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Zerbrochenes Eis- Teil II - Crossover mit Alles was zählt

von Ann Gode
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Dr. Hans-Joachim "Joe" Gerner Katrin Flemming-Gerner OC (Own Character)
28.11.2020
28.11.2020
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28.11.2020 1.156
 
Hallo ihr Lieben,

ich habe diese Geschichte bei "Alles Was zählt" begonnen. Nun findet sie sich in beiden Serien wieder - Crossover. Lest gerne den ersten Teil, ansonsten hoffe ich, dass ihr hier schnell hineinfindet.

---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Im AWZ – Universum

Chiara glitt gefühllos über das harte Eis. Sie spürte es nicht. Spürte nicht diese Energie die durch ihre Adern floss, kurz bevor sie zu einem Sprung ansetzte, spürte nicht diese liebevolle Zufriedenheit wenn sie das Eis unter ihren Kufen knarzen hörte. Sie fühlte gar nichts mehr. Gerade, als sie langsam wieder anfing sich in ihrem Leben einzurichten, da hatte Anna aus der Ferne den letzten Rest in ihr zerstört und ihr Ina genommen. Sie konnte es Ina nicht verübeln, sie hätte selbst nicht mit ihr zusammen sein wollen. Und nun war Ina fort und sie ganz allein. Sie vermisste sie Wahnsinnig. Oh, ein Gefühl! Dachte Chiara. Ja, Schmerz. Dein Leben besteht nur noch aus Schmerz und Dunkelheit. Ohne Sprung, ohne Kür beendete sie ihr Training und verließ die Eisfläche.
„Chiara, wo willst Du hin?“
Mo sah sie streng an.
„Weg.“
„So geht das nicht weiter. Deine Leistungen werden schlechter und schlechter. Ich kann bald nicht mehr rechtfertigen Dich im Kader zu halten.“
Chiara nickte resigniert.
„Ich weiß.“
Mo hatte recht. Sie wusste es ja selbst. In ihr war etwas unwiderruflich zerbrochen. Sie würde es nicht wiederfinden, da war sie sicher. Und nun? Was sollte sie nun tun? Sie konnte doch nichts anderes, hatte nie etwas anderes gekonnt oder gewollt als auf dem Eis zu stehen und bejubelt zu werden. Jetzt jubelte keiner mehr. Jetzt war sie die gebrochene Eiskönigin die keine Leistung mehr zu Stande brachte. Wenn sie es nicht besser wüsste, dann könnte man meinen, sie hat es nie gekonnt. Chiara die Fehlbesetzung auf dem Eis. Sie wollte so vieles, wollte Erfolge feiern, ein Vorbild für die LGBTQ-Szene im Spitzensport werden, eine Familie mit Ina gründen. Und jetzt? Nichts.... Sie traf ihre Entscheidung. Es wurde Zeit.

Mit trauriger Miene schlich sie zu Simone Steinkamp ins Büro.
„Chiara! Was kann ich für Dich tun?“
Trotz des strengen Tonfalls wusste Chiara mittlerweile mit Simone umzugehen. Die ältere Frau war trotz all ihrer Strenge, ein sehr gefühlvoller Mensch. Wenn jemand die Abgründe der menschlichen Seele kannte und sie verstehen würde, dann war es Simone. Chiara musste sich nur trauen die Wahrheit zu sagen. Sie räusperte sich.
„Ich möchte mit sofortiger Wirkung vom Steinkamp-Kader freigestellt werden.“
Überrascht schaute Simone sie an.
„Was? Chiara. Jeder von uns hat einmal eine schlechte Zeit. Aber deswegen musst Du nicht gleich aufgeben. Glaube mir, mit einem härteren Training wirst Du wieder an alte Leistungen anknüpfen.“
Chiara schüttelte ihren Kopf.
„Ich gebe nicht auf. Ich will neu anfangen.“
Simone lachte auf!
„Neu anfangen? Womit denn Chiara?“
„Ich weiß es nicht.“
Simone wurde ruhig. Sie sah den Schmerz in Chiara´s Augen. Ihre Strenge war hier nicht angebracht. Chiara brauchte Hilfe, mütterlichen Beistand.
„Woran hast Du gedacht?“
Simone blickte in leere Augen.
„Was interessiert Dich?“
Chiara zuckte mit den Schultern.
„Nichts mehr. Das Eis hat mir alles bedeutet, jetzt ist es nur noch kalt und schwer. Und Ina, aber Ina ist weg. Sie hat mich verlassen. Endgültig. Und ich bin hier und empfinde nichts, kann nichts, bin kein Teil dieser Welt.“
„Oh Chiara, Du bist so vieles, Du kannst so vieles, Du musst dir nur Zeit geben um es wieder zu entdecken. Ich werde Dir helfen und Dich unterstützen.“
„Wie?“
„Lass mich ein paar Telefonate führen. Wir reden heute Abend in der Villa weiter.“
Chiara verließ das Büro und mit ihr ein Fünkchen Hoffnung, dass ihr Leben noch lebenswert war.
Simone seufzte. Der Ehrgeiz in ihr wollte Chiara nur ungern gehen lassen, sie wusste, weches Talent in der jungen Frau steckte, aber das mütterliche Herz in ihr spürte, dass Chiara jetzt etwas anderes brauchte. Einen Tapetenwechsel, eine neue Aufgabe.
Sie wählte die eine ihr bekannte Nummer.
„Kathrin, schön dass ich Dich gleich erreiche. Hier ist Simone Steinkamp aus Essen.“
Simone lachte und betrieb etwas Smalltalk mit der Geschäftsfrau aus Berlin.

Am Abend klopfte es liebevoll an Chiara´s Zimmertür. Simone streckte ihren Kopf ins Zimmer.
„Darf ich reinkommen?“
Chiara nickte und legte ihr Handy bei Seite. Sie war versunken gewesen in alten Bildern und Nachrichten von Ina. Ihre Vergangenheit. Das war die beste Zeit ihres Lebens gewesen. Sie und Ina. Zum ersten Mal war sie glücklich, zum ersten Mal liebte sie und nun war alles vorbei. Vorbei, weil sie einen unverzeihlichen Fehler begangen hatte.
„Es geht nach Berlin.“
„Häh?“
Simone schmunzelte.
„Ich habe das Gefühl, Du brauchst einen Tapetenwechsel. Also, pack Deine Sachen.“
„Und was soll ich da?“
„Arbeiten Chiara. Ich habe dir ein Praktikum bei einer Immobilienfirma besorgt. Kathrin Flemming braucht eine verlässliche Assistentin. Ich habe ihr gesagt, dass Du fleißig und ehrgeizig bist.“
„Ein Praktikum?“
Skeptisch schaute Chiara Simone an.
„Ja Chiara, ein Praktikum. So fängt man normalerweise im Berufsleben an. Um deinen Unterhalt brauchst Du dir keine Gedanken machen. Richard und ich kommen gerne dafür auf.“
Chiara wusste nicht genau, was sie darauf antworten sollte.
„Berlin?“ Fragte sie unsicher.
Simone trat an Chiara´s Bett, setzte sich neben sie und nahm sie in den Arm.
„Wei0t Du Chiara, manchmal hilft eine neue Umgebung, eine neue Aufgabe, sich selbst wieder zu finden. Und wenn Du Dich wieder gefunden hast, wenn Du weißt, was Du willst, dann bist Du hier jederzeit willkommen.“
Stumme Tränen auf Chiara´s Wangen.
„Danke Simone.“
Mit einem traurigen Lächeln verabschiedete sich Simone von Chiara. Sie war nicht Chiara´s Mutter, aber sie würde Chiara immer wie eine Tochter begrüßen. Sie hatte doch sonst niemanden. Und sie hatte mit Kathrin vereinbart, auf dem Laufenden zu bleiben.

CUT

In der realen Welt

Alex blickte wehmütig auf die MMC-Studios. Das war es also erstmal mit ihrer Zeit bei „Alles was zählt“. Sie lächelte. Was werden Franzi und Linda wohl sagen wenn sie in Berlin aufschlug? Erleichterung in ihrem Herzen. Endlich wären sie wieder vereint. Endlich konnte sie wieder Zeit mit Linda verbringen. Endlich würde sie Franz wiedersehen. Endlich würde sie sich nicht mehr allein fühlen. Es fühlte sich richtig an. Die Beziehung zu Linda war ins stocken geraten, aber sie wollte nicht aufgeben und sie wollte Franzi nicht aus ihrem Leben gehen lassen. Sie fühlte sich einsam in den letzten Wochen am Set, einsam in Köln; als würde sie nicht mehr hierhin gehören. Ihr Leben, ihre Lieben waren in Berlin und so machte sie den Verantwortlichen von Ufa deutlich, dass sie dorthin musste. Und sie wurde erhört. Sie durfte bei „GZSZ“ mitspielen, durfte der Treiber für ein Crossover sein. Alex interessierte das nicht. Sie wollte einfach nur nach Berlin, sie wollte einfach nur zu Linda. Und so stand sie da, mit ihre Koffern. Stand in einem Hochhaus vor verschlossenen Türen.
„Was machst Du hier?“
Linda sah sie geschockt an, als sie aus dem Fahrstuhl stieg.
„Ich drehe jetzt in Berlin.“
Linda nickte.
„Dann komm mal rein.“
Warum nur kam sich Alex so unwillkommen vor?
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