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Zwei Monate und ein gefühlter Augenblick | Newt Ff

GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Chuck Minho Newt OC (Own Character)
26.11.2020
10.03.2021
48
68.878
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28.11.2020 1.371
 
Am nächsten Tag befand ich mich wieder im Garten und ging der Arbeit der Hackenhauern nach. Zwischen mir und Newt hatte sich alles geregelt und nun kannte ich ihn besser, um seine Handlungen zu verstehen.
Das Labyrinth und die Lichtung, beides so unterschiedlich, und doch gehörten sie zusammen. Das Leben hier, es war nicht gut, denn es waren zwei Welten, welche unterschiedlicher nicht sein hätten können. Zum einen hatte man ein beinahe normales Leben auf der Lichtung und zum anderen gab es das Labyrinth, welches einem jeden Tag an das Grauen erinnerte. Ein Grauen, welches aus Gedächtnisverlust und Sehnsucht bestand. Die Sehnsucht nach etwas, was man vergessen hatte.
Die Welt war nicht gut, aber der Ort, an dem wir lebten, war nur ein Trugbild. Ein Trugbild, welches uns verarschte. Eines, welches nur einen Grund hatte.
Aber dieser Grund, er war unbekannt...

Ich erschrak, als sich zwei Arme von hinten um mich schlangen. Newt.
Gerade hatte ich wie eine Geisteskranke in die Leere gestarrt und war überhaupt nicht anwesend gewesen.
Newt war anscheinend zu mir getreten, aber wissen warum, tat ich nicht.
"Hm.", machte ich nur und drehte mich um, damit ich ihm in die Augen schauen konnte. Ich legte meine Arme auf seine Schultern und verschränkte meine Finger hinter seinem Hals. Seine braunen Augen musterten mich interessiert und er hielt mich an meiner Hüfte fest, dann erhob er seine Stimme: "Du schienst nicht anwesend zu sein, oder?", es war eher eine Feststellung, anstatt eine Frage.
Ich zuckte mit meinen Schultern und löste meinen Blick von seinen Augen. Mein Blick glitt zu den Mauern und dann wieder zu Newt. Er verstand.
"Heute hab' ich irgendwie einen Tiefpunkt.", seufzte ich und biss mir auf meine Unterlippe. Newts Blick visierte jene, dann sah er mir wieder in die Augen.
"Weißt du, was gegen solche Tage hilft?"
Ich schüttelte meinen Kopf.
"Das.", hauchte Newt und löste seine rechte Hand von meiner Hüfte. Meine Augenbrauen gingen in die Höhe und ich blickte dem blonden Lichter weiterhin verwirrt in seine Augen.
Er legte seine nun freie Hand auf meine linke Wange, anschließend beugte er sich etwas zu mir hinunter. Newt legte seine Lippen ganz sanft auf meine und ich schloss meine Augen. Der Kuss war kurz, viel zu kurz.
Wir lösten uns wieder voneinander und nun zierte ein leichtes Lächeln meine Lippen.
"Schon etwas besser.", schmunzelte ich, "Aber ich denke, wir müssen das noch etwas wiederholen."
Newt sah mich amüsiert an und grinste mir entgegen.
"Dagegen hätte ich nichts einzuwenden."

"Das kann doch jetzt nicht war sein!", wütete Gally und riss die Hände in Luft.
Ich musste ein Kichern unterdrücken und musterte Gally, welcher sich über seinen schmerzenden Kopf rieb.
Mein Blick glitt wieder zum Aussichtsturm hinauf und blitzschnell wurde ich an meiner Taille nach links gezogen. Ich stolperte und knallte gegen eine Brust. Ich sah mich um und an dem Ort, an welchem ich bis vor kurzem noch gestanden hatte, kam nun eine Art Topf polternd zu Boden. Meine Augen weiteten sich, dann blickte ich zu Newt hinüber. "Danke.", flüsterte ich geschockt und gleich darauf duckten wir uns gleichzeitig, um dem nächsten Gegenstand auszuweichen.
Das Mädchen war aus dem Koma erwacht und nun ja, sie sorgte gerade für riesigen Auffuhr.
Irgendwie hatte sie es geschafft aus ihrem Bett zu fliehen, sich mit Gegenständen zu bewaffnen und auf die Aussichtsplattform zu klettern. Wie? Ich hatte keine Ahnung.
"Komm, beruhig' dich mal wieder!", giftete Gally weiter und funkelte den Holzturm an.
"NEIN!", war die einzige Antwort und als weitere Reaktion gingen mehr Gegenstände in den Reihen der Lichtet nieder. Die Versammelten hatten sich provisorische Schilde aus allerlei Dingen gemacht und versuchten sich nun so gut wie möglich zu schützen.
"Wir wollen dir nichts antun!", versuchte nun auch Newt sein Glück, aber die einzige Reaktion war wieder die gleiche wie zuvor.
"Shit!", fluchte er und rempelte gegen mich.
Er wurde an der Schulter getroffen und sein Gesichtsausdruck repräsentierte Überraschung.
"Wir haben sogar ein Mädchen hier!", brüllte nun Gally wieder und sein Kopf glich einer Tomate. Nur mehr Rauch, welcher aus seinen Ohren rauskommt, fehlte, um das Bild zu perfektionieren.
Das Mädchen hörte kurz auf und wir atmeten alle einmal kräftig durch.
"Wirklich?", fragte sie von oben und Gally sah mich auffordernd an.
"Ja, wirklich.", rief ich zurück und dann war es still.
"Das ist mir egal!", anschließend kamen weitere Gegenstände auf dem Boden auf.
"Das ist mir egal...", äffte ich sie nach und Newt kniff mir zurechtweisend in die Seite. Ich zuckte mit meinen Schultern und sah ihn unschuldig an.
"Das kann doch jetzt nicht war sein!", Gally stampfte zornig auf und kickte mit seinem Fuß einen Stein weg.
"Wer ist dafür verantwortlich?", wollte er wissen und sah jeden einzelnen an.
Jeff meldete sich: "Leider ist das meine Schuld.", gestand er kleinlaut und Clint neben ihm klopfte ihm belustigt auf die Schulter, dann fügte er hinzu: "Gally, sei bitte nicht zu hart zu ihm.", er fing an zu grinsen, dann wich er einem Becher aus, "Unser lieber Jeff wurde von einem Mädchen fertig gemacht, das ist glaub' ich schon Strafe genug."
"Ich dachte, dass sie immer noch schläft, bis sie plötzlich aufgesprungen ist.", versuchte sich der eben genannte zu verteidigen und verschränkte trotzig die Arme vor der Brust.
"Lass es, desto mehr du sprichst, desto erbärmlicher wird es. Bitte.", antwortete Gally und fuhr sich verzweifelt durch seine blonden Haare.
"Was ist denn hier los?", wollte nun jemand anderer wissen und ich drehte mich um.
Liv, Minho und Thomas kamen angerannt und alle schienen verwirrt zu sein.
"Das Koma-Mädchen kriegt sich nicht mehr ein. Das ist los!", Gally deutete mit seinem Finger nach oben und etwas Speichel spritzte aus seinem Mund.
"Ruhig, ganz ruhig.", sagte Liv, ging auf den Bauarbeiter zu, dann nahm sie seine Hand und tätschelte ihm beruhigend über jene. Gally blinzelte verwirrt und als er sich wieder fasste, entzog er Liv seine Hand und stürmte davon.
Ich prustete los: "Liv, das war einfach genial. Ich meine, sein Blick.", die Läuferin sah mich an und klopfte sich selbst lobend auf ihre Schulter.
"Nun, ich bin eben genial."
Im nächsten Moment hörte man Minho fluchen und als ich zu ihm rüber sah, konnte ich sehen, wie sich auch er seinen Kopf rieb.
"Warum hat sie Gegenstände da oben?", wollte er irritiert wissen und zog seine Stirn kraus.
"Das haben wir Jeff zu verdanken.", beteiligte sich Newt am Gespräch, "Sie hat ihn überrumpelt und hat sich dann da oben verschanzt."
Minho blickte überrascht zu Jeff, welcher nun etwas rot um die Nase herum wurde.
"Das wird dich so schnell niemand mehr vergessen lassen, du Strunk.", lachte Liv und sprang nun ebenfalls auf die Seite, da auch sie fast getroffen worden wäre.
Thomas beobachtete das Ganze mit weit erhobenen Brauen und dann kam mir eine Idee. Ich erinnerte mich an ihre Ankunft und daran, dass sie anscheinend Thomas erkannt hatte.
Meine Füße bewegten sich und ich ging zwei Schritte näher an die Aussichtsplattform heran, dann formte ich mit meinen Händen einen Trichter um meinen Mund.
"Thomas ist da!"
Ruhe...
Nichts passierte mehr und ich wechselte einen Blick mit Newt, anschließend zuckten wir unisono mit unseren Schultern.
"Ja! Hier ist Thomas!", schrie nun eben genannter und man konnte nun einen Kopf sehen, der über die Brüstung blickte, dann verschwand er.
Wir sahen alle auffordernd zu Thomas und dieser setzte sich ganz langsam in Bewegung.
Als er oben angekommen war, rief Minho rauf, um sich zu vergewissern, dass alles in Ordnung war.
"Alles gut! Gibt uns etwas Zeit!", rief Thomas als Antwort und Liv klatschte in die Hände.
"Wow, dieses Mädchen sollte echt ihre Prioritäten klären.", Liv sah in die Runde, "Gut, ich hab' Hunger. Gehen wir essen."
Wir alle sahen sie verwundert an, stimmten aber zu.
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