Geschichte: Freie Arbeiten / Prosa / Liebe / Allgemein / Double

 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Double

von S3linA
GeschichteLiebesgeschichte / P12 / Gen
22.11.2020
27.11.2020
3
4.426
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
27.11.2020 1.135
 
Kapitel 3 - Es fällt zu was fällig ist



Sanja


Oh mein Gott!
Schnell stellte ich die Kaffeetasse hin und sah auf mein Display.
Die Nachricht von Levi leuchtete mir entgegen. Mein Puls beschleunigte sich etwas, da ich wirklich nicht mit einer Nachricht von ihm gerechnet hatte.
Ich war nie jemand gewesen der die Initiative ergriff und umso erfreuter war ich dass Levi das in die Hand genommen hatte.
Ich schickt einen Screenshot an Ellie und augenblicklich schickte sie mir etliche Emojis mit verliebten Herzchen. Ich grinste und schrieb dass es doch noch lange nicht so weit war.
>Hey, ja angetrunken aber heil :)<, tippte ich und rechnete noch nicht mit einer Antwort. Also ging ich duschen und machte mich an die Hausarbeit.
Immer wieder schweiften meine Gedanken zu Levi und dem gestrigen Abend. Ich sollte mich nicht nicht so positiv stimmen und denken dass der Beginn der Konversation zu etwas mehr führen könnte.
Über meine Naivität ein wenig verärgert warf ich meine Kleider in die Waschmaschine und trank noch einen Kaffee. Als mein Handy mir signalisierte dass ich eine neue Nachricht hatte, wollte ich nicht gleich so gierig danach greifen. Schulterzuckend nahm ich es trotzdem und rechtfertigte mich selbst dass mich eh niemand sehen konnte.
>Dann hab ich ja Glück und kann dich fragen ob du vielleicht Lust hättest auf einen Kaffee mit mir?<
Nervosität machte sich sofort während dem lesen in mir breit. Ich hatte dann doch nicht damit gerechnet dass er das vorschlug. Hätte ja auch sein können, dass er aus reiner Höflichkeit sich melden wollte.
Schnell rief ich Ellie an um sie auf dem laufenden zu halten. Sie freute sich fast mehr als ich und ermutigte mich dazu ja zu sagen. „Ich sage nicht nein.“, lachte ich und strich meinen Pony glatt.
Nach dem Telefonat öffnete ich den Chat.
>Gerne. Wann und wo?<, schrieb ich zurück und hoffte dass er einen Tag nächste Woche vorschlug.
>Heute Nachmittag?< Hallo schnell schlagendes Herz. Ich könnte ja meine Arbeit vorschieben, aber wenn ich es hinter mir habe, ist meine Nervosität vielleicht wieder etwas im Rahmen und ich wäre lockerer.
Also stimmte ich zu und wir verabredeten uns für heute Nachmittag in einem kleinen gemütlichen Café in der Innenstadt.

Ich stand vor dem Kaffee und wartete. Als ich mir auf die Lippe biss, was ich immer tat wenn ich angespannt war, konnte man meinen Atem in der kalten Winterluft sehen.
Ich trat von einem auf das andere Bein und sah auf die Uhr. Natürlich war ich viel zu früh am vereinbarten Treffpunkt, da ich Pünktlichkeit sehr hoch schätzte und nie unpünktlich sein wollte.
„Hallo.“, hörte ich Levis Stimme und drehte mich sofort um.
Ich lächelte und sah ihn nervös an und überflog eilig sein Auftreten. Er trug eine dunkelblaue Jeans und einen dunklen Mantel, und schlichte schwarze Schuhe. Seine braunen Haare waren durch den Wind etwas zerzaust und irgendwie sah es genau so ziemlich gut aus.
„Hallo.“, sagte auch ich und sah wieder zu ihm hoch. Kurz unentschlossen ob wir uns irgendwie begrüßen sollten, kam er kurzum einen Schritt auf mich zu und umarmte mich.
Er roch sehr gut und so hätte ich noch einige Minuten stehen können, allein schon weil es kalt war und er eine Wärme ausstrahlte die Geborgenheit vermittelte.
Wir betraten das kleine niedliche Café und suchten uns einen Platz am Fenster. Als wir uns gegenüber saßen, war ich noch nervöser als zuvor schon.
„Schön, dass es so spontan geklappt hat.“, begann er das Eis zu brechen und lächelte während er dabei kurz durch seine Haare fuhr.
Auch ich lächelte ihn schüchtern an und nickte. „Ja, aber ich dachte nicht dass Du dich melden würdest.“, gestand ich ihm.
Er lachte und ein älteres Ehepaar am Nachbartisch sah kurz lächelnd zu uns. Ich wollte Levis Lachen gern öfter hören und automatisch lachte ich auch kurz und spürte wie mir die Wärme in die Wangen schoss. Peinlich berührt versuchte ich meinem Körper einzureden jetzt ja nicht rot anzulaufen.
„Denkst du ich war zu betrunken oder hätte alles nur aus Höflichkeit getan?“, fragte er mich und zog auf eine ziemlich anziehende Art seine rechte Augenbrauen hoch. Kurz biss ich mir auf die Lippen und sein Blick flog kurz dorthin.
Ich zuckte mit den Schultern und versuchte ihm zu erklären dass man es ja nie wissen könne.
Unser Gespräch verlief interessant und uns gingen nie die Themen aus.
Manchmal erwischte ich mich wie ich mich freute hier zu sein mit ihm und mein Magen kribbelte.
Es vergingen fast drei Stunden bis wir uns verabschiedeten und uns für übermorgen wieder verabredeten.
Levi bestand darauf mich noch etwas zu begleiten und als sich unsere Wege nun trennten, umarmte er mich wieder. Sein Duft nahm mich erneut in Beschlag und ich genoss diesen kleinen Moment.
Er drückte mich kurz vor Ende der Umarmung etwas fester an sich und ließ seinen rechten Arm an meinem heruntergleiten zu meiner Hand. Mein Herz pochte augenblicklich schneller und ich sah ihn nervös an.
Er sah aus als haderte er mit sich. Wieso? War etwas nicht richtig?
Ich biss mir wieder auf meine Lippe und während ich das tat, legte er seine andere Hand an meine Wange und kam mit seinem Gesicht näher.
Ich wollte dass er mich küsste und ich wollte es definitiv schon seit er mich vorhin umarmt hatte.
Er sah mir in die Augen, sie leuchteten noch etwas mehr und mein Mund zuckte zu einem kleinen Lächeln.
Der Moment ist so kitschig klischeehaft, dachte ich und musste fast Lachen.
Levi drückte seine Lippen ganz sachte auf meine. Sie waren etwas kalt durch die Winterluft, aber so weich und es fühlte sich einfach richtig und gut an.
Als würde ein kleines Feuerwerk explodieren in mir und ich drückte seine Hand, die immer noch meine hielt.
Schnell ließ ich ihn wissen dass ich mit dem Kuss mehr als einverstanden war und wir begannen uns sanft und trotzdem eindringlich zu küssen. Normalerweise fand ich erste Küsse immer komisch und nicht so gut bevor man sich nicht länger kannte und „Übung“ hatte, aber hier schien alles zu passen auf Anhieb.
Wir lösten uns voneinander und grinsten uns an. „Schön“, sagte Levi leise und ich nickte nur.
Nochmals umarmte er mich und wir verabschiedeten uns.

Daheim angekommen realisierte ich erst langsam das Geschehen der letzten Stunden und ich fühlte mich wie ein verliebter Teenager wieder.
Gleichzeitig wusste ich nicht wie das alles weitergehen würde, da ich manchmal viel zu misstrauisch war.
>Es war sehr schön.“<, schrieb ich und drückte, ohne lange darüber nachzudenken, auf Senden.
Prompt kam die Antwort von ihm und ich freute mich. >Auf noch mehr von diesem sehr schön.<
Kopfschüttelnd und gleichzeitig mich freuend über die Nachricht pflanzte ich mich auf das Sofa.
Das Leben konnte manchmal so voller Zufälle sein.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast