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Becoming The First Choice

GeschichteAngst, Liebesgeschichte / P18 Slash
Montgomery de la Cruz
26.11.2020
24.01.2021
18
74.514
1
Alle Kapitel
21 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
26.11.2020 3.712
 
Herzlich willkommen!



Es freut mich sehr, euch heute das erste Kapitel der Fortsetzung von Someone Will Remember Us präsentieren zu können. Die Autorin KingWinston ist einfach nur großartig und ich kann ihr nicht genug dafür danken, dass sie mir diesmal auch die Erlaubnis gegeben hat, ihr Baby zu übersetzen.

Ich freue mich sehr darauf, die weitere Geschichte von Monty und Winston mit euch zu teilen und sie selber auch noch einmal „mitzuerleben“. Es wird noch einiges passieren und ich hoffe sehr, dass euch BTFC genauso gut – wenn nicht vielleicht sogar besser – wie SWRU gefallen wird.

Falls ein Neuling auf diese Geschichte stößt: Dies ist eine Fortsetzung! Bitte lies dir vorher auf jeden Fall den ersten Teil durch. Dies ist wichtig, damit du nicht gespoilert wirst und vor allem die Handlung und die Charaktere verstehst.

Wie schon bei SWRU gebe ich euch erst einmal ein paar allgemeine Infos zur Story:

Originaltitel: Becoming The First Choice

Autorin: KingWinston

Link zum Original: https://archiveofourown.org/works/25310398/chapters/61364287

Übersetzerin: beautiful stranger

Pairing: Montgomery (Monty) de la Cruz x Winston Williams

Kapitel: 20

Rating: P18 Slash

Genre: Romanze, Schmerz/Trost, Angst

Summary: Fortsetzung von „Someone Will Remember us”

Posting: Voraussichtlich jeden Sonntag und Donnerstag

Disclaimer: Die bekannten Charaktere aus Tote Mädchen lügen nicht gehören weder mir noch der Autorin KingWinston. Diese erhebt nur Anspruch auf die Handlung der Geschichte und neuerfundene Charaktere. Mir gehört nichts außer die Übersetzung. Auch verdienen weder ich noch KingWinston Geld mit der Story.

Noch eine Info für euch: Ich arbeite zurzeit an Kapitel zwanzig von BTFC und habe es bereits fast halb fertig. Ich werde euch also tatsächlich jede Woche zwei Kapitel hochladen können.

Von einer weiteren Story von KingWinston habe ich bereits auch fast alle bisherigen Kapitel fertig übersetzt, sie hat aber vor Kurzem mitgeteilt, dass sie die Geschichte erst einmal auf unbestimmte Zeit pausiert, weil sie sich auf andere Fanfiktions konzentrieren möchte. Ich werde euch aber trotzdem, wenn wir mit BTFC durch sind, die bisherigen 15 Kapitel mit drei Kapiteln pro Woche hochladen. Sobald die Autorin die Geschichte fortsetzt, werde ich sie selbstverständlich fertig übersetzen.

Warum ich euch das erzähle? Ich plane, sobald ich mit dem letzten Kapitel von BTFC und dem letzten Kapitel der oben erwähnten Geschichte fertig bin, mit dem bisher größten Projekt von KingWinston zu beginnen. Dieses Projekt hat bisher 25 Kapitel und 137.000 Wörter – und laut Aussage der Autorin plant sie ca. 250.000 Wörter für diese spezielle Fanfiktion ein.

Aus diesem Grund werde ich – auch wenn ich BTFC schon fast komplett fertig habe – euch nur zweimal pro Woche ein Kapitel hochladen, damit ich genug Zeit habe, um dieses Mammutprojekt schon einmal anzufangen und einige Kapitel vorab für euch zu übersetzen, die mit der Zeit immer länger geworden sind und viel Zeit von mir einfordern werden.

Falls ihr Fragen zu den Übersetzungen haben solltet, könnt ihr euch gerne bei mir melden. Ich gebe euch gerne Auskunft. :-)

So, jetzt habe ich euch lange genug hingehalten. Ich wünsche euch jetzt viel Spaß mit…


Becoming The First Choice


Die erste Wahl werden


Kapitel 1: Neue Erinnerungen


Er denkt, ich wüsste nicht, dass er mittlerweile seit ein paar Stunden wach ist.

Ich bin vor vielleicht einer Stunde aufgewacht, das Bett ist leer gewesen. Ich habe gehört, wie er in der Küche herumhantiert hat. Er weiß einfach nicht, wie man ausschläft.

Aber jetzt liegt er wieder mit mir im Bett. Er berührt mich nicht, aber ich kann spüren, dass er mich ansieht. Ich fühle die Wärme, die von seinem Körper abstrahlt.

„Es ist wirklich gruselig, wenn du mich anstarrst“, erkläre ich ihm, ohne mir die Mühe zu machen, meine Augen zu öffnen. Zur Antwort lacht er leise, aber ich weigere mich immer noch, ihn anzusehen.

Wir müssen die Party kurz nach Mitternacht verlassen haben. Wir haben eine Ausrede darüber erfunden, dass wir müde seien. Benji hat uns nicht ein Wort abgekauft, uns jedoch gehen lassen. Wir hatten das Haus für uns alleine.

„Willst du, dass ich aufhöre?“, erkundigt sich Winn und kurz darauf fühle ich, wie seine warmen Fingerspitzen meine Lippen nachfahren und sich in kreisenden Bewegungen über sie bewegen. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt, die Augen aufzumachen.

Er beugt sich über mich, starrt hinab auf meine Lippen und lächelt. Selbst nach letzter Nacht will er immer noch mehr.

Ich greife nach seinem Handgelenk und ziehe seine Hand von meinem Gesicht. Vertraut mir, ich will es gar nicht, aber jemand muss diesem Jungen etwas Selbstbeherrschung beibringen.

Er sieht mich schmollend an und ich verdrehe die Augen. Er denkt, ich scherze.

Winn versucht, sich herunterzubeugen und mich zu küssen, aber ich drehe den Kopf weg.

„Monty“, jammert er genervt und wartet darauf, dass ich aufgebe und zulasse, dass er mich küsst.

„Ich muss duschen“, sage ich, als wäre das das einzige, an das ich denken kann. Ich setze mich auf und Winn starrt mich in der Erwartung an, einen Guten-Morgen-Kuss oder so zu bekommen.

Wie ich gesagt habe, keine Selbstbeherrschung.

Ich stehe vom Bett auf und er klammert sich wie ein Kind an meinen Arm. „Darf ich mit dir kommen?“, fragt er mit einem Lächeln im Gesicht und so sehr es mich schmerzt, schüttle ich den Kopf.

Ich lasse die Tür zum Badezimmer unverschlossen, hoffentlich ist er schlau genug, es zu versuchen.

Ich schaffe es, jeglichen Schmutz von letzter Nacht (von mir und Winn) abzuwaschen und fühle mich viel sauberer. Dann ertönt ein Klopfen von der Tür.

„Wie lange brauchst du noch da drin?“, ruft er von der anderen Seite der Tür und ich reibe mir Wasser aus den Augen. „Ich vermisse dich.“

Beim Klang dieser letzten Worte fängt mein Herz an zu hämmern. Ich weiß, dass er sie vermutlich nicht so meint. Er will nur, dass ich wieder rauskomme, sodass wir wieder vögeln können, aber er hat es dennoch gesagt.

„Die Tür ist offen, du Idiot“, sage ich. Anschließend öffnet sich langsam die Tür. Er steht in der Mitte des dampfigen Badezimmers, die Hände in den Hosentaschen. Seine Haare fallen über seine Augen und er starrt mich an.

„Wolltest du etwas?“, frage ich ihn, während ich nach unten greife und anfange, meine Hand an meinem Schwanz auf und ab zu bewegen. Seine Augen folgen meiner Hand und er wird rot. Oder vielleicht kommt das nur von der Hitze. Ich fühle mich bereits am ganzen Körper heiß und verschwitzt.

Keiner von uns sagt etwas, als er langsam den Reißverschluss seiner Hose öffnet. Ich platziere eine Hand an der Duschwand, um mein Gleichgewicht zu halten, während meine andere Hand meinen Schwanz bearbeitet. Ich bin schon hart für ihn und er weiß es.

Ich fühle seine Hände auf meinem Rücken und bin nicht sicher, ob sie schwitzig sind oder mein Rücken einfach nass ist.

Er presst seinen Körper gegen meinen und plötzlich spüre ich, dass sich etwas Hartes von hinten gegen meinen Oberschenkel drückt. Mein Körper beginnt, sich allein bei dem Gedanken daran zu versteifen, wie es sein muss, in Winns Position zu sein. Wie es sein muss, gefickt zu werden.

Seine Hände wandern weiter nach unten, bis sie um meine Hüften geschlungen sind. Dann greift er um sie herum und löst meine Hand von meinem Schwanz.

„Lass mich, bitte“, flüstert er an meiner Schulter. Wie könnte ich Nein sagen, wenn er so höflich fragt?

Er massiert meinen Schwanz mit seiner Hand und das Wasser von der Dusche sorgt dafür, dass es geschmeidiger geht. Manchmal drückt und dreht er seine Hand, und seine Art, wie er nur etwas fester zugreift… Ich schwöre, ich könnte hier und jetzt kommen.

Er wird mich nicht allein durch seine Hand kommen lassen. Er würde nicht so langsam machen, wenn das sein Plan gewesen wäre.

Das Wasser aus dem Duschkopf trifft mich auf die Brust und spritzt ihm ein wenig ins Gesicht. Ich kann seinen schweren Atem hören, während er mir langsam einen runterholt.

„Dreh dich um“, befehlt er mir dann atemlos, sobald seine Hand von meinem Schwanz ablässt, und ich gehorche. Normalerweise bin ich derjenige, der die Kontrolle übernimmt. Das ist eine nette Abwechslung.

Er lässt sich auf die Knie sinken und sieht zu mir auf. Ich lege meine Hände auf seine Schultern, grabe aber nicht meine Fingernägel in sie, wie er es immer bei mir macht. Dann bringt er sein Gesicht näher an meinen Schwanz und reibt mit seiner Nase gegen die Eichel. Mein Atem bleibt mir im Hals stecken, als er seine Lippen um meinen Schwanz schließt und ihn vollständig in sich aufnimmt. Es überrascht mich, dass er mich nicht quält. Er macht es richtig und genau so, wie ich es mag.

Er beginnt, seinen Kopf zu bewegen, als ich merke, wie sich seine Zunge an meiner Länge auf und ab bewegt. Es fühlt sich so gut an, ihn so auf den Knien vor mir zu sehen. Ich fühle mich heiß in seinem Mund an und ächze auf, als ich auf einmal hinten an seine Kehle stoße.

Er würgt nicht, aber ich sehe, dass seine Augen feucht werden und er durch die Nase ausatmet. Ich versuche wirklich angestrengt, aufrecht stehen zu bleiben, aber mein Kopf fühlt sich trübe an, weil alles Blut aus meinem Körper sich in meinem Schwanz sammelt.

Gerade, als ich merke, wie mein Schwanz zuckt, zieht er sich zurück und blickt mit Spucke, die an seinem Kinn hinabläuft, zu mir auf. „Fick meinen Mund.“

Seine Lippen sind geschwollen und glänzen von Spucke. Er muss es mir nicht zweimal sagen, so wie er mich ansieht.

Ich ziehe an seinen Haaren, als ich anfange, mein Becken vor und in seinen Mund zu stoßen. Er lässt mich, obwohl ich erkennen kann, dass seine Augen rot werden. Ich werde sogar noch härter und schneller, bis mein Schwanz wiederholt hinten gegen seine Kehle stößt.

Ich weiß, dass er fühlen kann, wie mein Schwanz in seinem Mund zuckt. Er weiß, dass ich kurz davor bin. Das Wasser von der Dusche läuft meinen Rücken hinab und ich versuche angestrengt, stehen zu bleiben, auch wenn es rutschig ist und meine Knie weich sind.

„Scheiße. Ich…“ Ich ächze und komme nicht dazu, meinen Satz zu beenden, weil sich meine Hüften zusammenziehen und ich mein Sperma in Winns Mund schieße.

Ich halte meinen Griff in seinem Haar fest, während ich ihn weiter schlucken lasse, wie der brave Junge, der er ist. Meine Sicht ist verschwommen und meine Augen brauchen ein paar Sekunden, um sich wieder scharf zu stellen, bis Winns Gesicht wieder in den Fokus rückt.

Er steht mit zitternden Beinen auf und legt dann seine Hände auf meine Hüften, als wäre er derjenige, der Hilfe braucht, um vernünftig zu stehen. Sein harter Schwanz streift an meinem Oberschenkel entlang und er legt seine Stirn auf meine Schulter. Er murmelt etwas, aber ich kann ihn nicht verstehen und ziehe ihn einfach nur an meine Brust, während das Wasser weiterhin um unsere Füße spült.

***


Ich unterbreite ihm die Neuigkeit nach dem Frühstück.

„Ich weiß, wir haben gesagt, dass wir uns nichts schenken, aber…“

Er sieht nicht glücklich aus. Überhaupt nicht glücklich.

Er stellt unser dreckiges Geschirr in die Spüle und dreht sich um, um mich anzusehen. „Verdammt, Monty. Wir haben das beschlossen. Und jetzt stehe ich dumm da–“

„Shh“, mache ich, ehe er zu einer Schimpftirade ansetzen kann. Er ist auch nicht glücklich darüber, dass ich ihm sage, dass er ruhig sein soll, aber er presst die Lippen aufeinander und verschränkt die Arme vor der Brust, während er an der Spüle steht.

„Es ist ein Geschenk für uns beide“, erkläre ich und mein Mund fühlt sich trocken an. Ich bin nicht sicher, ob ich das wirklich tun soll. Wann immer ich denke, dass ich bereit bin, kommt irgendwas dazwischen.

Winn sieht meinen Gesichtsausdruck und sein eigener wird langsam weicher. Er nickt langsam. „Okay.“

Ich schaue weg, weil es ein wenig zu viel für mich wird, und er bahnt sich langsam einen Weg zu mir und dem Esszimmerstuhl, auf dem ich sitze.

„Monty…“, sagt er sanft und setzt sich mit gespreizten Beinen auf meinen Schoß. Ja, weil mich das überhaupt nicht ablenkt.

„Ich werde dir alles erzählen, wenn wir dort sind“, berichte ich ihm schlicht. Ich schinde Zeit.

Ich reibe in kreisenden Bewegungen über seinen Rücken und er schlingt die Arme um meinen Nacken. Ich weiß, dass er von letzter Nacht verdammt wund ist, aber er versucht angestrengt, es sich nicht anmerken zu lassen. Er hätte mich weitermachen lassen, wenn ich ihm nicht gesagt hätte, dass ich der Meinung sei, dass es genug wäre. Mir wäre nichts lieber, als einen ganzen Tag dazu zu nutzen, ihn zu ficken, aber mir ist auch nicht danach, ihm wehzutun. Niemals wieder.

***


Draußen ist es eiskalt und Winn reibt an seinen Armen auf und ab, um sich aufzuwärmen. Wir sind gerade erst aus dem Auto ausgestiegen und ihm ist bereits kalt?

„Komm her“, sage ich und hebe meinen Arm leicht an. Er grinst und rückt näher an mich heran. Ich lege meinen Arm über seine Schultern und ziehe ihn näher an meine Brust, in dem Versuch, ihn aufzuwärmen.

Wir laufen in gemütlicher Stille weiter. Natürlich erkennt Winston den Ort. Er hat stundenlang hier gewartet, bevor ich ihn in der einen Nacht versetzt habe. Und jetzt sind wir gemeinsam hier.

Ich starre auf die Graffiti an den Wänden und die großen schwarzen Müllsäcke, die die Leute gerne im Tunnel zurücklassen.

Das Pennerhotel. Der Ort, an dem ich die meiste Zeit meines elften Schuljahrs verbracht habe. Ich habe verschwinden müssen, nachdem Scott es herausgefunden und angefangen hat, Fragen zu stellen. Aber es ist immer eine Art sicherer Rückzugsort gewesen.

Winston starrt mich aus geweiteten Augen an und ich kann erkennen, dass er ungefähr eine Million Fragen auf dem Herzen an, aber statt sie zu stellen, wartet er darauf, dass ich rede.

„Hierher bin ich früher immer gekommen, wann immer mein Dad und ich einen Streit hatten“, erzähle ich ihm, während ich in den dunklen Tunnel starre. Ich erinnere mich, wie ich dort gesessen habe, meinen Rücken gegen die kalte Wand gedrückt. Ich habe dagesessen und mich gefragt, was ich getan habe, um ein solches Leben zu verdienen.

„Monty…“

„Ich bin immer tagelang hier gewesen. Ich habe die Schule geschwänzt, weil ich mich dafür geschämt habe, dass die anderen… dass sie irgendwie merken würden, dass ich vorübergehend obdachlos war“, sage ich und mein Herz hämmert gegen meine Brust. Winn bleibt stumm. „Einmal habe ich Essen aus diesem Laden geklaut. Ich habe ein paar Tage lang davon gelebt und bin dann nach Hause gegangen, als wäre nichts passiert. Ich habe einfach so getan, als wäre alles in Ordnung, bis ich mich auch so gefühlt habe. Meinen Dad hat es nicht interessiert, wohin ich gegangen oder wo ich gewesen bin. Er ist nicht einmal froh gewesen, mich wieder zuhause zu sehen.“

Winns Schultern versteifen sich unter meinem Arm und ich kann spüren, wie sich seine Augen in die Seite meines Gesichts bohren. „Danke, dass du es mir erzählt hast“, sagt er leise und ich lächle vor mich hin, ehe ich mich so umdrehe, dass ich direkt vor ihm stehe.

Ich lege meine Hände auf seine Hüften und halte ihn nah an mich gedrückt. Er wartet wieder, während ich in sein Gesicht starre und ihn mustere. Kein Mitleid.

„Mein Geschenk an uns“, sage ich und betone leise den „uns“-Teil, als Winn seinen Kopf hebt, um mich besser ansehen zu können. „Ist es, all die schlechten Erinnerungen, die ich hier hatte, zu ersetzen. Sie mit dir zu teilen.“

Er seufzt leise und starrt mich an. „Das ist…“

Total krank? Ich habe ihn hergebracht – an den Ort, an den ich früher immer gekommen bin, um zu zelten, wenn mein Dad mich verprügelt hat – und es als ein Geschenk für uns bezeichnet. Wir gehen seit weniger als vierundzwanzig Stunden miteinander und er bereut es wahrscheinlich schon jetzt, mich überhaupt getroffen zu haben.

„Wirklich wohlüberlegt“, beendet Winston seinen Satz und ich fühle, wie seine warme Hand nach meiner greift und unsere Finger miteinander verschränkt. „Danke, dass du mich hierhergebracht hast.“

Ich nicke lediglich stumm und halte mich an Winns Hand fest, als wäre er das Einzige, das es wert ist, zu haben. Wir blicken im Stillen in den schwarzen Tunnel und dann legt Winston seinen Kopf auf meine Schulter. Sein Haar kitzelt mein Kinn und meine Nase und ich lasse seine Hand los. Ich schlinge meine Arme um seine Schultern und ziehe ihn noch näher, wenn es überhaupt möglich ist.

„Ich liebe dich“, flüstere ich in seine Haare, ehe ich einen kleinen Kuss auf seinem Kopf platziere. Zuerst nimmt er es in sich auf und ich beobachte, wie sein Lächeln immer breiter wird.

Auch wenn ich weiß, dass er das gleiche empfindet, werde ich aus irgendeinem Grund immer noch nervös, wenn ich es ausspreche.

„Wie sieht es damit mit einer guten Erinnerung aus?“, erkundigt Winn sich. Er zieht sich von mir zurück und legt dann seine Hände auf beide Seiten meines Gesichts. Langsam lehnt er sich vor, seine Nase streift gegen meine und dann, als unsere Lippen sich fast berühren…

„Ich liebe dich“, formt er lautlos mit den Lippen und ich seufze erleichtert auf.

***


Ehrlich, ich glaube, ich werde Benji mehr vermissen als Winston.

„Ich kann nicht fassen, dass ich schon wieder wegfliege“, sagt Benji, als ich seinen Koffer aus meinem Auto hole. Winn hat ihm versprochen, dass wir ihn zum Flughafen bringen würden und jetzt sind wir hier. „Ich werde euch vermissen.“

Winn sieht mich augenrollend an und ich kann nicht anders, als zu grinsen. Ich schließe die Autotür, nachdem ich den Koffer neben Benji abgestellt habe und seufze dann. Wir müssen uns jetzt voneinander verabschieden. Aber keiner von uns rührt sich.

Dann seufzt Benji und breitet seine Arme in Winns Richtung aus. „Dann komm schon her.“

Ich stehe beim Auto, während ich beobachte, wie Benji seine Arme um Winn schlingt und mit ihnen an seinem Rücken auf und ab reibt, während sie sich umarmen. Winn vergräbt sein Gesicht an Benjis Schulter und als sie sich voneinander lösen, sehe ich, dass seine Augen feucht sind. Er versucht, es zu verstecken, lacht und streicht sich das Haar aus dem Gesicht.

„Du bist dran“, erklärt Benji mir und ehe ich es mich versehe, drückt er mich so fest, dass ich kaum atmen kann. Ich erwidere die Umarmung und er drückt mich an seine Brust, als wäre ich ein Kind.

„Du vermasselst es besser nicht, während ich weg bin“, flüstert Benji mir ins Ohr, sodass nur ich ihn hören kann. Ich werfe einen Blick über seine Schulter auf Winn, der nicht einmal in unsere Richtung sieht.

„Werde ich nicht“, erkläre ich ihm, während ich mich auf Winston konzentriere und vor mich hinlächle. Ich könnte mir nie vorstellen, ihn je wieder zu verletzen. Das könnte ich nicht.

Endlich lässt Benji mich los und wir lösen uns voneinander. „Übrigens“, berichtet er mir, während er immer noch meine Aufmerksamkeit hat und Winn nicht in Hörweite ist. „Wenn du die Sitzordnung für die Hochzeit machst… platzier mich neben irgendeiner hübschen Blondine.“

Ich funkele in an, auch wenn ich nicht anders kann, als darüber nachzudenken. Eine Hochzeit? Wirklich? Würde das mit uns wirklich so lange halten?

„Du bist nicht witzig“, sage ich zu Benji, als Winn langsam wieder auf uns zukommt.

„Das war kein Witz“, meint er achselzuckend und Winn starrt ihn an und fragt sich, worüber wir gesprochen haben.

Unbeholfen stehen wir da, immer noch nicht bereit dafür, dass Benji geht. Dann seufzt er und legt seinen Arm um Winns Schultern.

„Ich sollte jetzt los“, sagt er und greift mit der freien Hand nach seinem Koffer. Dann wendet er sich Winn zu. „Ruf mich an, wenn er anfängt, dir wieder auf den Sack zu gehen. Ich werde zurückkommen und ihm ein wenig Verstand einprügeln.“

Winn verdreht über Benjis Worte die Augen und lacht leicht. „Ich denke, wir kommen jetzt zurecht“, sagt er und unsere Blicke verschmelzen ein paar Sekunden lang miteinander.

Diesmal wird alles besser werden.

***


Am Montag geht die Schule wieder los. Nun, da die Footballsaison vorbei ist (die wir nicht gewonnen haben), werde ich mehr Freizeit haben, bevor die Baseballsaison startet. Scott wird diesmal auch spielen. Bei Charlie bin ich mir nicht sicher, er ist ziemlich nutzlos mit einem Schläger.

Ich lege mich auf Scotts Bett, während er an seinem Schreibtisch sitzt und auf seinem Laptop tippt. „Verdammt, ich bin beschissen in Chemie“, meint Scott und wirft mir einen Blick zu. „Hast du die Chemiehausaufgaben gemacht?“

Ich blicke auf und zucke mit den Schultern. Wir haben Chemiehausaufgaben aufbekommen? Scott starrt mich an.

„Hast du irgendwelche Hausaufgaben von dir erledigt?“, will er wissen und ich antworte nicht. „Warum zur Hölle denn nicht?“

Ich habe nicht wirklich Zeit gehabt, mich auf Hausaufgaben zu konzentrieren, und er weiß das. Ich habe nicht nur den größten Teil meiner Freizeit meinem Vorhaben gewidmet, Winn zurückzugewinnen, nein, ich habe auch all den Mist mit meinen Eltern erledigen müssen.

„Ich werde sie morgen machen“, stöhne ich und bedecke mein Gesicht mit den Händen.

„Morgen ist Sonntag“, berichtet Scott mir. Irgendwie habe ich nun, wo ich Winn für mich alleine habe, mein Zeitgefühl verloren. Ich nehme meine Hände vom Gesicht, weil Scott still geworden ist und ich sehe, wie er auf seinem Handy tippt.

„Was machst du?“

„Winston schreiben“, sagt Scott zu mir, ohne die Augen von dem Bildschirm zu lösen. „Er hat dich genug abgelenkt.“

„Nein“, stöhne ich. Wir haben verabredet, uns morgen zu treffen, und jetzt wird er mir definitiv absagen. Scheiße, er wird wütend werden, weil ich meine Schularbeiten wieder für ihn liegen gelassen habe. Obwohl er das gleiche auch für mich tut.

Scott legt sein Handy weg und seufzt anschließend. „Komm schon, mach dich an die Arbeit. Du wirst es nicht schaffen, alle Aufgaben morgen zu erledigen.“

Er rückt sein Zeug auf eine Seite des Schreibtisches und starrt mich an. Ich soll meine Hausaufgaben mit Scott machen? Wow, genau so habe ich meinen Samstagabend verbringen wollen.

„Ich werde dir helfen“, meint Scott in dem Versuch, mich zu überzeugen. Schließlich gebe ich auf und gehe hinüber zum Tisch.

Ich hebe meine Schulrucksack auf und fange an, die Berge an Hausaufgaben auszupacken, die ich dort drin versteckt habe. Scott sieht mir dabei zu und schüttelt den Kopf.

„Ich wäre überrascht, wenn sie dich den Abschluss machen lassen“, berichtet er mir und ich lache, weil ich annehme, dass es ein Witz ist.

Ich muss jetzt wirklich anfangen, mich auf die Arbeit zu konzentrieren.
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