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Ihr Revier

von Jessi1605
OneshotHumor, Liebesgeschichte / P16 / Gen
22.11.2020
22.11.2020
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Die Liste

  • Der eine sieht den anderen seine Kleidung tragen
  • Hände haltend
  • Der eine wäscht die Haare des anderen
  • Der eine schläft im Schoß des anderen ein
  • Kuschelnd in einer Kissenhöhle (engl: Blanket Fort - wenn man mit Kissen, Denken, Stühlen etc. sich eine Höhle oder ein Schloss baut)
  • Ein Bett teilend
  • Den Kopf/das Haar des anderen kraulen
  • Sich einen Nachtisch teilen
  • Sich an der Schulter des anderen reiben
  • Zusammen ein Buch lesen
  • Sich um den anderen kümmern während er krank ist
  • Dem anderen eine Wunde verbinden
  • Zusammen ein Bad nehmen
  • Mit den Haaren des anderen spielen
  • Aus Versehen zusammen einschlafen
  • Stirn- oder Wangenküsse
  • Dem anderen den Schmuck/die Krawatte/die Fliege zuzubinden/machen
  • Rückenkratzer
  • Sich kümmern, wenn der andere über etwas weint
  • Langsam tanzen
  • Sich gegenseitig massieren
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Als ich am Morgen duschte, kreisten viel zu viele Gedanken gleichzeitig durch meinen Kopf.

Sie hatten eine merkwürdige Reichweite zwischen ‚Verdammt ich habe die Nacht mit der Schwester meines besten Freundes verbracht‘ und ‚Ich habe die Nacht mit der Frau verbracht, die ich seit gut einem Jahrzehnt liebe‘.

Dieses Durcheinander verursachte alle paar Minuten ein leichtes Zusammenzucken, bis ich es schließlich aufgab eine entspannte Dusche zum Aufwecken zu genießen, aus der Kabine stieg und mir ein Handtuch umband. Bevor ich mich daran machte mich zu rasieren, warf ich einen prüfenden Blick auf mein Smartphone und war über die Maßen froh, dass ich keine Nachrichten empfangen hatte, bis auf zwei geschäftliche Emails aus der Redaktion.

Nachdem ich im Bad fertig war, schlurfte ich zur Küche und fand Antoinette vor, wie sie Eier briet und für einen Moment gewannen die Gedanken die Oberhand, dass ich die Nacht mit der Frau verbracht hatte, die ich seit gut einem Jahrzehnt liebe.

„Ich dachte, du brauchst ein paar Proteine“, grinste sie und lehnte ihren Kopf zur Seite, als ich sie von hinten umarmte und mein Gesicht an ihren Hals drückte. Mit geschlossenen Augen sog ich ihren Duft ein und genoss ihre Nähe und Wärme. Ihr Haar kitzelte meine Nase.

„Du weißt, dass du das einzige Hemd von mir trägst, das noch gebügelt war?“, hakte ich dumpf, mit dem Mund noch immer an ihrem Hals nach.

„Steht es mir?“, wollte sie wissen, löste sich aus meiner Umarmung und vollführte vor mir eine tänzelnde Umdrehung.

„Sei bellissima“, lächelte ich, hob sie hoch und setzte sie auf dem Küchentisch ab, um sie zärtlich zu küssen. „Ich musste eben beim Duschen an deinen Bruder denken.“

„Wow, das ist…Ist das so ein Ding zwischen euch beiden?“, fragte Antoinette naserümpfend, die Beine um mich verschränkt.

Ich schloss kurz die Augen und lachte leise. „Was wir getan haben, ist so ziemlich das niederträchtigste Vergehen, was Männer sich untereinander antun können. Vor allem, wenn es so jemand ist wie ich.“

„So jemand wie du? Jemand, der mich beschützt, mit mir lacht, mich liebt und dem mein Bruder zu hundert Prozent vertraut?“

„Jemand, der in der Vergangenheit keine Lust auf eine Beziehung hatte“, korrigierte ich. „Jemand, der nur mit dir schlafen will und dich danach fallen lässt.“

„Mmmh…“ Antoinette seufzte und legte ihre Arme um mich. „Wenn ihr euch meinetwegen prügelt…Denkt ihr dann bitte daran, dass ich erwachsen bin und durchaus in der Lage eigene Entscheidungen zu treffen?“

„Vielleicht hat er ja auch Mitleid mit mir, wenn er erfährt, dass du meine Kleidung stiehlst“, schmunzelte ich und ließ meine Hände an ihrer Silhouette entlanggleiten.

„Ich bin deine Freundin. Darauf hättest du vorbereitet sein sollen“, grinste sie und küsste mich. „So markieren wir unser Revier.“

Mein Gedankenwirrwarr umfasste nun noch einen dritten Gedanken: Wann und wie kann ich der Frau, die in meinem Hemd verboten heiß aussieht, sagen, dass ich sie liebe?
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