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Lasst alle Hoffnung fahren

MitmachgeschichteAllgemein / P18 Slash
21.11.2020
21.11.2020
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21.11.2020 1.004
 
Durch mich geht man hinein zur Stadt der Trauer,


Durch mich geht man hinein zum ewigen Schmerze,


Durch mich geht man zu dem verlornen Volke.


- Dante Alighieri




Ein letztes Mal ließ er seinen Blick über den Plan fahren. Seine Hände schwitzen, doch Mesmerius Crane versuchte nach außen hin so entspannt wie möglich zu wirken. Ihn unterschätzen sowieso alle. Sie dachten er würde seinen Job nicht richtig machen. Er hörte doch das Geflüster auf den Fluren und die Gerüchte, die seine Spiele jetzt schon als langweilig und einfallslos abstempelten. Allen würde er es zeigen. Fast liebevoll kontrollierte er jeden Zentimeter des Hologramms, welches leicht vor ihm flimmerte, schritt in Gedanken die Pfade und Wege, entlang welche er alle genau so angelegt hatte, wie er es für richtig hielt. Nichts hatte Mesmerius dem Zufall überlassen. Alles würde genauso ablaufen, wie er es geplant hatte. Leise flüsterte er alle wichtigen Fakten vor sich hin. Nicht weil er Angst hatte sie zu vergessen, schließlich hatte er sich die letzten Monate mit nichts anderem beschäftigt, sondern um seinen Kopf zu beschäftigen der langsam begann der Nervosität kleinbeizugeben und ihn mit Selbstzweifeln zu quälen. Er wusste das er alles unter Kontrolle hatte, aber das war einer der größten Momente seines Lebens, er konnte einfach nicht zulassen das da etwas schiefgehen würde.

Plötzlich wurde die Tür aufstoßen und eine ältere Frau kam mit schnellen starken Schritten herein. Ihr langer feuerroter Umhang glänzte im grellen Neonlicht. Ihre unnatürlich blau strahlenden Augen blitzten herausfordernd und von ihrem spitz nach obenstehenden Haar löste sich ein wenig silberner Glitzer. Sie sah furchteinflößend aus, auch wenn sie bereits über 50ig Jahre alt war. Wenige Augenblicke nach ihr kam ein sehr dicker Mann durch die Tür gestürzt. Er hatte offensichtlich versucht mit der Frau Schritt zu halten und war nun völlig außer Atem. Er krallte sich am Türrahmen fest und sog gierig die abgestandene Luft ein, die im Raum war.  Sein purpurfarbener Anzug war vollkommen zerknittert und die aufwendig aufgemalten Muster auf seiner Glatze glänzten so als ob sie ihm jeden Moment vom Kopf rutschen könnten. Mesmerius starrte den erbärmlichen Mann kurze Zeit an und verzog dabei sein Gesicht, dann fing  er sich wieder schüttelte kurz den Kopf und wand sich an die ältere Dame, die dem dicken belustigt dabei zusah wie er sein Tablet zückte und sich immer noch schnaubend neben sie stellte. „Präsidentin Mowle. Es freut mich…“ Die Präsidentin hob die Hand, um Mesmerius mitten im Satz abzuschneiden. „Mesmerius du siehst ja furchtbar aus. ich nimmt der ob doch nicht etwa zu sehr mit?“ Energisch begann er mit dem Kopf zu schütteln. Er war es leid immer wieder erklären zu müssen das er nicht zu jung war. Er hasste ihren mütterlichen Ton, den die meisten Menschen anschlugen, sobald sie sein Babygesicht sahen. Wäre er nicht so beschäftigt gewesen hätte er seinen blonden Locken schon längst wieder kurz geschnitten. Jetzt umrahmten sie sein Gesicht und unterstrichen seine jugendlichen Züge. Er wollte allen beweisen das er den Platz als oberster Spielmacher verdiente, obwohl er erst 22 Jahre alt war. Er atmete einmal tief durch, und drehte sich dann energisch zu dem Hologramm um welches Borbora, er dickliche Assistent der Präsidentin bereits neugierig beäugte. „Ich habe bereits alles für ihren Besuch vorbereitet.“ Vorsichtig berührte er seine Arena und gab ihr einen leichten Anstoß. Sie drehte sich langsam in all ihrer Pracht um die eigene Achse. „Sie sieht recht einfach aus.“ Die Präsidentin zog eine Augenbraue nach oben. Das war genau das Stichwort gewesen auf das Mesmerius gewartet hatte. Er verzog seinen Mund zu einem Grinsen und ließ seine weißen spitz gefeilten Eckzähne blitzen. „Dann wollen wir sie doch mal vom Gegenteil überzeugen“

„Ich habe gehört die Präsidentin war begeistert von Cranes Arena.“ Augenbrauen wurden nach oben gezogen. „Ich glaube nicht, dass es dieses Jahr der Knüller wird.“ Gekicher. „Hast du dir Crane mal angeschaut? So jung und so wenig Geschmack.“ Getümmel. Mesmerius ging einfach an den zwei Damen vorbei. Er war es gewohnt in den Gängen Geflüster zu hören, der immer dann versiegte, wenn er vorbei ging. Es beleidigte ihn nicht. Im Gegenteil, es motivierte ihn umso mehr. Er freute sich auf ihre Gesichter, wenn sie seine Arena in Aktion sehen würden. Aber mit einem hatten die zwei Lästerschwestern recht gehabt. Die Präsidentin war von seiner Arbeit begeistert gewesen. Ihre anfänglichen Zweifel hatte er noch schneller ausräumen können als er gedacht hatte. Am Ende hatten ihre Augen geleuchtet und seitdem lief Mesmerius wie auf Wolken. Selbst die Aussage ihres unwichtigen Assistenten, dass seine Kleidung seit 2 Wochen vollkommen out war hatte ihn nicht stören können. Nichts hätte ihn aus der bahn werden können.

Seid dem versuchten die Medien natürlich ständig ihn vor die Kamera zu bekommen, um irgendwelche Informationen aus ihm herauszubekommen. Mesmerius hatte noch nie gerne vor der Kamera gestanden. Sein Vater war jahrelang ein bekannter Spielemacher gewesen. Nie hatte er zum obersten Spielemacher hinaufgeschafft. Aber trotzdem hatte er sich und seine Familie ständig vor alle möglichen Kameras gezwängt. Dumm hatte er geguckt als sein eigener Sohn zum jüngsten obersten Spielmacher aller Zeiten ernannt wurde.  Wieder eine Sache bei der Mesmerius seinen Vater überflügelt hatte. Er schnaubte. Er wollte jetzt nicht an seinen nichtsnutzigen Vater denken. Er hatte ihn noch nie wirklich unterstützt und es selbst zu nichts gebracht. Immer war er mit anderen Dingen beschäftigt gewesen. Mesmerius war mit langen Schritten den Gang entlanggegangen und stand jetzt vor der Tür seines Büros. Schnell schloss er die Tür auf und schloss sie dann direkt hinter sich wieder zu. Er wollte nicht gestört werden. Von niemanden. Er merkte wie sich seine Hände entspannten. Es stresste ihn sein Büro zu verlassen, alle die Blicke zu spüren, all den Zweifeln an seinem Können. Sofortballten sich seine Hände wieder zusammen. Er würde es ihnen zeigen. Ihnen allen. Sein Kiefer schmerzte. Wenn die spiele vorbei waren würde er sich mal darum kümmern sich zu entspannen. Dann ging der große schlanke Mann zu seinem Schreibtisch zog sein Tablet hervor und machte sich daran eine neue Todesfalle zu designen.
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