte. Doch sie wollte es versuchen und so dem Sommersprossigen vielleicht eine Last abnehmen.
„Lass mich meinem Bruder schreiben, ich denke Sam kann dort ihren Einfluss wirken lassen.“ Ace seufzte und schloss kurz die Augen. Er dachte nach und dann fiel sein Blick wieder auf das Kästchen. Er dachte nach und es war deutlich zu groß für ein Schmuckstück. Er fragte sich, was darin war. Doch würde er es wohl noch erfahren, da es scheinbar der Grund war, warum sie hergekommen war.
„Du hast recht. Tu das. Es würde mir sehr helfen.“ Er flüsterte es nur und spürte ihre Lippen auf seiner Wange. Er wandte den Kopf in ihre Richtung und küsste sie richtig. Dann lächelte sie ihn an und er strich über ihre Wange.
„Gerne doch. Ich habe da was für dich.“ Der Sommersprossige spürte, wie sie sich von ihm löste und auf das Kästchen zuging. Sie öffnete es und holte einen Dolch hervor. Er sah aus, wie ein Dolch aus dem Süden, doch etwas war anders an ihm. Er hatte die Form und auch die Verzierungen, doch das Material war anders. „Ich habe ihn extra in der Schmiede meines Vaters anfertigen lassen, nach der Kunst des Nordens im Stile des Südens.“ Er hörte ihre Worte und erhob sich, während sie auf ihn zuging. Sie gab ihn Ace, welcher ihn ansah und ihre Worte ergaben Sinn. Er war viel leichter als die Dolche aus dem Süden. Eine Kunst, die nur der Norden beherrschte. Sie machten deutlich leichtere und schärfere Waffen. Es war ihre Art von Kunst.
„Die perfekte Vereinigung.“ Er flüsterte es nur und doch merkte es wieder. Es war in letzter Zeit oft so, dass er etwas spürte, wenn sie da war. So als wäre sie in ihren Gedanken nicht ganz da. Er wusste nie, woran es lag, doch eines stand fest, es war kaum gesund, für beide nicht. Er wusste, dass er es ansprechen musste. Er würde auf die perfekte Gelegenheit warten. Doch vorerst wollte er ihr Geschenk würdigen.
„Ganz genau.“ Der Sommersprossige legte die Hand auf den Dolch und ergriff ihn schließlich. Er steckte ihn an seinen Gürtel und sah schließlich wieder zu Angel. Er zog sie zu sich. „Er soll dir gehören und bis in alle Zeit daran erinnern, dass es jemanden gibt, der immer auf dich warten wird.“ Er küsste sie und strich über ihren Rücken. Er wusste, dass es sie gewissermaßen verrückt machte. Doch heute würde sie ihm bestimmt nicht entkommen. Er wurde leidenschaftlicher und Ace konnte spüren, wie sie sich in seinem Haar festkrallte. Dann löste er sich von ihr und strich noch immer über ihren Rücken. Sie schloss die Augen und seufzte kurz.
„Ich werde immer zu dir zurückkehren.“ Sie öffnete wieder die Augen und strich über seine Wange. Sie zog ihn wieder zu sich und eröffnete erneut einen feurigen Kuss. In dieser Sache wusste die Braunhaarige zu tausend Prozent was sie wollte. Doch der Sommersprossige konnte kaum behaupten, dass er nicht ebenso süchtig nach ihr war. Er war eben außer Stande die Finger von seiner Frau und Königin zu lassen.
„Geht es wieder?“ Ihre Stimme drang zu ihm durch und es war die Gelegenheit. Er hörte auf über ihren Rücken zu streichen und sie legte den Kopf schief, sie schien es zu ahnen. In dieser Sache hatte sie ihre Instinkte, die sie perfekt zu leiten schienen. Sie schien zu warten und der Sommersprossige wusste bestens auf was er wartete. Sie schien zu versuchen etwas in seinem Blick zu lesen.
„Sag du es mir.“ Die Braunhaarige hatte ein gutes Gespür, doch worauf Ace in dem Moment hinaus wollte, das schien sogar ihr verborgen zu bleiben. Ihre Beziehung war gewiss nicht perfekt, in vielerlei Hinsicht. Doch sie fand sich damit ab, mit seinen Geheimnissen. „Worüber denkst du nach?“ Seine Frage riss sie aus ihren Gedanken und sie schloss die Augen, es war, als hätte sie geahnt, dass er genau spürte, dass sie stetig in Gedanken versank. Doch noch mehr wusste sie, dass nun Ehrlichkeit erforderlich war. Angel begann zu lächeln und strich wieder über seine Wange.
