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Butterfly

von Pinkybel
GeschichteDrama, Romance / P18
OC (Own Character) Sami Osala Samu Haber
20.11.2020
01.12.2020
22
26.114
3
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21.11.2020 1.079
 
Nach dem Soundcheck verziehe ich mich sofort wieder in den Bus. Ich brauch etwas Ruhe. Irgendwas wurde in mir aufgerissen. In mir ist eine Unruhe, etwas was heraus möchte. Ich setze mich wieder in die Sitzecke. Warum bin ich zusammen gebrochen, warum bei ihm? Ich hab ihn doch nur in die Augen geschaut. Ach herje, diese Augen. Hatte er sie schon immer gehabt? Sie sind ja tiefer als jeder Ozean, wie gern würde ich in ihnen versinken. Ich schüttle meinen Kopf. Nein, Leni denk nicht mal daran. Freunde deines Bruders sind tabu, das weist du ganz genau. Genauso sind deine Freunde tabu für Sami. Aber ich will doch nur kurz darin versinken. Wieder schüttle ich meinen Kopf. Okay, meinem Verstand kann ich wohl heute getrost vergessen. Aber diese Augen sie machen mich verrückt, dieses grinsen. „Kann ich mich setzen?“, vernehme ich dann plötzlich Samus Stimme. Erschrocken sehe ich ihn kurz an und wende dann meinen Blick wieder zum großen Fenster. „Was….ja….tu dir kein Zwang an.“ Die anderen verkriechen sich in ihre Kojen. „Willst du nicht auch noch mal etwas schlafen?“, frage ich und blicke noch immer aus dem Fenster. So langsam füllt sich der Platz vorm Einlass. Wow, ich hätte nicht gedacht das sie so groß hier in Deutschland sind. Das sind doch bestimmt schon 1000 oder mehr Menschen. Vorwiegend Weibliche Personen. Na warum sie wohl hier sind? Ich glaube wegen der Person, die vor mir sitzt und mich die ganze Zeit eindringlich anschaut. Kann der auch mal damit aufhören? Warum schweigt er, sag doch was dir auf der Zunge liegt? „Willst du mich los werden?“ Ich zucke mit den Schultern. Vielleicht wäre es das Beste wenn er mich nicht die ganze Zeit so anblicken würde. Aber ich bin hier zu Gast also werde ich mal schön meine Klappe halten. Es ist nur, seine Nähe. Sie ist fast nicht aus zu halten und meine Kopfschmerzen kehren zurück. Und seine brummige Stimme, macht es grad nicht besser. „Samu, was ist? Hab ich irgendwas in Gesicht? Sitzt hinter mir ein Geist?“, frage ich nach kurzer Zeit, da ich seine Blicke nicht mehr ertragen kann. „Nein…also einen Geist sehe ich nicht.“, sagt er überrascht. „Also was ist dann?“, frage ich und sehe ihn an. „Ich frage mich nur, wie es dir geht?“ Das war eine Ausrede, das merke ich, eigentlich wolltest du was anderes sagen Haber. „Mir geht es gut, okay.“, sage ich genervter als ich wollte. Er nickt und steht auf und geht nach hinten. Ich blicke ihm hinter her. Okay, das ging jetzt aber schnell. Aber vielleicht war mein Ton auch nicht so angemessen. Ich hasse es nur, das er mich gerade in Watte packt.  cWieder beginnt es vor meinen Augen zu flimmern. Ganz ruhig atmen, nicht wieder das Bewusstsein verlieren.

Wieder liegt die Hand an dem Oberkörper. Es ist meine Hand, ich erkenne meinen Ring. Sanft streicht sie über die Brust. Alles was ich mache fühlt sich richtig an. Ich merke eine Hand an meinem Rücken. Sie streicht sanft darüber. Ein kribbeln breitet sich in mir aus, dieses wohlige Gefühl kehrt zurück. Ich bin gefangen, in Emotionen die gerade in mir aufkommen. Doch ich kann sie nicht einordnen. Ich spüre einen warmen Atem an meinem Hals.

Ich schüttle meinen Kopf. Die Kopfschmerzen legen noch einmal einen Zahn zu. Was zur Hölle ist hier los? Was hat das zu bedeuten? Als die Sequenz abflacht, fühle ich mich plötzlich allein. In mir ist eine Leere. Die Geborgenheit die ich eben noch verspürte, ist mit einem Mal weg. Wieder rinnt die Erinnerung, durch meine Finger. Ich kann sie nicht fassen, sie zerfließt in tausend Teilchen, zwischen meinen Fingern hindurch und verteilt sich in die Unendlichkeit. Ich stehe auf und gehe zu Sami, der in seiner Koje liegt. Ich ziehe vorsichtig den Vorhang weg, ich hoffe es ist auch seine Koje. Nicht das mich jetzt Riku oder Raul überrascht anschauen. Ich hätte mir vielleicht vorher einen Liegeplan geben sollen. Verwundert sieht mich Sami an, na Gott sei danke. „Leni, was ist los?“, fragt er. Ich deute ihm nur an, das er Platz machen soll und lege mich zu ihm. Also zu zweit sind sie wirklich, ziemlich klein. Das muss ich ja mal so sagen.  Er nimmt mich in den Arm und hält einfach nur fest, so wie er das früher immer schon gern gemacht hat.  In mir steigen Tränen auf und finden schnell ihren Weg über meine Wangen. „Alles in Ordnung?“, fragt er besorgt als er die Nässe auf seiner Brust spürt. Ich schniefe und zucke mit den Schultern. „Komm sprich mit mir.“, fordert er mich auf. „Ich…ich weiß nicht was los ist. Aber…ich…ich sehe ständig irgendwelche Fetzen vor meinen Augen. Kurze Sequenzen. Ich weiß nicht was sie zu bedeuten haben. Ich weiß nur, das ich mich geborgen fühle in dem Moment und so bald sie weg sind….dann ist da eine leere in mir.“, erkläre ich ihm. Verwundert sieht er mich an. „Hattest du das schon öfter?“, fragt er besorgt. Ich nicke und wische mir die Tränen weg. Auch ihm erkläre ich, dass das öfters kam als ich bei der Therapie war. „Aber nie hatte ich solch ein Gefühl, Sami. Ich habe das Gefühl, das ich ewig in dieser Sequenz bleiben möchte aber sobald ich versuche diese Erinnerung zu fassen, rinnt sie mir durch die Finger. Dann macht sich ein riesiges Loch in mir auf und....Was will mir mein Gehirn damit sagen?“, frage ich verzweifelt. „Leni, ich weiß es nicht aber vielleicht will dein Gehirn nicht, das diese Erinnerung zurück kommt. So in etwa hat es auch der Arzt Mom erklärt gehabt.“, sagt er leise. „Warum kannst oder willst du mir nicht sagen was Silvester passierte, bevor ich nach Deutschland bin….bevor Alex der Meinung war, mich fast umbringen zu müssen?“, frage ich ihn. „Leni, ich kann es nicht…“, sagt er leise. „Aber warum? Was ist so schlimm daran?“, frage ich aufgebracht. Mir ist es gerade vollkommen egal, ob die anderen es hören. „Leni, weil ich es nicht weiß. Ich bin nicht der richtige Ansprechpartner dafür.“, gibt er zu. Ich löse mich von ihm und stehe wieder auf. „Warum will mir keiner helfen?“, frage ich vorwurfsvoll. „Was ist so schlimm daran, das du mir nicht helfen willst? Habe ich jemanden umgebracht oder was?“, ich werde immer wütender. „Leni….“ Auf Einmal Sehen mich 4 Augenpaare an. Ich werfe resigniert meine Arme nach oben und verschwinde aus dem Bus. Ich brauche frische Luft.
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