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Projekt Optarmis

von Hopy1x2y
GeschichteThriller, Sci-Fi / P16
21.11.2020
25.11.2020
9
24.070
 
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
21.11.2020 2.903
 
Ich möchte zu dieser Geschichte erst noch ein paar Vorbemerkungen in den Raum stellen ;-)
Es handelt sich dabei um einen Roman in 4 Bänden, der in den Jahren 2016-2019 erschienen ist. Ursprünglich war keine Fortsetzung geplant, sodass der erste Band ein Ende hat. Die zwei folgenden Bände habe ich nachgeschoben, weil ich die Geschichte der spät eingeführten Charaktere weitererzählen wollte.
Der vierte Band ist eher ein Unikum, denn ich habe ihn geschrieben, weil ich mehrere Mails erhielt, die wissen wollten, was mit der Organisation etc. passierte (als ob die Figuren ein Eigenleben führen würden ;-)
Es ist also eine Art Fanservice gewesen - wenn man es nennen darf.
Diejenigen, die meine Geschichten kennen, werden sehen, dass die Akashimreihe daraus hervorgegangen ist, wobei Projekt Optarmis keinerlei Romantik enthält ... sorry.
Besonders der erste Band weist ein paar Schwächen auf, die ich ausbessern werde, während ich die einzelnen Kapitel hochlade.
Ich habe mich bei der Grundprämisse von der Serie "Dark Angel" inspirieren lassen, wobei ich mich schon ab dem ersten Kapitel für eine andere Vorgehensweise entschieden habe.

Ich zeige hier eine 5 und die 1-Sterne-Rezension, die ich auf Amazon für die Gesamtausgabe bekommen habe, um zu zeigen, was euch hier erwartet.

5-Sterne: "Projekt Optarmis ist von Anfang bis Ende spannend geschrieben. Anders als in den Vorlagen wie Universal Soldier werden in diesem Projekt Babies schon im Mutterleib genetisch gepimpt und später millitärisch ausgebildet, um ihre überentwickelten Fähigkeiten und Sinne im Dienstleistungsgewerbe z.B. als Leibwächter oder Assassine für einen Batzen Geld anzubieten. Der Inhalt der Bücher ist brutal, menschenverachtend und zeigt die dunkle Seite der menschlichen Selbstverwirklichung und Gier nach Macht, Reichtum und wissenschaftlichen Erfolg. Auf der anderen Seite sind die Kinder aber Menschen, und ihr Kampf für ihre Freiheit entgegen der skrupellosen Machenschaften ihrer Gegner hält den Leser immer im Griff. Ich habe die Gesamtausgabe jedenfalls verschlungen!"

1-Stern: "das buch sprengt den rahmen der menschlichkeit.es ist keinesfals ein vergnuegen es zu lesen,da muesste ich ein unmensch sein.so weit sollte auch ein schriftsteller nicht gehen.selbst der einer stern ist schon zu viel."

You have been warned ;-)
Nun wünsche ich viel Spaß ...

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Band 1: Ascension

Kapitel 1
18. März 2006
Concord, New Hampshire/USA
Sagan Medical Center

Das Pärchen wirkte ängstlich und nervös, während es in dem riesigen Wartezimmer des Medical Centers wartete. Von Zeit zu Zeit strich der Mann seiner Begleiterin zärtlich über die Hand und flüsterte etwas in ihr Ohr. Gelegentlich gab die Frau am Empfang einen Namen und eine Zimmernummer durch. Dann erhob sich eine Person und verließ den Wartebereich.

»Du wirst schon sehen, Schatz, die Ärzte hier sind Kapazitäten auf ihrem Gebiet. Dr. Parker hat uns bestimmt nicht umsonst hierhin geschickt.«

Der Mann streichelte seiner Frau zärtlich eine Wange. Sie schmiegte ihren vor Nervosität rot angelaufenen Kopf gegen seine Hand und lächelte dankbar.

»Wenn nur alles gut wird! Wenn doch nur alles gut gehen wird!«, flüsterte sie vor sich hin, während sie sich gleichzeitig über den Bauch strich.

Der Mann blickte hoch, als er bemerkte, dass ein junger Assistenzarzt vor ihnen stand.

»Mr. und Mrs. Langford?«

»Ja?«

»Dr. Cryton erwartet Sie jetzt«, sagte der Arzt und deutete auf den Gang. »Wenn Sie mir bitte folgen würden.«

Ohne auf eine Reaktion zu warten, wandte sich der junge Arzt wieder um und strebte dem Korridor zu. Die beiden Langfords folgten ihm eilig. Sie wurden nicht in eines der zahlreichen Zimmer geführt, deren Türen auf beiden Seiten des Flures zu erkennen waren. Stattdessen führte sie der Arzt zu einem kleinen Fahrstuhl, der sie zwei weitere Stockwerke nach oben brachte. Als sich die Fahrstuhltür öffnete, stand die kleine Gruppe mitten in einem großzügig ausgestatteten Untersuchungsraum.

»Dr. Cryton, ich bringe Ihnen Mr. und Mrs. Langford.«

Mit einem gemurmelten Gruß verabschiedete sich der junge Arzt und stieg wieder in den Fahrstuhl. Unterdessen hatte sich Dr. Cryton von seinem Platz erhoben und deutete auf die beiden Stühle vor seinem ausladenden Schreibtisch.

»Herzlich willkommen im Sagan Medical Center. Bitte nehmen Sie doch Platz!«

Die Langfords setzten sich, während Cryton in einem Aktenstapel etwas suchte und nach einigen Augenblicken eine Mappe hervorzog. Als ob er den Inhalt der Mappe zum ersten Mal sehen würde, blätterte er sie gewissenhaft durch und ließ dabei von Zeit zu Zeit ein paar Grunzlaute hören. Die Stille und die Ernsthaftigkeit, mit denen der Arzt die Unterlagen durchblätterte, ließen erst gar keine Entspannung bei dem wartenden Paar aufkommen. Endlich legte Cryton die Mappe beiseite und blickte seinen angehenden Patienten ernst und direkt ins Gesicht.

»Mrs. Langford, Ihr Hausarzt hat mir einen wirklich ausführlichen Bericht geschickt. Ferner muss ich sagen, dass er richtig gehandelt hat, als er Sie zu uns überwies!«

Cryton legte eine Kunstpause ein.

»Herr Doktor, wie schlimm ist es denn?«, fragte sie schließlich mit bebender Stimme.

Der Arzt blickte die beiden Menschen vor ihm durchdringend an. Ein- oder zweimal setzte er an, bevor er doch nach anderen Worten zu suchen schien. »Ich will ganz offen mit Ihnen sprechen«, begann er schließlich. »Sie sind jetzt in der 12. Schwangerschaftswoche. Und nach den Untersuchungsergebnissen, die mir Dr. Parker gesendet hat, leiden Ihre beiden ungeborenen Kinder an einer seltenen und schweren Krankheit, die das Blut und den Knochenaufbau betrifft.«

Die Frau schlug ihre Hände vor das Gesicht und begann zu weinen, während ihr Mann sie umarmte und zu trösten versuchte, obwohl er die eigenen Tränen kaum zurückhalten konnte.

»Die Medizin hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht«, versuchte der Arzt das Paar zu trösten und ihnen Hoffnung zu geben. »Wir haben die besten Ärzte am Medical Center. Professor Bergström wird sich persönlich um Ihre Behandlung und um die Ihrer Kinder kümmern. Bei ihm sind Sie und Ihre Kinder in den besten Händen.«

Während er seine unglückliche Frau weiter zu trösten versuchte, wandte sich Langford an den Arzt. »Dr. Cryton, wie schwer ... wir hoch ist die Chance, dass ... »

Cryton lehnte sich ein wenig unbehaglich in seinen Sessel zurück. »Ich möchte hier nicht spekulieren und vor allem möchte ich nicht Professor Bergström vorgreifen. Aber es ist eine wirklich schwere Krankheit, an der Ihre Kinder leiden, und daher ... Doch lassen Sie den Mut nicht sinken. Wir haben schon ungeborene Kinder gehabt, denen wir kaum eine Chance gegeben haben. Und heute sind sie quicklebendig, vollkommen gesund und gehen bereits zur Schule.«

Cryton erhob sich und trat hinter dem Schreibtisch hervor. »Wenn Sie einverstanden sind, dann werden meine Assistenten und ich jetzt einige umfangreiche Tests mit Ihnen durchführen.«

Langford warf einen Blick auf seine Frau, die blass und verstört an seiner Schulter lehnte. »Kann das denn nicht bis morgen warten? Meine Frau ist fix und fertig und sollte sich ausruhen.«
»Das liegt natürlich ganz bei Ihnen«, erwiderte der Arzt mit einer etwas gereizten Stimme. »Doch ich muss Ihnen sagen, dass wir bei einer solchen Krankheit besser keine Zeit verschwenden sollten. Daher schlage ich vor ... »

»Lassen Sie uns sofort anfangen!«, meldete sich die Frau mit fester Stimme zu Wort. »Es geht um unsere Kinder, Walter. Wie könnte ich jetzt nach Hause fahren und mich ausruhen, während uns die Zeit davonläuft.«

»Ich bin bereit, Dr. Cryton«, wandte sie sich nun direkt an den Arzt. »Lassen Sie uns bitte mit den Untersuchungen beginnen!«
*****
Die verschiedenen Tests dauerten über zwei Stunden. Daher war das Ehepaar sichtlich erschöpft, nachdem die letzte Testreihe endlich beendet war. Walter Langford hatte sich gewundert, warum auch bei ihm Untersuchungen durchgeführt werden sollten, doch Cryton hatte es ihm erklärt.
»Wir können bei Ihren Kindern die Möglichkeit eines genetischen Defekts nicht ausschließen«, hatte der Arzt gesagt. »Und da Sie beide Ihre Gene an Ihre Kinder weitergeben, brauche ich auch von beiden Eltern Untersuchungsergebnisse.«

Natürlich hatte der Mann danach keine Einwände mehr gehabt und die Prozeduren über sich ergehen lassen. Vor sechs Stunden waren die Langfords schließlich nach Hause gegangen, während Cryton noch in seinem Büro geblieben war und nun auf die Laborergebnisse wartete. Der Arzt war normalerweise ein sehr ruhiger Zeitgenosse, den so schnell nichts aus der Fassung bringen konnte. Doch nun hielt es ihn kaum auf seinem Stuhl und unruhig wanderte er ein ums andere Mal zwischen seinem Schreibtisch und dem Untersuchungsbereich hin und her.
Dreimal hatte er bereits im Labor angerufen. Er hätte es wohl auch noch ein viertes Mal getan, wenn der leitende Labortechniker nicht schon beim dritten Mal wegen der Störungen ziemlich ungehalten gewesen wäre. Endlich öffnete sich die Tür und ein Mitarbeiter des Labors brachte die ersten Ergebnisse in Crytons Arbeitszimmer. Der Arzt riss dem Mann die Berichte fast aus der Hand und hatte bereits begonnen, sie zu studieren, als der Laborant das Büro noch nicht verlassen hatte. Wieder und wieder blätterte er die Ergebnisse durch, als könne er nicht glauben, was er auf den Blättern zu sehen bekam.
Schließlich lehnte er sich zurück, strich sich durch die Haare und blickte versonnen zur Decke. Endlich kam wieder Leben in ihn und er nahm, nein, riss den Hörer von der Gabel und drückte auf eine Kurzwahltaste. Ungeduldig trommelte er mit den Fingern auf seine Schreibtischunterlage, bis endlich die Verbindung zustande kam.

»Cryton hier. Geben Sie mir bitte Professor Bergström. Es ist dringend! ... Wo kann ich ihn erreichen? ... Dann legen Sie ihm eine Notiz auf seinen Schreibtisch, dass er mich morgen früh direkt kontaktieren soll. Es ist wirklich sehr dringend! ... Danke.«

Unentschlossen hielt er den Hörer nach dem Gespräch noch eine Weile in der Hand. Schließlich legte er ihn doch wieder auf die Gabel, nahm den Bericht an sich und verschloss ihn sorgfältig in seinem Schreibtisch. Er freute sich schon auf das Gesicht des Professors, wenn der die Ergebnisse sehen würde.
*****
Wie ein kleiner Schuljunge saß Cryton am nächsten Morgen auf dem Besucherstuhl vor Bergströms Schreibtisch und sah dem Professor zu, wie der sich durch die Untersuchungsergebnisse arbeitete. Gelegentlich fuhr sich Bergström gedankenverloren mit einer Hand durch seine wilde Haarpracht. Cryton fühlte sich in der Gegenwart des Professors regelmäßig wie ein blutiger Anfänger. Dafür sorgte schon die große Zahl an Auszeichnungen, die sich in den Regalen des Büros stapelten und an den Wänden hingen.

Obwohl Bergström die vierzig kaum überschritten hatte, galt er als Experte auf dem Gebiet der Genetik und Humanbiologie. Er hatte bereits zwei Doktortitel gehabt, als er gerade achtundzwanzig Jahre alt gewesen war. Seine Veröffentlichungen und Forschungsergebnisse hatten in der Welt der Wissenschaft für erhebliches Aufsehen gesorgt. Nun leitete er offiziell das Sagan Medical Center. Doch daneben hatte der Professor noch ganz andere Aufgaben. Wichtige Aufgaben!

»Wann können wir mit den abschließenden Ergebnissen rechnen, Dr. Cryton?«

Bergström hatte die Ergebnisse beiseitegelegt und schon an der Frage konnte Cryton heraushören, dass er durchaus beeindruckt war. Wenn es nicht so gewesen wäre, hätte der Professor höchstens mokant gelächelt.

»Ich rechne damit, dass ich die letzten Ergebnisse heute Nachmittag erhalte, Herr Professor.«

»Machen Sie etwas Dampf dahinter, Cryton. Sagen Sie im Labor Bescheid, dass ich an diesen Ergebnissen ganz besonders interessiert bin und nicht gerne darauf warten möchte.«

Der Arzt erhob sich aus dem Besucherstuhl. »Ich habe den Langfords für heute Nachmittag einen Termin gegeben. Wollen Sie mit ihnen sprechen?«

Bergström nickte. »Ja, bringen Sie die beiden zu mir. Und sorgen Sie dafür, dass ich die Laborergebnisse vorher bekomme.«

Cryton zögerte noch einen Augenblick, bevor er sich doch noch ein Herz fasste. »Herr Professor, glauben Sie, dass dies ein Durchbruch sein könnte?«

Bergström lehnte sich zurück und blickte ihn durchdringend an. »In der Wissenschaft halte ich jede Art von Glauben heraus, Cryton. Wenn Sie mich aber fragen wollten, ob ich diese Probanden für eine Chance halte, unsere Auftraggeber zufriedenzustellen, dann kann ich diese Frage uneingeschränkt bejahen. Vorausgesetzt natürlich, die weiteren Ergebnisse zeigen nicht ein völlig anderes Bild.«

Crytons Gesicht bekam etwas Farbe und er biss sich leicht auf die Lippen. Schließlich wandte er sich um und verließ eilig das Büro, während Bergström wieder die Unterlagen zur Hand nahm.
*****
Am späten Nachmittag betrat Cryton in Begleitung der beiden Langfords Bergströms Büro. Der Professor ging den Besuchern entgegen und begrüßte sie überaus freundlich, bevor er mit seinen Gästen zu der kleinen Besucherecke ging, die er in seinem Büro eingerichtet hatte.

»Sie haben ja schon mit Dr. Cryton gesprochen und wissen, dass wir ein schweres Stück Arbeit vor uns haben«, begann Bergström unumwunden. Er legte eine Hand auf den Papierstapel, der bereits auf dem flachen Tisch ausgebreitet war.

»Ich habe hier alle notwendigen Unterlagen vorbereitet und auch bereits eine Behandlungsmethode ausgewählt, von der ich mir einiges verspreche.«

Etwas verängstigt fragte die Frau nach dem Ablauf und Bergström sparte nicht mit einer wortreichen Erklärung, von der die medizinischen Laien herzlich wenig verstanden.

»Vereinfacht ausgedrückt werden wir versuchen, durch eine kombinierte Behandlung mit medizinischen Mitteln und Bestrahlungen die Entwicklung Ihrer Kinder wieder in normale Bahnen zu lenken.«

Nervös blickte Langford seine Frau an, bevor er sich wieder an den Professor wandte. »Ist ... ist das nicht für meine Frau schädlich, oder sogar gefährlich?«

»Für Ihre Frau ist diese Behandlung vollkommen ungefährlich«, beruhigte ihn Bergström. »Die Wirkung ist so dosiert, dass sie ausschließlich auf die Entwicklung Ihrer Kinder wirken wird. Sie wird sich vielleicht manchmal ein wenig schwach fühlen, aber dies wird dann an der Vielzahl der Sitzungen liegen und nicht daran, dass die Mittel Nebenwirkungen haben.«

»Und die Behandlung findet dann hier im Medical Center statt? Und ... verstehen Sie mich bitte nicht falsch, Herr Professor ... ich verdiene nicht so viel und die Krankenversicherung kommt dafür nicht auf.«

»Ich habe Ihren Fall bereits mit der Vorstandskommission des Medical Centers besprochen. Sie werden für diese Behandlung nichts zahlen müssen. Sie wird durch einen speziellen Fond abgedeckt, der eigens für solche Fälle eingerichtet wurde«, beruhigte Bergström den Mann.

Wie aufs Stichwort nahm Cryton ein Formular aus seiner Tasche und reichte es dem Professor.

»Wir müssten Sie natürlich stationär aufnehmen, Mrs. Langford. Das dient der Effektivität der Behandlung und außerdem sind Sie damit unter ständiger Beobachtung. So können wir sicherstellen, dass nichts den Behandlungserfolg stört.«

Nun legte Bergström das Formular auf den Tisch und schob es zu den Eheleuten hinüber. »Wir müssen nun noch unsere Bürokraten zufriedenstellen«, meinte er mit einem kleinen Lächeln. »Mit Ihrer Unterschrift stimmen Sie der Behandlung zu. Außerdem bestätigen Sie uns, dass wir Sie darüber aufgeklärt haben, dass wir für den Erfolg der Behandlung keine Garantie übernehmen.«

Das Ehepaar blickte den Professor verwundert an und die Frau, die bereits unterschreiben wollte, zögerte.

»Eine reine Formalität«, versuchte Bergström sie zu beruhigen. »Wir müssen uns aber absichern, dass Sie uns nicht verklagen, wenn wir Ihre Kinder ... Sie verstehen ... Sie erhalten hier die bestmögliche Versorgung, aber Ihre Kinder sind sehr krank. Wir werden alles tun, was in unserer Macht steht, aber wir können natürlich nichts versprechen.«

Die Eheleute tauschten noch einen Blick, bevor die Frau mit zittriger Hand unterschrieb. Auch Ihr Mann setzte seine Unterschrift auf das Formular. Kaum hatten die Langfords die Unterschrift geleistet, zog der Professor auch schon das Formular wieder an sich und faltete es bedächtig.

»Damit hätten wir das geklärt«, sagte er zufrieden. »Dr. Cryton wird Sie jetzt auf Ihr Zimmer bringen. Er wird mit Ihnen auch die ersten Schritte durchsprechen und die Aufnahmeformalitäten erledigen. Ich werde dem Vorstand melden, dass ich mit Ihrer Behandlung morgen beginnen werde. Nachher schaue ich noch bei Ihnen vorbei. Zögern Sie nicht, den Krankenschwestern und Pflegern Bescheid zu geben, wenn Sie etwas benötigen.«

Bergström gab den Langfords die Hand und Cryton geleitete das Ehepaar aus dem Büro. Der Professor legte das Formular mit der Verzichtserklärung in die Mappe, begab sich an seinen Schreibtisch und bediente die Ruftaste zu seiner Sekretärin.

»Richten Sie bitte Mr. Shavoni aus, dass die Langfords alles unterschrieben haben. Ich werde morgen mit der Versuchsreihe beginnen!«

Mit einem zufriedenen Gesichtsausdruck drehte Bergström seinen Drehsessel zur Wand und legte seine Fingerkuppen aneinander.
*****
»Das ist ja alles sehr schön, Professor Bergström, auch wenn ich kaum etwas von Ihren Ausführungen verstanden habe. Aber ich bin mir ziemlich sicher, meinen hochgeschätzten Kommissionskollegen geht es nicht viel anders.«

Höflich stimmten die drei Männer mit dem Vorsitzenden Luca Shavoni in dessen Lachen ein. Bergström zog etwas gequält die Mundwinkel nach oben. Er hatte - wie angekündigt - mit der ersten Testreihe begonnen und erstattete nun der Kommission seinen Bericht. Er kam sich mit seinem widerspenstigen Haar und dem Anzug von der Stange reichlich deplatziert in diesem mit wertvollen Möbeln und Gemälden ausgestatteten Raum vor. Die Männer vor ihm, die um einen runden Tisch saßen, trugen alle Maßanzüge und sahen aus wie aus dem Ei gepellt. Doch dies waren die Männer, die seine Forschungen finanzierten und die von ihm einiges erwarteten.

»Seit vier Jahren warten wir nun schon auf Ihren großen Durchbruch bezüglich unserer an Sie gestellten Anforderungen«, fuhr Shavoni fort, dessen Höflichkeit einer kalten Geschäftsmäßigkeit Platz gemacht hatte.

»Sind Sie sich diesmal sicher, dass uns der ... wie haben Sie es gleich genannt ... genetische Fingerabdruck von den Eltern an das Ziel führt?«, wollte ein anderer Mann am Tisch wissen.

Bergström nickte. »Die Eltern sind geradezu ideal, Mr. Bronstein. Und auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden wir in ein neues Stadium bei unserem Projekt eintreten können.«

Shavoni runzelte ein wenig die Stirn. »Sind Sie denn sicher, dass die Kinder überleben werden?«

»Auf jeden Fall«, bestätigte Bergström. »Die Kinder sind in einem bemerkenswert guten Zustand. Und schon auf die erste Testreihe haben sie außerordentlich gut reagiert.«

»Also gut, Professor«, sagte Shavoni abschließend. »Dann machen Sie weiter und bringen Sie uns Resultate. Diesem Dr. Parker sollten wir vielleicht eine kleine Anerkennungsprämie schicken. Veranlassen Sie das, Bronstein. Sie können gehen, Professor!«

Das ließ sich Bergström nicht zweimal sagen. Er konnte es kaum erwarten, wieder zu seiner Patientin zu kommen. Es wurde Zeit für die nächste Behandlungsrunde.
 
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