„Über unsere Zukunft.“ Der Sommersprossige hörte ihre Worte und wusste nicht, wie er es richtig deuten sollte, doch sie schien genau zu wissen, dass er so dachte und küsste ihn kurz. Dann lächelte sie ihn verträumt an und Ace verlor sich, wie so oft, in ihren blauen Seelen. Sie waren seine Ozeane, in denen er gerne ertrank, wenn er sich einfach fallen lassen wollte. „Ich habe mich entschieden dich zu lieben.“ Die Braunhaarige seufzte und sah zu Boden. Bevor ihr Blick zu den Dolchen ging und sie darüber strich. Sie schien nach Worten zu suchen, nach den perfekten, in dieser Hinsicht war sie ein Poet, denn sie formte ihre Worte immer zu einer Symbolik ihres Herzens. So als würde sie in vertrauten Momenten mit dem Sommersprossigen ihre Seele sprechen lassen. „Was auch die Zukunft bringen mag, ich habe dich an meiner Seite. Wir mögen für den Rest unseres Lebens aneinander gekettet sein, aber wir haben darin unseren Frieden gefunden. Du bist mein Stern und der ewige Wegweiser nach Hause.“ Ace begann zu grinsen und lehnte seine Stirn an ihre. Angel schloss die Augen und wieder waren sie auf ihre Weise zu einem geworden. Er dachte über ihre Worte nach und es stimmte. Sie wurden aneinander gekettet, doch darin lag auch ihr Friede. Nach all den Monaten verstand er durch sie so vieles um so vieles besser. Dennoch waren sie mehr geworden und er hoffte, dass es in vielen Jahren noch weiter anwachsen würde.
„Niemals vergessen wer wir sind. Das sagte mein Vater immer. Doch ich bin froh, dass wir mehr als nur König und Königin sind.“ Er küsste sie wieder und dann löste er sich von ihr. Er strich ihren Rücken hinab, zu ihrer Hand und dann führte er sie in ihr gemeinsames Schlafgemach. Sie gaben sich unter Lauten der Lust ihrer Leidenschaft füreinander hin.



†—†꧁꧂†—†




„Ace, du wünschtest mich zu sprechen?“ Er wandte sich der Gefährtin zu und begann zu grinsen. Er wusste, dass er nicht mit gerechten Mitteln kämpfte, aber für eine Überraschung musste er nun mal über Amber gehen. Nur sie konnte ihm etwas entscheidendes verraten. Er wusste, dass Lilien die Lieblingsblumen seiner Frau waren, aber er wollte ihr nicht einfach nur Blumen schenken, er wollte ihr eine kleine Welt schenken. Doch dazu brauchte er Rat und den konnte er nur von der Gefährtin bekommen.
„Amber, ja.“ Er deutete ihr durch den Garten zu folgen und sie nickte dann. So liefen sie nebeneinander her. „Ich denke im Moment viel nach. Angel ist alles für mich und ich will sie um jeden Preis beschützen, was glaubst du würde ihr eine Freude machen?“ Er versuchte nicht zu direkt zu sein, denn sonst würde er sich gewissermaßen verraten. Doch war dem Sommersprossigen sehr wohl bewusst, dass Amber ahnte, worum es ihm wirklich ging. Dafür kannte er sie schon gut genug und sie ihn.
„Etwas das von Herzen kommt.“ Die Worte waren nahezu typisch für die Gefährtin, sie war Dienerin aus vollem Herzen, obwohl die Braunhaarige sie nie Dienerin nannte, für sie war Amber mehr eine Freundin. Doch eben dieser Umstand machte den Sommersprossigen sehr glücklich, denn wenn es eines Tages wieder zum Krieg kommen würde oder zu Verhandlungen außerhalb der Stadt, Angel wäre niemals allein. Er wusste sie immer in guter Gesellschaft. „Sie liebt dich und dass ist ihr Anker in dieser Welt. So grausam und kalt die Welt auch sein kann und insbesondere das Leben am Hofe, so sehr findet sie genau bei dir die Wärme, die ihre Welt strahlender macht.“ Erneut durchbrach ihre Stimme seine Gedanken und die Worte berührten ihn. Dass auch die Gefährtin es so sah, das machte ihn froh. Er wusste, dass er Amber vertrauen konnte, ebenso wie ihrem Verlobten Shachi. Er erinnerte sich, wie glücklich Angel war, als sie von der Verlobung der beiden erfuhr. Er würde diesen Anblick wohl nie vergessen, denn ihre glücklichsten Momente waren seine Säulen.
„Schön gesagt. Ich bin froh, dass sie jemanden so loyales an ihrer Seite hat.“ Er wollte ihr Ehrlichkeit entgegenbringen und vielleicht würde die Gefährtin auch spüren, dass sie für ihn ebenso wichtig geworden war. Er sah in ihr die kleine Schwester, die er nie hatte. Er sah kurz zum Himmel auf und sah die Vögel am Himmel kreisen. Er dachte wieder an seine Freiheit und wie sich die Definition dessen in den letzten Monaten verändert hatte. Er hatte gelernt, sie für sich neu zu definieren.
„Sie ist nicht nur meine Königin, sie ist für mich auch eine Schwester und Ratgeberin. Sie ist für mich da und ganz gleich wie traurig ich auch sein sollte, sie ist da. Sie gibt viel und verlangt nur Ehrlichkeit in jeder Form.“ Er hörte die Stimme von Amber und musste kurz auflachen, da es tatsächlich stimmte. Doch kamen seine Gedanken bei dem Blonden an und er wusste, dass er sie in diesem Punkt belog. Doch er musste es für sich alleine klären. Das verlangte seine Ehre zum Teil, es lag in seiner Verantwortung.
„Ich stimme dir zu. Also, hast du eine Idee, was ich für sie machen könnte?“ Er konkretisierte seine Frage und merkte, wie sie stoppte. Er blieb ebenfalls stehen und drehte sich zu der Gefährtin. Er sah ihr Grinsen und ahnte es schon fast. Sie heckte etwas aus und der Sommersprossige musste wohl auf ihre Worte warten.
