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Katzenfutter

von JaliceTo
Kurzbeschreibung
OneshotFamilie, Sci-Fi / P12 / Gen
Data Reginald Barclay
21.11.2020
21.11.2020
1
1.690
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Katzenfutter

Einige Dinge im Leben sind einfach. Wie guten Freunden einen Gefallen tun - oder nach einem erfolgreichen Arbeitstag einen Eintrag ins persönliche Logbuch zu verfassen. Andere Dinge hingegen sind unheimlich schwer und kompliziert. Wie emotionale Bindungen aufbauen, wenn das Empfinden von Emotionen begrenzt oder unmöglich war. Oder die Erziehung und Verantwortung für ein Kind übernehmen und dazu noch einer berufstätigen Arbeit nachzugehen. Die Lücke zwischen Familienleben und Arbeit nicht zu groß werden zu lassen scheint vielen unmöglich und selbst auf der Enterprise gibt es Momente, wo mehr erschöpfte Familienmütter und Familienväter Deanna Troi aufsuchen und nach einem Rat fragen.

Es gibt viele Crew Mitglieder, die gut mit den Kindern zurecht kommen die auf dem Schiff leben und dann gibt es einige Bewohner der Enterprise, die am liebsten einen großen Abstand zu den jüngeren Bewohnern einhalten. Einer dieser Menschen ist Captain Picard. Es ist kein großes Geheimnis, dass er nicht so gut mit Kindern zurecht kommt und eine ungeschriebene Regel existiert, dass er  Kinder auf der Brücke nicht duldet.  Und dennoch waren die Familien die auf dem Schiff wohnten eine der Stärken - denn es gibt nichts schöneres als diese Verbundenheit zu beobachten. Und gegen diese Aussage konnte auch der Captain kein schlechtes Wort finden.

Aber es war nicht immer einfach für Eltern arbeiten zu gehen und Zeit für die Familie zu haben. An diesem frühen Abend traf es Commander Data. Der Android hat vor kurzem ein kleines Mädchen und einen kleinen Jungen als Adoptivkinder aufgenommen, um eine weitere Facette der Menschlichkeit erforschen zu können, um um den beiden Waisen eine neue Familie zu geben.

Es war ein harter Kampf gewesen und immer noch bekam Data sehr starke Kritik dafür, dass ein Android nicht in der Lage wäre Vater von zwei kleinen Kindern zu sein. Doch er zeigte allen, mit jedem Tag das es chaotisch, niederschmetternd und kompliziert war - aber die beiden Kindern liebten Data abgöttisch - auch wenn Data selbst nie in der Lage wäre, diese Liebe zu erwidern. Denn ein Android wie er war nicht fähig Emotionen zu empfinden.

"Ich bin dir sehr dankbar dafür Reginald. Ich hätte die beiden ansonsten in Geordis Obhut gegeben. Aber mein bester Freund ist Teil des Projekts" - Data war in einer misslichen Lage und er musste an einem wichtigen Projekt teilnehmen. Dafür brauchte er einen Babysitter und da der schüchternen Ingenieur sich so gut mit Spot versteht - sieht Data keine Bedenken ihn als Babysitter für den Abend einzustellen. Es hatte ihn zwar etwas Überzeugungsarbeit gekostet, aber nun war Reginald hier in Data´s Quartier und sah sich nervös um.

"K...Kein Problem. Ich hoffe nur ich mache nichts falsch...ich war noch nie Babysitter ...naja außer für Spot. Gibt es irgendwas das ich bei den beiden beachten muss?", stotterte Barclay nervös und beobachtete, wie Spot auf Data zugelaufen kam und anfing dem Androiden um die Beine zu laufen und ihren Kopf schnurrend an seinem Hosenbein rieb.

"Das Projekt umfasst 2 Stunden und es wäre angebracht, wenn die Kinder bei meiner Rückkehr bettfertig sind. Wir haben vor einer halben Stunde gemeinsam zu Abend gegessen - wahrscheinlich wollen Castor und Despina noch mit Spot spielen. Oh und du solltest darauf achten, dass sie nicht alleine ins Badezimmer gehen - letztes mal hatten sie es geschafft das Badezimmer mit Seifenblasen zu füllen", Data nickte Reginald kurz zu und verließ anschließend das Quartier. Reginald war nervös und er wusste nicht ob er ein guter Babysitter sein würde. Auch wenn es nur für einige Stunden sein sollte - so war Data die Hauptbezugsperson für die beiden Kleinkinder und Barclay zweifelte daran, dem Druck gerecht werden zu können. Aber was tat man nicht alles für Freunde?


"Desy gib zurück. Meins!" - ein kleiner dunkelhaarige Junge rannte seiner Schwester hinterher und versuchte ihr das Spielzeug zu entreißen, was eigentlich ihm gehörte. Seine Schwester hat es ganz unfair genommen und jetzt wollte er damit spielen. Sie sollte sich etwas anderes suchen.
"Nein Cas - Desy behalten", sprach das blondhaarige kleine Mädchen und sie lief mit dem Spielzeug in den Händen in den Eingangsbereich des Quartiers, wo sie beinahe mit den Beinen von Reginald zusammen stieß und noch gerade so rechtzeitig bremsen konnte.
"Desy mein Spielzeug. Zurück geben", wandte Castor sich direkt an Reginald.
"Wo Daddy? Weg?", fragte Despina schüchtern und lies das Spielzeug direkt auf den Boden fallen, um an Reginald vorbei zur Tür zu sehen. Diese Chance nutze Castor und nahm das Spielzeug mit einem breiten Grinsen an sich.
"Daddy arbeiten gegangen - Regy Babysitter", erklärte Castor und seine kleine Schwester blickte von ihrem Bruder fragend zu Barclay hoch.
"Richtig - ich babysitte euch, solange Data arbeiten muss. W...Wollen wir in eurer Kinderzimmer gehen? Da habt ihr bestimmt noch mehr Spielzeug ja?", sprach Reginald nervös und während Castor begeistert vor lief, schaute seine kleine Schwester traurig von der Tür zu Reginald.
"Data wieder kommen?", fragte das Kleinkind ängstlich.
"Natürlich - er kommt wieder...d...du musst dir keine Sorgen machen ja?", erwiderte Reginald und für den Moment schienen die Worte die kleine Blondine zu beruhigen und sie lief ebenfalls in die Richtung des Kinderzimmers.

Reginald beobachtete Minuten später wie die beiden Kleinkinder mit ihrem Spielzeug spielten und dabei vollkommen in eine andere Welt abgetaucht waren. Es war erstaunlich das sie sich in den drei Monaten die sie nun schon mit Data zusammen lebten, auf der Enterprise eingelebt haben. Die beiden sind keine biologischen Geschwister. Castor kommt von einer verlassenen Forschungsstation am Rande des Alpha Quadranten und hat einen Angriff einer feindlichen Spezies überlebt indem er sich in einer leeren Kiste versteckt hat und Despina war Data bei einer Außenmission zugelaufen und hatte sein Bein nicht mehr loslassen wollen. Die Bewohner des Planeten auf welchem die Außenmission stattgefunden hat haben der Enterprise Crew geschildert, dass die kleine Blondine mit ihren Eltern vor einer Weile aufgetaucht war, aber ihre Eltern von einem der gefährlichen Raubtiere in der Wildnis getötet worden waren. Data hatte beide Kinder aufgenommen und jeder einzelne Tag war eine Herausforderung für den Androiden. Später stellte sich heraus, dass sowohl Castor als auch Despina noch Verwandte auf der Erde hatten - aber es war deutlich dass sie bei ihrem neuen Vormund Data bleiben wollen. Und Reginald findet die Bindung die der emotionslose Android zu den beiden Kleinkindern aufgebaut hat in diesen drei Monaten beeindruckend.


Als es für die beiden Kinder Zeit wurde, sich bettfertig zu machen, war ihre Schlafenszeit bereits überschritten. Reginald hatte die Zeit nicht im Auge behalten und er hatte sich irgendwann zu den Kinder gesetzt und sie hatten angefangen aus Lego eine kleine Stadt zu bauen. Als der schüchterne Mann auf die Uhr sah, stellte er mit Schrecken fest, dass Data in fünf Minuten zurückkommen würde. Also ging er mit den Kleinkindern ins Badezimmer und half ihnen dabei ihre Zähne zu putzen - allerdings wurde der Ingenieur abgelenkt, als ein lautes Scheppern aus der Küche zu hören war und das Miauen von Datas Katze Spot erklang. Der Erwachsene ging gefolgt von Castor und Despina zur Küche und fand die Katze auf der Theke sitzend vor. Spot hatte es geschafft ein Glas von der Theke zu schmeißen und miaute nun stolz darüber.
"Oh nein - ihr beiden wartet hier - ich werde die Scherben fort bringen. Nicht dass Spot oder ihr noch darein tretet ja?" - sprach Reginald und holte einen Besen um das zerbrochene Glas vom Boden aufzufegen. Er war vielleicht zwei Minuten mit dieser Aufgabe beschäftigt und als er sich wieder umdrehte erkannte Reginald, dass weder Spot noch die beiden Kleinkinder hinter ihm standen.

"Castor? Despina? Spot?"
Reginald stellte den Besen zur Seite und fing an Datas Quartier nach den beiden Kindern und der Katze zu dursuchen. Er fand das Trio wenige Momente später bei Spots Futternapf.

Die beiden Geschwister saßen neben der Katze und hatten etwas von dem Katzenfutter in den kleinen Händen und bevor Reginald noch etwas hätte verhindern können, aßen die beiden Kleinkinder gemeinsam mit Spot das Katzenfutter. Und genau in dem Moment kam Data zurück und während Reginald nervös von dem Trio dass sich das ´Abendessen´ schmecken ließ, hinüber zum Androiden schaute - versuchte der Ingenieur eine passende Antwort auf eventuelle Fragen zu finden.

"....das Projekt war ein voller Erfolg. Geordi und ich haben einige interessante Ergebnisse und Einblicke erzielt. Ist alles in Ordnung Reginald? Du wirkst....nervöser als sonst?"
"Ich nervöser als sonst...das kommt bestimmt nur so rüber...warum sollte ich nervöser sein und....okay ich glaube die Kinder haben in einem unachtsamen Moment, angefangen das Katzenfutter zu essen...", stotterte Reginald nervös und Data blickte von dem Babysitter hinüber zu der Ecke, wo Spot ihren Futternapf stehen hatte.
"Dieses Verhalten zeigen die beiden öfters. Ich habe bereits versucht sie zu ermahnen, es zu unterlassen. Aber bis jetzt sind meine Erziehungsversuche in diesem Feld....ohne Erfolg. Castor? Despina? Ihr solltet Spot nicht ihr Katzenfutter weg essen - kommt her ja?", erklärte Data und es dauerte einen Moment bis die beiden Kleinkinder auf seine Rufe hörten und mit einem unschuldigen Lächeln auf dem Gesicht zu Data gelaufen kamen.
"War ihr brav gewesen und habt euch benommen, während Reginald auf euch aufgepasst habt?", fragte Data die beiden Geschwister, während er ihnen sanft die Reste des Katzenfutters, die sie in den Händen hielten abnahm.
"Ja Daddy - Regy bald wieder kommen? Cas und Desy Zähne geputzt", sprach Castor und Despina nickte zustimmend.
"Hm - ich glaube wir müssen noch einmal eure Zähne putzen - Katzenfutter ist nichts was ihr essen solltet. Sagt auf Wiedersehen zu Reginald und dann geht schon einmal ins Badezimmer. Ich komme sofort", erklärte Data in einem neutralen Tonfall und die Kinder winkte Reginald noch zu, ehe sie ins Badezimmer liefen.

Reginald verabschiedete sich anschließend von Data, der sich noch einmal bei dem schüchternen Mann bedankte, dass er als Babysitter eingesprungen war. Als Reginald auf dem Weg zu seinem Quartier war, musste er feststellen das Katzen und Kleinkinder gar nicht so unterschiedlich waren und das er vielleicht doch als Babysitter geeignet war. Nur sollte Reginald beim nächsten mal den Futternapf von Spot außerhalb der Reichte der Kleinkinder platieren.

ENDE
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