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Kleiner Trommler

OneshotSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
The Rasmus
29.11.2020
29.11.2020
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Hallo Lesewelt,

erst mal ein Danke an die wunderbaren Menschen und Künstler für die Inspiration.

Ich betrachte diese Geschichte als mein geistiges Eigentum und danke fürs Respektieren.

Die Geschichte, Idee und deren Umsetzung sind ebenfalls von mir. Jedoch sind sämtliche Personen des öffentlichen Lebens nur geliehen und tragen keine Schäden davon.

Warnung: Gleichgeschlechtliche bzw. bisexuelle Beziehung(en) werden angedeutet thematisiert.

In diesem Sinne, viel Vergnügen beim Lesen und allen eine schöne Weihnachtszeit.
Freu‘ mich und bin gespannt auf eure Rückmeldungen und Meinungen.

Gruß
Angel



Kleiner Trommler


~ Einige Jahre zuvor ~

*Aki*

Eigentlich kenne ich ihn von Anfang an, schon immer und so gesehen mein ganzes Leben lang. Wir waren und sind die besten Freunde, damals und noch heute.
Zu Anfang sind wir zwar noch auf verschiedene Schulen gegangen, doch waren wir fast immer nachmittags und an den Wochenenden von früh bis spät zusammen.
Haben Unsinn getrieben und uns alles gegenseitig erzählt.
Beste Freunde eben, was sollte es da auch zwischen uns geben.?

Später habe ich sogar die Schule gewechselt, um noch mehr Zeit mit meinem besten Freund verbringen zu können.
Doch schon bald merkte ich, dass sich irgendwas geändert zu haben scheint.

An diesem Tag renne ich nachmittags einfach nur noch wie ferngesteuert und blind vor Tränen nach Hause, werfe mich auf mein Bett und weine bitterlich.
Warum? Warum ich? Warum schon wieder oder eher immer ich?

Von da an war und ist mir klar: ich bin verliebt. Viel mehr ich liebe ihn… von Anfang an und ohne dass ich eigentlich etwas dafür kann.
Doch wie soll das gehen? Wird er mich denn jetzt überhaupt noch sehen?
Egal ob ja oder nein… schlussendlich weiß ich nicht wie soll ich das überstehen?
Wie kann ich ihm nach heute nun je wieder unter die Augen treten?
Oh man, hoffentlich tut sich bald in den nächsten Minuten die Erde auf… in der Situation hilft mir ja nicht mal mehr beten.

Die Tränen hören einfach nicht auf, werden stattdessen immer mehr…
Ich liebe ihn einfach schon viel zu lang und viel zu sehr… .
Ich kann einfach nicht mehr und fast hätte ich mich kürzlich sogar fast verraten.

Was soll er denn nun nur von mir halten? Ich meine wir reden hier ja immerhin von ihm: Lauri. Ja, genau… Dem Lauri und somit auch dem Grund meiner vielen schlaflosen Nächte.
Dem Lauri, dem die Mädchen und die Herzen nur so zu fliegen.
Oh man, was mach ich nur? Wie komm‘ ich da nur bestmöglich wieder raus?
Denn von „Besserung“ gibt es weit und breit keine Spur.





*Lauri*

`Na nu? Was ist denn los?´ schießt es mir durch den Kopf und verwirrt sehe ich meinem besten Freund, Aki, hinterher, der geradewegs an mir vorbeistürmt.
Was habe ich denn nicht mitbekommen, dass er so plötzlich türmt?
Wahrscheinlich braucht er einfach erst mal Zeit für sich und dann wird sich schon alles klären. Aber so wie er eben aussah, lasse ich ihn besser erst mal in Ruhe.

Während meines Heimwegs denke ich aber immer wieder darüber nach. Viel eher denke ich auch immer wieder an meinen besten Freund. Das passiert mir in den letzten Tagen und Wochen immer öfter, dass ich mich bei Gedanken an Aki ertappe.
Was hat das zu bedeuten? Soll das etwa heißen, dass… dass ich … dass ich meinen besten Freund … liebe?
Ich meine wenn ich alleine nur an ihn denke schleicht sich immer wieder ein Lächeln auf mein Gesicht und irgendwie finde ich schon, er ist mehr als mein bester Freund, viel mehr. Immerhin kennen wir uns praktisch schon immer und haben und werden uns auch sonst immer alles erzählen und miteinander teilen.
Oh man… ich denke es wird wohl so sein… ich liebe meinen besten Freund, meinen Aki.
Er ist einfach so besonders, so anders und so angenehm…

Wie oft haben wir die neuesten Skater- und/oder BMX-Tricks gemeinsam probiert? Haben die meiste Zeit zusammen verbracht, allerhand Unsinn gemacht oder sind auch einfach so mal über Nacht bei dem jeweils Anderen geblieben, wenn sich unsere Eltern mal wieder nur gestritten haben.

Doch was jetzt? Soll ich Aki von meinen Gedanken und vor allem von meinen Gefühlen erzählen? Oder sie doch besser einfach übergehen? Immerhin möchte ich ja keinesfalls unsere Freundschaft riskieren oder auch nur im Ansatz gefährden.
Sicher ist es besser wenn ich all das weiterhin beiseiteschiebe… gerade weil ich ihn liebe.
Was soll er denn sonst von mir denken? Immerhin sind wir beide ja immer und fast überall von unzähligen Mädchen umgeben.
Wieso sollte er mich also (auch) lieben?




*Aki*

Irgendwann bin ich wohl vor Erschöpfung und Traurigkeit eingeschlafen. Als ich wach werde, fühle ich mich kein bisschen besser oder es erscheint mir irgendwie leichter oder sonst irgendwas. Ganz im Gegenteil. Der Schmerz schnürt mir die Kehle zu, liegt mir absolut schwer im Bauch und legt mein Herz nur noch mehr in eiserne Ketten, die sich immer weiter zusammenziehen.
Ich bin nicht mal in der Lage aufzustehen. Nur mit Mühe und größter Anstrengung schaffe ich es dann doch mal ins Bad. Doch kaum habe ich dort erledigt was unbedingt Not tat, wird mir beim Blick in den Spiegel ganz anders. Mit einem Mal überkommt mich die Übelkeit und ich finde mich direkt vor der Toilette kniend wieder, während sich mir nicht nur der Magen umdreht, sondern viel eher fühlt es sich an als würden sich sämtliche Organe in mir umdrehen und Übelkeit und Schmerz überkommen mich mit solchen Wucht, dass ich mich nur noch mehr krümmen kann.

Mit Tränen der Anstrengung in den Augen, schlurfe ich einfach nur zurück in mein Bett, möchte mich nur noch darin verkriechen, traurig sein und weinen dürfen, wenn ich Lauri schon weder haben noch vergessen kann.




*Lauri*

Merkwürdig… Aki ist noch gar nicht da. Auch im Lauf des Tages taucht er nicht auf… hoffentlich ist ihm oder generell nichts passiert. Ich werde wohl besser mal bei ihm vorbeischauen, immerhin ist er mein bester Freund.
Doch auch per Nachricht oder Anruf hat er sich bisher nicht gemeldet und das ist eigentlich so gar nicht seine Art.
Gesagt. Getan.

Und so klingele ich am Nachmittag an der Tür von Aki und seiner Familie. Es dauert einige Minuten, aber dann öffnet mir Aki doch noch die Tür und sieht mich aus roten, verquollenen Augen an und schaut auch sonst ziemlich schlecht aus. So kenne ich ihn gar nicht und habe Aki auch noch nie so gesehen; sowas von schlecht und absolut fertig.

Er selbst sieht mich verwundert an und fragt was ich denn möchte.
„Du bist gestern einfach so weggerannt und warst auch heute nicht da… ich mach mir Sorgen und so wie du ausschaust scheint es ja auch sehr schlimm zu sein, was auch immer passiert ist.“
„Ich dachte jedenfalls du kannst auf jetzt sicher einen Freund an deiner Seite brauchen. Darf ich reinkommen und du erzählst mir was los bzw. passiert ist?“, antworte ich und darf daraufhin auch schon direkt eintreten.
Schnell lasse ich Schuhe und Jacke im Flur und bin dann auch schon mit in Akis Zimmer.






*Aki*

Jetzt steht er auch noch ausgerechnet vor meiner Tür. Oh man, was mach‘ ich nur? Und seinen Worten nach hat er von gestern doch mehr mitbekommen als ich dachte.
Soll ich mir schnell was ausdenken oder doch besser die Flucht nach vorn wählen?
Doch da ist Lauri auch schon bei mir und ich kann einfach nicht anders… ich verliere mich ja jetzt schon allein in seinen Anblick, daher entscheide ich mich doch für die Flucht geradeaus und auch wenn es mehr als schwer ist… ich muss mit Lauri sprechen. Jetzt. Sofort.

„Also, was ist los? Was ist passiert?“, höre ich Lauri im selben Moment fragen wie ich gerade „Wir müssen reden oder vielmehr muss ich dir da was erklären“ sage. Kurz müssen wir beide über diesen Moment schmunzeln, dann lasse ich mich resigniert auf mein Bett sinken, klopf leicht nehmen mir auf die Decke, in der Hoffnung Lauri setzt sich zu mir.

Als er das dann auch wirklich tut, ist er mir schon wieder so nah, dass ich mich direkt in diesen unglaublichen Augen verliere. Doch das ist jetzt genau falsch. Ich muss unbedingt einen klaren Kopf bewahren.

Noch einmal atme ich tief durch und beginne dann leise zu sprechen: „Du hast Recht, es gibt da etwas das ich dir sagen möchte bzw. sagen muss… und ja, ich bin einfach so abgehauen und weggerannt und auch dafür gibt es einen Grund…“, unsicher sehe ich Lauri wieder in die Augen und warte seine Reaktion ab. Mitfühlend und fragend sieht dieser mich seinerseits an, drängt mich aber keineswegs zum Weitersprechen, sondern lässt mir alle Zeit die ich brauche.
„Was ist denn passiert? Du weißt ich bin dein bester Freund und immer für dich da.“, ist alles was er mich in dem Moment wissen lässt. Seine Worte bestärken mich und machen mir es aber gleichzeitig noch schwerer.

Die Gedanken in meinem Kopf überschlagen sich: Soll ich es ihm wirklich sagen? Oder lieber nicht bevor ich wirklich noch unsere Freundschaft zerstöre und dann habe ich ihn ganz verloren. Aber ich muss es ihm doch sagen… .
Ich werde noch verrückt, wenn dieses Gedankenkarussell nicht bald aufhört.

Schwer schluckend kämpfe ich gegen den Kloß in meinem Hals an, sehe ein letztes Mal in seine Augen und dann schnell weg während mir die Worte „ich habe mich verliebt…“ über die Lippen kommen.
„Oh… und das dann scheinbar ziemlich heftig und wie mir scheint unglücklich.“, höre ich Lauri leise neben mir sagen und kann mir ein leichtes Grinsen und ein kleines Nicken nicht verkneifen.
Lauri versteht mich und versucht mich natürlich sofort ein wenig aufzumuntern… er ist einfach zu goldig, nur wie sage ich ihm genau das?
„… kann ich dir irgendwie helfen“, fragt er da aber auch schon und sieht mich wieder auf diese ganz besondere und ihm ganz eigene Weise an.

„Das ist lieb von dir, aber das ist noch nicht alles.“, antworte ich ihm und beobachte ganz genau seine Reaktion.




*Lauri*

Hier so direkt neben Aki fällt es mir immer schwerer meine Gefühle für mich zu behalten, aber ich habe einfach zu viel Angst… und dann auch noch gerade jetzt wo er mir doch gerade gesagt hat, dass er sich verliebt hat und wie unglücklich er ist.
Nein, jetzt geht es erst mal einzig und allein um Aki, denn wenn es ihm besser geht wird es das mir sicher auch.

„Und was ist gestern passiert, dass du weggerannt bist?“, frage ich stattdessen vorsichtig. „Haben sich deine Eltern wieder gestritten und du musst es ausbaden oder ist deiner Schwester was geschehen?“
„Nein, aber dich so von den Mädels umringt zu sehen… da sind mir einfach die Sicherungen durchgebrannt. Tut mir leid.
Und ja, meine Eltern streiten sich eigentlich fast nur noch schreien oder schweigen sich an.“

Einen Augenblick hängen wir beide nur unseren Gedanken nach, bis Aki plötzlich leise wieder seine Stimme erhebt: „Lauri?“, fragt er erst und als ich ihn ansehe fährt er fort: „Ja, ich habe mich verliebt und ja ich bin unglücklich… aber nur weil ich mich bisher nicht getraut habe… und das möchte ich aber auch nicht mehr sein.
Gleichzeitig habe ich aber auch Angst unsere Freundschaft zu zerstören… aber ich muss es dir jetzt einfach sagen…. Ich habe mich… in … dich verliebt.
Rakastan sinua, Lauri.“

Einen Moment lang glaube ich mich verhört zu haben….




*Aki*

Puh… endlich. Endlich habe ich es doch gesagt und sogar direkt ihm gegenüber ausgesprochen.
Doch wieder herrscht Schweigen und aus Lauris Miene kann ich so rein gar nichts erkennen oder auch nur im Ansatz lesen.
Aber gleichzeitig denke ich mir, dies ist dann wohl auch Antwort genug. Aber hey… was habe ich denn auch erwartet?

Lauri sitzt noch immer da wie erstarrt. Also ergreife ich noch einmal vorsichtig das Wort: „Tut mir leid. Ich kann verstehen, wenn du jetzt nichts mehr mit mir zu tun haben magst und dich auch erst mal von mir abwendest.
Ich musste es dir nur endlich sagen und wollte auch, dass du es endlich weißt.
Entschuldige, ich weiß auch nicht, was ich mir dabei gedacht habe. Wenn du jetzt erst mal Abstand brauchst ist das vollkommen verständlich, aber ich hoffe wir können irgendwann wenigstens wieder Freunde sein.?“, setze ich eher als Frage noch nach und schaue traurig erst kurz aus dem Fenster und dann zu Boden.

Als ich plötzlich eine Bewegung neben mir wahrnehme. Lauri steht nun direkt vor mir und fast bin ich der Meinung er schwindet jetzt angeekelt und für immer…

Doch nein…. Lauri kniet sich vor mich sieht mich liebevoll und aufmunternd an, legt seine Hand auf mein Bein und „zwingt mich“ nur mit seinem Blick ihn anzusehen.
Als ich dies dann tu und mich traue meinen Kopf leicht zu heben, fallen mir als erstes Lauris nasse Augen auf…
Oh nein, was habe ich getan?




*Lauri*

Wow… ich habe mich doch gerade nicht verhört… Er liebt mich…
Ich mein ER liebt mich. MICH.
Aki liebt mich… und ich liebe ihn… habe mich aber nie wirklich getraut ihm das zu sagen… und jetzt hat er die schönsten Worte überhaupt zu mir gesagt.

Ich kann gar nicht anders und knie jetzt hier vor ihm, wenn auch mit nassen Augen und ziemlich aufgewühlt und durcheinander.
„Aki…“, setze ich an, als er mich endlich wieder ansieht „… ich finde dich oder das was du eben gesagt hast keineswegs schlimm, ekelig oder anwidernd. Ganz im Gegenteil.
Du hast mich gerade zum glücklichsten Menschen der Welt werden lassen…“

Akis verwirrtes Gesicht lässt mich schmunzeln. Vorsichtig nähre ich mich noch ein Stück, sah ihm noch mal in die Augen, nehme sein Gesicht in meine Hände und lege sanft meine Lippen auf die seinen.

Es braucht nur Bruchteile von Sekunden bis Aki versteht und realisiert was gerade passiert und sich dann ebenso sehr in den Kuss fallen lässt.
„Heißt das…?“
„Ja, heißt es… und das schon sehr lange.“, sprechen wir die wenigen Worte bevor wir uns wieder küssen.
Wie lange habe ich mir das schon gewünscht und immer und immer wieder in meinen kühnsten und wildesten Träumen ausgemalt. Doch das was ich hier gerade erleben und fühlen darf… übertrifft jedes Feuerwerk und ist millionenfach schöner als es jeder noch so schöne Traum je sein kann.

Aki scheint es genauso zu gehen, denn diesmal ist er es, der ein leises „Wow…“ haucht.
„Kann ich das bitte noch mal fühlen?“, flüstert er leise an meinen Lippen.
Diesen Wunsch erfülle ich Aki nur zu gerne.


„Was wolltest du nochmal sagen…?“, fragend sieht Aki mich an, doch sein Grinsen verrät ihn.
„Ja, Aki… ich liebe dich auch, mein kleiner Trommler.“
„Rakastan sinua, Lauri.“, antwortet er grinsend.

Die darauf folgenden Küsse sind noch mal ganz anders und besonders als die bisherigen.
Und sie sind vor allem der Anfang einer ganz besonderen Liebe und einer ganz besonderen Zeit.

Dies ist der Anfang einer ganz besonderen Weihnachtszeit…. einer besonderen und vor allem endlich glücklichen Weihnachtszeit. – und das passend zum ersten Advent.
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