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Zwei Monate und ein gefühlter Augenblick | Newt Ff

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Chuck Minho Newt OC (Own Character)
26.11.2020
10.03.2021
48
68.878
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Dieses Kapitel
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03.02.2021 1.526
 
Nun, Gally hatte das Kommando übernommen. Die Nacht der Griewer, ja, so wurde sie bereits genannt, war vorbei. Das Grauen, welches uns unsere Freunde genommen hatte, es hatte ein Ende.

Oder ist es vielleicht doch erst der Anfang?

Ja, das war es, der Anfang.
Bald müsste etwas passieren, denn sonst würden mehr Lichter ihr Leben lassen müssen. Denn, wenn das Grauen einmal erwacht war, dann würde es so schnell nicht mehr wieder einschlafen.  
Thomas, dieser Strunk, musste es ja unbedingt wissen, er wollte Klarheit.
Aber diese Klarheit würde ihn zerstören.
Meine Gedanken wurden durch eine fuchtelnde Hand vor meinem Gesicht unterbrochen.
Newt lächelte mich müde an, aber was er gesagt hatte, wusste ich nicht.
"Kannst du das bitte nochmal wiederholen?", bat ich ihn und er sah mich belustigt an.
"Is' nicht so wichtig.", äußerte er sich nur und nun sah ich, dass wir bereits angekommen waren.
Wir befanden uns beim Bau und sofort fiel mir auf, dass der kleine Chuck schon da war. Er redete gerade durch die Gitterstäbe mit jemanden und innerlich hoffte ich, dass es Thomas war, da er noch immer nicht erwacht war.
Aber als ich in Hörweite war, erklang Teresas Stimme etwas gedämpft: "Das ist echt lieb von dir, Chuck.", sagte sie gerade und ich konnte erkennen, dass der braunhaarige Junge ihr irgendetwas durch die Gitterstäbe gereicht hatte.
Wahrscheinlich etwas zum Essen oder Wasser zum Trinken.
"Na?", begrüßte Newt die beiden, als wir neben ihnen zu einem Halt kamen.
Seine Begrüßung, eher eine Frage, bewirkte, dass sich Chuck zu uns umdrehte und auch die Augen von Teresa lagen nun auf uns. Ihre blauen Augen musterten uns intensive, dann antwortete sie Newt: "Nichts, er ist immer noch nicht aufgewacht. Zwar hat er ein paar 'mal Sachen gemurmelt. Ich denke, er kämpft gegen das Griewergift an."
Sie nuschelte etwas während sie sprach, anscheinend machte sie sich Sorgen, große Sorgen.
Ich spähte durch die Stäbe hindurch und konnte Thomas sehen, welcher immer noch in sich zusammengesackt auf dem erdigen Boden lag.
Ich presste meine Lippen aufeinander und musste nachdenken. Was wäre, wenn er wirklich nicht mehr erwachen würde?
Es wäre tragisch, schon klar, aber wäre es wirklich das Ende? War es vollkommen zwecklos? Und war Thomas wirklich der Einzige, welcher uns hier rausholen konnte?
Keine Ahnung...

"Leute!", keuchte jemand hinter uns und ich drehte mich erschrocken um. Die zwei Läufer kamen auf uns zugerannt und schienen schlechte Botschaft zu überbringen.
Liv und Minho kamen strauchelnd vor uns zu einem Halt und fast wäre Erstere gegen mich geknallt.
"Gally, er ist ja vollkommen durchgeknallt!", wütete die Läuferin und sah uns alle schockiert an.
"Was hat er denn jetzt schon wieder gemacht?", wollte Newt zähneknirschend wissen und verschränkte seine dünnen, muskulösen Arme vor seiner Brust, welche sich hob und senkte.
"Er hetzt alle gegen Thomas auf!", mischte sich nun Minho aufgebracht ein, "Ich glaub' sogar, dass er Thomas und Teresa verbannen will!"
Ich sah die beiden ungläubig an: "Das kann der Strunk doch nicht ernst meinen. Ich mein', wer unterstützt ihn denn?"
"Naja, mehr als die Hälfte der Lichter sind auf seiner Seite und kriechen ihn in seinem Arsch."
Liv hatte nun wieder gesprochen und dann bemerkte sie erst, dass Teresa auch zuhörte.
"Oh, hey.", sie nickte zur Begrüßung Teresa zu und dann erkundigte sie sich nach Thomas.
"Unverändert aber-", brach das neue Mädchen mitten im Satz ab und riss überrascht ihre blauen Augen auf.
Thomas regte sich und schien aufzuwachen. Er schüttelte seinen Kopf und kam murmelnd zu Bewusstsein.
"Thomas!", Teresa kniete sich zu ihm nach unten und half ihm sich aufzurichten.
Der Junge blinzelte verwirrt und schien nicht zu wissen, wo er war. Zurecht, denn kurz nachdem Thomas sich selbst gestochen hatte, war Gally schon aufmerksam geworden.
Teresa und ich hatten ihm schon das Mittel verabreicht, aber Gally hatte nicht locker gelassen. Seiner Ansicht nach war Thomas und das Mädchen an allem Schuld. Alles hatte angefangen sich zu verändern, als die zwei gekommen waren und dies hatte anscheinend auch er bemerkt. Nach der Nacht der Griewer hatten die Lichter Angst, dass sich heute Nacht die Tore abermals nicht schließen würden. Diese Angst machte sich Gally zu nutzen, um die Lichter zu steuern.
"Wo bin ich? Was is' passiert?", wollte Thomas wissen und nur ein Krächzen verließ seine Kehle.
"Gally ist der Meinung, dass du und Teresa schuld an all dem hier seid und deswegen hat er euch eingesperrt.", berichtete Newt schnell.
"Naja, unrecht hat er nicht..."
"Was redest du für'n Klonk daher?", wollte Minho wissen und wir alle verstanden nur Bahnhof.
"Dieser verfluchte Ort. Er ist nicht das, was wir dachten. Es ist kein Gefängnis, es ist ein beklonkter Test! Angefangen hat alles, als wir klein waren. Sie stellten uns vor Herausforderungen. Sie haben Experimente an uns durchgeführt...", er machte eine kurze Pause,"Und dann verschwanden die Leute plötzlich. Jeden Monat einer. Immer wieder, wie ein Uhrwerk."
"Sie wurden ins Labyrinth gebracht.", vervollständigte ich seinen Satz.
Thomas nickte und sprach fort: "Leute, ich bin einer von denen.", ging es ihm über die Lippen und alle sahen ihn mit undeutbaren Gesichtsausdrücken an.
"Die Leute, die euch hergebracht haben, ich habe mit ihnen zusammen gearbeitet.", Teresa sah Thomas ungläubig an und wir am Gitter schienen zu überlegen.
"Ich...", seine Stimme verließ ihn, "Ich habe euch jahrelang beobachtet. Die ganze Zeit über, die ihr hier wart, da war ich auf der anderen Seite."
Erneut herrschte Schweigen und jeder überlegte, wie er reagieren sollte.
"Und du auch, Teresa.", fügte Thomas hinzu und Teresa sah ihn ungläubig an.
"Was?...", fragte sie tonlos und ich musste an meine eigenen Erinnerungen denken. Diese Leute, Thomas und Teresa, sie waren alle zusammen Wicked.
Aber warum sind sie dann hier, fragte ich mich und lauschte weiter Thomas' Erzählung.
"Wir haben ihnen das angetan.", fuhr Thomas fort und Teresa schüttelte mit Tränen in den Augen den Kopf.
"Nein, das kann einfach nicht sein!", widersprach sie und zog ihre Beine näher an ihre Brust.
"Es ist aber so, ich habe es gesehen."
Ich sah wieder zu den anderen. Newt kratze sich nachdenklich am Kinn und Chuck schien mit sich zu hadern. Minho und Liv wechselten gerade einen Blick, dann zuckten sie synchron mit ihren Schultern.
"Aber warum schicken die uns hierher, wenn wir doch mit ihnen arbeiten?", wollte Teresa durch und durch verwirrt wissen, jedoch, Thomas schüttelte nur den Kopf. "Das spielt keine Rolle..."

"Er hat recht.", mischte sich nun Newt ein, "Es spielt absolut keine Rolle, nichts davon, denn die Menschen, die wir vor dem Labyrinth waren, sie existieren nicht mehr. Das sind wir nicht mehr. Dafür haben die Schöpfer gesorgt. Aber was eine Rolle spielt ist, wer wir jetzt sind und, was wir tun. Im Hier und Jetzt und nichts anderes."
Er sah wieder zu Thomas und starrte ihm in die Augen, dann sprach er weiter: "Du bist ins Labyrinth gegangen und hast wahrscheinlich einen Ausgang gefunden-"
"Aber hätte ich das nicht getan, wäre Alby jetzt noch am Leben!", unterbrach Thomas den blonden Hackenhauer und Newts Miene versteinerte sich. Er hatte eine gute Beziehung zu Alby und als Thomas in erwähnte, da traf er einen wunden Punkt.
Viele mussten sterben, auch Zart war einer von ihnen...
"Vielleicht, ja, vielleicht hast du recht.", Newt presste seine Lippen aufeinander, "Aber ich weiß, wenn er jetzt hier wäre, würde er dir jetzt ganz genau dasselbe sagen, wie ich es gerade tue."
"Reiß dich zusammen, Strunk, und beende gefälligst, was du angefangen hast. Denn wenn wir jetzt nichts tun, dann ist Alby umsonst gestorben und das wir alle nicht zulassen.", nun war es Liv gewesen, welche ihre Stimme erhoben hatte. Sie sah Thomas aus ihren grünen Augen an und langsam nickte jener.
"Okay, aber vorher müssen wir noch an Gally vorbei. Ich mein', jetzt da es beschlossen ist, dass wir hier raus müssen.", jetzt sprach ich, nachdem ich schon eine Zeit lang geschwiegen und zugehört hatte.
"Gut, das wird sicher nicht so schwer. Wir brauchen ja nur einen Plan, um an einer gewaltigen Menge an Lichtern vorbeizukommen, wenn auch mit Gewalt...", Minho sah in die Runde und ich musste leicht schmunzeln.
"Ich denke, wir haben da einen Plan.", meinte Liv grinsend und sah zu Minho, welcher hinterhältig grinste.
"Nur der Plan, wie soll ich sagen, is' kompliziert zu vollbringen, wenn die gefangen sind.", die Läuferin deutete auf die zwei Personen im Bau.
"Also gut, erzählt ihr uns auch euren tollen Plan?", fragte ich nun gemein grinsend.
"Ja, wir müssen dafür sorgen, dass Gally denkt, dass Thomas immer noch ohnmächtig ist...", Liv machte eine dramatische Pause und zwinkerte keck, dann erzählte sie den ganzen Plan.
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