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Die Zeit zwischen den Jahren

Kurzbeschreibung
GeschichteMystery, Romance / P16 / FemSlash
Ami Mizuno / Sailor Merkur Minako Aino / Sailor Venus Seiya Kou / Sailor Star Fighter Taiki Kou / Sailor Star Maker Usagi "Bunny" Tsukino / Sailor Moon / Serenity II Yaten Kou / Sailor Star Healer
28.11.2020
25.04.2021
36
209.069
12
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Dieses Kapitel
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29.11.2020 2.772
 
„Uaaah, ist das kalt draußen.“ Bunny zitterte immer noch als sie Rei's Zimmer betrat, in dem es ihre Freundinnen sich bereits gemütlich gemacht hatten. Schon in den letzten Wochen verzeichnete der Dezember neue Rekorde in Sachen Tiefsttemperatur. Es kam eher selten vor, dass Bunny wirklich ihren dicken Wintermantel rausholen musste. Diesen zog sie nun aus und legte ihn zu den anderen auf Rei's Bett.
„Möchtest du einen Tee?“, fragte Rei mitfühlend.
„Oh ja, gerne“, sagte Bunny während sie sich neben Makoto auf das große Bodenkissen setzte. Seufzend zog sie die weiche Decke um sich und rutschte näher zu Makoto. „Danke, Rei.“
„Wir müssen es wie die Pinguine machen und uns in einer großen Gruppe zusammenkuscheln“, erzählte Ami. „Diejenigen, die alleine außen vor bleiben, werden einer solchen Kälte wohl nichts entgegenbringen können.“
„Oder diejenigen die zu spät kommen“, fügte Minako lachend hinzu. Sie wärmte ihre Hände an einer dampfenden Tasse.
„Richtig“, stimmte Ami zu. „Was mich zu der Frage bringt: Warum bist du zu spät, Bunny?“
„Tut mir leid“, sagte Bunny reuevoll und senkte den Blick. „Ich habe noch mit Mamoru telefoniert.“ Sie sah in ihre Teetasse, die Rei ihr in die Hand gedrückt hatte, und mied die Blicke der anderen. Es war kein schönes Telefonat, dass sie geführt hatten. Dass sah man wohl auch ihrem Blick an, denn ihre Freundinnen wurden ruhig. Sie spürte die Blicke auf sich. Es war ihr unangenehm, denn sie wusste, dass sie gleich Rede und Antwort stehen musste.
„Du siehst aber nicht besonders glücklich aus“, stellte Rei fest. Bunny schüttelte seufzend den Kopf. Sie konnte ihren besten Freundinnen einfach nichts vormachen.
„Nein“, sagte Bunny ehrlich. „Ich habe mich so auf Weihnachten mit Mamoru gefreut. Nachdem er das letzte Jahr krank war, habe ich mir dieses Jahr eine richtig schöne romantische Zeit erhofft. Aber Mamoru muss arbeiten. Weihnachten und Silvester.“ Sie hatten nun seit über zwei Jahten Frieden. Nach dem Kampf mit Galaxia waren sie sehr schnell wieder dem Alltagstrott verfallen. Da hatte sie ihren Mamoru nun wieder und trotzdem war die Zeit, die sie wirklich gemeinsam verbrachten, kaum nennenswert. Mamoru hatte sein Studium beendet. Seine Abschlussarbeit war eine der besten des Landes. Bunny war sehr stolz auf ihn. Sie hatte freiwillig zurückgesteckt, weil sie wusste, dass Mamoru die Zeit für die Uni benötigte. Sie hatte gehofft, dass es danach besser werden würde - dass die Arbeit nicht mehr an erster Stelle stehen würde. Da hatte sie aber falsch gedacht. Mamoru arbeitete nun als angehender Arzt in einem Krankenhaus. Sie hatte das Gefühl, dass er noch weniger Zeit hatte als zuvor. Sie fühlte sich sehr alleine.
„Oh nein. Dabei hattest du dich schon so darauf gefreut“, sagte Minako.
„Ja.“ Bunny nickte ein wenig abwesend. „Es stand auch mal im Raum, dass wir zusammenziehen wollen. Aber mittlerweile bin ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich das will. Da wäre ich auch nur alleine...“ Zumal sie selbst noch gar keine Ahnung hatte, was sie nun nach der Schule machen sollte. Rei würde ab dem nächsten Jahr die Leitung des Tempels übernehmen, Ami studierte Medizin und Makoto besuchte eine Menge Gründerkurse, um ihr Café eröffnen zu können. Es tröstete sie ein wenig, dass Minako auch noch nicht wirklich wusste, was sie wollte. Sie hatte natürlich immer noch die Möglichkeit ein Idol zu werden. Doch ihre Mutter wollte, dass sie etwas richtiges lernte, um etwas zu haben, was sie im Notfall auffing, sollte es mit der Karriere nicht klappen.
„Oh, Bunny.“ Rei sah Bunny traurig an.
„Hier. Nimm ein paar Kekse. Es sind meine speziellen Seelenschmeichler“, sagte Makoto und schob Bunny eine hübsche Box rüber.
„Danke“, sagte Bunny und griff sich einen Keks. Zu Süßem sagte sie nie nein. „Aber es ist okay. So kann ich die Zeit mit euch verbringen. Hm, Mako! Diese Kekse...“, schwärmte Bunny und griff sich noch einen. Makoto kicherte glücklich. „Wapf hapf fir -“ Bunny schluckte doch lieber den Keks herunter, bevor sie weiter sprach. „Was habt ihr denn geplant?“
„Ursprünglich wollten wir am Wiehnachtsabend zu Makoto – gemeinsam kochen und so“, erzählte Minako und wedelte aufgeregt mit einem Keks in ihrer Hand. „Aber vorhin rief Haruka an und hat uns alle in ihr Haus eingeladen.“
„In ihr Haus?“, fragte Bunny verwirrt.
„Na das Haus, in dem sie mit Michiru, Setsuna und Hotaru wohnt“, erklärte Ami.
„Aaaah“, machte Bunny bevor sie an ihrem Tee schlürfte. „Das wird sicher lustig. Wir waren lange nicht mehr alle zusammen.“
„Richtig. Deswegen haben wir auch zugesagt“, schloss Makoto.
„Ach ja, und wir wollen wichteln“, fiel Minako ein. „Jeder zieht ein Los mit einem Namen drauf und kauft eine Kleinigkeit für denjenigen. Heimlich, versteht sich.“
„Ich weiß, was Wichteln ist.“ Bunny hob eine Augenbraue. Sie wusste genau, warum Minako die Erklärung hinzugefügt hatte.
„Na, bei dir weiß man ja nie“, feixte Rei.
„Sei nicht so gemein zu mir, Rei“, meckerte Bunny, doch die Miko streckte ihr nur die Zunge raus.
„Hört schon auf, ihr beiden.“
„Aber sie hat angefangen, Makoto“, beschwerte sich Bunny.
„Ist doch egal, wer angefangen hat. Wir haben noch wichtige Dinge zu besprechen.“
„Was denn?“ Nun wurde Bunny hellhörig.
„Silvester ist im Crown ein Karaokewettbewerb. Der Sieger bekommt ein beachtliches Preisgeld“, erklärte die Braunhaarige. „Unazuki meinte, dass eine Anmeldung noch bis zu sieben Tage vor dem Wettbewerb möglich ist. Wollen wir mitmachen?“
„Na logo!“, sagte Minako sofort. „Das wird sicherlich lustig.“
„Bestimmt... aber die vielen Leute“, gab Bunny zu bedenken. Sie selbst sang auch sehr gerne für sich selbst oder in einer kleinen Runde, aber zu viele Leute machten sie nervös. Außerdem war das nur eine weiter Möglichkeit sich zu blamieren.
„Ach komm schon, Bunny“, sagte Ami. „Es geht doch beim Karaoke nicht darum, perfekt zu sein. Wir wollen Spaß haben. Ich will auch mitmachen.“
„Du hast ja recht, Ami.“ Bunny trank noch etwas von ihrem Tee. Plötzlich prustete sie los und verschluckte sich so sehr, dass Makoto ihr besorgt auf den Rücken klopfte.
„Alles okay, Bunny? Was hast du?“, fragte Ami besorgt.
