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Phantastische Tierwesen und wo man manchmal mehr findet als erwartet

GeschichteAbenteuer, Freundschaft / P12 / Het
Newt Scamander
01.12.2020
24.12.2020
24
13.643
9
Alle Kapitel
47 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
01.12.2020 696
 
Herzlich willkommen! Wer mehr über mein Konzept für dieses Projekt wissen möchte: Werft einen Blick unter das Kapitel. Ansonsten: Viel Vergnügen und danke fürs Reinlesen!

Liebe Grüße

Ravenclaws Eulchen

Disclaimer: Ich verdiene hiermit kein Geld, alle Rechte liegen bei Warner Bros., J. K. Rowling und ihren Co-Autoren. Der Disclaimer gilt für sämtliche Kapitel dieses Projekts.

***


Newt hatte keine Angst. Nicht vor Funkenhuf oder vor Goldschweif oder Feinfeder. Er hatte genau beobachtet, wie seine Mutter mit ihnen umging, wie sie sanft und ruhig mit ihnen sprach, ganz ähnlich wie mit Newt. Er wusste, dass sie gern am Flügelansatz gekrault wurden und dass sie mit dem Schnabel klapperten, um sich untereinander zu verständigen.

Seine Mutter hatte ihm eingeschärft, den Geschöpfen niemals zu nahe zu kommen. „Sie wollen dir nicht wehtun, aber sie sind ein bisschen ängstlich bei Fremden“, hatte sie gesagt.

Das konnte Newt verstehen. Er mochte auch keine Fremden. Er hatte keine Angst vor Hippogreifen, aber die Bekannten seiner Eltern schüchterten ihn ein. Nur verstand Newt nicht, warum sich die Hippogreife vor ihm fürchten sollten, denn er war kein Fremder. Er sah in ihren Augen, dass sie ihn kannten. Und er hatte oft genug aus sicherer Entfernung zugesehen, wie seine Mutter sie versorgte oder wie Unbekannte sie am Zügel aus dem Stall führten und mit ihnen verschwanden, nachdem ein Sack Galleonen den Besitzer gewechselt hatte.

Feinfeder hatte große, gelbe Augen, die Newts Blick wie magisch anzogen, und in denen nur Neugierde und Zuneigung standen, wenn sie Newt ansah. Vielleicht war es deshalb so leicht, ihren Blick zu erwidern. In den Augen der Menschen las Newt zu vieles gleichzeitig, und meistens betrogen ihre Worte ihren Gesichtsausdruck, weshalb Newt es vorzog, auf seine Schuhspitzen zu starren.

Newt wusste, dass seine Eltern ihm strengstens verboten hatten, allein zu den Hippogreifen zu gehen, geschweige denn eines der Geschöpfe zu berühren. Aber heute konnte Newt nicht anders. Theseus war nach Hause gekommen, hatte an Newt auf und ab gesehen und dann mit einer fremden, tiefen Stimme leise zu seiner Mutter gesagt, dass Newt Freunde brauchte.

Und Theseus hatte Recht. Newt brauchte Freunde. Und er mochte Feinfeder wirklich. Er hatte sich auf den Tag gefreut, an dem Theseus wiederkommen würde – aber nun war alles anders, und vielleicht war Newt doch ein Fremder. Nicht hier, aber drüben im Haus. Er wusste, dass Theseus und seine Eltern ihm nicht mit Absicht das Gefühl vermittelten, etwas falsch zu machen, aber heute Abend fühlte er sich ein wenig allein.

Er duckte sich leise unter dem Gatter hindurch und Feinfeder hob den Kopf und musterte ihn durchdringend. Newt hatte keine Angst, aber er hatte Respekt. Ehrfürchtig neigte er den Kopf vor dem großen Geschöpf wie seine Mutter es tat, und es dauerte nur Sekunden, bis Feinfeder sich aus dem Stroh erhob und zu ihm herüberkam. Sie stieß ihn sacht mit dem Schnabel an und Newt kicherte und wagte es, mit den Händen durch die zarten Federn zu fahren. Sie waren warm und weich und dufteten nach Freiheit. „Ich brauche Freunde, Feinfeder“, flüsterte Newt, „das hat Theseus gesagt und ich glaube, er hat Recht.“

Feinfeder klapperte leise mit dem Schnabel und Newt wusste, dass sie verstand. Sie drehte sich zweimal im Kreis, bevor sie sich auf dem Stroh zusammenrollte und erwartungsvoll den rechten Flügel hob.

„Oh… oh, danke“, flüsterte Newt. Er kroch zwischen die Federn des Geschöpfs. Es war wie ein großer, duftender Mantel. Newt war glücklich. Freunde finden war leicht.

***


Für die Neugierigen unter euch:

Ich präsentiere eine lose Aufeinanderfolge von einzelnen Szenen, die alle Newts Zusammentreffen oder Beziehung zu einem Tierwesen beschreiben (es waren zu wenige Tierwesen in den Filmen – ja). Die Kapitel sind in chronologischer Reihenfolge geordnet, erzählen also in gewisser Weise eine Biografie, nehmen aber nicht unmittelbar aufeinander Bezug.

Eigentlich ist das also eine Sammlung von Anekdoten und eine Bespiegelung von Newts Charakter, Gefühlen und Beziehungen. – Aber genauso, wie man nie zu viele Tierweisen in einer Geschichte haben kann, kann man auch nie genug von Newt haben, richtig?

Ursprünglich war diese Szenensammlung ein Adventskalender, hat aber eigentlich gar nichts mit Weihnachten zu tun , sodass sie auch auch weihnachtsunabhängig gelesen werden kann, oder wenn man selbst nicht Weihnachten feiert.

Viel Spaß!

Euer Eulchen
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