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Vampire Academy - Reunited

GeschichteFreundschaft / P12 / Gen
30.11.2020
30.11.2020
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„Ihr Mocca-Latte, Wächterin Hathaway.“ Susan – die Barista - reichte mir den Becher mit dem köstlich duftenden Heißgetränk. Ich unterdrückte ein genüssliches Aufstöhnen. Meine Rettung nach der heutigen Nachtschicht.
„Vielen Dank, Susan.“ Noch bevor ich mich abwandte genehmigte ich mir einen Schluck und verbrannte mich natürlich prompt daran. Ich stieß einen Fluch aus.
Seit ich Dimitri dazu gebracht hatte mir beizubringen auf Russisch zu fluchen, wechselte ich dabei neuerdings immer in seine Muttersprache. Er tat immer so, als würde ihn diese Tatsache verzweifeln lassen, doch ich wusste, dass es ihn insgeheim amüsierte.
Mit meinem Kaffeebecher und den unzähligen Zeitschriften auf dem Arm suchte ich mir den Weg aus dem Café. Zeitschriften, die mir Lissa nach meiner Schicht in die Hand gedrückt hatte.
Ein nicht gerade subtiler Hinweis darauf, dass ich mich in meine Hochzeitsvorbereitungen stürzen sollte. Ich wusste, dass Dimitri auch schon seit einiger Zeit darauf wartete ein Datum festzulegen.
Ein Seufzen entfuhr mir. Ginge es nach mir würden wir uns wohl ein Beispiel an Adrian und Sydney nehmen, einfach nach Las Vegas fliegen und es dort offiziell machen lassen.
Aber da ich wusste, dass Dimitri in Hinblick darauf sehr traditionell erzogen wurde, würde ich ihm zuliebe wohl in das weiße Kleid schlüpfen und ihn in Anwesenheit all unserer Freunde und unserer Familien zu meinem Mann erklären lassen. Verflucht, als würde eine Ehe zwischen zwei Wächtern nicht so oder so schon die Aufmerksamkeit – und zweifellos auch den Unwillen – vieler auf sich ziehen, würden wir wohl auch noch die Feier des Jahres daraus machen, wenn es nach meiner besten Freundin ging.
In Gedanken vertieft und nach der letzten Nacht auch etwas unkonzentriert – jaja, ich weiß schlechte Form für eine Wächterin – trat ich hinaus in die Kälte und wurde in der nächsten Sekunde von einem Moroi umgerannt.
Noch bevor ich es verhindern konnte verteilte sich mein wohl verdienter Mocca-Latte über Lissa’s Zeitschriften und über meine Uniform.
Ich fluchte erneut los. Verdammte Scheiße, war dieser Kaffee heiß!
Der Moroi blickte ziemlich erschüttert drein und bot mir sofort seine Hilfe an – zwischen zahlreichen Entschuldigungen. Leider war von den Zeitschriften und meiner Bluse nicht wirklich viel zu retten.
„Dann lassen Sie mich Ihnen wenigstens einen Ersatz für den Kaffee besorgen? Als Wiedergutmachung?“ Er sprach mit einem russischen Akzent, der viel stärker ausgeprägt war als Dimitris. Er musste also nur zu Besuch am Hof und in den Staaten sein.
„Nein, schon gut. Ich sollte vermutlich sowieso nach Hause gehen und mich umziehen“, bemerkte ich mit einem Blick auf meine ruinierte Uniform.
Der Moroi legte den Kopf schien und bedachte mich mit einem Lächeln. „Bitte? Ich würde sonst heute den ganzen Tag mit meinem schlechten Gewissen leben müssen.“
Ich seufzte ergeben und akzeptierte das Angebot. Keine fünf Minuten später hielt ich meinen neuen Mocca-Latte in den Händen und der Moroi versuchte mich in eine Unterhaltung zu verwickeln.
Er deutete auf die Magazine in meiner Hand, die mittlerweile durch das Kaffee-Bad ein Fall für die Tonne geworden waren. „Helfen Sie einer Freundin bei den Hochzeitsvorbereitungen?“
Ich verdrehte die Augen. Wie originell. Aber trotzdem drang ein leises Auflachen über meine Lippen. „Sie sind nicht gerade sehr subtil. Ist das Ihre Art sich zu erkundigen, ob ich vergeben bin?“
Er stimmte in mein Lachen mit ein. „Und wenn es so wäre?“
„Dann muss ich Sie leider enttäuschen. Die hier“ – ich hob die Zeitschriften etwas an – „sind für meine eigene Hochzeit.“
Ein überraschter Blick glitt über seine Züge. Keine unbekannte Reaktion. Es gab nur wenige Dhampire die verheiratet waren, unter den Wächtern kam es sogar noch seltener vor. „Oh, das ist … ähm, wunderbar, denke ich.“ Er fuhr sich mit einer Hand durch das dunkelblonde Haar. „Herzlichen Glückwunsch.“
Ich lacht erneut. Ihm war anzukennen, dass ich ihn vollkommen aus dem Konzept gebracht hatte. „Danke.“
Wir unterhielten uns noch kurz und als wir uns verabschiedeten und ich mich nochmals für den neuen Kaffee bedankte, hielt er mich auf. „Warte, Sie haben mir Ihren Namen noch nicht verraten.“
Ich sah ihn skeptisch an, entschied aber dann, dass es keinen Grund gab, mich ihm nicht vorzustellen. „Rose, Rose Hathaway.“
Er streckte mir eine Hand entgegen. „Ich bin Ivan Zeklos. Freut mich dich kennenzulernen.“
Und mit diesen Worten geriet für einen kurzen Moment die Welt aus den Fugen. Unmöglich, schoss es mir durch den Kopf.
Diesen Namen musste es öfter geben. Der Moroi, der vor mir stand und Dimitris bester Freund konnten nicht in Zusammenhang stehen. Ich schnappte nach Luft. Natürlich nicht, dieser Ivan war tot.
Er hob eine Augenbraue. „Ja? Mein Name scheint Ihnen ein Begriff zu sein?“
„Ja, tatsächlich, weiß ich von jemandem mit demselben Namen. Nur ich weiß auch, dass dieser Mann tot ist…“ Ich runzelte die Stirn. Wieso erzählte ich ihm das eigentlich?
Doch Ivan musterte mich nun interessiert. „Und wenn ich ein und derselbe bin?“
Ich schnappte nach Luft. „Das ist doch unmöglich. Ich meine, ich weiß mittlerweile, dass nicht alles was tot ist, auch tot bleibt, aber…“ Meine Augen wurden immer größer. „Sie sind es wirklich? Dimitri Belikov … er war ihr Wächter?“
„Ja.“ Seine Augen erhellten sich und er setzte ein freudige Miene auf. „Kennen Sie ihn? Ich bin für meine Gerichtsverhandlung hier, aber danach wollte ich mich auf die Suche nach ihm machen. Sie würden mir einiges an Mühe sparen, wenn Sie mir sagen könnten, wo ich ihn finde. Ich weiß nur, dass er nach meinem vermeintlichen Tod in die Staaten versetzt wurde.“
Passierte das hier gerade wirklich? „Ihr vermeintlicher Tod?“ Ich konnte nur ungläubig den Kopf schütteln. „Vergessen Sie es, das hätte ich nicht fragen sollen. Es geht mich nichts an.“ Zumindest nicht, solange er nicht wusste, dass ich die Verlobte von seinem besten Freund war. Gerade solange würde ich meine Neugierde beherrschen können.
Dimitri. Verdammt, das hier würde so viel für ihn bedeuten. Er hatte sich jahrelang die Schuld an Ivan’s Tod gegeben. Freude erfüllte mich bei dem Gedanken daran, dass er all das nun hinter sich würde lassen können. Ich musste unwillkürlich lächeln. „Ich könnte Sie jetzt sofort zu Dimitri bringen, wenn Sie Zeit haben?“
Ich schien nicht die Einzige zu sein, die sich darüber freute. Ivan stimmte zu und begleitete mich sofort zu der Wohnung, die Dimitri und ich uns teilten.
Als ich den Schlüssel zur Wohnung zog, hob er eine Braue. „Sie haben einen Schlüssel zu seiner Wohnung?“
Ich schloss die Tür auf und versuchte mir ein Grinsen zu verkneifen. „Jap.“
„Wohngemeinschaft?“, tippte er.
Ein Lachen entfuhr mir. „So etwas ähnliches.“
Wir betraten den Flur und das Licht, das aus der Küche drang verriet mir, dass Dimitri bereits wach war.
„Du bist spät dran, Roza.“ Man hörte seine Schritte und wenige Sekunden später trat er in den Gang … und erstarrte.
Sein Blick war starr auf den Mann gerichtet, den ich mit in die Wohnung gebracht hatte. Eine Mischung aus Fassungslosigkeit und Schock zeigte sich auf seinen Zügen und eine Ewigkeit verging, bis er ein einziges Wort über die Lippen brachte. "Ivan."
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