„Bereit dir, die Hände schmutzig zu machen?“ Er hob die Augenbraue und dachte kurz nach. Ace begann zu lächeln und nickte schließlich. Es schien ihr Kommando gewesen zu sein und sie schritt auf ihn zu. Er kannte sie und wusste, was auch kommen würde, es würde seine Prüfung werden. „Ein Wiese aus Hortesien, Lilien und Iris. Das ist perfekt. Und vielleicht kannst du das ganze abrunden mit einer Statue. Einer, die eure Liebe zeigt.“ Ihre Worte brachten den Sommersprossigen auf einen Gedanken. Er dachte an den vergessenen Garten seiner Mutter. Sein Vater hatte verboten, dass jemand ihn je wieder betrat, doch was wenn er ihn nun zu einem Garten der Liebe machen würde? Was würde sein Vater davon halten? Er wusste es nicht, aber wenn es ein Ort der Liebe und Freiheit werden würde, dann hätte er wohl nichts dagegen, davon war Ace überzeugt.
„Ich denke, dafür habe ich auch den perfekten Ort.“ Der Sommersprossige sah, wie die Gefährtin den Kopf schief legte und dann grinste er wieder. „Entschuldige mich.“ Amber verneigte sich leicht und Ace ging davon. Er ging direkt zu dem Garten und starrte ihn an. Die uralte Eiche wuchs mit den Gezeiten und doch war der Garten vollkommen verwildert. Doch Ace würde es tun, er würde ihm neues Leben schenken und ihn zu einem besonderen Ort machen. „Ja, das sieht nach dem perfekten Ort aus.“ Er begann mit einem Bildhauer und Gärtner alles zu planen. Er bestand drauf auch Hand an zu legen, auch wenn sie fragten, ob er sich sicher war, doch das war er. Er wollte es so und würde davor auch nicht zurückweichen. Er würde ihr diesen Ort erschaffen.



†—†꧁꧂†—†




Es war wieder ein Ball, doch dieses Mal zu Ehren des kleinen Prinzen und alle Lords mussten sich vor ihm verneigen und ihn als Thronfolger anerkennen. Sie war kein böser Mensch, aber zu sehen, wie der Blonde vor Ayron kniete gab der Braunhaarige ein gewissen Frieden. „Das königliche Paar wurde feierlich mit einem Erben gekrönt.“ Sie hörte den Beginn von Ruffy´s Ansprache, die voller Liebe zu dem kleinen Prinzen war. Seine Worten lauschte sie gerne und mit jedem Wort, das er sagte, wurde Angel klar, dass der Schwarzhaarige Ayron immer beschützen würde. Das offizielle ging recht schnell von statten und dann reichte der Sommersprossige der Braunhaarigen die Hand.
„Darf ich bitten?“ Ace sah sie kurz lachen und wusste auch genau warum. Sie hatten einen kleinen Sieg davon getragen, denn in einer Sache waren sie vorläufig sicher, doch war dem Sommersprossigen klar, dass er erst im fünften Jahr wirklich sicher war, wenn er gesund und kräftig war. Dennoch war es im Moment eher weniger wichtig, es zählte der Moment und in diesem Moment konnte niemand mehr Zweifel an ihnen haben.
„Mit Vergnügen.“ Ace konnte die Wärme ihrer Hand spüren und führte sie zur Tanzfläche. Sie verneigten sich kurz und begannen dann zu tanzen. Der Sommersprossige sah es ihr wieder an und war selbst ebenso glücklich. „Es wirkt alles so perfekt.“ Er konnte ihre Stimme hören und drehte sie im Kreis. Sie beherrschten die Tanzfläche und er hörte sie immer wieder leise lachen. Auch er grinste glücklich vor sich hin.
„Du bist perfekt für mich. Intelligent, charismatisch, gütig und wunderschön. Welche Frau könnte da jemals heranreichen?“ Die Braunhaarige hörte seine Worte und konnte nur glücklich lächeln. Sie wusste, was sie mittlerweile für ihn war und doch fürchtete sie den Tag, wo sie diesen Glauben verlieren könnte. Sie wusste, dass sie ebenso schnell fallen konnte, wie sie aufstieg. Doch war Angel bewusst, dass Ace kein grausamer Mensch war. Im Gegenteil. Er war einer der gütigsten Menschen auf dieser Erde, wenn er auch einen ungesunden Starrsinn besaß, doch das machte ihn aus ihrer Sicht nur noch menschlicher. Er hatte seine Fehler, so wie sie ihre hatte.
„Ich muss also keine Mätresse fürchten?“ Die Braunhaarige wollte ihn etwas ärgern und sie hörte sein leises Lachen. Er drehte sie wieder und Angel sah sich kurz im Saal um. Beinahe jeder sah ihnen zu und nur wenige sprachen untereinander. Doch konnte die Braunhaarige längst unter die perfekten Masken sehen. Doch heute würde sie das nicht interessieren.
„So lange ich lebe, werde ich nur dein Mann sein.“ Der Sommersprossige beobachtete sie genau und sie lächelte noch immer. Es schien ihm fast so, als könne sie es heute nicht aus dem Gesicht bekommen. Doch es störte ihn nicht im geringsten. Er hörte, wie das Lied sich dem Ende widmete und er drehte sich noch einmal mit ihr.
„Und ich nur deine Frau. Denn auch du bist perfekt für mich.“ Er nahm ihre Worte wahr und der Tanz endete. Sie verneigten sich wieder voreinander und er küsste sie vor allen. Er verlor sich in ihren blauen Augen und dann nahm er ihre Hand. Er führte sie nach oben auf eine der Balkone. Er umarmte sie von hinten und spürte ihr Gewicht auf seiner Brust, als sie sich an ihn lehnte. Er begann ihr liebevolle Worte ins Ohr zu flüstern und dann folgte ein Knall. Sie sah zum Himmel und das bunte Farbenspiel tanzte am Himmel. Er sah sie seitlich an und sah, wie sie glücklich lächelte. „Es ist für unseren Sohn?“ Ace küsste Angel auf die Wange und lehnte dann seinen Kopf an ihren. Sie legte die Hand auf seine Hand.
„Ja und er wird ein viel besserer König sein, als ich.“ Seine Worte lösten vieles in der Braunhaarigen aus, aber besonders Sorge. Sie wollte nicht, dass er dachte, er sei nach all den Monaten noch immer ein schlechter König, denn dass war er nicht. Er war ein guter König und was andere auch sagten, sie kannten ihn nicht. Er kämpfte für sein Reich und seine Familie. Er hatte es verstanden, wenn auch spät, aber sollte das wirklich eine so große Rolle spielen? Es war nie zu spät sich zu ändern, wenn man es wollte und Ace wollte es.
„Ace, du wächst mit deinen Aufgaben. Du wirst zu einem großen König.“ Der Sommersprossige hörte ihre Worte und wusste, dass sie immer an ihn glauben würde, vor allem in dunklen Zeiten, wenn niemand es mehr tun sollte, wenn er keine Fehler machte, dann würde sie bleiben. Doch wie groß mussten die Fehler sein, um das Vertrauen der Braunhaarigen zu verlieren? Im Grunde wollte er es niemals herausfinden und stattdessen alles tun, dass sie für immer blieb. Er dachte an den Garten, er machte Fortschritte und bald könnte er ihr ihn zeigen.
„Du gibst mir soviel Kraft und doch spüre ich es genau.“ Die Braunhaarige war diese Thema allmählich wirklich leid, er sprach es immer wieder an und dass obwohl er es doch war, der daraus ein Geheimnis machte. Wozu brachte er es dann immer wieder auf?
„Nicht jetzt. Ich will den Moment genießen. Ich habe auf einer Ebene damit abgeschlossen, dass du mir nicht zu tausend Prozent vertraust. Ich verstehe das. Lassen wir es gut sein.“ Der Sommersprossige konnte es hören, dass sie es nervte und doch würde er in dieser Sache immer an seinem Standpunkt festhalten. Er würde dem nicht nachgeben. Dennoch war ihm bewusst, dass es nicht gerecht war. Er begann sich zu fragen, ob er hier für eine Seite der Gerechtigkeit entschied? Er dachte unweigerlich an die Lehren seines Vaters, die ihm immer wieder aufzeigten, wie schnell das Blatt sich auch zum Schlechten wenden konnte. Er wollte das jedoch niemals zulassen, er würde das Blatt immer auf der guten Seite halten. Er wusste, was er beschützen wollte.
„Ich vertraue dir, auch wenn du mir das nicht glaubst.“ Ein Seufzen erklang und er konnte spüren, dass die Braunhaarige nicht sonderlich über das Thema erfreut war und doch wollte er einfach, dass sie Frieden mit Sabo schloss, doch war dem Sommersprossigen sehr wohl bewusst, dass es mehr am Blonden lag, als an Angel. Dennoch wollte er einfach Frieden zwischen ihnen und die Sorge, dass es niemals dazu kommen würde, machte ihm auf einer gewissen Ebene Angst.
„Hör auf dich zu belügen. Alles was ich wissen will, ist ob meine Liebe dir ausreicht. Ich will als Königin wie eine Kriegerin an deiner Seite sein. Wir kämpfen immer für das Reich. Vergiss das nicht. Wir sind keine Bauern die König und Königin spielen.“ Der Sommersprossige wunderte sich allmählich, wie er es immer wieder schaffte, ihr Lächeln verschwinden zu lassen. Er hatte in der Hinsicht offenkundig eine Kunst für sich entdeckt. Sie war in einem Moment unsagbar glücklich und im nächsten Schnitt Ace das eine Thema an und Angel verlor ihr Lachen. Für solche Moment konnte er sich manchmal wirklich nur ohrfeigen. Er sollte es definitiv lassen. Doch schien er oft außer Stande dazu zu sein.
„Du hast recht.“ Die Braunhaarige spürte wieder seine Lippen auf ihrer Wange und sie drehte den Kopf zu ihm. Sie gab ihm einen Kuss und er erwiderte es. Denn im Grunde war es nur ein kleiner Punkt unter vielen. Doch Angel spürte, dass die Jahre sie weiter auseinander treiben könnten und wenn das Band nicht stark genug sein sollte, dann würde es reißen, sie wollte es niemals reißen lassen. Sie sah wieder zum Feuerwerk und verlor sich in der Schönheit des Anblicks. Sie dachte an ihren Sohn und wusste, dass er die Quelle ihrer Kraft werden konnte.



