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through love - Kelly

von insanus
GeschichteLiebesgeschichte / P18 / Mix
Jimmy Joey John Kathy Maite Patricia
18.11.2020
25.11.2021
130
243.010
3
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25.11.2021 2.374
 
Jimmys Sicht
Als Maite mit John in der Küche sind, schaue ich auf ihren Bauch: „Bist du sicher, dass alles in Ordnung ist? Was war denn los mit dir? John macht sich ja nun nicht umsonst Sorgen, oder?“
„Ok, ich versuche dir zu erklären, was los war, auf jeden Fall geht es mir gut und ihm auch!“ „Ok, dann mal los, ich bin gespannt.“ antworte ich ihr und sehe sie erwartungsvoll an.
Sie greift nach dem Band, welches um ihren Hals hängt und zieht den Herzanhänger hervor. „Ich weiß nicht, ob du dich daran erinnern kannst, aber du hast mich auch schon mal gefragt, was das für ein Anhänger ist und ihn dabei berührt.“
„Ja, ich kann mich dran erinnern, wobei ich das eher keiner großen Bedeutung hab zukommen lassen. Ist dir das jetzt wieder passiert?“ frage ich nach.
„Genau das hat John eben unter der Dusche auch gemacht und genau wie bei dir damals, habe ich in dem Moment etwas gesehen, hatte Bilder oder eher gesagt eine Erinnerung vor Augen. Ich weiß nicht, was das zu bedeuten hat. John meint, er hätte den Anhänger schon mal gesehen.“ erzählt sie, macht dabei den Anhänger ab und hält ihn mir hin.
„Sagt dir der Anhänger etwas?“ fragt sie mich.
Ich nehme den Anhänger entgegen und beobachte sie dabei, doch sie macht nicht den Eindruck, dass jetzt auch wieder etwas passiert wäre.
„Nein, jetzt ist nichts passiert.“ bestätigt sie mir meine Überlegung.
Dann schau ich mir den Anhänger an, er hat sowohl vorne als auch hinten eine Gravur, „through love“ vorne, zusammen mit kleinen Steinchen am Rand und hinten „Kelly“.
„Mir ist auch so, als hätte ich diesen Anhänger schon einmal gesehen, aber mir fällt nicht ein wo. Hinten ist „Kelly“ eingraviert, der Name ist in Deutschland eher nicht so häufig, in Irland hingegen begegnet man viele davon. Meinst du, er hat mit uns etwas zu tun, also mit unserer Familie? Und was sind das für Bilder oder Erinnerungen? Und hast du Kathy den Anhänger schon mal gezeigt?“ teile ich ihr meine Gedanken zu dem Anhänger mit. Und die ganze Zeit grübel ich darüber, wo ich diesen Anhänger schon mal gesehen habe. Auch Nia scheint nach zu denken, dann sieht sie so aus, als sei ihr etwas eingefallen.
„Ich habe das bisher immer als nicht wichtig angesehen, aber es gab schon einige Erinnerungen, die ich gesehen habe und wenn ich so über alle nachdenke, dann ja, glaube ich dass sie etwas mit euch zu tun haben.“ fängt sie an und während sie das sagt, desto größer werden ihre Augen und es sammeln sich Tränen darin. „Ehrlich gesagt, bin ich gerade ein wenig geschockt, von dem was ich selber gerade glaube. Könnte es sein, dass der Anhänger eurer Mutter gehört hat?“ fragt sie schniefend.
„Wie kommst du jetzt darauf? Die Erinnerungen?“ frage ich nach und zieh Nia in meinen Arm. „Nicht weinen, selbst wenn es so wäre, du hast doch nichts gemacht. Du hast ihn doch nur gefunden.“ versuche ich sie zu beruhigen, so ganz verstehe ich noch nicht, warum es ihr so nahe geht.
„Ok,“ fängt sie an und ich höre sie tief einatmen, dann dreht sie sich so, dass sie mich anschauen kann und nimmt meine Hände in ihre.
„Ich weiß nicht, ob jetzt der richtige Moment ist, dir das zu zeigen, aber jetzt wo ich glaube zu verstehen, wessen Erinnerungen ich sehe, kann ich sie auch nicht für mich behalten. Ich denke, du wirst ziemlich schnell sagen können, ob ich mit meiner Vermutung, der Anhänger gehört deiner Mutter, recht habe oder nicht.“ erklärt sie mir und schließt dann ihre Augen, ich mache es ihr nach, obwohl ich noch nicht so recht verstehe, doch schon sehe ich eine Erinnerung:

Ich stille gerade mein Baby, als der Vater meines Kindes rein kommt. Es sind die einzigen ruhigen Momente die ich am Tag habe, sonst sind die Großen immer um uns herum. Er kommt zu mir an den Sesseln, beugt sich herunter und gibt mir einen Kuss. Dann hält er eine kleine Schachtel vor mir, weil ich keine Hand frei habe, öffnet er sie mir und holt daraus eine Kette hervor.
Er zeigt mir den Anhänger, ein Herz mit kleinen eingelassenen Steinchen, links die der Großen, rechts ein kleines blaues Steinchen, für den Sohn, meinen ersten Sohn, den ich gerade in meinen Armen halte. Er legt mir den Anhänger um und wir küssen uns noch einmal.

Als die Erinnerung zu Ende ist, weine ich. Sofort habe ich in der Erinnerung meinen Vater Dan erkannt, sehr jung noch. Nia zieht mich in ihre Arme, streichelt mir über den Rücken, hält mich einfach nur fest. ,Wie kann das sein? Warum siehst du Erinnerungen von ihr? Was hast du noch gesehen?’ frage ich sie in Gedanken, weil meine Stimme gerade wahrscheinlich versagen würde.
,Möchtest du wirklich noch mehr sehen?’ fragt sie nach. Ich löse mich ein wenig aus ihren Armen und nehme ihre Hände in meine. ,Ja, zeig mir, was du sonst noch gesehen hast bisher, bitte.’
Und so schließen wir wieder unsere Augen und sie zeigt mir:

Ich halte ein Baby in meinem Arm, ein Mann zeigt mir den Anhänger und sagt: „Ein blauer Stein, für ihn!“ dabei schaut er liebevoll zu dem Baby und streichelt ihm über den Kopf. Dann legt er mir die Kette um, wonach das Baby dann greift.

,Das war die Erinnerung, die ich gesehen habe, als du den Anhänger berührt hast.’ erklärt sie mir, bevor sie weiter macht:

Ein Junge, ungefähr 8 Jahre alt, steht vor mir, während ich im Arm mein kleines Mädchen halte. „Ein rosa Stein, stimmts Mama?“ frage er mich, „Ja, weil es ein Mädchen ist.“ antworte ich ihm. „Dann sind es jetzt genauso viele rosa wie blaue Steine, dabei passt das doch gar nicht.“ Ich lächle, obwohl mir nicht danach ist. „Komm mein Großer, sei so nett und schau, was die anderen machen.“ bitte ich ihn, damit er nicht sieht, wie mir eine Träne die Wange runter läuft.

Dann kommt ein Sprung und ich sehe:

Ich liege auf dem Sofa und fühle mich ziemlich schwach, zwei Kinder liegen in meinen Arm. Wir kuscheln, durch Tränen schaue ich die beiden an. Mein großer Rabauke rechts, ich gebe im einen Kuss auf die blonden Haare und mein kleiner Rabauke links in meinem Arm, auch er bekommt einen Kuss von mir. „Seid lieb, hört ihr, versprecht mir das!“ „Mami ruhe dich aus, wir machen heute auch keinen Blödsinn mehr, versprochen!“ sagt der Große und spielt dabei mit meinem Kettenanhänger.

Wieder eine Pause, bevor Nia mir das zeigt:

Dann sehe ich vor mir ein winzig kleines Baby, es muss gerade erst geboren sein. Mit zittrigen Händen lege ich ihm eine Kette um. Eine Kette an der ein Anhänger hängt, ein Herz mit vielen Steinen. Und ich spreche mit schwacher Stimme zu meinem Baby: „Es wird dich beschützen, wie ich es sonst tun würde. Und es wird dich begleiten ein Leben lang, es wird dafür sorgen, dass ihr mich nicht verliert. Es wird dich und die anderen führen, wenn ihr euch auseinander gelebt habt. Ich weiß nicht warum, aber ich bin mir sicher, dass es das kann. Ich werde dich und deine Geschwister immer lieben und immer von oben auf euch aufpassen.“ Zum Ende hin sehe ich das Baby immer verschwommener, denn ich muss weinen, weinen, weil ich diese Welt viel zu früh verlassen muss. Ich küsse mein Baby auf die Stirn.

„Das waren alle die ich bisher erlebt habe.“ erklärt mir Nia nun, so das ich meine Augen wieder aufmache und sie mit Tränen ansehe. „Angelo!“ ist das erste, was ich von mir gebe. „Mum hat den Anhänger Angelo gegeben, ihm gehört er also. Dann muss auch er ihn wohl verloren haben.“

In diesem Moment kommen Maite und John ins Zimmer. „Und, bei euch alles in Ordnung?“ fragt Maite. ,Lass es uns erst noch für uns behalten, dass würde John jetzt nur zu sehr aufwühlen.’ höre ich Jimmys Stimme in meinem Kopf. „Klar, ist bei uns alles in Ordnung. Braucht ihr noch Hilfe?“ antwortet Jimmy den Beiden. „Nein, alles was wir vorbereiten konnten ist gemacht, wir hatten jetzt eigentlich vor nach oben zu gehen, zu üben und dann alles einzupacken. Wollt ihr mit kommen, oder hier unten bleiben?“ fragt Maite weiter. „Ich denke, wir bleiben hier unten, wenn ihr nichts dagegen habt.“ antwortet Nia für uns. „Kein Problem, ihr lauft uns ja nicht weg.“ antwortet John und dann verschwinden die Beiden nach oben.

„Dann sollte er ihn auch wieder bekommen.“ ist das erste, was Nia sagt, als Maite und John weg sind. „Ich denke, du solltest ihn so lange noch tragen, es hat einen Grund, das ausgerechnet du ihn gefunden hast.“ meine ich und will ihr den Anhänger wieder geben, doch sie schüttelt den Kopf.
„Ich weiß nicht, ob das richtig ist? Das alles hat irgendwie mit diesem Anhänger angefangen.“ sagt sie und wieder kommen ihr Tränen dabei. „Vielleicht wäre das alles nicht passiert, wenn ich diesen Anhänger nicht gefunden hätte, wenn ich ihn nicht immer getragen hätte. Ehrlich gesagt macht mir der Gedanke Angst.“ gibt sie ihre Sorgen wieder. „Du meinst, wenn du den Anhänger nicht tragen würdest, wäre das mit uns nicht passiert? Das glaub ich ehrlich gesagt nicht. Aber gut, ich kann ihn erst einmal aufbewahren.“ antworte ich ihr und will den Anhänger in mein Portemonnaie stecken, als ich eine Idee habe. Anstatt ihn weg zu packen hole ich mein Smartphone raus und mache ein Bild von ihm, anschließend stecke ich ihn wie geplant weg. „Was hast du vor?“ fragt Nia mich, als ich anfange eine Nachricht zu tippen. „Du schreibst ihm?“ fragt sie weiter. „ja, genau das habe ich vor. Und ich frage ihn auch, wann er Zeit hat für ein Treffen, er ist jetzt gerade bei meiner Familie, vielleicht kann er ja sogar einen Tag dran hängen.“ erkläre ich und ich sehe und spüre ihre Angst. Doch ich denke, sie muss da jetzt durch und sie ist nicht alleine.
„Ok, vielleicht wäre es das einfachste. Und vielleicht ist es bei ihm ja doch anders, vor allem wenn ich den Anhänger nicht mehr trage.“ erklärt sie nun. Ich muss lächeln, weil ich nicht glaube, dass es anders sein wird, aber wenn es sie beruhigt.
„Du glaubst nicht, dass es etwas dran ändert?“ fragt sie dann und wieder einmal habe ich das Gefühl ihr nicht vormachen zu können. „Ich denke nicht, dass es sich dadurch ändert. Ich glaube nicht, das der Anhänger dich zu der Person gemacht haben die wir lieben, sondern das der Anhänger, weil du diese Person bist, zu dir gekommen ist. Ob du ihn nun trägst oder nicht, macht denke ich keinen Unterschied. Jedenfalls nicht was unsere Verbindungen angeht, was die Erinnerungen angeht, könnte es sein, doch nicht einmal da, wäre ich mir sicher.“ erkläre ich ihr, wie ich darüber denke.
„Du meinst, es war kein Zufall, dass ich den Anhänger gefunden habe. Das wiederum würde ja auch irgendwie bedeuten, alles, ist irgendwie vorhergesehen.“ denkt sie laut.
„Vielleicht! Und dennoch bestimmen wir unser Handeln. Es sind unsere Entscheidungen, die zu etwas führen. Aber die letzte Erinnerung, die du mir gezeigt hast, sie ist die Traurigste, aber dennoch Hoffnungsvollste. Wenn stimmt, was Mum da gesagt hat, dann bringt uns der Anhänger, und damit irgendwie wohl du, alle wieder zusammen und zumindest bei Joey und mir hat das doch schon mal funktioniert.“  spreche ich das, was ich gerade denke, laut aus. „Das wäre schön, hmm?“ fragt sie mich und ich ziehe sie in meine Arme. „Meine Familie war schon immer etwas schwieriges, aber auch wunderbares. Wenn wirklich wieder alle zusammen finden würden, wäre das wie ein Wunder.“ antworte ich ihr und wir sitzen einfach aneinander gekuschelt  da. „Wer bin ich eigentlich?“ fragt mich Nia nach einer Weile. „Was meinst du?“ frage ich nach. „Ich weiß nicht, auch wenn du eben meintest, es sind unsere Entscheidungen und unser Handeln, fühlt es sich für mich gerade völlig anders an. So, als sei die Richtung sehr vorgegeben. Egal wie ich das sehe, es läuft immer wieder alles darauf hinaus, auf alle von euch zu stoßen. Ja, scheinbar ist das meine Aufgabe, aber genau das ist es, diese Aufgabe habe nicht ich mir ausgesucht. Warum also gerade ich? Nicht, dass es mir damit nicht gut geht, oder das ich mir etwas anderes wünschen würde. Ich hab nur manchmal Angst dem Ganzen nicht gewachsen zu sein. Aber das hab ich ja schon mal erklärt.“ schildert sie mir ausführlicher. „Da kann ich dich durchaus verstehen und es ist wohl definitiv keine leichte Aufgabe, aber vielleicht ist es genau das, du bist stark genug dafür. Du hast die Kraft, die Energie und genug Liebe dafür. Dir fehlt wohl nur hin und wieder die Selbstsicherheit.“ versuche ich sie aufzubauen, als mein Handy klingelt. „Es ist Angelo.“ erkläre ich Nia schnell, bevor ich ran gehe.
„Hey Angelino!“  begrüße ich meinen kleinen Bruder.
„Jimmylein, sag, hast du wirklich den Anhänger gefunden? Wo?“
„Um ehrlich zu sein, habe nicht ich ihn gefunden, sondern Nia.“ erkläre ich.
„Ah ja, Nia, sagst du? Ich glaub, da hast du mir noch irgendwie etwas zu erklären, oder? Aber ihr fliegt morgen wieder hier her, Meike meinte das jedenfalls und sie hatte mir, schon vor deiner Nachricht, angeboten länger zu bleiben. Kira und die Kinder freuen sich schon drauf, dich doch noch zu sehen.“ erklärt Angelo mir.
„Dann können sie sich noch mehr freuen, denn John und Maite kommen auch mit uns, die Beiden müssen allerdings Monat schon weiter.“ teile ich ihm mit.
„Schön, dass wird sie bestimmt freuen, soll ich es ihnen sagen, oder wollt ihr sie überraschen?“ fragt er mich nun. „Ich denk, es reicht, wenn sie es dann sehen, sonst macht sich Meike nur zu viele Gedanken, wie sie für alle ein Plätzchen findet.“
„Ach zur Not, erweitern wir das Nachtlager oben auf dem Dachboden. Ich denke das bekommen wir hin, kennen uns doch mit zusammenrücken aus.“ meint Angelo.
„Gut, ich denk, über alles weiter können wir dann sprechen, genieße die Ruhe bevor wir kommen. Bis morgen dann, liebe Grüße an den Rest, von allen hier.“
„In Ordnung, bis morgen dann.“ sagt  er noch und legt dann auf.
„Lass mich raten, natürlich bleibt er, wahrscheinlich hatte er es eh schon vor?“ fragt mich Nia.
„Treffer!“ antworte ich ihr.
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