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Leben mit Querdenker

von Demelza
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
19.11.2020
27.12.2021
14
9.804
47
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19.11.2020 601
 
Die Maske- der Feind im eigenen Gesicht


Es gibt wirklich viele gute Witze über Corona und Corona-Leugner. Zum Beispiel: „Ja genau, Corona ist eine Verschwörung, um die hässlichen Menschen dazu zu bringen eine Maske zu tragen.“ Leider ist das gar nicht so weit weg von dem, was Querdenker wirklich über Masken denken.

Es ist wirklich die Rede davon, dass die Maske ein Zeichen der Unterdrückung und Gleichschaltung wäre. Immerhin sei es ja erwiesen, dass die Maske gegen Viren überhaupt nichts helfe. Die Statements, von Wissenschaftlern aus der Querdenken-Ecke sind aber leider schon ein paar Monate alt und Informationen von Wissenschaftlern, die sagen, die Maske würde sehr wohl etwas helfen, werden einfach in den Wind geschlagen.

Meine Mutter hat die Maske fast ein halbes Jahr lang getragen, ohne sich je darüber aufzuregen. Aber jetzt plötzlich ist die Maske das Feindbild schlechthin. Das Symbol der Unterdrückung.

Mir wurde bereits mehrfach angeboten, mir ein Attest zu besorgen, dass ich die Maske nicht tragen kann. Ich habe abgelehnt. Mich stört die Maske wirklich nicht. Ich kann damit gut atmen, ich merke kaum einen Unterschied zwischen mit Maske und ohne Maske. Und ich bin entschieden dagegen, sich ein Attest zu besorgen, wenn man problemlos eine Maske tragen könnte. Das haben ja scheinbar einige gemacht mit der Folge, dass nun alle eine Maske tragen müssen, egal ob sie ein Attest haben oder nicht. Das trifft jetzt auch die, die wirklich keine Maske tragen können. Aber leider gibt es scheinbar genug Leute, die meinten, Maskenpflicht würde für sie nicht gelten.

Dabei bin ich es, die die Maske in der Schule teilweise über 9 Stunden trägt- unterbrochen nur fürs Essen oder Trinken. Aber jammere ich deswegen rum? Nein! Frau Querdenkerin hat Home-Office und muss die Maske folglich nur zum Einkaufen tragen. Wenn nicht gerade eine große Shoppingtour ansteht, sind das vielleicht mal 2 Stunden am Tag. Mit Pausen beim Autofahren dazwischen.

Etwa zeitgleich mit dem Einstieg in die Querdenker-Szene ist Frau Querdenkerin auch von Einwegmasken auf Stoffmasken umgestiegen. Aus einem einfachen Grund und der ist nicht, dass man Stoffmasken wiederverwerten kann. Eine Stoffmaske rutscht gerne mal über die Nase, damit kann man ja gleich so viel besser atmen. Und wenn jemand fragt, sie hat ja eine Maske auf. Jedes Mal, wenn ihre Nase die Welt außerhalb der Maske entdeckt, schiebe ich meine hellblaue Einweg-OP-Maske bis zur Nasenwurzen hoch. Regeln sind nun mal Regeln und an die halte ich mich auch.

Maskenpflicht ist für Querdenker scheinbar auch relativ. Wenn in einem geschlossenen Gebäude wie einem  Einkaufszentrum Maskenpflicht herrscht, wird die Maske auch nur so lange getragen, wie Leute in der Nähe sind. Wenn keine Leute in der Nähe sind, kann man die Maske ja ruhig absetzen.


Nein, kann man natürlich nicht. Wenn im ganzen Gebäude Maskenpflicht herrscht, dann herrscht auch im ganzen Gebäude Maskenpflicht, auch wenn man den Hinweis an der Tür vermeintlich nicht gesehen hat. Es gilt immer noch: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Gründe, warum man nicht oder nicht mehr in die Kirche geht, gibt es viele. Ich selbst war seit dem ersten Lockdown im März nicht mehr in der Kirche. Erstens bin nicht gläubig und zweitens schlafe ich sonntags lieber aus, als früh aufzustehen und mich dann eine Stunde lang zu langweilen. Aber nach jahrelangen regelmäßigen Kirchgängen damit aufzuhören, weil man dort jetzt eine Maske tragen muss, ist dann eventuell doch etwas übertrieben.



Und seien wir mal ehrlich: Manche Menschen sehe mit Maske wirklich besser aus als ohne. Und manchmal ist es gar nicht so schlecht, wenn niemand sieht, was man mit der unteren Hälfte seines Gesichts anstellt.
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