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Wenige Wochen vergingen und Amber war fort, um Shachi zu heiraten, sie hatten sich auf sein Anwesen, was Ace ihm gab, zurückgezogen. Nun stand die Braunhaarige inmitten des Hühnerstalls und hoffte auf eine Erlösung. Sie konnte den Tratsch kaum mehr ertragen und fragte sich, was die Herzöge nur teilweise an ihren Frauen fanden. Für Angel waren sie kaum mehr, als ein Haus gackernder Hennen und diese Ansicht würde sie wohl auch kaum verlieren, doch sie war Königin und machte so gute Miene zum bösen Spiel. Plötzlich spürte sie eine Hand an ihrer Hüfte und sah zur Seite in ihre geliebten schwarzen Augen. „Die Damen, ihr müsst die Königin entschuldigen.“ Sie stolperte kurz, als er sie mit sich zog. Doch sie folgte ihm und verstand es im Moment einfach nicht.
„Was denn los?“ Sie flüsterte es nur und doch hörte der Sommersprossige. Er dachte daran, wie perfekt es geworden war. Der Garten der Liebe und Freiheit, sein wer man sein wollte, für einen Augenblick im Universum. Doch wurde er in erster Linie für seine Königin geschaffen. Ace dachte daran, dass er alles getan hatte, damit er am Ende die für ihn erwünschte Perfektion hatte und in seinen Augen war er auch perfekt. Es war seine Art der Perfektion.
„Komm mit.“ Sie folgte ihm einfach und dann kamen sie am Eingang des Gartens an. Er stoppte und wandte sich grinsend an sie. Sie hob die Augenbraue und schien sich noch immer zu fragen, was er vorhatte. „Augen zu.“ Die Braunhaarige sah ihn an und dann stellte sie sich gerade hin. Sie reichte ihm die Hand, die er annahm. Anschießend schloss sie die Augen. Er führte sie in den Garten und stellte sie in die richtige Position. Die Braunhaarige vertraute ihm einfach und seufzte kurz. Er stellte sich hinter sie und legte die Hände an ihre Oberarme. „Du darfst sie öffnen.“ Er flüsterte es nur in ihr Ohr und sie konnte seinen Atem an ihrem Ohr spüren. Sie öffnete die Augen und konnte den Anblick kaum fassen. Es war wie der beschriebene Himmel der Götter und sie begann zu glauben, dass sie im Paradies angekommen war. Sie roch die Blumen.
„Oh mein Gott. Wie schön.“ Angel konnte nur lachen vor Glück und schlug die Hand vor den Mund. Das Glück übernahm ihr denken und sie konnte es einfach nicht glauben. Sie wandte sich an Ace und küsste ihn. Sie küsste ihn mit all ihrer Leidenschaft. Dann sah sie sich weiter um. Sie sah die Statue und schritt darauf zu. Sie berührte sie und sie sahen wirklich aus, wie sie und der Sommersprossige. Sie konnte die Schönheit kaum in Worte fassen und sah sogar Schmetterlinge, die sich dort wohlfühlten. „Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Es ist so perfekt.“ Sie flüsterte es nur und spürte die Hand an ihrer Wange und seine Lippen auf der anderen. Sie umarmte ihn und schloss die Augen, als sich zu dem Duft der Blumen auch sein Duft mischte.
„Es ist mein Geschenk an dich.“ Der Sommersprossige flüsterte es nur und sie löste sich wieder von ihm. Sie sah unfassbar glücklich aus und er war froh, dass ihr das Geschenk so gefiel. Er wollte ihr damit einen Ort geben, wo sie nicht Königin sein musste. Denn er wusste es von sich selbst, dass auch er gerne mal kein König war und seine Gedanken einen Augenblick frei ließ.
„Du bist das größte aller Geschenke für mich. Du bist mein perfektes Gegenstück. Ich liebe dich.“ Ihre Worte lösten vieles in ihm aus und Ace nahm sie wieder in den Arm. Er dachte an das Glück, dass sie ihm jeden Tag und jede Nacht schenkte. Er dachte an Ayron. Und dann gingen seine Gedanken zum Blonden, der noch immer dieses Glück gefährdete, doch der Kampf hatte erst begonnen und wie er enden würde, das lag an ihm. Doch der Sommersprossige würde immer für den Frieden für alle kämpfen, er gab niemals auf, das hatte er sich geschworen.
„Du bist mein Glück und es freut mich, dass es dir gefällt.“ Die Braunhaarige löste sich von ihm und nahm seine Hand. Sie stellte sich leicht neben ihn und ging in die Hocke, er verstand und folgte ihr. Schließlich legte sie sich ins Gras. Er sah sie an und sie ihn. Für ihn hatte der Moment eine Magie für sich und diese wollte er niemals mehr gehen lassen. Seine Hand hielt noch immer ihre Hand und die Braunhaarige sah zum Himmel auf.
„Ich habe das Gefühl, dass ich im Moment keine Königin sein muss.“ Der Sommersprossige hörte ihre Worte fast nur noch in einem Flüstern, das dem Wind gleich kam und doch konnte er sie verstehen. Es war das Gefühl, das er bei ihr erreichen wollte und Ace begann zu grinsen. Auch er war frei. Sie war da und seine Welt, so klein sie in diesem Garten auch war, war komplett. Sie war in allen Teilen vollständig. Seine Gedanken kamen frei von seinen Sorgen und seinen Ängsten. Er wollte in diesem Moment einfach die Ehrlichkeit, die er selten bekam, aber nicht, weil sie es nicht wollte, sondern, weil er es nicht zulassen durfte. Er durfte nur in diesen kleinen Momenten, allein mit ihr und seinen Gedanken, der sein, der er wirklich war. Er erinnerte sich, das die Braunhaarige zu ihm sagte, dass in jedem ein Kind war, das die Angst und Sorge war.
„Dann sei es auch nicht. Lass dich hier, an diesem kleinen Ort einfach fallen.“ Die Braunhaarige sah ihn wieder an und begann zu lächeln. Sie hatte es erkannt, dafür hatte er diesen Ort erschaffen, für die Freiheit in Gedanken und es war für sie auf jeder Ebene perfekt. Sie sah sein Grinsen und löste ihre Hand aus seiner. Sie strich über seine Wange. Für sie war der Moment absolut magisch und unvergessen aus ihrer Sicht. Sie schloss wieder die Augen und genoss das Gefühl in vollem Maße.
„Ja, das ist ein schöner Gedanke. Es ist so schwer, eine gute Königin zu sein. Ich habe das Gefühl, dass es mich immer mehr erdrückt.“ Der Sommersprossige stöhnte kurz auf und schloss die Augen, denn dieser Moment war voller Ehrlichkeit. Er wusste, dass sie unter der Last litt. Und in diesem Moment konnte sie schwach sein und er wollte einfach da sein. Diesen Moment mit ihr teilen und ebenso schwach sein, wie sie.
„Gib nicht auf und lauf nicht davon. Beschütze weiterhin die, die du liebst und du wirst die größte Königin der Welt. Eine Königin des Mutes und der Kraft.“ Die Braunhaarige sah ihn wieder direkt in die Augen und dachte über seine Worte nach. Sie dachte über ihre ehemaligen Vorhaben nach, sich niemals ganz von ihm abhängig zu machen. Doch nun war sie es. Es gab Dinge auf der Erde, die niemand kontrollieren konnte und am allerwenigsten menschliche Herzen. Sie liebten, sie verzweifelten und sie machten stark, wie auch schwach. Sie lagen außer Kontrolle und doch waren sie das wertvollste Gut. Wer das Herz eines Menschen gewinnen konnte, der musste es sich gut bewahren, sonst würde er es für immer verlieren.
„Ich habe ohne dich weder Mut noch Kraft.“ Der Sommersprossige berührte ihre Wange und drehte sich auf die Seite. Er zog sie in seine Arme und er strich über ihren Rücken. Seine Gedanken verloren sich an ihren Worten und er wusste, dass sie durchaus mächtig waren. Denn sie gaben ihm eine gewisse Macht über sie, die ihm endliche Angst machte. Denn eines war klar, er konnte sie vernichten, ob nun bewusst oder unbewusst, er durfte niemals blind werden. Er durfte nicht daran erblinden, was wirklich geschah. Er musst immer abwägen, was Lüge und was Wahrheit war.
„Ich bin da und werde nicht von deiner Seite weichen.“ Die Braunhaarige hörte seine Worte und wusste, dass es im Kern auch immer stimmen würde. Er würde zu ihr stehen, doch konnte niemand die Zukunft vorhersagen und das war das gefährliche daran. Sie konnten sie in diesem Garten die schwachen Versprechen einer Zeit geben, doch wie viel Wert würden sie am Ende wirklich haben?
„Glaubst du, dass man uns für unbesiegbar hält oder denkt, dass wir glauben es zu sein?“ Der Sommersprossige dachte über die Frage nach und erinnerte sich an die Lehren seines Vaters. Er sagte immer viel darüber, was das Volk und sein Glaube anging. Er lehrte ihm, dass es darauf ankam, wie man über sich selbst dachte. Welche Entscheidungen man traf, aber vor allem aus welchem Grund. Früher hatte er ihm fast nie komplett zugehört und heute, so viele Jahre später bereute Ace es. Doch sein Vater war nun Vergangenheit und niemand herrschte ewig. Sein Vater war nun bei den Sternen zu Hause und der Sommersprossige hatte sein mächtiges Erbe zu tragen.
„Vielleicht. Aber es ist wichtig, was andere von dir denken. Es kommt auf dein Gewissen an und deine Entscheidungen müssen im Einklang mit deinem Herzen sein. Bevor man irgendjemandem blind vertraut, muss man sich selbst und seinen Fähigkeiten vertrauen können. Sei dir deiner Macht einfach bewusst.“ Angel dachte über diese Worte nach und spürte, wie er sich wieder von ihr löste. Er erhob sich und reichte ihr die Hand. Sie nahm an und sah sich noch einmal im Garten um. Doch dann kehrte sie gedanklich zu seinen Worten zurück. Sie hatten eine Wahrheit in sich, die sie verstehen musste. Sie wollte es verstehen.