„Naja“, begann Bunny, als sie sich wieder beruhigt hatte. Sie musste sich ein paar Mal räuspern, um ihre Stimme wieder komplett herzustellen. „Mir ist nur gerade eingefallen, dass es perfekt für Seiya wäre. Die würde uns sicher trotzdem alle in Grund und Boden singen, nur um zu gewinnen.“
„Ja, das sehe ihr ähnlich“, stimmte Minako zu. Die Mädchen sahen einander schweigend an. Es musste niemand sagen, was gerade durch ihre Köpfe ging. Es waren schon über zwei Jahre vergangen und es hatte in all dieser Zeit kein Lebenszeichen der Starlights gegeben. Es mochte vielleicht ein gutes Zeichen sein, trotzdem fragte sich Bunny immer wieder, wie es ihnen wohl ging. In letzter Zeit dachte sie häufiger an ihre Freunde, weit am Rande der Galaxy – vor allem an Seiya. Mit ihr wäre diese schwere Zeit sicher ertragbarer gewesen. Aber die Kriegerin war nicht hier. Bunny liebte ihr Freundinnen, aber mit Seiya verband sie etwas anderes. Sie war ihre Seelenverwandte. Und auch wenn sie keine Nachricht von Seiya hatte, war sie sich sicher, dass diese Verbindung noch bestand.
„Ich vermisse sie“, sagte Bunny leise.
„Wen? Seiya oder die ThreeLights?“, fragte Minako und stuppste Bunny an, sodass ihre Freundin aufsah.
„Alle drei natürlich“, sagte Bunny sofort, obwohl ihr klar war, dass ihre Freundinnen sie durchschauten.
„Es ist doch okay, Bunny.“ Ami lächelte Bunny verständnisvoll an. „Ihr seid beste Freundinnen. Die vermisst man besonders. Ich vermisse Taiki auch. Wir hätten noch so viele Dinge zu reden und zu analysieren gehabt … eine Schande, dass wir die Zeit nicht hatten.“
„Was wollt ihr denn analysieren“, fragte Bunny und wackelte belustigt mit den Augenbrauen. „Na, Ami?“
„Nicht das, was du denkst, Bunny“, sagte Ami sofort, wurde rot und versteckte sich hinter ihrer Teetasse.
„Aber wenn sie nicht zu uns kommen... warum gehen wir dann nicht zu ihnen?“, fragte Rei nachdenklich.
„Du willst nach Kinmoku reisen?“, fragte Bunny ungläubig. „Wir wissen doch aber gar nicht wo das ist.“
„Richtig, und mir würde auf die Schnelle auch nicht einfallen, wie ich den Planeten finden könnte“, gestand Ami. „Mal abgesehen davon, wissen wir nicht, ob wir überhaupt auf Kinmoku willkommen sind.“
„Warum sollten wir nicht?“, sagte Bunny bestimmt und stemmte die Hände in die Hüfte. „Immerhin konnten sie nur dank uns wieder dorthin zurückkehren...“
„Schon“, seufzte Ami. „Es ist trotzdem nicht so einfach. Aber du kannst ja mal Luna fragen, Bunny. Oder wir fragen Weihnachen mal Setsuna.“
„Kann ich machen, wenn ich Luna heute Abend sehe. Bei dem Wetter geht sie selten aus dem Haus.“
„Ist bei Artemis auch so“, stimmte Minako zu.
„Ich würde sie so gerne wiedersehen“, sagte Bunny. „Keiner, der mich Schätzchen nennt. Ich hatte mich so daran gewöhnt.“
„Ach Bunny.“ Makoto lachte leise. „Wir können dich ja Schätzchen nennen.“
„Das ist nicht dasselbe! Aber danke Mako.“
„Hm...“
„Was hast du denn Rei?“, fragte Ami besorgt. Die Miko war ein wenig in sich gekehrt und starrte mit einem entrückten Blick vor sich hin.
„Geht es dir gut, Rei?“ Bunny wedelte mit der Hand vor Rei's Augen hin und her. „Huhu. Rei?“
„W-was?“ Rei schreckte aus ihrer Starre. Sie sah ihre Freundinnen noch ein wenig neben der Spur an.
„Was ist denn mit dir? Du warst so abwesend?“, wollte Minako wissen.
„Ich habe etwas gespürt“, sagte Rei leise.
„Eine böse Energie?“, fragte Ami besorgt.
„Bitte nicht. Nicht nach all der Zeit und nicht kurz vor Weihnachten“, jammerte Bunny. Das fehlte ihr noch zu ihrem Unglück. Ein neuer Feind war das Letzte, was sie brauchte.
„Nein. Sie ist nicht böse. Sie kommt mir bekannt vor, aber ich kann sie nicht zuordnen. Sie ist noch zu weit weg... wartet … langsam wird sie deutlicher...“
„Von woher kommt sie?“, fragte Ami und sah sich um, als käme die Energie aus nächster Nähe.
„Aus dem Weltall“, antwortete Rei.
„Aus dem Weltall?“, fragten die Mädchen im Chor.
„Wer könnte denn aus dem Welta-“ Bunny erstarrte. „Es sei denn...“ Sofort sprang die Blonde auf und riss ihren Mantel vom Bett.
„Bunny, warte!“ Doch Bunny hörte nicht. Im Laufen zog sie sich ihren Mantel an und rannte aus dem Raum. Sie hatte eine Ahnung, wer das sein könnte. Langsam spürte sie die Energie auch. Sie kam immer näher. Konnte es wirklich sein?

Das müsste der Mars gewesen sein. Der rostrote Planet schwebte totenstill im All, hangelte sich an seiner Umlaufbahn langsam durch das Sternenmeer. Auch wenn es im All seltsam ruhig war, war doch alles irgendwie in Bewegung. Trotzdem schien sich rein gar nichts verändert zu haben. Es war alles da: der Mars mit seinen Monden, die Sterne, feine Partikel die um umherirrende Gesteinsformen tanzten und der ein oder andere Komet, der sich auf einer endlosen Reise durch das All befand. Genau wie die drei hellen Sternschnuppen, die mit hoher Geschwindigkeit am Mars vorbeiflogen, einen Haken um Phobos schlugen, nur um dann zielstrebig auf die Erde zuzusteuern.
Sailor Star Fighter seufzte. Bald. Schon sehr bald würden sie die Erde erreichen. Es war schon viel zu lange her. Je näher sie der Erde kamen, desto mehr fragte sich die Kriegerin, warum sie sich nicht schon viel eher auf den Weg zur Erde gemacht hatten? Die Vorfreude wuchs ins Unermessliche. Sie konnte es kaum noch erwarten den blauen Planeten und dessen Bewohner wiederzusehen. Genaugenommen wollte sie hauptsächlich eine einizige Person wiedersehen. Jenes Mädchen, das sie seit Jahren und trotz der Entfernung nicht vergessen konnte.
„Nur weil du schneller fliegst, werden wir das nicht auch tun“, rief Sailor Star Healer, die ein wenig zurückgefallen war.
„Healer hat recht. So viel Energie haben wir nicht mehr, wir müssen sie uns einteilen“, gab Sailor Star Maker zu bedenken.
„Tschuldigt. Das habe ich nicht gemerkt“, gab Fighter zu. Da musste wohl ihre Vorfreude das Gaspedal gedrückt haben. Trotzdem nahm sie ihr Tempo zurück und ließ ihre Gefährtinnen aufschließen.
„Du wirst Bunny schon noch früh genug wiedersehen“, lachte Maker.
„Jaaaa, ich weiß“, stöhnte Fighter und stieß ungeduldig geräuschvoll die Luft aus ihren Lungen. Anschließend atmete sie einmal tief durch, um sich zu beruhigen. Doch diese innerliche Ruhe hielt nur für eine kurze Zeit an, denn als die Erde endlich in ihr Sichtfeld kam, begann Fighters Herz Purzelbäume zu schlagen. Die Wirkung des Anblicks hatte sie schier unterschätzt. Sie musste einen Augenblick innehalten und ihn genießen. In ihrer Magengegend kribbelte es merkwürdig, als würden abertausende Ameisen eine Tanzparty feiern.
„Was ist?“, fragte Healer, die neben Fighter zum Stehen kam.
„Ich will den Anblick genießen“, sagte sie andächtig. Der blaue Planet lag friedlich vor ihnen, der Planet, den sie vor einigen Jahren noch mit ihrem Leben beschützt hatten. „Ich bin erleichtert, dass die Erde noch in einem Stück ist.“ Der Planet war so schön, wie bei ihrer ersten Ankunft, als sie nach ihrer Prinzessin gesucht hatten. Da unten war sie: Bunny Tsukino, nein Sailor Moon. „Schätzchen... Gleich bin ich wieder bei dir“, murmelte Fighter mehr zu sich selbst, als zu den beiden anderen Kriegerinnen. Diese sahen sich amüsiert an und zuckten nur mit den Schultern.
„Na los. Sehen wir nach unseren Freunden“, sagte Maker. Kaum hatte sie die Worte ausgesprochen, preschte Fighter los. Freudvoll vollführte sie einen kleinen Looping, bevor sie in Richtung Erde flog.
„Hey, warte!“, rief Healer und folgte ihrer Anführerin. „Unverbesserlich. Sobald es um Bunny geht, fallen bei ihr sämtliche Zacken vom Stern.“
„Lass sie doch. Sie ist halt verknallt.“
„Ja... nur Fighter schafft es, sich in die Mondprinzessin zu vergucken, Lichtjahre entfernt von unserer Heimat“, sagte Healer an Maker gewandt.
„Ach redet ihr nur“, rief Fighter und warf einen Blick über die Schulter. „Als ob ihr Ami und Minako nicht auch unbedingt wiedersehen wollt.“ Maker und Healer schwiegen. Das war Fighter Antwort genug. Ein zufreidenes Lächeln huschte über ihre Lippen. Da hatte sie anscheinend genau ins Schwarze getroffen.
Als sie in die Atmosphäre der Erde eintraten, hielt sie die Luft an. Auch das hatte sich nicht verändert. Es fühlte sich auch heute an, als würde sie direkt in einen Sturm fliegen. Sie schnappte nach Luft und hob die Arme, um ihr Gesicht zu schützen. Doch genauso schnell wie das Gefühl sie überrollt hatte, ließ es auch wieder nach. Der Himmel war glasklar und die Sonne schien. Nun hatten sie einen freien Blick auf die Stadt in der sie so viel erlebt hatten. Tokyo. Für Fighter würde sie immer eine schicksalhafte Stadt bleiben.
„Wohin?“, fragte Healer ein wenig außer Atmen.
„Zum Hikawa-Tempel. Ich spüre da eine Gruppe von bekannten Sternen“, sagte Maker. Sie sah sich um. „Dort ist es.“
„Gut, dann los. So langsam meldet sich auch meine Blase“, sagte Fighter heiter.
„Du hast Probleme“, lachte Healer.
„Na, musst du etwa nicht?“
„Doch schon, aber ich bin Dame genug, das nicht auszusprechen.“
„Was ist so schlimm daran? Ist ganz natürlich.“
„Ich weiß doch“, gluckste Healer. „Ich stelle mir nur das Wiedersehen vor. Hallo Rei, schön euch zu sehen, dürfen wir mal euer Klo benutzen.“
„Ach, hör doch auf.“ Doch auch Fighter musste lachen. Die Vorstellung war einfach nur schräg. Aber wer konnte es ihnen auch verübeln, nach einem 12 Stunden langen Flug durch die Galaxie.
„Na los jetzt!“, drängte Maker die anderen beiden Kriegerinnen. Das ließ sich Fighter natürlich nicht zweinmal sagen und steuerte den Tempel an. Mit einem leisen Klacken ihrer Absätze, landete Fighter auf der Erde.
„Ahh, endlich wieder Boden unter den Füßen.“ Es dauerte einen Augenblick, bis ihr gesamter Körper den Erdkontakt registriert hatte und ihr Gleichgewichtssinn wieder aktiviert war. Nachdem sich Körper und Geist an die Erdanziehung gewöhnt hatten, war da noch ein anderes Gefühl, welches Fighters Körper sich zusammenziehen ließ.
„Bei den Sternen, es ist ja arschkalt hier“, brummte Healer und schlang die Arme um ihren schmalen Körper. „Das Erdenjahr ist so lang und wir schaffen es im Winter hier aufzutauchen. Super!“
„Ich kann doch auch nichts dafür“, gab Fighter unter Zittern zurück. Sie verwandelte sich zurück, da ihr Sailor-Fuku alles andere als wettertauglich war. Doch auch die dünne Kleidung, die sie trugen, half nichts gegen die eisige Kälte.
„Dann lasst uns doch mal schauen, ob Rei da ist“, schlug Maker vor.
„Ja, das ist sie“, sagte eine Stimme hinter ihnen. Fighter zuckte zusammen und drehte sich langsam um. Ihr Herz setzte einen Schlag aus. Da standen die Mädchen in der Tür, in dicke Mäntel gehüllt und starrten sie überrascht an. Inmitten ihrer Freundinnen stand Bunny, die aus großen Augen in Fighters Richtung blickte. Sie live und in Farbe vor sich zu sehen, brachte Fighter ein wenig aus der Fassung. Sie war so gefangen, dass sie sogar den kalten Wind nicht mehr spürte, der durch jeden Schlitz in ihrer Kleidung kroch. Sie unterdrückte den Impuls einfach zu Bunny zu rennen und sie in ihre Arme zu ziehen. Eigentlich wusste Fighter immer was sie tun sollte, doch dieses Wiedersehen brachte sie total aus dem Konzept.
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