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von SimsGirlK
GeschichteDrama / P12 / Gen
Draco Malfoy Lucius Malfoy Narzissa Malfoy OC (Own Character)
27.11.2020
21.04.2021
67
88.780
5
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Dieses Kapitel
1 Review
 
07.04.2021 3.002
 
Mittwoch, 27.05.98, Malfoy Manor

Den nächsten Morgen gab es keine Aufschübe mehr. Ich hatte noch fünf Tage bis die Prüfungswoche begann und ich wollte jeden davon nutzen. Meine Laune bekam einen Dämpfer als ich die Zeitung sah.
„Und wieder winden sie sich heraus: Die Malfoys auf freiem Fuß!“ las ich über einem riesigen Bild von den dreien. Es war ein älteres Bild und nicht aus dem Gericht. Dracos Haare sahen anders aus. Schnell überflog ich den Artikel, der nicht so richtig positiv war. Es wurde wieder und wieder auf Harry Potter hingewiesen. Ich war nicht sicher was ich davon halten sollte. Hauptsächlich war ich froh sie alle hier zu haben. Darauf wollte ich mich konzentrieren.

Mit neuer Motivation betrat ich die Bibliothek, traf Draco aber nicht an. Darüber war ich ein wenig enttäuscht. Während ich meine Bücher wälzte, brachte Thad mir einen Brief vom Ministerium, in dem mein Prüfungsplan festgelegt war. Er sah übel aus. Da jedes Fach mehrere Stunden verlangte, wurden jeweils entweder ein Vor- oder Nachmittag angesetzt. Mit neun Fächern hatte ich also lediglich den Donnerstagnachmittag frei. Ich würde also fast ununterbrochen im Ministerium bleiben. Über die genauere Planung wollte ich noch mit Narcissa sprechen, bisher war ich immer mit meiner Mutter dort gewesen, in der Mittagspause hatten wir im Ministerium gegessen und sie hatte mich weiter abgefragt. Ich konnte natürlich auch Thad mitnehmen, doch wenn Draco einen ähnlichen Plan hatte, konnte ich bestimmt auch mit ihm essen. Meine Mundwinkel zuckten leicht. Vielleicht konnten wir uns gegenseitig abfragen.

Beim Mittagessen zeigte ich Narcissa den Plan und sie fragte nach meinem bisherigen Vorgehen. Ich erzählte von meiner Mutter und sie versprach dafür zu sorgen, dass jemand bei mir war. In dem Moment kam Draco dazu, doch seiner Miene nach zu urteilen beschloss ich ihn wann anders darauf anzusprechen. Er wechselte einen intensiven Blick mit seiner Mutter und starrte anschließend wie gewohnt auf seinen Teller. Ob Narcissa noch immer nicht glücklich mit seiner schulischen Entscheidung war? Zumindest Lucius benahm sich normal. Er war wieder blendend gelaunt und erzählte aus dem Ministerium.

Den Nachmittag verbrachte ich allein im Trainingsraum. Nicht, dass ich Hilfe gebraucht hätte, doch es war ein wenig einsam. Das Lernen hätte sicherlich wesentlich mehr Spaß gemacht, wenn Draco auch dagewesen wäre. Fast wirkte es so als wäre er doch nach Askaban gegangen, außer bei den Mahlzeiten sah ich ihn gar nicht.
Langsam bildete sich die Vermutung, dass zwischen den Malfoys etwas passierte. Das wurde verstärkt, als sie beim Abendessen alle stur und angefressen wirkten. Anders als vor dem Prozess, aber trotzdem unangenehm. Sehr unangenehm. Gleichzeitig fühlte ich mich aufdrängend und ausgeschlossen. Ob sie nur wegen meiner Anwesenheit nicht sprachen? Worum ging es schon wieder?

Als ich später im Bett lag war auch der Rest meiner guten Laune vom Morgen verflogen. Was war nur mit den Malfoys los?

Donnerstag, 28.05.98, Malfoy Manor

Den nächsten Morgen saß Draco zwar in der Bibliothek und las, blockte aber jegliche Kommunikation ab. Nach kurzer Zeit verschwand er und ich traf ihn erst beim Mittagessen wieder. Das ganze begann mich zu frustrieren. Vor allem als Lucius Draco nach dem Essen dabehalten wollte und ich das Gefühl hatte sie würden nur darauf warten, dass ich verschwand. Wenn die Prüfungen nicht so nah bevor stünden hätte ich wahrscheinlich mehr Zeit darauf verschwendet über diese neuen Entwicklungen nachzudenken. Die hatte ich aber nicht, daher kehrte ich in den Trainingsraum zurück und fuhr mit der Wiederholung fort. Im Laufe des Nachmittags brachte Thad mir einen neuen Brief von Tante Anthemia und wurde gleich losgeschickt die neuen Empfehlungen zu besorgen.

Beim Abendessen wurde weiter eisern geschwiegen. Lucius wirkte noch am normalsten, in seinen Augen lag jedoch eine fast boshafte Überheblichkeit. Narcissa wirkte streng und distanziert, Draco stur und abweisend. Den restlichen Abend flüchtete ich mich in mein Zimmer. Hoffentlich konnten sie ihren Konflikt bald klären.

Freitag, 29.05.98, Malfoy Manor

Am Freitag wirkte es dann fast so. Ich sah die Malfoys erst beim Mittagessen, wo Draco zwar noch immer abweisend nun aber auch etwas überlegen wirkte. Seine Eltern dagegen schienen mehr als unzufrieden. Das ganze erinnerte mich an die Zeit kurz bevor Draco doch nicht nach Hogwarts gegangen war. Ging es da immer noch drum? Verhielt sich die Familie immer so, ich war es nur nicht gewohnt? An diesem Tag verließ Narcissa das erste Mal vor allen anderen den Raum. Ich blickte ihr hinterher und versuchte mir meine Gedanken nicht anmerken zu lassen. Meine Konzentration sollte auf den Prüfungen liegen, doch die Malfoys machten mir das ziemlich schwer! Was passierte hier schon wieder über das mich niemand aufklärte? Warum und womit waren sie so unzufrieden? Ein kleiner Teil von mir musste sich eingestehen, dass ich helfen wollte. Doch das ganze ging mich offensichtlich nichts an.

Draco erhob sich und schritt ebenfalls zügig aus dem Raum. Innerlich seufzte ich. Lucius starrte abwesend das große Portrait an der gegenüberliegenden Wand an, sodass ich schließlich auch aufstand und mich auf den Weg nach oben machte. In der nächsten Woche würde ich wenigstens nahezu ununterbrochen im Ministerium sein.

Nach einem ähnlichen Abendessen änderte ich meine üblichen Pläne und beschloss mich nicht in meinem Zimmer zu verkriechen. Lesen konnte ich überall und mit einem neuen Buch von Tante Anthemia bewaffnet ging ich nachdenklich meine Möglichkeiten durch. Die Bibliothek oder der Trainingsraum fielen heraus, dort verbrachte ich schon genug Zeit. Ich konnte mich in den Garten setzen, doch das fühlte sich mehr nach Dracos Platz an. Ich hatte nicht vergessen, dass er mich anfangs gebeten hatte ihn dort in Ruhe zu lassen. Sonst gab es noch Salons, die Lounge oder einige andere Räume doch alles fühlte sich zu sehr nach meinem Zimmer an. Eine andere Möglichkeit gab es noch.

Das Buch hielt ich schon im Arm, mit meiner freien Hand langte ich nach der Teetasse, die Thad mir bereitgestellt hatte, und meinem Mantel. Ich hatte keine Ahnung wie die Temperaturen draußen waren, durch das Fenster sah ich nur, dass es nicht regnete. Auch wenn der Himmel mit einer dicken Schicht grauer Wolken bedeckt war.
Den Weg fand ich problemlos. Mittlerweile kannte ich fast alle Flure in Malfoy Manor, besonders die im zweiten Stock. Ich kam zu der Treppe, die nach oben führte und hielt vor der schweren Tür. Mangels freier Hände um diese zu öffnen, tastete ich kompliziert nach meinem Zauberstab und so öffnete die Tür sich magisch.

Als erstes sah ich den Tisch mit den beiden Stühlen, doch sofort danach lenkte meine Aufmerksamkeit sich auf das helle Licht am Boden. Ein grünes Feuer prasselte lautstark, es hatte einen Durchmesser von mindestens meinem Arm und sprühte immer wieder Funken in alle Richtungen. Noch interessanter war aber was noch auf dem Boden war. Gerade lief ein etwa faustgroßer Elefant aus Pergament auf das Feuer zu und ließ sich von den Flammen verschlingen. Es folgte ein kleiner Drache, der sobald er in das Feuer flog ebenfalls verbrannte.

Mein Blick wanderte neben die Tür, von wo aus beide gekommen waren. Der Boden war mit zahllosen Papieren übersät und am Ende, an der Wand lehnend, ein ganzes Stück von der Tür entfernt saß Draco. Er hatte die Beine angewinkelt und beide Arme ruhten auf seinen Knien. In einer Hand hielt er seinen Zauberstab, den er gerade sinken ließ. Er blickte mit üblich genervtem Blick zu mir hoch.
Mir war nicht ganz klar was er da tat. Die Papiere waren mit unordentlichen Notizen beschrieben, mehr konnte ich nicht ausmachen.

„Alles in Ordnung?“ brach es unüberlegt und sanfter als erwartet aus mir heraus. Sein Blick wanderte wieder zum Boden und ein weiteres Papier faltete sich zusammen: „Klar.“ entgegnete er mehr als abweisend. Das Papier wurde zu einem Oktopus, erhob sich in die Luft und schwamm schwebend in Richtung Feuer.

Ich zögerte eine Sekunde. Ein Teil von mir wollte fragen ob er allein sein wollte, doch ich war mir ziemlich sicher die Antwort zu kennen. Stattdessen machte ich einen vorsichtigen Schritt in seine Richtung: „Was machst du?“ erkundigte ich mich möglichst beiläufig. Ich kam nicht umhin die feinen Züge der Papierfiguren zu bewundern. Sie bewegten sich graziös auf das Feuer zu und verbrannten dann kläglich. Es war irgendwie tragisch.

Draco warf einen halben Blick auf den leeren Platz neben sich an der Wand und sah zurück zu mir hoch, ich war nicht sicher was er mir damit mitteilen wollte. War das eine Einladung oder Warnung mich zu setzen? Ich entschied mich für die erste Variante, während er brummte: „Nichts wichtiges...“ Ein weiteres Papier faltete sich zu einem Löwen zusammen.

„Die sind hübsch.“ bemerkte ich und ließ mich mit etwas Abstand auf meinem Mantel nieder. Es war sogar fast ein wenig warm. Angenehm.
Die Papiere auf dem Boden lagen wesentlich näher, sodass ich einen genaueren Blick darauf werfen konnte. Es sah wie seine Aufsätze aus. Ich fand ein Datum von vor ein paar Monaten und seinen Namen fein säuberlich in der Ecke. Alles darunter war wie gewohnt unordentlich und krakelig.

„Deine Hausaufgaben?“ hakte ich vorsichtig nach. Wollte er mit dem Verbrennen nicht lieber bis nach der Prüfung warten? Was wenn er noch mal etwas nachsehen wollte? Allerdings waren die Papiere auch jetzt schon ganz schön durcheinander. Der Löwe schlich auf das Feuer zu und Draco ließ ein weiteres Papier schweben: „Mehr oder weniger.“

Ich beobachtete wie sich ein Schwan bildete, der seine Flügel spreizte und dann ebenfalls in Richtung Feuer flog.
„Brauchst du das nicht noch?“ fuhr ich weiter fort, bemüht nicht zu drängend oder neugierig zu klingen.
„Es ist unbrauchbar. Alles.“ stellte er mit einem Hauch Feindseligkeit fest. War das gegen mich oder die Unterlagen gerichtet?

„Ich dachte nur...“ begann ich möglichst wenig unsicher: „...zumindest bis nächste Woche...“
Draco sah mich direkt an und unterbrach mich bestimmt: „Ich nehme nicht an den Prüfungen teil.“
Einen Moment vergaß ich zu atmen. Das konnte er unmöglich ernst meinen. Warum um alles in der Welt sollte er das tun? Das war das mit Abstand dümmste was ich jemals gehört hatte!

Ich öffnete meinen Mund und wollte nach dem Grund fragen, ihn einfordern, doch wieder kam er mir zuvor: „Du weißt doch genau warum.“ brummte er. Er wich meinem Blick aus und konzentrierte sich wieder auf seine Papiertierchen.

Ich hatte Mühe ihn nicht mit offenem Mund anzustarren. Ich wusste warum? Woher sollte ich das wissen? Doch in meinem Kopf ratterte es. Noch immer glaubte ich nicht, dass er der Typ war aufzugeben. Nicht dabei. Nicht freiwillig. Nicht einfach so.

Ich dachte an die Zeit wenn wir nebeneinander gelernt hatten. Er hatte immerzu Notizen aus den Büchern geschrieben. Wenn ich nun auf seine Hausaufgaben sah, war mir auch klar warum. Damit konnte er unmöglich lernen. Die waren unvollständig und wie er schon sagte unbrauchbar. Er hatte gesagt, er hatte im sechsten Jahr ein wenig verpasst. Ich hatte seine Hausaufgaben aus dem Jahr gesehen. Wie viel hatte er im siebten Jahr verpasst?

Mit meinem Blick auf einen Papier-Hippogreif gerichtet, der zum Feuer ging, sprach ich schließlich: „Ich dachte Hogwarts hat einfach sehr niedrige Ansprüche...“
Draco schnaubte halb verächtlich, halb amüsiert. Zweifellos schloss er sich meiner Meinung an, doch bestätigte auch meine Theorie.

Ich deutete mit meinem Zauberstab auf eines von den Blättern und ließ es sich zu einem Einhorn zusammenfalten. Damit handelte ich mir einen halbherzig überlegenen Blick ein, den ich ignorierte.
„Ich habe die Masse ein bisschen überschätzt.“ gab er einen stummen Moment später zu: „...zum Nachholen.“
Das konnte ich mir gut vorstellen. Ich konnte nur noch nicht ganz verstehen warum er damit nicht früher angefangen hatte. Andererseits mit allem was in letzter Zeit passiert war…

„Wie geht es weiter?“ erkundigte ich mich leise.
Draco seufzte und lehnte seinen Kopf gegen die Wand hinter sich. Während ich nun kleine Tiere aus Papier schuf, begann er ein wenig widerwillig zu erklären: „Meine Eltern waren nicht begeistert. Sie sagen entweder ich mache die Prüfungen jetzt oder ich gehe nächstes Jahr wieder nach Hogwarts. Es ist keine wirkliche Wahl, ich kann die Prüfungen nicht bestehen...“

Damit wurde mir zumindest das Verhalten der Malfoys in den letzten Tagen klar. Doch viel mehr Gedanken machte ich mir darum wo er das nächste Jahr verbringen wollte.
„Wenn ich doch sowieso hier...“ setzte ich an und fing seinen Blick auf. Er unterbrach mich wieder: „Dachte ich auch. Sie waren aber sehr deutlich.“

Beeindruckt darüber, dass er meinen Gedanken erraten hatte und betrübt über die endgültige Aussage, sah ich wieder zu den Tieren, die wie kleine Soldaten in die Flammen liefen.
„Jetzt kann ich wenigstens den Sommer über das sechste Jahr vernünftig aufarbeiten...“ murmelte er und schloss sich mir beim Verzaubern der Papiere wieder an.

Mit einem leichten Lächeln erwiderte ich überlegen: „Ich gebe dir gerne Nachhilfe.“ Er warf mir einen ein wenig belustigten Blick zu, wandte sich aber wieder den Papieren zu.
Stumm saßen wir eine Weile so da und beobachteten die verschiedenen Tiere, die sich im Feuer auflösten. Ich dachte über seine Worte nach. Dessen Bedeutung. Warum konnte Draco nicht mit mir zusammen zuhause unterrichtet werden? Was sprach dagegen? Er hatte sich so vehement dagegen gewehrt nach Hogwarts zurückzugehen und nun musste er? Nun ließ er sich zwingen? Ich beobachtete wie Draco einen besonders eindrucksvollen Pfau falten ließ, der langsam auf das Feuer zuschritt. Er war zweifellos talentiert. Doch das reichte für die Prüfung nicht. Ob es ihm schwer gefallen war sich das einzugestehen?

Gedankenverloren legte ich meinen Zauberstab nieder und wandte mich noch einmal Draco zu: „Macht es dir etwas aus wenn ich hier sitze und ein bisschen lese?“ Ich wollte noch nicht gehen. Mir gefiel es hier zu sitzen. Doch einfach so mit dem Lesen anzufangen schien mir seltsam. Draco gab mir mit einer Kopfgeste ein Okay und so schlug ich das Buch auf, während Draco weiter ein Blatt nach dem anderen auf das Feuer zu laufen, fliegen oder schwimmen ließ.

Bis es langsam dunkel wurde blickte ich immer mal wieder auf und beobachtete ihn dabei. Die Tiervielfalt war unglaublich. Erst eine ganze Weile später verabschiedete ich mich und ging mit einem guten Gefühl zurück in mein Zimmer. Endlich wusste ich was in diesem Haus los war, Draco sprach wieder mit mir und zumindest den Sommer über war er da. Hoffentlich konnte ich mich jetzt wieder auf die Prüfungen konzentrieren.

Samstag, 30.05.98, Malfoy Manor

Den nächsten Morgen traf ich Draco wie gewohnt auf seiner Couch in der Bibliothek. Es hatte etwas beruhigendes wieder Normalität vorzufinden. Draco las, ich lernte und wir sprachen so gut wie gar nicht. Ich hatte noch zwei Tage bis zu den Prüfungen und konnte mich nicht entscheiden was ich zuerst wiederholen sollte. Am naheliegendsten war es mich auf Geschichte der Zauberei zu konzentrieren, das kam am Montag zuerst dran, doch da die Prüfungen alle so schnell aufeinander folgten, machte das kaum etwas aus. Ich ging dazu über alles durcheinander zu wiederholen, immer so lange bis ich keine Lust mehr hatte. Mit der Praxis war das anders. Da war ich im Prinzip durch und fühlte mich sicher. Ich konnte besser die Theorie noch einmal durchgehen. So verbrachte ich also auch den Nachmittag in der Bibliothek und breitete mich mit meinen Büchern noch ein ganzes Stück weiter aus. Auch in meinem Zimmer lagen überall Bücher, immer wieder wollte ich noch einmal einen Fakt oder ein Detail nachlesen und so produzierte ich überall Bücherstapel. Ich war froh wenn die Höllenwoche endlich vorbei war.

Sonntag, 31.05.98, Malfoy Manor

Am Sonntag beim Mittagessen erklärte Narcissa mir, dass sie mich am nächsten Tag begleiten würde. Thad würde auch mitkommen, nach meiner ersten Prüfung würde sie dann mit mir im Ministerium essen. Das klang sehr nett und irgendwie freute ich mich darauf, auch wenn ich noch etwas skeptisch war. Sie würde mich wohl schlecht abfragen können. Andererseits konnte sie mich vielleicht etwas ablenken. Ich würde jede Pause nutzen müssen.

Die Mahlzeiten generell waren etwas angenehmer, seit ich mit Draco auf dem Dach gesprochen hatte. Die Malfoys waren nach wie vor nicht einer Meinung und unzufrieden mit dem Standpunkt des jeweils anderen, doch nun verstand ich wenigstens worum es ging. Ich fühlte mich weniger ausgeschlossen.
Den Nachmittag verbrachte ich dann doch im Trainingsraum, weil ich die Bibliothek nicht mehr sehen konnte. Zwischendurch kam Draco vorbei, blätterte eine Weile in einem Verwandlungsbuch und kam etwas später mit einem Zauberkunstbuch wieder.

Ungefähr eine Stunde lang wurde ich nervös, weil ich nur noch von Fach zu Fach wechselte, doch so langsam dämmerte mir, dass mir der Stoff zum Lernen ausging, weil ich ihn kannte. Das beruhigte mich ungemein, so sehr sogar, dass ich mich wieder auf mein Buch konzentrieren konnte. Nach dem Abendessen stieg ich in meine dampfende Badewanne und verlor mich in einem meiner Lieblingsbücher. Das war ein wirklich gutes Zeichen. Ruhe breitete sich in mir aus, während ich endlich mal nicht ständig an die nächste Woche dachte. Viel mehr dachte ich an danach. Besonders viele Gedanken zum Sommer hatte ich mir noch nicht gemacht. Eine Sommerpause hatte es in meiner Ausbildung nicht gegeben, genauso wenig wie Ferien oder Wochenenden. Vielleicht würde ich nach den Prüfungen nicht sofort mit dem Stoff für die siebte Klasse anfangen. Vielleicht würde ich erst mal eine Woche nur mit lesen verbringen. Das klang himmlisch.

Trotzdem verspürte ich schon jetzt das nagende Gefühl in mir. Ich lernte gerne. Oder es machte mir zumindest nichts aus. Ich stellte gerne Fortschritte fest und forderte mich.
Ich beschloss meine Entscheidungen aufzuschieben. Das konnte ich mir spontan alles überlegen. Den Vorteil hatte ich immerhin.

Nicht viel später traf ich Thad in meinem Zimmer und ging mit ihm die Vorbereitungen für die nächste Woche durch. Er packte meine Tasche entsprechend für die Reihenfolge der Prüfungen und ich bestimmte Bücher, die er mir für die Pausen bringen konnte, wenn mir nicht nach lernen war. Ich suchte meine Kleidung für den nächsten Tag heraus und besprach mit ihm die Abreise am nächsten Morgen. Fünf Tage im Jahr an denen ich geweckt wurde. Meistens wachte ich nicht von selbst rechtzeitig auf.
Schließlich fiel ich früher als üblich in mein warmes Bett und starrte im Kaminlicht an die verzierte Decke. Gerade wollte ich die nächste Woche nur möglichst schnell hinter mich bringen.
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