„Ich bin Königin und doch leitet mich die Angst alles zu verlieren. Amber, dich und nun auch Ayron.“ Sie sah zur Statue auf und berührte erst das Ebenbild von Ace, das so wunderschön war und ihm völlig gleichte. Dann fiel ihr Blick auf ihr Ebenbild, das ihrem ebenso sehr nahe kam. Ihre Gedanken rasten und sie sah schließlich zu Boden. „Kann ich mir selbst denn wirklich vertrauen?“ Sie spürte seine Hand an ihrer Hüfte und sah ihn wieder direkt an. Sie spürte seine Lippen auf ihrer Stirn. Sie schloss einfach die Augen.
„Das kannst du und wirst du. Ich vertraue dir.“ Der Sommersprossige sah die Braunhaarige an und hob ihr Kinn an. Er küsste sie und sie erwiderte es. Sie blieben noch einige Zeit im Garten, bevor sie ins Schloss zurückkehrten.



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Es vergingen wieder wenige Wochen und Amber und Shachi waren zurück. Doch war nun Ruffy abgereist. Er sagte ihr, dass der Sommersprossige es ihr schon erklären würde und sie nickte ihm einfach zu. Dann kam ein Diener und sagte ihr, dass Ace sie zu sprechen wünschte. Sie folgte dem Diener in das Arbeitszimmer. Ace stand bei seinem Kartentisch. „Du wolltest mich sprechen?“ Ein Seufzen verließ seine Lippen und er sah sie an.
„Ja, komm rein.“ Sie schloss die Tür und schritt auf den Kartentisch zu. Sie sah sich die Karte an und sie hatte schon viel erlebt. Sie sah viele Risse, die vermutlich von Dolchen stammten, wenn ein Ziel festgelegt wurde oder etwas geplant wurde. Sie sah, dass auch im Eisenwald ein solcher Riss war. Ob das Gebiet mal Probleme gemacht hatte? „Die Grenzgebiete haben sich beruhigt und sie scheinen nun auch ihren Frieden geschlossen zu haben. Ruffy wird einige Zeit lang nicht hier sein. Er heiratet selbst.“ Nun kannte die Braunhaarige den Grund und freute sich für den Schwarzhaarigen. Er verdiente das Glück und hoffte, dass er eine gute Frau bekommen würde. Doch kannte sie Ace und wusste, dass er seinen Bruder nur in gute Hände geben würde. Er würde niemals zulassen, dass Ruffy in Gefahr durch eine falsche Frau geriet.
„Das freut mich für ihn.“ Der Sommersprossige sah zu Angel und wusste, dass es ehrlich gemeint war. Sie sah in Ruffy mittlerweile ebenso einen Bruder, wie es Ace selbst tat. Eine dankbare Gemeinsamkeit, die ewig Bestand haben durfte. Ein Seufzen verließ seine Lippen, er wollte mit ihr die politische Lage besprechen und ihr so einmal mehr das Gefühl geben, dass sie an seine Seite gehörte.
„Ja und das Bündnis wird das Reich stärken. Ruffy ist uns mehr als loyal. Das ist in diesen Zeiten sehr wichtig.“ Ace zeigte auf das Gebiet und die Braunhaarige erinnerte sich an das Gespräch mit Ruffy. Über die Ländereien. Sie hatte seit dem viel darüber gelernt und wusste, die wichtigen Gebiete, um Bündnisse zu schmieden, doch wusste sie, dass es noch immer viel zu lernen gab. „Das Schlangenarchipel bildet die besten Krieger aus.“ Wieder zerriss der Sommersprossige die kurze Stille und Angel seufzte. Es hieß also, dass eine starke Armee auf ihrer Seite war und dss zu hundert Prozent. Doch dann fiel ihr etwas entscheidendes ein, jetzt wo Ruffy fort war.
„Was ist mit Lord Raidon?“ Ace hörte ihre Frage und begann zu grinsen. Sie war anders, als die üblichen Lords, sie stellte die richtigen Fragen und sah es aus einer anderen Perspektive. Die Lords waren oft so sehr auf ihr Gebiet und ihre eigenen Vorteile beschränkt, dass sie selten sahen, was um sie geschah.
„Er verhält sich unauffällig und er wird vorerst unter Shachi´s Aufsicht stehen. Bis Ruffy zurückgekehrt ist.“ Die Erklärung entlockte der Braunhaarigen ein Nicken und sie strich über die Karte. Ace ertappte sie, wie so oft, dabei, dass er alles geben würde, um eine Sekunde ihre Gedanken lesen zu können. Sie war ihm gegenüber ehrlich, das wusste er und doch war sie in manchen Dingen noch ein kleines Geheimnis. Aber in einer Sache hatte sein Gefühl ihn nie getäuscht. Sie war eine Frau mit Charakter und eine wahre Wölfin. Sie war wer sie war und wie sie war.
„Verstehe. Glaubst du, dass er eine Gefahr sein könnte?“ Angel wollte es wissen, sie wollte seine Gedanken dazu wissen, denn sie wollte auf den unbekannten Gegenspieler hinaus. Er schien auf etwas zu warten und die Braunhaarige konnte sich denken, worauf. Auf einen günstigen Augenblick. Die perfekte Gelegenheit und selbst wenn sie damit falsch lag, dann war zu viel Vorsicht noch immer besser, als Nachsicht mit Reue. Sie hoffte, dass Ace ähnlich dachte.
„Schwer zu sagen. Es kann gut möglich sein, dass er auch alles nur spielt. Deswegen müssen wir nach wie vor vorsichtig sein.“ Sie nahm die Worte auf und dachte nach. Er war vorsichtig und damit ließ er Raidon keine unnötige Nähe zu. Das war ein Zeichen der Sicherheit für den Sommersprossigen und auch wenn er vielleicht unschuldig war, so konnte er auch ebenso ein Verräter sein. Doch unter Shachi würde er nichts zu lachen haben, denn der vergab selten etwas.
„Wie stark ist das Sturm-Archipel aufgestellt?“ Ihre Blick sah genau dahin und sie dachte wieder an Raffit. Er war der erste, der unter ihrem Befehl hingerichtet wurde. Sie würde es wohl nie vergessen. Sie sah nie gerne Menschen beim Sterben zu, ob nun Verräter oder nicht. Sie mochte es im Grunde nicht, wenn Menschen vor ihren Augen starben.
„Es ist mit dem Schlangen-Archipel das stärkste der Gebiete. Woran denkst du?“ Der Sommersprossige war etwas verwirrt, da er mit dieser Frage nicht wirklich gerechnet hatte und nun sah er sie an. Sie schritt um den Tisch herum und stellte sich neben ihn. Er legte die Hand auf ihren Rücken und wartete geduldig auf ihre Erklärung.
„Wir scheinen da draußen noch immer einen unbekannten Gegenspieler zu haben. Er scheint klug zu sein und seinen Plan genau auszudenken. Es wäre denkbar, dass er sich genau dort aufhält. Vielleicht sogar einer der Herzöge.“ Ihre Worte erklangen schlüssig und der Blick des Sommersprossigen fiel auf eben das erwähnte Gebiet. Er fragte sich, wer es sein könnte, doch wusste er, dass er den Herzögen nicht mehr alle Freiheiten gab und vor allem, ihnen gegenüber nicht mehr so ehrlich und genau war. Er würde vorsichtiger werden müssen. Doch konnte es ebenso sein, dass der Gegenspieler aufgegeben hatte.
„Möglich und sein Ziel kennen wir auch. Aber ansonsten wissen wir nichts über ihn.“ Ace stellte es mehr fest und nichts über einen Feind zu wissen, machte es schwer ihn zu finden oder seinen Namen zu erfahren. Er war wie ein Schatten, der einfach da war und der sich um sie herumschlich, ohne sich zu zeigen.
„Das macht ihn gefährlich.“ Die Braunhaarige wandte sich an Ace und berührte seine Wange. Er sah sie direkt an und sie schenkte ihm ein Lächeln. Sie küsste ihn kurz. „Wir dürfen ihn niemals unterschätzen.“ Sie wollte, dass er es sich merkte und einprägte. Sie wollte ihn niemals verlieren, an niemanden und sie würde ihn beschützen.
„Das stimmt und doch ist er nicht das einzige Problem.“ Der Sommersprossige sah ihr Nicken und nahm sie einfach in den Arm. Ihre Nähe war wie immer ein Balsam für ihn. Er brauchte nur ein wenig Nähe und es war wieder ruhig in seinem Geist. Er klarte auf und gab klare Gedanken frei. „Aber gemeinsam schaffen wir es. Ich habe eine Wölfin als Königin.“ Er spürte, wie sie sich löste und ihn grinsend ansah. Er begann ebenfalls zu grinsen.
„Ja und diese Wölfin weiß ihren Bau zu verteidigen.“ Angel seufzte und dachte wieder nach. Die letzten Monate waren hart und doch hatte Ace bewiesen, dass er ein Mann war, in dem auch ein König steckte. Er wäre zu einem wahren Krieger für das Reich und die Dynastie geworden. Er erwählte die Braunhaarige an seine Seite, etwas wofür sie noch lange dankbar sein würde. „Das Reich ist nun recht stabil und bis auf den unbekannten Gegenspieler und Raidon gibt es keine großen Probleme. Sabo mal ausgenommen, aber da gebe ich die Hoffnung auf, jemals zu erfahren, was das Problem ist.“ Sie wusste, dass es wieder das leidige Thema war, aber sie wollte ihm mal zeigen, wie lästig es sein konnte, dass es immer wieder aufkam und doch nie gelöst werden würde.
„Fang nicht wieder damit an.“ Der Sommersprossige hörte sie seufzen und spürte ihre Lippen auf seiner Wange. Dann grinste sie wieder und strich über seine Brust. Er wusste es auch ohne Worte, sie war unverbesserlich. Sie verpasste ihm Lehren, wenn er sie anscheinend brauchte. Und heute war wieder einer dieser Lehrstunden.
„Tu ich nicht, ich habe es nur festgestellt.“ Er hörte ihre Stimme und er nahm sie auf seine Arme. Er wusste, dass er sie heute nicht mehr gehen lassen würde und dass bestimmt auch das zweite Kind nicht lange warten ließ. Aber er war in dieser Hinsicht jeder Sünde schuldig. Er konnte nie die Finger von ihr lassen. Er war ihr verfallen, so wie sie ihm.
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