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Nichts ist unmöglich, nur schwer vorstellbar

OneshotSchmerz/Trost / P12 / Het
Kay Daniels
30.11.2020
30.11.2020
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„Keine Versprechen mehr“. Das war das letzte was er zu ihr gesagt hatte bevor… bevor er gegangen war. Kay konnte es immer noch nicht fassen. Langsam spazierte sie durch den Park und blickte dabei starr auf den Boden. Als sie den Kopf hob bereute sie es im selben Moment schon wieder, denn sie ein Paar, welche sich gerade küsste. Sie blieb stehen und ließ ihren Blick durch den Park schweifen. Die Agentin erinnerte sich, hier schon ein paar mal mit Cameron und den anderen hier gewesen zu sein. „Cameron…“, dachte sie sich betrübt und seufzte schwer. Sie wusste, er war ihr unglaublich böse gewesen als die MF in den Zeugenschutz kam und Jonathan im Gefängnis blieb.
Der Moment im Archiv ließ sie nicht los, ihr Gehirn spielte es immer und immer wieder ab, auf der verzweifelten Suche nach etwas…sie wusste eigentlich nicht genau was, jedoch verdrängt Kay den Moment und versuchte an etwas anderes zu denken. Doch schon in nächsten Augenblick schnaubte sie frustriert, weil es der “Park war in dem mit Cameron war. Sie war wieder einmal beeindruckt von Camerons Plan gewesen, hatte es jedoch nicht richtig zugeben wollen. Die Agentin sah mehrere Paare und entdeckte ein Kind, welches mitKarten vor anderen angab. „Ist denn heute der Alles-Muss-An-Cameron-Erinnern-Tag oder was?“, murrte sie leicht genervt und seufzte wieder. Wahrscheinlich machte es dem Schicksaal Spaß, sie jetzt so zu ärgern und sie alles an Cam erinnern zu lassen.
Kay wollte gerade auf ihr Handy nachsehen wie spät es war als ihr bewusste wurde, dass sie es Zuhause gelassen hatte. Zwar würde sie vielleicht Ärger bekommen, weil sie nicht verfügbar gewesen war, dass war ihr im Moment allerdings egal. Die Schwarzhaarige setzte sich auf eine Bank, legte den Kopf in den Nacken und schloss die Augen. Sofort tauchte sein Gesicht in ihren Gedanken auf. Seine breites und manchmal etwas arrogantes, aber dennoch freundliches Grinsen, seine tiefblauen Augen welche Kay oft angeleuchtet hatten, sein ernstes Gesicht wenn es um seinen Bruder ging, sein seltsames Benehmen als ihr Ex erschienen war….sie vermisste ihn. Ihr Herz zog sich schmerzhaft zusammen als sie daran dachte, ihn nie mehr wiederzusehen. Wahrscheinlich überschlugen sich die Medien gerade vom “ Ausbruch der Black-Zwillinge“. Tränen stiegen ihr in die Augen doch sie schüttelte nur ihren Kopf und ermahnte sich selbst, nicht vor Fremden Menschen zu weinen. „Am besten wenn ich allein in meinem Bett bin“, dachte sie sich und schnaubte wieder frustriert. Ein kalter Wind kam auf, doch Kay bemerkte es nicht. Sie erinnerte wie er sie damals als seine “seine wunderschöne Assistentin“ bezeichnet hatte. Damals war sie nur genervt davon gewesen, wenn er ihr das allerdings jetzt sagen würde, würde sie ein wenig rot werden und sich zutiefst freuen. Die Agentin hoffte sehr, niemand kannte ihre Gefühle für Cameron.
Es wäre doch irgendwie peinlich, dachte sie sich und öffnete ihre Augen wieder. Egal was sie sich auch dachte, überlegte oder vorstellte, Kay wusste, es würde nichts bringen. Cameron hatte sie abgewiesen, sich gegen das FBI und Kay, sondern für Jonathan entschieden. Diese Erkenntnis schnitt eine weitere tiefe Wunde in ihr bereits zerbrochenes Herz und die Schwarzhaarige musste mehrmals schlucken und konnte nur Mühsam die Tränen zurückhalten. Plötzlich fühlte sie sich unglaublich erschöpft und die ganze Kraft verließ ihren Körper. Sie sank noch ein wenig mehr auf der Bank zusammen und schloss mühselig ihre Augen. „Womit habe ich das eigentlich verdient?“, fragte sie sich und spürte einen Anflug von Wut in ihrem Herzen.

Sie fand es übertrieben wenn jemand behauptete er könne ohne eine bestimmte Person nicht überleben. Man konnte, aber man wollte nicht ohne sie leben. Kay öffnete ihre Augen wieder und starrte einige Zeit lang in den Himmel, während ihr Gehirn weiterhin verzweifelt und unermüdlich nach einem Fehler suchte, nach einer Möglichkeit, dass es nicht Cam gewesen sein konnte. Dass noch eine winzige Möglichkeit gab, dass er für sie mehr empfand.

Gut Gehirn hast gewonnen, dachte Kay sich seufzend und schmunzelte dann, weil sie schon begann, Selbstgespräche zu führen.

Irgendetwas war anders gewesen als sonst, dass sie hatte sie gespürt. Doch die Schwarzhaarige hatte ihr Bauchgefühl ignoriert, aber wenn sie jetzt so darüber nachdachte… Cams gesamte Ausstrahlung war plötzlich verändert gewesen. Er wirkte distanzierter, kühler. Na gut, vielleicht lag es daran, dass die Mysteriöse Frau keine Beweise geliefert hatte die Jonathans Unschuld hätten beweisen können. Dennoch…seine Augen hatten nicht mehr gefunkelt, hatten sie kalt angeblickt. In ihnen war nicht mehr dieses warme Glitzern gewesen, seine Ausstrahlung war nicht so wie sonst gewesen. Er hatte auch irgendwie blasser gewirkt, als wenn er lange Zeit sehr selten die Sonne gesehen hätte. Als wäre es Jonathan gewesen…, überlegte Kay und schüttelte dann verwirrt den Kopf.

Aber was ist wenn es wirklich Jonathan gewesen ist?



Dann muss irgendwas mit Cam passiert sein!






Ein Schauer lief ihren Rücken hinab, als sie sich verzweifelt überlegte, warum Jonathan vor ihr gestanden hatte und nicht Cam. Ich muss zuerst nachhause und dann zum Gefängnis!, entschloss sich die Agentin. Sie stand auf und ging los, mit jedem Schritt wurde sie entschlossener, mit jedem Schritt war sie sich sicherer, dass Jonathan vor ihr gestanden hatte und nicht Cam. Allerdings schämte sie sich etwas, dass sie nach fast einem Jahr Cameron und Jonathan immer noch nicht unterscheiden konnte. Ich komme Cam, ob du mich nun sehen willst oder nicht. Eines verspreche ich dir, ich lasse dich nicht im Stich.

Im Gefängnis~

„Wir werden Ihren Bruder finden Cam.“

„Ich hätte nie gedacht, dass Johny so etwas machen würde. Wahrscheinlich steckt er noch dazu mit der mysteriösen Frau unter einer Decke! Was ist bloß aus meinem Bruder geworden…?“

„Ich weiß nicht was ihn dazu verleitet hat, dass zu tun, doch das FBI wird ihn schnappen. Oder sonst eine Behörde.“

„Können Sie mich hier rausholen? Ich will hier keinen Augenblick länger als nötig verbringen.“

„Ich werde alles tun was in meiner Macht steht und noch mehr, um Sie rauszubekommen.“

„Bis morgen Kay. Und ich wünsch dir viel Glück, dass du mich möglichst bald hier wegbekommst.“

„Bis morgen Cam. Und ich wünsche dir viel Glück, dass du hoffentlich die Nacht durchstehst ohne dir irgendwelche Fehler oder Feinde zu machen.“



Ende~
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