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Weihnachtszeit mit den Winter-Beckmann's

von zazzy84
GeschichteRomance, Familie / P18 / MaleSlash
Ingo "Easy" Winter Richard "Ringo" Beckmann Tobias Lassner Vivien "Vivi" Köhler
29.11.2020
22.03.2021
5
37.212
9
Alle Kapitel
24 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
19.12.2020 6.395
 
*Vorsichtig um die Ecke lugt*

Hallo Ihr Lieben!

Es tut mir soo sooo leid. Ich weiß ich bin spät dran und das war sicher nicht der Plan. Aber wie so oft kam mir der Alltag in die Quere...

Aber heute dann also der dritte Teil und ich muss sagen, ich freue mich so sehr, das ihr noch da seid und Spaß an der Story habt. Danke für die lieben Reviews.

Ich hoffe der 4. Advent folgt mit weniger Verspätung ;) aber nun viel Spaß beim Lesen!

Es wird auch wieder ein bissi fluffig... :D

Liebe Grüße,

Sarah

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3. Advent oder Es gibt Grund zum feiern!

Ringo war erst ein paar Stunden weg, aber Easy wusste schon jetzt das er viel Ablenkung bräuchte, um seinen Mann nicht zu sehr zu vermissen, auch wenn sie sicherlich simsen, telefonieren oder skypen würden. Aber das war schließlich einfach nicht dasselbe. Nur selten hatten sie das Bett nicht geteilt und wenn, dann nicht freiwillig. Aber es half alles nichts und Easy hatte schließlich selbst auch noch einen Job und ein Büdchen, das zur Weihnachtszeit nicht gerade schlecht lief.

Aber jetzt musste er erst mal zu Tobias und gerade als er den Eingangsbereich der Kanzlei sowie von HuberBau betrat, piepste sein Handy. Schnell schaute er drauf und sah eine Nachricht von Ringo. Ein Bild von ihm aus dem Zug und darunter stand. ‚Du fehlst mir schon jetzt!‘ Ringo lächelte in die Kamera, das Sakko hing bereits neben ihm, seine Krawatte hatte er ein wenig gelockert und den obersten Hemdknopf offen. ‚Du mir auch! Ganz dolle. Das ist ganz schön sexy Mister. ;) Lieb dich!‘ schrieb Easy zurück und trat dann an den Empfangstresen, hinter dem Britta mit einem verwirrten Ausdruck im Gesicht saß und ihn ansah.

„Ihr Göttergatte ist nicht da. Ich dachte das wüssten sie, wo sie doch Tisch und Bett mit ihm teilen!“ dabei lächelte sie süffisant und griff wieder zu ihrer Nagelfeile. Easy zog die Augenbrauen noch oben und legte den Kopf schief. „Gut, dass sie es sagen Frau Schönfeld, wenn HuberBau sie nicht hätte. Aber eigentlich wollte ich zu Tobias, er erwartet mich.“ erklärte Easy und schlenderte dann um den Tresen herum zu Tobias Büro. Er blieb in der Türe stehen, da dieser gerade noch in einem Telefonat war, doch er bedeutete ihm mit der Hand, sich schon mal hinzusetzen. Easy schloss also die Tür, denn er wollte nicht, dass direkt wieder die halbe Schillerallee etwas wusste.

„Vielen Dank Herr Uphoff. Das hat mir sehr geholfen und nochmals danke für ihr entgegenkommen. … Ok, ich melde mich bei Ihnen.“ erwiderte der Anwalt und beendete das Gespräch. Mit einem breiten Grinsen sah er nun seinen besten Freund an, der ihm gegenübersaß und neugierig war, was Tobias herausgefunden hatte. „Naaaaa? … Wie ich sehe kannst du noch sitzen, also wohl doch nicht die Rute.“ frotzelte Tobi amüsiert, doch Easy hatte genau damit gerechnet. „Ach Tobi. Die Rute war nicht das schlimmste!“ konterte Easy, presste die Lippen aufeinander und grinste seinen Kumpel an als er merkte, dass es diesen für einen Moment die Sprache verschlug und husten musste.

„Chrmmmm, ja ok. Ich denke mal du bist wegen dem hier! …“ räusperte sich Tobias, besann sich auf das eigentliche Thema und deutete auf den Pfandschein, der vor ihm auf dem Schreibtisch lag.

Easy nickte und hoffte das seine Vermutung sich bewahrheitete. „Ja, wenn es das ist was ich denke ...“ wollte er gerade antworten wurde aber von Tobias direkt wieder unterbrochen. „… Easy, ich war noch nicht fertig. … Ich denke du liegst ganz richtig mit deiner Vermutung, aber ...“ Tobias zog eine Augenbraue nach oben und sah seinen Freund vorwurfsvoll an. „… warum hast du beziehungsweise ihr nichts gesagt? Wir hätten euch doch helfen können! …“

Easy saß zusammengesunken auf dem Stuhl und hatte den Kopf gesenkt. Er zuckte mit den Schultern. „Ich …, ach man, ich weiß auch nicht. Ich dachte ja ich kriege es so hin und dann kam Ringo mit seinem Sparplan, Gianni mit der Zwillings-News und ich musste ja irgendwie versuchen meine Aufträge zu erledigen. Also hab ich mir Objektive gemietet. Ich wollte Ringo nicht noch weiter stressen, aber er hat den Miet-Posten gesehen. … Naja und Vivi hat ihn dann versehentlich drauf gestoßen das ich etwas an Ausrüstung vertickt hatte. …“ Easy holte tief Luft, sah nur einen minimalen Moment nach oben und sah in Tobias Gesicht, der in Ruhe zuhörte. „… Als ich abends heimkam, sprach er mich drauf an und ich beichtete ihm alles. Dann gab er mir das Geld, damit ich mir wieder eigene Objektive kaufen konnte. Ich war geschockt, als er mir sagte, woher das Geld kam. Aber er tat es nur als Kleinigkeit ab. …“

Easy war den Tränen nahe und Tobias stand auf und setzte sich auf die Schreibtischkante auf zu dessen Seite. Er legte eine Hand auf dessen Schulter. „Du kannst dich sehr glücklich schätzen, so einen Mann zu haben. Außerdem freu dich doch. Du könntest sie wieder für ihn auslösen.“ merkte Tobias an, worauf Easy ihn überrascht ansah. „Also ist es Pauls Uhr?“ wollte er wissen und Tobias nickte mit einem milden Lächeln. „Jap und das am Telefon gerade war Herr Uphoff, der Pfandleiher. Der konnte sich sogar noch an Ringo erinnern. Mehr konnte er mir aber noch nicht sagen, hatte Kundschaft. … Wir sollten da in meiner Mittagspause vorbei gehen.“ Tobias nahm wieder Platz und sah Easy an, der zu seiner Verwunderung noch gar nicht in völliger Euphorie umher hüpfte. „… Easy?“

Der sah nun auf und er spürte den Kloß in seinem Hals. „Können wir machen, aber bringt das was? Ringo müsste das doch machen, oder? Und mal ehrlich, meinst du ich hab die Kohle dafür? …“ seufzte der Lockenkopf, woraufhin Tobias die Augen verdrehte. „Wir gehen da nachher erst mal hin und ne Lösung gibt es immer.“ Easy nickte, wenn auch nicht ganz überzeugt und sie verabredeten sich für Tobias Pause.

***


Ringo hasste Geschäftsreisen, zumal wenn sie länger als ne Stunde von daheim entfernt waren. Er wusste dann einfach nichts mit sich anzufangen. Bei solchen Gelegenheiten merkte er, wie sehr er sich verändert hatte. Früher wäre er feiern gegangen, hätte jemanden aufgerissen und mit ins Hotel genommen, um ein wenig Spaß zu haben.

Doch jetzt saß er am Schreibtisch in seinem Zimmer und überarbeitete nach Rücksprache mit Herrn Huber die Zahlen für das Projekt, für das man sie angefragt hatte. Warum dafür allerdings fünf Tage angedacht waren, war ihm schleierhaft. Aber wenn er Glück hatte, brachte ihm das noch eine kleine Bonuszahlung ein, die er sicherlich nicht ablehnen würde. Außerdem war es bereits Mittwoch und am Freitag würde er abends schon wieder daheim sein. Das Essen, welches er sich aufs Zimmer bestellte, hatte er schon vorab verputzt, denn die Häppchen auf diesen Meetings waren einfach lächerlich gewesen.

Er speicherte die Unterlagen in der Cloud ab und macht den Laptop zu. Müde fuhr er sich mit der Hand übers Gesicht. Seine Augen schmerzten ein wenig, aber das würde sicher besser, wenn er es sich bequem gemacht hätte. Schnell huschte er ins Bad, zog sich um und machte sich frisch als sein Handy los plärrte. Easy! Das erkannte er bereits am Klingelton und Blick auf die kleine Uhr im Bad verriet ihm, das es bereits nach 20 Uhr war. Zeit für ihren Video-Chat.

„Hey Schatz!“ begrüßte er seinen Mann sofort nach dem Annehmen und lächelte, froh darüber Easys Gesicht zu sehen. „Hey mein Großer! Wie geht es dir? … Du schaust müde aus.“ erwiderte dieser, mit einer Mischung aus Erleichterung und Sehnsucht im Blick. Ringo ließ sich bäuchlings auf das Bett fallen. „Jetzt besser. … Es tut gut, dich wenigstens zu sehen. …“ murmelte er sanft, schloss kurz die Augen „… Aber müde trifft es. Einige Änderungen heute, aber es geht voran und am wichtigsten ist, der Huber ist zufrieden. Und bei dir?“ fragte er und sah Easy forschend an.

Easy seufzte theatralisch. „Alles gut, aber die Wohnung ist so leer ohne dich, dafür aber perfekt aufgeräumt. … Du fehlst mir nämlich ganz schön dolle. Sieh bloß zu, dass du Freitag schnell wieder da bist.“ gab Easy zurück und warf Ringo über den Bildschirm einen Kuss zu, den dieser erwiderte und nickte. „Natürlich, sobald die Tinte trocken ist. Unser kleiner Cyber-Quickie gestern war toll, aber das ersetzt einfach nichts.“ zwinkerte er Easy zu, der direkt ein klein wenig rot wurde, aber bestätigend nickte. Einen Moment lang sahen sie sich einfach an, bis Easy etwas einfiel. „Ach, ich habe übrigens nächste Woche ein größeres Shooting! Die Anfrage kam heute Morgen ganz früh, aber da warst du schon im Meeting.“ strahlte Easy.

Ringo konnte Easys Aufregung spüren und auch ihn erfasste eine gewisse Vorfreude, auch wenn er noch nicht wusste warum. „Das ist wunderbar mein Schatz. … Aber nicht wieder Werkzeug, oder?“ grinste Ringo, worauf Easy direkt den Kopf schüttelte. „NEIN! Besser! … Pass auf! … Das Kölner Tierheim sucht einen neuen Stamm-Fotografen. Erstmal für Team-Fotos und Bilder für die neue Homepage. …“ erzählte Easy euphorisch und holte kaum Luft beim Reden. „… Uuuunndd dafür hätten die auch gern hinterher immer wieder Bilder von den Tieren, die vermittelt werden sollen. Das hieße immer wieder Aufträge! … Was sagst du??“

Ringo durchfuhr ein Gefühl von Freude und genau in diesem Moment wäre er so gern bei Easy, um mit ihm diesen Moment zu feiern. „Wow! Du hast hoffentlich direkt zugesagt! ...“ wollte Ringo wissen, woraufhin Easy zögerlich nickte. Ringo zog die Mundwinkel nach oben. „… Ich bin sehr stolz auf dich Bärchen! Das wird bestimmt richtig gut.“

Easy stimmte zu und sie redeten noch eine ganze Weile, bis beiden beinahe die Augen zufielen. Mit einem „Ich liebe dich“ sowie einem ‚Gute-Nacht-Kuss‘ verabschiedeten sie sich dann schweren Herzens.  

***


Neugierig, aber auch skeptisch öffnete Easy die Mail in seinem Postfach. Ringo hätte sie wahrscheinlich bereits gelöscht, weil er davon ausging, dass es ein Fake oder ein Virus wäre. Doch die Mail war von einem großen renommierten Fachmagazin für Fotografen. Die würden es sich doch nicht erlauben können, Fake-Mails zu versenden, wenn er sich nicht mal dieses Magazin Viertel-jährlich leisten konnte.

Er überflog die Mail und runzelte die Stirn. Dies war keine alltägliche Rundmail, kein Newsletter oder so, wie er eigentlich vermutet hatte. Die Mail war an ihn persönlich gerichtet. Hochoffiziell, an Herrn Ingo Winter, mit der Bitte die beigefügte Anlage einzusehen. Der Mauszeiger schwebte über dem Anhang, aber Easy zögerte. Vielleicht sollte er doch Ringo anrufen und ihn bitten, sich das mal anzuschauen. Doch der war gerade wieder in einer seiner zahlreichen Termine. Wäre er doch nicht so schrecklich neugierig, würde er bis abends warten, aber das würde er nicht aushalten. Mit einem Mausklick öffnete sich die Anlage und Easy begann zu lesen. Einmal, zweimal, jedoch selbst ein drittes Mal ließ ihn nicht glauben was er las. Das konnte nur ein Versehen sein, niemals im Leben wäre er gemeint. Ungläubig starrte er den Bildschirm an, als würde gleich doch noch der Warnton seiner Anti-Viren-Software erklingen, doch das geschah nicht.

Wie lange er dort gesessen hatte wusste er nicht, aber ein Hundekläffen vor der Tür ließ ihn aufhorchen. Schnell sprintete er zur Tür und öffnete sie. Stinker kam direkt auf ihn zu gelaufen und sprang an seinem Bein hoch. „Hey Kleiner!“ sagte Easy und wuschelte durch dessen Fell.

„Hey, wir wollten gerade klingeln. Ich wollte dir nur eben die Unterlagen für den Tierheim-Auftrag vorbeibringen. …“ begrüßte Tobias ihn und betrat die Winter-Beckmann‘sche Wohnung, als Easy ihm die Tür weit aufhielt.

„Du kommst gerade richtig! Ich muss dir was zeigen!“ erwiderte Easy und so langsam kam Leben in ihn. Stinker verzog sich direkt auf die gemütliche Couch vorm Fernseher, was Tobias schmunzeln ließ. Dann sah er Easy an. „Ooookayy … alles gut bei dir??“ fragte er mit hochgezogener Augenbraue und war äußerst verwundert, als Easy beinahe zum Kühlschrank tänzelte, um ihm kurz danach ein Kölsch zu reichen. Easy antwortete nicht sofort sondern deutete ihm, sich an den Laptop zu setzen. „Das musst du mir gleich sagen. … Da kam gerade diese Mail, ich dachte die sei Fake, aber vielleicht auch nicht.“ plapperte Easy weiter.

Tobi tat wie ihm geheißen, setzte sich, nahm einen Schluck aus der Bierflasche und begann das der Mail beigefügte Schreiben zu studieren. Mit einem verwirrten Blick sah er zu Easy, der ihn ebenso erwiderte. „Ich weiß nicht, wie die auf mich kommen.“ beantwortete Easy die unausgesprochene Frage, worauf Tobias bereits sein Mobiltelefon zückte und sich durch die Kontaktdaten scrollte. Während Tobi versuchte ein wenig Licht in die Sache zu bringen tigerte Easy nervös durch die Wohnung. ‚Wie kamen die auf ihn??‘ konnte Easy es sich immer noch nicht erklären. Wie nebenbei bekam er mit, dass Tobias zweimal anmerkte, der Anwalt von ihm zu sein und er gern die Vollmacht zusenden könne. ‘War das nun gut oder schlecht?’ überlegte Easy und wartete gespannt ab, bis er endlich erlöst wurde.

„Okay, Herr Winter wird sich umgehend bei ihnen melden. Vielen Dank! … Ja, das werde ich ihm ausrichten! Einen schönen Tag noch!“ verabschiedete sich Tobias von seinem Gesprächspartner und beendete dann das Gespräch. Ohne ein Wort nahm er einen tiefen Zug aus seiner Bierflasche und lehnte sich auf seinem Stuhl zurück.

Es wäre ja auch zu schön gewesen, Enttäuschung machte sich in Easy breit. Einen gewissen Funken Hoffnung hatte er halt doch, aber nun ärgerte er sich über seine Leichtgläubigkeit. „Ich wusste es! Es war ein Fake! Scheiße! …“ maulte Easy und schmiss die Arme in die Luft. „… Ich dachte nicht, dass die ...“ weiter kam er allerdings nicht, denn Tobias fiel ihm ins Wort.

„Das dein Auftraggeber vom Rio-Shooting so begeistert von den Landschaftsaufnahmen war, dass er eine Reihe der Bilder dort eingereicht hat?” gab Tobias in seiner einzigartig trockenen Art zurück und sah dann mit hochgezogener Augenbraue und einem breiten Grinsen zu Easy hinüber. Der sah ihn an, als sei er eben mit seinem Raumschiff in den Innenhof der Schillerallee geknallt. Easy schien echt nicht zu kapieren was passiert war. „... ODER dass die dich für den ersten Platz eines mega gut dotierten Fotowettbewerbs auswählen, von dessen Existenz du nicht mal wusstest?!?!?!“

Easy fiel die Kinnlade hinunter. Tobias wollte ihn doch verarschen. Er öffnete einige Male den Mund, schloss ihn jedoch gleich wieder, es kamen einfach keine Wörter heraus. Erst beim vierten Anlauf gelang es ihm. „Das … das kann nicht dein ernst sein?!?!?“

Tobias nickte, stand auf und kam auf ihn zu. „Doch Easy. Deine Fotos haben den ersten Platz gemacht und glaub mir, dass hilft nicht nur dir sondern euch! … Du kannst echt sehr stolz auf dich sein und froh darüber das jemand gesehen hat, was du für tolle Arbeit leistest. … Und Ringo wird auch suuper stolz auf dich sein!“

Konnte es sein, dass dieses Jahr doch noch eine gute Wendung nahm? Easy hoffte es, denn das hier war definitiv der richtige Schritt. Das seine Rio-Reise sowohl Leid als auch Freud für ihn sein würde, hätte er vorher auch nicht gedacht. Ein erleichterter Seufzer entfuhr Easy und sein Kumpel löste sich von ihm. „Aber nicht das du mir jetzt abhebst!“ zwinkerte Tobias und Easy schüttelte direkt den Kopf, stockte dann und sah ihn fragend an. „Ähm, so viel wird es ja nicht sein. … Da gibt es NUR einen Weg.“ merkte Easy an, worauf Tobi abschätzend den Kopf hin und her wog. „Glaub mir, in dem Fall, gibt es mindestens zwei Möglichkeiten.“ erklärte der Anwalt geheimnisvoll.

„Wie meinst du das? …“ stand Easy völlig auf dem Schlauch. Ihm wurde heiß und kalt. Tobias schob ihn auf einen Stuhl, weil er befürchtete das Easy sonst gleich kollabieren würde. „Naja, da es eine ganze Reihe an Bildern ist, haben sie das Preisgeld auf 7.500 € hochgesetzt. … Herzlichen Glückwunsch Herr Winter!“ zwinkerte Tobias. Easy wurde schwindelig und es übermannte ihn. Das hatte fast etwas von einem kleinen Wunder und ohne, dass er etwas tun konnte liefen ihm Freudentränen übers Gesicht.

***


Ringo atmete tief durch, die frische Luft füllte seine Lungen und tat gut. Die ganze Zeit in dem stickigen Konferenzraum war einfach zu viel gewesen. Aber es war gut gelaufen und das war das wichtigste. Am frühen Abend stand noch ein Abendessen auf dem Plan wo auf den gelungenen Abschluss angestoßen wurde. Bis dahin war noch genügend Zeit, denn sein Koffer war eh schon gepackt, da Ringo dachte er würde nach dem Termin direkt in Richtung Köln fliegen, doch dann kam am Morgen die Info das sein Flug storniert wurde. Natürlich hatte er sich geärgert, aber was brachte das? Das hieß dann halt Zug fahren und eine Nacht länger ohne seinen Liebsten sein, was natürlich das weitaus größere Übel war.

Als er nun so durch die Münchner City schlenderte überlegte welche Freude er Easy zusätzlich zu den Tickets für die Ausstellung seines Lieblings-Fotografen mache könnte. Eigentlich hatten sie natürlich gesagt, dass es dieses Jahr wirklich nur was Kleines sein sollte, aber durch die ganz gute Provision sollte da schon noch etwas für Easy drin sein. Der hatte dieses Jahr schließlich schon genug durch gemacht, wobei man das natürlich nicht mit einem Weihnachtsgeschenk auffangen konnte.

Plötzlich musste Ringo an das Telefonat von heute Morgen denken, als er Easy beichten musste, das sein Flug gecancelt wurde. Natürlich war er enttäuscht, aber irgendwas war anders gewesen. Er hatte Easy in letzter Zeit selten durchweg positiv erlebt, immer schwang eine gewisse Melancholie mit, doch heute schien sein Mann echt guter Dinge zu sein. Auf Ringos Nachfrage hatte er nur geantwortet, das ja bald schließlich Weihnachten wäre und wie man da nicht gut gelaunt sein könne. Doch Ringo war sich sicher, dass da noch was anderes hinter steckte, schließlich kannte er seinen Mann nun auch schon eine ganze Weile.

In einem kleinen Bistro kehrte er ein und trank eine Tasse Kaffee und gönnte sich einen weihnachtlich verzierten Donut, von dem er erstmal ein Bild an easy schickte mit den Worten. ‚Da könnte selbst der Grinch nicht widerstehen ;) Miss you Eine Antwort kam nicht direkt, Ringo wusste jedoch das Easy ein Shooting hatte. Sein Blick glitt auf die andere Straßenseite wo ein kleines Foto-Geschäft seine Aufmerksamkeit erregte. Nachdem er seine kurze Pause beendet hatte, ging er neugierig hinüber und betrat den Laden. Hier wurde er sicherlich fündig. Lauter außergewöhnliches und individuelles Foto-Zubehör offenbarte sich ihm, während er durch das Lädchen stöberte.

Eine junge Frau kam auf ihn zu und wollte wissen, ob sie ihm helfen könne. Als er sich zu ihr drehte, zierte sofort ein strahlendes Lächeln ihr Gesicht und sie bekam so ein Glitzern in den Augen, was er sonst nur bei Easy kannte. Da musste er wohl gleich mal die Fronten klären.

„Oh, ich denke das können sie …“ meinte Ringo und legte sein charmantestes Lächeln auf. „… ich bin auf der Suche nach etwas individuellem.“ erklärte er und die Frau nickte wissend.

„Also etwas Besonderes? … Für ihre Freundin?“ fragte die Dame etwas zu offensichtlich für Ringos Geschmack, nickte jedoch und stellte dann klar. „Nein, nicht für meine Freundin. Ich suche etwas Besonderes für meinen Mann. … Sorry.“ Dabei hielt er seine Hand hoch und wackelte mit seinem Ringfinger.

Prompt schoss der Frau eine leichte Röte ins Gesicht und ihr Blick veränderte sich von geschockt zu erstaunt und wurde dann neutral, aber freundlich. „Ahh, ok. Verstehe. …“ merkte sie mit einem nicht mehr ganz so breiten Lächeln an und wollte dann einige Details wissen und zeigte ihm mehrere Ideen, aber Ringo war äußerst wählerisch. Doch dann fiel ihm eine schöne Fototasche ins Blickfeld, die er sich dann näher ansah. Sie war kompakt, würde aber für die Kamera und mindestens zwei Objektive reichen. Selbst für den ganzen Kleinkram waren unzählige Fächer da. Aber individuell war sich nicht gerade, was Ringo jedoch auf eine Idee brachte. „Sagen sie, wäre es möglich einen Namen auf den Taschendeckel zu drucken???“

„Sogar besser. Ich kann es hineinsticken.“ Erklärte sie und zeigte Ringo die verschiedenen Möglichkeiten von Schriften und Farben. Ringo war begeistert, das war etwas was Easy sicherlich gefallen würde. Aus einem Bauchgefühl heraus wählte er alles aus und schrieb dann der jungen Frau den gewünschten Text auf. Er zahlte schonmal und bedankte sich freudig für die tolle Beratung. Da das mit dem Text ein wenig dauerte, hatten sie ausgemacht, dass die Tasche am nächsten Tag abholbreit wäre, bevor er zum Bahnhof musste.

Kurz nachdem er das Geschäft verlassen hatte vibrierte sein Handy. Eine Nachricht von seinem Schatz war eingegangen. Ein Foto von Easy der einen Kussmund machte und drunter stand ‚Statt den Donut hätte ich dich vernascht :D‘ Ringo lachte auf und rollte mit den Augen, dann tippte er flink eine Antwort. ‚Noch ein bisschen Geduld mein Bärchen, dann darfst du alles machen, wonach dir ist ;) Schnell ließ er das Smartphone wieder in seine Jackentasche gleiten.

Wie so oft in den vergangenen Monaten zückte er den linken Arm, um auf die Uhr zu schauen und bemerkte dann immer ernüchternd das die Uhr seines Vaters nicht mehr sein Handgelenk umschloss. Gleichzeitig fiel ihm ein, dass er unbedingt diesen blöden Pfandzettel finden musste, den er scheinbar verlegt hatte, um die Frist verlängern zu können. So hatte er zumindest noch die Möglichkeit Pauls Uhr irgendwann wieder sein eigen nennen zu können. Vielleicht hätte er Easy damals sagen sollen, dass er sie nur versetzt hatte, aber Easy hätte dann wahrscheinlich immer wieder versucht ihn dazu zu bringen sie wieder auszulösen. So aber konnten sie sich darauf konzentrieren ihren Kontostand wieder zu bereinigen. Resigniert seufzte er auf, blickte nochmals auf sein Handy und machte sich auf den Weg ins Hotel. Kurz frisch machen vor dem Essen musste noch drin sein.

***


Überall um ihn herum waren die Leute geschäftig unterwegs. Jeder hatte Taschen und Tüten in den Händen, war auf dem Weg zur City oder kamen gerade von einem ausgiebigen Weihnachts-Shopping zurück. Easy sah sich um und immer wieder glitt sein Blick zur großen Uhr auf dem Gleis. Noch knapp fünf Minuten musste er laut Anzeigetafel durchhalten, dann hatte er Ringo wieder bei sich. Das war jedoch auch bitter nötig, denn er musste schon einen Tag länger als geplant warten. Ringos Rückflug war storniert worden und er hatte zu seinem Leidwesen nur noch eine Zugverbindung bekommen.

Langsam rollte der Zug ein und Ringo der bereits mit seinem Koffer an der Tür stand hielt Ausschau nach Easy. Ein Kribbeln machte sich in seiner Magengegend breit, als er Easy dann auf dem Gleis im Wartebereich zwischen all den Menschen stehen sah. Sein Herz schlug gegen seinen Brustkorb, wild und heftig. Da stand er in seinem schwarzen Mantel, die Nase tief in den Schal und die Hände in den Taschen vergraben. Die Locken auf seinem Kopf hatte ein zurecht gemacht und seine bernsteinfarbenen Augen suchten längst das Zuginnere ab, eine Tatsache die Ringo ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Der Zug hielt an und Easy schaute gerade in die entgegengesetzte Richtung, da schlüpfte Ringo hinaus und mogelte sich durch die Leute. Seitlich kam er auf Easy zu, der gerade frustriert aufseufzte, weil er seinen Liebsten nicht entdeckte und sein Handy hervorholte, um scheinbar seine Nachrichten zu checken. „Sorry, kann ich dir helfen? Du siehst aus, als würdest du jemanden suchen!“ fragte Ringo süffisant und tippte Easy dabei auf die Schulter.

Im ersten Moment erschrocken wirbelte Easy herum, doch als er Ringo mit dem Blick auf ihn gerichtet dastehen sah, konnte ihn nichts mehr halten. Stürmisch umarmte er ihn und auch Ringo ließ seinen Koffer los und erwiderte die Geste. „Du hast mir sooo gefehlt.“ flüsterte er dem kleineren ins Ohr und ließ einen kleinen Kuss direkt unterm Ohrläppchen folgen. Easy bekam eine Gänsehaut, löste sich von Ringo und sah ihn einen Moment an. „Du mir auch!“ gab er zurück. Mehr Worte brauchte es nicht und dann nahm er das Gesicht seines Mannes in beide Hände und küsste ihn. Ringo durchfuhr die Wärme von Easys Fingern und ging völlig auf den Kuss ein, versank in seiner Nähe. In diesem Moment spürten beidem, wie sehr ihnen der andere gefehlt hatte. Die geschäftigen Leute um sie herum waren ihnen egal, sie hatten einander wieder. Einen Moment später lösten sie sich mit schnellem Atem voneinander und lächelten sich gegenseitig erleichtert an.

Ringo hatte Gefühl irgendwas war anders an Easy, aber was genau konnte er einfach nicht sagen. „Du strahlst so. … Gibt es Neuigkeiten???“ wollte er somit wissen und verflocht seine Finger mit denen von Easy, der ihn ansah wie das siebte Weltwunder. „Schaatz, du bist wieder da. Wie sollte ich da nicht strahlen?? …“ erklärte Easy voller Überzeugung und hoffte das Ringo ihm die kleine Notlüge abnahm. Dann schnappte er sich den Koffer neben ihnen und zog Ringo mit sich. „… Komm, auf dem Heimweg können wir noch einen kleinen Abstecher über den Weihnachtsmarkt machen oder möchtest du direkt nach Hause?“

Ringo schüttelte den Kopf. „Klar gehen wir! Ich habe ihm Zug ein bisschen geschlafen, bin also fit!“ zwinkerte er und drückte Easys Finger, der eine Augenbraue hochschob und schelmisch zu ihm hoch grinste. „Fit?? … Na, das hoffe ich doch. … Da will ich beweise mein Hase!“ meinte Easy neckend und stupste ihn mit der Schulter an, worauf Ringo ihn nur intensiv ansah. Nach dem einen Online-Quickie vor einigen Tagen hatten sie beschlossen, dass es ihnen beiden nichts Richtiges gegeben hatte, wenn sie nicht beieinander waren und das Vorfreude wirklich die schönste Freude war. Dieses Gefühl teilten sie auf dem ganzen Weg nach Hause, doch dort entlud es sich dann mit aller Kraft. Sie hatten es gerade so geschafft die Wohnungstür zu verschließen, bevor sie übereinander herfielen. Dass sie sich nur fünfeinhalb Tage nicht gesehen hatten, hätte wohlmöglich keiner geglaubt.  

***


Der dritte Adventsmorgen startete ganz gemütlich für das Paar. Nachdem die Nacht recht kurz gewesen war, schliefen sie erstmal aus und kuschelten eine gefühlte Ewigkeit, bis sie beide der Appetit aus den Federn zwang. Während Easy gerade Kaffee machte, plünderte Ringo den Kühlschrank. „Sag mal Schatz, haben wir keine Eier mehr? Ich dachte ich könnte uns Rührei machen.“ wollte er wissen und sah an der Kühlschranktür vorbei.

Easy erwiderte seinen Blick und lächelte entschuldigend. „Ähm, … naja die habe ich gestern für die Keksteige zur Seite getan. …“ erklärte er und zuckte verlegen mit den Schultern.

Ringo bekam indes große Augen. „Du hast schon Kekse gebacken??“ fragte er mit einem hoffnungsvollen Tonfall in der Stimme, woraufhin Easy allerdings den Kopf schüttelte und lachend auf ihn zu kam. Er legte die Arme von hinten um seinen schmaleren Partner, schob die Hände auf dessen Brust und küsste die nackte Haut zwischen Ringos Schulterblättern. Dieser lehnte sich nach hinten in die Berührung und seufzte auf. Easys Lippen bildeten sich zu einem breiten Lächeln. Ein weiterer Kuss auf den Rücken seines Mannes folgte, bevor er murmelte. „Naja, ich dachte wir könnten gleich zusammen Plätzchen backen. …“ abwartend hielt er inne und er dachte schon das Ringo sicherlich einen Rückzieher machen würde, doch da sollte er sich irren.

Der lachte auf. „Dann musst du aber viel Geduld aufbringen Schatz! Als ich das letzte Mal Plätzchen gebacken habe, waren die so knüppelhart oder verbrannt, das Kira und Sonja mich aus der Küche geschmissen haben.“

Easy horchte auf, denn so oft redete Ringo nicht über seine Familie, was ihn selbst oft ein wenig traurig machte. Doch es war nun mal so, das sie beide nur sich, Kira und ihre Freunde hatten. Sanft drückte er sich an Ringos Oberkörper, ein kleine Geste zum Zeichen das er bei ihm war. Scheinbar verstand der Größere es auch, denn er legte seine Hände auf Easys und verflochten ihre Finger miteinander.

„Ich zeig es dir und wenn wir einen Teig weniger machen, dann kriegst du auch dein Rührei zum Frühstück. Wie klingt das???“ wollte Easy nach einem Moment wissen. Ringo drehte sich zu Easy und beugte sich für einen Kuss hinunter. „Ja, ich glaube das wäre schön. …“ erwiderte er dann.

Nach einem gemütlichen Frühstück standen die beiden Männer dann am Tresen im Küchenbereich und waren gegen Mittag immernoch voll dabei. „Glühweinmuffins. Wie kommst du auf sowas?“ murmelte Ringo kopfschüttelnd, während er den Zucker abwog und dann mit der geschmolzenen Butter, sowie dem Glühwein vermengte. Easy hatte bereits das Mehl, sowie den Kakao und restlichen Zutaten vermengt, um sie dann nach und nach bei Ringo in die Schüssel zu füllen. „Wieso? Ist doch lecker. Die Kekse sind doch auch toll geworden. …“ meinte Easy und warf einen Blick zu den Gittern auf dem Tisch die mit Vanillekipferln und bunten Ausstech-Plätzchen belegt waren. „... und verbrannt ist auch keins!” kicherte er, nicht zuletzt, weil Ringo überall eine feine Mehlschicht im Gesicht hatte und auf dem Oberkörper hatte.

Easy war sich sicher, dass Ringo ihn einfach nur ablenken und um den Verstand bringen wollte. Warum stellte der sich sonst oberkörperfrei mit einer Schürze bekleidet hier hin? Er konnte seinen Blick nur schwer abwenden, wusste Ringo doch um die Wirkung seines Körpers. Aber das Spiel konnte er auch spielen. Immer wieder benötigte er ausgerechnet den Rührlöffel, für den er an Ringo vorbeigreifen musste oder bat ihn mal kurz nach den Blechen zu schauen, während er einen Blick auf Ringos knackiges Hinterteil warf. Die Blicke, die sie sich beim Verziehren der Kekse gegenseitig zugeworfen hatten, sprachen Bände, aber keiner von ihnen machte den ersten Schritt.

„Und Muffinteig ist immer so flüssig Schatz?“ wollte Ringo wissen und hielt den Mixer etwas zu schräg, so dass ein Großteil des Teiges sich auf ihnen und dem Tresen verteilte. Vor Schreck hob Ringo ihn dann auch noch an und ein dicker klecks Teig landete direkt auf seiner Wange. Easy war für einen kurzen Moment wie erstarrt und als schon kein Teig mehr am Rührbesen war, zog er schnell den Stecker heraus. Dann sah er mit skeptischem Blick abwartend Ringo an, der einfach nur dastand. Easy musste die Lippen zusammenpressen, damit er nicht loslachte. Er selbst hatte natürlich auch etwas abbekommen, aber Ringo hatte in unmittelbarer Nähe gestanden und saß aus, als habe er im Schlamm gespielt.

Easy nahm ihm vorsichtig das Gerät aus der Hand und stellte es auf die Arbeitsfläche. „Ähm, das sollte Muffinteig werden. …“ meinte er vorsichtig und erblickte die zahlreichen Teigsprenkel auf den Hautpartien, die nicht von der Schürze bedeckt waren. Er hob die Hand und entfernte den Klecks auf Ringos Wange mit dem Finger. Dessen blaugraue Augen verfolgten jede seiner Bewegungen und Easy spürte wie sich die Atmosphäre zwischen ihnen veränderte. Ringos Atem ging schlagartig ein wenig schneller als er ihn berührte, doch er wollte Easy aus der Reserve locken. Lange würde er nicht mehr brauchen, denn auch Easys Puls war nicht mehr zu bremsen.

Ringos Blick auf sich, wollte Easy den Finger gerade selbst ablecken, als dieser ihm zuvorkam und blitzartig seine Hand ausstreckte und den Finger an seinen Mund zog. Keiner der beiden konnte den Blick vom anderen lösen und als Ringo Easys Finger spielerisch ableckte, hielt der für einen Moment die Luft an. Ringo sah genau wie sich Easys Pupillen weiteten, doch er entließ dessen Finger wieder. „Ja, schmeckt nicht schlecht!“ grinste er frech und wollte sich schon abwenden, um die klebrige Masse von seiner Haut zu entfernen. Er hörte wie Easy nach Luft schnappte und ihn an seiner Schürze wieder zu sich zog. „Wage es nicht! …“ knurrte er beinahe und im nächsten Augenblick lagen Easys Lippen auf seinen. Ringo grinste in den Kuss hinein. Easy konnte so feurig sein, wenn er es dann mal rausließ und jetzt gerade war so ein Moment. Doch dann löste er den Kuss. „… Du gehst nirgendwo hin, bevor ich nicht auch probiert habe.“ protestierte er, tauchte dann einen Finger in die Schüssel, was Ringo amüsiert beobachtete. Im nächsten Augenblick strich Easy die klebrige Masse auf seine Brust, was Ringo zittrig einatmen ließ. Er schloss die Augen und sein Kopf glitt nach hinten als er Easys Mund auf seiner Brust wahrnahm, die sich nun einen Weg in Richtung Hals bahnte. „Easy …“ wisperte Ringo und hielt sich an der Arbeitsfläche fest, während sein Mann den Knoten der Schürze löste und ihm auszog.

Der erlaubte sich nun einen kurzen Blick auf seinen Liebsten, der nur noch in seiner Pyjamahose vor ihm stand und die leichte Wölbung in seiner Körpermitte war auch nicht zu übersehen. Easy legte seine Hand auf Ringos Oberschenkel, strich quälend langsam höher und brachte somit den Atem seines Mannes zu stocken. Der öffnete wieder seine Augen und sah zu Easys Hand. „Das gefällt dir, oder?“ wollte er wissen und der Lockenkopf nickte breit grinsend. „Och ja, schon so ein bisschen!“

Ringo schüttelte den Kopf. „Du bist unmöglich.“ raunte er liebevoll. Daraufhin küsste Easy ihn auf die Schulter und erwiderte „Neee, nur verrückt nach dir!“, bevor er zärtlich an der Haut auf Ringos Schulter knabberte. „Hee!“ sagte Ringo und klapste Easy auf den Arm, der ihn jedoch nur völlig unschuldig ansah. „Ich wollte nur die Teigspuren vernichten. …“ dann folgte eine erneute Spur von Küssen was Ringo sowie auch Easy in vollen Zügen genoss. Wie nebenbei stelle er den Ofen aus. ‚Scheiß auf die Muffins, wenn ich meinen Mann haben kann!‘ dachte sich Easy und drängte sich noch ein Stück gegen Ringos Körper.

Der wusste gar nicht so recht, wie ihm geschah als Easy ihn plötzlich ohne ein Wort langsam mit sich zog. Erst als sie im Badezimmer ankamen und Easy die Dusche anmachte, begriff er was Easy vorhatte. Ringo trat an ihn heran, legte von hinten seine Arme um ihm und nestelte am Saum des T-Shirts. Als er es langsam hochzog murmelte er leise unter kleinen Küssen auf Easys Nacken „Gleiches Recht für alle beteiligten.“ Eine feine Gänsehaut überzog Easys Haut und für den Moment ließ er Ringo gewähren, hob die Arme, um es ihm einfacher zu machen sein Shirt auszuziehen.

Ringos glasiger Blick währenddessen entging Easy nicht und es gab ihm ein unsagbar gutes Gefühl. Mittlerweile konnte Easy akzeptieren, das er Ringo genauso anturnte wie er war. Seine Gedanken schweiften für einen kurzen Moment zurück zu dem Abend vor der Hochzeit, an dem er herausgefunden hatte, dass sein Schatz die Hose für die Trauung ändern ließ, weil er nicht diszipliniert genug war. Aber das war endgültig der Zeitpunkt, wo er es akzeptiert hatte. Ringo liebte ihn und das allein zählte. Easy biss sich auf die Unterlippe und überbrückte die kurze Distanz zu Ringo, der jede Bewegung genau verfolgte.

Mittlerweile war das Badezimmer von den Dampfschwaden des heißen Wassers erfüllt und ihre Haut hatte einen leicht feuchten Film. Easy ließ seine Fingerspitzen von Ringos Schulter nach unten gleiten, nur ganz sachte fuhr er über die feinen Härchen auf seinen Armen. Er küsste sich über den Hals hinab und brachte seine Zunge immer da zum Einsatz wo noch Teig auf zu finden war. „Mhhhhm“ machte er als er wieder eine Stelle entdeckte, umkreiste eine der Brustwarzen und lächelte als Ringo scharf Luft einsog. Ansonsten schien er einfach nur zu genießen, was Easy sehr gefiel.

Ringo bekam nur nebenbei mit, das Easy ihn und sich selbst der Hosen entledigte. Dann zog er ihn in Richtung Duschkabine, schob ihn unter den warmen Wasserstrahl und trat direkt hinter ihn. Ringo wollte Easys Zärtlichkeiten nur zu gern erwidern, doch unterbewusst war ihm wohl klar, das Easy es genau so wollte und brauchte. Außerdem schien es ihn ebenso zu erregen, das war nicht zu ignorieren, als Easy sich von hinten an ihn schmiegte und seine Hände auf Wanderschaft gingen. Doch egal wie heiß sie aufeinander sie waren, eine Sache vergaß Easy nie. Er holte sich immer Ringos Einwilligung, durch ein kurzes Innehalten, eine stumme Frage die er aber auch so verstand und mit einem Nicken oder einer Geste beantwortete. Ein Blick von ihm über die Schulter reichte und Easy machte weiter womit er begonnen hatte. Einfühlsam bereitete er sie beide vor, nahm sich die Zeit die nötig war. Als er sich dann jedoch endlich in Ringo versenkte, stießen beide ein lustvolles Stöhnen aus.

Der Kleinere umschlang seinen Mann und stimulierte ihn zusätzlich, da Ringo sich unter seinen stetig kraftvoller und rhythmischer werdenden Bewegungen gegen die Wand vor ihm stützen musste, damit seine Beine nicht nachgaben. Immer wieder platzierte Easy küsse auf Ringos Nacken und Rücken. Das Stöhnen der beiden vermischte sich mit dem Rauschen des Wassers. Sie ließen sich gehen und genossen nach einigen endlos scheinenden Momenten ihren Höhenpunkt. Schwer atmend lehnte Ringo noch einen Augenblick an den Fliesen. Seine Beine waren wackelig wie Pudding und als Easy ihn an sich zog, die Arme fest um ihn schlang durchflutete ihn ein Gefühl der Geborgenheit. Langsam und zaghaft lösten sie ihre Vereinigung und Ringo sah Easy direkt in die Augen, beugte sich herab und küsste ihn nochmals voller Leidenschaft. „Das war …“ begann er war aber wohl immer noch ein wenig benebelt. Easy musste grinsen, presste seine Lippen aufeinander. „… himmlisch?“ vollendete er dann den Satz worauf Ringo nur lächelnd nicken konnte. Als sie wieder einigermaßen gleichmäßig atmeten wuschen sie sich gegenseitig und schwelgten einfach noch ein wenig in ihrer Pärchen-Blase, die in dieser Woche einfach zu kurz gekommen war.

Später standen sie gemeinsam vor dem Spiegel an ihrem Kleiderschrank als sie sich fertig machten, um noch für einen Spaziergang an den Rhein zu gehen. „Sag mal, ich weiß die Wochenenden sind für uns, aber eigentlich könnten wir doch Vivien und Tobi fragen, ob sie mit möchten, oder? Wir könnten vielleicht irgendwo was essen gehen. …“ schlug Easy vor und wartete ab wie Ringo reagieren würde.

Der sah ihn durch den Spiegel an und schien zu überlegen, zog dann aber erst seinen bordeauxfarben Pullover an, bevor er mit hochgezogener Augenbraue anmerkte. „Und unser Filmabend mit Schoko-Fondue?“ Der kleinere ging auf seinen Mann zu und ließ den Zeigefinger über dessen Kinn wandern. „Schatzi, das können wir doch auch danach noch machen. Es ist schließlich noch früh und dann verzichten wir halt im Restaurant aufs Dessert, ist ja dann auch günstiger. …“ zwinkerte er und fügte dann noch hinzu. „… Außerdem war es nur eine Überlegung. Wir müssen die zwei nicht fragen und auch nicht essen gehen. Ich dachte nur wir könnten meinen großen Auftrag und deinen Geschäftsabschluss feiern!“

Über die andere große Neuigkeit schwieg Easy. Das hatte er mit seinen ehemaligen Mitbewohnern und Freunden so beschlossen, bis alles in trockenen Tüchern war und er Ringo hoffentlich an Weihnachten damit überraschen konnte.

„Du hast ja recht, das ist schon ein Grund und wir haben ja auch noch morgen nen freien Tag für uns.“ sagte er nach kurzen nachdenken und meinte dann augenzwinkernd. „… Na dann ruf die Zwei mal an. … Dann räum ich noch flott die Küche auf.“ Erklärte Ringo und verschwand nach einem kurzen Kuss aus dem Schlafzimmer. Easy strahlte über beide Wangen und rief ihm über den Flur ein „Ich liebe dich!“ hinterher welches Ringo schmunzelnd aus der Küche erwiderte und beide merkten in diesem Moment unabhängig voneinander, wie weit sie in ihrer Beziehung mittlerweile waren. Aber vor allem waren sie glücklich miteinander und NUR das zählte.
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