Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Mystery Dungeon: Die Legende des Dämons

von Silvers
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
27.11.2020
25.01.2022
54
246.117
2
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
13.04.2021 2.937
 
„Nein, Max! Das kann ich nicht so einfach abtun wie du!“    
Max versuchte, Iro zu beschwichtigen, doch er wehrte sich gegen jede Art des Versuchs. Ungeduldig lief das Impergator auf und ab. Zu seiner Seite lagen die Trümmer der Säule, die er in seiner Wut mit seiner linken Faust zerschmettert hatte. Dies hatte sowohl bei Rose als auch Vane großen Respekt abgerungen. Während sie mit Shadow und Emil alle Sachen, die das Gengar zuvor aus seinem Schatten entlassen hatte, wieder ordentlich aufeinander legten, warfen sie nervöse Blicke zu Iro und Max.
   
„Was denkt sich dieser Schimpanse dabei?“, zischte Iro abermals wütend und blickte Max gerade heraus an. „Was haben wir ihm getan, dass er nun leugnet, uns zu kennen?“    
Max wusste darauf keine richtige Antwort. Hilfesuchend wandte er sich an Shadow: „Du bist dir sicher, dass Jimmy das so wortwörtlich sagte?“    
„Zum wiederholten Male, ja!“, antworte Shadow genervt. „Und wie ich es auch schon ein paar Mal erwähnt habe: Mehr Worte konnte ich nicht mit ihm wechseln. Dafür hat diese blöde Pute gesorgt…“    
„Die wird von mir ein paar Takte zu hören bekommen!“, rief Vane erbost aus. „Niemand verpasst meinem Boss ein solch blaues Auge!“
Bei den Worten fuhr Shadow seine Hand an linkes Auge, um das sich ein rotblauer Ring gezogen hatte. Rose betrachtete es sorgenvoll.    
„Ich frage mich, wie das passieren konnte …“, sagte sie schließlich mit skeptischem Blick. „Normalerweise gehen doch physische Angriffe durch dich hindurch, oder?“    
„Ich war auch baff, das kannst du mir glauben!“, schnaubte Shadow wütend und sah dabei so bedrohlich wie damals aus, als er von Magnezone abgeführt worden war. „Ich bin dann schnell geflohen, ehe sie mich komplett ausknocken konnte!“    
„Hast du nicht ihre Pokémon-Art erkannt?“, warf Emil ein und Shadow schüttelte den Kopf. „Diese Art von Pokémon habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Sie war hochgewachsen, stand auf zwei Beinen und hatte eine Schnauze. Hatte von den Gesichtszügen her Ähnlichkeiten mit einem Fukano …“, und Shadow legte sein Gesicht in nachdenkliche Falten.

„Doch Jimmy war mit ihr unterwegs, sagst du?“, erinnerte Max ihn hoffnungsvoll an den Grund, weswegen Shadow überhaupt losgezogen war. Das Gengar blickte auf und nickte bestimmt: „Er sah jedenfalls nicht schlimmer aus als ihr, als wir euch hier in den Ruinen gefunden haben. Und diese Pute schien sich seiner angenommen haben, denn sie war sehr beschützerisch ihm gegenüber. Und darüber schien er auch irgendwie dankbar …    
„Aber uns Vorwürfe machen, dass wir ihn aus allem heraushelfen müssen!“, setzte Iro bissig an. Er schien es nicht unterdrücken zu können, denn abermals suchte er sich einen großen Stein aus, der auf dem Boden lag. Er spannte seinen Schweif an und stieß diesen meterweit weg, was abermals von Vane positiv kommentiert wurde. Doch Iro achtete nicht darauf und Max war einfach froh, dass es Jimmy soweit gut ging. Er hatte schon viel Schlimmeres befürchtet.    

„Wir sollten uns jedenfalls beeilen!“, setzte Shadow bestimmt an. Nachdem Rose, Emil und Vane damit fertig waren, alles von ihrem nächtlichen Lager auf einen Haufen zu legen, ließ sich Shadow zum Boden herabsinken. Sein Körper verschmolz darauf mit diesem, als würde er in ein Becken mit Wasser eintauchen. Sein Schatten weitete sich mit einem Mal und umfasste auch den Berg an Vorräten und anderen Gegenständen. Dann versank dieser langsam und ohne Halt im Schatten und einige Sekunden später war er verschwunden.    
„Ich kann mich noch ungefähr an den Weg erinnern, auf dem wir zu Jimmy und zu dieser Pute gelangen!“, erklärte Shadow ihnen. „Wenn wir bis zu ihnen in keinen Sandsturm geraten, haben wir gute Chancen, sie einzuholen. Dann könnt ihr das selber mit eurem Freund besprechen. Seid ihr also bereit?“    

Erwartungsvoll blickte er alle und sowohl Emil als auch Vane und Rose nickten. Mit einem beklommenen Gefühl sah Max ihnen dabei zu, wie sie angespannt, aber auch ohne Gegenwehr ihre Schatten sich mit dem von Shadow verbinden ließen und wie sie kurz darauf in diesem versanken, ohne nur eine Spur auf dem Boden zu hinterlassen. Als Shadow dann sich Max und Iro zuwandte, sahen sie sich einander in die Augen. Eine seltsame Atmosphäre lag zwischen ihnen.
„Ihr müsst nicht …“, begann Shadow zaghaft, mit festem Blick auf Max. „Ich biete es euch nur an …“    
„Ich schätze, wir haben Grund und Beweis genug, Rose in der Hinsicht zu vertrauen, oder?“, sagte Max an Iro gewandt. Er wusste, dass er Shadow selbst damit nicht viel an Vertrauen entgegen brachte, doch dieser schien es mit einem schiefen Lächeln stoisch aufzunehmen. Iro nickte bestimmt und Max gab damit Shadow auch sein Einverständnis.
Das Gengar zögerte, verband aber seinen Schatten auch mit denen von Max und Iro.      
Es war, als würde von unten eine kräftige und kalte Hand Max an den Füßen greifen und ihn mit sich zurückziehen. Und es war ein erschreckendes Gefühl, wie Max scheinbar ohne Widerstand im Boden versank und er selber sich nicht im Stande fühlte, sich irgendwie zu bewegen. Doch ebenso befremdlich war die Welt innerhalb von Shadows Schatten. Sie war ein kreisrunder Raum mit schwarzen Wänden, die sich scheinbar ins Endlose weiteten. In diesem konnte er sich wieder frei und sogar fast schwerelos bewegen, doch gab es nichts in diesem Raum, auf das er sich zielstrebig hätte zubewegen können. Eine angenehm kühle Luft umfasste ihn und er verstand nun gut, was Rose zuvor gemeint hatte. Auf die Art waren die hohen Temperaturen der Schädelwüste definitiv besser zu ertragen.
Er blickte sich um und versuchte, in all dem Schwarz die anderen auszumachen. Doch er fand sie nicht. Stattdessen glaubte er, ihre schemenhafte Umrisse an ihm vorbeihuschen zu sehen, mit denen er aber nicht kommunizieren konnte. Es war seltsam, dass Max sich sowohl frei und schwerelos als auch wie ein Gefangener spürte. Schwaches, rot angehauchtes Licht fiel von oben herab und er sah wie durch zwei rote Fenster aus Milchglas die Umrisse der Ruinen, die sich aus seinem Blickfeld stahlen. Stattdessen war nun eine kahle Ebene zu erkennen, die Max ohne Zweifel als die Schädelwüste erkannte.  Shadow schien sich wohl in Bewegung zu setzen und auch zur einer hohen Geschwindigkeit anzusetzen. Denn der Boden verschwamm am unteren Rand der Fenster, doch von den Bewegungen spürte Max nichts.      
„Ein wirklich seltsames Gefühl!“, flüsterte Max vor sich hin und er wurde einfach das Gefühl nicht los, dass er soeben in eine Falle getreten war. Er dachte schon daran, dass Shadow ihn und Iro nie wieder aus seinem Schatten entlassen würde. Doch das Gengar hatte in so kurzer Zeit recht viel für das Team Mystery getan, ohne dass er darum gebeten wurde. Max war durchaus gewillt, Rose Glauben zu schenken, wenn sie sagte, dass Shadow kein so übles Pokémon mehr war. Doch die Art, wie boshaft er mit ihm, Jimmy und Iro gespielt hatte, als sie ihn stellen wollten, ging ihm nicht aus dem Kopf. Noch immer rangen zwei Seiten ein ihm und er war sich nicht sicher, ob er Shadow vollständig vertrauen konnte oder nicht.    
Diese sonderbare Art des Reisens hielt nur gefühlt zwanzig Minuten an. Max hatte immer wieder nach draußen durch die roten Fenster geblickt, doch außer kahlem Wüstenboden konnte er nicht viel erkennen. Widerwillig staunte er über Shadows Fähigkeiten und er fragte sich, ob sie tatsächlich nur Glück hatten, als sie ihn gefasst hatten.    
Auf einmal kam Shadow wohl zum Halt, denn das Bild von der Wüste rastete ein und erstarrte. Dann spürte Max, wie dieselbe kalte Hand wie zuvor ihn packte, dieses Mal von oben und an den Schultern. Es zog ihn gegen die pechschwarze Decke, doch statt hart gegen diese zu krachen, glitt er durch diese hindurch, als wären sie überhaupt nicht da. Jäh empfing ihn glühende Hitze und ein enorm greller Sonnenschein, der ihn fast blendete. Dabei war es doch erst am Dämmern gewesen. Selbst Tageszeiten spielten in der Schädelwüste verrückt, schloss Max. Er kramte in seinem Erkunderbeutel und holte ein Kühlband hervor, das er sich sofort umlegte. Nun war die Hitze etwas erträglicher und auch seine Sicht beruhigte sich. Max sah, dass auch die anderen, welche aus Shadows Schatten gehoben wurden, mit dem plötzlichen Licht- und Temperaturwechsel zu kämpfen hatten, wogegen sie sofort Maßnahmen ergriffen.
„Dies ist die Stelle!“, bemerkte Shadow mit vergnügtem Lächeln, nachdem er sich genug dieses Schauspiel angesehen hatte. Er deutete mit seiner Hand auf ein X, das er in den harten Steinboden eingraviert hatte. Mit schmalem Mund blickte Shadow sich um.
„Doch von den anderen beiden keine Spur mehr … bestimmt sind sie weitergezogen.“    
„Und jetzt?“, entgegnete Iro bissig. „Willst du wieder losziehen und sie suchen?“    
„Weniger empfehlenswert“, antwortete Shadow. „Hier mitten in der Wüste ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihr währenddessen in einen Sandsturm geratet, tausendmal höher als bei den Ruinen. Ich hätte Schwierigkeiten, euch wiederzufinden, wenn ihr irgendwo anders teleportiert werden würdet.“    
„Und die Sachen würden hier in dieser Hitze eingehen, wenn wir sie wieder rauslassen würden…“, gab Rose zu bedenken. Max fand, dass es weitaus wichtigere Dinge gab als ein paar eingegangene Lebensmittel, doch er besann sich, da es nicht sein Team war und er kam sich auch undankbar vor, dass er überhaupt an sowas dachte. Schließlich waren sie erst erst dank ihnen so weit gekommen.    
„Gab es kein Anzeichen, wohin sie unterwegs wären?“, fragte Max Shadow, der aber den Kopf schüttelte. Er schien sich nicht erneut wiederholen zu wollen. Und Max ging um die Stelle herum, die Gengar markiert hatte. Irgendwo hier in der Nähe hatte Jimmy gestanden mit einer unbekannten Begleitung. Und obwohl er sie nicht kannte, brachte Max ihr dennoch schon Dankbarkeit entgegen. Denn er spürte, dass es ihr zu verdanken war, dass Jimmy noch nicht tot war.    

Bei dem Gedanken wurde Max schwindlig.    
Doch wohin waren sie verschwunden? Jetzt, wo er sich so umsah, erkannte Ma bestürzt, dass sie keinen Ansatz hatten, wo sie sich befanden. Er und Iro hatten keine Möglichkeit mehr, herauszufinden, wo Norden, Osten, Süden und Westen lagen. Ihre letzte war Jimmy aus der Hand geglitten und war in tausend Stücke zersprungen.    
Die Hitze trübte sein Sichtfeld und Max kniff die Augen zusammen.    
„Was sollen wir jetzt tun, Boss?“, warf Vane ein und Max fand, dass dies eine sehr gute und treffende Frage. Und wie ein Pfeil wirkte die Hitze scharf und spitz auf seine Augen ein, sodass Max sie schließen musste. Und während sie sich hinter ihren Lidern in der Dunkelheit beruhigten, hörte Max eine Stimme, die er nicht kannte. Sie sprach in einem ernsten Ton mit jemanden und er fühlte sich an sich selbst erinnert, wie er Jimmy und Iro ihr nächstes Vorgehen erläuterte:          

„Die Störung kommt von dort, das spüre ich! Daher begebe ich mich auf den Weg dorthin! Ich weiß, wir kennen uns erst seit einem halben Tag, doch wenn du selber auf dem Weg dorthin bist, wollen wir uns zusammenschließen?“    
Und zu Max‘ Freude und Entsetzen hörte er eine Stimme, die enthusiastischer als zuvor klang, als er deren Urheber zuletzt in die Augen geblickt hatte:    
„Klar! Ich denke, zusammen werden wir das schaffen!“    
Er konnte sich Jimmy gut vorstellen, wie er zuversichtlich grinste und Max wusste nicht mehr, wie lange es schon her war, dass er Jimmy so selbstbewusst erlebt hatte. Die Stimme wies nicht die kleinste Spur von Bedauern auf, dass Jimmy sich zuvor von seinen engsten Freunden getrennt hatte.    
„Ich mag deine Einstellung!“, lobte ihn die andere Stimme. „Dann auf zum Lawinenberg!“

Max bekam einen warmen Schwall an Wasser über sein Gesicht. Erschrocken fuhr er hoch und blickte sich um. Alle blickten ihn besorgt an. Nur Iro war der Einzige, der eine Ahnung von dem zu haben schien, was in Max gerade vorgegangen war.    
„Wie in der Taverne!“, kommentierte Rose beängstigt. „Passiert das bei dir öfter, Max?“
Er spürte, in welche Richtung diese Frage ging.    
Er und Iro waren sofort darauf bedacht, sie und die anderen über Max‘ besondere Fähigkeit des dimensionalen Schreis aufzuklären. Alle machten große Augen und Rose schlug sich gegen die Stirn: „War das dann der Grund, weswegen du so plötzlich nach dem Knarksel gefragt hast?“
Als Max dann nickte, stieß sie einen bewundernden Pfiff aus.    
„Hört sich nach einer ziemlich brauchbaren Fähigkeit an!“, nickte Emil anerkennend.
„Was hast du denn gesehen? Oder gehört?“, wollte Iro wissen, bevor die Bewunderung zu sehr die Oberhand gewann. Max blickte ihn an. Sollte er Iro davon erzählen, dass Jimmy offenbar unbekümmert klang? Dass er nicht ein Wort über ihn und Max gesagt hatte?
„Sie sind auf dem Weg zum Lawinenberg“, sagte Max dann schließlich matt. „Jimmy und diese eine … eine …“    
„Pute?“, ergänzte Shadow bissig. Max nickte zustimmend, wenn auch widerwillig wegen der Bezeichnung. Er blickte zu Iro, der steif zurückblickte. Iro schien zu spüren, was Max bewusst zurückgehalten hatte, denn seine Augen verengten sich. Doch bevor er etwas sagen konnte, trat Rose zwischen ihnen: „Zum Lawinenberg also? Wisst ihr, wie ihr dahin kommt?“    
„Weißt du es denn?“, warf Shadow spöttisch ein. Rose achtete nicht auf ihn, doch erkannte sie an den Blicken von Max und Iro, dass auch sie keine Idee hatten, wie sie sich orientieren sollten. Emil warf einen Blick zum weißlichen Himmel und kniff gegen das Sonnenlicht seine Augen zusammen: „Wir könnten warten, bis es Nacht wird. Und uns so vielleicht an den Sternen orientieren.“    
„Oh ja, die ach so tollen Wegweiser!“, schnaubte Vane verächtlich.    
„Aber es stimmt!“, fuchste Rose ihn an. „Wenn man sich auskennt, kann man zumindest grob die Himmelsrichtungen bestimmen!“    
„Sollen wir jetzt hier draußen warten, bis es Nacht wird?“, stöhnte Iro und klopfte gegen seine Stahlrüstung: „Trotz des Kühlbands drohe ich hier heiß zu laufen!“    

„Wir haben sowieso gerade andere Sorgen! Seht!“, rief Shadow jäh dazwischen. Er deutete von ihnen weg und sofort sahen sie, was er meinte.      
Eine gewaltige Mauer aus aufgewirbeltem Sand kam ihnen entgegen. Rose schrie panisch auf und auch Max stieg jäh die Angst hoch. Was, wenn sie sich nun alle verlieren würden. Doch selbstbewusst grinsend ist Vane ein paar Schritte vor sie getreten.    
„Geht hinter mich! Und haltet euch fest!“, und er wartete nicht darauf, ob die anderen seiner Anweisung folgten. Er kniete sich auf dem Boden und hob die Arme so hoch wie er konnte. Währenddessen sammelten sich die anderen dicht hinter ihm und Max spürte, wie er dann zu erstarren schien. Shadow hatte sämtliche Schatten in seiner Nähe gepackt bis auf Vanes, der sehr konzentriert wirkte. Dann hämmerte er beide Arme auf den Boden und mit einem Mal schoss ein großer Felsen, der doppelt so breit wie sie alle zusammen war, aus dem Boden.
Und das keine Sekunde zu früh, denn schon kam der Sandsturm über sie, doch dieses Mal umfassten keine harschen Winde Max. Zwar wirbelten spitze Sandkörner über sie hinweg, doch wurde nicht mehr derartig an seinem Körper gezogen. Vanes Felsen fing das meiste ab und auch Shadow sorgte dafür, dass alle an Ort und Stelle blieben.
Doch dafür setzte nun ein leichtes Beben an, das sehr schnell stärker wurde. Es war ein Beben der Art, dass mehrere schwere Körper gleichzeitig auf dem Boden fielen. Max hörte nur, wie Vane verdutzt aufschrie: „Was zum? Deckung!“    
Und abermals kam diese Warnung nicht zu früh. Denn auch Shadow schien was zu spüren, weswegen er alle nach links schleuderte. Nun zog wieder der starke Wind an Max Körper. Und kaum, dass Shadow sie alle von dort geworfen hatte, durchbrach ein mächtiges Bein, das dem einer Krabbe ähnelte, Vanes Felsen und stach dort ein, wo zuvor Iro noch erstarrt gewesen war. Nun erfüllte ein tiefgezogenes Röhren die Luft und mit einem Mal änderte sich die Art, wie der Wind wehte. Tatsächlich ließ er sogar an Kraft nach und die sonst so dichte braune Wolke aus Sand begann sich zu lichten. Unsanft landete Max auf dem harten heißen Steinboden und hustete Sand und kleine Steine. Er stöhnte, als er sich aufrichten wollte. Da durchbrach Roses zittrige Stimme die Luft: „Grundgütiger!“    
„Eine Burg?!“, kam es von Shadow und Max fand, dass ihm die Hitze der Schädelwüste zusetzen musste.
Doch er tat ihm Unrecht, als er selber nun aufblickte. Ein gigantischer Felsen, der seltsam behauen wirkte, richtete sich steil gegen den Himmel. Und Max erkannte, was Shadow meinte. Etliche Geländer, Eingänge sowie Treppen und Leitern zu verschiedenen Ebenen waren zu erkennen, sodass der Felsen Ähnlichkeiten mit der Mauer einer Burg hatte. Nur die Zinnen fehlten eigentlich noch. Doch es war nicht nur ein toter Felsen, wie Max nun feststellte. So unglaublich es wirkte, schien ein Pokémon doch imstande zu sein, diesen gigantischen Felsen auf seinen Rücken zu tragen. Drei Beine wuchsen unterhalb des Felsens erst zur Seite und dann zu Boden, von dem sie sich offenbar mühelos stemmen konnten. Und eine enorm große Krabbenschere war zu erkennen, die der von Krebscorps Konkurrenz gemacht hätte.
Alle Pokémon starrten baff dieses Ungetüm an. Iro rieb sich mit verzerrtem Gesicht seinen rechten Arm, auf dem er zuvor gelandet war.      
„Meine Fresse!“, kommentierte Shadow sichtlich beeindruckt.      
Ein leises Klirren und Rasseln erfüllte die Luft und ein Rattern ertönte. Max erkannte sofort, wie an der Seite des Felsen, die zu ihnen gewandt war, eine lange, alt aussehende Zugbrücke herabgelassen wurde, die mit einem lauten Krachen auf dem Boden aufschlug. Ein großes, in Form gehauenes Loch offenbarte sich und ein Pokémon schälte sich aus deren Dunkelheit heraus.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast