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What about us?

von SimsGirlK
GeschichteDrama / P12 / Gen
Draco Malfoy Lucius Malfoy Narzissa Malfoy OC (Own Character)
27.11.2020
26.04.2021
68
91.806
6
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Dieses Kapitel
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27.11.2020 986
 
Sonntag, 03.05.98 Haus der Carrows, Abend

„Ariana, hast du alles, Liebes?” ertönte die aufgesetzt anteilnehmende Stimme von Narcissa Malfoy hinter mir. Ich riss meinen Kopf hoch, ohne mich zu ihr zu drehen, starrte aber noch immer auf den großen Koffer auf meinem Bett. Darin lag alles was ich so schnell zusammensuchen konnte. Meine Bücher hauptsächlich. Thad kümmerte sich um meine Kleidung, die Schminke, den Schmuck und alles andere, was mir weniger am Herzen lag. Der Koffer war magisch vergrößert, ich besaß viele Bücher.

Ich fuhr mir durch die großen, schwarzen Locken, die sich mir bis über die Schultern erstreckten und wechselte den Scheitel wieder auf die linke Seite. Meine Haare waren unbändig.
„Ich denke schon.” erwiderte ich abwesend. Ich wusste nicht was ich von der ganzen Situation halten sollte. Mit einem Schwung meines Zauberstabes ließ ich den Koffer zuschnellen und drehte mich schließlich zu Narcissa um. Sie trug ihre hellblonden Haare in einem strengen Knoten, der von einer silbernen Brosche gehalten wurde. Über ihrem schlichten, eleganten Kleid trug sie einen blassgrünen, bodenlangen Mantel. Sie war bereit für die Abreise.

Halb unsicher blickte ich an meinem schmalen, blassen Körper herunter. Seit fast vierundzwanzig Stunden trug ich nun den schwarzen, knielangen Rock und die graue Satinbluse. Thad hatte sie mir herausgelegt. Er hatte auch einen Mantel auf meinem riesigen Bett platziert. Mein Zimmer würde mir fehlen. Der Blick auf den See hinter dem Haus, die großen Bücherregale, der prunkvolle Kamin und der Sessel davor in dem ich so viele Stunden mit Lesen verbracht hatte. Der Rest des Hauses nicht so sehr. Vielleicht die Bibliothek, doch auch dort war es meistens zu kalt. Es hielt mich nichts mehr hier, doch genauso zog es mich auch nirgendwo hin.

Wieder fuhr ich mir durch die Haare und verlagerte den Scheitel. Narcissa blickte mich mit ihren hellblauen Augen an und trat einen Schritt zur Seite. Mit einem leisen Plop erschien Thad neben mir. Der kleine Hauself trug ein schwarzes Geschirrtuch um seinen grauen Körper. Er war schon sehr alt, wesentlich älter als ich, hatte dunkelbraune, riesige Augen und verhältnismäßig kleine Ohren. Mit einem Fingerschnipsen ließ er meinen Mantel um meine Schultern schweben, sodass ich nur noch meine Arme durch die Ärmel schieben musste, während mein Koffer zusammen mit der großen Tasche neben Thad in der Luft taumelte. Ich steckte meinen Zauberstab in die Innentasche und ging auf Narcissa zu.

„Es wird dir bei uns gefallen.” versprach sie und hielt die Tür auf. Da war ich mir noch nicht so sicher.
„Und nächste Woche darfst du deine Eltern schon besuchen.” fuhr sie fort, während ich stumm in den kalten Flur trat, der nur mit wenigen Kerzen beleuchtet war. Es war sauber hier, doch dunkel und kalt. Früher hatte ich mich vor den dämonischen Skulpturen gefürchtet, doch mittlerweile wusste ich genau welche von ihnen Feuer spuckten, bissen, einen nur stolpern ließen oder mit Krallen angriffen. Wie oft hatte Thad mich von ihnen befreien müssen? So lange bis ich Zaubern gelernt hatte.

„Thad, hast du meine Kessel und Zutaten eingepackt?” wandte ich mich an meinen Hauselfen. Jetzt war es wohl tatsächlich nur noch meiner.
„Natürlich, Miss Carrow.” erwiderte er mit gesenktem Kopf. Warum hatte ich das Gefühl, dass ich etwas vergaß?
„Wir können dir alles besorgen lassen.” besänftigte Narcissa meine Gedanken. Ich nickte nur und trat die steinerne Treppe hinter ihr runter. Ich kannte sie nur sehr oberflächlich. Alle paar Wochen war sie gekommen um mit meiner Mutter Tee zu trinken. Manchmal saß ich mit im Salon vor dem großen Kamin, doch viel hatte ich nie mit ihr gesprochen. Ob sich das nun ändern würde?

Ich kam am Treppenabsatz an, wo ich vor etwa einem halben Tag die Leute vom Ministerium in Empfang genommen hatte. Darunter war Lucius Malfoy gewesen, den ich auch nur ein paar Mal gesehen hatte. Mein Vater hatte keine besonders gute Meinung von ihm, auch wenn sie sich seit der Kindheit kannten. Lucius hatte mir erklärt, was mit meinen Eltern geschehen war und wie es wahrscheinlich weitergehen würde. Askaban. Selbst meine Tante Alecto war nun dort. Der Dunkle Lord hatte verloren, genauso wie ich. Jeder in meiner Familie war nun eingesperrt, wie ironisch, dass ich es nun nicht mehr war. Oder tauschte ich nur einen Turm für einen anderen?

Meine Mutter hatte mich immer zuhause unterrichtet. Mein Leben lang hatte ich nicht viel mehr als das Grundstück und den Ort in der Nähe gesehen. Früher waren die Kinder der Freundinnen meiner Mutter öfter zum Spielen gekommen, doch nach ein paar Vorfällen hatte dies aufgehört. Alle anderen waren nach Hogwarts gekommen, doch ich blieb zuhause und lernte was ich lernen musste von meinen Eltern. Manchmal auch von meiner Tante, sie nahm mich gerne mit auf Ausflüge, doch auch von denen hatte es nur sehr wenige gegeben.
Die meiste Zeit hatte ich immer mit Büchern verbracht.

Zusammen mit Narcissa und Thad verließ ich das Haus und erst als ich um den großen Springbrunnen in der Einfahrt gegangen war, drehte ich mich um und blickte Thad herausfordernd an. Der kleine Elf hob seine Hände und begann den Schutzzauber um das Haus zu legen. Wenn ich meine Heimat schon verlassen musste, so würde das Ministerium zumindest nicht an unsere Habseligkeiten kommen.

Sobald Thad fertig war, verließen wir das Grundstück und Narcissa war an der Reihe. Wie zuvor mit ihr und Lucius besprochen, vollführte sie den Fidelius-Zauber, mit dem nur noch ich das Grundstück finden konnte. Natürlich war ich mir fast sicher, dass die ersten Todesser die Sammlung meines Vaters bereits geplündert hatten, während ich noch im Ministerium gewesen war, alles in allem war mir das aber egal. Es sah nicht so aus als würden meine Eltern jemals wieder nach Hause kommen.

„Bereit?” vergewisserte Narcissa sich und hielt mir ihren Arm hin. Ich konnte selbst apparieren, jedoch nicht zu ihr nach Hause. Mit einem letzten Blick zu Thad ergriff ich ihren Arm und ertrug das Gefühl durch einen Gummischlauch gequetscht zu werden.
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