Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Night Changes At Christmas

GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Harry Styles Liam Payne Louis Tomlinson Niall Horan Zayn Malik
23.11.2020
16.05.2021
21
121.873
15
Alle Kapitel
72 Reviews
Dieses Kapitel
4 Reviews
 
 
16.05.2021 5.464
 
One more taste of your lips just to bring me back
To the places we've been and the nights we've had
Because if this is it then at least we could end it right
Oh, why you're wearing that to walk out of my life?

Hey, hey, hey
Oh, even though it's over you should stay the night, yeah
Hey, hey, hey
If tomorrow you won't be mine
Won't you give it to me one last time?
Oh, baby, let me love you goodbye


Harry traf Mick am Flughafen. Er saß diskret in einem Café, trank einen Kaffee und las Zeitung. Harry ließ sich auf den Stuhl gegenüber von ihm fallen und stellte seinen Koffer neben sich. Mick sah nicht einmal auf. Für Außenstehende musste es aussehen als sei Mick vertieft in die Zeitschrift, in der herumblätterte. Aber Harry wusste es besser. Er wusste, dass sein Bodyguard sich nicht für ein einziges Wort interessierte, das auf diesen Seiten geschrieben stand. Stattdessen behielt er seine Umgebung im Auge. Und wahrscheinlich hatte er Harry schon entdeckt, bevor er selbst Mick überhaupt gesehen hatte. Harry trug weite Jeans, einen dunklen Hoodie und eine Mütze. Wenn irgendjemand genau hinsehen würde, würde man ihn vermutlich leicht erkennen. Aber zum Glück war es noch so früh am Morgen, dass nicht viele unterwegs waren. Und die, die unterwegs waren, waren zu beschäftigt mit sich selbst.

„Weißt du, ob Jeff schon in Los Angeles ist? Ich habe gestern Abend nur noch kurz mit Mitch geschrieben. Mit Jeff habe ich nicht gesprochen“, sagte Harry und nahm die Getränkekarte in die Hand. Er könnte eigentlich einen Kaffee gebrauchen, aber vermutlich hatten sie nicht mehr die Zeit noch einen zu bestellen. Er würde warten müssen, bis sie im Flieger saßen.

„Jeffrey ist schon seit knapp zwei Wochen wieder in den Staaten“, ließ Mick ihn wissen. Harry nickte, dass er gehört hatte.

„Ich hoffe, wir kommen rechtzeitig wieder zurück“, murmelte Harry. Er hatte Louis versprochen, sich nicht runterziehen zu lassen. Sich nicht die Vorfreude auf die Hochzeit nehmen zu lassen. Aber es war schwere als gedacht.

„Wir sollten los“, sagte Mick nur und warf einen schnellen Blick auf seine Armbanduhr. Harry nickte, stand auf und folgte seinem Bodyguard durch das Flughafengebäude. Glücklicherweise schafften sie es, ohne erkannt zu werden. Als Harry schließlich im Flieger saß, musste er gestehen, dass er die Vorteile der ersten Klasse heute wirklich wertschätzte. Er hatte Ruhe, musste sich keine Gedanken wegen irgendwelcher Fans machen und bekam seinen gewünschten Kaffee. Als Harry dann auf sein Handy schaute, hatte er einige ungelesene Nachrichten. Er machte es sich in seinem Sitz etwas gemütlicher und begann zu tippen. Er würde auf seinem zehnstunden Flug genug Zeit haben, um allen zu antworten. Doch, bevor er überhaupt auf die erste Nachricht getippt hatte, sprach Mick ihn an.

„Schau mal, ich habe einen früheren Flug gefunden. Könnte zwar knapp werden, aber wir müssten den Flug um 18 Uhr eigentlich bekommen. Wenn wir den nehmen, dann solltest du um 9 Uhr am Samstagmorgen in Surrey sein“, Mick hielt Harry sein Tablet hin, auf dem eine Seite mit Last-Minute-Flügen geöffnet war.

„Klingt gut. Die Trauung ist um 12 Uhr. Louis wird mit Liam gegen halb Zwölf am Farnham Castle sein. Ich sollte mit Niall eigentlich schon ab 10 Uhr da sein, um die ersten Gäste zu begrüßen. Aber Karen hat ja auch schon ihre Hilfe angeboten. Und wenn ich mich vom Flughafen aus direkt auf den Weg mache, dann sollte alles passen“

„Soll ich uns den Flug dann buchen?“, fragte Mick und nahm Harry sein Tablet wieder aus den Händen.

„Oder willst du lieber einen Privat-Jet nehmen? Ich weiß, dass du das für dich alleine nicht gerne machst. Aber es wäre eine Ausnahmesituation. Und unter diesen Umständen die bessere Alternative. Du hättest weniger Stress am Flughafen und kannst den Flug nicht verpassen“, das waren auch Louis‘ Argumente gewesen.

„Ja, vermutlich hast du recht“, seufzte Harry.

„Soll ich das für dich machen?“, bot Mick an als Harry schon nach seinem Handy griff.

„Du bist mein Bodyguard, Mick. Du musst das nicht tun“, versuchte Harry es, doch Mick nahm ihm schon das Handy ab.

„Du solltest dich auch besser nicht daran gewöhnen. Und wenn du weiterhin nicht mit Jeff sprichst, solltest du dir Gedanken über einen neuen Manager machen. Ich werde ihn mit Sicherheit nicht ersetzen. Aber heute tue ich das gerne für dich. Du solltest diesen Flug nämlich zum Schlafen nutzen. Wer weiß, wie viel Schlaf du bis zur Hochzeit noch abbekommen wirst“, und das war der Punkt, an dem Harry es begriff.

„Louis hat mit dir geredet, habe ich recht?“, Harry seufzte. Es wurmte ihn, dass Louis so einen engen Draht zu seinem Bodyguard hatte. Doch auf der anderen Seite, gefiel ihm dieser Gedanke. Viel zu gut. Es fühlte sich so an, als würde Louis wirklich zu seinem Leben dazugehören. Als hätte er schon immer dazu gehört. Und nichts hätte sich daran geändert. Und nichts würde sich daran ändern.

„Tomlinson hatte überzeugende Argumente“, meinte Mick schulterzuckend.

„Also hat er dir gedroht?“, Harry schüttelte den Kopf. Das Lächeln auf seinen Lippen konnte er dennoch nicht verbergen.

„Überzeugende Argumente“, betonte Mick.

„Überzeugende Argumente“, wiederholte Harry grinsend. Und wenn er sich nicht irrte, konnte er sogar bei Mick sehen, wie ein Mundwinkel leicht zuckte.

„Er ist ein guter Kerl“, sagte Mick plötzlich. Harry hob überrascht seinen Blick.

„Er sorgt sich um dich. Er hat mich gestern Mitten in der Nacht angerufen, nur um sicher zu gehen, dass du heute nicht alleine nach LA fliegst. Er sorgt sich wohl sehr um die Menschen, die ihm wichtig sind“, Harry musterte seinen Bodyguard.

„Ey, du magst ihn“, stellte Harry fest.

„Er tut dir gut“, antwortete Mick schlicht.

„Sie alle tun mir gut. Ich weiß nicht, wo ich ohne sie gerade wäre“, Harry seufzte.

„Ich habe immer gedacht, ich wäre glücklich. Ich meine, die letzten Jahre – ich war glücklich. An vielen Tagen. Aber manchmal, manchmal war ich es nicht. Sie haben mir mehr gefehlt, als ich zugeben wollte. Und es war noch so vieles ungeklärt geblieben. So vieles, was wir- was ich ihnen nie gesagt hatte. Und jetzt scheint dieses fehlende Teil in meinem Leben, endlich wieder seinen Platz gefunden zu haben“, ein Kloß bildete sich in Harrys Hals und das Schlucken fiel ihm plötzlich schwer.

„Ich weiß gar nicht, womit ich so wunderbare Freunde verdient habe. Womit ich es verdient habe, dass ich sie wieder zurückhabe“

„Manchmal scheinst du zu vergessen, dass du auch eine Bereicherung für sie bist“, Harry schüttelte seinen Kopf, doch Mick ließ sich nicht widersprechen.

„Glaub mir. Ich sehe, wenn Menschen sich guttun. Und ihr tut euch gegenseitig gut. Sehr gut“, Harry wusste nicht mehr, ob Mick noch über sie alle sprach oder nur über Louis und ihn. Aber das spielte auch eigentlich keine große Rolle.

„So, ich werde jetzt mein Buch weiterlesen und mich nicht mehr mit diesen über emotionalen Themen befassen. Das liegt mir nicht“, als Mick das sagte, musste Harry schmunzeln. Das klang schon viel mehr nach dem Mann, der sein Bodyguard war.

„Danke, Mick. Ich glaube, ich bedanke mich bei dir viel zu selten. Mein Leben kann ganz schön anstrengend sein und du lässt dich davon nicht aus der Ruhe bringen. Das gibt mir irgendwie wirklich Sicherheit“, sagte Harry plötzlich und hatte beinahe das Bedürfnis Mick feste in den Arm zu nehmen.

„Das ist mein Job. Die ganze Sache mit der Sicherheit und so“, sagte Mick nüchtern. Harry lächelte. Das war dann wohl Micks Art seine Dankbarkeit anzunehmen.

„Ich werde dann mal versuchen zu schlafen“, erklärte Harry und machte es sich in seinem Sitz gemütlich.

„Übrigens durfte ich noch nie für einen dankbareren Menschen arbeiten“, hörte Harry noch leise von Mick und ein Lächeln schlich sich auf seine Lippen, bevor er ins Land der Träume abdriftete.

