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Saudade [sɜuˈdadɨ]

GeschichteAbenteuer, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Gannicus OC (Own Character)
20.11.2020
11.01.2021
11
22.282
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3 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
20.11.2020 570
 
Die Corona-Langeweile hat zugeschlagen und ich habe bis diese Woche Spartacus geschaut und ich liebe es :)
Naja hatte diese Idee in meinem Kopf und ich hoffe sie gefällt euch!

Zur Info: ich werde nicht immer historisch korrekt bleiben und ein paar Fakten zu Gunsten der Geschichte abändern, Lucullus zum Beispiel hat Servilia erst Jahre nach dem Aufstand Spartacus’ geheiratet.


Zur Geschichte an sich, lest und schaut wo sie euch hinführt :-)

✿❀✿
»Saudade ist schön. Wer Saudade spürt, der lebt und liebt und weiß, worauf es im Leben wirklich ankommt.«

Die Sklaverei bedeutete für die meisten von uns seit Kindstagen unterdrückt und misshandelt zu werden sowie den Willen durch jegliche Grausamkeiten gebrochen zu bekommen.
All unser Leiden diente einem Zweck, der Belustigung der Römer.
Römer. Ein Wort, welches mich innerlich vor Wut und Hass zum Beben brachte. Dreckige, barbarische Römer.

Bereits seit meinen ersten Erinnerungen diente ich dem Hause Lucullus. Verschleppt und verkauft von Römern.
An meine Familie und Heimat hatte ich keine Erinnerung.
Auf meiner Schulter prangte das Zeichen meiner Domina, Servilia. Ich war nach dem Tod ihrer vorherigen Leibsklavin zu ihrer neuen erwählt worden.
Servilia war eine gute Domina. Zwar hatte auch sie ihre Launen, aber dennoch gab sie auf mich Acht, dass meine Jungfräulichkeit nicht genommen wurde.
Meine Domina war eine ansehnliche, junge Frau, ein paar Sommer älter als ich selbst.

Lucullus hingegen war ein widerlicher, älterer Mann, der von Macht und Reichtum besessen war. Er war bestrebt dazu ein Amt im Konsulat zu bekleiden. Dafür würde er alles tun, sogar über Leichen gehen. Sein Geld würde, wie bereits viele Male zuvor, dafür Sorge tragen, dass sein Wunsch in Erfüllung ginge.
Genauso hatte er dafür gesorgt, dass Sevilias Wünsche in Erfüllung gingen.
Er hatte ihr ein Haus mit hohem Ansehen, einen reichen Ehemann und Sklaven geschenkt. Er las ihr jeden Wunsch von den Augen ab, den man mit Geld in Erfüllung gehen lassen konnte.

Es war mir trotz allem ein Rätsel, wie sie jegliche Form der Anziehung ihm gegenüber empfinden konnte.
Er hatte mich in vernebeltem Zustand schon mehrmals unsittlich berührt. Immer hatte ich mich zur Wehr gesetzt und hatte statt den schützenden Hände meiner Domina Schläge und Peitschenhiebe von meinem Dominus erhalten. Servilia konnte mich zwar vor den lüsternen Gästen und Wachen dieses Hauses bewahren, jedoch nicht vor ihrem herrischen Mann.
Sie wusste um seine Vorliebe für Wein und nannte es seinen 'roten Ruin'. Er tat es jedoch immer wieder mit einem heiseren Lachen ab und bereits der nächste Schluck würde seine Kehle hinunter rinnen.

Ich stellte mir vor, wie wohl sein Gurgeln klingen würde, wenn er an seinem eigenen Blut ersticken würde. So oft hatte ich es mir vorgestellt, wenn er wieder seine ekelerregende Zunge in meinen Hals gesteckt hatte und ein stechender Geruch von Weinausdünstungen in meiner Nase hing während seine grobe Hand den Weg zwischen meine Schenkel fand.

Dieser Mann beschwörte Albträume in mir herauf, die ich nicht länger zu ertragen vermochte.
Ich wollte ihm die Macht, die er über meinen Körper und meine Seele hatte, nehmen.
Wie, war mir egal.
Es musste nur bald geschehen.
Und bald würde ich die Chance dazu bekommen. Dass mir jedoch ein Mann dabei helfen würde, der nichts besseres zu tun hatte als seine Tage und sein Geld in Huren und Wein zu stecken, hielt ich bis dato nicht für möglich.
Es zählte aber, dass er frei war. Genau wie ich frei sein wollte.
 
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