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Düsterer Einblick

OneshotAngst, Tragödie / P16
Hermine Granger Neville Longbottom
21.11.2020
21.11.2020
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Mit festen Schritten nähern sich die junge Frau und ihr Begleiter der Pforte. Obwohl dieser Durchgang magisch ist, ist er nicht maskiert, jeder der vorbei gehen würde könnte ihn erkennen. Doch hier, an diesem unwirklichen Ort geht niemand freiwillig vorbei. Es geht allgemein niemand mehr einfach so irgendwo hin. Und Menschen die nicht wenigstens ein bisschen magisch sind gibt es, in diesem Teil der Welt, auch kaum noch.

Die junge Frau wirft einen kurzen Blick auf ihren Begleiter, dieser bemerkt den Blick und nickt ihr entschlossen zu, dann durchqueren sie die Pforte, sofort zerrt fremde Magie an ihnen und durchdringt jede Pore. Wenn sie nicht befugt wären hier zu sein würde die Magie sie langsam und qualvoll vernichten. Es gibt auch Möglichkeiten eine Pforte zu schaffen die nicht tötet, oder wenn, dann schnell und schmerzlos. Doch der aktuelle Herrscher liebt das Spektakel.

Die junge Frau und ihr Begleiter sind jedoch akzeptiert, der Herrscher selber hat sie ausgewählt für diese Tätigkeit an diesem speziellen Ort, der von allen anderen, hinter hervor gehaltener Hand nur „Der Abstieg zur Hölle“ genannt wird.

Nur kurz haben beide Zeit sich umzusehen, wobei es auch hinter der Pforte nichts zu sehen gibt außer einer Gesteinswüste auf der einige Holzhäuser stehen. Eines davon wird ihres sein, Ergebnis einer mutigen Verhandlung, denn zuerst hätten sie im „inneren“ hausen sollen.

Der ausgetretene Pfad, dem sie schon einige Zeit folgen, führt zu einer Tür. Kaum das die davor stehen wird diese von innen geöffnet. Sie erkennen nicht wer die Person ist, sie trägt eine silberne Maske und einen schwarzen Umhang, doch keiner von beiden ist erschreckt oder überrascht. ZU schnell haben sie alle die überlebt haben an diesen Anblick gewöhnt. Beide senken nur kurz den Kopf zur Begrüßung bevor die junge Frau bestimmt sagt „Wir werden erwartet.“ sie spürt wie der Blick des maskierten über sie und ihren Begleiter wandert. Und sie hofft das die grüne Robe ihr tatsächlich den Schutz bietet der ihr vom Herrscher zugesagt wurde.

Sie haben die Roben kurz davor in der Einkaufsstraße der Hauptstadt gekauft. Es gibt immer noch Geschäfte, es wird weiterhin eingekauft. Jeder der ein Geschäft betreibt und  Angestellte hat muss sich und diese deutlich kennzeichnen. Das Bekleidungsgeschäft und die angeschlossene Schneiderei hat die Roben seine Angestellten mit dem Emblem einer Nadel mit Faden die durch ein Tuch fädeln gekennzeichnet, der Verkäufer von Pergament und Tinte trägt eine Feder in einem Tintenglas als Erkennungszeichen.
Jeder hat eine Aufgabe zugewiesen bekommen Schüler, Lehrer, Verkäufer, Angestellter im Ministerium, Apotheker. Es gibt sogar eine Zeitung, die jeder Haushalt verpflichtend abonniert haben muss, denn hier erfährt man neue Regelungen, Gesetze, wer gegen das Gesetz verstoßen hat und auch die Strafen. Aus dieser Zeitung haben auch alle der magischen Gemeinschaft erfahren wer den Posten in der „Hölle“ angenommen hat. Ein sicherer Posten, mit regelmäßiger Nahrung und Zugang zu sauberem Wasser, ein Labor zum brauen, Gewächshäusern und einem kleinen Verdienst.
Dennoch war dieser Posten lange vakant. Die qualifizierten wollten ihn nicht, wer nicht qualifiziert genug war oder nur auf Leid aus war bekam ihn nicht.

Die Roben der jungen Frau sind dunkelgrün, mit einem hell grünen Gürtel. Ihr Begleiter, ihr Helfer und Aufpasser hat einen grünen Gürtel bekommen der zeigt wohin er gehört, auch seine Ärmelaufschläge sind grün.


Als die junge Frau die Hölle betritt schlägt ihr ein Geruch aus Angst, Verzweiflung und Tod entgegen. Kurz glaubt sie nicht mehr atmen zu können, doch sie schafft es die aufkommende Panikattacke zu unterdrücken und geht mit festen Schritten weiter bis an den Rand der Brüstung. Die stehen ganz oben und der Boden ist nicht erkennbar, es geht spiralförmig nach unten. An den Wänden sind Zellen angebracht, nicht alle sind belegt „Noch nicht...“ lässt sie der maskierte wissen „aber es gibt immer wieder unbelehrbare.“

Die junge Frau zittert kurz, auch sie war lange eine der „Unbelehrbaren“ hat gekämpft, spioniert, Gegner gefoltert um Informationen zu bekommen, hat Anschläge auf die Regierung und den Herrscher begannen. Zahlreiche Narben an ihrem Körper zeugen von Auseinandersetzungen. Sie hatte Glück und wurde nie erwischt.
„Du wirst gesagt bekommen wenn jemand wichtiges Hilfe benötigt. Manche haben immer noch wichtige Information, die sollten noch eine Weile am Leben bleiben. Oder wenigstens sprechen können.“

Obwohl der jungen Frau immer noch unwohl ist, sie reißt sich zusammen. Sie wusste worauf sie sich einließ als sie sich auf diesen Posten beworben hat.

Auch der Herrscher war kurz überrascht als sie vor ihm stand, bevor er brutal in ihren Geist eingedrungen war um ihr Pläne und Motivation zu ergründen. Er hatte eine junge Frau erkannt die des Kämpfen und Versteckes und eines Leben auf der Flucht müde war. Die erkannte das sie keine Chance auf ein normales Leben hatte und sie, mit ihrem Blutstatus, nie einen der besseren, angeseheneren Posten wie Lehrer oder Apotheker bekommen würde.
„Du kannst heilen, auf magische wie auf muggelart. Kannst brauen, dein Begleiter kennt sich mit Pflanzen aus und du bist magisch fähig genug für diesen Posten.“ hatte der Herrscher festgestellt.
Sie verdrängt die Erinnerung an diesen Tag und konzentriert sich wieder auf den Mann mit der Maske.

„Ihr meldet euch jeden morgen um Punkt 8 Uhr bei mir zum Arbeitsbeginn, bis 20 Uhr, eine Stunde könnte ihr insgesamt Pause machen. Es gibt eine paar Plätze innerhalb von wo aus man nach draußen apparieren kann. Ihr werdet sie schon finden.“ er lässt ein kurzes bellendes Lachen hören bevor er fort fährt. „Macht eine Aufstellung über jeden der hier ist. Wir haben den Überblick verloren. Wenn ihr an eine Zelle kommt und jemand ist tot.“ er vollführt eine Bewegung mit dem Zauberstab, dann nennt er einen Spruch „Dann könnt ihr damit die Aufräumer rufen.“

Die junge Frau und ihr Begleiter nicken, sie wissen auch das sie niemandem helfen dürfen zu sterben, auch wenn es kein unberechenbar Schwur war, dem Herrscher ist sehr bewusst das die beiden im Zweifelsfall das Brechen als Möglichkeit wählen würden selber zu sterben.
Aber der Schwur würde große Schmerzen und Verletzungen mit sich bringen, und der Verlust der Immunität „Zumindest für ein paar Tage, bis euch wieder bewusst wird wie großzügig ich zu einem Blutsverräter und einem Schlammblut bin.“



Seit mehreren Tagen sind die beiden inzwischen schon dabei für jeden Inhaftierten ein Krankenblatt zu fertigen. Wollten sie zu Beginn wirklich für jeden seinen Namen auf das Pergament setzen haben sie schnell bemerkt das sie dies selber zu sehr mit nimmt, da doch viele ehemalige Freunde und Weggefährten ihren traurigen Weg in dieses Gefängnis gefunden haben. Und so haben sie die Zellen, und damit ihre Insassen, von oben nach unten durch nummeriert.

Sie nähern sich den untersten Ebenen, hier sind die größten Verräter und wichtigsten Feinde untergebracht. Die junge Frau und ihr Begleiter kämpfen innerlich mit ihrer Selbstbeherrschung, auch wenn man ihnen nach außen hin nichts ansieht.
Soeben haben sie die Aufräumer in eine Zelle beordert und eine Leiche abtransportieren lassen. Zuerst hatten sie gedacht die Zelle wäre leer, jedoch waren Schutzzauber vor der Zelle angebracht gewesen und ein Erkennungszauber hatte einen Verstorbenen angezeigt. In einer Ecke hatte eine abgemagerte und schwerst verletze Katze gelegen, die der Aufräumer mit einem Schwenk seines Zauberstabes wieder ihn ihre menschliche Form gezwungen hatte. Dieser Anblick war für die beiden fast nicht zu ertragen gewesen.

„Wen haben wir den hier? Wenn das nicht unsere neue Heilerin ist.“ sie erkennt die Stimme bevor sich die blonden Haar in ihr Sichtfeld schieben und zwei weitere Männer ihnen den Weg versperren. „So weit weg von der Oberfläche, und doch sicher traumatisiert. Die Alte war doch deine Lieblingslehrerin“ anzügliche Blicke wandern über sie „wenn du etwas Trost brauchst...“
Ihre Begleitung schiebt sich vor sie. „Lass uns durch!“
Als die Männer weiterhin den Weg versperren und die Anspielungen immer deutlicher werden zeigt sich das der junge Mann nicht nur zum Pflanzen züchten und Pergamente ausfüllen dabei ist. Mit einigen gezielten Schlägen hat er sich und seiner Begleiterin den Weg frei gemacht, und für zukünftige Begegnungen gezeigt das er nicht am unteren Ende der Rangordnung steht.

Als sie weiter gehen kommen sie an einen Schutzzauber „Er unterdrückt Geräusche.“ stellt die Frau fest „Nach den Information des Wächters ist hier nur eine Zelle.“
Als sie durch den Schutzzauber treten hören sie die entsetzlichen Schreie eines Mannes, der in der einzigen Zelle in diesem Bereich angekettet ist und durchgehend von Folterflüchen gequält wird.

„Die Stärksten Zauberer werden am meisten leiden.“
„Vor allem wenn es sich um den größten Verräter des neuen Herrscher handelt.“

Einige Zauber später ist offensichtlich das sie aktuell nichts ausrichten können, der Verräter steht nicht kurz vor dem Tod.
Und so begeben sie sich auf den langen Weg an die Oberfläche. Ihre Arbeit ist beendet, zumindest für diesen Tag.
 
 
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