***

Als Harry in dem großen Bürogebäude durch den Flur lief, zog sich sein Magen krampfhaft zusammen. Er hatte erwartet, Jeffrey würde irgendwo vor dem Gebäude auf ihn warten, aber das hatte er nicht. Stattdessen war Harry nur die Nummer des Meeting-Zimmers gegeben worden. Er wusste nicht, wer genau auf ihn wartete. Er wusste nicht, um was es ging. Und Jeff hatte er seit ihrem Streit auch nicht mehr gesprochen. Also würde er vollkommen unvorbereitet in dieses Meeting gehen. Und sich vermutlich kaum eine Sekunde darauf konzentrieren könne, denn sein Blick wanderte schon jetzt im Minutentakt auf seine Uhr. Er hatte zwar jetzt mit Mick abgeklärt, dass ein Privat-Jet auf Abruf für ihn bereitstehen würde, aber schneller fliegen konnte der trotzdem nicht. Je früher er Amerika wieder verlassen konnte, desto weniger Stress würde er in Surrey haben. Und eigentlich wollte er für Liam doch die perfekte Hochzeit organisieren und nach Möglichkeit dann auch selber von Anfang dabei sein. Er konnte nur hoffen, dass alles glatt laufen würde.

Harry atmete einmal tief durch, dann drückte er die silberglänzende Türklinke herunter und schob die Türe auf. Hinter der Türe lag ein gewöhnlicher Konferenzraum. Einer, in dem er schon häufig gesessen hatte. Ein großer schwarzer Tisch stand in der Mitte, darum Stühle und an der Wand zum Kopfende eine Leinwand, auf der bei Bedarf eine Präsentation gezeigt werden konnte. Jetzt war die Leinwand aber schwarz. Die Hälfte der Stühle waren besetzt. Von den Männern in dunklen Anzügen, kannte Harry nur zwei. Jeffrey saß mit dem Rücken zu ihm, hatte sich aber wie alle anderen zu ihm herumgedreht als er zur Türe hereingekommen war. Das andere bekannte Gesicht war sein Anwalt. Er hatte schwarze Haare, erste graue Strähnen und war Mitte Vierzig. Das letzte Mal hatte Harry ihn gesehen als sie sich wegen eines Vertrags zu dem Film, den er gedreht hatte, zusammengesetzt hatten. Aber das war jetzt auch schon wieder einige Monate her.

„Mr. Styles, ich bin der neue Vorsitzende des Management Labels Columbia Records. George Carlson“, ein älterer Herr mit wenigen grauen Haaren und einer tiefen Stimme stand auf und reichte Harry die Hand. Harry erinnerte sich, ihn schon einige Male gesehen zu haben. Und er hatte ihn nicht gemocht, daran erinnerte er sich auch.

„Das ist Ihre neue Presseagentin Lauren und ihr Assistent Alex“, Carlson deutete auf die einzige Frau am Tisch. Neben ihr saß ein junger Mann, der etwas blass um die Nase herum war und ihm seltsam bekannt vorkam.

„Setzten Sie sich bitte“, Carlson zeigte auf einen freien Stuhl und wartete bis Harry sich gesetzt hatte, um sich dann auch wieder auf seinen Stuhl fallen zu lassen. Harrys Blick wanderte automatisch zu Jeff. Er fühlte sich unvorbereitet und fehl am Platz unter diesen fremden Menschen.

„Schön, dass du kommen konntest. Und tut mir leid, es war ein blödes Timing. Aber es ging leider nicht anders“, richtete Jeff das Wort an Harry und sah ihn entschuldigend an. Er wirkte nicht sauer oder wütend. Harry beruhigte sich augenblicklich. Und genauso schnell stieg ihm das schlechte Gewissen wie Säure unangenehm auf. Er hatte sich die ganze Zeit über nicht bei Jeff gemeldet, hatte sogar seine Anrufe absichtlich ignoriert. Das passte nicht zu Harry. Und er wollte sich entschuldigen. Auf der anderen Seite war da Louis‘ Stimme in seinem Kopf, die ihn daran erinnerte, dass er mit Jeff noch ein Hühnchen zu rupfen hatte.

„Ich möchte mich auch nochmal für die Unannehmlichkeiten entschuldigen, die dieses spontane Treffen verursacht haben“, ergriff Carlson das Wort, bevor Harry den Mund aufmachen konnte.

„Aber aufgrund der aktuellen Entwicklungen, haben wir es für das Beste befunden“, sprach er weiter, wobei Harry nicht recht mitkam. Er wusste nicht wovon Carlson sprach.

„Dank der Neubesetzung der frei gewordenen Stelle Ihrer Presseagentin, konnten wir jetzt schneller agieren. Ich gebe das Wort dann auch gleich an Lauren weiter“, Harry hatte immer noch nicht verstanden, worum es ging. War er etwa nur herbestellt worden, weil es einige Neueinstellungen in internen Positionen gegeben hatte? Saß er deshalb gerade in LA, während er eigentlich 5000 Meilen weiter östlich, die Hochzeit seines Freundes in den letzten Zügen vorbereiten sollte?

„Mr. Styles, es freut mich Sie nun persönlich kennenzulernen“, Lauren lächelte ihn an. Harry fand sie hübsch. Sie hatte braunes, schulterlanges Haar, geschwungene Lippen und eine Stubsnase. Aber als sie begann zu sprechen, wusste Harry, er würde sie nie mögen können. Harry war kein Mensch, der gerne Stress mit anderen hatte. Dafür war er viel zu harmoniebedürftig. Aber mit dieser Frau würde er nie warm werden, das wusste er. Sie sprach mit einer strengen und viel zu lauten Stimme. Sie klang beinahe aggressiv. Doch das, was sie für Harry am unsympathischsten machte, war die Art und Weise wie sie redete. Von oben herab. Herablassend und eingebildet. Das konnte Harry absolut nicht leiden. Und dazu kam das falsche Lächeln, das sie nur aufgesetzt hatte.

„Als Ihr neues Team, haben wir uns einige ältere Verträge und Dokumente nochmal genauer angesehen. Da gibt es einige Themen, die wir mit Ihnen oder Ihrem Manager noch besprechen müssen. Darum soll es heute aber nicht gehen. In erster Linie geht es heute um das Konzept, das wir Ihnen vorstellen möchten“, eröffnete sie und stand dann auf, um einige Zettel rumzureichen. Harry bekam keine. Und gerade als er das anmerken wollte, unterbrach Carlson ihn schon.

„Hören Sie es sich bitte erstmal alles in Ruhe an“, sagte er und nickte wieder Lauren zu, um ihr zu bedeuten fortzufahren. Harry war verwirrt. Er war wirklich verwirrt. Doch als er zu Jeff schielte, las dieser gerade die Papiere, die er bekommen hatte. Harry hatte wohl keine andere Wahl, als Lauren zuzuhören und zu hoffen, dass hier irgendjemand mal auf den Punkt bringen würde, worum es eigentlich ging.

„Um das gleich vorwegzunehmen: wir wissen, dass das an der ein oder anderen Stelle noch nicht ganz ausgereift ist. Aber wir hatten nicht genug Vorlaufzeit. Wir müssen jetzt ein wenig improvisieren, aber wenn wir es richtig anstellen, dürfte das kein Problem werden“, Harry gab es auf. Er verstand ohnehin nicht, worüber sie da redete. Und es schien ihn auch niemand so recht einweihen zu wollen. Also widmete Harry seine Aufmerksamkeit dem blonden Assistenten, der nervös mit einem Kugelschreiber in seiner Hand spielte. Immer noch überlegte Harry, woher er ihn kannte. Er war bisher noch bei keinem anderen Meeting dabei gewesen, daran hätte er sich erinnert. Vielleicht war er ihm einfach nur schon mal über den Weg gelaufen. Aber warum sollte er Harry dann so Erinnerung geblieben sein?

„Woher kennen wir uns?“, platze es plötzlich aus Harry heraus. Lauren stoppte in ihrem Monolog und starrte erst Harry und dann Alex an. Ihr Assistent hatte vor Schreck den Stift fallen lassen. Er vermied Augenkontakt mit Harry, hob aber trotzdem den Kopf in seine Richtung.

„Ich glaube, wir sind uns bisher noch nicht begegnet, Mr. Styles“, brachte Alex zögernd und leicht stotternd hervor. Er klang noch jünger als er aussah, stellte Harry überrascht fest. Wie alt mochte er sein? Gerade volljährig?

„Sicher?“, fragte Harry nach. Er war sich plötzlich noch sicherer, ihn irgendwoher zu kennen. Nur so jung hatte er ihn nicht in Erinnerung.

„Ziemlich sicher, Mr. Styles“, sagte er und traute sich immer noch nicht, Harry direkt anzusehen.

„Mh“, machte Harry.

„Du kennst seinen Vater“, sagte Jeff plötzlich und klang nicht glücklich darüber.

„Will Bloomfield“, konkretisierte er, als er Harrys fragende Miene sah. Bei dem Namen klingelte es, aber einen Zusammenhang konnte Harry immer noch nicht herstellten.

„Mein Vater arbeitet bei der Management Company, unter der Sie früher unter Vertrag waren“, sagte Alex leise.

„Bei Modest?“, und während Harry diese Frage stellte, erinnerte er sich.

Will Bloomfield war der Co-Manager von One Direction gewesen. Lange hatten sie keinen persönlichen Kontakt zu ihm gehabt. Das meiste war über Mitarbeiter von Modest gelaufen. Und einiges über Simon selbst. Besonders am Anfang. Doch irgendwann hatte Louis diesen Namen mal erwähnt. Das war zu der Zeit gewesen, zu der Louis und er plötzlich nicht mehr miteinander gesprochen hatten. Aber Harry hatte diesen Namen in vielen Gesprächen zwischen Liam und Louis gehört. Irgendwann hatte Harry Will Bloomfield dann tatsächlich auch persönlich kennengelernt. Er hatte schmieriges Haar, immer streng nach hinten gekämmt und dauernd einen viel zu ernsten Blick drauf. Und jedes Mal, wenn er irgendwo aufgetaucht war, war die Stimmung schlagartig umgeschlagen. Louis hatte sich in seiner Gegenwart immer besonders seltsam verhalten. Und bei allen Meetings, an denen er auch teilgenommen hatte, waren verdächtig strenge und neue Regeln für die Jungs besprochen worden. Unterm Strich, Harry hatte ihn nicht wirklich in guter Erinnerung.

„Ja“, bestätigte Alex. Und wenn Harry ihn jetzt ansah, konnte er die Ähnlichkeit zwischen ihm und seinem Vater erkennen. Allerdings nur optisch, denn sein nervöses Verhalten ließ in keinster Weise darauf schließen, dass er nach Will Bloomfield kam.

„Wir waren beide vorher bei Modest“, brachte sich nun Lauren in das Gespräch mit ein. Sie ließ es wie etwas Gutes klingen. Als könne sie stolz darauf sein und mit dieser Zusatzinformation punkten. Doch Harrys Mimik verdüsterte sich.

„Okay“, sagte Harry nur. Er wusste nicht, was er sonst sagen sollte. Er wollte Jeff fragen, ob er das gewusst hatte, doch Jeffs gequälter Gesichtsausdruck sprach für sich. Am liebsten wäre Harry wortlos aufgestanden und gegangen. Doch so war er nicht. Und bloß, weil er früher einmal schlechte Erfahrungen mit dem Management von Modest gemacht hatte, durfte er nicht voreingenommen auf seine neuen Mitarbeiter reagieren. Das spiegelte nicht seine Persönlichkeit wider. Er gab allen Menschen eine Chance. Und es lag bei ihnen, was sie damit anstellten. Also gab er auch Lauren eine Chance.

„Ich wurde bisher noch nicht richtig aufgeklärt. Warum bin ich hier? Über was für ein Konzept sprechen wir hier?“, fragte er und schaffte es, Lauren interessiert, aber nicht verärgert anzusehen.

„Wollen Sie sich das Konzept nicht erstmal zu Ende anhören?“, fragte Mr. Carlson und wirkte etwas verunsichert.

„Ich bin doch gerade dabei das Konzept vorzustellen“, erklärte Lauren und hatte nichts von ihrer selbstgefälligen, herablassenden Art verloren. Fast war Harry beeindruckt, dass sie sich scheinbar durch nichts aus der Ruhe bringen ließ. Ihr Selbstbewusstsein war faszinierend.

„Vielleicht sollte ich trotzdem wissen, worum es hier grundlegend geht“

„Um die Hochzeit“, sagte Lauren als sei das selbstredend.

„Um was?“, fragte Harry bestürzt. Er hoffte, sich nur verhört zu haben. Oder dass sie von einer ganz anderen Hochzeit sprach.

Irgendwas. Irgendetwas. Nur nicht das, was er dachte, gerade gehört zu haben.

„Die Hochzeit. Von Ihrem ehemaligen Bandkollegen Payne. Und das Konzept, das ich gerade am Vorstellen bin, dreht sich darum, dass wir dem Fall vorbeugen, dass doch mehr an die Presse herangetragen wird als Sie und Ihre Freunde das so planen. Denn im schlimmsten Fall, könnten Gerüchte gestreut werden, die schwer wieder aus dem Internet herauszubekommen wären“, Lauren sagte das so unbeeindruckt und monoton, als würde sie eine Einkaufsliste ablesen.

„Jeffrey“, hauchte Harry und für einen kurzen Moment stand er so unter Schock, dass er nicht weitersprechen konnte.

„Können wir- können wir bitte einen Moment reden? Unter, ehm, vier Augen?“, Harrys Kopf fühlte sich leer an. Es fiel ihm ungewohnt schwer überhaupt einen zusammenhängenden Satz zu formulieren.

„Mr. Styles“, begann Mr. Carlson zögerlich.

„Vielleicht sollten Sie erstmal das gesamte Konzept hören. Es ist wirklich gut“, schnitt Lauren ihm das Wort ab. Harry konnte nicht fassen, wie sie immer noch an diesem dummen Konzept festhalten konnte.

„Jeffrey, bitte“, flüsterte Harry. Sein Körper fühlte sich schwer an und doch schaffte er es aufzustehen und sich schwankend zur Türe zu bewegen. Er hoffte einfach, dass Jeff ihm folgen würde.

Kurz fühlte Harry sich orientierungslos als er im Flur stand. Dann bog er einfach links in einen Gang ein und öffnete die nächstbeste Türe. Er hatte Glück, denn es war ein leerstehender Konferenzraum. Er war genau so aufgebaut wie der Raum, aus dem er gerade geflüchtet war. Er ließ sich auf einen Stuhl fallen. Die Türe ließ er offen, damit Jeff ihn fand. Und tatsächlich schlüpfte sein Manager nur wenige Sekunde nach ihm in das Meeting-Zimmer. Leise schloss er die Türe und setzte sich neben Harry. Er drehte Harrys Stuhl so, dass Harry ihn ansehen konnte, doch sein Blick war trotzdem noch starr auf die Tischplatte gerichtet. Er war gerade nicht in der Lage dazu seinen Kopf zu heben. Er hatte das Gefühl gerade, zu überhaupt nichts in der Lage zu sein. Er war sich gerade nicht einmal sicher, ob Jeff mit ihm sprach oder nicht. Er hörte nur ein lautes Rauschen in den Ohren.

„Harry, du musst jetzt einen Schluck trinken. Und atmen. Ruhig atmen“, Jeffs Stimmte drang dumpf zu Harry durch. Er hielt Harry ein Wasserglas unter die Nase. Harry hatte keine Ahnung, wo das Glas herkam oder wie lange Jeff ihm das Wasser schon hinhielt. Er musste sich stark darauf konzentrieren, doch schließlich schaffte er es, seinen Arm zu heben und das Glas mit zitternden Fingern an seinen Mund zu führen. Als das kalte Getränk seine Kehle hinunterlief, spürte Harry wie er langsam wieder zu sich kam.

„Geht’s wieder?“, fragte Jeff und klang besorgt. Harry nickte.

„Ich dachte, du hast nur noch selten Panikattacken“, es klang nicht wirklich vorwurfsvoll, aber auch nicht besonders mitfühlend.

„Selten heißt eben nicht nie“, murmelte Harry und trank schnell noch einen Schluck als er merkte, dass seine Stimme kratzig klang.

„Willst du eben an die frische Luft?“

„Nein. Ich will wissen, was das soll. Was das alles hier soll“, Harry hätte aufgebracht klingen sollen, stattdessen klang er einfach nur schwach und kraftlos.

„Okay, lass mich das erklären, Harry. Hör mir zu und unterbrich mich nicht“, bat Jeffrey. Harry nickte müde. Er hatte Louis etwas anderes versprochen, das wusste er. Aber er war zu müde. Zu kraftlos, um sich jetzt mit Jeffrey zu streiten. Also sollte er die Chance bekommen, sich zu erklären.

„Als du mir von der Hochzeit erzählt hast, habe ich mir Sorgen gemacht. So eine Hochzeit ist ein ordentlicher Aufwand. Und du hast mit vielen Menschen Kontakt. Viele Leute wissen davon. Und im Internet verbreitet sich alles so schnell. Ich musste doch darüber nachdenken, was passieren würde, wenn nur die kleinste Information an die Öffentlichkeit gerät. Ich wollte mit dem Team darüber sprechen. Nur, dass kaum mehr jemand vom alten Team übrig ist. Nahezu alle Stellen wurden neu besetzt. Carlson, Lauren, Alex, alles neue Gesichter“

„Warum denn? Warum sind die Stellen alle neu besetzt worden? Was ist denn mit den anderen? Und warum weiß ich nichts davon?“, fragte Harry. Er hatte Jeff versprochen, ihn nicht zu unterbrechen, aber das musste er wissen. Denn das war etwas, das ihn wirklich irritierte.

„Es gab eine innerbetriebliche Umstrukturierung. Wurde von ganz oben angeordnet. Glaub mir, ich habe die Informationen bekommen und war auch schockiert. Aber ich konnte da nicht viel mitreden. Das ist alles über Außenposten gelaufen. Ich wurde genau so vor vollendete Tatsachen gestellt. Ich hatte in den letzten Wochen und Monaten damit wirklich viel Stress. Aber das ist mein Job, Harry. Das irgendwie alles hinzubekommen. Und dich damit nicht zu belasten. Du hast nämlich auch einen Job zu machen. Und du machst deinen Job großartig. Aber du kannst deinen Job nicht großartig machen, wenn du dich mit solchen Dingen herumschlagen musst. Ich wollte das alles irgendwie regeln. Und bin ganz offensichtlich gescheitert“, Jeff rieb sich über die Augen und Harry wollte ihn in den Arm nehmen. Aber er ließ es bleiben. Trotzdem setzten sich jetzt einige Puzzleteile an ihren richtigen Platz. Schon seit Wochen war Jeff seltsam gestresst gewesen. Und war so viel mehr im Büro gewesen als üblich. Und auch, dass Harry in den letzten Monaten so viel frei gehabt hatte, ergab plötzlich Sinn.

„Ich habe einen Fehler gemacht als ich nicht wusste, an wen ich mich wenden sollte. Du warst so sauer. Zurecht. Um Gottes Willen, vollkommen zurecht. Ich hätte nie so mit dir reden dürfen und das tut mir unheimlich leid. Ich bin dann also zu George Carlson als ich nicht weiterwusste. Ich habe ihm erzählt, dass du schon seit Monaten wieder Kontakt mit den ehemaligen Jungs von One Direction hast. Aber ich habe auch betont, dass bisher ja alles gut gegangen ist. Dann habe ich von der Hochzeit erzählt. Und ich habe- es ist mir eigentlich nur so rausgerutscht. Ich habe das nicht mal so gemeint. Ich-“, er zögerte, sah Harry jetzt nicht mehr an. Dann stand er auf und ging an das große Fenster, dass den Blick auf ein weiteres Bürogebäude zeigte.

„Mir ist rausgerutscht- ich habe erzählt, dass du mit Tomlinson zusammen die Hochzeit vorbereitest. Ich habe- ich habe erwähnt, dass mich das beunruhigt. Weil ich gesehen habe, wie ihr euch anseht. Und dass ich da mehr zwischen euch sehe. Carlson war vollkommen überrumpelt von diesen ganzen Neuigkeiten. Er meinte nur, er würde in sich gehen und sich was überlegen. Ich habe noch gedacht, vielleicht ist das gar kein so großes Thema. Und dann hat er mir Lauren vorgestellt. Sie ist hardcore und wirklich abgebrüht“, das brauchte Jeff nun nicht mehr erwähnen. Das hatte auch Harry schon festgestellt.

„Ich habe versucht mir ihr zu reden. Mit ihr und mit Carlson. Und mit jedem hier. Aber mir sind die Hände gebunden. Das läuft alles über oben. Glaub mir, ich habe mich noch nie so machtlos gefühlt. Ich kann nichts ausrichten. Ich will gar nicht wissen, wie du dich erst fühlen musst. Und es tut mir so schrecklich leid“, Jeffrey drehte sich schlussendlich wieder zu Harry und sah ihn an. In seinem Blick lag aufrichtige Reue. Er erinnerte Harry an einen getretenen Hund. Und Harry wollte nicht, dass seine Freunde ihn so ansehen mussten.

„Ist schon gut. Ich meine- es ist nichts gut. Aber ich verstehe dich. Es ist ja auch meine Schuld. Ich hätte mich bei dir melden sollen. Ich hätte dich nicht so in der Luft hängen lassen sollen. Die ganzen letzten Monate schon. Wenn ich dir einfach mehr vertraut hätte, dann hätten wir über alles in Ruhe reden können“

„Du hattest recht, mir nicht genug zu vertrauen. Du siehst ja, wohin das alles jetzt geführt hat“, Jeff klang verzweifelt. Harry hätte ihn gerne aufgebaut, aber auch er wusste nicht weiter.

„Und jetzt? Ich meine- wir müssen dieses krumme Konzept doch nicht umsetzen. Wir reden mit denen. Sie können mich doch zu nichts zwingen, oder?“, wenn möglich sah Jeff ihn jetzt noch gequälter an.

„Oder doch?“, fragte Harry und wollte die Antwort eigentlich gar nicht wissen. Jeffs Miene sprach Bände.

„Es geht ja nicht nur um dich alleine“, murmelte Jeff.

„Was ist mit den Jungs? Inwiefern werden sie da mit reingezogen?“, fragte Harry sofort.

„Es betrifft euch im Grunde ja alle irgendwie“

„Klartext, Jeff. Spuck’s aus“, forderte Harry.

„Das ist das Ass im Ärmel. Das Druckmittel. Wenn du nicht mitspielst, wird es einen der anderen Jungs treffen. Am wahrscheinlichsten-“

„Louis“

„Ja“

„Scheiße“, fluchen passte nicht zu Harry. Aber in diesem Moment wusste er sich nicht anders zu helfen.

„Harry, es tut mir-“

„Ja, ich weiß. Aber das bringt uns gerade nicht weiter. Ich bin nicht sauer auf dich. Okay, vielleicht ein bisschen. Aber du bist mein Freund Jeff. Und wenn ich gerade eine Sache brauche, dann ist das ein guter Freund, der mich in den Arm nimmt“, das musste Harry Jeff nicht zweimal sagen. Er kam zu Harry und legte seine Arme um ihn. Es war nicht ganz das, was Harry gerade brauchte. Das wusste Harry. Das wusste Jeffrey. Aber trotzdem half es. Und Louis war nun mal gerade nicht hier.

„Was haben wir für Möglichkeiten?“, fragte Harry, nachdem Jeff sich von ihm gelöst und sich wieder neben ihn gesetzt hatte.

„Ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung. Wir brauchen Zeit. Vielleicht sollten wir auch mit deinen Jungs sprechen. Wir sollten nur nichts übers Management laufen lassen. Aber deine Jungs sollten trotzdem davon erfahren“

„Auf jeden Fall“, stimmte Harry ihm zu. Das war das letzte, was er wollte. Irgendetwas vor ihnen verheimlichen. Irgendetwas vor Louis verheimlichen. Denn damit hatte das ganze Übel auch damals überhaupt so groß werden können.

„Nur nicht morgen“, fiel ihm plötzlich ein.

„Wenn ich eine Sache noch weniger will, als den Jungs etwas zu verheimlichen, dann ist das, Liams Hochzeit zu sprengen“, Jeff nickte zustimmend.

„Ich kann dir nicht raten, was du tun sollst. Ich würde gerne. Ich würde dir gerne den perfekten Ausweg zeigen. Aber das kann ich nicht. Wenn ich könnte, würde ich sofort jede Last auf mich nehmen“, seufzte Jeff. Und auf einmal wusste Harry, was zu tun war. Natürlich.

„Ich werde das Durchziehen“, sagte er dann und stand plötzlich auf.

„Wir gehen jetzt zurück in diesen beschissenen Konferenzraum. Und wir lassen uns das Konzept zu Ende vorstellen. Und dann werde ich alles tun, was die von mir verlangen. Und dann nehme ich meinen Flieger zurück nach Surrey. Ich muss morgen pünktlich auf einer Hochzeit sein“, sagte Harry und spürte, wie ein Teil seiner Vorfreude aufflammte.

„Eh, okay?“

„Das ist meine Chance, verstehst du?“, begeistert packte Harry Jeff an den Armen. Sein Manager konnte ihn nur entgeistert ansehen.

„Liam war immer für mich da. All die Jahre. Auch als wir schon lange keine Band mehr waren. Ich habe mich nicht mehr bei ihm gemeldet, ich habe ihn links liegen lassen. Aber Liam war trotzdem immer für mich da. Und als ich es schon gar nicht mehr erwartet habe, da hat er mir wieder und wieder seine Hand gereicht. Er war so hartnäckig, bis ich sie endlich ergriffen habe. Und Niall? Er hat nie auch nur ein böses Wort über mich verloren. Er hat mir immer den Rücken gestärkt. Ohne, dass ich es überhaupt mitbekommen hätte. Ohne, dass ich mich je dafür bedankt hätte. Ich habe Nialls Loyalität immer für selbstverständlich gehalten. Obwohl so etwas nicht selbstverständlich ist. Und trotzdem würde Niall nie zögern. Denn so ist er. Er ist ein viel zu guter Mensch für diese Welt“, die Worte sprudelten aus Harry nur so heraus.

„Und Louis? Ehrlich, muss ich eigentlich noch viel zu Louis sagen? Er hat immer jede Last auf sich genommen. Er war gerade mal achtzehn als er der Leader einer fünfköpfigen Band voller Idioten wurde. Und er hat uns immer auf den richtigen Weg gelenkt. Er hat nie Schwäche gezeigt. Du kannst dir nicht vorstellen, was er alles auf sich genommen hat. Was er alles durchgemacht hat. In dem Jahr, in dem sich die Band aufgelöst hat, hat er seine Mutter verloren. Und trotzdem hat er nie aufgegeben. Er hat immer weiter gemacht. Er ist so unglaublich stark. Und all die Jahre war er für mich noch viel stärker. Ich war schwach und labil. Aber er, er hat mich an die Hand genommen. Aber jetzt ist das vorbei. Jetzt bin ich stark. Und zwar für ihn. Und für Niall. Und für Liam. Und für mich. Für uns alle“, Harry musste tief Luft holen, so viel hatte er in einem Zug geredet. Und Jeff? Der sah ihn an. Voller Stolz.

„Ich werde das jetzt durchziehen. Was auch immer die mir da drüben aufbrummen wollen. Und nach der Hochzeit werden wir das alle gemeinsam regeln. Na gut, Liam bekommt noch etwas Schonzeit. Zumindest bis nach den Flitterwochen. Und dann werden wir endlich das tun, was wir schon vor fünf Jahren hätten tun müssen. Wir werden ehrlich sein. Mit offenen Karten spielen. Alle an einem Strang ziehen. Alle zusammen. In eine Richtung“, ein bisschen war Harry selbst überrascht, über die Worte, die er da aussprach. Doch er fühlte sich großartig. Und was noch viel wichtiger war, er fühlte sich stark. So stark, dass er sicher war, er könne jede Last auf sich nehmen. Für die Menschen, die er liebte.

Leider hielt dieses Gefühl nicht all zu lange an. Denn als er mit Jeff zurück in das Meeting gegangen war, da hatte er erst begriffen, was er noch vor sich hatte. Und er wusste nicht, ob er damit alles kaputt machen würde, was er bisher erreicht hatte. Und vor allem wusste er nicht, wie er das Louis erklären sollten. Wie er das überhaupt irgendwem erklären sollte. Sein Mut hatte ihn verlassen. Und trotzdem würde er es durchziehen. Das hatte er sich vorgenommen. Und er würde nicht einknicken. Viel zu lange war er der Schwache gewesen. Der, der von den anderen beschützt worden war. Der, der aus all den schrecklichen Dingen rausgehalten worden war. Doch das wollte er heute ändern. Heute würde er der starke sein. Heute würde er beweisen, wie viel ihm seine Freunde bedeuten. Wie viel Louis ihm bedeutete. Er konnte nur hoffen, dass Louis das Erkennen würde. Dass Louis verstehen würde, dass Harry das nur für ihn getan hatte.

Denn in dem Versuch seinen Freunden zu zeigen, wie viel sie ihm bedeuteten, konnte er genauso gut alles mit einem Schlag kaputt machen…






___
Sorry, dass es eine längere Pause gab. Und ich bin mir nicht sicher, ob dieses Kapitel soo eine gute Entschuldigung ist *sorrrrrrry*
Und es wird schlimmer: denn ich muss leider eine kleine Pause machen.... Ich habe gerade durch die Uni einfach überhaupt nicht die Zeit und ich will dann auch nichts halbes hochladen :(
Ich hoffe, ihr habt ein wenig Geduld, wenn das nächste Kapitel nicht nächste Woche kommt!
xxx
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast